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Eine neue Studie sorgt gerade für Schlagzeilen: Sucralose und Stevia veränderten Darmflora, bakterielle Stoffwechselprodukte und bestimmte Stoffwechselmarker – und einiges davon war sogar noch bei den Nachkommen nachweisbar. Ein Beweis dafür, dass Süßstoffe beim Menschen „vererbbare Stoffwechselschäden“ verursachen, ist das nicht. Harmlos finde ich die Sache dennoch ganz und gar nicht. Vor allem bei Sucralose nicht.

Bei Light-Produkten funktioniert das Marketing seit Jahrzehnten nach einem verblüffend einfachen Prinzip:

Zucker raus, Süßstoff rein = Kalorien gespart = Problem gelöst.

Nur hat unser Stoffwechsel leider die lästige Angewohnheit, sich nicht nach den Werbeabteilungen der Lebensmittelindustrie zu richten…

Und genau deshalb ist eine neue Studie aus dem Jahr 2026 interessant, die seit Ende August erneut durch die Medien geht. Forscher untersuchten, was passiert, wenn Mäuse über längere Zeit Sucralose beziehungsweise Stevia erhalten – und was anschließend bei ihren Nachkommen zu beobachten ist.

Das Ergebnis lässt sich in einem Satz zusammenfassen:

Kalorienfrei bedeutet nicht biologisch wirkungslos.

Und bei Sucralose fällt das Ergebnis deutlich unangenehmer aus als bei Stevia.

Was die Forscher tatsächlich gemacht haben

Die Studie erschien bereits im April 2026 in Frontiers in Nutrition. Untersucht wurden zunächst 47 männliche und weibliche Mäuse. Sie erhielten entweder normales Wasser, Wasser mit Sucralose oder Wasser mit Stevia.

Die Konzentration betrug jeweils 0,1 mg pro Milliliter Trinkwasser. Die Autoren schätzen daraus eine Aufnahme von ungefähr 5 bis 15 mg pro Kilogramm Körpergewicht und Tag.

Nach sechs Wochen wurden die Tiere miteinander verpaart. Anschließend untersuchten die Forscher nicht nur diese Elterngeneration, sondern auch deren Nachkommen F1 und schließlich die zweite Nachkommengeneration F2.

F1 und F2 bekamen später selbst kein mit Süßstoff versetztes Trinkwasser.

Gemessen wurden unter anderem die Glukosetoleranz, die Zusammensetzung des Darmmikrobioms, kurzkettige Fettsäuren sowie die Aktivität verschiedener Gene in Darm und Leber.

Und dann wurde es interessant

Bei der Elterngeneration waren die Veränderungen des Blutzuckers zunächst nicht besonders spektakulär. Bei den Nachkommen sah die Sache anders aus. Vor allem in der Sucralose-Gruppe zeigten männliche Tiere der ersten und zweiten Nachkommengeneration Veränderungen der Glukoseregulation. Bei den männlichen F2-Tieren lag beispielsweise der Nüchternblutzucker höher als bei den Kontrollen.

Das allein wäre noch kein Grund, die Sirenen anzuwerfen. Die Tiere entwickelten dadurch keinen nachgewiesenen Diabetes. Interessanter wird es, wenn man die übrigen Befunde dazunimmt.

Sucralose veränderte die Zusammensetzung des Darmmikrobioms deutlich stärker als Stevia. In der ersten Nachkommengeneration unterschieden sich in der Sucralose-Gruppe zahlreiche Bakteriengruppen von den Kontrollen. Selbst in der zweiten Nachkommengeneration waren noch Unterschiede nachweisbar.

Gleichzeitig sanken verschiedene kurzkettige Fettsäuren. Und genau diese Stoffe sind keineswegs irgendein bedeutungsloser Abfall aus dem Dickdarm. Acetat, Propionat und vor allem Butyrat gehören zu den wichtigsten Stoffwechselprodukten unserer Darmflora. Sie spielen unter anderem für Darmschleimhaut, Immunregulation und Stoffwechsel eine Rolle.

Mit anderen Worten: Die Mäuse hatten nicht einfach nur eine etwas „andere Darmflora“. Auch das, was diese Darmflora produzierte, hatte sich verändert.

