Dicke krank, Schlanke gesund? Warum die Waage so wenig über unsere Gesundheit verrät
Ein schlanker Mensch mit schlechten Blutwerten, Bluthochdruck und kaum Muskulatur. Daneben jemand mit einigen Kilos zu viel, der regelmäßig Sport treibt, gute Blutwerte hat und problemlos mehrere Stockwerke die Treppe hinaufläuft.
Wer von beiden ist gesünder?
Wer nur auf das Körpergewicht schaut, könnte zu einer völlig falschen Antwort kommen.
Seit Jahrzehnten wird uns vermittelt, dass Schlanksein nahezu gleichbedeutend mit Gesundheit sei. Übergewicht dagegen gilt als Vorstufe zahlreicher Krankheiten. Die medizinische Wirklichkeit ist erheblich komplizierter.
Ein schlanker Körper ist keine Garantie für Gesundheit. Und ein höheres Körpergewicht bedeutet nicht automatisch, dass jemand krank ist.
Das klingt zunächst selbstverständlich. Trotzdem werden Millionen Menschen anhand einer einzigen Zahl beurteilt: dem Body-Mass-Index.
Der BMI: Eine Formel, die mehr verspricht, als sie halten kann
Der Body-Mass-Index, kurz BMI, berechnet sich aus dem Körpergewicht in Kilogramm, geteilt durch das Quadrat der Körpergröße in Metern.
Nach den üblichen Grenzwerten gilt für Erwachsene:
- Unter 18,5: Untergewicht
- 18,5 bis 24,9: Normalgewicht
- 25 bis 29,9: Übergewicht
- Ab 30: Adipositas
Die Formel geht auf den belgischen Statistiker Adolphe Quetelet zurück, der sie bereits im 19. Jahrhundert entwickelte. Im Jahr 1972 machte der amerikanische Physiologe Ancel Keys sie unter der Bezeichnung Body-Mass-Index populär.
Das ursprüngliche Ziel war allerdings nicht, den Gesundheitszustand eines einzelnen Menschen umfassend zu beurteilen. Der BMI eignete sich vielmehr dazu, größere Bevölkerungsgruppen statistisch miteinander zu vergleichen.
Genau hier liegt das Problem.
Der BMI unterscheidet nicht zwischen Muskeln und Fett. Er berücksichtigt weder die Fettverteilung noch die körperliche Leistungsfähigkeit. Ein kräftiger, gut trainierter Mensch kann rechnerisch übergewichtig sein, während jemand mit wenig Muskelmasse und erhöhtem Körperfettanteil problemlos im Normalbereich liegt.
Als statistischer Risikomarker hat der BMI durchaus einen Wert. Als alleinige Grundlage für die gesundheitliche Beurteilung eines Menschen ist er ungeeignet.
Dazu habe ich bereits ausführlicher geschrieben: Die leichten Dicken und der BMI – oder der fette BMI-Betrug?
Entscheidend ist auch, wo das Fett sitzt
Ein weiterer Fehler besteht darin, jedes zusätzliche Kilogramm Körperfett gleich zu bewerten. Besonders wichtig ist das sogenannte viszerale Fettgewebe. Es befindet sich in der Bauchhöhle und umgibt die inneren Organe.
Dieses Fettgewebe ist keineswegs nur eine passive Energiereserve. Es ist stoffwechselaktiv, beeinflusst hormonelle Prozesse und steht mit Insulinresistenz, entzündlichen Veränderungen und einem erhöhten Herz-Kreislauf-Risiko in Verbindung. Das Fett direkt unter der Haut ist dagegen nicht in gleicher Weise mit diesen Risiken verbunden.
Deshalb kann ein Mensch mit einem BMI von 24 und ausgeprägtem Bauchfett stoffwechselgesundheitlich schlechter dastehen als jemand mit einem BMI von 28, der einen geringeren Bauchfettanteil und eine gute Muskulatur besitzt. Ein einfacher zusätzlicher Anhaltspunkt ist das Verhältnis von Taillenumfang zu Körpergröße.
Die britische Gesundheitsbehörde NICE empfiehlt Erwachsenen, den Taillenumfang möglichst unter der Hälfte der Körpergröße zu halten. Bei 1,70 Metern Körpergröße wären das beispielsweise weniger als 85 Zentimeter. Auch das ist keine vollständige Diagnose. Aber es liefert Informationen, die der BMI allein nicht bieten kann.
