Übergewicht durch Schlafmangel?

Freitag, 15. Februar 2013 11:34

Wer ans Abspecken denkt, der zieht häufig Bilanz in seinem Essverhalten und macht eine „Milchmädchenrechnung“ auf. Diese sieht so aus, dass das Übergewicht des Betroffenen Resultat eines Ungleichgewichts zwischen Kalorienaufnahme (viel zu viel) und Kalorienverbrennung (keine Bewegung, kein Sport) sein muss. Die gängigen Diätratgeber überschlagen sich dann sofort, jedem Abnehmwilligen eine Hungerkur aufzubrummen, bei der er nicht hungert.

Warum Diäten mit Vorsicht zu genießen sind und Fasten sich kaum für eine Gewichtsreduktion eignet, habe ich bereits mehrmals diskutiert:

Abnehmen mit der Brigittediät?

Wie Sie dauerhaft und gesund Abnehmen und vieles mehr.

Auch die Bilanzfrage zwischen Kalorienaufnahme und -verbrennung ist nur ein kleiner Teil der Wahrheit. Die Qualität der Nahrungsmittel spielt hier eine bedeutsamere Rolle als die Quantität. Mehr dazu unter:

Die giftige Wahrheit über Zucker und Übergewicht

Fruchtzucker – nicht so gesund wie es klingt.

Aber mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit sind noch andere Faktoren an der Entstehung von Übergewicht beteiligt. Ein Faktor scheint der Schlafmangel zu sein. Hier würde es man sich zu einfach machen, wenn man annimmt, dass die Betroffenen, anstatt zu schlafen, dauernd essen würden. Aber irgendwie läuft es dennoch in diese Richtung. Denn Wissenschaftler hatten im November letzten Jahres eine Arbeit veröffentlicht, in der sie versuchten, einen Zusammenhang zwischen Schlafmangel und Übergewicht zu ermitteln. Und der gelang:

St-Onge et al., New York Obesity Nutrition Research Center, St. Luke’s/Roosevelt Hospital, New York, NY, USA.

„Short sleep duration, glucose dysregulation und hormonal regulation of appetite in men und women.“

Sleep. 2012 Nov 1;35(11):1503-10. doi: 10.5665/sleep.2198. https://ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23115399

Die Arbeit wurde mit normal gewichtigen und gesunden Männern und Frauen im Alter zwischen 30 und 45 Jahren durchgeführt. Die Probanden schliefen in der Regel zwischen 7 und 9 Stunden pro Nacht. Während der Studie wurden die Probanden unter zwei Schlafkonditionen beobachtet: unter 4-stündigem Schlaf und unter normalen Schlafzeiten von 9 Stunden. Die Ernährungsbedingungen während der zweimal 4 Tage dauernden Beobachtungszeit waren für alle Probanden gleich.

Gemessen wurden täglich Nüchternblutwerte. Andere Blutentnahmen dienten zur Bestimmung der Konzentrationen von Glukose, Insulin, Leptin, Ghrelin, Adiponektin, Gesamt-Glucagon-like-Peptide-1 und Peptid YY.

Die Ergebnisse zeigten, dass das Körpergewicht der Probanden während der normalen Schlafzeit von 9 Stunden im Durchschnitt um 2,2 Pfund sank. Während der Kurzschlafzeit sank es um 1,7 Pfund. Dies erwies sich als statistisch signifikant. Die Konzentrationen von Glucose, Insulin und Leptin blieben bei beiden Schlafkonditionen gleich. Ghrelin und das Glucagon-like-Peptide-1 veränderten sich in Abhängigkeit vom Geschlecht. Der Kurzschlaf erhöhte unter Fastenbedingungen und am Morgen die Konzentrationen von Ghrelin bei Männern signifikant, nicht jedoch bei Frauen. Umgekehrt beobachteten die Forscher einen signifikanten Abfall des Glucagon-like-Peptide-1 während des Nachmittags bei Frauen während der Kurzschlafphase, der bei Männern nicht zu beobachten war.

Die Forscher schlossen aus diesen Beobachtungen, dass bei Schlafmangel im Zusammenhang mit einer negativen Energiebilanz keine verstärkte Insulinresistenz resultiert. Aber über Ghrelin und Glucagon-like-Peptide-1 kommt es zu einer verstärkten Nahrungsaufnahme.

