Das Problem: Darm-Polypen verursachen oft überhaupt keine Symptome. In manchen Fällen sind sie verantwortlich für kleinere oder größere Mengen von Blut im Stuhl oder auch für einen „schleimigen“ Ausfluss aus dem After.

Da dies oft völlig ohne erkennbare Erscheinungen ablaufen kann, entdeckt der Arzt Polypen oft erst während eines oder mehrerer der folgenden Screeningtests.

  • Test auf okkultes (verstecktes) Blut im Stuhl – Bei diesem Test untersucht der Arzt eine Stuhlprobe auf Blut. Allerdings eignet sich diese Methode nicht immer zum Aufspüren von Polypen, da diese meist überhaupt nicht oder nur zeitweise bluten.
  • Flexible Sigmoidoskopie – Bei dieser Untersuchung benutzt der Arzt ein langes, schlankes faseroptisches Schlauchsystem, um Bilder von Ihrem Enddarms (Rektum) und den letzten 60 cm Ihres Dickdarms zu bekommen. Beinahe die Hälfte der Dick- und Enddarmkrebsformen wird in diesem Darmabschnitt identifiziert. Diese Untersuchung dauert normalerweise nur wenige Minuten.
  • Koloskopie – Bei dieser Methode wird ein ähnliches Gerät wie das flexible Sigmoidoskop verwendet, jedoch länger. Damit bekommt der Arzt ein Bild des Dick- und Enddarms in seiner gesamten Ausdehnung. Die Koloskopie weist auf eine verlässliche Weise Dickdarmpolypen und Dick- und Enddarmkrebs nach. Sie ist etwa eine halbe Stunde lang. Die Patienten können bei der oft nicht besonders angenehmen Untersuchung vor der Untersuchung ein leichtes Beruhigungsmittel verabreicht bekommen.

In Erprobung sind derzeit neue Techniken zur Früherkennung von Dick- und Enddarmkrebs. Darunter sind auch Untersuchungsmethoden als Screeningtests, die sich von der konventionellen Koloskopie unterscheiden: zum Beispiel eine Koloskopie, die mit Hilfe eines Computertomogramms Bilder liefert (virtuelle Endoskopie) oder Tests zum Nachweis einer abnormalen DNS im Stuhl.

Nachweis von DNS-Veränderung im Stuhl

Beide Methoden werden in ausgewählten medizinischen Zentren in den USA und Deutschland (zum Beispiel an der Universität Berlin) den herkömmlichen Untersuchungsmethoden gegenübergestellt. Diese Tests mögen das Dick- und Enddarmkrebsscreening für den Patienten wahrscheinlich sicherer, angenehmer und weniger invasiv machen, doch dabei sind Ärzte nicht in der Lage, Polypen zu entfernen oder Gewebeproben zu entnehmen, die Koloskopie hingegen erlaubt dies.

Mehr zu dem Thema lesen Sie im Artikel: Polypen im Darm

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Grundsätzlich werden die Polypen im Darm bei Erwachsenen folgendermaßen klassifiziert:

Hyperplastischer Polyp

Der hyperplastische Polyp ist der meist verbreitete Polyp im Darm. Im Allgemeinen sind hyperplastische Polypen klein. Sie messen weniger als 0,6 cm Durchmesser und stellen kein besonderes Gesundheitsrisiko dar. Wenn sie allerdings größer als 1,3 cm im Durchmesser werden, sollten sie operiert werden. Durch weitere Untersuchungen sollte sichergestellt werden, ob sie bösartig sind oder ob sie sich in einem Krebsanfangsstadium befinden.

Adenomatöser Polyp (von Drüsengewebe gebildeter Polyp)

Auch diese Art von Polyp im Darm ist weit verbreitet und kommt mit zunehmendem Alter häufiger vor. Unter dem Mikroskop lassen sich 3 Arten von adenomatösen Polypen unterscheiden: die tubulären röhrenförmigen, villösen (zottigen) und tubulovillösen Adenome. Am häufigsten treten tubuläre Adenome auf. Sie sind generell kleiner als die weniger verbreiteten villösen Adenome.

Von den oft größeren villösen Adenomen haben mehr als die Hälfte einen Durchmesser von 2,5 cm. Bei den tubulovillösen Adenome lassen sich charakteristische Eigenschaften von sowohl den tubulären als auch den villösen Adenome erkennen. Adenomatöse Polypen können mit zunehmender Größe bösartig werden. Auch vermehrt auftretende villöse Eigenschaften erhöhen das Risiko, zu entarten.

Entzündlicher Polyp

Dieser Typ wird auch „Pseudopolyp“ genannt. Man nimmt an, dass er nach Verletzung und Entzündung der Darmschleimhaut entsteht. Nach einer geschwürigen Colitis (Darmschleimhautentzündung), zum Beispiel. Polypen diesen Typs sind nicht sehr häufig und meist nicht so ausschlaggebend für Krebsentstehung wie die anderen beiden.

Mehr zu dem Thema lesen Sie im Artikel: Polypen im Darm

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Abb1: Grafische Darstellung einers Polypen im Darm
Bildnachweis: Fotolia.com – C. Sebastian Kaulitzki

„Auch große Probleme fangen einmal klein an…“ – zur Geltung kommt diese Redensart besonders bei Darmpolypen, die sich in den Schleimhäuten von Dickdarm oder Enddarm bilden können.

Dickdarmpolypen fangen klein an und sind für gewöhnlich keine Quelle von Symptomen. In einigen Fällen bleiben sie auch klein und die Betroffenen verspüren keine erwähnenswerten Probleme. In anderen Fällen können sie im Verlauf der Zeit wachsen und zu Dickdarm oder Enddarmkrebs mutieren.

Die frühzeitige Erkennung eines Polyp im Darm ist entscheidend

Die Schleimhaut im Dick- und Enddarm ist normalerweise frei von Ausstülpungen oder Behinderungen, sodass der verdaute Nahrungsbrei ungehindert durchkommt. Es können sich jedoch bei einigen Menschen Polypen bilden. Das sind kleine Wucherungen, die aus der Darmschleimhaut heraus, in den Darmkanal hineinwachsen, durch den die unverdaulichen Nahrungsreste transportiert werden.

Polypen sind entweder flach und ausgedehnt, mit einem breiten Unterbau (sessile oder festgewachsene Polypen) oder sehen aus wie herunter hängende Tropfen (gestielte Polypen).

Das Risiko, Polypen zu entwickeln steigt mit dem Alter. Vier von zehn Menschen, im Alter von 60 Jahren oder mehr, haben bereits einen Polypen oder werden einen bilden; die meisten Betroffenen haben gleichzeitig mehrere. Um nebenbei zu erwähnen: die meisten Polypen werden nicht bösartig (maligne), wenn auch einige mutieren können. Je kleiner der Polyp ist, desto unwahrscheinlicher ist es, dass er sich zu Krebs entwickelt.

