Nahrungsergänzungsmittel
Was sind Probiotika und Probiotische Arzneimittel?
Antibiotika, aus dem griechischen übersetzt, bedeutet gegen das Leben, ein Probiotikum ist für
das Leben.
Eine genauere Definition der WHO (Weltgesundheitsorganisation) für Probiotika lautet:
Probiotika sind lebende Mikroorganismen, die einen über die Grundernährung hinausgehenden Nutzen für die
menschliche Gesundheit haben und in effektiver Dosis zugeführt werden.
von: René Gräber
Anmerkung: Probiotika sollten Sie nicht mit den Präbiotika (auch Prebiotika) verwechseln. Präbiotika stimulieren im Wesentlichen das Wachstum oder
die "Aktivität" von Bifidobakterien und Laktobazillen im Darm, während es sich bei Probiotika um lebende Zellen handelt, die auch
natürlicherweise Bestandteile einer gesunden Darmflora sind.
Weitere interessante Themen finden Sie auf meiner Vitalstoffmedizin Seite.
Probiotischen Lebensmitteln geht mittlerweile der Ruf voraus, die Gesundheit des Darmes zu unterstützen. Die
probiotischen Keime, darunter sind lebende positiv wirkende Bakterien zu verstehen, siedeln sich im Darm an und
fördern damit dessen gesunde Tätigkeit.
Probiotische Lebensmittel und Nahrungsmittel-Ergänzung sind nicht für eine gezielte
Behandlung eines bestimmten Krankheitsbildes sondern "nur" für die Ernährung geeignet. Sie enthalten probiotische
Keime in eher geringer und nicht kontrollierter Anzahl. Da einige Stämme nicht magensaftresistent sind,
besteht die Gefahr, dass nach der Magenpassage kaum noch Bakterien zu finden sind. Diese Mittel prophylaktisch
einzusetzen, besonders wenn individuell ein positiver Einfluss auf das allgemeine Befinden festgestellt wird, ist
zu empfehlen.

Diese Beobachtungen legten die genauere Untersuchung der Wirkungsweise und Wirkmechanismen nahe, um eine
kontrollierte Behandlung von Patienten möglich zu machen. Die daraus erhaltene Bestätigung des probiotischen
Effektes führte dazu, gezielt Arzneimittel zu entwickeln, die bei der Behandlung von Darmstörungen, Störungen des Immunsystems, Allergien und
Infektionen eingesetzt werden können. Zurzeit untersucht eine Forschergruppe aus Kanada, ob eine Verbesserung
der Darmflora auch autistische Symptome verbessern kann. Denn die Stoffwechselprodukte potentieller
Krankheitserreger (Pathogene) im Darm führen möglicherweise zu den für Autismus typischen Störungen neuronaler
Prozesse. Probiotika hingegen können die pathogenen Bakterien verdrängen (http://www.arte.tv/de/Hilfe-bei-Autismus-Die-Rolle-der-Bakterien/6714492.html).
Da es sich bei den Inhaltsstoffen probiotischer Arzneimittel um lebende Mikroorganismen handelt, werden von
Seiten des Arzneimittelgesetzes besonders strenge Maßstäbe angelegt, bevor sie mit den entsprechenden
Gesundheitszusagen ausgestattet ihre Zulassung auf dem Markt erhalten. Die Sicherheit der Patienten steht an erster
Stelle.
Die gängigsten probiotischen Medikamente, die auch im Rahmen einer Darmsanierung eingesetzt werden, sind:
Bei diesen Mitteln werden verschiedene probiotische Stämme eingesetzt - unter anderem: E.coli Nissle 1917,
Lactobazillus rhamnosus GG, L. casei defensis (Bifidobacterium digestivum essensis), L. reuteri DSM 12246, L.
johnsonii LA1, Bifidobacterium lactis Bb-12) und Hefen (z.B. Saccharomyces boulardii). Diese Stämme überstehen auch
die Magensäure relativ gut, sodass auch ausreichend "Kulturen" im Darm ankommen.