Entzündungsgene verändert – bis in die Nachkommen

Noch interessanter wurde es bei der Genaktivität. Unter Sucralose waren im Darm unter anderem TLR4 und TNF stärker exprimiert. Beide stehen mit entzündlichen Signalwegen in Zusammenhang. Diese Veränderungen fanden sich nicht nur bei der Elterngeneration, sondern teilweise auch bei deren Nachkommen.

Auch das Gen SREBP1, das an der Stoffwechselregulation beteiligt ist, zeigte Veränderungen, die teilweise bis zur zweiten Nachkommengeneration nachweisbar waren. Bei Stevia sah man ebenfalls Veränderungen, sie waren jedoch insgesamt schwächer und weniger dauerhaft.

Das ist für mich einer der entscheidenden Punkte dieser Arbeit: Sucralose zeigte über mehrere untersuchte Ebenen hinweg die deutlich hartnäckigeren Effekte.

Aber Moment: Sind die Schäden nun wirklich „vererbbar“?

„Süßstoffe schädigen Ihre Enkel.“ — könnte eine plakative Schlagzeile sein.

Aber die Kausalität stimmt so nicht wirklich. Denn wenn eine trächtige Maus einen Stoff bekommt, wird nicht nur die Mutter exponiert. Auch der Embryo ist betroffen – und im Embryo entstehen bereits jene Keimzellen, aus denen später wiederum die nächste Generation hervorgehen kann.

Deshalb ist F2 bei einer solchen Versuchsanordnung nicht automatisch der Beweis einer echten transgenerationalen Vererbung. Dafür müsste man unter diesen Bedingungen noch weiter bis zur F3-Generation schauen und vor allem die Mechanismen genauer untersuchen.

Hinzu kommt: Mikrobiomveränderungen können bei Geburt, Säugezeit und engem Kontakt von Mutter auf Nachwuchs übertragen werden. Man braucht also nicht einmal zwingend eine Veränderung der DNA, um einen biologischen Effekt in der folgenden Generation zu sehen.

Ich würde aber sicher behaupten wollen: Einen „generationenübergreifenden Effekt“ haben wir…

Aber die eigentliche Frage lautet doch (auch noch):

Warum hinterlässt ein angeblich so wunderbar unproblematischer Zuckerersatz überhaupt derartige Spuren?

Sucralose: Ich halte davon NULL

Wer meine Beiträge seit längerem liest, kennt meine Position. Von Sucralose halte ich NULL. Und diese Studie macht meine Begeisterung dafür nicht größer.

Ich habe bereits ausführlich über die Gefahren und möglichen Nebenwirkungen von Sucralose berichtet. Ebenso habe ich mich grundsätzlich mit den bittersüßen Nebenwirkungen der Süßstoffe beschäftigt.

Warum bin ich bei Sucralose so deutlich? Nicht deshalb, weil nach einem Schluck Light-Limonade jemand tot umfällt. Das ist nicht die wirkliche Frage.

Die Frage ist, welchen vernünftigen Grund es gibt, einen Stoff regelmäßig zu konsumieren, der keinerlei ernährungsphysiologischen Nutzen besitzt, dessen Wechselwirkungen mit Mikrobiom und Stoffwechsel zunehmend komplizierter erscheinen und bei dem inzwischen sogar die europäischen Behörden beim Erhitzen offene Fragen sehen.

Und nur zur Erinnerung: Sucralose wird in Fertigprodukten, Proteinpulvern, Getränken, „Fitness“-Produkten, Süßigkeiten, Soßen und zahllosen angeblich gesundheitsbewussten Lebensmitteln eingesetzt. Der Verbraucher bekommt ein Produkt mit dem Etikett „zuckerfrei“ und soll daraus gedanklich gleich „gesund“ machen. Guter Trick. Nur klappen muss er. Leider tut das Trick bei den meisten Konsumenten…

Wenn Sie wissen möchten, bei welchen Lebensmitteln sich der vermeintlich „gesunde Ersatz“ bei genauerem Hinsehen als ziemlich schlechte Idee entpuppt, dann tragen Sie sich auch in meinen Ernährungs-Newsletter ein. Dort zeige ich unter anderem drei Lebensmittel, die ich in meiner Praxis besonders kritisch sehe:

Und was ist mit Stevia?