Bei einigen Menschen werden die Polypen über eine Erbkrankheit, die familiäre adenomatöse Polyposis (FAP), verursacht. Dieser Defekt besteht darin, dass im gesamten Verlauf des Dickdarms zahlreiche (100 oder zuweilen 1.000) Polypen auftreten.

Menschen mit dieser vererbbaren Störung erkranken bis zu einem Alter von 40 Jahren zu fast 100 Prozent an Dick- oder Enddarmkrebs. Um der Entstehung von Krebs in solchen Fällen vorzubeugen, kann auf ärztliche Empfehlung, der gesamte Dickdarm entfernt werden.

Faktoren, die das Risiko für Polypen im Darm erhöhen

  • Fälle von Dick- und Enddarmkrebs oder Polypen in der Familie
  • Eine persönliche Krankenvorgeschichte bezüglich Polypen oder entzündlicher Darmerkrankungen
  • Rauchen, wenn auch nicht zur Zeit der Anfälligkeit für diese Art von Erkrankung
  • Zwei oder mehr alkoholische Getränke pro Tag
  • Eine Diät mit einem hohen Anteil an tierischem Fett (siehe auch Kapitel: Diäten-Test)
  • Übergewicht oder Fettleibigkeit (mehr dazu: Ursachen von Übergewicht und Folgen von Übergewicht)

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Faktoren, die das Risiko für Darm-Polypen verringern

Die Ergebnisse einiger Studien lassen schließen, dass folgende Faktoren das Risiko, Dickdarmpolypen zu entwickeln, reduzieren können:

  • Verzicht auf das Rauchen und Einschränkung des Alkoholkonsums
  • Regelmäßiger Sport
  • Die Einnahme von Nahrungsmittelergänzung auf Kalziumbasis
  • Die Einnahme von Acetylsalicylsäure, z. B. Aspirin®, oder ähnlichen antientzündlichen Medikamenten

Die Polypen im Darm können in verschiedene Arten klassifiziert werden. Mehr dazu im Artikel: Arten von Polypen

Mehr zur Diagnose und Symptomen von Polypen im Darm lesen Sie hier.

Was sind die Konsequenzen von Tumorzellen im Polyp?

Wenn bei einer Koloskopie zum Beispiel ein Polyp festgestellt wird, so wird er für gewöhnlich direkt entfernt. Dazu muss ein dünner Draht durch einen Kanal im Koloskop geschoben, die Schlinge um den Polypen gelegt und dann abgetrennt werden. Sowohl sessile als auch gestielte Polypen können auf diese Weise unschädlich gemacht werden.

Danach kann der Polyp unter dem Mikroskop genauer untersucht werden, um eine exakte Zuordnung treffen zu können. Polypen sind weitaus häufiger gutartig (benigne) als bösartig (maligne). Bei gutartigen Polypen wird der Arzt Ihnen regelmäßige Dickdarmuntersuchungen dazu raten, neu entstandene Polypen früh genug zu entdecken und zu entfernen.

Wenn ein Polyp im Darm nur wenige mikroskopisch kleine mutierte Krebszellen enthält, kann ein Eingriff per Koloskopie erfolgreich durchgeführt werden. Wenn der Arzt Bedenken hat, ob es bei dem Krebs über den Polypen hinaus zur Metastase (weitere Verbreitung) gekommen ist, kann er zu weiteren Behandlungen ggf. zu einer Operation raten. Dabei wird der Darmbereich, aus dem der oder die Polypen im Darm abgetragen wurden, zusammen mit den umgebenden Gewebe und den Lymphknoten entfernt.

Spätestens die Diagnose „Darmpolypen“ sollte Ihnen zum Anlass dienen, Ihr bisheriges Verhalten und Lebensweise zu überdenken: besonders Ihre Ernährung und Ihr Bewegungsverhalten (siehe Risikofaktoren oben).

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Beitragsbild: fotolia.com – Tonpor Kasa

Eine Bestrahlung im Bauch- oder Beckenbereich kann den Darm erheblich belasten. Manche Patienten bekommen bereits während der Strahlentherapie Durchfälle, Bauchkrämpfe oder einen kaum kontrollierbaren Stuhldrang. Bei anderen treten die Beschwerden erst Monate oder sogar Jahre später auf: Blut oder Schleim im Stuhl, häufige Toilettengänge, Blähungen, Schmerzen oder ein ständiges Gefühl, erneut zur Toilette zu müssen.

Meist fällt dann relativ schnell der Begriff Strahlenkolitis oder Strahlenproktitis. Das klingt zunächst nach einer klar definierten Darmentzündung als Folge der Strahlentherapie. Tatsächlich ist die Situation häufig komplizierter. Vor allem bei Beschwerden, die lange nach der Behandlung fortbestehen, sollte man sich nicht mit der Erklärung zufriedengeben: „Das kommt eben von der Bestrahlung.“

Denn hinter solchen Beschwerden können zusätzliche und teilweise durchaus behandelbare Störungen stecken. Dazu gehören beispielsweise eine Gallensäuremalabsorption, eine bakterielle Fehlbesiedlung des Dünndarms, eine eingeschränkte Funktion der Bauchspeicheldrüse oder neu entstandene Unverträglichkeiten bestimmter Nahrungsbestandteile.

Genau deshalb lohnt es sich, genauer hinzusehen.

Was bedeutet Strahlenkolitis überhaupt?

Medizinisch muss man zunächst unterscheiden, welcher Darmabschnitt betroffen ist. Bei einer Strahlenproktitis liegt die Schädigung vor allem im Enddarm, dem Rektum. Eine Strahlenkolitis betrifft den Dickdarm, während bei einer Schädigung des Dünndarms von einer Strahlenenteritis gesprochen wird. Vor allem bei Bestrahlungen des kleinen Beckens können mehrere Darmabschnitte gleichzeitig betroffen sein.

Heute wird deshalb zunehmend der weiter gefasste Begriff „pelvic radiation disease“ verwendet. Gemeint sind damit Beschwerden und Funktionsstörungen, die nach einer früheren Bestrahlung des Beckenbereichs zurückbleiben oder erst später auftreten.

Diese Unterscheidung ist wichtig, denn insbesondere die chronische Form ist nicht einfach nur eine gewöhnliche Darmentzündung. Langfristig können kleine Blutgefäße geschädigt werden, die Durchblutung kann sich verschlechtern und das bestrahlte Gewebe kann zunehmend fibrosieren, also vernarben und verhärten. Gleichzeitig können sich leicht verletzliche Gefäßneubildungen bilden, die zu wiederkehrenden Blutungen führen.

