Almased Vitalkost Pulver
Abnehmen mit dem Almased Vitalkost Pulver?
Schlechte Ernährungsgewohnheiten haben in den letzten vierzig
Jahren dazu beigetragen, daß die sogenannten Zivilisationskrankheiten wie Diabetes mellitus, Darmkrankheiten oder auch Rückenleiden, die
bekanntermaßen durch Übergewicht mit verursacht werden,
immer mehr auf dem Vormarsch sind (siehe auch -> Folgen von Übergewicht).
André Trouiller hat sich diesem Thema in den neunziger Jahren angenommen, als er die Firma Almased
gründete, die ihre Produkte weltweit erfolgreich vermarktet.
Die Wirkung des Almased Vitalkost Pulvers, auch bekannt als Almased-Diät, ist in einer Studie von der Universität Freiburg bestätigt worden. Man
sollte sich die Aussagen und Ergebnisse der Studie einmal genau ansehen, denn vielfach wird mit der Aussage
"geworben": "Die Almased-Diät zeigte die größten Erfolge, weil im Almased Vitalkost Pulver alle
lebensnotwendigen Inhaltsstoffe für eine gesunde Ernährung enthalten sind und es während der Diät nicht zu
Mangelerscheinungen kommt."
Hier eine kurze Zusammenfassung:
Studienbeschreibung:
Adipöse und Übergewichtige Personen werden einer der drei Interventionsgruppen randomisiert zugeteilt.
Während der ersten sechs Wochen wird die Substitutionsgruppe (SD-G) angeleitet, zwei Mahlzeiten täglich durch
ein handelsübliches Sojaprotein-Joghurt-Honig-Präparat (Almased) in individueller Dosierung zu ersetzen, um
dadurch die Kalorienzufuhr definiert einzuschränken. Während der folgenden 18 Wochen soll nur noch eine
Mahlzeit ersetzt werden und die Fettzufuhr 60g/d nicht überschreiten. Die Kalorienzufuhr beträgt so in den
ersten 6 Wochen ca. 1000 kcal/d für Frauen und 1200 kcal für Männer, in den nächsten 18 Wochen sollten Frauen
maximal 1500 kcal zuführen und Männer maximal 1700 cal/d. Die zweite Gruppe (SD/PA-G) wird zwei mal pro Woche
an einem einstündigen Ausdauersportprogramm teilnehmen, ansonsten aber die gleichen Ernährungsvorschriften wie
die SD-Gruppe einhalten. Teilnehmer der Lebensstil-Gruppe (LE-G) werden drei Schulungstermine innerhalb von 2
Monaten erhalten und drei Individualschulungen in den Wochen 6, 24 und 48. Alle Schulungen werden durch
erfahrene Ernährungsberaterinnen durchgeführt. Die Teilnehmer erhalten Informationsmaterial in Übereinstimmung
mit den Empfehlungen der "Deutschen Gesellschaft für Ernährung" und der "Deutschen Gesellschaft für
Sportmedizin und Prävention". Empfohlen wird eine fettreduzierte, Nährstoff-balanzierte Reduktionskost mit 1200
- 1500 kcal pro Tag für Frauen und 1500 bis 1800 kcal pro Tag für Männer, mit einer Kalorienverteilung von 60%
Kohlenhydraten, 25% Fett und 15% Eiweiß. Erfasst werden zu Beginn sowie nach 6, 24 und 48 Wochen Anamnese,
Gewicht, Bauch- und Hüftumfang, Blutdruck, Glucose, Insulin, Lipide und Entzündungsparameter (CRP, Il-6). Zur
Bestimmung der Körperkomposition wird ein BodPod eingesetzt. Die Compliance bezüglich der Ernährungsempfehlung
wird mit Fragebögen erfasst. Endpunkte: Gewichtsreduktion um 5% und 10 % Reduktion der Koerperfettmasse
Veraenderung der Muskelmasse.
