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Schwarzer Stuhlgang und was das bedeutet

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Es ist jetzt bereits eine Weile her, als ich mich mit einem weniger appetitlichen Thema auseinandergesetzt habe: Der normale Stuhl - Farbe - Konsistenz und mehr.

Grund hierfür ist die Tatsache, dass Form und Farbe des Stuhls durchaus wichtige Indikatoren werden können, wenn es um die Beurteilung der Darmgesundheit geht. Und eine der „Entgleisungen“ von Form und Farbe ist der schwarze Stuhlgang. Der am meisten zitierte und befürchtete Grund für die Schwarzfärbung des Stuhls ist Blut im Stuhl. Aber ein schwarzer Stuhlgang ist nicht notwendigerweise synonym für die Existenz von Blut im besagten Stuhlgang. Auch hier gibt es „Grauzonen“, die ihren jeweiligen Informationswert haben.

Schwarzer Stuhlgang, was ist das genau?

Wie bereits diskutiert, variiert der Stuhlgang sowohl in seiner Form, als auch in seiner Farbe. Eine extrem dunkle, fast ins Schwarz gehende Verfärbung ist nicht unbedingt ein Indikator für die Anwesenheit von Blut im Stuhl. Dunkle Verfärbungen können durchaus von Nahrungsmitteln herrühren, und sind damit vollkommen harmlos. Medikamente sind ebenfalls in der Lage, dem Stuhlgang eine fast schwarze Farbe zu verleihen. Auch dies ist nicht unbedingt ein Alarmzeichen, obwohl ich unter diesen Voraussetzungen den Arzt, der mir dieses Medikament verschrieben hat, darüber informieren würde. Denn bestimmte Medikamente sind in der Lage, die Blutungsneigung im Gastrointestinaltrakt zu erhöhen und damit Blut im Stuhl zu erzeugen.

Tief dunkle Stühle und Stühle, die Blut enthalten, unterscheiden sich durch eine Reihe anderer Kennzeichen. Ein tiefschwarzer, klebriger Stuhlgang, der zudem leicht glänzt und sehr übel riecht, ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ein Blut enthaltender Stuhl, der auch als „Teerstuhl“ (Melaena) bezeichnet wird.

Externe Ursachen

Bei der Dunkelfärbung beziehungsweise Schwarzfärbung des Stuhls sind im wesentlichen zwei Mechanismen verantwortlich: Nahrungsmittel/Medikamente und Blut. Bei der Ernährung können zum Beispiel Anthocyane, wie sie in Rotwein, Rote Bete, Kirschen, Heidelbeeren, schwarzen Johannisbeeren, Holunder, Rotkohl, Spinat etc. enthalten sind, die Dunkelfärbung verursachen.

Der Verzehr von großen Mengen an Fleisch kann ebenfalls zu einer Dunkelfärbung führen, welches durch das im Fleisch enthaltene Hämoglobin verursacht wird.

Dies ist kein Grund, sich weiter Sorgen zu machen, nicht zuletzt auch, weil die Verfärbung in der Regel von zeitlich begrenzter Dauer ist. Sollte die Dunkelfärbung nach einigen Tagen nicht verschwunden sein, dann wäre es empfehlenswert, hier noch einmal genauer nach möglichen Ursachen zu forschen. Denn dann besteht durchaus die Möglichkeit, dass die Dunkelfärbung nicht nur von den Nahrungsmitteln, sondern auch von der Existenz von Blut herrührt.

Medikamente, die zu einer Dunkelfärbung führen, sind zum Beispiel Eisenpräparate, die der Arzt prophylaktisch oder akut verschreibt, um einer „Blutarmut“ entgegenzutreten. Nach Absetzen des Präparats normalisiert sich dann auch die Farbgebung im Stuhl.
Bei Durchfall wird häufig Aktivkohle gegeben. Kohle ist bekanntermaßen schwarz. Und da sie nicht resorbiert wird, sondern unverändert wieder ausgeschieden wird, färbt sie auch den Stuhl entsprechend schwarz. Nach Beendigung der Therapie mit Aktivkohle verschwindet auch dieses Phänomen umgehend.

Medikamente können selbst die Schwarzfärbung verursachen, oder aber Ursache für Blut im Stuhl werden, welches dann zur Schwarzfärbung des Stuhls führt. Einige metallhaltige Wirkstoffe sind direkt für die Schwarzfärbung verantwortlich. Ein Blick auf den Beipackzettel und die dort aufgeführten möglichen Nebenwirkungen sollte darüber Aufschluss geben. Dies ist leider nicht immer der Fall, besonders wenn es sich um sogenannte „Bagatell-Nebenwirkungen“ handelt.

Diese Webseite: Drugs.com | Prescription Drug Information, Interactions & Side Effects ist mit die umfassendste Quelle für Indikation, Kontraindikation und Nebenwirkungen von pharmazeutischen Produkten, die auch solche Nebenwirkungen dokumentiert und bewertet. Leider ist die Seite nur auf Englisch.

