Wer abnehmen oder sein Gewicht halten will, der denkt darüber nach, kalorienreichen Zucker durch Süßstoffe zu ersetzen.

Denn diese enthalten bei gleicher Menge weniger Kalorien oder aber sind deutlich süßer als Zucker, so dass man zum Süßen nur einen Bruchteil der Menge benötigt, die sonst für Zucker benötigt wird. Und weniger Kalorien = weniger Zunahme beim Körpergewicht – so die mathematische Ernährungsgleichung.

Bildnachweis: 123rf.com – powerofflowers

Die angebliche heile Welt der Süßstoffe bei der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE)

Ein prominenter Anhänger dieser mathematisch-mechanistischen Beurteilungsweise ist die DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung). Auf deren Webseite gab es noch 2014 einen Beitrag, dessen Titel bereits alles aussagte: “Süßstoffe — süß und sicher”.

In diesem Beitrag wurde den süßenden Stoffen eine Art „General-Absolution“ erteilt, indem die Ernährungsfachleute zum Beispiel Aspartam  für unbedenklich erklärten.  Es wurde pauschal behauptet, dass die Substanz in KEINEM Zusammenhang mit „potenziell unerwünschten Wirkungen wie Kopfschmerzen, Allergien, Epilepsie oder Krebsentstehung“ steht.

Süßstoffe werden als Substanzen gelobt, deren Vorteil es ist, „praktisch kalorienfrei“ zu sein. Mittlerweile (Jahr 2020) ist dieser “DGE-Süßstoff-Jubel-Beitrag” von deren Webseite verschwunden. Stattdessen fanden wir dann einen Beitrag “Süßstoffe in der Ernährung” in dem wir u.a. zu lesen bekamen:

“Auch nach der Zulassung erfolgt bei Bedarf eine kontinuierliche Überprüfung der Süßstoffe, in der ihre gesundheitliche Bewertung von Expertengremien hinterfragt wird. So wurden beispielsweise mutmaßliche Zusammenhänge zwischen Aspartam und potenziell unerwünschten Wirkungen wie Kopfschmerzen, Allergien, neuroendokrinen Veränderungen, Epilepsie oder der Tumorentstehung nicht bestätigt und die gesundheitliche Unbedenklichkeit der angegebenen Höchstmengen wiederholt bekundet.”

Wir werden uns die Aussagen der DGE für später “merken”. Übrigens verlinke ich die DGE-Beiträge nicht mehr, da Seiten vom Netz genommen werden und die Links dann ins Leere laufen.

Um es kurz zusammenzufassen: Bei der DGE ist die Welt der Süßstoffe noch in Ordnung, wenn man nicht über die „akzeptable tägliche Aufnahmemenge“ (ADI) hinaus dosiert. Leider gibt es keine ADI-Werte auf dieser Seite, was die Aussagen nicht vertrauenswürdiger erscheinen lässt. Damit dürfen wir uns fürs Erste unsere ADI-Werte selbst schnitzen.

Im Beitrag “Süßstoffe in der Ernährung” (Stand 2020) wird ganz klar auf die Frage, ob Süßstoffe dick machen, geantwortet, dass das nicht der Fall sein kann, sondern:

Im Gegenteil: Süßstoffe können im Rahmen von Gewichtsreduktionsprogrammen sinnvolle Hilfsmittel zur Reduktion der Energieaufnahme darstellen“.

Wir erfahren auch etwas über die ADI, die (man glaubt es kaum!), für Aspartam-Acesulfamsalz als „ohne Beschränkung“ angegeben wird. Auch DAS werden wir uns merken.

Auf die Frage nach möglichen Gesundheitsrisiken (Nebenwirkungen) antwortet die DGE in gewohnter Manier, dass alles bewiesen sei und keine gesundheitlichen Gefahren zu erwarten seien.

Und für Diabetiker eignen sich die Süßstoffe angeblich auch sehr gut, da „Süßstoffe folglich die Blutglucosekontrolle, die Kariesprophylaxe und bei bewusstem Einsatz die Gewichtskontrolle unterstützen können.“ Wir merken uns auch dieses Märchen.

Und da ich die Sache gerade mit den Süßstoffen für besonders bedenklich halte, habe ich das auch in meinem Buch ausführlicher dargestellt: „Wie Zucker uns krank macht…“

Übrigens: Wenn Sie solche Informationen interessieren, dann fordern Sie unbedingt meinen kostenlosen Diabetes-Newsletter dazu an:

Zurück aus dem Märchenwald der gesunden Süßstoffe

Zurück aus dem Märchenwald der DGE und ihren Einschätzungen von Aspartam und anderen Süßstoffen, möchte ich auf einen älteren und bereits mehrfach aktualisierten Beitrag von mir hinweisen: Krank durch Süßstoff Aspartam?

Dort beziehe ich mich auf eine ganze Reihe von ernstzunehmenden Studien, die unter Aspartam mehr als nur „normale“ Probleme gesehen haben. Da fällt es einem schwer, zu glauben, dass die DGE für diese Substanz eine ADI (=ohne Beschränkung) empfohlen hatte (2014) und für das Aspartam-Acesulfamsalz (2020) ebenfalls keine Beschränkung.

Wenn dann noch ausreichend Glutamat als Geschmacksverstärker dazu kommt, dann bestehen noch bessere Chancen, die Fettdepots aufzufüllen, wie eine neuere Studie an Mäusen aus dem Jahr 2013 hat zeigen können: Prediabetic changes in gene expression induced by aspartame and monosodium glutamate in Trans fat-fed C57Bl/6 J mice.

Aspartam und Glutamat scheinen nämlich Gene “einzuschalten”, die die Regelmechanismen für Glukosehomöostase und die Einflüsse auf Adipositas, Lebergewebe und Fettgewebe kontrollieren.

Übrigens: Wenn Sie solche Informationen interessieren, dann fordern Sie unbedingt meinen kostenlosen Praxis-Newsletter dazu an:

Höchstwahrscheinlich kann man diese Ergebnisse auch für den Menschen bestätigen, denn die Hinweise darauf mehren sich. 2017 veröffentlichten Forscher die Ergebnisse einer entsprechenden Untersuchung an Gewebe-Kulturen. Die Wissenschaftler entnahmen Stammzellen aus menschlichem Fettgewebe und behandelten sie mit Sucralose.

Der künstliche Süßstoff steigerte in den Zellen die Aktivität von Genen, die mit der Fett-Synthese und Entzündungs-Reaktionen im Zusammenhang stehen. Die Autoren folgern, dass die Kunstsüße beim Menschen zur verstärkten Bildung von Fettgewebe führt.

Fatalerweise kommen noch entzündliche Prozesse hinzu, die zusätzlichen Schaden anrichten wie beispielsweise Arteriosklerose.

Der Aufbau von Fetttröpfchen in den Zellen war in dem Versuch auch direkt nachweisbar: Low Calorie Sweeteners Alter Glucose Uptake and Promote Adipogenesis in Human Fat Biopsy-Derived Mesenchymal Stroma Cells (MSCs) in-Vitro and in Subjects’ Subcutaneous Fat.

Die forcierte Arteriosklerose verursacht bekanntlich Krankheiten des Herz-Kreislauf-Systems. Wissenschaftler konnten einen direkten Zusammenhang zwischen künstlichen Süßstoffen und Schlaganfällen beobachten. Das ergab eine Literatur-Sichtung von Studien, die darauf deutliche Hinweise geben. Konkret stand hier Aspartam im Fokus: Sweet Surprises: An In-depth Systematic Review of Artificial Sweeteners and Their Association with Cerebrovascular Accidents.