Das in Hinsicht auf Indikation, Wirksamkeit und Verträglichkeit am besten untersuchte probiotische Bakterium ist
Escherichia coli Stamm Nissle 1917. Das daraus entwickelte Medikament kann sogar bereits bei
Früh- und Neugeborenen eingesetzt werden, um eine Darmbesiedelung zu erreichen, die, wie bereits festgestellt,
vor Darminfektionen und Allergien schützt.
Die Wirksamkeit beim Einsatz probiotischer Arzneimittel wird in neueren Studien mit "gut", zum Teil sogar mit
"sehr gut" bewertet. Dies trifft auf circa 80 % der behandelten Patienten zu. Nur bei etwa 3 % konnte nicht geklärt
werden, ob aufgetretene Beschwerden auf die Behandlung mit diesem probiotischen Arzneimittel zurückzuführen
sind.
Diese Tatsache ist durch weitere Untersuchungen abzuklären. Die Anwendung probiotischer Arzneimittel bei
geeigneten Krankheitsbildern ist durchaus empfehlenswert, da diese Behandlung weitestgehend nebenwirkungsfrei und
gut verträglich ist.
Übrigens: Auch Bierhefe-Tabletten zeigten in Studien und
Anwendungsbeobachtungen eine gewisse Wirkung auf die Darmflora.
Studien zu Probiotika
In der Schulmedizin finden die Antibiotika wesentlich mehr Beachtung als die Probiotika. Die
Naturwissenschaften scheinen da deutlich mehr Interesse zu haben. Immerhin sind im PubMed 6383 Veröffentlichungen unter dem Stichwort "probiotics" zu finden.
Eine kleine Auswahl neuerer Veröffentlichungen möchte ich hier vorstellen, um den außerordentlichen Stellenwert
und die Bedeutung der Probiotika hervorzuheben.
Probiotika und das Immunsystem Exopolysaccharide activities from probiotic
bifidobacterium: Immunomodulatory effects (on J774A.1 macrophages) and antimicrobial properties.
Exopolysaccharide (EPSs) sind Metabolite von Probiotika, welche unlängst auf großes Interesse gestoßen sind.
Allerdings ist über ihre Funktion bislang nicht viel bekannt. EPS wurde aus Bifidobacterium longum isoliert und
sterilisiert. Es zeigte sich, dass eine Behandlung mit abgetöteten B. longum oder EPS eine Aktivierung und
Proliferation von Makrophagen zur Folge hatte, die anti-entzündliche Zytokine, wie Interleukin-10, vermehrt
ausschütteten. Lipopolysaccharide, eine Form von Endotoxinen, sind bekannt für die Modellierung von
Makrophagenaktivität, indem sie die Ausschüttung von Tumor-Nekrose-Factor- α (TNF- α), einem
entzündungsfördernden Zytokin, initiieren. In diesem Zusammenhang konnten die Autoren zeigen, dass eine
Vorbehandlung mit EPS die Aktivität von Lipopolysacchariden unterdrücken und die TNF- α-Produktion der
Makrophagenzellen stoppen konnte. Zusätzliche Untersuchungen konnten zeigen, das höhere Mengen von EPS ein
antibakterielles Profil gegen 7 Spezies von infektiösen und nahrungsmittelverderbenden Bakterien besaßen. Von
daher schlossen die Autoren, dass EPS von B. longum ein moderater Immunmodulator für Makrophagenaktivität ist.
Dies macht B. longum zu einem Kandidaten für einen längerfristigen Einsatz, um gastrointestinalen Infektionen
und Nahrungsmittelvergiftungen vorzubeugen und zu behandeln.
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20884069
Lactocepin secreted by lactobacillus exerts anti-inflammatory effects by selectively degrading
proinflammatory chemokines.
Zahlreiche Studien zeigen, dass chronisch-entzündliche Darmerkrankungen in einem direkten Zusammenhang zur Darmflora
stehen. So können oral zugefügte Probiotika die Symptome verbessern und Beschwerden lindern. Beispielsweise
wurde dies für ein Bakteriengemisch, bestehend aus Lactobacillus, Bifidobacterium und Streptococcus nachgewiesen. Nach der regelmäßigen Einnahme ging bei den Patienten die
Entzündung zurück. Bisher war allerdings der Wirkmechanismus nicht bekannt.
