Grillfleisch im Test und das Grauen bei Tönnies

Schwein im Mastbetrieb

Schaut man in die Fleisch- und Wurstregale dann findet man in Deutschland vor allem eins: Schweinefleisch. Das Schwein ist des Deutschen liebstes Fleisch – jedenfalls das am meisten verkaufte.

Das Statistische Bundesamt informiert uns, dass in Deutschland jeden Tag knapp 151.000 Schweine geschlachtet werden.

Vielleicht mit Blick auf die Grillsaison (die schon wieder in vollem Gange ist), hat Stiftung Warentest seinen Fokus auf Schweinefleisch gerichtet.

Und gleich vorweg: Noch trauriger als die Testergebnisse finden die Tester die Situation in deutschen Schlachthäusern.

In diesem Zuge wurde auch der Betrieb Tönnies in Rheda-Wiedenbrück in Augenschein genommen.

Auf diese Fragen suchten die Tester Antworten:

  • Wie gut ist die Qualität von Koteletts und Schweinenackensteaks im deutschen Handel?
  • Gibt es Anbieter, denen das Wohl der Tiere nicht egal ist?
  • Wie steht es um die Arbeitsbedingungen der Mitarbeiter in deutschen Schlachthöfen?

Untersucht wurden unter diesem Blickwinkel 15 Schweinefleisch-Produkte, angefangen bei preiswerter Discounterware bis hin zu teuren Biosteaks.

Im Vordergrund der Tests standen Handelsmarken wie:

  • Landjunker (Lidl)
  • Gut & Günstig (Edeka)
  • Meine Metzgerei (Aldi Nord und Süd)
  • Wilhelm Brandenburg (Rewe)
  • Königshofer (Bio-Supermarktkette Denn´s)

Bei allen Betrachtungen durch Stiftung Warentest kam die Unternehmensverantwortung, also in „neudeutsch“ die „Corporate Social Responsibility“ (CSR) nicht zu kurz.

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Ein erstes Fazit lautet: Zwar ist die Fleischqualität oft gar nicht so schlecht, aber die meisten Anbieter sind weit davon entfernt, ihre Marktmacht dazu zu nutzen, das Tierwohl und/oder die Arbeitsbedingungen zu verbessern.

Doch es gibt durchaus auch Lichtblicke.

Zuerst die gute Nachricht

Alle Nackensteaks und Koteletts wurden sehr intensiv unter die Lupe genommen.

Die Aufmerksamkeit der Prüfer richtete sich auf:

  • Schadstoffe (zum Beispiel Schwermetalle)
  • Antibiotika-Rückstände
  • Krankheitserreger (Salmonellen, antibiotikaresistente Keime wie zum Beispiel MRSA oder ESBL-Bildner)

In immerhin zehn der getesteten Produkte entdeckte Stiftung Warentest antibiotikaresistente Keime.

Im Bericht heißt es, dass davon aber keine akute Gefahr ausgehe. Ein Experte erklärte dazu, dass die Steaks von einem Anbieter deutlich mit „Verderbniskeimen“ belastet waren. Zwar sei die Menge gesundheitlich noch unbedenklich, aber ein Indiz für einen Hygienemangel sei dies allemal.

Bei der Verkostung vergab Stiftung Warentest folgende Noten:

  • „gut“ – 8 Mal
  • „befriedigend“ – 5 Mal
  • „ausreichend“ – 2 Mal

Die beiden Testsieger sind die in Bio-Qualität. Dies ist ein weiterer Beleg, dass es ohne „Bio“ meines Erachtens nicht geht, wie ich u.a. bereits in meinem Beitrag: Bio-Obst und Bio-Gemüse ist nicht nur gesünder, sondern auch grüner zeigte.

Eine Übersicht über die wichtigsten Bio-Siegel finden Sie in meinen Beitrag: Bio Siegel und Öko Siegel – Welche sind gut bzw. besser?

