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Abnehmen mit den Weight Watchers

Aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Man kann behaupten, dass die Weight Watcher Diät Programme und Weight Watchers Kurse mittlerweile einen Bekanntheitsgrad erreicht haben, von dem andere Abnehmkurse und Diätprogramme nur träumen können.

Vorweg einmal eine kurze Geschichte:

Im Jahr 2003 haben US-amerikanische Wissenschaftler des Forschungszentrums für Übergewicht und der Columbia-Universität in New York den Nutzen von „Abnehm-Gruppen” untersucht.

Mehr als 400 stark übergewichtige Personen wurden in zwei Gruppen eingeteilt. Die erste sollte sich anhand ausgeteilter Bücher- und Adressenlisten ein geeignetes Diätprogramm zusammenstellen.

Die zweite Gruppe nahm am Diätprogramm der „Weight Watchers” (zu Deutsch: „Gewichts-Beobachter”) teil. Sie besuchten deren wöchentliche Treffen an ihrem Wohnort.

Nach einem Jahr hatten die Personen aus der Weight-Watchers-Gruppe im Schnitt 4,3 kg an Körpergewicht verloren (die Spitzenwerte lagen bei über 20 kg). Die Studienteilnehmer aus der „Eigenregie-Gruppe” hatten dagegen im Schnitt nur um 1,3 kg abgenommen. Die meisten Weight-Watcher hielten ihre Diät auch wesentlich länger durch.

Wie funktioniert Weight Watchers?

Zunächst einmal lebt das Programm zum großen Teil von der Gemeinschaft und den wöchentlichen „Gruppentreffen“.

Hier wird man zu Beginn gewogen, kann sich mit Produkten des Hauses eindecken und fühlt sich verstanden in einer Gemeinschaft mit ähnlichen Problemen und gemeinsamem Ziel. Die Gruppentreffen basieren auf dem Prinzip der Informationsweitergabe und der gegenseitigen Motivation.

Erfolgreiche Teilnehmer werden vorgestellt und zu ihren Erfahrungen befragt, es gibt ein zur Saison passendes Wochen- bzw. Monatsthema (im Sommer z.B. „Grillen“) und die Teilnehmer können direkte Fragen stellen.

Neben den Gruppentreffen, basiert das Weight-Watchers-Programm auf der Einteilung aller Lebensmittel in so genannten "Points"-Listen (Punkte).

Nach den „Flex-Points“ heißt das aktuelle Programm seit 2013 „Pro Points 360°“. Was geblieben ist: Für jeden Teilnehmer wird anhand von Alter, Größe, Geschlecht, Gewicht und körperlicher Betätigung eine bestimmte Tagespunktzahl festgelegt, die er verzehren darf und die eine ausgewogene, reichhaltige Ernährung gewährleisten soll.

Man wird angehalten, diese Tagespunkte auch tatsächlich zu verzehren, um eine gesunde Abnahme zu gewährleisten.

Obenauf gibt es ein „Wochen-Extra“, also Punkte, die frei genutzt werden können, zum Beispiel bei Familienfeiern, Grillabenden oder einer „Heißhungerattacke“. So ist gewährleistet, dass der Abnehmwillige sich nach einer solchen Kalorienüberdosis nicht mit einem „jetzt ist es eh egal“ vom Programm abwendet.

Anfänger und Wiedereinsteiger sollen sich mit dem Programm „Mein einfacher Start“ zunächst zwei Wochen an simple Regeln halten und lediglich gesunde und naturbelassene Lebensmittel miteinander kombinieren, die gut und lange sättigen. Ein Mahlzeitenplaner unterstützt beim Einstieg genauso wie eine App für das Mobiltelefon – ganz ohne das berühmte „Punkte zählen“ oder ein Abwiegen der Zutaten. Dazu kommen kleine Motivationshilfen, Rezeptvorschläge und die Möglichkeit, täglich kleine „Extras“ wie ein Glas Rotwein oder einen Riegel Schokolade zu genießen.

Nach Ablauf der zwei Wochen sollte der Wert auf der Waage die Motivation gesteigert haben, sich mit dem etwas komplexeren System von Weight Watchers zu beschäftigen. Inzwischen hat der Abnehmwillige auch die Möglichkeit, sich die wöchentlichen Treffen zu sparen: Mit „Weight Watchers Online“ kann man am heimischen PC oder am Mobiltelefon (inkl. Barcodescanner) schnell sehen, welches Gericht wie viele Punkte „kostet“, sich Motivationshilfe holen oder die eigenen Fitnessaktivitäten protokollieren.