Die Stoffwechselwirkungen des Bauchfetts habe ich in einem weiteren Beitrag ausführlich beschrieben: Bauchfett wirkt wie ein Organ – und verändert den gesamten Stoffwechsel.
Wie sich verschiedene Fettverteilungstypen unterscheiden und wann das Fett am Bauch tatsächlich zum Gesundheitsproblem wird, erfahren Sie außerdem hier: Wann Hüftspeck und Bauchfett weg müssen.
Wer sein Gewicht reduzieren möchte, sollte deshalb zunächst klären, was eigentlich verändert werden soll. Geht es um gesundheitlich problematisches Bauchfett? Um fehlende Muskulatur? Um erhöhte Blutzuckerwerte? Oder lediglich darum, auf der Waage eine bestimmte Zahl zu erreichen?
Je nach Ausgangslage können ganz unterschiedliche Maßnahmen sinnvoll sein. Und genau deshalb halte ich wenig von pauschalen Abnehmplänen, die für jeden Menschen dasselbe versprechen.
Eine bemerkenswerte Studie: Fitness schlägt den BMI
Besonders interessant finde ich eine 2025 im British Journal of Sports Medicine veröffentlichte Metaanalyse. Die Wissenschaftler werteten 20 Studien mit insgesamt rund 399.000 Beobachtungen aus. Untersucht wurde, wie Körpergewicht und kardiorespiratorische Fitness mit dem Sterberisiko zusammenhängen.
Normalgewichtige Menschen mit geringer körperlicher Fitness hatten gegenüber fitten Normalgewichtigen ein nahezu doppelt so hohes allgemeines Sterberisiko. Bei Menschen mit Adipositas und geringer Fitness lag dieses Risiko ebenfalls ungefähr doppelt so hoch.
Dagegen war das Sterberisiko fitter Menschen mit Übergewicht oder Adipositas gegenüber fitten Normalgewichtigen statistisch nicht signifikant erhöht. Das ist bemerkenswert. Allerdings handelt es sich um Beobachtungsstudien. Daraus lässt sich weder beweisen, dass Fitness sämtliche Risiken einer Adipositas aufhebt, noch dass zusätzliches Körperfett harmlos wäre. Auch ein statistisch nicht signifikanter Unterschied beweist nicht, dass die Risiken tatsächlich identisch sind.
Die Ergebnisse zeigen vielmehr, wie problematisch es ist, gesundheitliche Risiken ausschließlich am Gewicht festzumachen.
Ein Mensch wird nicht automatisch gesund, nur weil er abnimmt. Und seine Gesundheit kann sich durch regelmäßiges Training verbessern, auch wenn die Waage zunächst kaum weniger anzeigt.
Aus meiner Sicht wird dieser zweite Punkt noch immer unterschätzt.
Gerade beim Krafttraining kann sich die Körperzusammensetzung erheblich verbessern, ohne dass das Gesamtgewicht entsprechend sinkt. Muskelmasse wird aufgebaut, Fettmasse kann zurückgehen und der Körper wird leistungsfähiger.
Wer ausschließlich die Kilogramm kontrolliert, bemerkt davon möglicherweise wenig.
In meiner Praxis und auch aus meiner sportwissenschaftlichen Arbeit ist mir deshalb die Entwicklung von Kraft, Ausdauer und Beweglichkeit wesentlich wichtiger als eine möglichst niedrige Zahl auf der Waage.
Studienquelle: Weeldreyer et al. (2025): Cardiorespiratory fitness, body mass index and mortality – systematic review and meta-analysis.
Wer gesund bleiben möchte, sollte deshalb nicht nur über Ernährung nachdenken. Ohne regelmäßige Muskelarbeit und Ausdauerbelastung fehlt ein entscheidender Teil der Gesundheitsvorsorge.
Gibt es tatsächlich gesunde Dicke und kranke Schlanke?
Ja. Die Forschung unterscheidet inzwischen verschiedene Stoffwechselzustände, die sich nicht allein am Körpergewicht erkennen lassen. Ein Teil der Menschen mit Adipositas weist zunächst unauffällige Blutzuckerwerte, einen normalen Blutdruck und ein günstiges Blutfettprofil auf. In wissenschaftlichen Veröffentlichungen spricht man häufig von metabolisch gesunder Adipositas.