Tier-Studien zeigen darüber hinaus, dass künstliche Süßstoffe nicht nur Übergewicht, sondern auch Hirn-Tumore und Blasenkrebs auslösen können. Diese Meinung vertreten Wissenschftler, die eine Meta-Studie über die Risiken von Aspartam und Co verfasst haben: Sugar substitutes: Health controversy over perceived benefits.

Auch hier wird klar, dass Süßstoffe in jeder Dosierung das Gegenteil dessen bewirken, was sie erreichen sollen.

Neues von der Süßstoff-Front

Es gibt eine besonders interessante Arbeit aus Israel zum Thema Süßstoff und deren Auswirkungen auf den Stoffwechsel. Diese Studie war vermutlich auch der Grund, warum die „Süddeutsche Zeitung“ (Süßstoffe unter Verdacht) zu diesem Thema Stellung nehmen wollte.

Es wurden immer wieder Stimmen laut, die die Hypothese unterstützen, dass Süßstoffe entweder über psychologische Mechanismen zu einer vermehrten Kalorienaufnahme führen oder über indirekte Beeinflussungen des Stoffwechsels zu einer ungünstigen Wirkung führen.

Eine Arbeit, die beide Aspekte miteinander vereint, erschien 2013: Artificial sweeteners produce the counterintuitive effect of inducing metabolic derangements. Diese Arbeit stellt fest, dass es immer mehr ernstzunehmende Hinweise dafür gibt, dass Süßstoffe das Risiko für eine exzessive Gewichtszunahme, metabolisches Syndrom, Diabetes Typ-2 und kardiovaskuläre Erkrankungen erhöhen können.

Eine Metaanalyse, in der 37 Studien zu dem Thema ausgewertet wurden, kam zu einem ähnlichen Ergebnis. Die Literatur-Sichtung belegt, dass die regelmäßige Aufnahme synthetischer Süßstoffe zu einem erhöhten BMI und zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen führt.

Mangelnde Wissenschaftlichkeit und Signifikanz aufgrund zu geringer Fallzahlen kann hier keiner anmahnen. Alle Studien waren randomisiert und kontrolliert und umfassen insgesamt die Daten von über 400.000 Menschen: Nonnutritive sweeteners and cardiometabolic health: a systematic review and meta-analisis of rondomized controlled trials and prospective cohort studies.

Bestätigen konnten das US-amerikanische Physiologen, die den Aspartam-Verzehr mit Glukose-Intoleranz und Adipositas in Verbindung bringen konnten. Der entstehende Prädiabetes ist der erste Schritt zur echten Zuckerkrankheit.

Die physiologische „Notbremse“ des Körpers ist dann die Einlagerung des zum Fett umgewandelten Zuckers in den Fettzellen, wann immer es der Insulin-Spiegel erlaubt: Aspartame intake is associated with greater glucose intolerance in individuals with obesity.

Ähnliche Tatsachen förderten australische Forscher zutage. Sie verabreichten der Hälfte von 27 vorher gesunden Versuchsteilnehmern Sucralose und Acesulfam in einer Dosierung wie sie etwa in 1,5 Litern künstlich gesüßter Limo enthalten ist. Die andere Hälfte der Gruppe erhielt Placebo.

Beim Vergleich der beiden Gruppen zeigte sich, dass die Probanden unter Süßstoff-Konsum nach 2 Wochen einen leicht entgleisenden Blutzucker aufwiesen. Woran das lag, konnten die Forscher auch feststellen. Die Süßstoffe reduzierten die Ausschüttung des Glucagon-like Peptid 1 (GLP1).

Das Gewebs-Hormon wird im Dick- und Dünndarm produziert und steigert die Sezernierung von Insulin durch die Bauchspeicheldrüse. Wenn der GLP1-Spiegel nach Mahlzeiten nicht genügend ansteigt, fehlt es auch am zuckersenkenden Insulin. So formuliert Studien-Leiter Richard Young den Zusammenhang von Süßstoff-Konsum und der Entstehung von Diabetes Typ 2: Impact of artificial sweeteners on glcaemic control in healthy human.

Schnell traten Kritiker auf den Plan, die die geringe Teilnehmerzahl der Studie als nicht ausreichend für eine wissenschaftliche Aussage bezeichneten. Dies mag als solches vielleicht zutreffen, doch sind Hinweise auf den Wirk-Mechanismus mittlerweile zahlreich.

So wurde in Tierversuchen ein um 67 % erhöhtes Risiko für Diabetes Typ 2 durch Aspartam belegt. Die Wahrscheinlichkeit für die Erkrankung am metabolischen Syndrom war immerhin um 36 % höher: Low-Dose Aspatrame Consumption Differentially Affects Gut Microbiota-Host Mtabolic Interactions in the Diet-Induced Obese Rat.

Damit erfährt die heile Welt der Süßstoffe, wie sie von der DGE gemalt wird, eine weitere herbe Relativierung in Sachen Unbedenklichkeit und Sicherheit.

Übrigens: Wenn Sie solche Informationen interessieren, dann fordern Sie unbedingt meinen kostenlosen Praxis-Newsletter dazu an:

Auch hier wird der psychologische Effekt der Aufnahme von süßen Nahrungsmitteln und deren Einfluss auf die Glukoseverwertung und -homöostase zitiert. Demzufolge kommt es zur Vorbereitung der Verdauung von Kohlehydraten, wenn die Zunge „süß“ signalisiert.

Da es sich bei den Süßstoffen aber nicht um verwertbare Kohlenhydrate handelt, kommt es zu einer „unphysiologischen“ Reaktion, zum Beispiel Insulinausschüttung, die dann zu vermehrtem Hunger führt.

Zurück zu unserer Arbeit der israelischen Forscher von 2014: Artificial sweeteners induce glucose intolerance by altering the gut microbiota. Hier kommt ein Aspekt zum Tragen, an den bislang noch niemand gedacht hat, zumindest nicht in diesem Zusammenhang: Süßstoffe könnten einen Einfluss auf die Darmflora haben und über diesen „Umweg“ zu einer ungünstigen Wirksamkeit führen, was den Einfluss auf Gewicht und Stoffwechsel angeht.

In der vorliegenden Arbeit untersuchten die israelischen Forscher Mäuse, die sie mit verschiedenen Süßstoffen versorgt hatten: Saccharin, Aspartam und Sucralose. Die Mäuse entwickelten innerhalb von 11 Wochen signifikant verschlechterte Blutzuckerwerte, was nicht zu erwarten war, da es sich hier ja nicht um Zucker handelte.

Die entstandene Glukose-Intoleranz muss als Vorstufe zum Diabetes gewertet werden. Auffällig war, dass eine Kontrollgruppe, die Zuckerwasser bekam, noch bessere Blutzuckerwerte zeigte als die drei Süßstoff-Gruppen.

Für die Autoren der israelischen Arbeit stand zu diesem Zeitpunkt fest, dass die Süßstoffe einen Einfluss auf die Darmflora der Tiere haben mussten. Also übertrugen sie Exkremente der Tiere aus den Süßstoff-Gruppen auf Mäuse, die keine eigene Darmflora aufwiesen.

Ergebnis: Bei Letzteren stiegen die zuvor normalen Blutzuckerwerte an bis in pathologische Bereiche. Eine Untersuchung der Zusammensetzung der Darmflora ergab eine Verschiebung der mikrobiellen Populationen. Die Populationen, die zugenommen hatten, zeigten eine verstärkte Stoffwechselfähigkeit, bei der andere mit aufgenommene Kohlenhydrate signifikant besser verwertet wurden.

Und das heißt unter dem Strich, dass mehr Kalorien resorbiert werden als unter physiologischen Bedingungen mit einer physiologischen Darmflora. Außerdem ist auch noch nicht klar, was es für den Stoffwechsel bedeutet, wenn die Resorption auf „Overdrive“ geschaltet ist.

