..

Die Fettleber entwickelt sich zu Volkskrankheit

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

20% bis zu 40% der Bevölkerung sind betroffen. Viele wissen überhaupt nichts davon. Es besteht dringender Handlungsbedarf, denn eine Fettleber ist einer der größten Risikofaktoren für Diabetes und Herzinfarkt. Und: es existiert keine "schulmedizinische" Therapie (mit Tabletten etc.) dafür. Wirksam sind vor allem Naturheilkunde, Ernährung und Änderungen im Lebensstil.

Die Mediziner nennen es „Steatosis hepatis“; weniger medizinisch Beschlagene kennen diese Erkrankung unter der Bezeichnung „Fettleber“. Die Fettleber ist eine relativ häufige Erkrankung und die häufigste Lebererkrankung überhaupt. Die gute Nachricht ist, dass sie reversibel (=heilbar) ist - zumindest bis zu einem gewissen Grad.

Bei einer Fettleber werden in erster Linie Triglyceride (Fette) in den Leberzellen gespeichert – und das mehr als eigentlich normal (=physiologisch) notwendig wäre. Grund für diesen „Over-load“ an „Fetten“ in den Leberzellen sind vor allem fragwürdige Ernährungsgewohnheiten. Dazu zählen das Zuviel an kohlenhydrathaltigen Nahrungsmitteln, vor allem solche, die auf Fruktose basieren; weiter das Zuviel an Alkohol. Aber auch Medikamente und bestimmte Toxine können Grundlage für eine Fettleber werden. Weitere Ursachen sind Eiweißmangel, Leberstauung, Diabetes und noch ein paar andere mehr.

Lebererkrankungen in verschiedenen Stadien
Abb1: Lebererkrankungen in verschiedenen Stadien: oben links - gesunde Leber, oben rechts: Fettleber, unten links: Leberfibrose, unten rechts: Leberzirrhose.

Wie eine Fettleber entsteht

Wenn man sich die möglichen Ursachen einmal genauer anschaut (siehe oben), dann wird man sich verwundert fragen, wie so unterschiedliche Ursachen ein und die selbe Konsequenz haben können.

Für die meisten der oben genannten Ursachen liegt ein gemeinsamer Nenner zugrunde. Und dieser ist, vereinfacht gesagt, das aus dem Gleichgewicht geratene Verhältnis von Kalorienzufuhr und Kalorienverbrauch. Bei der Entwicklung der Fettleber liegt eine positive Energiebilanz vor. Die zuviel zugeführten Kalorien müssen schließlich irgendwie und irgendwo verarbeitet und benutzt werden. Und wenn wir bestimmte Sachen haben, sie aber momentan nicht benötigen, dann kommen die Sachen in den Abstellraum. Die Leber macht dies genau so.

Alkohol ist in diesem Zusammenhang ein besonders gutes Beispiel, nicht nur weil circa 50 Prozent der Erkrankung auf einen überhöhten Alkoholkonsum zurückzuführen ist. Alkohol ist ebenfalls ein Kohlenhydrat und hat einen hohen Brennwert. Durch die Metabolisierung entstehen eine Reihe von nicht leberfreundlichen Substanzen, die alleine für sich genommen die Leberzellen schädigen können. Zuerst entsteht Acetaldehyd, daraus dann Essigsäure. Um diesen Abbau zu ermöglichen, werden Ressourcen benutzt, die für den Abbau eines Coenzyms (Acetyl-CoA) bestimmt sind. Der Stau von Acetyl-CoA dagegen bildet die Grundlage für einen intensive Fettsäurebildung in der Leber. Um Fettsäuren aus der Leber auszuleiten, benötigt die Leber ein Transportvehikel, das die Fettsäuren wasserlöslich macht, um über die Blutbahnen zu den Fettzellen des Organismus transportiert werden zu können. Dies sind spezifische Lipoproteine. Gibt es in der Leber aber mehr Fettsäuren als Lipoproteine, dann werden die überschüssigen Fettsäuren zu Triglyceriden verestert und in den Reservoirs der Leber abgelagert. Verläuft dieser Vorgang über einen längeren Zeitraum, dann bilden sich genügend viele Triglyceride, die das Bild einer Fettleber ausmachen.

