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Um eine Übersäuerung im Organismus auszugleichen, kann die Verbindung Calciumcitrat eingesetzt werden; hierbei handelt es sich um das Calciumsalz der Zitronensäure.

Der in der Verbindung enthaltene Mineralstoff Calcium spielt im menschlichen Körper eine wichtige Rolle und ist beispielsweise für starke Knochen und eine stabile Zahnsubstanz zuständig. Das Citrat hingegen sorgt für die entsäuernde Wirkung der Substanz im Organismus.

Die Entsäuerung findet (im Gegensatz zu Entsäuerungsmitteln, die aus carbonathaltigen Verbindungen bestehen), auf „direktem“ Weg statt: Die überschüssige Säure, die im Körper entsteht, liefert ein Proton (also eine positive Ladung), die sich mit dem Citrat aus dem Magnesiumcitrat verbindet, wobei Zitronensäure entsteht.

Diese wird anschließend im Rahmen des Leberstoffwechsels und Nierenstoffwechsels verbrannt; dabei entsteht Energie. Das zum Schluss der Reaktion entstehende Kohlendioxid kann dann ganz einfach abgeatmet werden.

Insgesamt gesehen, sorgen Citrate im Gegensatz zu Carbonaten also nicht dafür, dass überschüssige Magensäure neutralisiert wird, sondern die Substanz wird in den normalen Stoffwechsel eingeschleust und dort so verarbeitet, dass die Übersäuerung gelindert werden kann. Durch diesen Wirkmechanismus wird vor allem das Magen- und Darmmilieu geschont.

Darüber hinaus können Citrate im Vergleich mit anderen Entsäuerungsmitteln besondere gut vom Organismus aufgenommen und verwertet werden – obgleich ein diesbezüglicher Nachweis noch nicht „sicher bewiesen“ ist.

Aber was ist schon sicher bewiesen?

Und das in der Medizin?

Allerdings deuten zahlreiche Hinweise auf die besonders guten Entsäuerungseigenschaften hin.

Dosierung und Nebenwirkungen

Wer eine Entsäuerung mit Calciumcitrat durchführt, führt dem Organismus gleichzeitig eine bedeutende Menge des wertvollen Mineralstoffes Calcium zu. Die Dosierung der Verbindung ist stark abhängig von der Qualität und Zusammensetzung des Basenpulvers; als Einzelsubstanz erreicht man bereits mit zwei Teelöffeln Pulver, die in Wasser oder andere Flüssigkeiten eingerührt werden, eine gut entsäuernde Wirkung und nimmt gleichzeitig zwischen 600mg und 800mg Calcium auf; diese Menge entspricht der empfohlenen Tagesdosis.

Empfindliche Menschen reagieren bei der Einnahme von Calciumverbindungen oftmals mit Blähungen, Völlegefühl und Verstopfung; allerdings sind solche Nebenwirkungen seltener bei citrathaltigen Calciumpräparaten zu beobachten als bei Substanzen, die Carbonate enthalten. Bei der Einnahme sollten auch diverse Wechselwirkungen berücksichtigt werden; insbesondere wenn neben der entsäuernden Wirkung auch die Versorgung des Körpers mit Calcium im Vordergrund steht, sollte die Substanz nicht zusammen mit Coffein, phosphathaltigen Getränken (zum Beispiel Cola) oder bestimmten Medikamenten (zum Beispiel Antiepileptika, Schilddrüsenhormone, Tetracycline und Kortikosteroide) zugeführt werden.

Wer unter bestimmten Knochemarkstumoren oder krankhaft erhöhten Calcium-Konzentration im Serum leidet, darf die calciumhaltige Verbindung überhaupt nicht, wenn Nierenprobleme vorliegen nur nach ärztlicher Rücksprache einnehmen.

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Bewertung und Diskussion

Calciumcitrat gehört zu den wichtigsten Entsäuerungsmitteln, das als organische Substanz besonders gut aufgenommen wird und gleichzeitig auch eine optimale Versorgung mit dem wichtigen Mineralstoff Calcium darstellt. Ähnlich wie Magnesium profitiert der Anwender zusätzlich von einer schleimhautschützenden Wirkung, die der calciumhaltigen Verbindung nachgesagt wird. Um den größtmöglichen Nutzen auch bezüglich der Calciumaufnahme zu erzielen, müssen jedoch diverse Anwendungshinweise beachtet werden, damit das Spurenelement optimal aufgenommen werden kann.

Als klassisches Entsäuerungsmittel hingegen weist Calciumcitrat Vorteile gegenüber den carbonathaltigen Substanzen auf; aufgrund der Wirkung unter Umgehung des Magen-Darm-Traktes treten bei der Einnahme beispielsweise wesentlich seltener Nebenwirkungen auf. Auch der bei den Carbonaten häufig diskutierte Rebound-Effekt (eine Reaktion, bei der nach Anwendung des Entsäuerungsmittels anschließend noch mehr Säure produziert wird) findet bei den Citraten nicht statt. Insgesamt wird citrathaltigen Verbindungen auch eine besonders gute Effizient nachgesagt.

Fazit

Das besonders gut verträgliche Entsäuerungsmittel Magnesiumcitrat versorgt den Körper zusätzlich mit dem wertvollen Mineralstoff Calcium – optimal geeignet besonders für Menschen, die aktiv einer Osteoporose vorbeugen möchten. Auch empfindliche Patienten, die eine Basenbehandlung durchführen möchten, profitieren von der besonders guten Verträglichkeit der Substanz.

Weitere Mittel die zur Entsäuerung eingesetzt werden: Kaliumcitrat – Magnesiumcarbonat – Magnesiumcitrat – Natriumhydrogencarbonat

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Beitragsbild: 123rf.com – kerdkanno

Übelkeit, Sodbrennen und Völlegefühl gehören zu den klassischen Symptomen einer Übersäuerung.

Hier können gezielte Basenzubereitungen helfen, die Beschwerden zu verbessern; zu den gängigen Mitteln gehört beispielsweise Basosyx.

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Basosyx – Zusammensetzung

Die Basenmischung in Basosyx wird als Kautablette angeboten, wobei eine Tagesdosis von insgesamt 6 Stück empfohlen wird; diese Dosis wird auf insgesamt drei Gaben aufgeteilt.

Die Tagesdosis liefert eine hohe Dosierung an Calcium (965mg), das als Carbonat vorliegt sowie mit 316mg eine mittlere Dosis an Magnesium (ebenfalls als Carbonat) und niedrig dosiertes Kaliumcitrat (insgesamt 160mg).

Diesen Verbindungen, die klassischerweise zur Entsäuerung genutzt werden, ist außerdem das Spurenelement Zink zugesetzt, das mit 15mg recht hoch dosiert ist. Nicht zuletzt sind im Basosyx zusätzlich Spargelpulver und Spriulina-Algen enthalten, welche entgiftend wirken und zur Entsäuerung beitragen.

Art der Verbindungen zur Entsäuerung: Carbonate und Citrate

Basosyx enthält unterschiedliche Mineralstoffe, die als Entsäuerungsmittel genutzt werden; dabei kommen sowohl Carbonate als auch Citrate zum Einsatz. Das eingesetzte Kaliumcitrat bewirkt eine direkte Regulation des Säure-Base-Haushalts, während Calciumcarbonat und Magnesiumcarbonat auf indirektem Weg wirken und häufig zu Begleiterscheinungen wie Blähungen und Völlegefühl führen.

Doch die Carbonate präsentieren noch weitere Nachteile: Solche Verbindungen stehen in der Diskussion, auf Dauer die Übersäuerung sogar noch zu verstärken („Säure-Rebound“). Darüber hinaus weisen sie ein geringere Effizienz auf als Citrate, welche besonders effektiv wirken.

Citrate sind darüber hinaus in der Lage, dem Körper auch „versteckte“ Säuren zu entziehen und können so beispielsweise auch Osteoporose entgegenwirken.
Insbesondere in hohen Dosierungen kann die Zusammensetzung in Basosyx aufgrund des Gehaltes an Magnesium zur Erweichung des Stuhls beitragen. Darüber hinaus ist bei der Einnahme ein ausreichender Abstand zu Medikamenten einzuhalten, um Wechselwirkungen zu vermeiden.

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Bewertung und Diskussion

Basosyx enthält mit Calcium, Magnesium und Kalium wichtige Mineralstoffe, die in mittlerer bis hoher Dosierung vorliegen und sowohl für eine Verbesserung des Energiestoffwechsels (Calcium und Magnesium), eine Verbesserung von Knochen und Zähnen (Calcium) als auch für eine Normalisierung des Blutdruckes (Kalium) sorgen.

