Gentechnik bald ohne Kennzeichnung im Supermarkt?

Es gibt neue Techniken, mit deren Hilfe Nutzpflanzen verändert werden können, die von der Gentechnik-Lobby aber nicht als „gentechnische Veränderung“ eingestuft werden. Warum bezweifelt ausgerechnet die Gentechnik-Lobby, dass neue Gentechniken nichts mit Genetik und gentechnischen Veränderung zu tun haben?

Antwort: Weil die Gentechnik-Industrie ihre mit den neuen Gentechniken behandelten Produkte ohne großen Aufwand und Zeitverlust auf dem Markt platziert sehen möchte.

Das Ganze erinnert uns an die „Turbo-Zulassung“ von „Corona-Impfungen“, die im Eilverfahren eine Art „Notfallzulassung“ erhalten hatten, die jedoch in der Praxis gehandhabt wurde, als wenn es sich um eine normale, althergebrachte Zulassung gehandelt hätte.

Nachdem das mit den Gen-Injektionen so herrlich funktioniert hatte, wenn auch unter einer „pandemischen Lage von internationalem Ausmaß“, liebäugelt jetzt die Gentechnik-Lobby mit dem Ansinnen, diesen Coup auch ohne eine erfundene „Pandemie der Nahrungsmittel“ zu wiederholen.

Der nächste Schritt: Wegfall der Kennzeichnung

Laut „Foodwatch“[1] gibt es bereits Pläne der EU-Kommission, die vorsehen, dass diese „neue Gentechnik“ nicht nur zügig zugelassen wird, sondern dass deren Produkte auch nicht mehr gekennzeichnet werden müssen. Das heißt für den Verbraucher, dass der Griff ins Regal zur Lotterie wird. Denn niemand wird dann in der Lage sein, zu bestimmen, ob er ein natürliches Produkt oder ein gentechnisch verändertes Produkt in den Einkaufswagen legt.

Warum ist man bei den Gen-Fanatikern so darauf erpicht, die Kennzeichnung fallen zu lassen?

Antwort: Trotz Begeisterung der deutschen Bevölkerung, sich gentechnisch verändern zu lassen, indem man Gen-Injektionen „gegen Corona“ über sich ergehen lässt, ist die Skepsis in Bezug auf gentechnische Veränderungen von Nahrungsmitteln nach wie vor bedeutend.

Da bislang alle GMOs ein aufwändiges Zulassungsverfahren durchlaufen müssen (inklusive Risikoprüfung), ist dies mit Aufwand, Geld und Zeit verbunden, welches die Hersteller gerne wieder zurückgezahlt bekommen wollen.

Wenn diese aufwendig zugelassenen Produkte dann in den Regalen der Supermärkte liegen bleiben, weil durch die Kennzeichnung die Kunden „abgeschreckt“ werden, dann kann die Industrie ihre Gewinnerwartungen nicht umsetzen.

Und da heißt die Lösung: Weg mit den Zulassungsverfahren, um Geld und Zeit zu sparen. Und weg mit den Kennzeichnungen, um die Kunden nicht „abzuschrecken“.

Und da wird das Argument von den sogenannten „neuen“ Gentechniken aufgefahren, um Zulassung und Kennzeichnung zu umgehen, indem man behauptet, dass die neuen Gentechniken nichts mit Gentechnik zu tun hätten (bei den Gen-Injektionen gegen Corona wurde ja ebenfalls derartig umdefiniert, dass aus der Injektion von künstlichen Genen eine „Impfung“ wurde und man auf diese Art und Weise den Menschen eine falsche Sicherheit vorgaukelte).

In diesem Zusammenhang ist es interessant, dass es bereits ein EuGH-Urteil[2] aus dem Jahr 2018 zu dieser „neuen“ Gentechnik gibt, welches besagte, dass Pflanzen als gentechnisch verändert anzusehen sind, gleichgültig ob sie mit alten oder neuen Gentechniken verändert wurden. Das heißt für die Industrie, dass sie unter diesen Voraussetzungen Zulassungsverfahren und Kennzeichnung in Kauf nehmen muss.