Eine von vielen Aufgaben von Ghrelin im Organismus ist, den Appetit anzuregen. In Experimenten wurde gezeigt, dass das Peptidhormon als Infusion gegeben die Nahrungsaufnahme auch bei gesättigten Probanden erhöhte. Wenn also ein Schlafdefizit bei Männern die morgendliche Konzentrationen von Ghrelin erhöht, dann ist damit logischerweise eine vermehrte Nahrungsaufnahme verbunden.

Bei den Frauen setzt ein anderer Mechanismus ein. Hier ist während der Phase mit Schlafdefizit das Glucagon-like-Peptide-1 am Nachmittag reduziert. Glucagon-like-Peptide-1 ist ebenfalls ein Peptidhormon, hat aber unter anderem die Aufgaben:

  • die Entleerung des Mageninhalts in den Darm zu verzögern und
  • das Sättigungsgefühl zu stimulieren.
  • Es senkt außerdem die Produktion von Glucagon in den Alphazellen der Bauchspeicheldrüse und verhindert damit die Glucosefreisetzung aus der Leber und
  • stimuliert die Insulinproduktion.

Die letzten beiden Punkte verhindern überschießende Blutzuckerwerte.

Wenn also die Konzentrationen von Glucagon-like-Peptide-1 nicht ausreichend hoch sind, dann kommt bei der Betroffenen auch kein Sättigungsgefühl auf, was ebenfalls zu einer vermehrten Nahrungsaufnahme führt.

Fazit

Unzureichender Schlaf scheint einen nachhaltigen Einfluss auf unser hormonelles System zu haben, leider keinen Günstigen. Auch wenn die hier zitierte Arbeit mit einer vergleichsweise geringen Probandenzahl durchgeführt worden ist, scheinen sich dennoch deutliche Tendenzen in den Zusammenhängen zwischen Schlafdefizit und Übergewicht abzuzeichnen. Aber so oder so, ausreichend gesunder Schlaf, das ist nicht nur für die Gewichtskontrolle wichtig, sondern auch für andere Funktionen des Organismus.

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Chemie im Gemüse und doch kein Problem dank Essig

Samstag, 22. September 2012 6:00

Die chemische Industrie stellt einen Weltrekord nach dem anderen auf, wenn es darum geht, Herbizide, Pestizide und andere Umweltgifte zu produzieren und uns mit der Nahrung zugute kommen zu lassen. Da wird auf einmal aus einem anerkannt gesunden Salat, Obst oder Gemüse urplötzlich eine Bedrohung für unsere Gesundheit, nur weil die chemische Industrie auch hier ihren „pestiziden Senf“ dazu gegeben hat. Dieser Sachverhalt könnte auch mit ein Grund sein für die steigende Zahl an Krebserkrankungen in den letzten Jahrzehnten, neben der stetigen Abnahme an wichtigen Nährstoffen in den industriell gefertigten Lebensmitteln. Wie man sich nicht der Atemluft, mit allem, was drin ist, entziehen kann, so kann man sich auch nicht der Nahrungsaufnahme entziehen. Und selbst die von mir so geschätzten Fastenkuren sind natürlich zeitlich begrenzt.

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Die giftige Wahrheit über Zucker und Übergewicht

Dienstag, 7. August 2012 7:00

Denken Sie an diese Zusammenhänge (die ich im folgenden Beitrag darlege), wenn Sie das nächste mal Süßigkeiten essen oder diese Ihrem Kind anbieten…

Die giftige Wahrheit über Zucker und Übergewicht: In diesem Beitrag könnte ich Ihnen gleich diese “Wahrheit” präsentieren – bzw. schreiben. Die meisten Leser würden es aber nicht glauben und wieder weg klicken. Im Internet ist das durchaus angenehm: aus den Augen aus dem Sinn. Für diejenigen die es dennoch lesen möchten, versuche ich hier einen plausiblen Zusammenhang herzustellen. Also los gehts.

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Fruchtzucker – nicht so gesund wie es klingt

Samstag, 9. Juni 2012 10:00

Fruchtzucker oder auch Fruktose wird schon länger als alternatives Süßungsmittel bei Diabetes beworben. Auch Abnehmwillige und Gesundheitsbewusste sind als Zielgruppe dem Marketing ins Visier geraten. Die Begründung: Die aus Früchten und Obst gewonnene Fruktose ist bei gleicher Kalorienmenge viel süßer als handelsüblicher Haushaltszucker. Hierdurch führen geringere Mengen zu dem gleichen Geschmackserlebnis, weshalb man beim Backen und Kochen mit dem vergleichsweise teuren Fruchtzucker etwa 20 Prozent an Kalorien einspart.