Umgekehrt gibt es normalgewichtige Menschen mit Insulinresistenz, erhöhten Triglyceriden, Bluthochdruck oder einer Fettleber. Dass das Körpergewicht diese Unterschiede nicht zuverlässig abbildet, ist inzwischen gut dokumentiert.
Allerdings wäre es falsch, daraus zu schließen, dass eine metabolisch gesunde Adipositas dauerhaft risikolos bleibt. Langzeituntersuchungen zeigen, dass sich der Stoffwechselzustand verändern kann. Auch Menschen mit zunächst unauffälligen Stoffwechselwerten können im Verlauf Bluthochdruck, Typ-2-Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen entwickeln.
Eine neue Adipositas-Definition aus dem Jahr 2025
Eine internationale Expertenkommission schlug deshalb 2025 in The Lancet Diabetes & Endocrinology vor, zwischen präklinischer und klinischer Adipositas zu unterscheiden. Bei präklinischer Adipositas liegt überschüssiges Fettgewebe vor, ohne dass dadurch bereits nachweisbare Funktionsstörungen anderer Organe oder Gewebe bestehen. Bei klinischer Adipositas sind solche gesundheitlichen Beeinträchtigungen vorhanden.
Die klinische Adipositas kann sich dabei nicht nur durch Stoffwechselstörungen, sondern beispielsweise auch durch eine eingeschränkte Organfunktion oder erhebliche körperliche Einschränkungen bemerkbar machen.
Die Unterscheidung zwischen präklinischer und klinischer Adipositas ist deshalb nicht mit der älteren Gegenüberstellung von metabolisch gesunder und metabolisch kranker Adipositas gleichzusetzen.
Der entscheidende Gedanke dahinter bleibt: Nicht jede Person mit einem hohen BMI befindet sich im gleichen Gesundheitszustand.
Das ist ein erheblicher Fortschritt gegenüber einer Betrachtung, die sich fast ausschließlich auf die Waage konzentriert.
Wissenschaftliche Quelle: Rubino et al. (2025): Definition and diagnostic criteria of clinical obesity.
Leben Menschen mit leichtem Übergewicht sogar länger?
Immer wieder tauchen Untersuchungen auf, in denen Menschen mit leichtem Übergewicht eine niedrigere Sterblichkeit aufweisen als Menschen im Normalgewichtsbereich. Dieses Phänomen wird teilweise als Adipositas-Paradoxon bezeichnet.
Dafür gibt es verschiedene mögliche Erklärungen. Bei älteren und chronisch kranken Menschen können Energiereserven von Bedeutung sein. Gleichzeitig sind solche Studien methodisch schwierig zu interpretieren.
Beispielsweise können schwere Erkrankungen bereits vor der Diagnose zu Gewichtsverlust führen. Auch Rauchen beeinflusst sowohl das Körpergewicht als auch die Sterblichkeit. Werden diese Faktoren nicht ausreichend berücksichtigt, entstehen leicht irreführende Ergebnisse.
Eine große Analyse von 239 prospektiven Studien mit insgesamt mehr als zehn Millionen Teilnehmern aus dem Jahr 2016 zeigte nach Einschränkung auf Nichtraucher und Berücksichtigung bestehender Erkrankungen ein anderes Bild: Die geringste Sterblichkeit lag überwiegend im Normalgewichtsbereich. Wer sich die Quelle ansehen möchte: Global BMI Mortality Collaboration (2016): Body-mass index and all-cause mortality.
Deshalb halte ich es für falsch, Menschen grundsätzlich zu empfehlen, einige zusätzliche Kilos als vermeintliche Lebensversicherung anzusammeln.
Bei älteren Menschen kommt es allerdings besonders darauf an, einen Verlust an Muskelmasse, Kraft und körperlicher Selbstständigkeit zu vermeiden. Eine aggressive Gewichtsreduktion kann hier mehr schaden als nützen.
Wer mit 75 Jahren zwar einige Kilogramm weniger wiegt, dafür aber kaum noch vom Stuhl aufstehen kann, hat gesundheitlich wenig gewonnen.
Was ich in meiner Naturheilpraxis für wichtiger halte als das Idealgewicht
Wenn wir Gesundheit beurteilen wollen, müssen wir über die Kilogramm hinausblicken. Mich interessieren vor allem die körperliche Leistungsfähigkeit, die Muskelmasse, die Fettverteilung und die Stoffwechselregulation.