Akute und chronische Strahlenschäden unterscheiden sich deutlich

Eine akute Strahlenenteritis oder Strahlenproktitis entwickelt sich meist während einer Bestrahlungsserie oder in den ersten Wochen danach. Besonders schnell teilende Zellen reagieren empfindlich auf ionisierende Strahlung – und dazu gehören die Zellen der Darmschleimhaut. Typische Beschwerden sind Durchfall, krampfartige Bauchschmerzen, Übelkeit, ein verstärkter Stuhldrang und gelegentlich Schleim- oder Blutbeimengungen.

Bei vielen Patienten bessern sich diese akuten Beschwerden nach Abschluss der Bestrahlung wieder. Eine Garantie dafür gibt es jedoch nicht. Schwere Schleimhautschädigungen, zusätzliche Erkrankungen oder eine ausgeprägte Belastung des Dünndarms können zu länger anhaltenden Problemen führen.

Anders sieht es bei chronischen Strahlenschäden aus. Diese können erst Monate oder sogar Jahre nach der eigentlichen Behandlung auftreten. Dann stehen nicht mehr nur Entzündungsreaktionen im Vordergrund. Gefäßschäden, Durchblutungsstörungen und zunehmende Fibrosierung des Gewebes können Blutungen, Geschwüre, Verengungen oder in schweren Fällen Fisteln verursachen.

Welche Beschwerden sind typisch?

Die Beschwerden unterscheiden sich je nachdem, welcher Darmabschnitt betroffen ist und welche Folgeschäden entstanden sind. Typisch sind häufige oder sehr dünne Stühle, plötzlich auftretender Stuhldrang, nächtlicher Stuhlgang, Schleim oder Blut im Stuhl, Blähungen, krampfartige Bauchschmerzen und das Gefühl einer unvollständigen Entleerung. Auch ein Wechsel zwischen Durchfall und Verstopfung ist möglich.

Manche Patienten entwickeln zusätzlich eine Stuhlinkontinenz oder trauen sich kaum noch längere Zeit aus dem Haus, weil der Stuhldrang sehr plötzlich einsetzen kann. Solche Beschwerden sind keineswegs nur ein medizinisches Randproblem, sondern können die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen.

Zum allgemeinen Thema Durchfall und den unterschiedlichen möglichen Ursachen habe ich auch auf Naturheilt.com ausführlicher geschrieben: Naturheilkunde und Hausmittel gegen Durchfall.

Wann sollten Sie nicht abwarten?

Blut im Stuhl sollte nach einer vorausgegangenen Tumorerkrankung niemals automatisch der alten Bestrahlung zugeschrieben werden. Zwar sind Blutungen bei einer chronischen Strahlenproktitis nicht selten, dennoch müssen je nach Situation auch andere Ursachen ausgeschlossen werden. Dazu gehören beispielsweise Hämorrhoiden, Polypen, entzündliche Darmerkrankungen, ein Tumorrezidiv oder eine neu entstandene Tumorerkrankung.

Besonders rasch abgeklärt werden sollten stärkere oder wiederkehrende Blutungen, schwarzer Stuhl, ausgeprägter Schwindel oder Kreislaufprobleme, Fieber, zunehmende starke Bauchschmerzen, Erbrechen bei gleichzeitig aufgeblähtem Bauch sowie fehlender Stuhl- oder Windabgang. Auch ein deutlicher ungewollter Gewichtsverlust gehört abgeklärt.

Der entscheidende Punkt: Nicht alles ist einfach „Strahlenschaden“

Nehmen wir einen Patienten, der Jahre nach einer Bestrahlung wegen eines Prostatakarzinoms vier-, fünf- oder sechsmal täglich dünnen Stuhl hat. Die einfachste Erklärung lautet: „Der Darm wurde damals eben geschädigt.“ Das kann stimmen – aber diagnostisch ist damit noch erstaunlich wenig gewonnen.

Patienten mit anhaltenden Darmbeschwerden nach einer Beckenbestrahlung können zusätzlich Störungen entwickeln, die gezielt behandelt werden können. Besonders wichtig sind dabei eine Gallensäuremalabsorption, eine bakterielle Fehlbesiedlung des Dünndarms, eine exokrine Pankreasinsuffizienz und verschiedene Kohlenhydratunverträglichkeiten. Auch Veränderungen des Beckenbodens oder Medikamente können Durchfall und Stuhldrang verstärken.

Das bedeutet im Umkehrschluss: Ein Teil dessen, was Patienten möglicherweise jahrelang als unvermeidbare Folge einer Strahlentherapie hinnehmen, lässt sich durchaus beeinflussen.

Wenn nach einer Krebstherapie Beschwerden zurückbleiben, beginnt damit häufig eine zweite Suche: Was ist tatsächlich Folge der Behandlung, was lässt sich noch verbessern und wo liegen die Grenzen? Genau um solche Fragen geht es auch in meinem kostenlosen Newsletter „Hoffnung bei Krebs“. Wenn Sie sich für naturheilkundliche Möglichkeiten, begleitende Verfahren und kritische Informationen rund um das Thema Krebs interessieren, können Sie sich hier eintragen:

Gallensäureverlust: Eine häufig übersehene Ursache von Durchfällen

Gallensäuren werden normalerweise im letzten Abschnitt des Dünndarms, dem terminalen Ileum, wieder aufgenommen und anschließend erneut verwendet. Wird dieser Darmabschnitt durch eine Bestrahlung geschädigt, können größere Mengen Gallensäuren in den Dickdarm gelangen. Dort reizen sie die Schleimhaut und führen teilweise zu massiven wässrigen Durchfällen.

Dieser sogenannte Gallensäureverlust beziehungsweise die Gallensäuremalabsorption ist wichtig, weil er behandelbar ist. Zur Diagnostik stehen je nach Situation spezielle Untersuchungen zur Verfügung. Teilweise wird auch ein therapeutischer Versuch mit einem Gallensäurebinder durchgeführt. Medikamente wie Colestyramin oder Colesevelam können bei entsprechender Diagnose ausgesprochen hilfreich sein.

Bei einer ausgeprägten Störung der Fett- und Gallensäureaufnahme sollte außerdem an eine mögliche Unterversorgung mit fettlöslichen Vitaminen gedacht werden. Dazu gehören die Vitamine A, D, E und K.

Bakterielle Fehlbesiedlung des Dünndarms

Nach Operationen, Bestrahlungen oder Veränderungen der Darmbeweglichkeit kann sich die Zusammensetzung der Darmflora verändern. Bakterien, die eigentlich überwiegend in den Dickdarm gehören, können sich vermehrt im Dünndarm ansiedeln. Diese als SIBO bezeichnete Fehlbesiedlung kann Blähungen, Bauchschmerzen, Durchfall und Nahrungsmittelunverträglichkeiten hervorrufen.

Je nach Situation können Atemtests oder andere diagnostische Verfahren sinnvoll sein. Entscheidend ist auch hier, nicht einfach jedes Blähungs- oder Durchfallproblem automatisch mit einer vermeintlich „zerstörten Darmflora“ zu erklären. Erst wenn klarer wird, welche Störung vorliegt, lässt sich vernünftig behandeln.