Stevia würde ich ausdrücklich nicht einfach zusammen mit Sucralose in einen Topf werfen. Darüber habe ich bereits vor Jahren in meinem Beitrag „Stevia – die Zucker-Alternative?“ geschrieben.

Schon damals war mein Einwand: Zwischen einer Stevia-Pflanze und hochgereinigten, industriell isolierten Steviolglycosiden besteht ein Unterschied. In der neuen Mäusestudie zeigte auch die Stevia-Gruppe Veränderungen. Beispielsweise war bei weiblichen Tieren der zweiten Nachkommengeneration der Nüchternblutzucker erhöht. Auch bei den kurzkettigen Fettsäuren gab es Auffälligkeiten.

Die Effekte auf Darmflora und Genaktivität waren jedoch insgesamt weniger ausgeprägt als unter Sucralose. Die entzündungsbezogenen Genveränderungen normalisierten sich bei Stevia in der zweiten Generation wieder.

Deshalb wäre die Schlagzeile „Stevia genauso gefährlich wie Sucralose“ aus meiner Sicht durch diese Arbeit überhaupt nicht gerechtfertigt.

Das bedeutet umgekehrt aber auch nicht, dass jedes beliebige hochkonzentrierte Stevia-Produkt automatisch gesund ist, nur weil die Ausgangspflanze aus Südamerika stammt. „Natürlich“ ist auch kein Freibrief, aber „synthetisch und kalorienfrei“ eben genauso wenig.

Auch die Dosierungsangabe der Studie hat einen Haken

Ein Punkt hat mich bei der Arbeit besonders stutzig gemacht. Die Autoren schreiben, ihre Dosierung entspreche ungefähr dem von der US-amerikanischen FDA festgelegten ADI für Sucralose von 15 mg pro Kilogramm Körpergewicht.

Das stimmt so nicht – jedenfalls wenn ich das richtig verstanden habe. Die FDA nennt für Sucralose 5 mg pro Kilogramm Körpergewicht und Tag. 15 mg/kg ist der europäische ADI der EFSA.

Bei Steviolglycosiden wiederum liegt der ADI bei 4 mg/kg – allerdings ausgedrückt als Steviol-Äquivalente. Das ist chemisch nicht einfach dasselbe wie irgendeine nicht näher charakterisierte Menge eines als „Stevia“ bezeichneten Produktes.

Und jetzt wird es für den Menschen interessant

Der übliche Einwand lautet natürlich: „Das sind doch nur Mäuse.“ Ja… schon. Deshalb darf man aus dieser Arbeit keine menschlichen Diabetesfälle, Fehlbildungen oder vererbten Krankheiten konstruieren. Nur ist die Mausarbeit eben nicht der einzige Hinweis darauf, dass Süßstoffe biologisch mehr tun können als nur süß zu schmecken.

Bereits 2022 erschien eine randomisierte kontrollierte Studie mit 120 gesunden Erwachsenen. Die Teilnehmer erhielten zwei Wochen lang Saccharin, Sucralose, Aspartam oder Stevia – und zwar in Mengen unterhalb der jeweils erlaubten täglichen Aufnahmemengen.

Das bemerkenswerte Ergebnis: Alle untersuchten Süßstoffe veränderten auf unterschiedliche Weise das Darm- und Mundmikrobiom sowie Teile des Stoffwechsels.

Bei Saccharin und Sucralose verschlechterte sich zusätzlich auf Gruppenebene die Reaktion auf Glukose. Auch das bedeutet nicht, dass jeder Sucralose-Konsument Diabetes bekommt. Es bedeutet aber sehr wohl, dass man den alten Satz „Süßstoffe gehen praktisch unverändert durch den Körper und sind metabolisch bedeutungslos“ so langsam in Rente schicken darf.