Denn für sportliche Aktivitäten werden zusätzlicheAktiv- Punkte gutgeschrieben, die nach neuster Regeländerung auch verzehrt werden sollen, damit kein Defizit entsteht. Hungern ist auch hier nicht angesagt.

Neben diesen Punktelisten folgt Weightwatchers den Richtlinien der DGE zur gesunden Ernährung.
So sollten täglich die sogenannten „Fitformeln“ eingehalten werden. Dies bedeutet:

  • Mind. 1,5l (Wasser) pro Tag trinken
  • Viel Obst und Gemüse essen - 300 bzw. 400g pro Tag, die berühmten „5 am Tag“)
  • Mindestens 2 Punkte für so genanntes „gutes“, sprich: pflanzliches Fett ausgeben
  • 2 Portionen Calcium am Tag verzehren
  • Mindestens eine Portion hochwertiger Eiweiße zu sich nehmen
  • Mindestens einmal am Tag ein Lebensmittel aus komplexen Kohlenhydraten in den Speiseplan einbauen
  • Sich bewegen und so Aktivpunkte sammeln

Wichtig ist auch, dass abwechslungsreich gegessen wird. Neben den Punktelisten, die sich durch eine Formel, basierend auf Kohlenhydraten und Fett berechnen, wird die Aufnahme besonders „gesunder“ Lebensmittel von Weightwatchers sogar belohnt.

Auch wenn Obst eine gewisse Kalorienmenge enthält, können die meisten Obstsorten in normaler Menge verzehrt für null Punkte gegessen werden.

Ballast- und eiweißreiche Lebensmittel haben einen geringeren „Pointswert“.

So ersparen sich gerade Anfänger komplizierte Rechnereien mit Punkteliste und Waage und greifen automatisch zu Produkten, die von WeightWatchers als besonders hochwertig empfunden werden.

WeightWatchers hat sich in den letzten Jahren zu einer regelrechten Ernährungsindustrie entwickelt. Neben den Produkten, die es ausschließlich bei den Treffen und im Versand zu kaufen gibt (kalorienreduzierte Suppen, Saucen, Kekse. Bonbons und Kochbücher) wachsen in den Supermärkten die Regale mit Weightwatchers-Produkten, wie Pizza, Eintöpfe, Milchprodukte, Bratwürste, Brotaufstriche etc., die den Vorteil bieten, die Punktzahl bereits ausgewiesen zu haben. Ob man dafür sein Geld ausgeben will, bleibt jedem selbst überlassen.

Die Kosten

Wer klassisch zu den wöchentlichen Wiege- & Motivations-Treffen geht, zahlt monatlich 39,95 Euro für einen „Monatspass“. Dazu gehört ein „Internet-Assistent“ und die Nutzung der Weight Watchers-App.

Wer das Programm ausschließlich online nutzen will, zahlt 46,90 Euro im ersten Monat und 16,95 Euro für jeden folgenden Monat. Enthalten ist neben der Mobiltelefon-App weitere Unterstützung im Internet, wie „interaktive Tools zur Analyse“ des Essverhaltens oder eine „Erfolgskurve mit Gewichtsverlauf“. Für Einsteiger gibt es hier ein 3-Monats-Einstiegsangebot.

Inzwischen hat sich „Weight Watchers“ auch auf diejenigen eingestellt, die gern mehr dafür zahlen, sich weniger Arbeit zu machen. Daher bietet die aktuelle Preisliste zusätzliche Fernprogramme, Einzelcoachings zu Hause oder bei der Arbeit und die Möglichkeit, sich den Coach für eine ganze Gruppe in die Firma zu bestellen.

Einige Krankenkassen erstatten diese Kosten. Wer sein Wunschgewicht erreicht hat (und sich in einem gesunden Body-Mass-Index befindet), erhält für ein Jahr die „Goldmitgliedschaft“ mit der Berechtigung, die Treffen kostenfrei zu besuchen.

Nach einem Jahr wird geprüft, ob sich das Gewicht immer noch im BMI befindet und ggf. wieder um ein Jahr verlängert.

Dieser Beitrag wurde letztmalig am 06.05.2014 aktualisiert



   
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