Einen allgemeinen Überblick über mögliche Ursachen von Darmproblemen finden Sie auch in meinem Beitrag Ursachen von Darmstörungen und Darmkrankheiten.

Auch die Bauchspeicheldrüse kann beteiligt sein

Eine weitere mögliche Ursache chronischer Verdauungsprobleme ist eine exokrine Pankreasinsuffizienz. Dabei produziert die Bauchspeicheldrüse nicht mehr ausreichend Verdauungsenzyme. Besonders auffällig sind dann oftmals voluminöse oder fettige Stühle, Gewichtsverlust, Blähungen und Verdauungsprobleme nach fettreichen Mahlzeiten.

Ein relativ einfach bestimmbarer Laborparameter ist die Pankreas-Elastase im Stuhl. Wird tatsächlich ein relevanter Enzymmangel festgestellt, können Pankreasenzyme zu den Mahlzeiten die Verdauung erheblich verbessern.

Laktose und andere Kohlenhydrate können plötzlich Probleme bereiten

Eine geschädigte Darmschleimhaut kann bestimmte Nahrungsbestandteile vorübergehend oder dauerhaft schlechter vertragen. Besonders bekannt ist die Laktoseintoleranz, aber auch andere Kohlenhydrate können Beschwerden auslösen. Das bedeutet allerdings nicht, dass Betroffene vorsorglich immer mehr Lebensmittel aus ihrem Speiseplan streichen sollten.

Eine immer kleinere Lebensmittelauswahl führt gerade nach einer Krebstherapie schnell in die falsche Richtung. Besser ist es, vermutete Auslöser gezielt zu prüfen und unverträgliche Lebensmittel nur dann zu reduzieren, wenn sich ein Zusammenhang tatsächlich nachvollziehen lässt.

Welche Untersuchungen können sinnvoll sein?

Die Diagnostik richtet sich selbstverständlich nach den Beschwerden und der vorausgegangenen Behandlung. Bei ausgeprägtem oder chronischem Durchfall sollten unter anderem Flüssigkeits- und Elektrolythaushalt sowie das Blutbild berücksichtigt werden. Bei wiederholten Blutverlusten sind beispielsweise Eisenstatus und Hämoglobin wichtig. Abhängig von der Situation können außerdem Stuhluntersuchungen notwendig sein, um infektiöse Ursachen auszuschließen.

Bei anhaltendem Durchfall sollte insbesondere nach einer früheren Beckenbestrahlung an Gallensäuremalabsorption, bakterielle Fehlbesiedlung des Dünndarms, Pankreasinsuffizienz und Nahrungsmittelunverträglichkeiten gedacht werden. Bei Blutungen oder anderen Warnzeichen kann eine endoskopische Untersuchung notwendig sein.

Allerdings gibt es bei bestrahltem Gewebe eine Besonderheit: Biopsien aus chronisch strahlengeschädigten Darmabschnitten sollten nicht leichtfertig vorgenommen werden. Das Gewebe kann schlechter heilen, wodurch Komplikationen wie schlecht heilende Geschwüre oder Fisteln begünstigt werden können. Ob eine Gewebeentnahme erforderlich ist, sollte deshalb der erfahrene Untersucher im konkreten Fall entscheiden.

Wie wird eine Strahlenproktitis behandelt?

Die Behandlung richtet sich nach Art und Schwere der Beschwerden. Bei akutem strahlenbedingtem Durchfall stehen zunächst Flüssigkeits- und Elektrolytausgleich sowie eine an die individuelle Situation angepasste Ernährung im Vordergrund. Je nach Ursache und Schwere können auch Medikamente zur Verringerung des Durchfalls eingesetzt werden.

Bei einer chronisch blutenden Strahlenproktopathie gibt es weitere Möglichkeiten. Dazu gehören beispielsweise Sucralfat-Einläufe sowie endoskopische Verfahren zur Behandlung leicht blutender Gefäßveränderungen. Bei stärkeren oder wiederkehrenden Blutungen wird unter anderem die Argon-Plasma-Koagulation eingesetzt. In ausgewählten Fällen kommen weitere Verfahren wie hyperbare Sauerstofftherapie infrage.

Operationen versucht man bei chronisch bestrahltem Gewebe nach Möglichkeit zu vermeiden, da Heilungsstörungen häufiger auftreten können. Bei schweren Stenosen, Fisteln oder einem drohenden beziehungsweise bestehenden Darmverschluss kann ein operativer Eingriff dennoch erforderlich werden.

Ernährung bei Strahlenkolitis: Bitte nicht nach Schema F

Lange lautete die nahezu automatische Empfehlung bei strahlenbedingtem Durchfall: möglichst ballaststoffarm essen. Diese pauschale Regel lässt sich so nicht mehr aufrechterhalten. Die aktuelle deutsche S3-Leitlinie zur Supportivtherapie onkologischer Patienten empfiehlt bei einer Bestrahlung unter anderem eine begleitende Ernährungsberatung und berücksichtigt ausdrücklich eine ballaststoffreiche Ernährung zur Vorbeugung radiotherapiebedingter Durchfälle.

Das bedeutet natürlich nicht, dass ein Patient mit schwerem Durchfall, ausgeprägten Darmbeschwerden oder einer bekannten Verengung nun große Mengen Weizenkleie essen sollte. Entscheidend ist die individuelle Verträglichkeit. Zwischen „Ballaststoffe sind grundsätzlich schlecht“ und „jeder braucht möglichst viele Ballaststoffe“ liegt die medizinisch sinnvollere Antwort.

Bei akut gereiztem Magen-Darm-Trakt kann zeitweise eine leicht verdauliche Ernährung sinnvoll sein. Was darunter praktisch zu verstehen ist, habe ich in meinem Beitrag zur Schonkost bei Magen- und Darmproblemen ausführlicher beschrieben.

Flohsamenschalen können helfen – aber nicht immer

Flohsamenschalen gehören zu den löslichen Ballaststoffen und können viel Wasser binden. Dadurch können sie den Stuhl bei Durchfall formbarer machen und bei Verstopfung gleichzeitig die Stuhlpassage unterstützen. Das macht sie bei manchen funktionellen Darmproblemen ausgesprochen interessant.

Bei einer Strahlenkolitis oder Strahlenproktitis würde ich sie dennoch nicht automatisch einsetzen. Bestehen bekannte oder mögliche Darmstenosen, schwere Schleimhautschäden oder andere mechanische Probleme, können stark quellende Ballaststoffe ungeeignet sein. Außerdem sollte man immer mit kleinen Mengen beginnen und ausreichend trinken.

Mehr zu Wirkung und Anwendung finden Sie in meinem ausführlichen Beitrag über Flohsamen und Flohsamenschalen.