Selbst die WHO empfiehlt Süßstoffe nicht mehr zum Abnehmen

Interessant ist in diesem Zusammenhang auch, dass selbst die Weltgesundheitsorganisation inzwischen davon abrät, nichtkalorische Süßstoffe zur langfristigen Gewichtskontrolle einzusetzen. Ja… ich weiß… die WHO. Aber viele glauben alles was von der WHO kommt.

Also: die WHO verweist darauf, dass sich daraus langfristig kein überzeugender Vorteil für die Gewichtskontrolle ergibt und Beobachtungsdaten sogar Zusammenhänge mit Typ-2-Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und erhöhter Sterblichkeit zeigen. Wichtig: Die WHO bezeichnet diese Empfehlung ausdrücklich als bedingt. Sie ist auch keine toxikologische Neubewertung der einzelnen Süßstoffe.

Die EFSA hält Sucralose weiter für sicher – mit einem bemerkenswerten „Aber“

Der Vollständigkeit halber: Die europäische Lebensmittelbehörde EFSA hat Sucralose Anfang 2026 erneut bewertet und den bisherigen ADI von 15 mg/kg Körpergewicht bestätigt. Nach ihrer Bewertung liegen die üblichen Aufnahmemengen in Europa darunter. Damit könnte man die Sache eigentlich für erledigt erklären.

Eigentlich… Denn im selben Gutachten räumt die EFSA ein, dass beim längeren Erhitzen von Sucralose Unsicherheiten bestehen. Konkret geht es um mögliche chlorhaltige Reaktions- beziehungsweise Abbauprodukte. Und die Behörde schreibt ausdrücklich, dass diese Unsicherheit auch beim Backen und Braten im Haushalt gilt. Aha! Das finde ich zumindest bemerkenswert für einen Stoff, der jahrelang gerade auch als Zuckerersatz zum Kochen und Backen angepriesen wurde.

Das eigentliche Problem: Wir wollen den süßen Geschmack nicht aufgeben

Und damit komme ich zu dem Punkt, der in fast allen Süßstoffdiskussionen verloren geht. Wir versuchen ständig, Zucker durch etwas anderes zu ersetzen, ohne unser Bedürfnis nach extremer Süße zu verändern.

Zucker raus –> Aspartam rein.

Aspartam raus –> Sucralose rein.

Sucralose raus –> Steviolglycoside rein.

Dann vielleicht Erythrit, Xylit oder der nächste Stoff, der gerade durch die Marketingabteilung geschoben wird?

Ich halte das langfristig für den falschen Ansatz. Wer seine Ernährung wirklich verändern möchte, sollte nicht nur die Kalorienquelle austauschen. Man sollte sich wieder an weniger Süße gewöhnen. Das dauert einige Wochen. Danach schmecken viele Produkte, die vorher vollkommen normal erschienen, plötzlich geradezu absurd süß.

Mein Fazit

Klar scheint zu sein: Eine längerfristige Süßstoffaufnahme kann offenbar biologische Veränderungen anstoßen, die nicht zwingend mit dem letzten Schluck des süßen Getränks verschwinden.

Bei den Mäusen betraf das Darmflora, kurzkettige Fettsäuren, bestimmte Entzündungs- und Stoffwechselgene sowie Teile der Glukoseregulation. Und manche Effekte waren noch in nachfolgenden Generationen messbar. Sucralose fiel dabei deutlich negativer auf als Stevia.

Für mich ändert die Studie deshalb weniger meine Meinung als vielmehr die Zahl der Fragezeichen hinter einem Stoff, von dem ich ohnehin nichts halte.

Sucralose? Für mich weiterhin: NULL.

Und wer seinen Zuckerkonsum reduzieren will, sollte meiner Ansicht nach nicht nach dem nächsten 600-mal süßeren Ersatzstoff suchen.

Die bessere Lösung ist wesentlich unspektakulärer:

Weniger süß essen.

Das bekommt zwar keine bunte „Zero“-Aufschrift.

Aber unser Stoffwechsel könnte durchaus etwas damit anfangen.