(Quelle: http://zksinternet.ukl.uni-freiburg.de/ukfreg/search.faces, UKFReg-ID: UKF000723)
Ergebnis:
In all, 83 subjects completed the 6-months study. BMI dropped highly significantly in all groups (LE-G:
-2.2+/-1.43 kg/m(2); SD-G: -3.1+/-1.29 kg/m(2); SD/PA-G: -3.0+/-1.29 kg/m(2)). Subjects in the SD-G and in the
SD/PA-G lost more weight during the 6-months study (-8.9+/-3.9; -8.9+/-3.9 kg) than did those in the LE-G
(-6.2+/-4.2 kg), and had a greater decrease in fat mass (-8.8+/-4.27; -9.4+/-4.54 kg) than those in the LE-G
(-6.6+/-4.59 kg). In contrast, no significant intraindividual or between-group changes in the fat-free mass
were seen. In all groups, metabolic parameters showed an improvement in glycemic control and lipid profile.
(Quelle: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15303108)
Die Studie kommt insgesamt zum Ergebnis, dass eine Soja-Protein-Diät und eine Low-Fat-Diät die
Körperzusammensetzung von Übergewichtigen Personen günstig beeinflussen können, wobei diese eher Fett verlieren und
die Muskulatur erhalten bleibt.
Der Erfolg von Almased wird oft so erklärt: Bei dieser Diät soll nämlich der gefürchtete Jo-Jo-Effekt
ausbleiben, wie ja auch die Freiburger Studie mehr oder weniger bestätigte.
Und es wird plausibel gemacht, wie das erreicht werden soll: das Vitalkost-Pulver schränkt die Schilddrüse in
ihrer Aktivität nicht ein. Der Stoffwechsel wird durch die verminderte Kalorienzufuhr aufrecht erhalten. Die
Produktion des Schlankheitshormons Leptin, des Stresshormons Cortisol und des Masthormons Insulin werden optimiert und das Sättigungsgefühl im Gehirn positiv gesteuert.
Almased Vitalkost Pulver besteht im wesentlichen aus Sojaeiweiß, Magermilch-Joghurtpulver und Honig. Hinzu
kommen noch:
Eisen-(ll)fumarat (Eisenanteil 32%) 60mg/100g, Selenhefe (Selenanteil 0,1%) 35mg/100g, Zinkoxid (Zinkanteil 80%)
2,5mg/100g; Kupfergluconat (Kupfernateil 14%) 0,5mg/100mg, Mangansulfat x H2O (Mangananteil 32,5%) 0,2mg/100g,
Kaliumjodid (Jodanteil 76%) 0,1mg/100g, sowie noch einige Vitamine: Vitamin-A-acetat 2580 i.E. (entspricht 0,8mg
Retinoläquivalenten)/100g; B1 1,2mg/100g; B2 16,8mg/100g; B6 1,7mg/100g; B12 1,6 microgramm/100g; Biotin 16,5
microgramm/100g; Calciumpantothenat 3,7mg (entspricht 3,3mg Pantothensäure)/100g; Folsäure 0,2mg/100g; Vitamin D3
220 i.E. (5,5 microgramm/100g); D,L-Tocopherolacetat 16,4mg (entspricht 11 Tocopheroläquivalenten)/100g
Das Almased-Vitalkost-Pulver wird in 500-Gramm-Dosen in Apotheken angeboten und ist auch im Internet
bestellbar. Eine Dose kostet knapp unter 20.- Euro.
Am Anfang einer Almased-Diät, also der Phase der Ernährungsumstellung, trinkt man dreimal täglich einen
Almased-Milchshake, der auch ganz ordentlich schmeckt und sättigt.
Dazu werden zu jeder Mahlzeit in 300 ml fettarmer kalter Milch je nach Körpergröße drei bis fünf Esslöffel
Almased Vitalkost Pulver gemixt, angereichert mit 5 g Soja-, Sonnenblumen-, Raps- oder Mandelöl. Zwischendurch
sollte viel Mineralwasser, klare Gemüsebrühe und Almased Vital Tee getrunken werden. Die Gemüsebrühe kann man sich
selbst kochen oder ein fertiges Produkt kaufen.