Probiotika: inzwischen interessanter als noch vor einigen Jahren

Auch bei Probiotika ist die Situation differenzierter geworden. Die aktuelle S3-Leitlinie Supportive Therapie sieht mittlerweile Hinweise darauf, dass bestimmte Lactobazillen beziehungsweise Kombinationen mit Bifidobakterien während einer Bestrahlung des Bauch- oder Beckenraums strahlenbedingte Durchfälle und möglicherweise auch eine Proktitis vermindern können.

Entscheidend ist allerdings das Wort „bestimmte“. Probiotische Wirkungen sind nicht beliebig austauschbar. Ein beliebiges Produkt mit einer hübschen Verpackung und dem Wort „Darmflora“ darauf ist damit noch lange nicht automatisch sinnvoll. Auch Dosierung, verwendete Bakterienstämme und die individuelle Situation spielen eine Rolle.

Bei stark immungeschwächten Patienten ist mit lebenden Mikroorganismen außerdem besondere Vorsicht geboten. Hier gehört die Einnahme mit dem behandelnden Arzt abgestimmt.

Grundsätzlich beschäftige ich mich mit dem Aufbau und der Regulation der Darmflora ausführlicher in meinem Beitrag über Darmsanierung und Darmflora. Bei einer Strahlenkolitis gelten jedoch besondere Bedingungen: Eine klassische „Darmsanierung“ darf hier gerade nicht schematisch übernommen werden.

Was ich naturheilkundlich sinnvoll finde

Aus naturheilkundlicher Sicht würde ich bei diesen Patienten nicht mit einem großen Rundumschlag beginnen. Die Frage sollte zunächst lauten: Was genau funktioniert nicht mehr richtig? Erst daraus ergibt sich eine sinnvolle Therapie.

Wenn beispielsweise eine Gallensäuremalabsorption vorliegt, muss diese gezielt behandelt werden. Bei einer Pankreasinsuffizienz fehlen Verdauungsenzyme. Bei einer bakteriellen Fehlbesiedlung gelten wiederum andere Maßnahmen. Und bei einer fibrotischen Verengung des Darms hilft auch das beste Probiotikum nicht weiter.

Erst auf dieser Grundlage können Ernährung, ausgewählte lösliche Ballaststoffe, gegebenenfalls Prä- oder Probiotika und eine gezielte Versorgung mit Vitalstoffen sinnvoll ergänzt werden.

Chronischer Durchfall und Aufnahmestörungen können langfristig zu Nährstoffdefiziten beitragen. Je nach Ausmaß und Lokalisation der Darmschädigung können unter anderem Eisen, Vitamin B12, Folsäure, Vitamin D, Magnesium oder Zink relevant werden. Solche Stoffe würde ich nicht blind in hoher Dosierung geben, sondern dort messen beziehungsweise gezielt einsetzen, wo ein konkreter Bedarf erkennbar ist.

Zum Thema Zink und insbesondere auch zur Bedeutung von Zink bei Durchfallerkrankungen finden Sie weitere Informationen in meinem Beitrag Zink: Wirkung, Einnahme und Dosierung.

Was ich ausdrücklich nicht machen würde

Eine aggressive Darmreinigung halte ich bei ausgeprägten Strahlenschäden für keine gute Idee. Wer Blutungen, Schleimhautschäden, Geschwüre oder möglicherweise sogar eine Verengung des Darms hat, sollte nicht auf eigene Faust mit starken Abführmaßnahmen, hoch dosierten Quellstoffen oder häufigen Einläufen experimentieren.

Das ist wichtig, weil Begriffe wie Darmreinigung und Darmsanierung im naturheilkundlichen Bereich schnell als Universallösung verstanden werden. Sie sind es nicht. Auch Maßnahmen, die bei einem grundsätzlich gesunden Darm sinnvoll sein können, können bei strukturellen Strahlenschäden völlig ungeeignet sein.

Auch Glutamin wird häufig reflexartig empfohlen, sobald irgendwo das Stichwort Darmschleimhaut fällt. Die aktuelle S3-Leitlinie empfiehlt Glutamin zur Behandlung der akuten radiogenen Enteritis jedoch ausdrücklich nicht. Eine theoretisch plausible Erklärung ist eben noch kein Wirksamkeitsnachweis.

Das ist übrigens eine Haltung, die mir in der Naturheilkunde wichtig ist: Nur weil ein Mittel „natürlich“ ist oder biochemisch interessant klingt, muss es nicht automatisch für jeden Patienten und jede Situation geeignet sein.

Wenn Sie solche differenzierten Betrachtungen interessieren – also Naturheilkunde ohne den Reflex „natürlich ist immer gut“, aber ebenso ohne die Scheuklappen einer ausschließlich symptomorientierten Medizin –, dann dürfte mein kostenloser Praxis-Newsletter „Unabhängig. Natürlich. Klare Kante.“ für Sie interessant sein:

 

 

Und was ist mit Heilfasten bei Strahlenkolitis?

Da dieser Beitrag auf Gesund-Heilfasten.de erscheint, gehört diese Frage selbstverständlich dazu. Und hier würde ich eine klare Grenze ziehen.

Während einer laufenden Tumortherapie, insbesondere bei bestehendem Gewichtsverlust, Durchfällen, eingeschränkter Nahrungsaufnahme oder drohender Mangelernährung, halte ich ein klassisches Heilfasten nicht für die richtige Maßnahme. Die aktuelle S3-Leitlinie „Klinische Ernährung in der Onkologie“ stellt ausdrücklich fest, dass für Fasten mit weniger als 400 Kilokalorien täglich während einer laufenden Tumortherapie keine ausreichenden Daten aus randomisierten Studien vorliegen. Fasten soll deshalb außerhalb klinischer Studien nicht empfohlen werden.

Das ist etwas anderes als die Behauptung, Fasten sei in der Krebsmedizin grundsätzlich uninteressant. Im Gegenteil: Kurzzeitfasten und sogenannte fasting-mimicking diets werden seit Jahren untersucht, und einige Ergebnisse finde auch ich ausgesprochen interessant. Ich habe dazu beispielsweise in meinem Beitrag Fasten und Vitamin C bei schwer behandelbaren Krebsformen berichtet.

Nur muss man zwei Dinge auseinanderhalten: eine interessante wissenschaftliche Hypothese beziehungsweise erste Studienergebnisse auf der einen Seite und eine belastbare allgemeine Therapieempfehlung auf der anderen.

Bei einer akuten Strahlenenteritis mit erheblichen Durchfällen wäre längeres Fasten darüber hinaus schon aus praktischen Gründen problematisch. Flüssigkeit, Elektrolyte, Eiweiß und Energie können ohnehin knapp werden. Ein mehrtägiger vollständiger Nahrungsverzicht behebt weder eine Gallensäuremalabsorption noch eine bakterielle Fehlbesiedlung oder eine chronische fibrotische Strahlenschädigung.