Gerade bei Ernährung, Zusatzstoffen und angeblich „gesunden“ Ersatzprodukten lohnt es sich, genauer hinzusehen. Wenn Sie solche Studien und Entwicklungen ohne Werbeprospekt und ohne tägliches Gesundheitsblabla verfolgen möchten, dann empfehle ich Ihnen meinen kostenlosen Praxis-Newsletter „Unabhängig. Natürlich. Klare Kante.“:

 

Die Illusion ist perfekt: süß genießen, ohne Reue. Kein Zucker, keine Kalorien – was soll da schon passieren? Genau das fragen sich Millionen, die jeden Tag Light-Produkte, „Zero“-Limonaden oder Diätpuddings konsumieren. Die Antwort: eine ganze Menge – nur nichts Gutes. Denn was als raffinierte Alternative zum Zucker verkauft wird, entpuppt sich immer mehr als tickende Zeitbombe für Stoffwechsel und Gefäße.

Ich habe in meiner Praxis unzählige Menschen erlebt, die verzweifelt „gesünder süßen“ wollten – und sich unbewusst in ein anderes Problem manövrierten: chronisch erhöhte Insulinspiegel, Entzündungen, Arteriosklerose. Die neueste Studie aus Cell Metabolism bestätigt nun genau das: Aspartam – einer der am häufigsten eingesetzten Süßstoffe – kann Entzündungen in den Arterien anfeuern und damit Herz-Kreislauf-Erkrankungen fördern.

Für mich ist das keine Überraschung. Der Körper lässt sich nicht täuschen – auch nicht von chemischen Molekülen, die Zucker nur imitieren. Er reagiert, als wäre Zucker da. Und diese Reaktion kann gefährlich werden.

Ich hatte in den letzten 20 Jahren auch bereits mehrfach dazu berichtet:

Jetzt also wieder mal was Neues!

In folgenden Beitrag geht es deshalb nicht nur um biochemische Details, sondern auch um die praktische Konsequenz: Wie man sich vor dieser Süßstoff-Falle schützt, was die Forschung tatsächlich zeigt – und welche naturheilkundlichen Wege sinnvoll sind, um den Stoffwechsel zu regulieren und Entzündungen zu bremsen: durch Ernährung, Bitterstoffe, Heilpflanzen und Mikronährstoffe, die wirken, statt zu täuschen.

Bahnbrechende Studie: Aspartam verschlimmert Arteriosklerose

Die Meldung klingt trocken, die Tragweite ist enorm: Forscher der Universität Shenzhen konnten erstmals zeigen, dass Aspartam selbst entzündliche Prozesse in den Blutgefäßen auslöst. Ich erlebe seit Jahren, dass viele meiner Patienten zu Süßstoffen greifen, um „Kalorien zu sparen“ – und sich wundern, warum ihre Blutwerte, ihr Blutdruck oder ihre Gefäße trotzdem Probleme machen. Jetzt liefert die Forschung eine mögliche Erklärung.

In Tierversuchen führte Aspartam innerhalb weniger Wochen zu messbaren Plaques in den Arterien, verbunden mit erhöhtem Insulin und massiven Entzündungswerten. Besonders auffällig: Schon kleine Mengen, vergleichbar mit dem Konsum von zwei bis drei Dosen Diätlimonade pro Tag, reichten aus, um diese Effekte auszulösen. Genau hier liegt das Problem: Der Körper reagiert nicht auf Kalorien, sondern auf Signale – und das Signal „süß“ reicht offenbar, um den Stoffwechsel aus dem Takt zu bringen.[8][9]

Wo künstliche Süßstoffe überall lauern

Künstliche Süßstoffe werden häufig in Backwaren, Erfrischungsgetränken, Süßigkeiten, Puddings, Konserven, Marmeladen, Milchprodukten und vielen anderen Lebensmitteln verwendet – besonders in solchen, die als „zuckerfrei“ oder „Diätprodukte“ vermarktet werden.

Sechs künstliche Süßstoffe wurden von der amerikanischen FDA zugelassen: Aspartam, Saccharin, Acesulfam-Kalium, Sucralose, Neotam und Advantam. Sie verstecken sich nicht nur in süßen Produkten, sondern auch in herzhaften Fertiggerichten, Ketchups, Saucen und sogar Brot.

