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Diagnose Reizdarm - Das Reizdarmsyndrom

Lassen Sie sich auf keinen Fall die Diagnose "Reizdarm" stellen!

Aus der Naturheilpraxis von Heilpraktiker René Gräber

Ungefähr jeder zehnte Mitteleuropäer leidet an chronischen Verdauungsstörungen, die im allgemeinen Sprachgebrauch als „Reizdarm” bezeichnet werden.

Oft gehen Nahrungsmittelunverträglichkeiten oder eine Schwäche der Bauchspeicheldrüse aus den Beschwerden wie Bauchschmerzen, Blähungen und Durchfall hervor.

Wenn das der Fall ist, dann sollten Sie einmal einen erfahrenen Naturheilkundler aufsuchen. Eine weitsichtige Betrachtungsweise kann der Problemlösung näher kommen, als eine in diesem Fall eher "beengte schulmedizinische" Sichtweise.

In der Naturheilkunde wird der Darm eben nicht als eher "passives Verdauungsrohr" gesehen, sondern die Naturheilkunde nimmt Rücksicht auf die Vielfalt der Wechselwirkungen mit den anderen Organsystemen (Magen, Leber, Galle, Bauchspeicheldrüse), mit der Darmflora, sowie mit dem Nerven- und Immunsystem.

Die typischen Reizdarm-Symptome

Wenn Ihnen Blähungen, Völlegefühl, Magendrücken, unregelmäßiger Stuhlgang bekannt vorkommen, kann es sein, dass bei Ihnen schon die Diagnose "Reizdarm" gestellt wurde. Die schlechte Nachricht: die Schulmedizin tritt gegen diese Diagnose nur mit wenig Erfolgschancen an.

Zu den typischen Reizdarmsymptomen zählen:

• krampfartige und starke Bauchschmerzen (v. a. in den Morgenstunden)
Blähungen und allgemein ein "Blähbauch"
Verstopfung
• Stuhldrang und Durchfall
schleimiger und schmieriger Stuhlgang

Schwierig zu behandelnde Krankheiten müssen nicht immer die Ursachen für solche Symptome sein. Wenn Sie nur von Zeit zu Zeit darunter leiden, kann es schon hilfreich sein. wenn Sie spät abends nicht mehr essen.

Hilfe: Auch Magen und Darm benötigen eine nächtliche Ruhephase. Essen Sie möglichst nach 18.00 nichts mehr; spätestens ab 20.00 Uhr.

Der Darm kann auch durch eine relativ fettreiche Ernährung überfordert werden, da Fett die Entleerung des Darms hinauszögert. Als weitere Gründe kommen in Frage: Sie essen zu hastig und / oder verschlucken dabei sogar Luft; Stress und Hektik schlagen Ihnen auf den Magen oder aber (und das trifft leider auf sehr viele Patienten zu), Sie bewegen sich zu wenig.

Hilfe: nach dem Essen einmal um das Haus spazieren gehen, Walking oder Jogging. Ideal ist ein sog. Rebound-Gerät - eine Art Minitrampolin; hüpfen Sie darauf drei mal täglich zwei Minuten.

Außerdem gibt es eine Reihe von Lebensmitteln, die einem empfindlichen Darm manchmal Probleme verursachen, z. B. Kaffee, rohes Obst, Rohkostsalate, Gemüsesorten wie Hülsenfrüchte oder Zwiebeln, scharfe Gewürze oder Alkohol.

Hilfe: Am besten machen Sie eine Zeit lang Notizen über Ihre Essgewohnheiten, denn dann lässt sich der Störfaktor leichter identifizieren.

Die "Schulmedizin" bringt beim Reizdarmsyndrom oft nicht die erwünschte Lösung

Wenn die Beschwerden trotz dieser einfachen Methoden bestehen, wird in der Schulmedizin dafür oft ein überaktives Nervensystem oder eine verstärkte Schmerzempfindlichkeit diagnostiziert. Eine Behandlung dieser Ursachen ist jedoch nicht möglich, sodass lediglich die Symptome geschwächt werden, z. B. mit krampflösenden und abführenden Wirkstoffen oder mit Mitteln gegen Durchfall.