Steht noch die Frage an, ob der Mensch sich wie eine Maus verhält oder ob diese Ergebnisse rein akademischer Natur sind. Denn nicht nur die DGE wird an dieser Stelle erklären, dass es keine Hinweise aus epidemiologischen Arbeiten gibt, die ein erhöhtes Risiko für Diabetes unter zum Beispiel Light-Getränken hat ausmachen können.

Aber auch hier scheint ein Mechanismus wirksam zu sein, der einer „Einheitslösung“ oder „one-size-fits-all-Anschauung“ der Ernährungswissenschaft widerspricht. Denn die Autoren der Arbeit mutmaßen, dass nicht alle Personen gleichermaßen auf Süßstoffe reagieren.

Wenn man davon ausgeht, dass selbst die Darmflora von Person zu Person so unterschiedlich ist, dass man von einem „bakteriologischen Fingerabdruck“ sprechen kann, da die Zusammensetzung der Populationen höchst individuell ausfällt, ist es nur logisch, dass auch die Ansprechbarkeit jeweils eine andere sein muss.

Für die Ernährungswissenschaft scheint es nur „die“ Darmflora zu geben, die bei allen Menschen identisch ausfällt. Und das ist mit absoluter Sicherheit nicht der Fall.

Gerade, weil es diese individuellen Unterschiede im Aufbau der Darmflora gibt und dieser Sachverhalt den israelischen Forschern nicht unbekannt war, starteten sie eine kleine, kleinste Miniatur-Studie mit 7 Probanden, die normalerweise keinen Süßstoff zu sich nahmen. Diese „Glorreichen 7“ wurden eine Woche lang mit Süßstoff versorgt, und zwar in Mengen, die den zuvor erwähnten ADI-Höchstwerten seitens der FDA entsprachen.

Ergebnis: Bei vier Teilnehmern verschlechterten sich die Blutzuckerwerte signifikant, was begleitet wurde von einer Veränderung der Darmflora, wie es zuvor auch bei den Mäusen zu beobachten war: Sugar substitues linked to obesity.

Die Ähnlichkeit der Ereignisse war so frappierend, dass eine Transplantation von Darmbakterien dieser Probanden auf keim- und bakterienfreie Mäuse bei denen zu den gleichen Stoffwechselsymptomen führte wie bei den Menschen zuvor.

Fazit aus dieser Arbeit: Es gibt einen signifikanten Einfluss der Süßstoffe auf die Darmflora bei Menschen und Mäusen, der aber nicht einheitlich ausfällt, sondern von der individuellen Zusammensetzung der jeweiligen Darmflora abhängig zu sein scheint. Damit bräuchte es einen Test, der diese Zusammensetzung ermittelt, damit man „ohne schlechtes Gewissen“ zu Süßstoffen greifen kann. Nein, das meine ich nicht wirklich.

Denn hier befinde ich mich schon mit einem Bein auf dem Pfad der Marketing-Menschen, die ein neues Produkt in der Röhre haben… den ultimativen Test für eine Süßstoff-Tauglichkeit. Der, falls es jemals so etwas geben würde, wird vielleicht mit seinen Aussagen die Leute ermitteln, die Süßstoff zu sich nehmen können, ohne einen großen Einfluss auf den Stoffwechsel über die Darmflora zu erfahren.

Aber die weiter oben diskutierten Mechanismen und Zweifel über die Sicherheit der Substanzen sind damit immer noch nicht vom Tisch.

Übrigens: Wenn Sie solche Informationen interessieren, dann fordern Sie unbedingt meinen kostenlosen Praxis-Newsletter dazu an:

Dazu kommt, dass die Arbeit mit 7 Probanden keinen allgemein abgesicherten Aussagewert haben kann. Laut „Spiegel“-Bericht wies das Team aus Israel inzwischen einen Zusammenhang zwischen dem Konsum von Süßstoffen und einer veränderten Darmflora inklusive verschlechterten Blutzuckerwerten bei einer Gruppe von über 380 Probanden nach.

Bezeichnend auch die Aussage vom Leiter der Forschergruppe: „In keiner unserer Untersuchungen hatten Süßstoffe auch nur den Hauch eines positiven Effekts auf Tiere oder Menschen“.

Die Beeinträchtigung der Darmflora durch Süßstoffe belegt auch eine US-amerikanische Arbeit. In dem Versuch zeigte sich eine Veränderung der Darmflora bei Ratten. Bei den Tieren waren die positiven Keime um 50 % reduziert, nachdem die Nager den Süßstoff Splenda (Sucralose) bekommen hatten.

Ein weiteres Alarmsignal war die Zunahme zellulärer Entgiftungs-Faktoren: Splenda alters gut microflora and increases intestinal p-glycoprotein and cytochrom p-450 in male rats. Bereits seit 2010 ist aus Studien bekannt, dass sich auch beim Menschen die Darmflora von Diabetikern und Nicht-Diabetikern deutlich unterscheidet.

Zuckerkranke haben eine geringere Besiedlung mit Firmicutes-Bakterien, hingegen mehr Mikroben der Stämme Bacteroidetes und Proteobacteria im Darm. Der Zusammenhang zur Glukose-Intoleranz gilt hier als gesichert: Gut microbiota in human adutls with type 2 diabetes differs from non-diabetic adutls.

Niederländischen Forschern gelang es sogar, Diabetes Typ 2 durch Stuhlgangs-Transplantationen vom Nicht-Diabetiker zum Diabetiker rückgängig zu machen: Intestinal microbiotica and faeceral transplantion as treatment modaltity for insulin resistance and type 2 diabetes mellitus.

Wieder einmal entpuppt sich die Darmflora als ein entscheidender Regulator. Ich habe bereits zwei andere Artikel (noch nicht veröffentlicht) recherchiert und vorbereitet, die die Rolle der Darmbakterien bei der Wirksamkeit der Grippeimpfung beschreiben und den Einfluss auf die Immunität der Lunge.

Hier hatte sich gezeigt, dass die Darmbakterien eine zentrale Rolle spielen. Ein Fehlen der Bakterien resultierte in einer kaum wirksamen Grippeimpfung und einem Ausbleiben von Immunantworten in der Lunge bei Infektionen.

Das veränderte Spektrum der Bakterien-Arten ist beim Einfluss der Süßstoffe auf die Darmflora nur eines von mehreren Problemen. Das zeigt eine Studie der School of Life Sciences in Cambridge. Der Arbeit zufolge verändern Süßstoffe auch die einzelnen Bakterien-Zellen, die dadurch zu gefährlichen Erregern werden können: Artificial Sweeteners Negatively Regulate Pathogenic Characteristics of Two Model Gut Bacteria, E. coli and E. Faecalis. Das Forscher-Team um Dr. Havovi Chichger setzte Darm-Symbionten 3 Süßstoffen aus: Saccharin, Sucralose und Aspartam. Anschließend testeten die Wissenschaftler die Bakterien (Escherichia coli und Enterococcus faecalis) auf veränderte Interaktionen mit Zellen der Darmschleimhaut. Diese Untersuchung an den Epithelzellen vom Typ “Caco-2“ wurde in Zell-Kulturen durchgeführt.

Dabei stellten die Forscher fest, dass die mit Süßstoffen behandelten Bakterien sich nun fester an die Darmschleimhaut anheften als unbehandelte. Zudem drangen die Mikrobionten in den Zellverband ein und zerstörten dort Zellen. Dadurch können die Bakterien den endständigen Teil des Dünndarms sowie den Dickdarm “löchriger“ machen, also zum Leaky Gut Syndrom (LGS) führen. Noch gefährlicher wird es, wenn die Bakterien den Darm durchdringen und in den Blutkreislauf gelangen. Dann drohen systemische Entzündungsreaktionen sowie eine Blutvergiftung (Sepsis) mit multiplem Organ-Versagen, das tödlich endet.

