..

Wer darf nicht fasten?

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Normalerweise gibt es keine Bedenken gegen das Fasten, wenn Sie gesund sind. Aber es gibt auch Ausnahmen. Im Prinzip ist der Mensch ziemlich "robust" - vor allem wenn ich daran denke, was sich einige Menschen sowieso täglich alles freiwillig "antun"...

In diesem Fall können Sie getrost für ein paar Tage auf Nahrung verzichten. Fühlen Sie sich jedoch deutlich "angeschlagen", sollten Sie sich zunächst mit Ihrem Arzt oder Heilpraktiker beraten.

Leider gehen in den sogenannten "medizinischen Fachkreisen" die Meinungen über das Fasten zum Teil weit auseinander: So wird argumentiert, dass das Fasten nicht die Selbstreinigung und Erholung des Organismus bewirke, sondern extremen Stress für den Stoffwechsel bedeute.

Auch das Heilfasten, Saftfasten oder andere Fastenkuren könnten eventuell zu einem Vitamin- und Mineralstoffmangel führen. Aus medizinischen Gründen sei lediglich eine kurzzeitige Kur für vollständig gesunde Menschen unter ärztlicher Kontrolle ratsam. Alles andere könne "gefährlich werden".

Besonders ungeeignet halten viele Ernährungsexperten Fastenkuren für Übergewichtige. Während des kompletten Energieentzuges greife der Körper weniger auf Fette zurück, sondern verbrauche vor allem das Eiweiß der Muskulatur. Dies führe nach dem Ende des Fastens zum berüchtigten Jo-Jo-Effekt.

Diese Aussagen sind ja erschreckend!

Wenn Sie solche Berichte lesen und hören (womöglich von medizinischen Kapazitäten), denken Sie wahrscheinlich: Finger weg!

Betrachten wir einmal verschiedene Tatsachen:

1. Fasten belastet den Körper: Das stimmt, denn die Selbstreinigung des Körpers läuft auf Hochtouren. Das bedeutet, dass das Fasten richtig gesteuert, aufgebaut und unterstützt werden sollte.

2. Fasten für Übergewichtige Personen. Der Vorwurf des Jo-Jo- Effektes: Stimmt auch. Deswegen sollte man den Eiweißverlust so gering wie möglich halten und die Aufbautage richtig gestalten. Wie man das macht erfahren Sie hier.

3. Fasten und Heilfasten ist ein gut untersuchtes Heilverfahren. Im Artikel: Heilfasten: Todesfälle, Unsinn und andere Gefahren, habe ich den Artikel eines "Ernährungsexperten" kommentiert, der sich mehr als kritisch zum Fasten äußert. Bitte bilden Sie sich Ihre eigene Meinung.

Um mehr über die Zusammenhänge zwischen dem Fasten und Ihrer Gesundheit zu verstehen, sollten Sie sich auch folgende Artikel von mir einmal "ansehen":

Sehr wichtig für das "Grundverständnis" ist auch das Thema Übersäuerung und der damit zusammenhängende Begriff des Säure-Basen-Haushalt.

Hier im folgenden Punkte, die Sie auf jeden Fall berücksichtigen sollten, wenn Sie Fasten wollen:

Nicht auf eigene Faust fasten sollten Sie, wenn Sie:

  • unter einer schweren seelischen Störung leiden oder sehr labil sind
  • gerade eine schwere Krankheit überstanden haben
  • wegen einer chronischen Krankheit regelmäßig Medikamente einnehmen müssen
  • an Diabetes Typ 1 leiden
  • eine chronische Hepatitis haben
  • sich nicht besonders gut fühlen
  • sehr gestresst sind
  • über 65 oder unter 20 Jahre alt sind
  • Marcumar oder ähnliche Blutgerinnungshemmer nehmen

Unter keinen Umständen sollten Sie fasten, wenn Sie

  • eine schwere Herzerkrankung haben
  • eine Tuberkulose haben
  • unter ausgeprägten Gefäßschäden oder Arteriosklerose leiden
  • eine Krebserkrankung haben
  • unter einer Essstörung leiden wie: Magersucht, Bulimie oder Esssucht
  • schwanger sind oder stillen

Sie können vom Fasten besonders profitieren, bei

  • Asthma oder anderen Bronchialerkrankungen
  • Allergien
  • Darmstörungen und anderen Erkrankungen der Verdauungsorgane
  • Erkrankungen des Rheumatischen Formenkreises (Rheuma)
  • Gelenkerkrankungen
  • Herz- Kreislauferkrankungen
  • Endokrine Störungen
  • Migräne
  • Hauterkrankungen

Mehr dazu finden Sie auch in den Beiträgen unter Fasten bei Beschwerden und Krankheiten.