Bei einer gesunden Leber beträgt der Gehalt an Triglyceriden rund 5 Prozent. Bei einer Fettleber schnellt dieser Wert hoch auf über 50 Prozent. Bei solch unphysiologisch hohen Konzentrationen an Triglyceriden tritt in der Regel eine noch unangenehmere Begleiterscheinung auf, die das Lebergewebe erst richtig schädigen kann: Entzündungsprozesse mit dem damit verbundenen oxidativen Stress und freien Radikalen.

Eine Fettleber ist zu Beginn noch reversibel, falls man in der Lage ist, eine entsprechende (= negative) Kalorienbilanz zu bewerkstelligen.

Tip an dieser Stelle: Fruktose hat, ähnlich wie Alkohol, einen desaströsen Effekt auf die Leber, da dieser Zucker von den Körperzellen praktisch überhaupt nicht verwertet werden kann. Damit gehen die „toten“ Kalorien dieses Zuckers fast zu 100 Prozent in die Leber, bilden durch die Verstoffwechslung leberschädigende Folgesubstanzen, wieder analog zum Alkohol, und werden zu guter Letzt zu Harnsäure (Vorsicht: Gicht) und Triglyceriden metabolisiert. Große Mengen an Fruktose erhöhen die Kalorienbilanz mit den daraus folgenden Konsequenzen in der Leber. Und Fruktose ist leider (meist gut versteckt) in fast allen Nahrungsmitteln, die von der Nahrungsmittelindustrie kommen. Nicht umsonst gibt es Statistiken, die zeigen, dass jeder Bundesbürger im Durchschnitt 30 Kilogramm pro Jahr reine Fruktose zu sich nimmt. Ein extensiver Konsum an Obst kann diese Mengen nicht erklären. Denn um 30 Kilogramm Fruktose zum Beispiel über Äpfel zu sich zu nehmen, müsste man weit über 500 Kilogramm Äpfel konsumieren, also fast 2 Kilogramm pro Tag (siehe auch mein Beitrag: Fruchtzucker und Fruktose – alles andere als gesund)

Einteilungen und Schweregrade der Fettleber

Die Einteilung und Schweregrad des Krankheitsbildes korrespondieren miteinander.

  1. Zuerst bildet sich eine „einfache“ Fettleber, die auch ohne Alkohol zustande kommen kann (NAFLD = Non-Alcoholic Fatty Liver Disease). In diesem Stadium gibt es nur ausnahmsweise und dann auch nur leichte Symptome. Der Zustand kann über Jahre dauern, bevor er zur nächsten Stufe vordringt.
  2. Fettleber mit Entzündungen:
    2.a. Nicht-alkoholische Fettleberhepatitis (NASH)
     – NASH Grad 0 – Fetteinlagerungen ohne Entzündung
     – NASH Grad 1 – Fetteinlagerungen mit leichter Entzündung
     – NASH Grad 2 – Fetteinlagerungen mit mittelschwerer Entzündung
     – NASH Grad 3 – Fetteinlagerungen mit starker Entzündung
    2.b. Alkoholische Fettleberhepatitis (ASH = alkoholische Steatohepatitis)
  3. Nicht ernährungsbedingte Fettleber – oft verursacht durch Toxine, wie Pilzgifte, Medikamente etc.
  4. Fettleberzirrhose mit Endstadium Leberkrebs

Übersicht über die Entwicklung verschiedener Leberstadien
Abb2: Letztlich läuft es auf das Gleiche heraus: gesund Leber (healthy liver) -> Fettleber (hepatic steatosis) -> Leberfibrose (hepatic fibrosis) -> Leberzirrhose (hepatic cirrhosis). Die gute Nachricht: eine Fettleber ist nach meiner Erfahrung wieder in eine gesunde Leber zurückzuführen. Auch bei einer Leberfibrose und auch bei einer Leberzirrhose kann die Naturheilkunde und Alternativmedizin erstaunliches leisten. Der Patient muss aber "mitspielen" und es auch wollen.