Hilfe: Ein naturheilkundiger Therapeut wird eher versuchen, das Problem genauer zu analysieren und seine Quelle zu finden, um so eine genau Diagnose zu stellen.

Unverträglichkeiten gegen Milch- und Fruchtzucker werden oft nicht diagnostiziert

Eine bisher wenig berücksichtigte Verdauungsstörung ist die Fruktose-Unverträglichkeit. Den Betroffenen fehlt das Enzym, um Fruchtzucker im Dünndarm zu verdauen. Wenn der unverdaute Zucker im Dickdarm ankommt, führt dies zu Durchfällen und Blähungen.

Auf einer Tagung amerikanischer Darmspezialisten haben Wissenschaftler der Universität von Iowa in Iowa City/USA im Herbst 2003 eine Studie vorgestellt, wonach fast 30 % der Patienten mit einem „Reizdarm” einen Fruchtzucker-Enzym-Mangel aufweisen. Nachdem sie angewiesen wurden, fruktosehaltige Nahrungsmittel (z. B. Obst) zu meiden, gingen Durchfälle, Blähungen und Bauchschmerzen deutlich zurück.

Ähnliche Probleme haben Patienten mit einer Laktose-Unverträglichkeit (Milchzuckerunverträglichkeit). Milchprodukte lösen hier hauptsächlich die Beschwerden aus. Dieser Enzymmangel betrifft bis zu 15 % der Bevölkerung. Ihr Arzt kann einen speziellen Atemtest vornehmen, um festzustellen, ob der Milchzucker im Dünndarm ausreichend zersetzt wird. Auch die Zuckerersatzstoffe Sorbitol und Aspartam (etwa in zuckerfreien Getränken, Joghurts und Süßigkeiten) führen leicht zu Blähungen. Verzichten Sie nach Möglichkeit auf diese Substanzen.

Durch eine entsprechende Ernährung bei Reizdarm (z.B. die sog. "Rotationsdiät") ist eine Abschwächung der Symptome in den meisten Fällen möglich.

Eine Stuhluntersuchung hilft die wahren Ursachen aufzuspüren

Spezielle mikrobiologische Untersuchungen des Stuhls können weitere Ursachen Ihres „Reizdarms” aufklären. So können beispielsweise unverdaute Fleischfasern oder Stärke auf eine zu geringe Enzymsynthese der Bauchspeicheldrüse hinweisen.

Außerdem können durch solch eine mikrobiologische Untersuchung verschiedene Enzyme und Botenstoffe (z. B. Histamin) im Stuhl festgestellt werden, die typisch für Entzündungen in der Darmschleimhaut sind.

Je nach Diagnose kann Ihnen ein Therapeut dann verdauungsfördernde oder darmberuhigende Mittel verordnen. Gerade beim Reizdarmsyndrom kommen vor allem pflanzliche Wirkstoffe in Frage. Im Verdauungstrakt können diese besonders gut ihre Wirkung entfalten, da sie direkt mit dem erkrankten Organ in Kontakt treten können.

Daneben hat sich bei Verdauungsbeschwerden noch eine Vielzahl weiterer Naturheilverfahren als wirksam erwiesen.

Diese Naturheilverfahren können die Beschwerden lindern

• Homöopathie
• Enzymtherapie (z. B. mit Verdauungsenzymen)
Symbioselenkung
• Akupunktur
Heilfasten (z. B. F.X. Mayr Kur, Buchinger Fasten)
Colon-Hydro-Therapie (Darmspülungen)
• Eigenblutbehandlung (z. B. bei Nahrungsmittelallergien)
• Atemtherapie, Entspannungsverfahren
• Colonmassage
• Neuraltherapie
• Hypnose

Ein Therapeut der sich mit diesen Verfahren auskennt sollte Sie dazu beraten. Denn bei verschiedenen Ursachen des Reizdarmsydroms sind verschiedene Verfahren sinnvoll.

Mein eindeutiger Favorit ist und bleibt natürlich das Heilfasten. Mehr dazu lesen Sie im Artikel: Wie Fasten beim Reizdarmsyndrom helfen kann...

Dieser Beitrag wurde letztmalig am 10.01.2013 aktualisiert


   
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