Wo der Schuh drückt

Schon im Februar 2020 hat Stiftung Warentest zwölf Landwirte und sieben Schlachthöfe besucht. Jeder dieser Betriebe produziert beziehungsweise verarbeitet Steaks, und zwar jene, die zuvor untersucht worden waren. Dazu gehörte auch das Tönnies-Werk in Rheda-Wiedenbrück, wo jeden Tag circa 20.000 Schweine geschlachtet werden.

Die meisten Schlachthöfe tun nicht mehr, als die Mindeststandards vorschreiben. So verläuft das kurze Leben der Mastschweine schlechter als trostlos in geschlossenen Ställen, die viel zu kleine Fenster haben. So ein Schwein bringt gut und gern 110 Kilogramm auf die Waage, hat im Stall aber nur 0,75 Quadratmeter zur Verfügung. Kastrieren und Schwanz kupieren (natürlich ohne Betäubung), sind dort an der Tagesordnung.

Zur Schlachtung wurden die Schweine mit Kohlendioxid (hoffentlich) betäubt, dann erfolgte ein Stich in die Halsschlagader. Die Haut wurde gebrüht, um sie sogleich im Flammofen zu entkeimen. Danach werden sie mittels Sägen aufgeschlitzt.

Für die Mitarbeiter von Stiftung Warentest war die Atmosphäre kaum zu ertragen. Sie fragten sich unter anderem, warum können wir solche Tiere, die uns eigentlich genetisch sehr ähnlich sind, so behandeln? Warum gestehen wir den Tieren, die uns ernähren, keinerlei Würde zu?

In Bio-Haltungen gesteht man den Schweinen ein bisschen mehr Platz zu, man gönnt ihnen sogar etwas Auslauf und Beschäftigung. Doch geschlachtet wird so gnadenlos wie bei Tönnies & Co.

Die Sache mit den Angestellten bei Tönnies

Das Subunternehmen Düringer bekommt von Tönnies den Auftrag zur Schlachtung einer bestimmten Anzahl von Schweinen innerhalb festgesetzter Fristen. Die Bezahlung orientiert sich ausschließlich an der Anzahl der geschlachteten Tiere. Der Subunternehmer macht dann hohe Gewinne, wenn die Tiere so schnell wie möglich zu geringsten Kosten geschlachtet werden. Dies funktioniert am besten mit katastrophalen Arbeitsbedingungen für „Billigarbeiter“ aus Polen, Rumänien oder Bulgarien.

Inzwischen grassiert das Coronavirus unter den Schlachthofmitarbeitern, gerade so, als wolle es uns endlich alle aufmerksam machen auf diese unhaltbaren Zustände. Gewiss hat das Virus in den Gemeinschaftsunterkünften leichtes Spiel. Die Arbeiter werden von dort aus mit Bussen zur Arbeit gefahren, um eng an eng am Fließband zu stehen. Extra kühle Temperaturen begünstigen die Ausbreitung des Virus enorm. So wurden im Hauptwerk des Branchenführers Tönnies kürzlich über 1.500 Mitarbeiter positiv auf das Virus getestet.

Tönnies überlies jegliche soziale und moralische Verantwortung (und das ist ein berechtigter Vorwurf) einfach seinen Sub-Unternehmern, gewiss nicht, weil darauf vertraut wurde, dass diese sich um solch wichtige Themen wie Tierwohl oder Arbeitsschutz ernsthaft kümmern. Es gab bei diesem Test nur einen Schlachthof, der fest angestellte Mitarbeiter aufweisen konnte, denen zudem auch noch Wohnungen zur Verfügung gestellt werden.

Verbraucher haben die Macht

Jeder von uns kann Billig-Fleisch bewusst meiden, denn nur wenn die Umsätze bröckeln, werden Manager aktiv. Nahezu alle großen Handelsketten gaben bereitwillig Auskunft über ihre Lieferanten. Doch Deutschlands größter Lebensmittelhändler Edeka macht das, wahrscheinlich aus guten Gründen, nicht.