Allerdings wird insbesondere die Menge von Calcium und Magnesium wieder relativiert, da es sich jeweils um Carbonat-Verbindungen handelt, die eine geringere Effizienz aufweisen als Citrate. Aus diesem Grund ist bei der Einnahme von Basosyx auch mit den klassischen Nebenwirkungen wie Völlegefühl oder Blähungen zu rechnen.

Positiv ist hingegen das Fehlen von Natriumverbindungen hervorzuheben, die insbesondere bei längerer Einnahme zu einem Ungleichgewicht des Säuere-Base-Haushalts führen.

Basosyx enthält im Gegensatz zu vielen anderen Basenprodukten nur ein einziges zugesetztes Spurenelement: Zink unterstützt den Entsäuerungsprozess, stärkt zusätzlich das Immunsystem und sorgt für kräftige Haut, Haare und Nägel. Darüber hinaus liegt dieses Spurenelement in einer hohen Dosierung und in einer günstigen Verbindungen vor (Gluconat), die vom Organismus hervorragend aufgenommen wird.

Diverse Vitamine fehlen in der Basenmischung völlig, zum Beispiel die Vitamine C und B1 bzw. B2, die ebenfalls zur gezielten Entsäuerung beitragen könnten und darüber hinaus den Energiestoffwechsel positiv beeinflussen und immunstärkend wirken. Auch auf die Zugabe von Vitamin D, das die Aufnahme von Calcium und Magnesium verbessert, wurde verzichtet.

Fazit

Basosyx stellt eine Basenmischung aus nur wenigen Komponenten dar, die überwiegend aus carbonathaltigen Verbindungen besteht und deshalb für den langfristigen Gebrauch eher nicht empfohlen wird. Für die kurzfristige Anwendung ist das Produkt jedoch durchaus geeignet – insbesondere für Anwender, die auf den Zusatz von Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen keinen besonders Wert legen und denen diesbezüglich das „immunstärkende“ Zink ausreicht.

Weitere Basenmittel über die ich berichtet habe: Amaiva Qick Basic – Basica – Basocaps – Dr. Jacobs Basenpulver – Minerot Basenpulver – ReabsitAltapharma BasenpulverPascoe Basentabs – Jentschura BasenbadBasenpulver pur von DmBullrich Salz

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Sodbrennen, saures Aufstoßen und Übelkeit – immer mehr Menschen leiden unter einer Übersäuerung. Neben einer ungünstigen Ernährung mit fetten Speisen und zuckerreichen, alkoholischen Getränken kann auch Stress für die Beschwerden verantwortlich sein.

Insbesondere bei leichtem Sodbrennen werden zur Linderung der Symptomatik so genannte Antacida eingesetzt, die säurebindende Substanzen enthalten; zu diesen Präparaten gehören beispielsweise die Basocaps von Verla.

Inhaltsstoffe

Bascocaps von Verla enthalten Mineralstoffe, die sich als klassische Säurebinder einsetzen lassen; hierzu gehören das knochenstärkende Calcium und das Nervenmineral Magnesium. Eine Tagesration (2 Kapseln) liefert rund 75mg Magnesium und die doppelte Menge an Calcium. Die beiden Mikronährstoffe liegen in einer Verbindung mit Carbonat vor, von dem insgesamt rund 380mg in zwei Kapseln enthalten ist.

Darüber hinaus liefern Basocaps diverse Spurenelemente, die sich zum einen günstig auf den Säue-Base-Stoffwechsel auswirken und zum anderen gut für das Immunsystem sind. Neben Zink und Selen ist Mangan, Chrom, Kupfer, Eisen, Mangan und Molybdän enthalten. [3]

Wirkung

Sowohl Magnesiumcarbonat als auch Calciumcarbonat gehören zu den säurebindenden Mitteln, deren Wirkung auf der Neutralisation der überschüssigen Magensäure beruht; dabei entfalten die beiden Mikronährstoffe ihre Wirkung in unterschiedlichen pH-Bereichen: Calciumcarbonat wirkt in einem Milieu zwischen pH 5,5 bis 6,5 und deshalb im stark sauren Magen, während Magnesiumcarbonat vor allem in einem pH-Bereich von 6,5 und 7,5 zur Wirkung kommt und deshalb bereits im Zwölffingerdarm säurebindende Effekte erzielt.

Nach dem Einnehmen der Mischung verbinden sich Magnesiumcarbonat und Calciumcarbonat mit der überschüssigen Magensäure – und werden auf diese Weise anschließend zu Calciumchlorid und Magnesiumchlorid umgesetzt, Sodbrennen und saures Aufstoßen lassen nach.

Allerdings entsteht während dieses Prozesses auch Kohlendioxid – ein Gas, das im Darm leicht zu Unverträglichkeiten und Nebenwirkungen führen kann, zum Beispiel Völlegefühl und Blähungen. Darüber hinaus steht dieser Stoff in Verdacht, einen Säure-Rebound hervorzurufen: Dabei startet der Organismus nach erfolgter Neutralisation der Magensäure eine Art Gegenregulation – und produziert anschließend sogar noch mehr Säure. Allerdings sind sich Experten bis heute nicht sicher, ob dieser Effekt wirklich klinisch relevant ist.

Calcium und Magnesium erfüllen jedoch nicht nur säurebindende Effekte; die Mineralstoffe sind darüber hinaus gut für Knochen, Muskeln und Nerven. Vor allem Magnesium weist darüber hinaus auch eine schleimhautschützende Wirkung auf. Die zugesetzten Spurenelemente wie Zink und Mangan helfen nicht nur bei der Regulierung des Säure-Basen-Haushalts, sondern sind darüber hinaus auch für das Immunsystem wichtig. [2]

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Dosierung und Nebenwirkungen

Die empfohlene Dosierung des Basenpräparates wird mit nur 2 Kapseln erreicht, die mit etwas Wasser eingenommen werden. Weil Wechselwirkungen mit bestimmten Arzneimitteln (zum Beispiel mit Antibiotika) nicht ausgeschlossen werden können, sollte die Einnahme stets in zeitlichem Abstand erfolgen. Dabei sollten möglichst zwei Stunden eingehalten werden. Die Basenmischung darf hingegen nicht eingenommen werden, wenn die Nierenfunktion eingeschränkt ist – wogegen man natürlich auch etwas tun kann!

Aufgrund des Gehaltes an Carbonat treten Blähungen, Völlegefühl oder Übelkeit als klassische Nebenwirkungen auf.

Testbericht: Bewertung durch Ökotest

Das Produkt Basocaps Verla ist erst vor einiger Zeit von Ökotest bewertet worden; dabei erzielte die Basenmischung die Note „Ungenügend“. Die Gründe für diese schlechte Bewertung sind mannigfaltig; das Produkt wurde beispielsweise abgewertet, weil in der Mischung zusätzliche Inhaltsstoffe enthalten sind, die nach Meinung der Tester entweder überdosiert oder überflüssig sind. Was ich von diesem „Ökotest“ halte, habe ich ausführlicher im Beitrag „Basenpulver im Test“ dargelegt.

So sei zum Beispiel der Zusatz von Zink nicht notwendig, weil ein verschlechterter Säure-Basen-Stoffwechsel durch eine unzureichende Zinkaufnahme in der Allgemeinbevölkerung der EU nicht vorkomme, wie die europäische Lebensmittebehörde EFSA betont.

Laut EU-Kommission fehlen angeblich außerdem die Nachweise für die Wirkung von Calcium und Magnesium. Nicht zuletzt wurde das Produkt abgewertet, weil das Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) von einem Zusatz mit Mangan abrät – der Bedarf sei in der Bevölkerung auch mit der herkömmlichen Ernährung gedeckt. Auch der hohe Anteil an Carbonat war mit verantwortlich für die schlechte Bewertung der Basocaps, da die Substanz Unverträglichkeitsreaktionen hervorrufen kann und zu unangenehmen Nebenwirkungen führt.

Fazit

Bei der Basenmischung Basocaps Verla handelt es sich um einen klassischen Säurebinder, der aus carbonathaltigen Verbindungen und zugesetzten Spurenelementen besteht – und durch diese Zusammensetzung vor allem von Ökotest kritisiert wurde.
Die Kritik und die Abwertung durch Ökotest sollte jedoch nicht pauschal so übernommen werden; natürlich sorgt das enthaltene Carbonat dafür, dass unangenehme Nebenwirkungen wie Blähungen und Völlegefühl entstehen. In dieser Hinsicht ist eine Abwertung sicherlich gerechtfertigt. Die Bewertung des Zusatzes von Mineralstoffen und Spurenelementen ist jedoch nur teilweise plausibel; zwar werden Magnesium und Calcium nur teilweise vom Körper aufgenommen, aber dann entfalten sie durchaus einen positiven Effekt.