Dass die künstlichen Süßungsmittel über eine Schädigung der Darmflora zu Übergewicht führen, belegt auch eine Meta-Studie aus 2017: The Association Between Artificial Sweeteners and Obesity. Vermittels der Darm-Hirn-Achse kommt es nach Ansicht der Forscher zu einer Störung der Glukose-Homöostase (Blutzucker-Gleichgewicht), wodurch die Entstehung des metabolischen Syndroms provoziert wird. Auf diese Weise kann Diabetes hervorgerufen werden, und alles nur, weil die Kunstsüße die Gesundheit verbessern sollte.

. . . doch der Widerstand regt sich schon

Während die Süddeutsche einen Harvard-Mikrobiologen, Peter Turnbaugh, zitiert, der die Arbeit der Israelis als „faszinierend“ und als „bei Weitem die gründlichste Analyse, die ich bisher gesehen habe“ bewertet, gibt es starken Gegenwind von einer anderen Gilde. Von wem? Nicht schwer zu erraten: von den Ernährungswissenschaftlern. Mal wieder.

Eine Ernährungswissenschaftlerin aus London zweifelt die Übertragbarkeit der Ergebnisse auf den Menschen an, obwohl die Übertragung der menschlichen Darmbakterien auf Mäuse (also genau anders herum) bei den Mäusen praktisch identische Reaktionen hervorgerufen hatte.

Aber solche Daten scheinen für die Ernährungswissenschaft ohne Signifikanz zu sein. Ein Forscher aus Cambridge kritisiert sofort die 7 Zwerge, so klein sei die Probandenzahl, dass man daraus keine Leitlinien ableiten könne. Aber auch hier wieder das interessierte Weggucken von den Kernaussagen der Israelis, die die Studie nicht gemacht hatten, damit man in Cambridge neue Leitlinien aufstellen kann.

Ein Ernährungswissenschaftler aus Aberdeen regt sich auf, dass der Titel der Arbeit falsch gewählt sei und doch von dem Fachblatt in dieser Form veröffentlicht worden sei. Grundlage für sein Meckern ist seine eigene „Erfindung“, dass Aspartam, Sucralose und Saccharin ähnliche Effekte auslösen können, „doch der Effekt sei bei Saccharin am größten gewesen“. Darum führt der Aberdeener seine Experimente nur noch mit Saccharin durch.

Diese Aussage ist wieder bezeichnend für die Qualität der Ernährungswissenschaft. Man sucht nur dort, wo die Effekte am deutlichsten sind. Es ist so, als wenn ich nachts meine Uhr verloren habe. Und weil es dunkel ist, suche ich nach meiner Uhr nur dort, wo es eine Straßenlaterne gibt.

Die Uhr habe ich aber 50 Meter von der Laterne weg verloren… Und weil der Aberdeener Ernährungswissenschaftler auf sein geliebtes Saccharin schwört, kümmern ihn die Ergebnisse der israelischen Forscher wenig.

Er ist nur an der Überschrift des Artikels interessiert, der so von dem Fachjournal nie hätte zugelassen werden dürfen. Dabei ist aus der israelischen Arbeit relativ klar hervorgegangen, dass alle mit Süßstoff versorgten Mäuse mehr oder weniger schlechtere Blutzuckerwerte aufwiesen.

Was den Ernährungswissenschaftlern auch nicht aufzufallen scheint, ist die Tatsache, dass die Süßstoffe einen Einfluss auf die Darmflora haben. Die eigenen Arbeiten, die sie im Sinn haben, untersuchen immer nur den Einfluss von Süßstoffen auf physiologische Parameter direkt. Und da schneiden die Süßstoffe immer besser ab, da sie einen kleinen oder gleich keinen glykämischen Index aufzuweisen haben.

Daher auch die arrogante Gelassenheit der Ernährungswissenschaft bei der Empfehlung von Süßstoffen bei Diabetes, Stoffwechselstörungen, metabolischem Syndrom etc.

Daher bin ich umso überraschter, wie dieses Thema von der Süddeutschen aufgearbeitet wird und die Rolle der Bakterien im Verdauungssystem beschrieben und eingeschätzt wird.

Dass hier der Ernährungswissenschaft mit ihrem krampfhaften Festhalten an industriefreundlichen Aussagen nicht entgegengewirkt wird, war zu erwarten. Aber ich erwarte auch nicht, dass diese Zeitung vom Mainstream-Paulus zum alternativen Saulus mutiert.

Alternativen zu Süßstoffen aus dem Gift-Labor

In den letzten Jahren hat sich sogenannter „Birkenzucker“ (Xylit, E 967) auf dem Lebensmittelmarkt etabliert. Freilich stammt das Produkt meistens aus Maiskolben oder  Buchenholzspänen. Der zu bevorzugende echte Birkenzucker steht am oberen Ende der Preis-Skala. Neben der Kalorien-Ersparnis von 60 % im Vergleich zu Rüben- oder Rohrzucker soll der Verbraucher von einer Senkung des Karies-Risikos profitieren. Zudem ist der glykämische Index niedriger als der der Saccharose.

Das Süßkraut (Stevia rebaudiana) enthält den bioorganischen Süßstoff Steviosid (E 960). Die Süßkraft übertrifft herkömmlichen Haushaltszucker bis zum 450-Fachen. Etlichen Studien zufolge soll das Glykosid viele gesundheitliche Wirkungen entfalten. Dazu zählen antioxidative, antimikrobielle, blutdrucksenkende Effekte. Die Verbindung unterstützt auch das Abnehmen und harmonisiert den Zucker- und Fettstoffwechsel: Stevia rebaudiana Bertoni: A Natural Alternative for Treating Diseases Associated with Metabolic Syndrome.

Honig ist im Zweifel  besser als künstliche Süßstoffe. Das betrifft zwar nicht so sehr den Kalorien-Gehalt, aber die positive Wirkung von Enzymen, Antioxidantien und sekundären Pflanzenstoffen sowie probiotische Bakterien: The Potential Role of Honey and its Polyphenols in Preventing Heart Diseases: A Review.

Melasse aus der Zuckerherstellung besteht zwar aus bis 60 % Zucker, ist ihm gegenüber aber im Vorteil wegen der enthaltenen Vitalstoffe wie Antioxidantien, Eisen, Magnesium, Kalium und B-Vitamine. Insgesamt meinen die Autoren einer Studie, Melasse wäre zum Abnehmen geeignet: Molasses extract decreases obesity caused by a high-fat diet, research suggests.

Fazit

Es kommt, wie es aussieht, mal wieder auf die Darmflora an, ob Süßstoffe „verträglich“ sind oder nicht.

Wer es genau wissen will, der vermeidet Süßstoffe. Denn sie haben keinen Nährwert und üben keine positiven Effekte auf die Physiologie des Menschen aus. Sie sind einfach nur süß. Und das ist eine Geschmacks- und keine Ernährungsfrage.

Keine Geschmacksfrage dagegen ist die Haltung der Ernährungswissenschaft zu den neuen Ergebnissen der israelischen Studie. Sie gibt beredtes Zeugnis von der Unwissenschaftlichkeit und Hilflosigkeit eines Wissenschaftszweigs, für den das Wort „Wissenschaft“ vollkommen unzutreffend ist.