Ich rate sowieso dazu Schweinefleisch in jeglicher Form dringend zu meiden! Die Begründung finden Sie u.a. in meinem Beitrag: Krank durch Fleisch.

Fazit

Stiftung Warentest war soweit zwar mit der Qualität der Fleischprodukte zufrieden. Doch Fleisch wird in Deutschland nach wie vor unter äußerst fragwürdigen Bedingungen produziert.

Die Zustände in unseren Schlachtbetrieben sind für Mensch und Tier miserabel. Die Bundesregierung überlegt nun, ab dem 1. Januar 2021 ausschließlich Arbeitnehmer des Betriebes schlachten und verarbeiten dürfen.

Und last, but not least: Weniger Fleisch zu essen, und dies gilt insbesondere für Schweinefleisch, würde unserer Gesundheit (und den Tieren) nur gut tun.

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Beitragsbild: fotolia.com – nipol

René Gräber

René Gräber

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4 Kommentare Kommentar hinzufügen

  1. Avatar

    Nach radiker Umstellung von der üblichen westlichen Ernährung (Industriekost, Erhitzes usw.) auf Rohkost, gekeimtes Essen, Nüsse, Trockenobst und Anwendung eines
    rechtsdrehenden Hochgeschwindigkeitsmixes und Ausleitung von Giften, Schlacken
    und Toxinen sind alle Krankheiten verschwunden, selbstverständlich auch Erkältungen,
    Grippen, Entzündungen, schlechte Wundheilung etc.
    Wer noch einen Kick oben drauflegen will, kann seine Ernährung nach seiner Blutgruppe machen., sollte sich aber nach dem amerikanischen Arzt Dr. Peter Adamo richten,
    Exceltabellen dazu gibt es auch auf deutsch. Was ich zum Thema Blutgruppenernährung auf spanischen, englischen und deutschen Interntseiten gefunden habe, ist nicht unbedingt zielführund.
    Um noch mehr Energie zu bekommen sollte m.E. auch Intervallessen angewendet werden.

  2. Avatar

    Egal ob Schwein, Fisch, Rind oder Federvieh . . . letztendlich ist quasi jedes tierische Produkte mehr oder weniger als tendenziell eher nicht Gesundheitsförderlich zu bezeichnen. Dazu kann ich dem Interesssierten die Dokumentation ,,What the Health- Wie Konzerne uns krank machen und warum niemand etwas dagegen unternimmt“ wärmstens empfehlen. Die Doku wurde zwar in den USA gedreht, aber die Mechanismen sind in Deutschland/EU wohl sehr ähnlich, wenn nicht die gleichen. Viel ,,Spaß“ wünsche ich!

  3. Avatar
    Jonathan B.

    2. Juli 2020 um 11:11

    Go Vegan…ist der einzige Weg der Ethik! Tierwohl mit Schlachtung zu koppeln ist green-washing der Ausbeuterindustrie, um das Gewissen der KonsumentInnen zu beruhigen und sie so beim Fleischfressen zu halten. Der Status Quo muss gewahrt bleiben.

  4. Avatar

    Mir fehlen die Worte. Bei Berichten von ihnen, stehen mir öfters die Haare zu Berge und mir stockt das Herz. Heute las ich den Beitrag von Rainer Lakaschus über den Bericht von Dr. Kaiser über die Corona-Impfung. Ich leide schon mein Leben lang an einer epigenetischen Genveränderung durch die Behandlung durch die „Schwarzen Pädagogik“
    Das habe ich bewiesen bekommen durch einen noch neuen Forschungsbericht der Charité Berlin. Das Leben kann so schrecklich sein. Und nun diese Impfung! Ich denke an meine Kinder und Enkelkinder, was kann man nur dagegen tun? Ich halte das nicht aus !

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