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Das Glaubern beim Fasten / Heilfasten

Erfahrungen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Das Wort „Glaubern“, so eigenartig es sein mag, ist kein Rechtschreibfehler oder andere orthographische Fehlkonstruktionen.

Beim Glaubern handelt es sich vielmehr um den Einsatz von Glaubersalz als Abführmittel, meist im Rahmen einer Fastenkur. Daher ist dieses „Wortkonstrukt“ fester Bestandteil vieler Fastenpläne.

Ich hatte bereits einige Beiträge zum Glaubersalz verfasst, so dass ich hier auf eine Beschreibung und die Geschichte des Glaubersalzes verzichten will. Mehr Informationen unter:

Der zuletzt erwähnte Artikel (Helfen Abführmittel?) befasst sich übrigens mit den Vorzügen und Nachteilen von Abführmitteln, zu denen das Glaubersalz und Bittersalz als naher „Verwandter“ ebenfalls gehören. Und somit teilen sie sich auch die Nachteile der Abführmittel.

Glaubersalz und andere Abführmittel sind keine Dauermedikation gegen Verstopfung, sondern nur eine symptomatische Lösung, die für den Augenblick Linderung verschafft. Auch wenn das Glaubersalz eine natürlichere Variante unter den Abführmitteln darstellt, es bleibt dennoch ein Mittel, das nicht in der Lage ist, die Ursachen von Verstopfungen zu beseitigen. Von daher ist von einem zu häufigen Gebrauch dringend abzuraten – wie von allen anderen mehr oder weniger natürlichen Abführmittel auch.

Auch wenn ein „sicheres“ Abführmittel, wie das Glaubersalz und Bittersalz, ohne biochemische Eingriffe in den Verdauungsapparat wirksam ist, ist ein Langzeitgebrauch nicht ohne Nebenwirkungen zu erwarten. Ob der mehr oder weniger unangenehme Geschmack schon als Nebenwirkung zu bezeichnen ist, vor allem, wenn er zu Brechreiz führt, das kann jeder für sich selbst entscheiden. Durch das Binden von Wasser im Darm durch osmotische Kräfte kommt es zu einer Elektrolytausschwemmung aus dem Organismus, so dass in der Dauermedikation ein möglicher Mineralstoffmangel droht. Kaliummangel zum Beispiel kann zu bedrohlichen Herzrhythmusstörungen führen.

Es ist auch zu erwarten, dass in der Dauermedikation die allgemeine Resorption von Nährstoffen gestört wird. Und weil durch die Volumenzunahme im Darm unter Glaubersalz der Defäkationsreiz ausgelöst wird, wird sich bei der Dauereinnahme von Glaubersalz der Darm an diese Situation so gewöhnen, dass er ohne das Abführmittel zu keiner eigenen Entleerung mehr fähig sein könnte. Mit anderen Worten: Glaubersalz hilft für den Augenblick – für die Langzeittherapie ist es ein klares „NEIN“. 

Nach diesen einleitenden Worten nun aber zu einem meiner Lieblingsthemen:

Glaubern und Fasten

Im Zusammenhang mit dem Fasten kommt dem Glaubersalz eine etwas andere Bedeutung zu. Hier dient die Einnahme des Salzes zur Darmreinigung. Ziel der Reinigung beziehungsweise Leerung des Darms ist die Ruhigstellung des Gastrointestinaltrakts während des Fastens, was zusätzlich in einem weniger stark ausgeprägtem Hungergefühl resultiert. Die „Lahmlegung“ der Verdauungstätigkeit zwingt den Organismus zudem, die zum Erhalt der Körperfunktionen notwendigen Kalorien fortan aus seinen Reserven abzurufen und nicht mehr aus der Resorption von Nährstoffen aus dem Darm.

Die Darmreinigung ist aber keine Prozedur, die fortlaufend während der gesamten Fastenzeit durchgeführt wird. Eine Reihe von verschiedenen Fastenprogrammen, wie zum Beispiel das Fasten nach Buchinger, sehen die Darmreinigung als „Programmpunkt“ nach den Vorbereitungstagen vor. Die Vorbereitungstage dienen dazu, den Körper langsam auf die kalorische „Mangelsituation“ vorzubereiten und die Zufuhr von Nahrung in den Darm herunterzufahren. Die sich daran anschließende Darmreinigung dient dann dazu, „Altlasten“ im Darm hinauszubefördern.

Es ist natürlich anzunehmen, dass eine einmalige Behandlung mit Glaubersalz keine 100-prozentige Darmreinigung bewirken kann. Dazu kommt, dass im Verlauf des Fastens über die Galle Toxine ausgeschieden werden, die sich beim Einsatz des Glaubersalzes noch im Organismus befanden. Hier spricht vieles dafür, das Glaubersalz wiederholt einzusetzen. Wie bereits weiter oben besprochen ist ein wiederholter Einsatz mit Risiken verbunden. Und einen praktisch leeren Darm auf diese Weise zu „traktieren“ ist auch keine sehr angenehme Angelegenheit für den Fastenden. Spätestens hier muss man sich nach schonenderen und verträglicheren Alternativen umschauen.

Und hier bietet sich die Colon-Hydro-Therapie an, eine Art „Einlauf“, die schonender und dennoch gründlicher den Darm reinigt als dies durch das Glaubersalz geschieht. Was eine Colon-Hydro-Therapie ist, habe ich unter anderem im Beitrag: Colon-Hydro-Therapie -  Was bringt so eine Darmspülung? beschrieben.

Die Colon-Hydro-Therapie hat drei Vorteile gegenüber dem Glaubersalz:

  • Diese Form der Darmreinigung kann (beziehungsweise sollte), auch während der gesamten Fastenzeit in regelmäßigen Abständen vorgenommen werden, um so die durch das Fasten anfallenden „Schlacken“ zu entfernen. Denn ein „stillgelegter“ Darm wird dazu nicht in der Lage sein. Und eine Rückresorption der Ausscheidungsprodukte über Galle oder Wasser würde die Wirksamkeit des Fastens schmälern.
  • Im Vergleich zum Glaubersalz kann eine Behandlung mittels Colon-Hydro-Therapie auf schonende Weise alte Überbleibsel im Dickdarm lösen und heraus spülen, wie Kotreste, Verkrustungen und so weiter. Daher dient der Einsatz von Glaubersalz initial der „groben“ Darmentleerung, die den aktuellen Darminhalt abführt. Für eine nachhaltige Befreiung des Darms von „Altlasten“ ist Glaubersalz nicht geeignet.
  • Die Colon-Hydro-Therapie bewirkt keine „Lähmung“ der Peristaltik der Darmmuskulatur aufgrund wiederholter Anwendungen, wie es beim Glaubersalz der Fall sein könnte.

Eine ausführliche Anleitung zum Fasten und zum Einsatz von Glaubersalz und anderen Formen der Darmreinigung können Sie in meiner Fastenanleitung nachlesen: Die erfolgreiche Schritt-Für-Schritt-Heilfasten-Anleitung.

Dieser Beitrag wurde letztmalig am 5.5.2015 aktualisiert


   
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Dosierung und Anwendung von:
-> Glaubersalz
-> Bittersalz