Und dann schon das Wort: “Fruchtzucker”! Das Wort “Frucht” vermittelt den Eindruck von Gesundheit, weil es ja aus Früchten kommt… ganz im Gegensatz zum profanen “Haushaltszucker”.

Doch kann es so schön und so einfach sein?

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Gesunde Ernährung ist nicht teuer!

Montag, 7. Mai 2012 15:00

Es hält sich hartnäckig das Gerücht, dass eine vollwertige Ernährung viel teurer ist und daher nicht von jedem praktiziert werden kann. “Gesunde Ernährung” – das wird oft assoziiert mit der Bevorzugung von pflanzlicher Kost und gleichzeitiger Reduktion von tierischen Nahrungsprodukten. Auch aus ökologischer Sicht ist eine mehr vegetarische Ernährung zu bevorzugen. Ich möchte gern wissenschaftlich klären, ob eine gesündere Ernährung gleichzeitig mit höheren Ausgaben für Nahrungsmittel verbunden ist.
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Schlank bleiben: Warum Sie langsam essen sollten

Freitag, 27. April 2012 12:43

Wenn Sie meine Formel der gesunden Ernährung gelesen haben, kennen Sie auch den “vierten Baustein”: Langsames essen in Ruhe und ohne Hast führt zu gesunder Ernährung. Zu diesem Punkt hatte ich allerdings bis dahin noch keine Untersuchung oder veröffentlichte Studie gesehen. Aber: was schon lange Zeit vermutet wurde, ist nun tatsächlich wissenschaftlich bestätigt worden: Wer schneller ist, nimmt auch schneller zu – und lebt dadurch… nun, sagen wir ungesünder.

“Schnellessen” und Schlingen ist auch eine Ursache für Übergewicht. Klicken Sie HIER um den ganzen Artikel zu lesen

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Ist Agavendicksaft tatsächlich gesund?

Montag, 16. April 2012 3:42

Agave tequilana. Bei diesem Namen denkt man sofort an das mexikanische Nationalgetränk Tequila – es wird durch Fermentation des Sirups gewonnen – und an tropische Paradiese. Diese Bilder von unberührter Natur nutzen findige Marketing-Strategen. Klicken Sie HIER um den ganzen Artikel zu lesen

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Kleine Schritte führen zur gesunden Ernährung

Montag, 26. März 2012 12:33

Abnehmen ist der Traum eines jeden Übergewichtigen. Laut Statistik sind aber weniger als 10 Prozent der Abnehmbemühungen von Erfolg gekrönt. Im gleichen Maße nimmt die Zahl an adipösen Menschen zu, so dass man sogar von einer weltweiten Epidemie sprechen kann. Nachdem die Pharmaindustrie versuchte, das Übergewicht für sich zu vermarkten und Tonnen von Abnehmpillen auf den Markt warf, die entweder nutzlos waren oder aber gesundheitsgefährdend, besann man sich auf einen anderen Weg: Die Ernährungsberatung.
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Mediterrane Ernährungsweise verlängert das Leben

Donnerstag, 23. Februar 2012 16:19

Die südeuropäische Ernährungsweise, die vorzugsweise aus Gemüse und Fisch besteht, verlängert laut einer Studie das Leben um drei Jahre und erhöht insgesamt die Chancen auf ein längeres Leben um 20 Prozent. Diese ziemlich überzeugende Schätzung wurde von Wissenschaftlern von der Sahlgrenska Academy in Gothenburg, Schweden, erhoben.

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Sucralose – Gefahren und Nebenwirkungen, die man selten erfährt

Dienstag, 24. Januar 2012 17:08

Es gibt mal wieder frohe Kunde aus dem Süßstofflager, denn die Industrie hat ein neues Mittelchen gefunden, mit dem sie den Markt “revolutionieren” will: Sucralose. Sucralose ist ein Süßstoff, der ungefähr 600-mal süßer als der übliche Haushaltszucker ist, und obendrauf ist er komplett kalorienfrei. Außerdem ist die Wirkungsweise im Mund anders bei Kristallzucker – man schmeckt die Süße erst später und sie hält länger an, das heißt, der süße Nachgeschmack ist noch lange nach dem Herunterschlucken festzustellen.

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