Doch Anfang 2012 konnte eine Forschergruppe der Technischen Universität München nun mithilfe von Mäuseversuchen
erste Zusammenhänge darstellen. Denn bei den Mäusen reduzierte sich nach Gabe der Probiotika auch die Menge von
IP-10, einem Zytokin, das vom erkrankten Gewebe ausgeschüttet wird, um weitere Abwehrzellen anzulocken und
verschiedene Immunreaktionen in Gang zu setzen. Für die natürliche Immunabwehr ist die Ausschüttung von IP-10
nötig.
Doch bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen werden diese Zytokine in so großem Umfang produziert, dass
das betroffene Gewebe nicht mehr abheilen kann. Gleichzeitig erhöht sich hierdurch die Anzahl der Abwehrzellen
so stark, dass es zu Autoimmunreaktionen kommt.
Die Forschergruppe um Professor Dirk Haller konnte nun ein Protein mit dem Namen Lactocepin aus
Lactobacillus paracasei isolieren, das sehr spezifisch IP-10 zerstört, sobald dieses sich im Gewebe verteilt
hat. Die Wissenschaftler folgern daraus, dass das Protein der probiotischen Bakterien auf diese Weise dabei
hilft, chronische Entzündungen zu minimieren. Setzten die Forscher nämlich Bakterienstämme ein, bei denen das
Lactocepin nicht korrekt hergestellt wird, so war die Wirkung wesentlich geringer. Weitere Untersuchungen
sollen zeigen, welche Probiotika besonders effektives Lactocepin oder ähnliche Substanzen herstellen.
(http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22520466)
Gut microbiota and obesity.
Intestinales Epithelium, Immunsystem der Schleimhäute und bakterielle Flora bilden ein morpho-funktionelles
System mit einer dynamischen Balance, die verantwortlich ist für metabolische Funktionen und
Resorptionstätigkeiten im Gastrointestinaltrakt. Gleichzeitig beheimaten die gastrointestinalen Schleimhäute
einen Teil des Immunsystems des gesamten Organismus. Adipositas ist eine pathologische Erscheinung, die eine
wachsende Anzahl von Leuten in der westlichen Welt betrifft. Grund dafür ist eine Unbalance von Nahrungszufuhr,
-speicherung und –abfuhr. Tiermodelle haben zum Verständnis beigetragen, inwieweit qualitative und quantitative
Veränderungen in der Mikroflora des Darms die Resorption von Nährstoffen und die Energieverteilung beeinflussen
können. Antibiotika, Probiotika und Symbiotika sind die Instrumente, die in der gegenwärtigen Praxis eingesetzt
werden, um die intestinale Flora zu beeinflussen, sowohl unter gesunden als auch pathologischen
Verhältnissen. Die Ergebnisse dieser Vorgehensweise zeigen viel versprechende vorläufige Ergebnisse sowohl in
der Prävention als auch der Therapie von Adipositas und verwandte metabolische Erkrankungen.
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20865475
Probiotics for photoprotection.
Spezifische Stämme von Probiotika haben einen vorteilhaften Einfluss auf die Zusammenstellung und die
metabolischen Aktivitäten von endogenen Mikroorganismen gezeigt. Einige dieser Stämme konnten sogar die Hemmung
des Wachstums von einer großen Anzahl an pathogenen Mikroorganismen nachweisen.
Das erste Ziel beim Einsatz von Probiotika ist es, die Zusammensetzung der intestinalen Mikrobiotik zu
verbessern. Hierbei wird versucht, eine möglicherweise schädliche Besiedlung zu reduzieren, zu Gunsten einer
für den Wirt gesunden und nützlichen Besiedlung. Darüber hinaus gibt es verstärkt Hinweise, dass der Einsatz
von Probiotika in der Lage ist, das lokale und systemische Immunsystem des Wirts zu modulieren. Dies ist umso
bemerkenswerter, als dadurch mögliche Lücken in der Immunabwehr geschlossen werden, aber auf der anderen Seite
überschießende Immunantworten, wie bei einer Allergie oder Entzündungsprozessen im Magen-Darm-Bereich,
unterdrückt werden können.