Ähnlich ist die Kritik der Zugabe von Zink zu sehen. Selbst wenn das Spurenelement nicht direkt an einer Verbesserung der Säure-Base-Regulation beitragen sollte – und hier sind die Meinungen durchaus unterschiedlich – sollte keinesfalls die positive Wirkung auf das Immunsystem vergessen werden. Nicht zuletzt sollte man auch die Kritik an einem Manganzusatz hinterfragen. Zwar behauptet Ökotest, dass ein Manganmangel in unseren Breiten nicht vorliegt – allerdings habe ich in der Apotheke die Erfahrung gemacht, dass gerade dieses Spurenelement bei vielen Patienten im Körper nur unzureichend vorhanden ist. Dieses Ergebnis brachten Haarmineralstoffanalysen hervor, die den Gehalt von Mineralstoffen und Spurenelementen im Körper messen.

Doch auch wenn die schlechte Bewertung durch Ökotest durchaus hinterfragt werden kann, ist sind die Basocaps von Verla nur eingeschränkt empfehlenswert. Schuld sind vor allem die zugesetzten Carbonate, die nicht nur Nebenwirkungen hervorrufen, sondern darüber hinaus auch zu einem Säure-Rebound führen können. Für die kurzfristige Anwendung kann dieses Produkt jedoch durchaus geeignet sein.

Weitere Basenmittel über die ich berichtet habe: Amaiva Qick Basic – Basica –  Basosyx – Dr. Jacobs Basenpulver – Minerot Basenpulver – ReabsitAltapharma BasenpulverPascoe Basentabs – Jentschura BasenbadBasenpulver pur von Dm Bullrich Salz

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Beitragsbild: 123rf.com – PAPAN SAENKUTRUEANG

Basica gehört zu den bekanntesten Basenpräparaten in Deutschland. Der Name ist inzwischen beinahe zu einem Synonym für Basenpulver geworden. Dabei gibt es längst nicht „das“ Basica: Unter der Marke werden Tabletten, Granulate, Direktsticks, Getränkepulver und ein spezielles Sportprodukt angeboten. Die Zusammensetzungen unterscheiden sich teilweise erheblich.

Und genau deshalb lohnt sich ein genauerer Blick. Was steckt wirklich in Basica? Kann man damit den Säure-Basen-Haushalt beeinflussen? Welches Produkt ist sinnvoll – und welches enthält Bestandteile, die man vielleicht gerade nicht haben möchte? Was ist von Aussagen zur „Übersäuerung“ zu halten? Und gibt es auch Nachteile oder Nebenwirkungen?

Ich beschäftige mich seit vielen Jahren mit dem Thema Übersäuerung und Säure-Basen-Haushalt. Dabei halte ich zwei extreme Positionen für gleichermaßen wenig hilfreich: Auf der einen Seite wird nahezu jedes Zipperlein mit einer angeblichen Übersäuerung erklärt. Auf der anderen Seite wird inzwischen manchmal so getan, als hätten Ernährung, Mineralstoffversorgung und Säurelast überhaupt nichts mit dem Stoffwechsel zu tun. Beides greift zu kurz.

Wer steckt hinter Basica?

Basica ist eine Marke der Protina Pharmazeutische GmbH aus Ismaning bei München. Die Wurzeln des Unternehmens reichen nach eigenen Angaben bis zum Jahr 1900 zurück. Basica selbst gibt es seit 1929. Protina stellt heute verschiedene Mineralstoff- und Nahrungsergänzungsprodukte her; zu den bekanntesten Marken des Unternehmens gehören Basica und Magnesium-Diasporal.

Das ist durchaus bemerkenswert: Wir haben es hier nicht mit einer Marke zu tun, die gestern von irgendeinem Online-Marketing-Unternehmen erfunden wurde. Allerdings gilt auch hier: Eine lange Tradition sagt etwas über Erfahrung und Marktbeständigkeit aus – nicht automatisch über die Wirksamkeit jeder einzelnen gesundheitsbezogenen Aussage.

Was ist Basica überhaupt?

Die Basica-Produkte sind überwiegend Nahrungsergänzungsmittel mit Mineralstoffen und Spurenelementen. Je nach Produkt werden Calcium, Magnesium, Kalium, Natrium, Zink und weitere Spurenelemente miteinander kombiniert. Ein Teil dieser Mineralstoffe liegt als Citrat vor. Citrate sind Salze der Zitronensäure und können im Stoffwechsel unter anderem zur Bildung von Bicarbonat beitragen. Genau daraus leitet sich die Verwendung entsprechender Präparate im Zusammenhang mit dem Säure-Basen-Haushalt ab.

Das bedeutet allerdings nicht, dass Basica den pH-Wert des Blutes eines gesunden Menschen nach Belieben „basisch macht“. Der Blut-pH wird vom Organismus ausgesprochen eng reguliert, vor allem über Lunge, Niere und verschiedene Puffersysteme. Größere Abweichungen wären kein Fall für ein Basenpulver, sondern ein medizinisches Problem.

Ernährung kann dennoch die Säurelast verändern, die der Organismus verarbeiten und über die Nieren ausscheiden muss. In der wissenschaftlichen Literatur wird dafür häufig der Begriff „dietary acid load“, also ernährungsbedingte Säurelast, verwendet. Das ist eine wesentlich präzisere Beschreibung als die populäre Vorstellung, der gesamte Körper werde einfach immer „saurer“.

Wer tiefer in diese Zusammenhänge einsteigen möchte, findet dazu meinen ausführlichen Beitrag über die Übersäuerung des Körpers und die verschiedenen Bedeutungen dieses Begriffs.

Die aktuellen Basica-Produkte im Vergleich

Das derzeitige deutsche Kernsortiment umfasst sechs Varianten: Basica Pur, Basica Compact, Basica Direkt, Basica Vital, Basica Instant und Basica Sport. Sie verfolgen keineswegs alle denselben Zweck. Vor allem deshalb halte ich die häufige Frage „Welches Basica ist das beste?“ für berechtigt.

Produkt Form Besonderheit Meine Einschätzung
Basica Pur Pulver / Sticks Mineralstoffe ohne Zucker, Süßungsmittel und Aroma Für mich die klarste Variante, wenn ein schlichtes Basenpräparat gesucht wird
Basica Compact Tabletten Calcium, Magnesium und mehrere Spurenelemente Praktisch unterwegs, aber sechs Tabletten täglich und relativ breite Mineralstoffmischung
Basica Direkt Direktgranulat 400 mg Magnesium pro Tagesportion, Einnahme ohne Wasser Sehr praktisch, bei empfindlichem Darm wegen Magnesium und Sorbit nicht unbedingt meine erste Wahl
Basica Vital Granulat Zum Einrühren in Speisen Traditionelle Variante, enthält allerdings Lactose
Basica Instant Getränkepulver Mit Vitamin C, Vitamin B2 und Orangengeschmack Bequem, enthält aber unter anderem Saccharose und Aroma
Basica Sport Sportgetränk Kohlenhydrate, Elektrolyte und Mikronährstoffe Spezialprodukt für sportliche Belastung, kein normales tägliches Basenpulver

Basica Pur: Für mich die „klarste“ Basica-Variante

Basica Pur kommt dem klassischen Gedanken eines Basen- beziehungsweise Mineralstoffpulvers innerhalb dieser Produktreihe am nächsten. Eine Tagesportion aus zwei Sticks liefert unter anderem 550 mg Calcium, 150 mg Magnesium, 350 mg Kalium und 375 mg Natrium sowie Zink, Chrom, Molybdän und Selen. Verwendet werden Calciumlactat sowie Natrium-, Kalium-, Magnesium- und Zinkcitrat.

Das Produkt enthält laut Hersteller keine Aromen, keine Süßstoffe und keinen zugesetzten Zucker. Auch Lactose und Gluten sind nicht enthalten. Das gefällt mir grundsätzlich besser als Rezepturen, bei denen man zusätzlich Zucker, Aromen oder diverse Hilfsstoffe mit einkauft, obwohl man eigentlich nur Mineralstoffe einnehmen möchte.

Ein interessantes Detail: Trotz der häufigen Verbindung von Basica mit „Citraten“ liegt Calcium bei Basica Pur als Calciumlactat vor. Calciumlactat enthält übrigens keine Lactose. Das wird aufgrund der ähnlich klingenden Begriffe gelegentlich verwechselt.

Wenn mich jemand allein anhand der Rezeptur fragen würde, welches Basica ich als klassisches Basenpräparat bevorzugen würde, läge Basica Pur deshalb ziemlich weit vorne.

Basica Compact – Basica als Tablette

Basica Compact liefert die Mineralstoffe in Tablettenform. Die Tagesportion besteht aus sechs Tabletten, normalerweise drei morgens und drei abends. Enthalten sind unter anderem Calcium, Magnesium, Zink, Eisen, Kupfer, Chrom, Molybdän und Selen.