Wenn eine „Wissenschaft“ über eine „DGE“ Empfehlungen gibt, Aspartam in unbegrenzt hohen Dosen täglich konsumieren zu können, dann grenzt das für mich an versuchter Körperverletzung (mit Todesfolge?). Von Empfehlungen bioorganischer Süßstoffe keine Spur! Damit kann man ja auch nicht so viel Geld verdienen…

Wenn man hier nach Studien fragt, die das belegen, dann fangen die Damen und Herren Ernährungsfachleute an, unter den Laternen nach ihren Uhren zu suchen oder meckern über unpässliche Überschriften von unliebsamen Veröffentlichungen. Hingegen sind die schädlichen Wirkungen der Süßstoffe durch unabhängige Wissenschaftler eindeutig und zahlreich nachgewiesen.

Übrigens: Wenn Sie solche Informationen in Kombination mit dem Thema Gewicht / Übergewicht / Abnehmen interessieren, dann fordere unbedingt meinen kostenlosen Abnehm-Newsletter dazu an:

Mehr zum Thema Zucker, Aspartam und anderen Süßstoffen finden Sie unter anderem auch in meinen Beiträgen:

Übrigens: Wenn Sie solche Informationen interessieren, dann fordern Sie unbedingt meinen Praxis-Newsletter mit den „5 Wundermitteln“ an:

Kleine Anmerkung: Die Sache mit den „5 Wundermitteln“ ist mit Abstand der beliebteste Newsletter, den meine Patienten gerne lesen…

Beitragsbild: 123rf.com – Alexander Raths

Dieser Beitrag wurde letztmalig am 14.06.2024 überarbeitet und ergänzt.

Früher war es einmal das „weiße Gold“, doch heute ist Salz so billig, dass wir es im Übermaß verzehren. Der Körper braucht es, aber zu viel ist ungesund. Der Lehrsatz, dass Kochsalz pauschal ungesund ist, hat sich längst als falsch erwiesen.

Wichtiger als nur Natriumchlorid („Kochsalz“) zu reduzieren, ist eine ausgewogene Aufnahme von Mineralien insgesamt. Denn eine ausreichende Aufnahme von Kalium kann einen Ausgleich schaffen. Manche Menschen scheinen auch einen erhöhten Bedarf zu haben, andere sind gegen Salz überempfindlich.

Abb.1: Salz, wie es im Supermarkt zu finden ist. Aber wie viel brauchen wir davon wirklich?

Unter „Salz“ verstehen wir gemeinhin unser „banales“ Kochsalz oder Speisesalz. Das Mineral besteht hauptsächlich aus Natriumchlorid (NaCl), mit einem Anteil von 98 % bei gewöhnlichem Kochsalz. Die restlichen 2 % setzen sich zusammen  aus wechselnden, geringen Anteilen anderer kristalliner Stoffe wie Kaliumjodid.

Meersalz besteht „nur“ zu rund 84 % aus NaCl und bietet mehr Calcium und Magnesium sowie einen höheren Gehalt an Spurenelementen. Das als gesund angepriesene Himalaya-Salz hat fast den gleichen NaCl-Anteil wie das einfache Küchensalz. Die rötliche Farbe stammt von Verunreinigungen.

Ganz ohne Salz würden alle physiologischen Funktionen ihren Dienst versagen. Doch das ist kein Grund, ständig zum Salzstreuer zu greifen. Denn unsere Lebensmittel enthalten von Natur aus genug Mineralien, also Salze, die wir auch „Elektrolyte“ nennen.

Doch wir haben uns an gesalzene Speisen so stark gewöhnt, dass uns ein ungesalzenes Mittagessen gar nicht mehr schmeckt. Hier gilt, wie für alle Substanzen, Paracelsus´ Satz „Die Menge macht das Gift“.

Kritisch ist dabei vor allem eine zu hohe Aufnahme von Natrium. Aber der Natrium-Bedarf einerseits und die Hypersensibilität gegen Natrium andererseits scheinen individuell sehr verschieden zu sein.

Weniger Kochsalz bei zu hohem Blutdruck?

Fast jedem Hypertoniker rieten die Ärzte früher, Natriumchlorid stark zu reduzieren. Je höher die Natrium-Aufnahme, desto höher sei auch der Blutdruck, so die gängige Meinung. Wissenschaftler vermuteten, dass der Körper die hohe Natrium-Konzentration senkt, indem er das Blut verdünnt. Dafür muss Flüssigkeit aufgenommen werden und wir bekommen Durst und trinken. Das Blut-Volumen steigt, der Druck wird höher. Anschließend kann Natrium mit dem Urin ausgeschieden werden. Nach dieser Vorstellung dürfte der Blutdruck nach Salzaufnahme ohnehin nur kurzzeitig ansteigen.

Doch das Modell ist nach einer Untersuchung aus 1991 an Kosmonauten der Mir im Ganzen fehlerhaft. Dr. Jens Titze vom Medical Center der Vanderbilt University fand in der Studie keinen Zusammenhang zwischen Natrium-Blut-Gehalt und Natrium-Aufnahme. Statt dessen entdeckten die Forscher einen 28-Tage-Rhythmus, dem die Natrium-Speicherung folgt. Die Natrium-Ausscheidung ist einem 7-Tage-Zyklus unterworfen. Im Blut hingegen blieb die Konzentration konstant, obwohl die Kosmonauten weniger tranken, also gar keinen stärkeren Durst bekamen. Trotzdem wurde Natrium herausgespült, wofür der Körper Wasser braucht. Daraus ergab sich die Frage, woher dieses Wasser stammte, wenn nicht aus Getränken. Es konnte nur aus dem Körper selber kommen.

Parallel zum Salzverzehr stellten die Forscher bei den Astronauten eine erhöhte Produktion von Glucocorticoiden fest. Die Hormone bewirken einen Abbau des Fett- und Muskelgewebes. Offensichtlich holte sich der Körper das Wasser aus der Metabolisierung von Fett („Kamel-Effekt“). Dazu passt auch, dass die Kosmonauten mehr aßen, weil sie bei erhöhtem Salz-Konsum mehr Hunger bekamen. Dass Salz den Kalorien-Bedarf erhöht, konnte im Tierversuch an Mäusen betätigt werden.

In der Folge des Eiweißabbaus entstehen große Mengen Harnstoff, der zwei Wirkungen hat: Die Wasserausscheidung wird gedrosselt, während Giftstoffe verstärkt ausgeschleust werden.

Der Blutdruckanstieg nach Salz-Konsum spielt vor allem eine Rolle bei Menschen die entweder an nicht behandeltem Diabetes leiden oder die sich schlecht ernähren. Dann gibt es Probleme mit der Kalium- und Magnesium-Versorgung, die den Blutdruck in die Höhe treiben.

Wir sehen also, dass die einfache Formel „weniger Natrium – weniger Durst – normaler Blutdruck“ nicht nur vereinfacht, sondern nicht zutrifft. Die Zusammenhänge sind sehr komplex und noch nicht ausreichend verstanden.

Kochsalz kann auch heilen

Lange rätselten Forscher, warum Migräne-Patienten 50 % mehr Natrium mit dem Urin ausscheiden als andere Menschen. Offenbar brauchen einige Nerven der Kranken mehr Glucose, die die Zellen nur aufnehmen können, wenn sie gleichzeitig Natrium ausscheiden.

Die sensiblen Neurone der Migräne-Patienten sind aktiver, weil sie stärker mit anderen Neuronen verknüpft sind und daher mehr Signale weiterleiten. Dadurch ist der Natrium-Bedarf auch höher, weil der Elektrolyt für die Funktion einer Nervenzelle unabdingbar ist. Eine halbjährige Studie mit 650 Probanden ergab, dass mehr Kochsalz im Essen und weniger Kohlenhydrate (Glucose!) die Migräne so gut wie beseitigen kann.

Selber Kochen und Backen garantiert die Kontrolle

Eine ausgewogene Ernährung mit frischen Zutaten, besonders Obst und Gemüse ist die beste Art, den Elektrolyt-Haushalt in der Waage zu halten. Diese, auch „basenbildende“ Kost, trägt zum richtigen Verhältnis von Kalium zu Natrium bei.

