Urin-PH-Werte zur Beurteilung einer Übersäuerung
von: René Gräber, Heilpraktiker und
Gesundheitspädagoge
In der Schulmedizin werden Urin-pH-Werte im wesentlichen bestimmt, um:
- ein Risiko für Harnsteine zu schätzen und
- um die Nierenfunktion bei der Kontrolle des Säure-Basen-Haushaltes zu beurteilen
Urin Ph-Werte messen Sie ganz einfach
In jeder Apotheke erhalten Sie sogenannte pH-Indikatorstreifen. Diese Streifen haben unterschiedliche
ph-Messbereiche. Ideal wäre der Bereich von ph 5,0 bis ph 8,0. Falls Sie diese nicht erhalten, tut es auch
Indikatorpapier mit einer Skala von 5,0 bis 10,0.
Dieses Indikatorpapier wird kurz in den Urinstrahl gehalten oder besser in einen Becher mit frischem Urin
getaucht. Das Ergebnis wird nach wenigen Sekunden abgelesen und bestimmt.
In der Schulmedizin gelten bei Erwachsenen Werte zwischen 5 bis 7 als "normal". Zu niedrige Werte findet man
demnach bei Gicht und einer Übersäuerung (metabolische oder respiratorische
Azidose). Zu hohe Werte findet man u.a. bei Harnwegsinfektionen, einer Alkalose und Kaliummangel.
Bestimmte Medikamente beeinflussen ebenfalls den Urin ph Wert - sowohl nach oben (z.B. Acetazolamid), als auch
nach unten (z.B. Acetylsalicylsäure).
Urin ph-Werte zur Beurteilung einer chronischen Übersäuerung
Die Urin ph-Werte werden immer wieder empfohlen um eine mögliche Übersäuerung des Körpers festzustellen. Die
Urin-ph-Werte sind dabei nicht die einzige Möglichkeit und auch nicht die beste Möglichkeit. Andere Verfahren
beschreibe ich im Beitrag Diagnose einer
Übersäuerung.
Die Urinteststreifen sind allerdings eine sehr einfache Möglichkeit und haben eine gewisse Aussagekraft.
Wenn man die Messung mittels Urin ph machen möchte empfehle ich immer folgendes:
1. Nahrung und Getränke werden drei Tage
protokoliert, denn diese beeinflussen den pH-Wert erheblich. Liegt die Aufstellung über ein paar Tage vor, ist sehr
schnell ersichtlich, welches Nahrungsmittel oder Getränk den Körper übersäuert.
2. Der Urin-ph wird bei jedem Wasserlassen gemessen.
Ebenfalls während der drei Tage in denen man auch die Ernährung aufzeichnet.
Der ideale Messverlauf sieht dabei so aus:
1. Nach dem Aufstehen
2. vor dem Frühstück (falls sie nicht gleich nach dem Aufstehen frühstücken)
3. Vor dem Mittagessen
4. Zwei Stunden nach dem Mittagessen
5. Vor dem Abendessen
6. Eine, besser zwei Stunden nach Abendessen
7. Wer spät zu Bett geht, gegen 22.00 Uhr oder später, dann auch da noch eine Messung Was ist für die
Auswertung des Urin PH wichtig?
Alle Nahrungsmittel sollten notiert werden, denn sie sind für die Beurteilung wichtig. Auch Medikamente die
eingenommen werden (auch Nahrungsergänzungsmittel), sollen berücksichtigt werden.
Viele Medikamente tragen zur Azidose (Übersäuerung) bei; es gibt aber auch
einige, die das Gegenteil herbeiführen (Alkalose).
Dies ist wichtig zu wissen, denn häufig sprechen die Ernährungsgrundlage (z.B. viel Fleisch, Kaffee, Zucker) sowie die Lebensweise (viel
Stress, Zigaretten usw.) und auch die vorhandenen Symptome für eine Übersäuerung
- doch die pH- Messung des Tages zeigt Werte von ph 8 bis ph 9 im Durchschnitt des jeweiligen Tages.