Der Vorteil liegt auf der Hand: Es muss nichts angerührt werden und unterwegs genügt etwas Flüssigkeit zur Einnahme. Allerdings enthält Basica Compact eben nicht nur Calcium und Magnesium, sondern zusätzlich mehrere Spurenelemente. Wer bereits ein Multivitaminpräparat oder andere Nahrungsergänzungsmittel einnimmt, sollte deshalb einmal zusammenrechnen, welche Mengen insgesamt zusammenkommen.

Ich halte wenig von dem inzwischen verbreiteten Prinzip, möglichst viele Vitalstoffe gleichzeitig einzunehmen, nur weil sie technisch gemeinsam in eine Tablette passen. Bei einem tatsächlichen Mangel kann eine gezielte Gabe wesentlich sinnvoller sein.

Gerade Mineralstoffe werden gerne nach dem Motto „viel hilft viel“ eingenommen. Dabei lohnt es sich, ihre Aufgaben, Dosierungen und Wechselwirkungen genauer zu kennen. Wenn Sie solche Zusammenhänge interessieren, habe ich dafür einen eigenen kostenlosen Newsletter rund um Vitalstoffe und einige der Mittel eingerichtet, mit denen ich mich in meiner Praxis seit vielen Jahren beschäftige.

Sie erhalten dort unter anderem meine „5 Wundermittel“ – ein etwas provokanter Titel, zugegeben. Gemeint sind Stoffe, die ich persönlich für besonders interessant halte und über die ich regelmäßig neue Erkenntnisse veröffentliche.

Kleine Anmerkung: Die Sache mit den „5 Wundermitteln“ ist mit Abstand einer der beliebtesten Newsletter, die meine Patienten und Leser gerne anfordern.

Basica Direkt – bequem, aber mit sehr viel Magnesium

Basica Direkt wird direkt aus dem Stick auf die Zunge gegeben und kann ohne Wasser eingenommen werden. Das ist praktisch – gerade unterwegs. Bemerkenswert ist allerdings die Magnesiumdosis: Zwei Sticks liefern insgesamt 400 mg Magnesium und damit 107 Prozent des angegebenen Nährstoffbezugswertes.

Zusätzlich steht Sorbit an erster Stelle der Zutatenliste. Der Hersteller weist selbst darauf hin, dass das Produkt bei übermäßigem Verzehr beziehungsweise empfindlichen Personen abführend wirken kann. Das überrascht nicht: Höhere orale Magnesiumdosen können Wasser in den Darm ziehen und damit Durchfälle verursachen. Sorbit kann diesen Effekt bei empfindlichen Menschen zusätzlich begünstigen.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung hat für Magnesium aus Nahrungsergänzungsmitteln eine Tageshöchstmenge von 250 mg vorgeschlagen. Dabei geht es nicht um eine toxische Grenze, sondern hauptsächlich um die Vermeidung von Durchfällen. Therapeutisch können höhere Magnesiumdosen selbstverständlich sinnvoll sein – aber dann möchte ich eigentlich wissen, warum ich diese Menge gebe.

Wer sich näher für Magnesium interessiert, findet auf meiner Vitalstoffseite einen ausführlichen Grundsatzbeitrag über Magnesium, Magnesiummangel, Einnahme und Dosierung.

Basica Vital – das traditionelle Granulat

Basica Vital gehört zu den klassischen Produkten der Marke. Das Granulat wird morgens und abends in kalte oder warme Speisen eingerührt und kann laut Hersteller auch zum Kochen und Backen verwendet werden. Eine Tagesportion beträgt 32 Gramm.

Enthalten sind Calcium-, Magnesium-, Kalium- und Natriumverbindungen sowie Zink, Eisen, Kupfer, Chrom, Molybdän und Selen. Ein Punkt gehört allerdings deutlich auf den Tisch: An erster Stelle der Zutatenliste steht Lactose. Der Hersteller weist ausdrücklich darauf hin, dass Basica Vital für Menschen mit Lactoseintoleranz nicht geeignet ist.

Unser früherer Beitrag auf dieser Seite stellte Basica Vital noch sehr stark in den Mittelpunkt. Das würde ich heute nicht mehr tun. Innerhalb des eigenen Sortiments gibt es inzwischen Varianten, die aus meiner Sicht für viele Menschen klarer zusammengesetzt und einfacher einzuordnen sind.

Basica Instant – Basengetränk mit Zucker

Basica Instant wird als Getränkepulver angeboten und liefert zusätzlich Vitamin C und Vitamin B2. Geschmacklich ist das natürlich angenehmer als ein geschmacksneutrales Mineralstoffpulver. Die Zutatenliste beginnt allerdings mit Saccharose. Hinzu kommen unter anderem Calciumcarbonat, Magnesiumcarbonat, Natriumhydrogencarbonat und Aroma.

Das macht Basica Instant nicht automatisch zu einem schlechten Produkt. Aber man sollte wissen, was man kauft. Wenn ich gezielt ein möglichst schlichtes Mineralstoff- beziehungsweise Basenpräparat suche, sehe ich keinen zwingenden Grund, dafür zusätzlich Zucker und Aroma einzunehmen.

Das ist übrigens ein Punkt, der mir bei Nahrungsergänzungsmitteln generell wichtig ist: Nicht nur die groß gedruckten Wirkstoffe auf der Vorderseite betrachten. Die eigentliche Wahrheit einer Rezeptur steht häufig klein gedruckt auf der Zutatenliste.

Basica Sport – ein völlig anderes Produkt

Basica Sport würde ich gedanklich von den übrigen Varianten trennen. Dabei handelt es sich um ein Kohlenhydrat-Elektrolyt-Getränk für sportliche Belastungen. Eine Portion von 30 Gramm enthält rund 25 Gramm Kohlenhydrate, davon etwa neun Gramm Zucker, sowie Natrium, Kalium, Calcium, Magnesium und verschiedene Mikronährstoffe.

Bei längerer sportlicher Belastung können Kohlenhydrate und Elektrolyte durchaus sinnvoll sein. Der Hersteller beschreibt das Produkt auch ausdrücklich als Getränk zur Unterstützung der Ausdauerleistung bei längerem Ausdauertraining sowie zur Regeneration nach sehr intensiver Belastung.

Wer dagegen lediglich ein Präparat zur Unterstützung des Säure-Basen-Stoffwechsels sucht und sich wenig bewegt, benötigt meines Erachtens kein Pulver, das gleichzeitig relevante Mengen Kohlenhydrate liefert. Basica Sport ist ein Sportprodukt – und sollte auch so betrachtet werden.

Was ist mit Basica Energie, Basica Haut und Basica Immun?

Diese Bezeichnungen tauchen weiterhin in Suchmaschinen und teilweise im Handel auf. Besonders nach „Basica Energie“ wird noch erstaunlich häufig gesucht. Im aktuellen deutschen Kernsortiment des Herstellers werden derzeit jedoch sechs andere Produkte geführt: Pur, Compact, Direkt, Vital, Instant und Sport.

Gerade bei älteren Produktbezeichnungen sollte man deshalb nicht ungeprüft irgendeine zehn Jahre alte Internetseite zur Zusammensetzung heranziehen. Rezepturen, Produkte und Vertrieb ändern sich. Entscheidend ist die aktuelle Zutaten- und Nährstoffdeklaration der Packung, die tatsächlich gekauft wird.

Wirkt Basica wirklich gegen Übersäuerung?

Hier wird es interessant – und hier wurde in der Vergangenheit leider von beiden Seiten reichlich vereinfacht.

Zunächst: Ein gesunder Mensch läuft normalerweise nicht mit einem krankhaft sauren Blut herum. Das verhindern mehrere Regulationssysteme des Körpers sehr zuverlässig. Der Blut-pH wird eng kontrolliert. Eine echte metabolische Azidose ist eine medizinische Stoffwechselstörung und nicht das, was im Alltag gewöhnlich mit „Ich bin übersäuert“ gemeint ist.

Das bedeutet aber keineswegs, dass Ernährung und Mineralstoffe für den Säure-Basen-Stoffwechsel bedeutungslos wären. Nahrung beeinflusst die Menge nichtflüchtiger Säuren beziehungsweise Basenäquivalente, die im Stoffwechsel anfallen und letztlich insbesondere über die Nieren verarbeitet werden müssen. Die Forschung spricht hier von der ernährungsbedingten Säurelast.

Genau diese Unterscheidung halte ich für wichtig. „Ernährungsbedingte Säurelast“ ist etwas anderes als eine gefährliche Azidose. Und Sodbrennen, Müdigkeit, Kopfschmerzen, Muskelbeschwerden oder ein saurer Urin beweisen für sich allein ebenfalls keine systemische Übersäuerung.

Ich habe diese Kontroverse ausführlicher in meinem Beitrag „Übersäuerung des Körpers – was ist davon zu halten?“ beschrieben.

Was sagen Studien speziell zu Basica?