Etwas Statistik

Rund 10 Prozent der Patienten, bei denen eine entzündliche Fettleber vorliegt, entwickeln in der Folge eine Leberzirrhose. Und weil der Beginn einer Fettleber so überaus asymptomatisch verläuft, ist die Häufigkeit dementsprechend hoch, vergleichbar mit dem Bluthochdruck, der auch zu Beginn kaum oder keine Symptome mit sich bringt. Fettlebererkrankungen haben eine Häufigkeit von circa 25 Prozent in der erwachsenen Bevölkerung der Wohlstandsstaaten. Es gibt strenge Zusammenhänge mit Übergewicht, Diabetes und einem ausgesprochenen Mangel an körperlicher Aktivität.

Wie weiß ich, ob ich eine Fettleber habe?

Bei leichtem Verlauf zeigt die Fettleber kaum Symptome. Übelkeit, Appetitverlust, Gewichstverlust, Fieber, Müdigkeit und evtl. auch eine Gelbsucht (Ikterus: Ablagerung des gelben Blutbestandteilabbaustoffs Bilirubin im Weiß der Augen und in der Haut) sind möglich (siehe auch unter "Lebersymptome"). In der Naturheilkunde sagen wir auch oftmals: Die Müdigkeit ist der Schmerz der Leber.

Da es an spezifischen Symptomen in der Frühphase mangelt, fährt die Schulmedizin eine ganze Reihe von Diagnosemethoden auf. Neben den Leberwerten (aus dem Blut) können mit Hilfe der Sonographie der Leber entsprechende Veränderungen aufgespürt werden. Leberbiopsien können die histologischen (geweblichen) Veränderungen bestätigen – oder ausschließen. Aber solche Biopsien sind mit einem Eingriff verbunden und alles andere als angenehm.

Für eine erste, allgemeine Diagnose reichen in der Regel die die Krankengeschichte, die Untersuchung des Patienten, die Leberwerte und eine Sonographie. Wenn jedoch der Schweregrad einer bereits diagnostizierten Fettlebererkrankungen bestimmt werden muss / soll, dann könnte man dies mit einer Kernspintomographie oder Elastographie durchführen. Zu den Leberwerten (als Laborparameter) muss ich anmerken, dass diese für die Diagnose eher als zweitrangig anzusehen sind, da es keine spezifischen Marker im Blut gibt, die auf eine Fettleber hinweisen. Bestenfalls sind die Transaminasen leicht erhöht, ebenso die gamma-GT. Aber dieses Bild ist auch bei anderen Erkrankungen zu finden und somit kein wirklicher Hinweis auf eine Fettleber. Die Blutwerte können aber auf jeden Fall als sog. Ausschlussdiagnose genutzt werden. Dies bedeutet: man kann andere Erkrankungen dadurch ausschließen.

Was Sie bei einer Fettleber tun können

Die Schulmedizin hat keine ihrer "üblichen" Therapien für eine Fettleber zu bieten: Tabletten & Operationen. "Zum Glück!", möchte ich sagen. Denn sonst würden Betroffene Patienten "wieder einmal" nur eine Tablette einnehmen, anstatt ihr Verhalten zu ändern. Leider holen die Forscher aus den Laboren aber auf: Seit Wissenschaftler um die Professorin Alexandra Kiemer einen Mechanismus entdeckt haben, den Sie für die Fettleber verantwortlich machen können (siehe Studie), wird man auch versuchen eine Tablette zu entwickeln um diesen "Mechanismus" zu beeinflussen - na herzlichen Dank. Und die "Wissenschaft" hört sich auch genial an: Das p62 Protein in den Leberzellen sorgt dafür, dass mehr Enzyme gebildet werden und so mehr Fettsäuren "verlängert" werden. Diese Fettsäuren werden dann vermehrt in der Leber eingelagert und könnten auch Entzündungsprozesse in der Leber fördern.

