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Einlauf & Darmeinlauf - Notwendig oder Überflüssig?

Der Einlauf oder Darmeinlauf: Für viele Patienten oder Fastenwillige ist das Thema Einlauf mit einem Tabu belegt. Doch das muss nicht sein! Ein Einlauf ist eine Reinigungsmaßnahme, die sich zur Vorbeugung und Heilung vieler Krankheiten eignet. Für das Heilfasten ist ein Einlauf sogar dringend notwendig. Wenn man ihn richtig durchführt, ist er auch bei Weitem nicht so unangenehm, wie viele denken.

Hier erfahren Sie, wie ein Einlauf oder Darmeinlauf durchgeführt wird, wie er wirkt und warum und wann Sie eventuell von einen Einlauf profitieren könnten.

Aus der Naturheilpraxis von René Gräber, Heilpraktiker und Gesundheitspädagoge (SKA)

Wenn es in meinen Beginner-Fastenkursen zum Thema Einlauf kommt, senken sich meist die Häupter und fast jeder tut so, als würde er oder sie gerade angestrengt im Manuskript (das ich ausgeteilt habe) lesen...

Und dieses "Problem" thematisiere ich auch gleich als erstes:

Alle Ausscheidungsvorgänge des Körpers sind "normal". Dazu gehört erst recht der Stuhlgang. Aus unserer Kindheitserziehung haben wir gelernt, dass das, was da hinten rauskommt, "Bäh" oder "Pfui" ist. Das ist natürlich völliger Blödsinn. Denn was da hinten rauskommt ist NORMAL (meistens jedenfalls).

Also lösen wir uns erst einmal von der Pfui-Bäh-Vorstellung und kümmern uns um die Sache Einlauf oder Darmeinlauf.

Für einen Einlauf werden in der Regel Klysos, Klistier-Spritzen oder Klistier-Bälle verwendet. Ein Klistier ist die "kleinere" Variante des Einlaufs, bei dem weniger Flüssigkeit eingespült wird. Das Wort „Klistier“, das in all diesen Bezeichnungen steckt, kommt übrigens aus dem Griechischen und bedeutet „Reinigung“ oder „Spülung“. Bei allen Einlaufvarianten wird eine „Klistierspritze“ in den After eingeführt (keine Sorge, die ist natürlich weder spitz noch schmerzhaft). Durch diese wird dann auf unterschiedliche Weise Flüssigkeit in den Darm geleitet.

Der Einlauf-die Spülung von Mastdarm und Dickdarm (auch Darmeinlauf genannt)-ist eines der ältesten Naturheilmittel und wird traditionell durchgeführt, um bei hartnäckiger Verstopfung (Obstipation) den Stuhl im Enddarm aufzuweichen und abzuführen. Der Einlauf wird auch bei ganzheitlichen Fastenmethoden eingesetzt, um eine schonende und gründliche Reinigung des Körpers von innen zu erreichen.

Die Geschichte des Einlaufs ist lang. Schon die alten Ägypter nutzten diese Methode, um den Körper zu reinigen. So sollten die „Krankheitsdämonen“ schneller ausgeschieden werden. Außerdem versuchten sie, Kranken auf diese Art Medikamente oder Nährstoffe zuzuführen. Später (ab dem vierten Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung) verbreitete sich die Theorie des Hippokrates, nach der alle Krankheiten aus einem Ungleichgewicht der Körpersäfte herrühren sollen. Der Einlauf gehörte zu den Standardmethoden, um einen Ausgleich der Säfte wieder herbeizuführen. Im 16. und 17. Jahrhundert wurden Einläufe so beliebt, dass man von einer regelrechten „Klistier-Sucht“ sprechen konnte. Die Vorstellung, man könne mit Aderlässen und Einläufen alle Krankheiten heilen und außerdem länger jung, schön und gesund bleiben, veranlassten viele Menschen zu täglichen Klistieren als Gesundheitspflege. Erst als sich die Medizin im 19. Jahrhundert von der Säftelehre distanzierte, verlor der Einlauf an Bedeutung. Ganz unwichtig ist er jedoch nie geworden. Naturmediziner setzten ihn immer gegen Verstopfung und andere Probleme ein. Übrigens: Schon im Mittelalter hielt Schamgefühl viele Menschen von einem Darmeinlauf ab. Deshalb erfand ein französischer Chirurg im 16. Jahrhundert einen Klistierapparat, der ohne Hilfe einer zweiten Person benutzt werden kann. Bis es soweit verbessert wurde, dass es keine Verletzungsgefahr mehr bot, vergingen jedoch weitere hundert Jahre. Doch nicht jeder war so schamhaft. Dazu eine Anekdote am Rande: Ludwig XIV. erklärte seine Gesundheit zur Staatssache und ließ alle Behandlungen, auch die Einläufe, in Anwesenheit seines Hofstaates durchführen.

Heute gibt es verschiedene Klistierapparate, die eine einfache Handhabung ermöglichen und gut zu reinigen sind. Für den Hausgebrauch ist ein Irrigator-Set, ein Klistier oder eine Klyso-Pumpe sehr gut geeignet. Ich empfehle eine Klyso-Pumpe. Diese erhalten Sie in Sanitätshäusern oder (oft nur auf Bestellung) in Apotheken. Mit etwa 20 – 25 Euro halten sich die Anschaffungskosten in Grenzen.

Durchführung eines Einlauf mit der Klyso-Pumpe:

Vorsicht: Ein Darmeinlauf sollte aufgrund der möglichen Kreislaufbelastung immer im Liegen durchgeführt werden!