Kann Fasten nach abgeschlossener Krebstherapie wieder infrage kommen?

Das ist eine andere Situation. Liegt die Tumortherapie zurück, ist der Patient gewichtsstabil, besteht keine Mangelernährung, keine relevante Darmstenose und keine ausgeprägte Malabsorption, kann Fasten grundsätzlich wieder diskutiert werden. Dabei sollte allerdings individuell geprüft werden, wie belastbar der Darm tatsächlich ist und welche Beschwerden noch bestehen.

Ich würde Heilfasten in diesem Zusammenhang auch nicht als Behandlung einer Strahlenkolitis darstellen. Dafür gibt es keine ausreichenden Belege. Fasten kann im passenden Zusammenhang ein metabolischer und regulativer Reiz sein – es repariert aber keine fibrotischen Darmabschnitte und beseitigt keine durch Strahlung entstandenen Gefäßveränderungen.

Was Betroffene konkret mit ihrem Arzt besprechen können

Wer nach einer Bestrahlung des Bauch- oder Beckenraums dauerhaft Darmprobleme hat, sollte sich nicht allein mit der Diagnose „Strahlenkolitis“ zufriedengeben. Sinnvoll ist die Frage, welche konkrete Funktionsstörung hinter den Beschwerden steckt und ob zusätzliche behandelbare Ursachen vorliegen.

  • Ist tatsächlich vor allem das Rektum, der Dickdarm oder der Dünndarm betroffen?
  • Könnte eine Gallensäuremalabsorption vorliegen?
  • Gibt es Hinweise auf eine bakterielle Fehlbesiedlung des Dünndarms?
  • Sollte die Pankreas-Elastase bestimmt werden?
  • Bestehen Hinweise auf eine Laktose- oder andere Kohlenhydratunverträglichkeit?
  • Gibt es Blutverluste oder Hinweise auf Eisenmangel beziehungsweise Anämie?
  • Besteht ein relevanter Gewichtsverlust oder eine Mangelernährung?
  • Liegt möglicherweise eine Darmverengung vor?
  • Welche Rolle spielen Medikamente, Ernährung und Beckenbodenfunktion?

Diese Fragen sind meist erheblich hilfreicher als die unspezifische Suche nach dem nächsten „Darmmittel“.

Mein Fazit

Eine Strahlenkolitis beziehungsweise Strahlenproktitis ist wesentlich mehr als eine einfache Darmentzündung nach einer Bestrahlung. Akute Beschwerden können sich nach Ende der Strahlentherapie wieder bessern. Chronische Strahlenschäden beruhen dagegen häufig auch auf Veränderungen kleiner Blutgefäße, Durchblutungsstörungen und einer zunehmenden Fibrosierung des Gewebes. Sie können deshalb noch Monate oder Jahre später Beschwerden verursachen.

Mindestens ebenso wichtig ist für mich aber ein zweiter Punkt: Nicht jede Verdauungsstörung nach einer Bestrahlung muss unmittelbar durch die chronische Gewebeschädigung erklärt werden. Gallensäuremalabsorption, bakterielle Fehlbesiedlung des Dünndarms, Pankreasinsuffizienz und Nahrungsmittelunverträglichkeiten können zusätzliche Ursachen sein – und genau diese sind teilweise gezielt behandelbar.

Ernährung, lösliche Ballaststoffe und in bestimmten Situationen auch ausgewählte Probiotika können eine sinnvolle Rolle spielen. Eine pauschale Darmreinigung, wahllose Nahrungsergänzung oder das Versprechen, einen Strahlenschaden einfach „wegzufasten“, halte ich dagegen für wenig überzeugend.

Die wichtigste Frage lautet deshalb nicht: „Welches Mittel hilft gegen Strahlenkolitis?“ Sondern: „Was genau wurde durch die Behandlung verändert – und welche dieser Veränderungen können wir heute noch sinnvoll beeinflussen?“

Quellen und weiterführende Informationen

  • S3-Leitlinie Supportive Therapie bei onkologischen Patienten, Leitlinienprogramm Onkologie, aktualisierte Version 2026.
  • S3-Leitlinie Klinische Ernährung in der Onkologie, Leitlinienprogramm Onkologie, 2026.
  • Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums: Probiotika und Durchfall bei Krebs beziehungsweise Strahlentherapie, 2026.

Dieser Beitrag ersetzt keine individuelle Diagnose oder Behandlung. Insbesondere Blutungen, anhaltende starke Durchfälle, Gewichtsverlust, Fieber, starke Bauchschmerzen oder Hinweise auf einen Darmverschluss gehören ärztlich abgeklärt.

Als langjähriger Praktiker aus dem Bereich der Naturheilkunde möchte Ich heute über ein wichtiges Thema aufklären: die pseudomembranöse Kolitis, auch bekannt als antibiotikaassoziierte Kolitis. In einer Zeit, in der Antibiotika-Therapien häufig eingesetzt werden, ist es entscheidend zu verstehen, wie diese die Darmflora beeinflussen und zu Komplikationen führen können. Lassen Sie uns gemeinsam einen Blick darauf werfen, wie diese Darmentzündung entsteht, welche Symptome sie verursacht und welche Folgen sie haben kann.

Was ist die pseudomembranöse Kolitis?

Die pseudomembranöse Kolitis (auch antibiotikaassoziierte Kolitis) ist eine Darmentzündung. Sie zeigt sich bei Menschen mit häufiger und / oder hoher Antibiotika-Therapie.

Die Antibiotika schädigen die Darmflora und fördern so das Wachstum und die Vermehrung des Bakteriums Clostridium difficile.

Dieses anaerobe Stäbchenbakterium findet sich auch im Darm des Gesunden, ist hier ohne Funktion und verursacht auch keinen Schaden, solange es sich nicht ungehindert ausbreitet.

Immunschwache und chronisch erkrankte Menschen können aber in besonderem Maße reagieren. Dabei kann der Zeitpunkt der ausgelösten Symptome direkt nach Gabe des Antibiotikums liegen, es kann aber auch erst Wochen danach zu einer pseudomembranösen Kolitis kommen.

Durch den mehrfachen Einsatz von Antibiotika kann die Darmflora geschädigt werden, wobei die physiologischen (die guten) Darmbakterien vernichtet werden und Platz entsteht für andere Eindringlinge, wie „böse“ Bakterien und auch Hefepilze (Darmpilze).

Vor allem das Bakterium Clostridium difficile kann sich hier ungehindert vermehren und dabei giftige Substanzen bilden, die zu starken Durchfällen führen. Eine „Ansteckung“ erfolgt oral (durch den Mund) und gilt meist ein Zeichen mangelnder Hygiene (Fäkalbakterien).

Durch die produzierten Gifte (Enterotoxin A, Zytotoxin A + B) des Bakteriums kommt es zu einer Zellzerstörung an den Darmwänden.