Die Haut spiegelt den allgemeinen Gesundheitszustand und das Alter einer Person wieder. Eine Reihe von
human-klinischen Studien zeigten, dass eine Supplementierung mit Probiotika einen günstigen Effekt auf den
Krankheitsverlauf von atopischer Dermatitis haben kann. Auf diesen Funden basierend scheint es, dass Probiotika
ihre nützlichen Funktionen auch jenseits des Darms auf Hautebene entfalten können.
In einer randomisierten, doppelblinden, Placebo kontrollierten klinischen Studie wurde der probiotische
Lactobacillus johnsonii untersucht. Es ging dabei um die Frage, ob dieser Bacillus in der Lage ist, die
Immun-Homöostase der Haut zu modulieren, die zuvor durch UV-Licht beeinflusst worden war. Es zeigte sich, dass
nach intensiver UV-Bestrahlung der Haut die allostimulatorischen Funktionen der Epidermiszellen sich bei
gleichzeitiger Lactobacillus-Einnahme deutlich schneller erholten. Diese Beobachtungen lassen den Schluss zu,
dass eine Reihe von Probiotika in der Lage sind, das Immunsystem der Haut zu modulieren und die Homöostase der
Hautimmunologie zu erhalten. Dies könnte ein neuer Weg sein, um über eine probiotische Supplementierung
UV-Strahlungsschäden der Haut zu therapieren, bzw. selbigen vorzubeugen.
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20808516
Randomised, double-blind and placebo-controlled study using new probiotic lactobacilli for strengthening the
body immune defense against viral infections.
Das Ziel dieser Studie war herauszufinden, ob eine Einnahme von Lactobacillus plantarum und
Lactobacillus paracasein Infektionen mit Grippeviren in ansonst gesunden Probanden beeinflussen kann. In einer
randomisierten, doppelblinden und mit Placebo kontrollierten Studie wurde untersucht, ob die Einnahme einer
probiotischen Mischung das Risiko einer Erkältung reduzieren kann. Dabei wurden die Anzahl der Tage mit
Erkältung, deren Häufigkeit, die Schwere der Symptome und die zelluläre Immunantwort auf die Erkältung
bewertet. Insgesamt nahmen 272 Probanden an der Studie teil, die täglich entweder 10(9) cfu (Kolonien
formierende Einheiten) an Probiotika (N = 135) oder Placebo (N = 137) erhielten.
Als Resultat hielten die Autoren fest, dass die Inzidenz einer oder mehrerer Erkältungen von 67 Prozent in
der Kontrollgruppe auf 55 Prozent in der Probiotika-Gruppe reduziert wurde. Ebenso wurde die Zahl der Tage mit
Erkältungssymptomen signifikant gesenkt, von 8,6 Tagen in der Kontrollgruppe auf 6,2 Tage in der Verumgruppe.
Der Beobachtungszeitraum betrug dabei 12 Wochen. Der gesamte Symptomenkomplex während der Studienlaufzeit
reduzierte sich von einem Mittelwert von 44,4 für die Kontrollgruppe auf 33,6 in der Probiotika-Gruppe. Die
Reduktion von Symptomen im Pharynxbereich war ebenso significant. Zusätzlich war die Proliferation von
B-Lymphozyten in der Probiotika-Gruppe im Vergleich mit der Kontrollgruppe deutlich eingeschränkt.
Die Autoren schließen aus ihren Beobachtungen, dass die Einnahme von Stämmen von Lactobacillus plantarum und Lactobacillus paracasei das Risiko von Erkältungskrankheiten
deutlich reduziert.
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20803023
Probiotics und Reizdarmsyndrom
Therapeutical use of probiotic formulations in clinical practice.
Gastrointestinale Erkrankungen breiten sich über die ganze Welt aus. Obwohl für einige dieser Erkrankungen
effektive Therapien gefunden wurden, wird die Mehrheit eher palliativ denn kurativ behandelt, da die Kenntnis
von Ätiologie und Pathogenese fehlt. In dieser Rückschau, in der die wichtigsten klinischen Studien
nachverfolgt werden, wird das Wirkspektrum von probiotischen Formulierungen in der täglichen Praxis
erörtert.
Zur Analyse wurden die wichtigsten klinischen Studien berücksichtigt, die den Einsatz von Probiotika als
Behandlung von verschiedenen Erkrankungen beschrieben.