Daneben gibt es noch die Medikamente, die die Blutungsneigung im Gastrointestinaltrakt fördern. Nichtsteroidale Antirheumatika, wie Acetylsalicylsäure, Ibuprofen, Naproxen, Diclofenac etc., sind bekannt für diese Nebenwirkung, da aufgrund ihres Wirkprinzips die Magenschleimhäute geschädigt werden und die Bildung von Geschwüren gefördert wird, abgesehen von Schädigungen von Nieren und Leber.

Organische Ursachen für blutigen Stuhl und Blut im Stuhl

Ein blutiger Stuhl zeichnet sich durch hellrote Blutspuren und Auflagerungen auf dem Stuhl aus, die in der Regel von blutigen Hämorrhoiden stammen. Ein anderer Grund kann eine Analfissur sein, was kleine Risse in der Schleimhaut im Bereich des Afters sind, und die ebenfalls hellrote Spuren auf dem Stuhl hinterlassen.

Blut im Stuhl dagegen ist eine andere Kategorie, die mit beträchtlichen Konsequenzen einhergeht beziehungsweise auf ernstzunehmenden Ursachen beruht. Wie kommt also das Blut in den Stuhl, und warum ist der Stuhl schwarz und nicht „blutrot“? 

Blut im Verdauungstrakt wird durch die Magensäure zersetzt. Hierbei wird das freigesetzte Hämoglobin zu Hämatin umgewandelt. Hämatin ist ein schwarzes Pigment, welches durch den Stuhl ausgeschieden wird und ihm seine Farbe verleiht. Dies bedeutet, dass die Schwarzfärbung in der Regel auf eine Blutung im oberen Verdauungstrakt hindeutet. Blutungen im Dünn- und Dickdarmbereich, wo die Salzsäure längst neutralisiert ist, dürften demnach keine schwarzen Stühle erzeugen. Aber auch hier wird das freigesetzte Hämoglobin, vorausgesetzt es verweilt lange genug im Darm (fünf Stunden und länger), durch bakterielle Aktivitäten zersetzt und zu Hämatin transformiert.

Magengeschwür

Blutende Magengeschwüre sind der „Klassiker“ unter den Ursachen für Teerstühle. Bei auftretenden Magengeschwüren sind Blutungen und die daraus resultierenden Komplikationen keine Seltenheit. Neben den Teerstühlen kommt es oft auch zu blutigem Erbrechen (Hämatemesis oder „Kaffeesatzerbrechen“). Die Blutungen sind oft so extensiv, dass ein lebensbedrohlicher Blutverlust entsteht.

Bei einer Gastritis (Entzündung der Magenschleimhaut) kann es ebenfalls zum Teerstuhl kommen. Hier blutet die entzündete Schleimhaut. Solche Blutungen treten in der Regel nur in einem fortgeschrittenen Stadium auf. Auch hier haben wir es mit einer ernst zunehmenden Situation zu tun, die ärztliche Intervention erfordert. Teerstühle aufgrund einer Gastritis sind oft von Schmerzen im Bauchbereich und hinter dem Brustbein begleitet. Letztere werden gelegentlich auch mit Halsschmerzen verwechselt.

Entzündungen der Speiseröhre (Ösophagitis) können ebenfalls mit Blutungen einhergehen. Auch hier kommt es zu Teerstühlen. Bestehen diese Blutungen über einen längeren Zeitraum, dann droht mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit eine Anämie bis hin zu einem lebensbedrohlichen Blutverlust.

Krampfadern in Magen und Speiseröhre

Die Venen im Bereich der Speiseröhre weisen zum Teil relativ dünne Wände auf, die unter Belastung leicht reißen. Dies ist besonders wahrscheinlich im Falle von Krampfadern, die in diesem Bereich auftreten können. Auch hier kommt es zu Teerstühlen und möglicherweise lebensbedrohlichen Blutverlusten. Auch hier ist das Erbrechen von Blut eine häufige Komplikation. Dieses Szenario ist ebenfalls ein medizinischer Notfall, der umgehend versorgt werden muss.

Auch im Magenbereich kann es solche Krampfadern geben, die beim Einreißen ähnlich problematisch werden können.

Darmentzündungen

Bei Darmentzündungen haben wir es mit einer Vielfalt von verschiedenen Formen zu tun. Hierzu hatte ich eine Reihe von Beiträgen veröffentlicht:

Typische chronische Verlaufsformen sind die Colitis ulcerosa und der Morbus Crohn.

Auch hier kann aufgrund der Entzündung der Schleimhäute eine Blutung auftreten. Eine Blutung führt nicht notwendigerweise zu einem Teerstuhl. Geringe Mengen an Blut im Stuhl sind mit dem bloßen Auge nicht zu erkennen (okkultes Blut), sondern lassen sich nur im Labor verifizieren. Beim Teerstuhl handelt es sich also bereits um signifikante Mengen an Blut, die im Magen-Darm-Trakt freigesetzt werden. Damit ist der Teerstuhl ein besonders ernst zu nehmendes Alarmzeichen.