Die physiologischen Prozesse werden gestört, das lebensnotwendige Natriumchlorid (NaCl) kann nicht ausreichend resorbiert werden.

Folgen sind eine vermehrte Wasserausscheidung, welche den Stuhl flüssig macht (Durchfall), sowie eine allgemeine Dehydratation (Flüssigkeitsmangel des Körpers).

Begleitet werden die Durchfälle von kolikartigen Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, hohem Fieber sowie einer Zunahme der Leukozyten (Leukozytose = gesichertes Entzündungszeichen).

Die Darmwände verdicken sich, es kommt zu einer Ausbildung von sog. Pseudomembranen – daher auch der Name pseudomembranöse Kolitis.

Durch weitere Reizung zeigen sich in seltenen Fällen auch Blut im Stuhl oder Schleimbeimengungen des Stuhls.

Unbehandelt kann es zu lebensbedrohlichen Erkrankungen kommen, z.B. durch Perforation des Darms, Peritonitis (Bauchfellentzündung), akutes Nierenversagen oder auch das toxische Megakolon (ausgeprägte Dickdarmerweiterung mit der Symptomatik eines akuten Abdomens).

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In Zusammenhang mit einer kollagenen Kolitis, bei der es zu einer Gewebezunahme der Dickdarmschleimhaut kommt, kann auch die lymphozytäre Kolitis genannt werden.

Beide zählen zu den mikroskopischen Kolitiden, wobei die lymphozytäre Form wesentlich seltener als die kollagene Kolitis in Erscheinung tritt, dabei aber eine ähnliche Symptomatik aufweist.

Auch kann eine lymphozytäre Kolitis aus einer kollagenen Kolitis entstehen und umgekehrt. Mit einer Inzidenz von 1,2 pro 100.000 Einwohner erkranken Frauen drei Mal häufiger an einer lymphozytären Kolitis als Männer, dabei zeigt sich auch eine Zunahme im mittleren Lebensabschnitt (zwischen 45 und 65 Jahren).

Es handelt sich hierbei um eine Entzündung des Dickdarms und des Mastdarms, bei der es zu einer Infiltration von Lymphozyten in die Schleimhaut (Mucosa) und das Epithel der Darmwand kommt.

Auslöser einer lymphozytären Kolitis

Als Auslöser werden gastrointestinale Infekte infolge autoimmuner Mechanismen diskutiert. Durch die eingewanderten Lymphozyten ist die physiologische Resorptionsfähigkeit der Darmwand gestört, besonders Wasser und Elektrolyte können nicht mehr in vollem Umfang aus der verdauten Nahrung in den Körper aufgenommen werden.

Die Klinik ähnelt der einer kollagenen Kolitis. Es zeigen sich wässrige, schlecht zu kontrollierende Durchfälle (Diarrhoen), die besonders nachts auftreten (= gestörter Schlaf-Wach-Rhythmus).

Daneben kommt es zu unterschiedlich starken Bauchschmerzen, Übelkeit (teilweise mit Erbrechen), Appetitlosigkeit, Schweißausbrüchen kurz vor und während der Defäkation sowie Blut im Stuhl bei anhaltendem Durchfall (durch starke Reizung der Darminnenwand). Als Folgen treten Elektrolytverschiebung, Austrocknung der Haut, verringerte und konzentrierte Harnausscheidung und Leistungsabfall (durch gestörten Schlaf und Mangelversorgung des Körpers mit lebensnotwendigen Elektrolyten, Mineralien, Wasser) auf. Unbehandelt kann die Erkrankung durchaus zu lebensbedrohlichen Situationen führen.

Die lymphozytäre Kolitis wird auch häufig als Nebensymptom einer Autoimmunerkrankung (z.B. Schilddrüsenerkrankung, Diabetes mellitus, chronische Polyarthritis) beobachtet.

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Bei der kollagenen Kolitis handelt es sich um eine chronische Entzündung der Darmschleimhaut des Dickdarms und des Mastdarms.

Sie zählt (wie die lymphozytäre Kolitis) zu den mikroskopischen Kolitiden, da makroskopisch keine Veränderungen sichtbar sind. Die Inzidenz ist vergleichbar mit der einer Colitis ulcerosa oder eines Morbus Crohn.

Durch eine Verdickung der Bindegewebsschicht zwischen der Schleimhaut des Dickdarms und den weiteren Schichten der Darmwand kommt es zu einer gestörten Resorption lebensnotwendiger Nahrungsbestandteile aus dem Stuhl.

Physiologisch ist die Darmwand sehr dünn und somit gut permeabel für Elektrolyte, Wasser und weitere Stoffe. Durch die Verdickung ist dieser Prozess kaum möglich, so dass Mangelerscheinungen die Folge sein können.

Die Ursache für den Kollagenzuwachs ist bis heute noch nicht geklärt. Man geht davon aus, dass es sich zum einen um eine Reaktion auf toxische Einflüsse (z.B. infolge einer Autoimmunerkrankung) handelt, welche die Darmwand angreifen. Als weitere Entstehungsmöglichkeit wird ein Bakterien- oder Virenbefall diskutiert.

Leitsymptom der kollagenen Kolitis ist ein wässriger, schlecht zu kontrollierender Durchfall (Diarrhoe), der bei ausgeprägten Formen sehr häufig pro Tag auftritt. Da die Resorption im Darm gestört ist, kann kaum Wasser entzogen werden, welches somit im Darm verbleibt und den Stuhl so flüssig macht. Daneben zeigen sich Koliken, Übelkeit (teilweise mit Erbrechen), Schweißausbrüche, Abgeschlagenheit und allgemeine Schwäche. Im Verlauf kommt es durch den hohen Wasserverlust zu einer Gewebeaustrocknung, reduzierter und konzentrierter Harnausscheidung sowie einer Verschiebung im Elektrolythaushalt (Gefahr eines Schocks). Unbehandelt führt die Resorptionsstörung auch zu einem Gewichtsverlust, Organschäden drohen.

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Die ischämische (Ischämie = Mangeldurchblutung) Kolitis (Darmentzündung) zählt zu den Formen einer Darmentzündung, die nicht durch eine Infektion bedingt sind.

Die ischämische Kolitis wird nach gängiger Lehrmeinung durch eine zu geringe Durchblutung des Darms ausgelöst, wodurch sich dieser entzündet.

Ursachen

Häufigste Ursache ist eine Arteriosklerose („Gefäßverkalkung“) der den Darm versorgenden Arterien, weshalb meist Menschen nach dem 60. Lebensjahr betroffen sind.

Daneben können auch eine medikamentöse Therapie mit Vasokonstriktoren (gefäßverengende Medikamente, z.B. zur Blutdruckregulation) oder eine Chemotherapie die Entstehung einer ischämischen Kolitis bedingen.

