Immunsystem und Abwehrkräfte
Stärkung des Immunsystems und der Abwehrkräfte durch
Fasten
Auswirkung des therapeutischen Fastens auf das Immunsystem
Fasten wirkt positiv auf den Verlauf von Infektionskrankheiten.
Die Meinung, dass Heilfasten unter anderem den Verlauf von Infektionskrankheiten positiv beeinflusst, wurde von
verschiedenen Fastenärzten bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts vertreten.
Im Einzelnen wurden folgende Beispiele beschrieben:
E. H. Dewey, ein Arzt aus Pennsylvania, berichtete vom Fall eines typhuskranken Mädchens, das nach
einem 35tägigen Fasten ohne feste Nahrung und nur mit Wasser vollständig geheilt wurde.
Der Militärarzt R. Kampferer betreute im 1. Weltkrieg ungefähr 400 Soldaten mit Diphtherie,
Lungenentzündung, Mandelentzündung, Ruhr, Sepsis, Typhus und anderen fieberhaften Erkrankungen. Kampferer
verordnete eine Fastenkur, bei der nur Wasser, Kräutertee und verdünnte Obstsäfte verabreicht wurden. Fast alle
Erkrankten wurden nach Angaben Kampferers geheilt. Allerdings gibt es zu diesen Fällen weder
Einzelfallbeschreibungen oder statistische Angaben, noch Bemerkungen über Zusatztherapien.
Aus neuerer Zeit liegen Erfahrungsberichte bei der Behandlung der Polyarthritis, einer rheumatischen Erkrankung,
vor. Otto Buchinger sen. beschrieb 1982 die völlige Ausheilung einer resistenten Infekt-Polyarthritis
durch ein 18tägiges Wasserfasten.
1991 erschien im "Lancet" ein Artikel über eine Gruppe von Polyarthritis-Patienten aus Oslo, die kurzzeitig
fasteten und sich anschließend ein Jahr lang vegetarisch ernährten. Es wurden statistisch eine Verbesserung der
Mobilität und ein Rückgang der Schmerzen nachgewiesen.
Der Einfluss des Fastens auf das Immunsystem
Drei Faktoren beeinflussen das immunologische Gleichgewicht des Menschen:
- Spezialisierte Zellen, wie Lymphozyten und Makrophagen, müssen normal funktionieren.
- Die Quantität der von außen kommenden Antigene und die Dauer und Intensität ihrer Einwirkung spielen eine
Rolle, aber auch die Durchlässigkeit der Haut, der Schleimhaut und der Zellmembranen. Von besonderer Bedeutung
ist dabei die sogenannte Darmschranke.
- Das System der Prostaglandine, das sind Gewebshormone, muss intakt sein.
Leider sind die wenigen Studien über die direkten Auswirkungen des Fastens auf das Immunsystem, bedingt durch
inhomogene Patientengruppen und ungleiche Bedingungen sowie durch unterschiedliche Untersuchungsmethoden bei
ungleicher Fastendauer und die Vermischung unterschiedlicher Fastenarten, wenig aussagekräftig.
Auch ist das Interesse relativ gering die Auswirkungen zu erforschen - denn: es könnte mit dieser Studie kein
Geld verdient werden.
Dennoch ergiebt sich aus der bisherigen Datenlage und den Erfahrungen, dass folgende Fastenwirkungen mit
großer Wahrscheinlichkeit für das Immunsystem relevant sind.
• Durch die Entlastung des Magen-Darm-Traktes wird die Schleimhaut und besonders die Darmschranke aktiviert.
Immerhin umfasst der Verdauungstrakt circa 80 Prozent des menschlichen Immunsystems.
• Während längerer Fastenzeiten kommt es zum Eiweißabbau. Dies könnte bei entzündlichen Krankheiten oder
allergischen und autoimmunen Erkrankungen von Nutzen sein. Wendt und Heine sprechen von einem Abbau pathologischer
Eiweißspeicher und damit einer Verbesserung des immunologischen Gleichgewichts.
• Auch die durch das Fasten erreichte Gewichtsreduzierung und die Entwässerung tragen vermutlich zu einer
Stärkung des Immunsystems bei.
• Nachgewiesen ist eine Veränderung des Hormonhaushaltes während einer Fastenzeit. Welche Auswirkungen dies auf
das Immunsystem hat, ist noch nicht vollständig geklärt. Vermutet wird ein Zusammenhang zwischen der Erhöhung der
Kortisonproduktion und der Verbesserung der Symptome bei der rheumatischen Arthritis.
• Auch psychische und seelische Veränderungen als Resultat des Fastens können sich möglicherweise positiv auf
das Immunsystem auswirken.
Fasten bei verschiedenen Abwehrlagen
Nach C. Kousmine gibt es fünf Kategorien der "Abwehrlage" (dem aktuellen Zustand der
Immunabwehr):
- die schwache, mangelhafte Abwehrlage, zum Beispiel vor, bei und nach Infekten (Grippe,
Erkältung)
- die überschwängliche Abwehrlage bei Allergien oder
Rheuma
- die verwirrte Abwehrlage bei Autoimmunkrankheiten
- die verlorene Immunitätsabwehr, zum Beispiel bei AIDS
- die paradoxe Abwehrlage bei Tumoren
Bei einer schwachen Abwehrlage muss individuell über den Fastenzeitraum und die Art des Fastens
entschieden werden.
Die überschwängliche Abwehrlage ist eine Indikation für das Fasten, besonders für die
nichteiweißmodifizierten Formen wie das Buchinger-Fasten.
Die verwirrte Abwehrlage fordert das Fasten ohne Eiweißzufuhr. Wie bei den vorhergegangenen
Formen ist auch hier das individuelle Befinden zu beachten.
Bei verlorener Immunität sollte auf andere Therapieformen ausgewichen werden.
Bei der paradoxen Abwehrlage gibt es geteilte Meinungen. Sehr kurze Fastenzeiten von drei
bis sieben Tagen und eine Reinigung des Darmes sind nach meiner Erfahrung hilfreich.
Modifikation des Fastens
Es gibt einige Möglichkeiten die Wirkung des Fastens auf das Immunsystem durch verschiedene Abwandlungen noch zu
verbessern.
Die Zufuhr von Eiweiß ist bei langen Fastenzeiten zu überlegen. Dabei muss nicht notwendigerweise auf
"synthetische Produkte" zurückgegriffen werden, zum Beispiel kann auch Buttermilch eingesetzt werden.
Die Zugabe von Vitaminen, Mineralien, Spurenelementen in Form von Obstsäften, Gemüsebrühen oder auch
pharmazeutischen Mikronährstoffen könnte erforderlich sein.
Essentielle Fettsäuren sind entscheidend für die effiziente Arbeit der Darmschranke.
Die Ausscheidungsorgane wie Darm, Leber, Nieren, Lunge und Haut sollten während der Fastenperiode stimuliert
werden.
Auch die negative Wirkung psychischer Störungen auf das Immunsystem muss bedacht werden. Solche Störungen
sollten deshalb ebenfalls therapiert werden, um den Erfolg des Heilfastens zu sichern.
Mehr auch in folgenden Artikeln:
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Heilfasten gegen die Schweinegrippe?
Stärkung des Immunsystems durch Fasten
Immunstärkung durch das Darm-Immunsystem
Ernährung – Erkältung – Immunsystem
Immunsystem Darm: Gesunder
Geist in gesundem Darm
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