Gallensteine - Cholelithiasis

Was bedeuten Gallensteine für Ihre Gesundheit?

Gallensteine (=Cholelithiasis) sind feste Ausfällungen (=Konkremente) in der Gallenflüssigkeit. Sie können sich in der Gallenblase selbst (=Cholezystolithiasis) oder im Gallengang (=Choledocholithiasis) befinden.

Gallensteinleiden kommen relativ häufig vor. Frauen sind etwa doppelt so häufig betroffen wie Männer, die Wahrscheinlichkeit, Gallensteine zu entwickeln, nimmt mit dem Alter und Nebenerkrankungen wie der Leberzirrhose oder dem Morbus Crohn zu.

Auch genetische Ursachen, Schwangerschaften, Östrogeneinnahmen (z.B. Pille), eine cholesterinreiche Ernährung oder Übergewicht (=Adipositas) können zur Bildung von Gallensteinen beitragen.

Gallensteine bilden sich typischerweise in einer mit Cholesterin übersättigten Gallenflüssigkeit. Eine verminderte Bewegungsfähigkeit des Speicher- und Hohlorgans Gallenblase mit daraus entstehender längerer Verweildauer der Gallenflüssigkeit und unvollständiger Entleerung der Gallenblase begünstigt ihre Bildung.

In 80% der Fälle liegen Cholesterinsteine oder gemischte Steine (mit über 70% Cholesterinanteil) vor. In 20% der Fälle (vor allem bei Leberzirrhose) bestehen die Steine aus Bilirubinablagerungen (=Pigmentsteine).

Infolge entzündlicher Veränderungen der Gallenblase können die Steine zusätzlich verkalken.

Gallensteine können nur einige Millimeter groß sein (=Gallegrieß), einzeln oder gehäuft auftreten und bis zu mehrere Zentimeter groß werden.
Gallengangssteine können direkt im Gallengang gebildet werden oder von der Gallenblase eingewandert sein.

Dreiviertel der Gallensteinträger hat keinerlei Symptome (=stumme Gallensteine).

Symptomatische Gallensteine verursachen unspezifische Oberbauchbeschwerden wie ein Druck- oder Völlegefühl im rechten Oberbauch, Blähungen oder eine Unverträglichkeit vor allem gegenüber fetthaltigen Speisen.

Diese Symptome kommen auch bei einigen anderen Erkrankungen vor (Lebererkrankungen, Magengeschwür, Bauchspeicheldrüsenentzündung).
Typische Beschwerden sind Gallenkoliken, die durch Einklemmungen von Steinen im Gallengang entstehen. Kolikschmerzen dauern zwischen 15 Minuten bis fünf Stunden an und strahlen vom rechten mittleren Oberbauch häufig bis in den Rücken oder die rechte Schulter aus (hierbei kommt auch eine Bauchspeicheldrüsenentzündung oder ein Herzinfarkt infrage). Begleitsymptome können Brechreiz, Aufstoßen und kurzzeitige Gelbsucht (=Ikterus, Gelbfärbung von Augenweiß und Haut) sein.

Komplikationen gibt es bei symptomatischen Gallensteinen häufig.

Es kann zur akuten Entzündung der Gallenblase (=Cholezystitis) oder der Gallenwege (=Cholangitis) kommen. Die akute Cholezystitis kann in eine chronische Form übergehen, bei der eine Spätkomplikation der Gallenblasenkrebs ist.

Seltener kommt es zur Verletzung der Gallenblasen- oder Darmwand durch den Stein (=Steinperforation).

Besteht eine Verlegung der Gallenwege, staut sich Gallenflüssigkeit zurück in die Leber und den Bauchspeicheldrüsen-Ausführungsgang. Das kann zu Entzündungen dieser Organe führen.

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Dieser Beitrag wurde letztmalig am 02.08.2012 aktualisiert

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