Eine gesunde Ernährung ist auch reich Magnesium, das die negativen Auswirkungen entgegenwirken kann. Gerade Kartoffeln sind für die Versorgung mit allen wichtigen Mineralien optimal geeignet.

Auch die Aufnahme von Calcium wird so am besten gesichert. Getreide-Produkte sollten allerdings sparsam verzehrt werden. Leider gehört auch Brot zu den Lebensmitteln mit zu viel verstecktem Natriumchlorid. Schon zwei Scheiben Vollkornbrot schlagen in der Salz-Bilanz mit anderthalb Gramm zu Buche. Wer sein Brot selber backt, kann auf solche Salzmengen verzichten und wird über den angenehmen Geschmack überrascht sein.

Industriell verarbeitete Lebensmittel und speziell Fertiggerichte enthalten viel Salz in einer ungünstigen Relation von Natrium zu Kalium. Hier droht eine Unterversorgung mit Kalium und Magnesium, sodass sich die hohe Natrium-Zufuhr ungünstig auswirkt.

Besonders viel Natriumchlorid nehmen wir auf, wenn wir Fast-Food essen. So kann ein Bacon-Burger fast 7 g enthalten, womit die „erlaubte“ Tagesmenge bereits überschritten ist. Zwar ist dieses Beispiel ein Extrem, doch sehen wir hier, dass die Schnellgerichte für unterwegs praktisch versalzen sind.

Ähnlich hoch ist der Salzgehalt in Knabber-Snacks. Auch Chips und „Verwandte“ sind mit dem weißen Kristall geschmacklich aufgepeppt, weil der Konsument daran gewöhnt ist. Alternative dazu sind unbehandelte Nüsse, am sichersten die, die man selber knacken  oder auspulen muss.

Die großen Mengen Natrium wären gar nicht so schlimm, wenn die UPFs (Ultra-Processed Foods) nicht mit einem Mangel anderer Mineralien einhergingen. Bei gesunder Ernährung kommt es auch nicht zu einer Übersättigung mit Fetten und Kohlenhydraten, die zusammen mit Bewegungsmangel vielmehr beispielsweise zu Hypertonie beitragen, als es Kochsalz jemals könnte.

Vorsicht bei Wurst, Schinken und auch Käse!

Einige dieser Lebensmittel zählen ebenfalls zu den Salz-Bomben. Getrockneter und geräucherter Schinken und Speck sowie Salami enthalten zwischen 5 und 6 g Natriumchlorid pro 100 g. Mortadella (1,7 g) und Kochschinken (2,4 g) sind in dieser Hinsicht verträglicher.

Der Natriumchlorid-Gehalt der Hartkäsesorten wie Parmesan und Pecorino reicht an den der kritischen Fleisch-Produkte heran und kann sie sogar noch übertreffen. Je länger der Käse reift, ums so mehr Wasser verliert er, wodurch der relative Salzgehalt steigt.

Deswegen ist beispielsweise auch alter Gouda sehr salzhaltig. Doch es gibt Käsesorten mit weniger Natriumchlorid, wie die „jungen“ Käsesorten, etwa Emmentaler (0,9 g). Salzarm sind auch Frisch- und Hüttenkäse sowie Mozzarella.

Auch hier gilt: Im Grunde ist der Verzehr dieser Lebensmittel unter zwei Bedingungen vertretbar: Erstens, wenn auf die Zufuhr von Magnesium und Kalium geachtet wird und wenn zweitens nicht zu viel kohlenhydratlastige Lebensmittel verzehrt werden.

Salz ist ein Konservierungs-Mittel

Besonders der leicht verderbliche Fisch wird durch Natriumchlorid haltbar gemacht. Der Salzhering trägt das Dilemma bereits im Namen. Aber auch andere marinierte und geräucherte Fischsorten tragen zu erhöhtem Salz-Konsum bei. Wer trotzdem nicht auf die gesunden Omega-3-Fettsäuren der Fettfische verzichten möchte, sollte frische oder tiefgekühlte Produkte wählen.

Übrigens: Wenn Sie solche Informationen interessieren, dann fordern Sie unbedingt meinen Praxis-Newsletter dazu an:

Salz ist Geschmacksträger

Der billige Geschmacksträger Salz ist uns anerzogen. Der Salzstreuer und oft auch Püllchen mit Maggi oder Sojasoße zieren so manchen Mittagstisch. Im Grunde sind die Gewürzmischungen verunreinigtes Salzwasser.

Besonders fatal sind die hohen Kochsalzmengen dann, wenn Fertiggerichte oder Fast-Food Ziel des Nachwürzens sind. Wer aus frischen Zutaten mit viel Gemüse gekocht hat, liefert dem Organismus die anderen Mineralien, die ausgleichend wirken. Dann ist die Zusatz-Dosis Natrium viel weniger bis überhaupt nicht schädlich.

Pflanzen-Aromen sind besser

Als Alternative zur Geschmacksverbesserung stehen allerhand Kräuter und Gewürze zur Verfügung. Auf dem Wochenmarkt gibt es frischen Basilikum, Dill, Liebstöckel, Petersilie und vieles andere mehr. Auch in getrockneter Form können diese Würzpflanzen das Essen viel besser schmecken lassen als eine Überdosis Salz. Kaum erwähnen muss man Pfeffer und Chili, Paprika, Curry, Knoblauch, Ingwer und Koriander-Körner.

Nun wird mancher denken: Wie gut, dass es fertige Komplett-Mischungen gibt, die viele Speisen bereichern können! Das ist schon richtig, doch sollte der Verbraucher die Zutatenliste auf der Verpackung lesen. Oft sind in solchen Würzspendern mehr Salz als Kräuter enthalten.

Statt weniger Kochsalz, mehr Kalium

Zwar ist es richtig, Salz insgesamt zu reduzieren, doch sollte ein moderates Nachsalzen nicht komplett verteufelt werden. Die einseitige Fokussierung auf Natrium (die in vielen Publikationen zum Ausdruck kommt), ist heute meines Erachtens überholt. Die Aufnahme von Natrium in der Form des Geschmacksverstärkers Mononatriumglutamat ist allerdings sehr bedenklich. Der Zusatzstoff  kann eine Reihe von akuten Beschwerden und chronischen Schäden verursachen.

Durch verschiedene Ursachen bedingt führt zu viel Natrium automatisch zu einem Verlust von Kalium. Das ist einer der wichtigsten Aspekte unserer salzlastigen Ernährung. Ein Körper, der ständig am Rand des Kalium-Mangels arbeitet, leidet nicht nur unter Bluthochdruck, ausgetrockneten Schleimhäuten und Infektanfälligkeit, sondern irgendwann auch unter Herz-Rhythmus-Störungen. Zudem hilft Kalium dem Körper bei der Entsäuerung und Entschlackung. Auch unterstützt das Mineral die Knochenbildung und Erhaltung der Knochen-Substanz.

Offensichtlich lassen sich viele Folgen der hohen Natrium-Aufnahme vermeiden, wenn auf mehr Kalium in der Ernährung geachtet wird.

Wir nehmen zu wenig Kalium auf

US-amerikanische Verbraucherbefragungen haben ergeben, dass bei durchschnittlicher Ernährung doppelt so viel Natrium wie Kalium aufgenommen wird (2:1). Das heute für gesund erachtete Verhältnis wäre fünfmal weniger Natrium als Kalium (1:5). Kritisiert werden daher Bestrebungen, die nur auf eine quantitative Reduktion des Salz-Konsums abzielen. Nach den Untersuchungen des Wissenschaftlers hat eine Senkung des Natrium-Konsums noch keinen Einfluss auf das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder die Steigerung der Lebenserwartung (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3558770/).

