Tribulus Terrestris - Wirkung, Erfahrungen, Nebenwirkungen
Die unter den Namen Erdburzeldorn, Mäusedorn oder Dreispitz bekannten Pflanzen enthalten, den als Tribulus
Terrestris (oder Tribosteron) bekannten Wirkstoff.
Chemisch ist es eine steroideähnliche Verbindung (Saponine), welche zu den Phytosterinen gehören. Saponine
kommen ebenfalls in Hülsenfrüchten vor. Untersuchungen haben ergeben, dass entgegen der Werbung Tribulus Terrestris
keine chemische Vorstufe des Testosterons ist.
Ihr medizinisch bewiesener Nutzen bei Männer ist die Behandlung der Vergrößerung der Prostata, dagegen regt es
bei Frauen die Follikelbildung der Eierstöcke an. In der chinesischen Medizin wird das Mittel gegen Magenkrämpfe
und gegen Entzündungen der Mundschleimhaut eingesetzt.
In der Sportlerernährung wird Tribulus Terrestris als natürliches Anabolikum ohne Nebenwirkungen angepriesen
- leider ist diese Information so in keinster Weise haltbar.
Richtig ist das Tribulus Terrestris die Produktion des hypophysären luteinisierenden Hormones (LH; UCSH) anregt.
Diese Hormone regen wiederum die körpereigene Produktion von Testosteron an, und dies führt zur Steigerung des
Testosteronspiegels im Blut.
Die Schlussfolgerung dadurch würde auch gleichzeitig der Muskelaufbau angeregt ist so nicht ganz richtig. Die
einzige Gemeinsamkeit die Tribulus Terrestris mit Anabolika besitzen: beides führt zu einem positiven
Dopingtest.
Medizinisch gibt es keinerlei Studien über die Langzeitwirkung von Tribulus Terrestris, weder bei Menschen noch
bei Tieren. Bei Tieren die über längere Zeit eine hohe Dosis der Pflanze als Nahrung zu sich nahmen, werden
Vergiftungserscheinungen beschrieben.
Einige Nebenwirkung sind allerdings bekannt, es kann nach der Einnahme zu Magenproblemen oder Darmproblemen kommen, sowie Lichtempfindlichkeit und
auch Anzeichen einer Gelbsucht.
Die Anregung der Testosteronproduktion hat allerdings einen anderen Nebeneffekt, es steigert die
Spermienproduktion. Die Wirkung als Potenzhilfe (wie bei
Maca) scheint also gesichert.
Das Tribulus Terrestris wird oft als Nahrungsergänzung in verschieden Formen vertrieben, so sind Kapseln die
gängigste Form. Die Hersteller bieten es unter Namen wir Testo Stack2, Tribulus Pro oder Testalon zum Kauf
an.
Studien zu Tribbulus Terrestris
Weiter oben habe ich von Studien geschrieben. Im folgenden möchte ich zwei Studien anführen, die ich
für interessant halte:
The influence of the Tribulus terrestris extract on the parameters of the functional preparedness
and athletes' organism homeostasis.
Milasius et al. - Vilnius Pedagogical University, Lithuania. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20095389
In dieser Untersuchung wurde der Einfluss von Tribulus terrestris Extrakt auf die Homöostase von Organismen von
Athleten untersucht. Dazu wurde ein handelsübliches Nahrungsergänzungsmittel (Tribulus, Optimum Nutrition, USA)
verwendet. Es zeigte sich ein positiver Effekt bei einer täglichen Dosierung von 3 mal 1 Kapsel für den
Zeitraum von 20 Tagen auf die Körperkraft der Athleten in verschiedenen energieproduzierenden Zonen: anaerobe
Muskelkraft und anaerobes glykolytisches Potential zeigten eine verlässliche, statistisch signifikante Erhöhung.
Nach dem 20-tägigen Verzehr von Tribulus terrestris zeigte sich kein wesentlicher Effekt auf Erythrozyten,
Hämoglobin und Thrombozyten Indizes. Während der experimentellen Phase zeigten erhöhte Prozentwerte bei
Granulozyten und erniedrigte Prozentwerte bei Leukozyten einen negativen Effekt dieses Nahrungsergänzungsmittels.