Einige Medikamente, die über mehrere Wochen bis Monate genommen wurden, schaffen auch nach deren Absetzen, für
einen längeren Zeitraum, ein überwiegend alkalisches ph-Profil, was auch zu diversen Beschwerden führen kann.
Selbst für Experten ist dieses Phänomen zum Teil irreführend, wenn man die oben erwähnten Dinge nicht in seine
Überlegungen mit einbezieht.
Ideales Säure-Basen-Gleichgewicht des Urins
Vor dem Frühstück: 6.00 bis 7.00 Uhr - 5,5 bis 7,0
Nach dem Frühstück: 10.00 Uhr mindestens - 7,5
Vor dem Mittagessen: 12.00 bis 13.00 Uhr - 7,0 bis 7,5
Nach dem Mittagessen: 15.00 bis 16.00 Uhr - 7,5 bis 8,5
Vor dem Abendessen: 18.00 bis 19.00 Uhr - 7,0 bis 8,0
Nach dem Abendessen: 20.00 bis 21.00 Uhr: 6,8 bis 7,0
Vor dem Zubettgehen: 23.00 bis 24.00 Uhr mögliches absinken bis auf 6,2

Interpretation des pH-Profils
Liegen die Messungen der pH-Werte des Urin immer unter 7,0, können wir von einer Übersäuerung des Körpers
ausgehen.
Ob und inwieweit der gesamte Körper betroffen ist, kann man oft nur annehmen. Jedoch braucht man dazu eine
gewisse Erfahrung mit der "Materie".
Eine "professionelle Auswertung" wird auch die einzelnen Beschwerden und Symptome des Patienten berücksichtigen,
ebenso wie die verzehrten Nahrungs- und Genussmittel und Getränke (am Tag der Kontroll-Messung). Alle Angaben,
verraten viele wichtige Hinweise, die für eine Gesamtauswertung eine gute Aussagekraft haben.
Für jemanden, der sich nicht damit beschäftigt, ist dies schwer zu beurteilen. Im folgenden will ich Ihnen das
aber so einfach wie möglich darstellen:
Liest man sich die Krankengeschichte (Anamnese) des Patienten durch, können einem bereits Diagnosen oder
einzelne Symptome auffallen, die ein Indiz sein können: z.B. Infektionen, wechselnde Gelenkbeschwerden oder Entzündungen (vor allem wenn diese ständig
wiederkehren).
Entzündungen laufen z.B. in einer sauren Umgebung unter Erzeugung saurer Stoffwechselprodukte ab. Wer also eine
chronische Entzündung hat, wird stets reichlich saure Stoffwechselschlacken produzieren. Die Ausscheidung dieser Säuren ist jedoch oft
gestört. Nach einem akuten Infekt wie z.B. einer Grippe kann es ebenfalls wegen fehlender Spurenelemente wie Zink oder Cobalt zu einer dauerhaften Verschiebung des Säure-Basen-Haushalts kommen.
Die ganzen Ekzem-Varianten können auch ein Hinweis darauf sein, dass Übersäuerung eine Rolle spielen könnte.
Dann schaut man sich alle ermittelten Urin pH-Werte an und kontrolliert, ob sich insbesondere die Parameter des
Urins öfter wiederholen, denn auch dies ist u. U. ein typisches Zeichen dafür.
Ganz gleich zu welcher Zeit gemessen wurde oder was gegessen wurde, viele der pH-Werte sind gleich. Auch muss man jede einzelne Reaktion des jeweiligen pH-Wertes mit
den Nahrungs- und Genussmitteln des Tages vergleichen, um ersehen zu können, wie der Stoffwechsel auf Säure- und
Basenbildner reagiert.
Weitere Beiträge zum Thema:
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Optimaler Urin ph-Wert In diesem Blogbeitrag beantworte ich die Frage eines
Lesers nach dem optimalen ph-Wert
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in diesem Grundsatzartikel zum Thema Übersäuerung beschreibe ich das Thema aus Sicht der Schulmedizin und der
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