Zu Basica existieren tatsächlich klinische Untersuchungen. Das sollte man erwähnen – ebenso wie deren Grenzen.

In einer randomisierten doppelblinden Untersuchung mit 40 älteren gesunden Probanden wurde eine proteinreiche Ernährung mit beziehungsweise ohne Basica-Supplementierung untersucht. Unter der Mineralstoffsupplementierung stieg unter anderem die Bicarbonatkonzentration im Plasma, ohne dass sich der Blut-pH entsprechend verschob. Die Studie war klein, lief nur über einen begrenzten Zeitraum und wurde von Protina finanziert.

Eine weitere Untersuchung beschäftigte sich mit 80 übergewichtigen Erwachsenen; 68 Teilnehmer beendeten die Studie. Kombiniert wurden körperliches Training, teilweise intermittierendes Fasten und entweder Basica Direkt oder Placebo. In einzelnen Basica-Gruppen zeigten sich stärkere Veränderungen beim Körpergewicht beziehungsweise bei der Laufleistung. Auch diese Untersuchung wurde vom Hersteller finanziert.

Daraus würde ich keinesfalls die Schlagzeile „Basica macht schlank“ ableiten. Dafür liefen viel zu viele Interventionen gleichzeitig: Bewegung, Fasten und Ernährungsänderungen. Solche Studien sind interessant und können Hinweise für weitere Forschung liefern. Sie sind aber kein Freibrief für Werbeversprechen.

Entsäuern mit Basica – was bedeutet das überhaupt?

Der Begriff „Entsäuerung“ ist populär, wissenschaftlich aber unscharf. Man kann durch Ernährung und alkalisch wirkende Mineralstoffverbindungen unter anderem die renale Säureausscheidung, den Urin-pH und bestimmte Parameter des Bicarbonatstoffwechsels beeinflussen. Das ist etwas anderes als die Vorstellung, im Bindegewebe würden literweise Säuren lagern, die anschließend durch ein Pulver wie Kalk aus einem Wasserkocher herausgespült werden.

So funktioniert der menschliche Körper nicht.

Auch die pauschale Behauptung, Citratpräparate seien grundsätzlich jedem Carbonatpräparat überlegen, würde ich heute nicht mehr aufrechterhalten. Citrate besitzen interessante metabolische Eigenschaften. Daraus folgt aber keine automatische Überlegenheit für jeden Menschen und jeden Einsatzzweck.

Wer Basenmittel generell vergleichen möchte, findet von mir auch einen ausführlichen Beitrag zu Basenpulvern und Basentabletten. Außerdem habe ich beispielsweise das Altapharm Basenpulver von Rossmann und das Basen-Pulver PUR von dm separat betrachtet.

Die Ernährung ist wichtiger als das Pulver

Bei allen Diskussionen um Citrate, Carbonate und Mineralstoffmengen wird leicht übersehen, wo die eigentliche Stellschraube sitzt: bei der täglichen Ernährung. Gemüse, Kartoffeln, Salate, Kräuter und viele Obstsorten bringen Kalium, Magnesium und verschiedene organische Anionen mit. Eine Ernährung aus Weißmehlprodukten, Zucker, Fertiggerichten und wenig Gemüse anschließend mit einem Basenpulver „auszugleichen“, erinnert mich dagegen ein wenig daran, jeden Abend die Warnleuchte im Auto abzukleben, statt Öl nachzufüllen.

Wer wissen möchte, was Ernährung jenseits von Kalorien und Modediäten tatsächlich bewirken kann, für den habe ich einen eigenen kostenlosen Ernährungs-Newsletter eingerichtet. Dort geht es unter anderem um Lebensmittel, die auf den ersten Blick harmlos erscheinen, bei genauerem Hinsehen aber erheblichen Einfluss auf Stoffwechsel und Gesundheit haben können.

Wenn Sie sich für diese Zusammenhänge interessieren, können Sie meinen kostenlosen Ernährungs-Newsletter hier anfordern:

Kann man eine Übersäuerung am Urin-pH erkennen?

Auch beim Urin-pH wird häufig mehr hineininterpretiert, als tatsächlich gemessen wurde. Der Urin-pH kann sich durch Ernährung deutlich verändern. Das ist zunächst einmal völlig normal und zeigt unter anderem, dass die Niere Säuren und Basenäquivalente ausscheidet.

Ein saurer Morgenurin beweist deshalb noch keine krankhafte Übersäuerung des Körpers. Umgekehrt beweist ein alkalischer Urin nach Einnahme eines Basenpulvers auch nicht, dass nun sämtliche Gewebe erfolgreich „entsäuert“ wurden.

Urinmessungen können im Rahmen bestimmter Fragestellungen interessant sein. Man sollte lediglich wissen, was damit gemessen wird – und vor allem, was nicht.

Was ist mit Knochen und Osteoporose?

Eine häufig erzählte Geschichte lautet, eine „saure Ernährung“ zwinge den Organismus dazu, Calcium aus den Knochen zu holen und führe deshalb zwangsläufig zu Osteoporose. So einfach ist es nicht.

Systematische Übersichtsarbeiten konnten diese simple Säure-Knochen-Theorie nicht überzeugend bestätigen. Untersuchungen mit alkalischen Mineralstoffen oder Kaliumcitrat zeigen zwar zum Teil interessante Effekte auf Calciumausscheidung und einzelne Knochenparameter, die Ergebnisse sind aber nicht einheitlich.

Das bedeutet wiederum nicht, dass Mineralstoffe für den Knochen unwichtig wären. Natürlich sind Calcium und Magnesium relevant. Nur sollte aus dieser Tatsache nicht rückwärts eine komplette Krankheitslehre konstruiert werden.

Nachteile von Basica – was sollte man wissen?

Der Suchbegriff „Nachteile von Basica“ wird erstaunlich häufig eingegeben. Und tatsächlich gibt es einige Punkte, die man kennen sollte.

Der erste ist die teilweise recht umfangreiche Mineralstoffzufuhr. Wer mehrere Nahrungsergänzungsmittel kombiniert, kann Calcium, Magnesium, Zink, Eisen, Selen, Kupfer oder andere Spurenelemente schnell aus mehreren Quellen gleichzeitig zuführen. Gerade bei längerfristiger Einnahme halte ich es deshalb für sinnvoll, nicht jedes Produkt isoliert zu betrachten.

Bei Basica Direkt fällt insbesondere die hohe Magnesiumzufuhr von 400 mg täglich auf. Zusammen mit Sorbit kann dies bei empfindlichen Menschen zu Durchfall oder anderen Darmbeschwerden führen.

Basica Vital enthält Lactose. Basica Instant enthält Saccharose. Basica Sport liefert relevante Mengen Kohlenhydrate und Zucker. Einige Varianten enthalten zusätzlich Eisen und Kupfer, obwohl nicht jeder Mensch diese Spurenelemente ergänzen muss.

Das heißt nicht, dass Basica grundsätzlich gefährlich wäre. Es bedeutet lediglich: Auch ein Mineralstoffpräparat sollte man passend auswählen und nicht nach dem Motto einnehmen, Basen und Mineralien könnten grundsätzlich nie zu viel sein.

Basica und die Nieren

Besondere Vorsicht ist bei eingeschränkter Nierenfunktion angebracht. Die Niere reguliert unter anderem Magnesium, Kalium und den Säure-Basen-Haushalt. Bei stärker eingeschränkter Nierenleistung können Mineralstoffmengen, die für einen gesunden Menschen problemlos ausgeschieden werden, plötzlich relevant werden.

Das gilt insbesondere für Kalium und Magnesium. Auch verschiedene Medikamente können den Kaliumhaushalt verändern. Bei einer relevanten Nierenerkrankung würde ich deshalb kein Mineralstoff- oder Basenpräparat auf eigene Faust dauerhaft einsetzen.

Dass Elektrolyte sorgfältig betrachtet werden müssen, gilt übrigens auch beim längeren Fasten. Dazu habe ich im Beitrag „Welche Blutwerte beim Fasten wichtig sind“ unter anderem Kalium, Natrium und Calcium ausführlicher besprochen.

Wann sollte man Basica einnehmen?

Das hängt vom jeweiligen Produkt ab. Basica Pur wird laut Hersteller morgens und abends eingenommen. Gleiches gilt für Basica Direkt und Basica Vital. Bei Basica Compact werden normalerweise drei Tabletten morgens und drei abends empfohlen. Die Einnahme der genannten Produkte kann überwiegend unabhängig von den Mahlzeiten erfolgen.

Für mich ist allerdings eine andere Frage wichtiger als die Diskussion, ob ein Pulver um 8.00 Uhr oder um 8.30 Uhr genommen werden sollte: Warum soll es überhaupt genommen werden?

