Ich weiß: Was jetzt gleicht folgt, klingt wie ein „Eigenlob“ usw.
Es handelt sich um eine E-Mail, die mir von einer Leserin der Heilfasten-Anleitung zugesendet wurde:
Ich weiß: Was jetzt gleicht folgt, klingt wie ein „Eigenlob“ usw.
Es handelt sich um eine E-Mail, die mir von einer Leserin der Heilfasten-Anleitung zugesendet wurde:
Die Frankfurter Rundschau (https://www.fr-online.de/frankfurt/fasten-zeit-verzichten-auf-das-handy,1472798,29885952.html) bringt es an den Tag: Fasten ist nicht nur der Verzicht auf Speisen, sondern auch ein Verzicht aufs Handy.
Und damit befinden wir uns sofort und ohne Umschweife im Land der „Neudefinitionen“, die ich ja schon in den Beiträgen „Was ist Fasten eigentlich wirklich?“ und „Fasten ist, wenn man nicht fastet“ gezeigt hatte.
Laut Karl Marx haben die Philosophen die Welt interpretiert (es komme jedoch darauf an, sie zu verändern, heißt es weiter).
Da kann man ja gespannt sein, wie ein deutsch-schweizer Philosoph nicht die Welt, aber das Fasten interpretiert. Veränderungen können wir laut Marx auch hier nicht erwarten. Und: Wir sollen nicht enttäuscht werden…
Der Karneval ist vorbei und die Fastenzeit hat begonnen. Während der Karneval und seine lustigen Streiche der Vergangenheit angehören, scheinen die Streiche in einem anderen Segment überlebt zu haben: In den Ideen der Presse, wie man Fasten so modifizieren kann, dass jeder Jeck noch jecker wird.
Zumindest scheint es so, wenn man sich die Artikelchen zum Fasten in der Zeitung zu Gemüte führt. Da kann einem der Appetit schon beim Lesen vergehen. Was dann wiederum dem Fasten zugute kommt.
Ernährung auf zellulärer Ebene heißt nichts anderes als „Versorgung mit Brennstoff“ für die Zellen, die sich teilen müssen, um untergegangene Zellen zu ersetzen. Im jungen Alter kommt noch das Wachstum dazu, das eine vermehrte Energiezufuhr benötigt, da die Zahl der Zellen zunehmen muss, um das Wachstum zu garantieren.
Damit liegt der Verdacht nahe, dass die Ernährung nicht nur quantitativ, sondern auch qualitativ eine Rolle auf zellulärer Ebene spielt. Und einer dieser qualitativen Faktoren ist der Überwachungsmechanismus für die Reparaturmechanismen der Zelle und deren DNA.
Der Zyklus einer Zelle unterliegt einem streng geregeltem Programm, dem Zellzyklus. Während der Phasen innerhalb des Zellzyklus werden sogenannte „Checkpoints“ (Kontrollpunkte) aktiv, die die Qualitätskontrolle für das durchführen, was bislang produziert worden ist.
So kontrolliert zum Beispiel der G1-Kontrollpunkt während der G1-Phase, dass alle erforderlichen Komponenten für die DNA-Synthese vorliegen. Ist das nicht der Fall, dann stoppt hier das Programm und löst zum Beispiel eine Apoptose (natürlicher Zelltod) aus.
Sie ist da – die Fastenzeit. Und die Presse ist natürlich dabei: Fasten, Heilfasten, Entschlacken. Und auch der „Spiegel“ will da nicht zurückstehen.
Gerade zum Thema „Der Spiegel und das Fasten“ hatte ich bereits vor etwas längerer Zeit einen Beitrag gebracht: Die Macke mit der Schlacke.
Einer der letzten Kommentar zu diesem Beitrag (Nummer 24 und 25, von „Susann“) prophezeite, dass bald der „gegenteilige Artikel sicher bald kommen wird“.
Das intermittierende Fasten ist eine Form der Kalorienrestriktion, bei der periodisch wenig beziehungsweise gar keine Kalorien eingenommen werden, unterbrochen von einer ganz normalen, gewöhnlichen Nahrungsaufnahme.
Die klassische Form des intermittierenden Fastens ist die 1+1-Methode, bei der jeden 2. Tag gefastet wird. Aber auch andere Rhythmen sind vorstellbar und haben gute Ergebnisse geliefert, wie zum Beispiel das intermittierende Fasten an bestimmten Tagen wie Montag-Mittwoch-Freitag oder Dienstag-Donnerstag.
Was wie gut ist, das liegt vermutlich in der Person des Fastenden begründet. Denn keiner ist dem anderen ähnlich, so dass auch hier persönliche Unterschiede auftreten, die das intermittierende Fasten in spezifischen, individualisierten Rhythmen für den Einzelnen effektiver machen und leichter durchführen lassen.
Aus Österreich fand ich eine interessante Nachricht. Ein Kabarettist namens Bernhard Ludwig, der zudem noch ausgebildeter Psychologe und Psychotherapeut ist, hat seine ganz persönliche Form des intermittierenden Fastens entwickelt und „vermarktet“ diese auf den Kabarettbühnen des Landes, in Büchern und Comics.
Ludwigs intermittierendes Fasten hat auch einen Namen: „10in2“. Laut eigenen Angaben hat er damit selbst 20 Kilogramm abgenommen. Sein intermittierendes Fasten sieht so aus, dass der Fastende einen Tag ganz normal essen darf und dann den nächsten Tag fastet, aber ausreichend trinkt. Somit steht die „1“ für einen Tag Essen, die „0“ für einen Tag Nichtessen.
Da der Essenstag und der Nichtessenstag = 2 Tage sind, ergibt sich die „Formel“ „10in2“. Er hat diese Formel als Marke eintragen lassen (2009) und vermarktet sie gemeinsam mit seinem Partner Erwin Haas.
Immerhin ist es beachtenswert, wenn jetzt auch das Fasten auf eher humorvolle Weise uns näher gebracht werden soll.
Fasten bei Krebs?
Bis vor einigen Jahren unvorstellbar.
In meinem Beitrag: Fasten bei Krebs – Erstaunliche Erkenntnisse schrieb ich hier im Blog bereits ausführlich dazu.
Leider wagt sich anscheinend niemand daran weitere Studien zu diesem Thema anzugehen. Dafür mehren sich allerdings die Studien die eine Kalorienrestriktion testen.
Für manche meiner Patienten oder Bekannten ist alleine schon die Vorstellung ein paar Tage „nichts“ zu Essen schon eine Zumutung.
Aber dann noch 500 Kilometer wandern? Und das in 10 Tagen?
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