Die Resultate zeigen, dass Dysbiose eine regelmäßige Beobachtung bei Patienten mit Reizdarm darstellt. Probiotika
scheinen einen günstigen Einfluss auf Morbus Crohn bei
Patienten zu haben, die mikrobiotische Antigene und eine veränderte Wandpermeabilität aufweisen. Darüber hinaus
verstärken einige Probiotika die Therapie gegen Helicobacter Pylori, indem sie dessen pathogenes Potential reduzieren. Die veränderte
intestinale Ökologie wurde seit längerer Zeit mit der Ausbildung von Krebs, Allergien, Haut- und
urogenitalen Erkrankungen in Verbindung gebracht. Es gibt auch Hinweise dafür, dass Probiotika postoperative
Komplikationen günstig beeinflussen können.
Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass diese Hinweise eine Fortsetzung der Forschung in dieser Richtung mit
größerem Patienten- und Probandenmaterial rechtfertigt, um die präventive und kurative Potenz von Probiotika in
der medizinischen Praxis genauer zu definieren.
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20576332
Probiotic therapy for irritable bowel syndrome.
Die Ätiologie (Ursache) des Reizdarmsyndroms wird als "multifaktoriell" angesehen. Auf deutsch
bedeutet dies nichts anderes als: Hier spielen offensichtlich eine Reihe von Faktoren zur Ausbildung der
Erkrankung eine wichtige Rolle.
Diskutiert werden Veränderungen in der Darmmotilität (Darmbewegung), bakterieller Überwuchs im
Dünndarmbereich, mikroskopische Entzündungsprozesse und viszerale (die Eingeweide
betreffende) "Hypersensibilität" - was auch immer das heißen mag.
Neuere Studien zeigten Hinweise, dass Probiotika eine nützliche Rolle in der Behandlung des
Reizdarm-Syndroms spielen können. Bislang sind die genauen Mechanismen, wie Probiotika in der Lage sind, die
Symptomatik bei Reizdarm einzuschränken, noch nicht bekannt. Es wird aber vermutet, dass die Fähigkeit
der Probiotika, die bakterielle Zusammensetzung im Darm günstig zu beeinflussen, hier mit eine
Schlüsselrolle spielt.
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20567539
Fazit
Probiotika sind in der naturwissenschaftlichen Analyse zu einer Art „Renner“ geworden. Die Vielzahl an
verschieden gestalteten Untersuchungen, prospektiv und retrospektiv, zeigt durchgehend positive Einflüsse auf den
Organismus im Allgemeinen und den Magen-Darm-Trakt im Speziellen.
Bislang sind von Probiotika noch keine spektakulären medizinischen Ergebnisse gezeitigt worden, die die
Aufmerksamkeit der Schulmedizin auf sich ziehen würde. Aber der stetig positive Einfluss auf eins der wichtigsten
Organe des Organismus gibt den Probiotika zurecht einen außergewöhnlichen Stellenwert in Therapie und
Prophylaxe.
Wie wichtig eine gesunde Darmflora ist, zeigt sich schon alleine daran, dass sie einen weitreichenden Einfluss
nicht nur auf die Verdauung hat. Auch das Immunsystem, die Psyche und verschiedenste Stoffwechselvorgänge hängen
maßgeblich von der Zusammensetzung der Mikroorganismen in unserem Darm ab.
Im Gegensatz zur bislang landläufigen Meinung, der Darm werde erst bei der Geburt besiedelt, konnten Forscher
nun zeigen, dass erste Mikroorganismen höchstwahrscheinlich bereits im Mutterleib den Verdauungstrakt der
Nachkommen bewohnen (http://www.newscientist.com/article/mg21428603.800-babies-are-born-dirty-with-a-gutful-of-bacteria.html).
Auch dies beweist, wie wichtig diese winzigen „Helferlein“ für uns sind. Denn die Plazentaschranke schirmt den
heranwachsenden Fötus normalerweise von allem ab, was ihm gefährlich werden könnte.
Die Therapie mit Probiotika hat für mich einen festen Stellenwert in der Praxis und rechtfertigt auch die
Kosten für die nicht ganz "billigen" Präparate.
Dieser Beitrag wurde letztmalig am 24.01.2013 aktualisiert
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