Mikrowelle - Praktischer Küchenhelfer mit Risiken?
von: René Gräber -
Heilpraktiker und Gesundheitspädagoge
Immer dann, wenn es schnell gehen soll, ist die Mikrowelle eine praktische Hilfe
in der Küche. Dennoch warnen häufig sowohl Ernährungswissenschaftler als auch Strahlenexperten vor dem Gebrauch der
Geräte. Sie befürchten einen Vitaminverlust der Fertigprodukte und schädliche Verbindungen in den Speisen, die
durch die Strahlung ausgelöst werden können.
Der Biologe Hans Hertel geht sogar davon aus, dass die Mikrowellen-Gerichte schon nach kurzer Zeit die Blutwerte
negativ beeinflussen und Krebs auslösen können. Die Veröffentlichung seiner 1989 erfolgten Untersuchungen wurde ihm
allerdings vom Berner Kantonalgericht verboten.
Erst der Europäische Gerichtshof für Menschrechte erlaubte dem Schweizer die freie Meinungsäußerung. Heute sind
seine Ergebnisse mehrfach bestätigt, während andere Wissenschaftler ganz klar die Unbedenklichkeit der
Mikrowellengeräte hervorheben.
Fest steht auf jeden Fall, dass die Mikrowelle die gesunden sekundären
Pflanzenfarbstoffe zerstört. So haben Untersuchungen an Brokkoli ergeben, dass die Antioxidantien, die unseren
Körper vor gefährlichen freien Radikalen und somit vor Krebs schützen, in den Geräten vernichtet werden.
Die Forscher stellten fest, dass fast die gesamten Flavonoide, 87 Prozent der Kaffeesäurederivate und 74 Prozent
der Sinapinsäure verloren gehen.
(López-Berenguer C. et al.: Effects of microwave cooking conditions on bioactive
compounds present in broccoli inflorescences; J Agric Food Chem; 2007; 55(24); S. 10001-10007)
Natürlich werden auch durch andere Garmethoden viele der sekundären Pflanzenfarbstoffe zerstört.
Doch ein Vergleich zeigt:
Beim schonenden Dünsten auf dem Herd gehen nur 11 Prozent der Flavonoide verloren, während sowohl die
Kaffeesäurederivate als auch die Sinapinsäure vollständig erhalten bleiben.
Der Physiker Fritz-Albert Popp, der anhand von Biophotonen die Qualität verschiedener Lebensmittel überprüft, warnt außerdem davor,
Lebensmittel in der Mikrowelle aufzutauen oder Fleisch zu erhitzen, da die Zellen hierbei stark zerstört werden.
Pflanzliche Nahrungsmittel hingegen werden nicht so drastisch geschädigt.
Natürlich dauert das Dünsten wesentlich länger als ein Fertiggericht kurz in die
Mikrowelle zu schieben, doch nicht nur für die Gesundheit, sondern auch für den Geschmack lohnt sich der
Zeitaufwand.
Während aber durch die Mikrowellen-Strahlung wichtige Inhaltsstoffe der Nahrung zerstört werden, konnte bisher kein
direktes Gesundheitsrisiko für den Menschen bestätigt werden. Zwar weisen viele Untersuchungen hierauf hin, doch
wurden diese bei kritischer Betrachtung in keinem Fall bestätigt.
So entstehen bei der Mikrowellen-Zubereitung zwar durchaus Giftstoffe, indem
eigentlich ungefährliche Substanzen in für uns Menschen gefährliche Toxine umgewandelt werden – doch entspricht
dies, laut Bundesamt für Strahlenschutz und Verbraucherministerium, etwa der gleichen Menge, wie sie durch
herkömmliches Kochen, Backen und Braten ebenfalls auftreten.
So gibt selbst die Zeitschrift Ökotest Entwarnung, obwohl kein Zweifel daran besteht, dass die Zubereitung in der
Mikrowelle eine Vielzahl biochemischer Veränderungen in der Nahrung hervorruft: „Unklar ist jedoch, wie diese
Veränderungen im Vergleich zu Veränderungen, die durch konventionelle Methoden hervorgerufen werden, zu bewerten
sind", so das Verbraucher-Magazin. Denn schließlich verwandelt jedes Lebensmittel einige seiner Inhaltsstoffe,
sobald man es in irgendeiner Weise bearbeitet.
Wird das Essen in der Mikrowelle allerdings sehr stark überhitzt, so sind die
Gesundheitsrisiken schon um einiges erhöht. Das gleiche kann natürlich gelten, wenn sich die Verbraucher nicht an
die auf der Verpackung beschriebene Zubereitungsweise halten.
Kann die Strahlung der Mikrowelle den Verbrauchern
schaden?
Gute Mikrowellengeräte sind durch ein Metallgehäuse und ein Sichtfenster so stark
gesichert, dass die Strahlung (etwa 2,45 Gigahertz) im Allgemeinen als unbedenklich eingestuft wird – gerade auch
im Vergleich zu Handys. Allerdings sind Augenschäden nicht auszuschließen, wenn man sehr nah durch die Glasscheibe
guckt, so wie es kleine Kinder gerne tun. Empfehlenswert ist laut der Zeitschrift Ökotest ein Mindestabstand von
einem halben Meter, Schwangere und Kinder sollten besser in noch größerer Entfernung zu einer laufenden Mikrowelle
stehen.