Natrium im Überfluss verursacht noch keinen Bluthochdruck, wie das gängige Dogma besagt. Im Gegenteil kann eine salzarme Diät sogar Herz-Probleme verschlimmern und die Blutfettwerte ungünstig beeinflussen. Zudem hat eine generelle Salz-Reduktion eine verringerte Insulin-Empfindlichkeit zur Folge und lässt den Blutzucker ansteigen (https://nypost.com/2012/12/30/top-health-policy-doc-says-citys-war-on-salt-is-misguided/).

Der hohe Blutdruck bei zu hoher Natrium-Aufnahme ist nach den Ergebnissen einer Studie darauf zurückzuführen, dass bei schlechter Ernährung zu wenig Kalium verzehrt wird. Das Alkalimetall beugt Muskelkrämpfen vor und entspannt die Arterien-Wände, wodurch der Blutdruck gesenkt (https://www.health.harvard.edu/heart-health/potassium-lowers-blood-pressure) und das Schlaganfall-Risiko herabgesetzt wird (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25190445).

Eine Unterversorgung mit Kalium fördert auch die Entwicklung zum metabolischen Syndrom mit Übergewicht und  Diabetes Typ 2 (https://www.hopkinsmedicine.org/news/media/releases/potassium
_levels_possible_key_to_racial_disparity_in_type_2_diabetes
).

Bei optimal kontrolliertem Diabetes ist zudem die Überempfindlichkeit gegenüber Kochsalz praktisch ausgeschlossen, wie andere Studien zeigen.

Übrigens: Wenn Sie solche Informationen interessieren, dann fordern Sie unbedingt meinen Praxis-Newsletter dazu an:

Kalium hat viele positive Wirkungen

Bei Menschen mit einem hohen Kalium-Verzehr (3.200 mg/Tag) war in einer Studie die Wahrscheinlichkeit eines Schlaganfalls um 21 % niedriger als bei Probanden mit zu wenig Kalium in der Ernährung. Eine hohe Kalium-Aufnahme reduzierte auch die Sterbewahrscheinlichkeit während des Studienzeitraums um 12 % (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25190445).

Hinweise auf den Nutzen von Kalium gibt auch eine chinesische Studie an 21.000 Menschen. Rund die Hälfte der Teilnehmer nutze gewöhnliches Speisesalz zum Kochen und Würzen, während die andere Hälfte eine Mischung aus ¾ Natriumchlorid und ¼  Kaliumchlorid bekam. Nach 5 Jahren ermittelten die Forscher, wie es den Menschen ergangen war. In der Kalium-Gruppe traten rund 10 % weniger schwere Herz-Kreislauf-Erkrankungen auf. Dazu gehörte auch eine geringere Wahrscheinlichkeit für Schlaganfall. Einen gefährlichen Anstieg des Kalium-Spiegels (Hyperkaliämie) stellten die Wissenschaftler in keinem Fall fest https://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMoa2105675).

Kalium reguliert auch die Flüssigkeits-Bilanz und verhindert eine zerebrale Dehydratation (https://journals.rcni.com/doi/abs/10.7748/ns2008.07.22.47.50.c6634?journalCode=ns).

Nur noch Kaliumchlorid in den Salzstreuer?

Nur noch mit Kaliumchlorid zu salzen, ist sicher auch keine gute Idee. Denn dadurch kann schon eine Hyperkaliämie entstehen. Es kommt ja auf das Verhältnis von Natrium zu Kalium an, das, wie oben steht bei 1:5 liegt. Diese Relation bezieht sich aber auf die Mengen in der gesamten Nahrung und nicht ausschließlich auf den Inhalt im Salzstreuer. Nicht schädlich ist laut der chinesischen Studie eine Salzmischung von 3:1. Auf der sicheren und gesünderen Seite ist man allerdings mit mehr Kalium in Lebensmitteln.

Lebensmittel mit viel Kalium

Sie können ruhig mal eine Prise Natriumchlorid übers Essen streuen, wenn Sie auf Kalium-reiche Ernährung achten. Dazu können viele Lebensmittel beitragen, die Kalium als Kalium-Citrat und Kalium-Malat enthalten. Spitzenreiter sind getrocknete Aprikosen mit 1.700 mg Kalium pro 100 g, gefolgt von getrockneten Pfirsichen mit 1.100 mg pro 100 g.

Gute Quellen sind auch Hülsenfrüchte, die zwischen 900 und 1.600 mg Kalium pro 100 g liefern. Auch Pistazien (1.000 mg/ 100 g) und Datteln (800 mg/ 100 g) beinhalten das Mineral in zuträglichen Mengen. Tomatenmark gehört ebenfalls zu den Kalium-reichen Lebensmitteln (1.200 mg/ 100 g).

Grünes Gemüse wie Kohl und Mangold (400 bis 600 mg/ 100 g)  ist hier auch zu empfehlen. Bananen sind wohl die bekanntesten Kalium-Lieferanten, die, wie auch Kartoffeln und Vollkornbrot, rund 400 bis 500 mg Kalium pro 100 g Ware enthalten.
Übrigens: Wenn Sie solche Informationen interessieren, dann fordern Sie unbedingt meinen Praxis-Newsletter mit den „5 Wundermitteln“ an:

Kleine Anmerkung: Die Sache mit den „5 Wundermitteln“ ist mit Abstand der beliebteste Newsletter, den meine Patienten gerne lesen…

Beitragsbild: 123rf.com – subbotina

Dieser Beitrag wurde letztmalig am 27.01.2024 aktualisiert und ergänzt.

Rosa, grobkörnig, „ursprünglich“ – und angeblich gesünder. Kaum ein Lebensmittel wird mit so viel Bedeutung aufgeladen wie Salz. Dabei geht es um ein weißes Kristall, das seit Jahrtausenden über Leben und Krankheit mitentscheidet. Und trotzdem reicht heute oft ein Etikett, um aus gewöhnlichem Natriumchlorid ein Heilversprechen zu machen – oder umgekehrt ein Gesundheitsrisiko zu konstruieren.

Seit Jahren beobachte ich dasselbe Muster: Salz wird verteufelt, Blutdruck reflexhaft mit Grammangaben erklärt, und komplexe Regulationen des Körpers auf Rohrleitungsmodelle reduziert. Gleichzeitig verschwinden unbequeme Fragen unter dem Tisch. Etwa die nach Zusatzstoffen im Tafelsalz. Oder nach der tatsächlichen Bedeutung von Mineralspuren, die nicht in Milligrammen, sondern im Stoffwechsel wirken.

Himalaya Salz steht genau an dieser Bruchlinie. Für die einen ist es Esoterik im Streuer, für die anderen ein Stück ursprünglicher Ernährung. Dazwischen liegt – wie so oft – weniger Glauben als Biologie. Und genau dort wird es interessant: beim Vergleich von Natriumgehalt, Mineralprofil, Zusatzstoffen, Blutdruckreaktionen und den Grenzen dessen, was Salz überhaupt leisten kann.

In diesem Beitrag geht es deshalb nicht um Heilsversprechen, sondern um Einordnung. Um Kochsalz, Blutdruck, Niere, Regulation. Um das, was Studien zeigen – und um das, was sie nicht beantworten. Und um die nüchterne Frage, ob ein anderes Salz zumindest eines besser kann: weniger stören.

Beginnen wir mit der Frage:

Was ist Himalaya Salz eigentlich?

Rosa Himalaya Salz ist ein Salz, welches im Vergleich zu normalem Tafelsalz weniger verarbeitet ist.

