Welche Leberkur ist sinnvoll? Orientierung im Methoden-Dschungel

Olivenöl, Apfelsaft, Homöopathie und Schüßler-Salze als natürliche Mittel für eine Leberkur auf Holztisch arrangiert

Eine Leberkur also.
Das Wort allein reicht schon, um halbe Glaubenskriege auszulösen. Öl oder Tee. Ausleiten oder sanft aktivieren. Homöopathie, Schüßler-Salze, Apfelsaft, Bittersalz. Jeder schwört auf etwas anderes – und kaum jemand sagt klar dazu, was davon sinnvoll ist und was eher Ritual.

Gleichzeitig klagen immer mehr Menschen über Übelkeit, Druck im Oberbauch, Völlegefühl, Müdigkeit nach dem Essen. Symptome, die gern dem Magen, dem Stress oder „dem Alter“ zugeschoben werden. Die Leber bleibt dabei meist unerwähnt – obwohl sie still, unauffällig und ohne Schmerz meldet, wenn sie überlastet ist. Und überlastet ist sie heute fast immer: durch Daueressen, Medikamente, Alkohol, Umweltgifte und einen Stoffwechsel ohne echte Pausen.

Von ärztlicher Seite kommt dann oft der lapidare Hinweis, weniger zu trinken oder ein paar Kilo abzunehmen. In der Naturheilkunde werden andere Wege beschritten: Entlastung statt Dauerreiz, gezielte Aktivierung statt blindem „Entgiften“. Leberwickel, Heilpflanzen, Homöopathie, Schüßler-Salze – und ja, auch die umstrittenen Ausleitungskuren, die seit Jahren für Diskussionen sorgen.

Was davon trägt wirklich zur Regeneration bei?
Was fühlt sich nur gut an, weil man endlich einmal bewusst isst oder fastet?
Und wo wird der Leber mehr zugemutet als geholfen?

Genau darum geht es in diesem Beitrag: um die gängigen Leberkuren, ihre Wirkannahmen, ihre Grenzen – und um Verfahren, die sich in der Praxis bewährt haben, jenseits von Heilsversprechen und Dogmen.

Leberkur mit Apfelsaft

Die sogenannte Leberkur mit Apfelsaft folgt dem Konzept der Leberreinigung nach Moritz. Ziel ist es, die Gallenproduktion anzuregen und über eine forcierte Gallenausscheidung Ablagerungen aus Leber und Gallenwegen zu mobilisieren – insbesondere feinkörnige Gallenbestandteile, die als „Gallengries“ bezeichnet werden.

Die Kur beginnt mit einer mehrtägigen Vorbereitungsphase, meist über sechs Tage, in der die Ernährung stark vereinfacht wird. Am letzten Tag kommt ein stark abführendes Salz wie Bitter- oder Glaubersalz zum Einsatz, kombiniert mit Olivenöl und Grapefruitsaft. Befürworter berichten anschließend von der Ausscheidung grünlicher oder gelblicher, steinähnlicher Gebilde, die als Gallensteine interpretiert werden.

Genau hier setzt jedoch die Kritik an: Chemische Analysen zeigen, dass es sich bei diesen Ausscheidungen häufig nicht um echte Gallensteine handelt, sondern um verseifte Fettbestandteile aus Öl und Gallensäuren, die sich erst im Darm zu festen Strukturen verbinden.

Unstrittig ist allerdings, dass viele Anwender sich nach der Kur subjektiv erleichtert fühlen. Ob dieser Effekt auf eine tatsächliche Entlastung der Leber zurückzuführen ist oder eher auf die vorherige Diätphase, die Darmentleerung und die bewusste Auseinandersetzung mit Ernährung und Rhythmus, lässt sich nicht eindeutig trennen.

Einfache Leberentgiftung mit Olivenöl?

Auf eine Ausscheidung von Gallensteinen und -gries zählt auch eine besonders einfach durchzuführende Leberkur ab, die mit Hilfe von Olivenöl funktioniert. Zunächst nimmt der Patient einige Tage lang kein Fett zu sich, so dass sich die Gallenflüssigkeit – die nun für die Verarbeitung von Fetten nicht benötigt wird – in der Leber und in der Gallenblase ansammelt; dort herrscht deshalb ein starker Druck.

Wenn jetzt die Patienten eine ölhaltige Lösung trinken, wird die Gallenflüssigkeit rasch abgestoßen. Die Steine, die durch diese Methode abgehen, werden meist als Gallensteine bezeichnet – doch auch hier wenden Kritiker ein, dass es sich nicht um solche Bestandteile handeln kann, die teilweise bis zwei Zentimeter groß sind und nur schwerlich die Gallengänge passieren können.