Blutdruck, Nüchternglukose beziehungsweise HbA1c, Blutfettwerte und bei entsprechender Fragestellung auch Leberwerte liefern wichtige zusätzliche Informationen.
Ebenso wichtig sind die alltäglichen Gewohnheiten.
Wie bewegt sich ein Mensch? Wie schläft er? Was isst er regelmäßig? Wie stark ist seine Muskulatur? Wie entwickelt sich seine Belastbarkeit über die Jahre?
Das sind keine Nebensächlichkeiten.
1. Bewegung und Muskulatur
Wer regelmäßig zügig geht, Rad fährt, schwimmt oder eine andere Ausdauerbelastung ausübt, verbessert damit wichtige Voraussetzungen für die Herz-Kreislauf-Gesundheit.
Ergänzendes Krafttraining hilft, Muskulatur zu erhalten und aufzubauen. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt Erwachsenen mindestens 150 bis 300 Minuten moderate Ausdauerbewegung pro Woche und muskelkräftigende Aktivitäten an mindestens zwei Tagen.
Das bedeutet nicht, dass jeder sofort ein umfangreiches Sportprogramm absolvieren muss. Entscheidend ist zunächst, überhaupt regelmäßig in Bewegung zu kommen und die Belastung nach und nach zu steigern.
Gerade Menschen, die lange keinen Sport getrieben haben, sollten behutsam beginnen. Die Regelmäßigkeit ist zunächst wichtiger als sportliche Höchstleistungen.
2. Ernährung statt immer neuer Diäten
Bei der Ernährung würde ich mich weniger auf starre Kalorientabellen konzentrieren, sondern zunächst auf die Qualität der täglichen Lebensmittel. Eine überwiegend naturbelassene Ernährung mit Gemüse, ausreichend Eiweiß, ballaststoffreichen Lebensmitteln und möglichst wenig hochverarbeiteten Produkten schafft eine wesentlich bessere Grundlage als die nächste kurzfristige Radikaldiät.
Entscheidend bleibt allerdings auch die insgesamt aufgenommene Energiemenge. Wer dauerhaft mehr Energie aufnimmt, als er verbraucht, kann selbst mit hochwertigen Lebensmitteln an Gewicht zunehmen.
Deshalb besteht eine sinnvolle Ernährungsumstellung nicht darin, Kalorien grundsätzlich für bedeutungslos zu erklären. Es geht darum, Lebensmittel so auszuwählen, dass Sättigung, Nährstoffversorgung und ein angemessenes Essverhalten langfristig zusammenpassen.
Warum das bloße Kalorienzählen häufig nicht zum erhofften langfristigen Erfolg führt, habe ich an anderer Stelle beschrieben.
Aus meiner Sicht wird außerdem die Bedeutung der Lebensmittelqualität häufig unterschätzt. Hochverarbeitete Produkte sind oft so zusammengesetzt, dass sie sich leicht und in großen Mengen verzehren lassen. Gleichzeitig liefern sie nicht unbedingt die Nährstoffdichte, die man sich von einer vernünftigen Ernährung wünschen würde.
Wer seine Ernährung verbessern möchte, braucht deshalb nicht zwangsläufig komplizierte Pläne. Häufig ist es bereits ein erheblicher Fortschritt, die alltäglichen Lebensmittel kritisch zu überprüfen.
3. Stoffwechselwerte nicht übersehen
Besonders bei erhöhtem Bauchumfang sollte man sich nicht allein darauf verlassen, dass das Gewicht noch im Normalbereich liegt. Ein erhöhter Nüchternblutzucker, ungünstige Blutfettwerte oder ein steigender Blutdruck können auf Stoffwechselprobleme hinweisen, die äußerlich kaum erkennbar sind.
Auch eine Fettleber ist keineswegs ausschließlich ein Problem stark übergewichtiger Menschen. Bei entsprechendem Verdacht können neben Blutzucker und HbA1c unter anderem Triglyceride, HDL-Cholesterin und Leberwerte sinnvoll sein. Welche weiteren Untersuchungen notwendig sind, hängt von der individuellen Situation ab.