Bei einer Erkrankung die so offensichtlich mit dem Lebensstil zusammenhängt, sieht für mich die Therapie gänzlich anders aus, als "nur " drei Mal täglich irgendeine Tablette zu nehmen.

Anmerkung: Selbst wenn diese "Tablette" funktionieren würde, wäre mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit eine gewisse "Nebenwirkungsrate" zu erwarten, denn in den oben beschrieben Mechanismus einzugreifen, wird nicht "ohne" bleiben. Auf was man sich mit dieser Muli-Pharmako-Therapie teilweise einläßt, habe ich ja bereits in einigen Beiträgen beschrieben, wie z.B. bei den "Medikamentenskandalen".

Zur naturheilkundlichen Therapie:

Eine Umstellung und Änderung der Ernährungsgewohnheiten ist aus meiner Sicht bei fast allen Patienten notwendig. Weitere Heilverfahren zur Regeneration der Leber beschreibe ich ausführlich im Buch "Die biologische Lebertherapie". Dort finden Sie nicht nur die Ursachen für eine Fettleber (die ich Ihnen ja bereits in diesem Artikel beschrieben habe), sondern vor allem:

  • sechs wertvolle Heilpflanzen die Ihnen helfen
  • die wichtigsten und besten Mittel aus der Homöopathie
  • kleine Eiweißbausteine und Vitamine, die Ihrer Leber helfen
  • meine "Geheimwaffe X" in der Therapie einer Fettleber
  • zwei Lebensmittel die auf jeden Fall auf Ihrem Speiseplan stehen sollten, wenn Sie eine Fettleber haben

Darüberhinaus gebe ich auch ganz konkrete Empfehlungen (aus meiner Praxis), was ich für ergänzende oder alternative Therapien bei einer Fettleber einsetze.

Für mehr Informationen zur biologischen Lebertherapie KLICKEN SIE BITTE HIER.

Die biologische Lebertherapie - von René Gräber

Dieser Beitrag wurde letztmalig am 15.6.2014 aktualisiert


   
Folgen Sie mir auf...

Klicken Sie HIER um mir auf facebook zu folgen 

Klicken Sie HIER um René Gräber auf Google Plus zu folgen... 

Klicken Sie HIER für Informationen wie Sie meinen kostenlosen Newsletter anfordern können... 

Klicken Sie HIER um mich auf XING zu besuchen... 

Klicken Sie HIER um mir über Twitter zu folgen...

Mehr Informationen zum Thema

 
 
Artikel zum Thema Leber

 
● Die Leber
● Leberfunktion
● Leberkur
● Leberwerte
◦  ALAT (ALT) - Die Alanin-Aminotransferase
◦  ASAT / GOT - Die Aspartat-Aminotransferase
◦  Billirubin: Der Gallenfarbstoff
◦  Cholestase Werte
◦  Schlechte Leberwerte?
◦  Der Leberwert Gamma-GT (GGT) - Gamma-Glutamyl-Transferase
◦  MP Untersuchung - Leberwerte
● Leberschmerz
● Leberschwäche
● Lebersymptome
● Lebertest
● Leberfunktionstest
● Sichtbare Leberzeichen und Lebersymptome
● Leberschäden durch Gifte (Noxen)
● Leberschäden durch Medikamente
● Leberentgiftung - Die Entgiftung der Leber
● Leberreinigung
● Leber-Regeneration
● Leberwickel
● Lebererkrankungen
◦  Autoimmunhepatitis
◦  Cholestase
◦  Fettleber
◦  Gallensteine (Cholelithiasis)
◦  Gallenkolik
◦  Gallenwegsentzündungen
◦  Gelbsucht - Ikterus
◦  Hepatitis - Leberentzündung
◦  Hepatomegalie - Lebervergrößerung
◦  Leberabszesse - Leberamöbiasis
◦  Leberfibrose
◦  Leberzirrhose - Schrumpfleber
◦  Leberkrebs
◦  Leberversagen
◦  Morbus Meulengracht
● Fasten bei chronischen Lebererkrankungen