Creatinkinase Konzentrationen im Blut der Athleten war signifikant erhöht. Die Menge an Kreatinin allerdings zeigte
eine Tendenz zum Abfall während des 20-tägigen Beobachtungszeitraums, in dem das Nahrungsergänzungsmittel
eingenommen wurde. Abnahmetendenzen von Harnstoff, Cholesterin und Bilirubin wurde ebenso beobachtet. Die
Konzentrationen von Testosteron im Blut erhöhte sich statistisch signifikant während der ersten 10 Tage des
Beobachtungszeitraums. Während der zweiten Hälfte allerdings wurden keine weiteren Erhöhungen beobachtet.

Meine Anmerkung zu dieser Studie: Diese "Studie" macht leider keine Angaben, um wie viele
Athleten es sich gehandelt hat. Auch wäre es sehr hilfreich zu wissen, um welche Art von Athleten es sich gehandelt
hat. Schach zählt ja auch inzwischen zum Sport und damit wäre jeder Schachspieler ein Athlet. Aber die körperlichen
Voraussetzungen bzw. Unterschiede für Schach und Gewichtheben z.B. sind für jedermann schnell nachzuvollziehen. Von
daher bleibt der Aussagewert dieser Arbeit relativ begrenzt. Interessant ist nur, dass nach einer 10-tägigen
Einnahme von Tribulus terrestris eine Erhöhung des Testosterons beobachtet wurde. Allerdings bleiben uns die
Autoren eine Einschätzung schuldig, ob diese Erhöhung nicht nur signifikant war, sondern auch von physiologischem
bzw. sporttherapeutischem Interesse. Außerdem gibt es keine Aussagen zu plazebokontrollierten Vergleichsgruppen.
Von daher muss man den Autoren einfach nur glauben, dass ihre Beobachtungen statistisch signifikant waren. Alles in
Allem: Es gibt deutlich bessere Studien als diese.
Free serum testosterone level in male rats treated with Tribulus alatus extracts. El-Tantawy et
al. - Drug Bioavailability Center, National Organization For Drug Control and Research, Cairo,
Egypt. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17767762
Ziel: Diese Studie wurde durchgeführt, um die Effekte von Tribulus Extrakt auf freies Serum Testosteron in
männlichen Ratten zu prüfen.
Material und Methoden: Das freie Serum Testosteron wurde bei den männlichen Ratten gemessen, die mit
verschiedenen Alkoholextrakten aus dem oberirdischen Teil der Pflanze ohne Früchte, von Früchten und deren
Fraktionen von Tribulus behandelt worden sind.
Resultate: Die Tribulus Extrakte zeigten einen signifikanten Anstieg von freiem Serum Testosteron, verglichen
mit einer Kontrollgruppe, p < 0,05. Statistische Vergleiche aller Gruppen zeigte, dass das maximale Niveau in
Gruppen beobachtet werden konnte, die mit Chloroform- und Äthanolextrakten aus den Früchten versorgt worden waren.
Schlussfolgerung: Tribulus Extrakt scheint Eigenschaften eines Aphrodisiakums zu besitzen aufgrund der Androgen
erhöhenden Eigenschaften.
Meine Anmerkung zu dieser Studie: Auch hier sind Erhöhungen von Testosteronspiegeln beobachtet
worden, allerdings bei männlichen Ratten. Die Schlussfolgerung allerdings halte ich für äußerst gewagt. Eine
Testosteronerhöhung ist nicht gleichzeitig mit einer erhöhten Libido gleichzusetzen.
Andere Studien mit einem verschwindend kleinen Probandenaufkommen erzielten zum Teil widersprüchliche
Ergebnisse, wie zum Beispiel:
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/11725694
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/10997957
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/11601567
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/14559928
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/10861339
Dies war allerdings zu erwarten, denn ohne eine ausreichend große Probandenzahl sind die Studien praktisch ohne
Aussagewert. Es mögen auch marketingtechnische Einflüsse eine Rolle gespielt haben, die eine Studie initiiert haben
wollten, um ein zusätzliches Werbemittel zur Verfügung zu haben. Zumindest werde ich diesen Eindruck nicht los bei
der "Schlunzigkeit", mit der diese Studien durchgeführt worden sind. Sie stellen im gewissen Sinn ein Spiegelbild
der pharmazeutischen Studien dar, die allerdings "gezinkte" Studien und deren Ergebnisse besser zu tarnen
verstehen.

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