Darmkrebs

Blut im Stuhl und Teerstuhl können auch ein Hinweis auf einen Darmkrebs sein. Die Wahrscheinlichkeit hierfür ist allerdings deutlich geringer als für die bereits weiter oben diskutierten Ursachen. Bei Darmkrebs kommt es häufig nicht zu massiven Blutungen, die zum Teerstuhl führen, sondern „bestenfalls“ zu okkulten Beimengungen im Stuhl. Um hier sicher zu gehen, ist eine Laboranalyse erforderlich. Die typischen und eindeutigeren Symptome für eine Darmkrebserkrankung sehen wie folgt aus: Darmkrebs Symptome - Anzeichen - Erkennung - Darmkrebsfrüherkennung und Darmkrebs: Anzeichen - Symptome - Therapie & Heilungschancen

Therapie

Wie bereits erwähnt, ein Teerstuhl ist ein Zeichen für eine massive Blutung im Gastrointestinaltrakt und damit ein Zeichen für eine bestehende oder drohende Notfallsituation. Blutungen im Magen, Speiseröhre oder Zwölffingerdarm können diagnostisch durch eine Magenspiegelung erfasst werden. Diese Magenspiegelung ist mithilfe spezieller Verfahren in der Lage, sofort und vor Ort die Blutung zu stillen. Man spricht hier von einer „endoskopischen Blutstillung“. Bei stärkeren Blutungen, wo dieser Eingriff keinen Erfolg mit sich bringt, ist ein operativer Eingriff notwendig. Nach erfolgreicher Stillung der Blutung wird die Behandlung der Ursache für diese Blutung notwendig.

Die Ursachen für Blutungen im Gastrointestinaltrakt sind vielfältig, wie bereits oben diskutiert. Zu einigen Ursachen habe ich bereits entsprechende Beiträge veröffentlicht. Hier eine Liste dieser Beiträge zu besagten Ursachen und den dazugehörigen Therapien:

Schwarzer Stuhlgang - was nun?

Bei einem schwarzen Stuhlgang sollten Sie erstens einmal die Ruhe bewahren und überlegen, was Sie in den letzten 24-48 Stunden gegessen haben, und welche dieser Nahrungsmittel möglicherweise zur veränderten Färbung des Stuhls haben beitragen können. Die nächste Frage ist die nach der Einnahme von Medikamenten, die dies bewerkstelligt haben können.

Sollten Nahrungsmittel und/oder Medikamente als Ursache ausscheiden und der schwarze Stuhlgang über die nächsten Tage erhalten bleiben, dann wäre ein Arztbesuch eine erwägenswerte Maßnahme. Wenn Sie zweifelsfrei Ihren Stuhl als einen Teerstuhl mit glänzender Oberfläche und üblen Geruch identifizieren können, dann wird der Arztbesuch eine dringende Notwendigkeit. Bei zusätzlichem Erbrechen von Blut liegt ein medizinischer Notfall vor, der umgehend behandelt werden muss.

Ein schwarzer Stuhlgang kommt in der Regel nicht isoliert und alleine vor, sondern in Begleitung von weiteren Symptomen, je nach Ursache, wie Schmerzen, Blähungen etc. Auf diese Symptome gilt es im Zusammenhang mit dem schwarzen Stuhlgang zu achten, denn sie geben Auskunft über die mögliche Schwere der verursachenden Störung.

Ein schwarzer Stuhlgang nur aufgrund von entsprechenden Nahrungsmitteln oder Medikamenten bringt daher auch keine weiteren zusätzlichen Symptome mit sich, was bei organischen Ursachen vollkommen anders ist.

Ein Sonderfall - schwarzer Stuhl bei Babys

Säuglinge in den ersten Lebenstagen „produzieren“ einen teerartigen, schwarzen, klebrigen Stuhl, den man auch für verbrauchtes Motoröl halten könnte. Allerdings handelt es sich hier nicht um einen Stuhl im eigentlichen Sinne. Er besteht aus Fruchtwasser, Hautzellen und anderen organischen Substanzen, die das Baby im Uterus geschluckt hat und die jetzt ihren Weg ins Freie suchen. Charakteristisch für diesen ersten Stuhlgang, auch Mekonium oder Kindspech genannt, ist, dass er vollkommen geruchslos ist. Ursache für den fehlenden Geruch ist die Abwesenheit beziehungsweise der relative Mangel an Darmbakterien, die erst in den nächsten Wochen und Monaten den Gastrointestinaltrakt des Säuglings besiedeln.

Sollte das Baby Eisenpräparate zum Blutaufbau erhalten, dann stellt sich das ein, was wir bereits weiter oben diskutiert haben: Eisenpräparate sind in der Lage, den Stuhlgang schwarz zu färben. Sollte das Baby später einen schwarzen Stuhlgang haben, ohne dass ihm Präparate verabreicht werden, die zu einer Schwarzfärbung führen können, dann ist der Gang zum Kinderarzt empfehlenswert.

Dieser Beitrag wurde letztmalig am 20.02.2018 aktualisiert


   
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