Allerdings gilt auch zu berücksichtigen, dass sich zahlreiche Patienten nach dieser Kur wesentlich besser fühlen als vorher – und auch über den Rückgang von Beschwerden berichten. Eventuell sind solche positiven Rückmeldungen durch die Begleiterscheinungen bedingt, die eine derartige Leberkur mit sich bringt, zum Beispiel die bewusste Ernährung im Vorfeld, die für sich eine reinigende Wirkung aufweist. Auch der Darm erfährt durch die veränderte Ernährung eine deutliche Entlastung und Reinigung. Schließlich kann man nicht vollständig ausschließen, dass die Ausscheidungen nicht doch auch echte Gallenbestandteile enthalten – die jedoch nicht so deutlich sichtbar sind.

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Leberkur – Homöopathie zur „Entgiftung“

Auch mit homöopathischen Mitteln lässt sich eine effektive Leberentgiftung erzielen. Vor allem die Einzelmittel Chelidonium (Schöllkraut), Carduus marianus (Mariendistel) und Lycopodium (Bärlapp) sind zu diesen Zweck geeignet.

Um die Leber allgemein zu aktivieren, hat sich dabei besonders das homöopathische Schöllkraut bewährt, während Bärlapp vor allem eingesetzt wird, wenn bereits Schmerzen auftreten. Die Mariendistel wird als homöopathisches Einzelmittel vor allem verwendet, wenn sich wiederkehrende Leber-Galle-Beschwerden zeigen, zum Beispiel Übelkeit oder Brechreiz. Wenn Krampfadern oder Hämorrhoiden vorliegen, die häufig auf eine Leberbelastung hinweisen (aufgrund einer Pfortaderstauung), hat sich die Einnahme des Mittels besonders bewährt.

Genau das passende homöopathische Einzelmittel für die individuellen Bedürfnisse des Patienten herauszusuchen, erweist sich in der Praxis jedoch häufig als schwierig und sollte keinesfalls ohne Absprache mit dem behandelten Therapeuten erfolgen. Alternativ kann man allerdings auch auf ein Kombinationspräparat zurückgreifen, wenn man eine Leberkur durchführen möchte. Hepeel von der Firma Heel enthält beispielsweise sowohl Bärlapp als auch Schöllkraut und Mariendistel sowie weitere, teilweise auch mineralische Inhaltsstoffe, die sich zur Entgiftung der Leber einsetzen lassen.

Schüssler-Salze für die Leber?

Nicht nur spezielle Homöopathika eignen sich als bewährte Mittel bei einer Leberkur – Schüssler-Salze lassen sich ebenso gut einsetzen. Während das Salz Nummer 6 (Kalium sulfuricum) allgemein die Leber stärkt, fungiert das zehnte Salz (Natrium sulfuricum) als klassisches Ausscheidungsmittel.

Ergänzt werden diese beiden Basispräparate durch Salz Nummer 12 (Calcium sulfuricum), das Entgiftungs- und Ausscheidungsprozesse fördert. Mit diesen drei Salzen kann auch eine vier- bis sechswöchige Kur durchgeführt werden; morgens kommt Salz Nummer 10 zum Einsatz, während mittags das sechste und abends das zwölfte Salz zugeführt wird. Die Einnahme erfolgt am besten nach Auflösen in Wasser, da auf diese Weise die Aufnahme der wirksamen Bestandteile erhöht wird.

Zu diesem Zweck werden jeweils 10 Tabletten in heißem, abgekochten Wasser aufgelöst. Die Flüssigkeitsmenge sollte zwischen 200 und 300 ml betragen. Anschließend trinkt man die Lösung in kleinen Schlucken und bewegt die jeweilige Portion einige Male sorgfältig im Mund, bevor man sie hinunterschluckt.

Auf diese Weise wird bereits eine Aufnahme über die Schleimhäute gewährleistet. Unterstützt wird die Leberkur am besten mit einem Leberwickel, der die Durchblutung der Leber fördert. Für die Herstellung verwendet man das sechste Salz als Salbe, das auf die Lebergegend aufgetragen wird. Anschließend wird ein mit heißem Wasser getränktes und ausgedrücktes Küchentuch auf diesen Bereich gelegt und mit einem Wolltuch fixiert. Der Leberwickel verbleibt so lange auf der Haut, wie es angenehm ist.

Fazit

Eine allgemeine Stärkung und Aktivierung der Leber mit entsprechenden homöopathischen Mitteln oder Schüssler-Salzen ist immer möglich. Für eine gezielte und sichtbare Ausleitung sorgen hingegen Behandlungsansätze, die Gallensteine aus dem Körper befördern sollen. Die Wirksamkeit solcher Therapien konnte jedoch bisher nicht zweifelsfrei nachgewiesen werden.

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Beitragsbild: 123rf.com – Alexander Raths

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