Wer seine Ernährung verbessern möchte, sollte Basica nicht dazu benutzen, weiterhin überwiegend hochverarbeitete Lebensmittel, wenig Gemüse und wenig mineralstoffreiche Nahrung zu essen und anschließend ein Pulver als metabolischen Radiergummi hinterherzuschicken. So funktioniert Ernährung nicht.

Wie lange kann man Basica einnehmen?

Der Hersteller sieht bei mehreren Produkten auch eine längerfristige tägliche Einnahme vor. Ich würde trotzdem nicht automatisch jahrelang ein Mineralstoffgemisch einnehmen, ohne gelegentlich die Sinnfrage zu stellen.

Wenn jemand ein Basenpräparat wegen unspezifischer Beschwerden ausprobiert, halte ich es für vernünftiger, nach einigen Wochen Bilanz zu ziehen: Hat sich überhaupt etwas verändert? Wie sieht die Ernährung inzwischen aus? Werden parallel andere Mineralstoffe eingenommen? Gibt es Erkrankungen, Medikamente oder Laborwerte, die berücksichtigt werden müssen?

Ein Nahrungsergänzungsmittel sollte eine Aufgabe erfüllen. „Ich nehme das schon seit fünf Jahren, weil ich irgendwann damit angefangen habe“ ist keine besonders überzeugende Indikation.

Wie schnell wirkt Basica?

Mineralstoffe werden natürlich nicht erst nach Monaten aufgenommen. Veränderungen beispielsweise des Urin-pH oder bestimmter Bicarbonatparameter können wesentlich schneller auftreten. Das bedeutet jedoch nicht, dass Müdigkeit, Gelenkbeschwerden, Verdauungsprobleme oder andere unspezifische Beschwerden innerhalb einer bestimmten Frist verschwinden müssten.

Wer nach drei Tagen einen höheren Urin-pH misst, hat zunächst einmal einen höheren Urin-pH gemessen. Nicht mehr und nicht weniger.

Welches Basica ist das beste?

Wenn ausschließlich ein möglichst schlicht zusammengesetztes Basenpräparat gesucht wird, gefällt mir innerhalb der Basica-Reihe Basica Pur am besten. Es enthält weder Zucker noch Süßungsmittel oder Aromen und verzichtet auf den Versuch, gleichzeitig noch ein Lifestyle- oder Vitaminprodukt zu sein.

Wer Tabletten bevorzugt, findet mit Basica Compact eine praktische Alternative. Basica Direkt hat seinen Vorteil eindeutig in der bequemen Einnahme ohne Wasser, enthält aber mit 400 mg relativ viel Magnesium und zusätzlich Sorbit. Basica Vital lässt sich gut in Lebensmittel einrühren, enthält allerdings Lactose. Basica Instant ist geschmacklich komfortabler, bringt aber Zucker und Aroma mit. Basica Sport wiederum ist für mich keine Alternative zu diesen Präparaten, sondern ein eigenständiges Sportgetränk.

Das „beste“ Basica gibt es deshalb nicht. Es gibt nur das Produkt, dessen Zusammensetzung zum jeweiligen Zweck und zum jeweiligen Menschen passt.

Ist Basica gut zum Abnehmen?

Basica ist kein Abnehmpräparat. Dass eine kleine Studie bei einer Kombination aus Training, intermittierendem Fasten und Basica interessante Resultate gezeigt hat, macht daraus noch keinen Fettverbrenner.

Wer Gewicht verlieren möchte, wird wesentlich mehr davon haben, Ernährung, Bewegung, Schlaf, Insulinstoffwechsel und gegebenenfalls Fasten sinnvoll zu strukturieren. Ein Basenpräparat kann allenfalls ein Begleiter innerhalb eines solchen Gesamtkonzeptes sein.

Gerade das Fasten zeigt sehr schön, warum einzelne Stoffwechselparameter nie isoliert betrachtet werden sollten. Während des Fastens verändert sich die Energiegewinnung grundlegend, Fettsäuren und Ketonkörper gewinnen an Bedeutung und auch Flüssigkeits- und Elektrolythaushalt verändern sich. Genau deshalb sollte eine vernünftige Fastenkur mehr sein als einfach einige Tage nichts zu essen.

Wenn Sie erfahren möchten, wie ich Heilfasten seit vielen Jahren in meiner Praxis einsetze, worauf ich dabei achte und welche Fehler ich immer wieder sehe, können Sie dazu meinen kostenlosen Heilfasten-Newsletter anfordern:

Hilft Basica Compact bei Lipödem?

Diese Frage wird überraschend häufig gesucht. Mir sind jedoch keine überzeugenden klinischen Daten bekannt, nach denen Basica Compact ein Lipödem behandelt oder dessen Verlauf gezielt beeinflusst. Basica Compact ist ein Mineralstoffpräparat und kein Lipödem-Medikament.

Das schließt nicht aus, dass Ernährung, Gewicht, Bewegung, Entzündungsprozesse und Mineralstoffversorgung bei einzelnen Betroffenen eine Rolle für das allgemeine Befinden spielen können. Daraus darf aber keine spezifische Wirkung von Basica gegen das Lipödem konstruiert werden.

Basica oder Natron?

Auch diese Frage wird häufig gestellt. Basica und Natron sind allerdings nicht dasselbe. Natron ist Natriumhydrogencarbonat und damit eine einzelne chemische Verbindung. Die Basica-Produkte enthalten dagegen Mischungen verschiedener Mineralstoffe und Spurenelemente; manche Varianten enthalten überhaupt kein Natriumhydrogencarbonat.

Natron hat wiederum eigene physiologische Wirkungen, Einsatzgebiete und Nachteile. Insbesondere die Natriumzufuhr sollte nicht ignoriert werden. Mehr dazu lesen Sie in meinem ausführlichen Beitrag „Natron: Was passiert, wenn man täglich Natron nimmt?“.

Meine Bewertung von Basica

Basica ist für mich weder Wundermittel noch Unsinn. Das Unternehmen verfügt über eine lange Erfahrung mit Mineralstoffpräparaten und bietet inzwischen mehrere deutlich unterschiedliche Rezepturen an. Das sollte man anerkennen. Ebenso sollte man anerkennen, dass der Säure-Basen-Stoffwechsel real ist und Ernährung die renale Säurelast beeinflusst.

Was ich nicht mittragen würde, ist die Vorstellung, nahezu jedes unspezifische Symptom sei Folge einer Übersäuerung und lasse sich durch ein Basenpulver beseitigen. Ebenso wenig überzeugt mich das andere Extrem, wonach der Blut-pH streng reguliert werde und damit jede Diskussion über ernährungsbedingte Säurelast automatisch Unsinn sei. Der Körper hält seinen Blut-pH gerade deshalb konstant, weil er permanent reguliert, puffert und ausscheidet.

Wer Basica verwenden möchte, sollte deshalb zunächst wissen, was er erreichen will. Für eine möglichst einfache Basenmischung würde ich innerhalb der Produktfamilie eher zu einer klaren Rezeptur wie Basica Pur greifen. Wer lediglich gelegentlich zu wenig Gemüse isst, sollte dagegen nicht versuchen, diese Lücke dauerhaft mit Pulver zu kaschieren.

Und wer wirklich wissen möchte, wie es um seinen Mineralstoffhaushalt oder bestimmte Stoffwechselprobleme bestellt ist, sollte dort messen und untersuchen, wo es sinnvoll ist – statt aus einem einzelnen Urin-pH-Wert weitreichende Diagnosen abzuleiten.

Das ist weniger spektakulär als die Behauptung, man müsse seinen Körper nur einmal gründlich „entsäuern“. Dafür ist es näher an der Physiologie.

Quellen und weiterführende Informationen

Wenn man Testberichte zu Produkten sucht, vertraut man eigentlich auf Institutionen, die sich darauf spezialisiert zu haben schein, wie z.B. Stiftung Warentest oder auch Öko-Test.

Bevor Sie aber weiter nach Testergebnissen zu einzelnen Basenpulvern oder Basentabletten suchen, sollten Sie einige Dinge wissen, die sich diesbezüglich „abspielen“ – sowohl im Internet, als auch bei den „Testinstituten“.

Neben Stiftung Warentest oder Ökotest gibt es ja auch noch andere Webseiten, die über solche Produkte berichten wollen. Wenn Sie zum Beispiel in Google „Basenpulver im Test“ gesucht haben, dann finden Sie da schon einige merkwürdige Seiten: zum Beispiel ein gewisses „Gesundheitsinstitut Deutschland“, welches vor allem das Amaiva Pulver empfiehlt (Warum nur?), andere „private Webseiten“, die Geld dafür bekommen, wenn man über ihren Link bestellt und dann natürlich unsere bekannten Tester von Warentest und Ökotest.