Ihre Beschwerden können sich deutlich verbessern oder sogar ganz verschwinden. Sie sollten allerdings unbedingt unter therapeutischer Aufsicht sein.

Es gibt in Deutschland zahlreiche Kliniken, die auf Fastenkuren spezialisiert sind. Mein Tipp: Lassen Sie sich vor dem Fasten erst mal medizinisch "checken". Wenn Sie noch nie alleine gefastet haben, suchen Sie sich eine Fastengruppe.

Fast täglich erhalte ich Fragen per email, mit der Frage: "Ich habe die Krankheit XYZ - darf ich fasten?"

Diese Fragen stellen mich immer wieder vor ein Problem:

1. Ich weiß, dass Heilfasten ein sehr gutes Heilverfahren ist, das bei vielen gesundheitlichen Problemen eine Hilfe bieten kann.

2. Im Prinzip kann jeder fasten - mit Ausnahmen, die ich oben beschrieben habe. Schwangere, Stillende, Jungendliche unter 20 Jahren und wirklich Kranke und morbide Patienten, die zudem noch viele Medikamente erhalten, sollten nicht fasten. Ebenso verbietet sich Fasten für Patienten mit Eßstörungen.

3. Selbständig fasten sollten im allgemeinen nur gesunde Menschen. Wenn Sie sich diesbezüglich nicht sicher sind oder Sie sich in medizinischer Behandlung befinden, Medikamente nehmen oder sich einfach krank oder unwohl fühlen, sollten Sie zuvor Ihren Arzt befragen.

Heilfasten setzt nämlich eine gewisse Regulationsfähigkeit des Körpers voraus. Wenn Ihr Körper sich schon in einer gewissen "Starre" befindet, ist die Umstellung auf den Fastenstoffwechsel schwierig.

Aus der Ferne per email oder Telefon kann ich solche Fragen nicht beantworten und entscheiden. Ich kann Ihnen aber sagen, dass ich Fastende begleitet habe, die wesentlich älter als 65 Jahre sind oder waren, die Krebserkrankungen hatten, Herzinfarkte oder Schlaganfälle aufwiesen, Parkinson-Patienten, Bluthochdruck und einiges mehr.

Bevor Sie jedoch in Euphorie verfallen: Ich muss Ihnen sagen, dass ich alle diese Patienten stets intensiv "begleitet", und den "Standard- Fastenplan", fast immer modifiziert habe - je nach Beschwerden der Patienten. Außerdem hatten diese Patienten auch immer meine Telefonnummer zur Sicherheit bei sich.

Es kommt also darauf an:

  • Wie alt sind Sie und wie "vital" fühlen Sie sich?
  • Wie viele Medikamente nehmen Sie ein?
  • Wie viele "Diagnosen" gibt es bereits für Sie?
  • Wieviele und welche Operationen hatten Sie?

Und dann müsste ich den Menschen immer noch sehen. Alleine das Aussehen und der Gang von Menschen ist für mich immer wieder faszinierend, denn die meisten Dinge sind den Menschen buchstäblich ins "Gesicht geschrieben"- aber das ist ein anderes Thema.

Falls Sie sich nicht sicher sind, empfehle Ihnen, dass das Fasten jemand vor Ort begleiten sollte, der sich idealerweise auch mit den Strategien auskennt, die ich empfehle. Und da wird es leider sehr eng. Wenn Sie einen aufgeschlossenen Hausarzt haben, können Sie diesen bitten, Sie zu überwachen. Sie sollten aber darauf vorbereitet sein, dass das Fasten keine Therapieform ist, die ihr Arzt an der Universität intensiver kennengelernt hat. Die meisten Ärzte verfügen leider über keinerlei Erfahrungen mit Fastenden. Daher stehen viele Ärzte dem Fasten eher negativ gegenüber - obwohl die Studienlage und die Erfahrungen damit aus meiner Sicht absolut überzeugend sind.

Es gibt aber zahlreiche aufgeschlossene Mediziner, die Sie bei ihrem Vorhaben unterstützen werden. Ansonsten gibt es zahlreiche Heilpraktiker, die sich in der Materie gut auskennen.

Wenn Sie erst einmal mehr zur Fastenanleitung wissen möchten, können Sie hier unten einfach Ihre email und Ihren Namen eintragen.

Dieser Beitrag wurde letztmalig am 13.11.2012 aktualisiert.

Bitte beachten Sie auch die Nutzungshinweise zu dieser Webseite.