Der Almased Vital Tee besteht aus Weißdorn, Sellerie und Kräutern. Die Anfangs- oder Startphase dauert 3-4 Tage.
Danach beginnt die Reduktionsphase, bei der zwei Mahlzeiten am Tag aus dem Almased Vitalkost Pulver zubereitet
werden.
Die anschließende 18-wöchige Stabilitätsphase mit einer täglichen Almased-Mahlzeit und ansonsten auch möglichst
gesunder Ernährung dient dem Erhalten des neuen reduzierten Gewichts oder der weiteren langsamen Gewichtsabnahme
ohne den angeblichen Jo-Jo-Effekt.
Fazit: Wie auch bei anderen Formula Diäten stellt sich natürlich ein Erfolg ein, wenn man sich an das Programm hält. Was
passiert aber, wenn man es beendet? Wenn Sie genauso weiterleben wie zuvor, werden Sie auch wieder zunehmen.
Die Wenigsten halten Sich meiner Erfahrung nach an das "Programm" von Almased und betrachten das Pulver "nur"
als Mahlzeitenersatz. In diesem Fall können Sie sich das Pulver auch gleich sparen.
Öko-Test kommt zu der Auffassung, dass in Almased zu wenig Ballaststoffe enthalten sind und wertet daher das
Produkt ab. Ferner ist Ökotest der Auffassung:
"Grundlage für die Zusammensetzung der Pülverchen ist § 14 a der Diät-Verordnung. Darin ist geregelt,
welche Nährwerte, Vitamine und Mineralstoffe in welcher Höhe pro Tag oder Mahlzeit in den Drinks enthalten sein
müssen. [...] Bei Almased fehlen die vorgeschriebenen essenziellen Fettsäuren. Die soll der Verbraucher
selbst über die Zugabe von fünf Gramm »z. B. Sonnenblumenöl« ergänzen. Doch das ist zum einen schwer dosierbar,
zum anderen besteht die Gefahr, dass der Verbraucher das Öl einfach weglässt, um noch mehr Kalorien zu sparen,
und dann zu wenig wichtige Fettsäuren aufnimmt." (Quelle: Ökotest, Februar 2002)
Mein "Zweifelhaft-Siegel" kommt aber aus noch ganz anderen Gründen:
1. Das Almased-Pulver besteht im wesentlichen aus Soja. Soja ist allerdings seit einigen Jahren zu großen
Teilen nur noch aus gentechnisch verändertem Soja zu erhalten. Ökotest schreibt dazu:
"Die gefundenen Sequenzen sind typisch für das Gen-Soja der amerikanischen Firma Monsanto, dessen Pflanzen resistent gegen das Unkrautvernichtungsmittel Roundup sind. Da bei gentechnisch manipulierten Lebensmitteln mit einem erhöhten
Allergie-Potenzial zu rechnen ist, werten wir diese Produkte um zwei Stufen ab." (Quelle: Ökotest,
Februar 2002)
Mehr zu der Problematik der Gentechnik lesen Sie in meinem "Gentechnik-Report".
2. Milch zum anrühren des Getränks kann ich ebenfalls nicht empfehlen. Mehr dazu finden Sie in meinen
Beiträgen:
- Milch trinken? Ist das noch gesund?
Laut einem Bericht der American Academy of Allergy and Immunology, Commitee on the Adverse Reactions of Food
(Teil des National Institutes of Health) traten bei bis zu einem Drittel der betroffenen Kinder keine
Komplikationen mehr auf, nachdem sie gänzlich auf Milch und Milchprodukte verzichtet hatten.
- Milch - gesundes Lebensmittel oder krankmachendes Getränk?
Bereits 1994 warnte das Magazin FOCUS vor möglichen Nebenwirkungen des Rinderwachstumshormons BST. Das
gentechnisch produzierte Bovine Somatotropin wurde von den zuständigen Behörden als unbedenklich eingestuft,
obwohl es Hinweise gab, dass die erhöhte Aufnahme von Wachstumsfaktoren mit der Milch die menschlichen
Darmzellen zu vermehrter Teilung anregt.
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