Der „lustige“ Basenpulver Öko-Test

Im Frühjahr 2015 hat Öko-Test hat ein neues Spezial-Papier veröffentlicht. Darin ging es um Vitamine und Mineralstoffe. Gegen die Gebühr von 4,99 € kann man sich ein „epaper-Einzelheft“ als PDF herunterladen. Die Lektüre bombardiert den Leser mit Tests zu Nahrungsergänzungsmitteln, Multivitaminen, Vitamin-D-Präparaten, Spurenelementen, basischen Nahrungsergänzungsmitteln etc.

Das könnte vielversprechend werden, hat doch Öko-Test etwas mit „Öko“ zu tun. Und „Öko“ ist grün, was bekannter weise mehr mit biologisch-organischem „Essen und Trinken“ zu tun hat beziehungsweise haben sollte. Das Thema, was mich am meisten interessierte (nicht zuletzt weil es in der etablierten Medizin als „Unsinn“ und „esoterische Erfindung“ abgetan wird), waren die Nahrungsergänzungsmittel, die gegen eine Übersäuerung wirksam sein sollen, sowie deren Testergebnisse seitens des Öko-Tests.

Aber das Ergebnis stand wohl schon von vorneherein fest, bevor die Tests durchgeführt worden waren. Die Einleitung zum Artikel und die gleichzeitige Begründung erzählten mehr als die Testergebnisse…

Basische Nahrungsergänzungsmittel, oder: Wir sind sauer!

Es fängt fast vielversprechend bei Ökotest an. Denn die Einleitung zählt die „Folgen einer aus einseitiger Ernährung und Bewegungsmangel resultierenden Übersäuerung“ auf, die sich in „unspezifischen Symptomen äußern sollen“: „Müdigkeit und Erschöpfung, erhöhte Stressempfindlichkeit, nachlassende Konzentration, Muskel- und Gelenkbeschwerden sowie Veränderungen der Haut, Haare und Nägel nennt beispielsweise die Firma Protina.

Und wenn es einmal so weit gekommen ist, dann lassen sich Allergien, Osteoporose, Rheuma, Kopfschmerzen, Schlafstörungen und Venenleiden durch „eine Herstellung des Gleichgewichts von Säuren und Basen positiv beeinflussen“. Das meint jedenfalls der Reformhaus-Ratgeber „Säure-Basen-Haushalt im Gleichgewicht“. Fairerweise wird eingeräumt, dass diese vermeintlichen Erfolge vor allem auf Erfahrungsberichten beruhen.“

Richtig! Ein Ungleichgewicht des Säure-Basen-Haushalts, eine Übersäuerung also, gibt es für die Ökos nur als „Erfahrungsbericht“.

Soll das also heißen, dass Erfahrungsberichte zu gar nichts tauglich sind und deshalb vernachlässigt werden können? Dann sollte jeder Arzt seine Erfahrungen sofort vergessen und nur noch stur nach Lehrbuch und Leitlinien therapieren. Aber die Ärzte, die ich als gute und effektive Mediziner kenne, sind durch die Bank Leute mit Erfahrung. Und meine Erfahrungen mit Basenpulver und -tabletten bei einer Übersäuerung habe ich hier beschrieben: Was bringen Basenpulver und Basentabletten für Ihre Gesundheit?

Aber so war das sicher nicht gemeint. Vielmehr steht hinter der Aussage, dass die Übersäuerung nur in Erfahrungsberichten beobachtet worden ist, nicht aber in der wissenschaftlichen Realität. Eine evidenzbasierte Übersäuerung ist eine Azidose und muss in der Intensivstation notfallmäßig behandelt werden. Alles andere sind Erfindungen der alternativen Medizin. Aha, so ist das also.

Die Öko-Tester fahren fort mit der Beschreibung von angeblich säureproduzierenden Umständen. Und das sind gewisse Nahrungsmittel, wie Getreideprodukte, Fleisch, Eier, Käse etc. Daneben gibt es noch basische Lebensmittel und solche, die sich neutral verhalten. Soweit stimmt zumindest die Beschreibung des Verständnisses der alternativen „Spinner“ in Sachen Einfluss der Ernährung auf den Säure-Basen-Haushalt.

Die Beweisführung, dass es sich hier um Unsinn handeln muss, wird mit einem massiven Denkfehler geführt, der zudem noch zeigt, dass die Schreiber der Ökotester anscheinend selber nicht mehr wissen, worüber sie schreiben.

Denn es heißt: „Zwar kann auch eine abwechslungsreiche, gesunde Ernährung einen gewissen Säureüberschuss erzeugen,…“ Hier muss ich sorgenvoll passen, denn ich bin immer davon ausgegangen, dass eine nicht so gesunde, vor allem auf Industriefutter basierende Ernährung für den „gewissen“ (man beachte die exakte, hochwissenschaftliche Mengenangabe seitens Öko!) Säureüberschuss sorgt und gerade nicht die gesunde Ernährung.

Die ist dafür verantwortlich, dass es keinen ungünstigen Einfluss auf den Säure-Basen-Haushalt gibt, beziehungsweise dieser durch diese Ernährung sogar korrigiert werden kann. Denn eine gesunde und ausgewogene Ernährung besteht zu etwa 70 Prozent aus basischen Nahrungsmitteln.

Im nächsten Schritt hätte ich eine wissenschaftliche Arbeit als Zitat erwartet, die den Unsinn mit der Übersäuerung beweist.

Was aber kommt stattdessen?

Ein Zitat von einer Altbekannten, Antje Gahl von der DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung):

Sie weiß zu berichten, dass „beim gesunden Erwachsenen die Regulationssysteme des Säure-Basen-Haushalts auch bei einer einseitigen Ernährung in der Lage sind, Säure- und Basenüberschüsse zu kompensieren und auszuscheiden“.

Das ist nicht ganz falsch, aber leider langfristig gesehen auch nicht ganz richtig. Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass das Regulationssystem des Säure-Basen-Haushalts funktioniert, sonst wären die Intensivstationen voll mit Azidosefällen. Aber das, was Öko-Tester und Schulmedizin als „Unfug“ ablehnen (nämlich die Existenz einer „latenten Gewebeazidose“), scheint nur deshalb nicht zu existieren, weil man niemanden ohnmächtig im Test bei Ökotest und auf der Straße umfallen sieht.

Da ist es umso verwunderlicher, wenn eine andere, ebenfalls nicht alternative Quelle ganz andere Ansichten zu diesem Sachverhalt vertritt. Ich hatte dies bereits unter Übersäuerung des Körpers? Was ist davon zu halten? Und: Ist das wichtig? angesprochen. Hier noch mal die besagte Stelle dazu:

Merkwürdigerweise lese ich aber zum Beispiel im Deutschen Ärzteblatt:

Störungen des Säure-Basen-Haushalts sind häufig, sie werden jedoch in der Praxis oft übersehen. […] Besonders bei Patienten mit Niereninsuffizienz, Diabetes, einer Leberzirrhose, einem Emphysem, Diarrhöen oder chronischem Erbrechen sowie unter bestehender Diuretikatherapie ist an Störungen des Säure-Basen-Haushaltes zu denken.
Quelle: Dtsch Arztebl 2005; 102: A 1896; 1899 [Heft 26]

Das war 2005.

Im Januar 2015 diskutierte ich in einem anderen Beitrag (Das Märchen von der Übersäuerung) die gleiche Frage, nur mit neuem Datenmaterial und einer neuen wissenschaftlichen Arbeit, die nicht aus dem Hause BfR kam, sondern aus einem wirklich wissenschaftlichen Institut stammt: In Pathophysiologic Changes in Extracellular pH Modulate Parathyroid Calcium-Sensing Receptor Activity and Secretion via a Histidine-Independent Mechanism zeigten die Wissenschaftler, dass nur minimale Schwankungen im pH-Wert des Blutes zu „latenten Azidosen“ führen, die den calciumsensitiven Rezeptor deaktivieren, was eine Erhöhung von PTH und den Calciumwerten im Blut führt.

In der Folge kommt es zu Nierenschädigungen (unter anderem, aber nicht nur), was langfristig dann wieder einen negativen Effekt auf den Säure-Basen-Haushalt haben wird. Die „sturen“ Autoren der Studie bestehen in der Folge darauf, dass „die Auswirkungen dieser Veränderungen wesentlich signifikanter ausfallen als man bislang geglaubt hat, und dass dem hier von Seiten der Kliniker mehr Beachtung geschenkt werden sollte“.

Ich würde an dieser Stelle neben den Klinikern noch die BfR und die Öko-Tester mit einbeziehen. Denn: „Bislang ging man davon aus, dass nur massive Veränderungen der Acidität als Ursache für gesundheitliche Probleme bei den Patienten in Frage kamen“.