In Fastenbüchern sehe ich immer wieder abscheuliche Szenen, wie man sich im Bad hinknien soll, den Topf an der Türklinke aufhängen...schauderhaft. Ich möchte fast behaupten: Diese "Schriftsteller" haben das noch nie praktiziert-oder sie sind völlig schmerzbefreit.

Ich denke da an meine Fastenteilnehmer über 50, mit Knie- und Rückenbeschwerden... Von der demütigenden Körperhaltung ganz zu schweigen. Unglaublich, dass so etwas empfohlen wird. So: Nachdem Sie jetzt wissen, wie es NICHT sinnvoll ist, erfahren Sie eine sinnvolle Methode für einen gelungenen Darmeinlauf.

Vorbereitung für einen Einlauf mit einer Klyso-Pumpe:

1. Legen Sie zuerst folgende zusätzliche Hilfsmittel bereit:

• Schutzfolie oder Zellstofftücher

• Einmal-Handschuhe

• Schüssel

• Vaseline oder Fett-Creme

2. Prüfen Sie den festen Sitz des Klistier-Stücks am Schlauchende.

3. Bereiten Sie die Spülflüssigkeit vor: Füllen Sie hierzu circa 200 - 500ml körperwarmes Wasser (ca. 37°C) in die Schüssel. Wenn Sie Wirkstoffe wie zum Beispiel Natron, Kochsalz oder Kamillentinktur hinzugeben möchten, halten Sie sich bitte an die Dosieranleitung dieser Wirkstoffe, da eine Überdosierung zu einer Darmschleimhautreizung führen kann!

Welche Zusätze Sie sinnvoll für einen Darmeinlauf einsetzen können, erfahren Sie, wenn Sie hier klicken.

4. Fetten Sie das Klistierrohr zum Beispiel mit Vaseline ein. Nehmen Sie dazu ein Stück Toilettenpapier.

5. Bedecken Sie das Bett oder die Liegefläche mit der Schutzfolie oder den Zellstofftüchern. Es tut auch ein Badehandtuch.

6. Stellen Sie die Schüssel mit der Spülflüssigkeit in erreichbare Nähe neben sich.

Durchführung eines Einlaufs:

1. Ziehen Sie die Einmal-Handschuhe an. Wenn Sie wollen, können Sie auch darauf verzichten.

2. Legen Sie sich mit Ihrer linken Seite auf Ihr Bett oder eine andere bequeme Liegefläche. Da der Dickdarm linksseitig verläuft, wird so der Flüssigkeitsaufstieg in den Darm begünstigt. Der Einlauf kann auch in einer flachen Rückenlage mit aufgestellten Beinen vorgenommen werden. Bereitet Ihnen die Selbstdurchführung Schwierigkeiten, bitten Sie eine Person Ihres Vertrauens um Mithilfe.

3. Ziehen Sie die Knie leicht an, um Ihre Bauchmuskulatur zu entspannen.

4. Führen Sie das Einlauf-Rohr mit einer leichten Drehbewegung ca. 2 - 3 cm in den After ein. Das ganze soll schmerzlos sein.

5. Das Schlauchende mit dem Ansaugventil tauchen Sie in die Spülflüssigkeit. Durch Pumpen des Balles wird die Flüssigkeit angesaugt und über den Ball und das Einlauf-Rohr in den Darm gebracht. Bei einem starken Entleerungsdrang beenden Sie das Pumpen.

6. Ziehen Sie das Einlauf-Rohr aus dem After.

Achtung: Ziehen Sie dabei nicht am Schlauch, sondern am Einlauf-Rohr. Versuchen Sie, die Flüssigkeit möglichst lange zu halten. Bei einer Verweildauer der Flüssigkeit von circa sieben Minuten erhalten Sie eine optimale Wirkung des Klistiers.

7. Entleeren Sie den Darminhalt auf der Toilette. Dies kann eine längere Zeit dauern.

Reinigung des Einlaufgeräts

1. Spülen Sie das Klistier mit reichlich Wasser gründlich durch.

2. Das Klistier-Rohr kochen Sie anschließend aus und desinfizieren es gegebenenfalls.

3. Entsorgen Sie die benutzten Einmal-Artikel wie Handschuhe, Schutzfolie oder Zeitstofftücher.

Erfolgt die Anwendung von einem Darmeinlauf im pflegerischen oder medizinischen Bereich, müssen Sie vorher Ihren Arzt oder Heilpraktiker befragen. Der Einlauf gehört dann zu den therapeutischen Verordnungen.

Bleibt noch die Frage zu beantworten:

Wann darf KEIN Darmeinlauf durchgeführt werden?

  • bei bestehender und/oder diagnostizierter Darmperforation,
  • bei akuten Baucherkrankungen und starken Bauchschmerzen, wie zum Beispiel einer Blinddarmentzündung (Appendizitis),
  • bei Darmverschluss,
  • nach einer Bauchoperation (Rücksprache mit Ihrem Chirurgen),
  • in der Frühschwangerschaft (Rücksprache mit Ihrem Frauenarzt),
  • bei drohendem Abort,
  • bei Blutungen im Darmtrakt (siehe: Blut im Stuhl),
  • bei Erbrechen oder Bauchschmerzen,
  • bei Tumoren im Bauch (z.B. Darmkrebs),
  • bei rektalen Darmfisteln und Scheidenfisteln.

Mehr zum Thema auch in meinem Artikel: Darmspülung.

 

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Dieser Beitrag wurde letztmalig am 30.01.2014 aktualisiert