Der Diplom- Ingenieur Wolfgang Priggen rät hingegen allen Nutzern von Mikrowellen,
einen Mindestabstand von fünf Metern bei eingeschalteten Geräten einzuhalten. Er gibt allerdings ebenfalls zu
bedenken, dass die Strahlung eines Mobiltelefons, das man sich ständig direkt an den Kopf hält, weitaus
gefährlicher ist als die einer nur wenige Male in der Woche eingeschalteten Mikrowelle (http://www.baubiologie.de.vu).
Allerdings hängt die Höhe der austretenden Strahlung auch von der Menge der in der
Mikrowelle verarbeiteten Speisen ab. Eine leere Mikrowelle strahlt bei 800 Watt etwa um den Faktor 15 stärker als
ein Handy bei voller Leistung. Werden 500 Gramm Nahrungsmittel in der Mikrowelle erhitzt, wird die Strahlung so
weit abgeschwächt, dass es etwa mit dem eines Mobiltelefons vergleichbar ist – wobei man normalerweise zur
Mikrowelle wesentlich mehr Abstand hält als zu seinem Handy. Mehr zum Thema auch in meinem Artikel: Elektromagnetische Felder und die Handy-Industrie.
Sobald das Sichtfenster oder die Türdichtungen beschädigt sind, sollten Sie
allerdings die Mikrowelle auf jeden Fall entsorgen oder fachmännisch reparieren lassen. Denn dann kann die
gefährliche Strahlung ungehindert in den Raum gelangen (Bundesamtes für
Strahlenschutz; www.bfs.de; Bayerisches Landesamt für Arbeitsschutz, Arbeitsmedizin und Sicherheitstechnik
Elektromagnetische Felder am Arbeitsplatz).
Die zulässige Grenze der Mikrowellenstrahlung liegt demnach bei 50 Watt/m2 in
einem Abstand von fünf Zentimetern vom Gerät. Fast alle getesteten intakten Haushalts-Mikrowellengeräte strahlen
mit etwa zehn Watt/m2, also deutlich unter diesem Wert, viele erreichten sogar nur Emissionswerte von vier Watt/m2.
Bei älteren Großküchen-Geräten sieht das Ergebnis allerdings nicht so gut aus. Denn hier kommt es vereinzelt zu
Überschreitungen der Grenzwerte, wobei diese Mikrowellen normalerweise wesentlich häufiger in Betrieb sind und das
Küchenpersonal sich daher einem noch größeren Risiko aussetzt.
Damit die Türdichtungen von der schädlichen Strahlung so wenig wie möglich nach
außen kommen lassen, müssen sie regelmäßig gereinigt werden. Denn Fette und andere Speisereste können das
Dichtungsvermögen negativ beeinflussen.
Was gehört nicht in die Mikrowelle?
Bei in der Mikrowelle erhitztem Geflügelfleisch können mehr Salmonellen und andere
Krankheitserreger überleben, als dies in Pfanne, Kochtopf oder Backofen der Fall ist. Das liegt vor allem an der
ungleichmäßigen Erwärmung. Denn während in der Mikrowelle einige Bereiche extrem heiß werden, bleiben andere nahezu
kalt.
Aus diesem Grund kann es auch gerade bei Baby- und Kleinkindernahrung gefährlich sein, die Milch oder den Brei in
der Mikrowelle aufzuheizen. Denn immer wieder kommt es zu schwersten Verbrühungen, weil sich die Flaschen und
Gläschen von außen kühl anfühlen, der Inhalt aber bereits kochend heiß ist. Sie sollten die Nahrung deshalb immer
erst gut schütteln, um dann die Temperatur zu überprüfen, bevor Sie ihr Kind füttern. Sauger der Milchflaschen
werden in der Mikrowelle porös. Muttermilch gehört ebenfalls nicht in die Mikrowelle, da sie hier ihre wichtigen
und gesunden Abwehrstoffe verliert, die das Immunsystem des Säuglings in der ersten Zeit schützen.
Wann ist die Anschaffung einer Mikrowelle zu
empfehlen?
Meine Meinung: Ich habe keine
Mikrowelle im Haus und ich esse auch nichts aus einer Mikrowelle.
Aber es gibt durchaus Meinungen, dass sich eine Mikrowelle vor allem für Singles oder Familien, in denen sich jeder seine Fertiggerichte und
Tiefkühlgerichte zu verschiedenen Zeiten aufwärmt lohnen. Denn dann ist die Mikrowellenzubereitung eine
energiesparende Alternative zu Herd und Backofen. Aber mal im Ernst: Fertiggerichte?
Wer überlegt, ausschließlich eine Mikrowelle anzuschaffen, sollte bedenken, dass Nudeln und Reis zum Kochen einen
Herd benötigen, während Kuchen erst im Backofen und Bratenfleisch nur in der Pfanne die geschmacklich so wichtigen
Röststoffe erhalten.
Auch sind den Fertiggerichten, die extra für die Zubereitung in der Mikrowelle hergestellt werden, unzählige Aromen
und Zusatzstoffe beigemischt, die möglicherweise mit gesundheitlichen Risiken verbunden sind.
Nein Danke.
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