Oder mit anderen Worten: Die kleinen, aber mehr oder weniger permanenten „Entgleisungen“ des Säure-Basen-Haushalts auf „Minimalbasis“, die klinisch fast gar nicht wahrgenommen werden können, sind der stete Tropfen, der den Stein aushöhlt. Und nur weil man mit dem bloßen Auge oder einer Lupe nichts sehen kann zu schließen, dass es da auch nichts gibt, ist das exakte Gegenteil von Wissenschaftlichkeit.

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ENDLICH! Eine Studie!

Aber auch bei Ökotest wird es im Beitrag zu den Basenpulvern (endlich einmal) „wissenschaftlich“. Denn es kommt kein Vertreter einer Bundesbehörde zu Wort, sondern eine Studie. Vielleicht wissen die Öko-Tester ja, dass Bundesbehörde und Wissenschaft nicht ein und dasselbe sind… also her mit der Studie…

Aber was für eine Studie ist das nun? Eine META-ANALYSE! Und die ist aus dem Jahr 2009 und zeichnet sich dadurch aus, dass sie angeblich die Hypothese „zerlegt“ hätte, „nach der eine ernährungsbedingte Säurelast den Verlust von Knochenmineralien und Osteoporose fördert“. Für mich ist das der Gipfel der Säurelastigkeit dieses Berichts.

Eine Meta-Analyse als Beweis mal wieder, weil die so nett das beweist, was man bewiesen haben will. Die weiter oben zitierte Studie dagegen, die keine meta-analytischen Würfel- und Zahlenspielchen betreibt, hat das genaue Gegenteil gefunden: Dass nämlich mit der Erhöhung von PTH die Calciumspeicher, und das sind hauptsächlich die Knochen, angegriffen werden und so zu einer Erhöhung des Calciumwertes des Bluts führen.

Ich denke, dass wir hier keinen „Öko-Test“ durchführen müssen, um zu verstehen, dass eine durch Übersäuerung ausgelöste Erhöhung von PTH und Blut-Calciumwerten langfristig zu einer Entleerung der Calciumspeicher führen und damit die Knochenstruktur ungünstig beeinflusst wird.

Dann kommt noch ein Endokrinologe aus Calgary zu Wort, der keinen Zusammenhang zwischen basischer Ernährung und Knochengesundheit gesehen haben will. Eine Quellenangabe zu einer Studie, die das gezeigt haben müsste, gibt es natürlich nicht, da wir alle dem Dr. Hanley zu glauben haben. Und den Öko-Testern natürlich auch!

Und wer es immer noch nicht glaubt (so wie ich zum Beispiel), der muss sich von den Testern sagen lassen, dass auch die EFSA nichts gesehen hat und solche Aussagen per EU-Kommission als „unzulässig“ erklärt. Damit wäre die weiter oben zitierte Studie, die den Einfluss minimaler Veränderungen des pH-Werts auf das PTH festgestellt hat, auch „unzulässig“.
Dann kommen die Testergebnisse, die ich mir hier sparen möchte, da alle Testobjekte der Reihe nach entweder mit ungenügend (setzen!) oder mangelhaft (nicht zufassen!!) durchgefallen sind. In der Begründung für die „Durchfälle“ mangelt es nicht an Blüten in Reinkultur.

Da werden einige basische Nahrungsergänzungsmittel abgeschossen, da sie die Höchstmengen an zusätzlichen Vitaminen und/oder Mineralstoffen überschreiten, die als Empfehlung von der BfR aufgestellt worden sind. Herzlichen Glückwunsch! Denn das ist die gleiche BfR, die auch GVOs (Gentechnisch veränderte Pflanzen) empfiehlt.

Das glauben Sie nicht? In meinem Beitrag Die Gen-Technik und ihre Lobby gehe ich genauer darauf ein: „Wenn man sich einmal die ‚Besatzung‘ der Kommission für genetisch veränderte Lebensmittel und Futtermittel des BfR anschaut, dann wird man feststellen, dass 9 von 13 Experten dieser Kommission enge Kontakte zur Lebensmittelindustrie und anderen Pro-Gentechnik-Verbänden haben. Das gleiche gilt auch für leitende Angestellte dieser Behörde. In den Augen der Öffentlichkeit jedoch gelten sie als ‚unabhängige‘ Experten, auf deren Stimme besonders viel Gewicht gelegt werden muss. Die Traumfabrik lässt grüßen…“

Oder die Aussage zu Vitaminen (siehe mein Beitrag Die Vitamine im Spiegel des Spiegels), wo seitens der Behörde lauthals verkündet wird: „Vitamine können kein Krebs verhindern, auch wenn sie noch so anti-oxidativ wirksam sind“.

Oder die Bewertung von Sonnencremes: Sonnencreme und Sonnenmilch – Worauf Sie achten sollten! Auch hier tauchen wieder industriefreundliche Einschätzungen auf, die weniger den Verbraucher als vielmehr die Industrie erfreuen können: „Während die Forschergruppe um Magret Schlumpf neun von zehn untersuchte chemische UV-Filter für hormonell aktiv und daher bedenklich hält, geht das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) davon aus, dass lediglich 4-MBC in Sonnencremes möglicherweise gesundheitlich bedenklich ist (www.bfr.bund.de/cd/6891)“.

Da ist es dann auch nicht weiter verwunderlich, wenn alle Basenpulver und Basentabletten im „Test“ durchfallen müssen. Denn sie sind als Regulatoren für eine mögliche Übersäuerung zu nichts nutze, da es halt keine Übersäuerung geben soll – oder geben darf?

Und dann hantieren die Hersteller auch noch mit viel zu hohen Vitamin- und Mineralstoffdosierungen herum. Da werden dann getreu dem schulmedizinischen Denkansatz Beta-Carotin, Hydrogencarbonat, Kieselerde und Zeolith als „bedenkliche / umstrittene maßgebliche Inhaltsstoffe“ deklariert.

Und was ist mit dem Arsen und Nickel in den Produkten?

Einige Produkte scheinen Arsen zu enthalten, andere auch Nickel. An dieser Stelle würde ich das erste Mal zustimmen wollen, dass weder Arsen, noch Nickel eine günstige Wirkung auf den Organismus  und in solchen Präparaten und anderswo nichts zu suchen haben.

Nachdem der erste „Ehrentreffer“ für die Öko-Tester gefallen ist, gestehe ich ihnen auch noch einen zweiten zu. Sie resümieren: „Wenn man das Dasein der Basenpulver damit rechtfertigt, dass sie die Folgen einer schlechten Ernährung ausgleichen, dann sollte man auf unnötige Inhaltsstoffe wie Aroma, Süßstoffe oder Phosphat verzichten“.

Aber warum das denn nun? Antwort (halten Sie sich fest!): Weil diese Stoffe den Säure-Basen-Haushalt belasten und in die Kategorie der Säurebildner gehören! Toll oder?
Bei Phosphat bin ich mir nicht ganz sicher. Aber akute hohe Phosphatspiegel im Blut können durch Laktazidosen oder diabetische Ketoazidosen ausgelöst werden. Da müsste ich nochmal darüber nachdenken…

Eine weitere interessante Substanz, die nach Meinung der Öko-Tester zu hoch ausfällt, ist das Vitamin D. Vitamin D zu hoch? Genaueres zu den Dosierungen und dem Bedarf und vieles andere Wichtige mehr können sie im Vitamin-D-Report nachlesen. Was die Öko-Tester zum Vitamin D zu sagen haben, werde ich im nächsten Beitrag unter die Lupe nehmen. Denn sie haben es sich nicht nehmen lassen, auch Vitamin-D-Präparate zu testen. Mehr dazu aber an anderer Stelle. Und anders als beim Phosphat, bin ich mir beim Vitamin D sicher…

Fazit

Öko-Test hat Sachen getestet, damit sie zu offiziellen Aussagen gelangen, die den Aussagen anderer offizieller Stellen und Institutionen aufs Haar entspricht. Wozu dann noch einen Test durchführen, wenn nur zu offensichtlich das Ergebnis bereits vor Beginn feststand? Vielleicht wollen die Ökos auch nur demonstrieren, dass sie zwar grün, aber trotzdem realistisch = vernünftig sind?

Denn Realismus ist, wenn man Aussagen von BfR, EFSA, Meta-Analysen etc. als Wissenschaft ansieht. In diesen Kreisen scheint man schon lange die Forderung nach randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Studien als goldener Standard in der Wissenschaft und der damit einhergehenden Aussagekraft vergessen zu haben. Warum auch! Solche Studien bergen immer die Gefahr, dass man nicht die gewünschten Ergebnisse erhält.

Übrigens: Wenn Sie solche Informationen interessieren, dann fordern Sie unbedingt meinen Praxis-Newsletter mit den „5 Wundermitteln“ an:

Kleine Anmerkung: Die Sache mit den „5 Wundermitteln“ ist mit Abstand der beliebteste Newsletter, den meine Patienten gerne lesen…

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