Auch in Europa (und damit selbstverständlich im deutschsprachigen Raum) sind Süßstoffe überall drin. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat derzeit elf zugelassene Süßstoffe, darunter sechs synthetisch hergestellte („künstliche“) und fünf weiteren nicht-synthetischen Ursprunges.

Zu den künstlichen Süßstoffen zählen: Aspartam (E951), Acesulfam-K (E950), Saccharin (E954), Sucralose (E955), Cyclamat (E952), Neotam (E961) und Advantam (E969). Diese Substanzen werden chemisch hergestellt und gehören damit (wie in den USA) zur Kategorie der high-intensity artificial sweeteners. Sie sind zwischen 30- und 13 000-mal süßer als Zucker und werden in der EU mit einem sogenannten ADI-Wert („Acceptable Daily Intake“) reguliert.

Nicht als künstlich, sondern als natürlich oder halbsynthetisch gelten: Steviolglycoside (E960), Thaumatin (E957), Aspartam-Acesulfam-Salz (E962) und Neohesperidin-DC (E959). Diese werden zwar ebenfalls industriell verarbeitet, basieren aber auf pflanzlichen oder natürlichen Ausgangsstoffen.

In der Praxis bedeutet das: Die meisten „Light“- und „Zero“-Produkte enthalten eine Mischung aus mehreren künstlichen Süßstoffen, um Geschmack und Mundgefühl zu optimieren. Typisch sind Kombinationen aus Acesulfam-K und Aspartam oder Sucralose und Cyclamat – also genau jene Stoffe, die in der aktuellen Forschung zunehmend kritisch bewertet werden. Und ich will hier gleich ergänzen: ich würde die noch nicht einmal mit der Kneifzange anpacken!

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Der Problemfall Aspartam

Aspartam (E951) gehört auch in Europa zu den am häufigsten eingesetzten Süßstoffen. Es ist etwa 200-mal süßer als Zucker, liefert theoretisch Kalorien, wird aber in so minimalen Mengen verwendet, dass diese praktisch keine Rolle spielen.

In der Lebensmittelindustrie findet man Aspartam in zahllosen Produkten – von Diätlimonaden über Kaugummis, Desserts und Milchprodukte bis hin zu Vitaminpräparaten und Medikamenten. Besonders häufig wird es in Kombination mit Acesulfam-K eingesetzt, um Geschmack und Stabilität zu verbessern.

Süßstoffe lösen gefährliche Insulinspitzen aus?

Die neue Studie untersuchte die Wirkung von Aspartam an Mäusen und fand heraus, dass es Insulinspitzen auslöst, die zur Bildung von Fettablagerungen in den Arterien führen. Die Forscher fütterten Mäuse 12 Wochen lang täglich mit Nahrung, die 0,15% Aspartam enthielt – das entspricht dem Konsum von drei Dosen „Diät-Limonade“ pro Tag beim Menschen.[10]

Vergleichsgruppen zeigen dramatische Unterschiede

Die Wissenschaftler verglichen drei Gruppen:

  • Aspartam-Gruppe: 0,15% Aspartam täglich
  • Kontrollgruppe: Keine Süßstoffe
  • Zucker-Gruppe: 15% Saccharose (Haushaltszucker)

Die Ergebnisse waren erschreckend: Aspartam-gefütterte Mäuse entwickelten größere und fetthaltigere Plaques in ihren Arterien sowie höhere Entzündungswerte – beides Kennzeichen einer beeinträchtigten Herz-Kreislauf-Gesundheit. Bei der Analyse des Blutes fanden die Forscher einen Anstieg der Insulinwerte nach Aspartam-Konsum.[11]

Der gefährliche Mechanismus: Wie Aspartam die Arterien schädigt

Süßstoff täuscht die Geschmacksrezeptoren

Das Forschungsteam stellte fest, dass Mund, Darm und andere Gewebe mit Süße-erkennenden Rezeptoren ausgestattet sind, die die Insulinausschüttung steuern. Aspartam, das 200-mal süßer als Zucker ist, scheint diese Rezeptoren zu täuschen und eine deutlich höhere Insulinausschüttung auszulösen.[11]