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Die Lösung des Problems

Unter diesen Voraussetzungen gibt es nur eine Lösung: Die Änderung der Zulassungs- und Kennzeichnungsbedingungen und deren gesetzliche Auflagen. Laut „GM Watch“[3] hat die EU-Kommission Pläne in der Schublade, die eine komplette Deregulierung für bestimmte GMO-Pflanzen vorsehen, sehr wahrscheinlich die, die mit der „neuen“ Gentechnik verändert wurden.

Dazu werden von der Kommission „Szenarios“ durchgespielt und ausgewertet, die dann zu einer finalen Beurteilung führen sollen. Interessant ist hier, dass die Kommission Szenarios durchspielt, die genau den Vorstellungen der Firma Bayer entsprechen. Hier ein Auszug aus dem Beitrag von „GM Watch“:

„In seiner Antwort auf die öffentliche Konsultation der Kommission erklärte Bayer, es wolle einen Screening-Schritt in der Verordnung, um zu entscheiden, ob überhaupt regulatorische Schritte für GVO erforderlich sind. Laut Bayer sollte in einem ersten Schritt geprüft werden, ob die Veränderungen in der DNA denen ähneln, die durch konventionelle Züchtungsmethoden oder spontane Mutation hätten entstehen können.

Nach Ansicht von Bayer sollten „Produkte mit ähnlichen Sicherheitsprofilen“ „dann denselben vermarktungsspezifischen Vorschriften unterworfen werden“ – mit anderen Worten, es gäbe keine GVO-Vorschriften für GVO, von denen behauptet wird, dass sie ähnliche Veränderungen aufweisen, wie sie auf natürliche Weise entstanden sein könnten.“

Oder mit anderen Worten: Wenn Bayer meint, dass seine genetisch veränderten Produkte möglicherweise auch als spontane Mutationen in der Natur aufgetreten wären, dann braucht es keinen Zulassungszirkus mehr. Und wer bestimmt, welche spontanen Mutationen in der Natur zum Vorteil von Bayer auftreten? Selbstverständlich nur Bayer, damit über derartige „Erkenntnisse“ Zeit und Kosten eingespart werden.

Im nächsten Absatz erfahren wir, dass in Großbritannien ähnliche Bemühungen im Gang sind, GMOs ohne Zulassung und sonstige geschäftliche Hürden für die Hersteller umzusetzen.

Ist die neue Gentechnik keine gentechnische Veränderung?

Der große Unterschied zu den alten Techniken besteht darin, dass mit den neuen Techniken die Gene nicht im „Schrotschussverfahren“ in die DNA geschossen werden, wo sie unkontrolliert und zufällig eingeschleust werden. Bei der neuen Technik werden sogenannte „Gen-Scheren“, bestimmte Enzyme, eingesetzt, um die einzuführende DNA gezielter zu verändern.

Das hört sich viel vielversprechender an als das, was man bislang praktizierte. Nur warum kommt die Gentechnik-Lobby hier auf den Gedanken, nicht mehr von genetisch veränderten Organismen zu reden?

Bei diesem Verfahren wird auch häufig von „Gen-Editing“ gesprochen, was von der Lobby als eine Art Pendant zu natürlichen Mutationen gesehen wird. Daher wohl auch der Vorstoß von Bayer, diese künstlich herbeigeführten „natürlichen Mutationen“ des Gen-Editings als im Wesentlichen natürliches Ereignis darzustellen, wozu man keine Zulassung mehr benötigt.

Oder mit anderen Worten: Man verändert künstlich die Genetik einer Pflanze und erklärt diesen Vorgang als einen natürlichen Vorgang.

Das macht weder logisch noch wissenschaftlich noch sonst wie Sinn. Aber wenn es den Geschäftsinteressen dient, warum nicht, nicht wahr?

Begünstigt wird dieses Ansinnen dadurch, dass mit der neuen Technik des Gen-Editings es schwieriger wird, künstliche Veränderungen nachzuweisen. Bei der alten „Schrotschusstechnik“ war dies viel leichter möglich.