In meinem Beitrag Leberwerte erhöht? GPT, GOT und GGT richtig verstehen erläutere ich, warum gerade bei Stoffwechselproblemen ein genauerer Blick auf die Leber lohnend sein kann. Auch normale Standardlaborwerte schließen eine beginnende Stoffwechselstörung nicht in jedem Fall aus. Eine Beurteilung sollte daher immer die Gesamtsituation berücksichtigen.
4. Heilfasten als Einstieg in eine Veränderung?
Das Heilfasten kann, wenn es individuell geeignet ist und fachgerecht durchgeführt wird, ein sinnvoller Einstieg sein, um Ernährungsgewohnheiten bewusst zu verändern. Wer fastet, beschäftigt sich zwangsläufig mit seinem bisherigen Essverhalten. Hunger, Appetit, Gewohnheiten und die ständige Verfügbarkeit von Lebensmitteln werden häufig anders wahrgenommen.
Aus meiner langjährigen Erfahrung mit Fastenden weiß ich allerdings auch, dass die entscheidende Arbeit oft erst nach dem Fasten beginnt. Wer anschließend genauso weiterisst wie vorher, darf keine dauerhafte Veränderung erwarten.
Fasten ist deshalb aus meiner Sicht kein Ersatz für eine nachhaltige Ernährungsumstellung. Ebenso wenig ersetzt es den Aufbau und Erhalt von Muskulatur. Den Unterschied zwischen beiden Ansätzen habe ich in meinem Beitrag Fasten ist keine Diät – warum der Körper anders reagiert ausführlicher beschrieben.
Für manche Menschen kann auch Intervallfasten eine praktikable Möglichkeit sein, die tägliche Nahrungsaufnahme besser zu strukturieren. Es ist allerdings nicht grundsätzlich wirksamer als andere Ernährungsformen, mit denen sich eine vergleichbare Energiereduktion erreichen lässt.
Wichtig: Bei bestimmten Erkrankungen, bei Untergewicht, Essstörungen und bei der Einnahme bestimmter Medikamente, insbesondere bei Diabetes, muss vor dem Fasten geklärt werden, ob und unter welchen Bedingungen es geeignet ist.
Mein Fazit: Gesundheit lässt sich nicht wiegen
Es wäre bequem, wenn eine einzige Zahl darüber entscheiden könnte, wer gesund ist und wer nicht, aber der menschliche Stoffwechsel funktioniert nicht so einfach. Schlanke Menschen können erhebliche Stoffwechselprobleme entwickeln. Menschen mit Übergewicht können körperlich leistungsfähig sein und zunächst günstige Gesundheitswerte aufweisen.
Genauso bleibt richtig, dass ausgeprägte Adipositas erhebliche gesundheitliche Risiken mit sich bringen kann. Diese Risiken verschwinden nicht dadurch, dass jemand sportlich aktiv ist oder sich subjektiv wohlfühlt.
Mein Ziel wäre deshalb nicht, jeden Menschen möglichst schlank zu machen. Ich möchte, dass Menschen möglichst gesund, kräftig, beweglich und stoffwechselstabil bleiben.
Wenn dafür eine Gewichtsreduktion notwendig ist, sollte sie sinnvoll und langfristig angelegt sein. Wenn dagegen vor allem Muskulatur, Fitness oder Stoffwechselgesundheit verbessert werden müssen, dann sollte genau dort angesetzt werden.
Quellen, die ich mir für diesen Beitrag angesehen habe
- Rubino F. et al. (2025): Definition and diagnostic criteria of clinical obesity. The Lancet Diabetes & Endocrinology. Zur Veröffentlichung.
- Weeldreyer N. R. et al. (2025): Cardiorespiratory fitness, body mass index and mortality: a systematic review and meta-analysis. British Journal of Sports Medicine. Zur Veröffentlichung.
- Global BMI Mortality Collaboration (2016): Body-mass index and all-cause mortality: individual-participant-data meta-analysis of 239 prospective studies in four continents. The Lancet. Zur Veröffentlichung.
- NICE (2025/2026): Overweight and obesity management – Identifying and assessing overweight, obesity and central adiposity. Zur Leitlinie.
- World Health Organization (2020): WHO guidelines on physical activity and sedentary behaviour. Zu den Empfehlungen.
Diesen Beitrag hatte erstmals am 24. November 2008 veröffentlicht und am 9. Oktober 2026 umfassend überarbeitet und mit neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen ergänzt.