Chronisch erhöhte Insulinwerte

Besonders bedenklich: Nicht nur direkt nach dem Aspartam-Konsum stiegen die Insulinwerte – Mäuse auf der Aspartam-Diät hatten dauerhaft hohe Insulinspiegel. Dies deutet darauf hin, dass langfristiger Konsum zu Insulinresistenz führen kann, was das Risiko für Typ-2-Diabetes stark erhöht.[10]

Entzündungskaskade in den Blutgefäßen

Die Studie entdeckte einen bisher unbekannten Mechanismus: Das Chemokin CX3CL1 war das am stärksten hochregulierte Gen in den insulin-stimulierten arteriellen Endothelzellen.[8] [12] Insulin wirkt auf verschiedene Zelltypen (!), darunter Muskelzellen, Fettgewebe, Leber, Gehirn und die die Blutgefäße auskleidenden Endothelzellen.

Der CX3CL1-Signalweg als Schlüssel

Dr. Yi vom Forschungsteam erklärte gegenüber Medical News Today: „Diese Studie liefert überzeugende Beweise dafür, dass der Konsum von Aspartam über einen insulinvermittelten Entzündungsweg mit einem erhöhten Risiko für Arteriosklerose in Zusammenhang steht.“[10]

Der Schlüssel liegt in der Produktion von CX3CL1, einem Molekül, das die Anhaftung von Immunzellen an Arterienwänden erleichtert. Dieser Prozess löst eine Kettenreaktion aus, bei der sich Monozyten und Makrophagen in der Gefäßwand ansammeln und chronische Entzündungen sowie Arteriosklerose fördern.[9]

Zeitlicher Verlauf der Gefäßschäden

Die Studie dokumentierte die schrittweise Entwicklung der Arterienschäden:

  • Nach 4 Wochen: Erste atherosklerotische Plaques in Aspartam-Mäusen
  • Nach 8-12 Wochen: Deutliche Zunahme der Plaques
  • Zucker-Gruppe: Plaques entstanden erst nach 12 Wochen, obwohl diese Mäuse an Gewicht zunahmen

Besonders aufschlussreich: Als die Forscher CX3CL1-Rezeptoren in bestimmten Immunzellen eliminierten, blieb die schädliche Plaque-Bildung vollständig aus.[8][12]

Experten-Einschätzungen zur Studie

Die Studie legt nahe, dass künstliche Süßstoffe nicht metabolisch inert sind und tiefgreifende Auswirkungen auf die Insulinregulation und Entzündung haben können. Ein ausgewogener Ansatz – mit Fokus auf Vollwertkost und Minimierung künstlicher Zusätze – scheint vernünftig zu sein.[10]

Dr. Christopher Yi, ein Gefäßchirurg, der nicht an der Studie beteiligt war, kommentierte: „Angesichts der Studienergebnisse könnte es ratsam sein, dass Personen – besonders solche mit Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Insulinresistenz – den Konsum künstlicher Süßstoffe einschränken.“[10]

Andere „Experten“ mahnen zur Vorsicht bei der Übertragung auf den Menschen: „Diese Befunde müssen beim Menschen reproduziert werden, bevor sie ernst genommen werden können. Dennoch unterstreichen die Ergebnisse die Wichtigkeit weiterer Forschung.“[13]

War ja klar… Solche Sätze fallen bei jeder neuen Studie, sobald es unangenehm wird: „Diese Ergebnisse müssen erst am Menschen bestätigt werden BLABLABLA.“ Dabei reden wir längst nicht mehr von Einzelfällen. Über Jahre haben sich Hinweise aus Tier-, Zell- und Humanstudien aufaddiert – alle in dieselbe Richtung: Künstliche Süßstoffe verändern den Stoffwechsel, fördern Entzündungen, beeinflussen die Darmflora und können Gefäße schädigen.

Ich habe in der Praxis mehr als genug Patienten gesehen, deren Blutzuckerwerte, Insulin, Appetitregulation oder Blutdruck sich erst besserten, nachdem sie die Süßstoffe weggelassen haben. Ich meide das Zeug wie die Pest – und rate jedem, der gesund bleiben will, dasselbe zu tun.