Während man bei der alten Technik neue Gene in einen bestehenden Genpool einbrachte, sieht es beim Gen-Editing so aus, dass nicht unbedingt neue Gene hinzugefügt werden, sondern gezielt Gene ausgetauscht oder aber Gene herausgeschnitten werden können. Das alles entspricht einer genetischen Veränderung. Für die Industrie scheint aber nur das Einbringen neuer Gene eine genetische Veränderung zu sein, Austausch und Deletionen von Genen dagegen nur Spielarten von „natürlichen Mutationen“.

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Sind genetische Veränderungen durch neue Gentechniken keine genetischen Veränderungen?

Wie sehr Austausch oder Entfernung von Gensequenzen für das Genom von Bedeutung sind, lässt sich an einem anschaulichen Beispiel erklären: Text in Textverarbeitungsprogrammen.

Ein geschriebener Text würde in diesem Beispiel dem Genom entsprechen. Mit der „Text-Schere“ kann der Autor Buchstaben oder ganze Wörter entfernen oder verändern, ähnlich wie die neue Gentechnik dies auch mit Genen und Genabschnitten tun kann.

Bei einer Entfernung von Text oder Genen/Genabschnitten entsteht in der Regel eine grundlegende Veränderung der sich daraus ergebenden Information, sowohl im Text, als auch im Genom. Beispiel:

„Ich habe keinen Hunger“

verändert zu:

„Ich habe Hunger“

Die Bedeutung der Aussage hat sich ins komplette Gegenteil verändert, nicht aber durch das Einfügen neuer Wörter, sondern durch die Entfernung eines einzelnen Worts. Und ähnliche Vorgänge gibt es auch im Bereich der Genetik, wenn Gene entfernt oder ausgetauscht werden.

Und hier entstehen dann die Probleme dieser neuen Technik. Denn diese „Gen-Scheren“ arbeiten nicht fehlerfrei. Sie können auch an DNA-Bereichen schneiden, die man nicht angesteuert hatte. Dies geschieht häufig, wenn der falsche Bereich mit der eigentlichen Zielsequenz ein gewisses Maß an Ähnlichkeit teilt.

Es kann am Zielort auch ungewollt zusätzliche DNA eingebaut werden. Hierbei handelt es sich häufig um Gensequenzen, die die Enzyme synthetisieren, die als „Gen-Schere“ aktiv werden. Wenn das passiert, hat man eine außer Kontrolle geratene „Gen-Schere“, die sich selbst ständig repliziert.

Aber selbst wenn diese Probleme nicht bestehen würden, gibt es andere Probleme, die die neue Gentechnik nicht im Griff hat. Denn eine gentechnisch „natürliche Mutation“ im Sinne von Austausch und/oder Entfernung von Genabschnitten impliziert immer Wechselwirkungen mit anderen Genen und der Gesamtheit aller Gene.

Denn Gene können stumm sein oder aber eine bestimmte Wirkung im Organismus steuern. Und dann gibt es noch die Gene, die gleich für eine ganze Reihe von verschiedenen Funktionen zuständig sind, was wissenschaftlich Pleiotropie oder Polyphänie genannt wird.

Sogar Wikipedia sieht diese Problematik:

„Polyphänie kann ein Problem bei der Erzeugung gentechnisch veränderter Organismen darstellen, denn ein Fremdgen kann unter Umständen zu dem gewünschten Merkmal noch weitere Effekte im Empfängerorganismus hervorrufen. Besonders Genmanipulation an höheren Organismen, deren Genome sehr komplex organisiert sind, kann unvorhersehbare Polyphänie-Effekte zur Folge haben.“

Fazit

Es begann mit den „Corona-Impfungen“. Es geht weiter mit anderen „genbasierten Impfungen.“ Und jetzt schwappt die „Gen-Welle“ über auf unsere Nahrungsmittel. Denn es reicht nicht, die Menschen genetisch zu verändern. Vielmehr sollten genetisch veränderte Menschen auch genetisch veränderte Nahrung zu sich nehmen. Und damit der GMO-Mensch sich nicht zu viele Gedanken macht, lassen wir einfach die Kennzeichnung weg.

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Quellen:

Dieser Beitrag wurde am 25.10.2022 erstellt.

René Gräber

René Gräber

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