Symptome

Die Betroffenen leiden an:

  • kolikartigen Bauchschmerzen
  • Durchfall (evtl. mit Blut im Stuhl oder Schleimauflagen)
  • evtl. an einer Malabsorption (Störung der Resorption von Nahrungsspaltprodukten)
  • Fieberschüben und einem
  • allgemeinem Leistungsabfall

Typisch ist der segmentale (in Teilabschnitten) Befall des Darms. Die ischämische Kolitis zeigt sich meist im Sigma oder Colon descendens und kann endoskopisch gut diagnostiziert werden.

In schweren Fällen kommt es zu einem paralytischen Ileus (Darmverschluss durch Stillstand der Peristaltik) mit Gefahr einer Perforation und Peritonitis (Bauchfellentzündung).

Die Arteriosklerose kann zu einem vollständigen Gefäßverschluss führen, so dass Teile des Darms nicht mehr mit Blut versorgt und nekrotisch werden. Es folgt der Untergang des Gewebes.

Differentialdiagnostisch ist die ischämische Kolitis von der Colitis ulcerosa zu unterscheiden.

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Bei der infektiösen Kolitis handelt es sich um eine durch Bakterien, Viren oder Parasiten (selten auch durch Antibiotika) ausgelöste Darmentzündung, die in ihrer Symptomatik mit der Colitis ulcerosa vergleichbar ist.

Besonders hygienische Missstände fördern die Entstehung der Erkrankung. Die Übertragung erfolgt hauptsächlich durch verunreinigtes Wasser oder kontaminierte Nahrungsmittel (fäkal-oral), wobei die auslösenden Faktoren meist die produzierten Giftstoffe der Bakterien, Viren oder Parasiten sind.

Zu den eine Kolitis auslösenden Bakterien zählen u.a. Campylobacter-Infektionen, Escherichia coli, Salmonellen, Chlamydien, Shigellen und Cholera (Vibro cholerae).

Anale Sexualpraktiken fördern die Übertragung von Gonokokken (z.B. bei der Gonorrhoe / Tripper), bei der es zu einer Entzündung des Mastdarms (Proktitis) kommen kann.

Virale Infektionen entstehen z.B. durch das Norovirus, das Rotavirus oder auch bei AIDS. Daneben können auch Parasiten (z.B. Bilharziose durch Schistosoma-Parasiten, Amöbose durch Entamöba histolytica, Giardiasis durch Giardia lamblia) eine infektiöse Kolitis verursachen.

Symptome

Die Symptomatik ähnelt der der meisten Kolitiden:

Leit- oder Hauptsymptom ist der Durchfall (Diarrhoe). Je nach Auslöser zeigen sich wässrige, schaumige, blutige, schleimige oder eitrige Formen. Schon kurz nach Befall kann es zu weiteren Symptomen wie z.B. Übelkeit, Erbrechen, Appetitlosigkeit, Bauchschmerzen und Krämpfen kommen. Die Bauchdecke ist gespannt und druckdolent.

Kurz vor und während der Defäkation können Schweißausbrüche und Schwindelanfälle auftreten. Wässrige Durchfälle führen es zu einer Elektrolytverschiebung und auch einem verminderten Blutvolumen. Folgen können Schock oder Kollaps sein. Der Flüssigkeitsmangel führt zu einem trockenen, fahlen Hautbild, Organe können unterversorgt sein (z.B. verminderte Harnproduktion). Teilweise verschlechtert sich auch die Sehleistung (Trockenheit und Mangeldurchblutung im Augenbereich).

Als drohende Komplikation muss die Sepsis (Vergiftung) genannt werden. Durch Austritt der Krankheitserreger vom Darm in das Körperinnere können auch Organe befallen und geschädigt werden. Anzeichen einer drohenden Sepsis sind hohes Fieber und Schüttelfrost.

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Der sogenannte Blähbauch, auch: Meteorismus, ist eher ein Symptom als eine Krankheit und kommt sehr häufig vor. Die Ursache ist eine vermehrte Gasproduktion durch die Mikroorganismen im Darm. Deshalb wird der Bauch auch als „Gasbauch“ bezeichnet.

Neben einer Fehlbesiedlung des Darms, die zum Beispiel durch Antibiotika ausgelöst sein kann, liegt der Grund für die übermäßige Gasproduktion oft im „fehlerhaften“ Nahrungsangebot – häufig steckt hinter einem Blähbauch auch nur, dass man etwas „Falsches“ gegessen hat.

So lösen z.B. Zwiebeln, Kohl, Bohnen vermehrt Blähungen aus (daher auch die „Blähsucht“), auch der Verzehr von zuviel Zucker, kohlensäurehaltigen Getränken oder ungewohnter und sehr ballaststoffreicher Nahrung kann zu Meteorismus und einem „Gasbauch“ führen.

Zu den ernstzunehmenderen Ursachen gehören Nahrungsmittelunverträglichkeiten wie die recht häufige Milchzuckerintoleranz (auch: Lactoseintoleranz), Infektionen oder Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes.

So sollte man sich also zunächst selbst beobachten, wann die Beschwerden auftreten und dann einen Arzt aufsuchen, um eine ernste Erkrankung (die dann gesondert zu behandeln ist) auszuschließen.

Wenngleich oft harmlos, so sind die durch einen Blähbauch ausgelösten Beschwerden doch sehr unangenehm: VöllegefühlBauchschmerzen bis hin zu Koliken,

Verdauungsstörungen oder gerade die Blähsucht (das andauernde und unbeabsichtigte Abgehen von Winden), können dazu führen, dass Betroffene sich nicht mehr aus dem Haus trauen.

Von der Schulmedizin werden hier sog. Entschäumer verwendet. Diese Substanzen zerteilen die großen Gasblasen im Darm und vermindern so den Druck und damit die Schmerzen. Ich halte von diesen Mitteln gar nichts, denn mit Mitteln der Naturheilkunde ist das Problem zu lösen.

Hausmittel bei Blähbauch, Gasbauch und Blähsucht

Als Hausmittel kann zunächst einmal die Wärmflasche erwähnt werden – Wärme entkrampft und kann so schon geringe Beschwerden beseitigen. Weiterhin empfiehlt es sich, stilles Wasser zu trinken, oder besser Tees aus den Heilpflanzen Fenchel, Kümmel, Anis.

Diese drei Arzneipflanzen wirken sehr effektiv gegen Blähungen und sind so schonend, dass sie auch schon bei Säuglingen eingesetzt werden. Kümmel enthält die wirksamsten Inhaltsstoffe – man kann Kümmelsamen kauen oder als Gewürz in der Küche einsetzen und so ganz einfach Beschwerden lindern, bzw. vermeiden.

Gegen Krämpfe hilft Pfefferminze und manchem tut ein mit Chili gewürztes Essen gut – es gibt viele Möglichkeiten (auch: Schüssler-Salze, Homöopathie).

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