Fazit: Süßstoffe verschlimmern genau das, was sie verhindern sollen

Kalorieneinsparung durch Süßstoffe bewirkt genau das, was man durch Zuckervermeidung verhindern will: Entwicklung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und anderen chronischen Leiden. Der entscheidende Unterschied: Bei Glukose sinkt der Insulinspiegel, wenn der Glukosespiegel sinkt. Bei Süßstoffen scheint der erhöhte Insulinspiegel ein dauerhafter Effekt zu sein – mit allen fatalen Konsequenzen für die Gesundheit der Blutgefäße. [12]

Süßstoffe sind kein Ausweg, sondern ein Umweg – und zwar einer, der gefährlich werden kann. Was als kalorienfreie Lösung verkauft wird, führt am Ende zu genau jenen Prozessen, die man eigentlich verhindern will: chronische Entzündung, Insulinentgleisung, Gefäßschäden.

Der Körper lässt sich nicht täuschen. Er reagiert auf Reize, nicht auf Werbeslogans. Und wenn ein Molekül die Süßrezeptoren stimuliert, ohne Energie zu liefern, gerät das fein abgestimmte System aus dem Gleichgewicht. Die Folge: Der Stoffwechsel arbeitet gegen uns, statt für uns.

Wer wirklich etwas für seine Gefäße, seinen Blutzucker und sein Gewicht tun will, braucht keine künstliche Chemie, sondern natürliche Regulation – durch Ernährung, Bewegung, Bitterstoffe und Stoffwechselruhephasen wie das Fasten. Das funktioniert. Der Rest ist reines Marketing!

Zum Weierlesen:

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Quellenverzeichnis:

Lassen Sie mich gleich zu Beginn sagen: Die Datenlage, beziehungsweise die Studienlage zum Süßstoff Aspartam ist schwierig, weil die vielen Arbeiten zur Sicherheit des Süßstoffes zu widersprüchlichen Ergebnissen kommen.

Bedenklich ist aber, dass es ernst zu nehmende Hinweise darauf gibt, das Aspartam krebserregend ist und das Zentral-Nerven-System schädigt.

Die Beeinträchtigung des Gehirnstoffwechsels kann Verhaltensstörungen, Multiple Sklerose, Spina bifida (Fehlbildung des Rückenmarks) und Autismus verursachen.

Daneben steht Aspartam im Verdacht, für Frühgeburten und die Entstehung von Systemischem Lupus erythematodes verantwortlich zu sein (Quelle: naturalsociety).

Also schauen wir mal ein paar Fakten an.

Zuerst ein paar physiologische Sachen…

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?Eine Leser stellte mir folgende Frage:

Ich bin auf Ihrer Seite:
https://www.gesund-heilfasten.de/Candida_Anti_Pilz_Diaet.html

darüber gestolpert, dass sie der Meinung sind, Pilze können sich von Xylit ernähren. Ich habe eine komplett gegenteilige Erfahrung gemacht. Xylit scheint leicht antimykotisch zu sein.
Allein wenn man versucht mit Xylit einen Hefeteig anzusetzen, scheint man damit eher die Hefe zu töten.

Vielleicht sollten Sie sich auch mal damit befassen. Ist evtl sogar hilfreich gegen Candida. Mir war so als hätte ich irgendwann eine Studie bzgl. Mundsor dazu gelesen. Weiterlesen

Mit fast allen Patienten spreche ich über Ihre Ernährung. Es gibt für mich kein Symptombild und Krankheit, die nicht auch weitläufig durch eine bessere oder „vernünftigere“ Ernährung beeinflusst werden könnte.

Getreu meinem Naturheilkunde-Vorbild Sebastian Kneipp gebrauche ich dabei zum Teil auch deftige Worte…

Einem Landwirt musste ich vor ein paar Jahren auch schon mal die Meinung sagen: „Die Fresserei hört jetzt auf!“ – waren meine deutlichen Worte, an die ich mich heute noch erinnern kann.

Mit Drohungen und Verboten ist es aber nicht getan. Man muss den Patienten schon Alternativen anbieten. Weiterlesen