Daraus lässt sich also ableiten, zusammen mit der Tatsache, dass dieses Salz mehr Spurenelemente und Mineralien enthält als normales Tafelsalz, dass Himalaya Salz einen gesundheitlichen Nutzen bereithält. Ist dem wirklich so?

Bevor ich dieser Frage nachgehe, hier noch einige Beiträge, die ich im Zusammenhang mit Salz und seinen gesundheitlichen oder weniger gesundheitlichen Vorzügen diskutiert hatte:

Besonders der letzte Beitrag (Salz Mythos) geht auf eine weitere unbewiesene Behauptung der Schulmedizin ein, dass zu viel Salz die Ursache für Bluthochdruck sei. Dabei stellt man sich einfach vor, die Blutgefäße wären ein System von Röhren, ähnlich wie die Wasserleitungen im Haus.

Übrigens: Wenn Sie solche Informationen interessieren, dann fordern Sie unbedingt meinen kostenlosen Praxis-Newsletter „Unabhängig. Natürlich. Klare Kante.“ dazu an:

Wenn die darin enthaltene Flüssigkeit zu viel Salz enthält, versucht das System durch eine vermehrte Flüssigkeitsaufnahme (über den Durst) die Salzkonzentration abzusenken, was das Flüssigkeitsvolumen erhöht. Und mit einem erhöhten Flüssigkeitsvolumen kommt auch ein erhöhter Druck auf das Gefäßsystem.

Ausgeblendet wird hier, dass unser Organismus auch in der Lage ist, zu hohe Kochsalzwerte über die Niere auszuscheiden und dadurch zu reduzieren, was die Wasserleitung in unseren Häusern wohl so einfach nicht vollbringt.

Daher sind nach hohem Konsum von Kochsalz beobachtete erhöhte Blutdruckwerte in der Regel von vorübergehender Natur. Nur bei der Schulmedizin scheint man sich ausschließlich für die Erhöhung der Blutdruckwerte zu interessieren, was aus diesem isolierten Spektrum betrachtet ein toller Beitrag zu sein scheint, neue Patienten für sich zu kreieren.

Und wie sieht es beim Himalaya Salz aus? Gibt es da keine Erhöhungen von Blutdruck nach Konsum? Oder kann das Himalaya Salz sogar den Blutdruck senken?

Die Verbraucherzentrale bewertet Himalaya Salz

Ein Beitrag vom August 2022 von der Verbraucherzentrale[1] zum Himalaya Salz kommt sehr schnell zu sehr einschlägigen Beurteilungen, als gleich in der ersten Zeile dem Leser Folgendes unter die Nase gerieben wird:

„Das teure Himalaya Salz wird als Heilmittel angepriesen. Ein gesundheitlicher Vorteil zu herkömmlichem Salz konnte bisher aber nicht bestätigt werden.“

Als erstes untersucht die Verbraucherzentrale die Werbung zum Himalaya Salz, nicht das Salz selber. Toll! Denn es ist ja teuer mit „4-5 EUR pro Kilogramm“, was dieses Salz dann rund zehnmal so teuer werden lässt wie gewöhnliches Tafelsalz.

Es stellt sich hier die Frage, ob die Preisgestaltung einen Einfluss auf die gesundheitsfördernden oder gesundheitsschädlichen Eigenschaften des Himalaya Salzes haben kann?

Dann wäre dieser Aspekt es möglicherweise wert, so in den Vordergrund gestellt zu werden. Oder möchte die Verbraucherzentrale den Leser einfach nur abschrecken, ohne wirklich auf die Gesundheitsfragen eingehen zu müssen?

Danach greift der Beitrag in die Spielzeugkiste von möglichen und unmöglichen Behauptungen, die von den Fans des Himalaya Salzes getätigt worden seien:

„Als Grund für die besonderen gesundheitlichen Vorteile werden häufig wissenschaftlich nicht haltbare Aussagen zum besonderen „Schwingungsmuster“ oder zur Biophotonenenergie von Himalaya-Salz getroffen, die durch den Abbau per Hand erhalten wird.

Im Gegenzug wird das herkömmliche Speisesalz kritisiert und als gesundheitsschädlich, aggressiv oder giftig dargestellt.“

Wo wird das behauptet? Wer hat das behauptet? Aus dem Beitrag hier gehen keine Quellen hervor, die belegen, dass es derartige Behauptungen gibt, was nicht heißen soll, dass es sie nicht gibt.

Übrigens: Wenn Sie solche Informationen interessieren, dann fordern Sie unbedingt meinen Praxis-Newsletter dazu an:

Aber der Autor dieses Beitrags braucht anscheinend derartig haltlose Aussagen, um das Himalaya Salz von Grund auf zu diskreditieren. Und zu dieser Taktik zählt prinzipiell immer, dass man Behauptungen ohne Quellenangabe absondert, die der Leser dann ungekaut zu schlucken hat.

Wie schlimm es mit dem Himalaya Salz wirklich steht, wird dann spätestens klar, wenn der Leser zu seiner Überraschung erfährt, dass das Himalaya Salz gar nicht aus dem Himalaya stammt, sondern aus „industriellen Salzminen in Zentral-Pakistan“.

Seitdem gibt es wohl ein Grundsatzurteil des Bundesgerichtshofs vom März 2016, wo festgestellt wird, dass ein Anbieter nicht mit der Aussage, dass es sich hier um Salz vom Himalaya handele, werben darf.

Kann man das unterschreiben? Ich denke schon. Denn aus werbetechnischer Sicht klingt „Himalaya Salz“ deutlich besser als „Pakistan Salz“. Aber wenn das Salz wirklich nicht aus dem Himalaya stammt, warum sollte man es dann so nennen?

Oder aber man sollte, wie geschehen, dem Konsumenten klarmachen, dass es sich hier nur um einen Namen und keine Herkunftsbezeichnung handelt.

Aber ändert das etwas an der Güte des Himalaya Salzes aus Pakistan? Die Verbraucherzentrale gibt zumindest zu, dass es Unterschiede zum normalen Salz gibt. Und die betragen wohl um die zwei Prozent.

Die anderen 98 Prozent wären vergleichbar mit dem normalen Salz. Für die Verbraucherzentrale sind diese zwei Prozent Unterschied ohne Bedeutung. Derartig geringe Unterschiede sind allerdings in einem anderen Bereich dann plötzlich doch unendlich wichtig, nämlich bei Coronaviren und deren Mutationen, weil man damit die Notwendigkeit von gentechnischen Impfungen begründen kann.

Aber das ist ein anderes Thema. Interessant nur, mit welch unterschiedlichen Maßstäben hier ans Werk gegangen wird.

Um die Sache abzukürzen: Ich warte lange auf eine entsprechende Analyse des Himalaya Salz und einen entsprechenden Vergleich zum normalen Salz. Es erfolgt noch ein Hinweis auf die Stiftung Warentest, die die Gleichheit der beiden Salz-Formen bestätigt.

Dann wird das bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit zitiert, welches dann doch kleine Unterschiede gesehen haben will. Himalaya Salz soll hier ein etwas breiteres Mineralstoffspektrum aufweisen, die vom Schreiber des Beitrags sofort klein geschrieben werden.

Zum Schluss wird noch einmal betont, dass auch zu viel Himalaya Salz den Blutdruck ansteigen lässt. Und es wird erwähnt, dass die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt, nicht mehr als 6 Gramm Salz täglich aufzunehmen. Besonders irritierend hier der letzte Satz des Beitrags:

„Da diese Menge ohnehin oft überschritten wird, ist der zusätzliche Konsum von Himalaya Salz nicht ratsam.“

Und ich Einfaltspinsel hatte gedacht, dass man das normale Salz durch Himalaya Salz ersetzt und dadurch ein paar gesundheitliche Vorteile für sich beanspruchen kann? Oder glaubt der Schreiber dieses Beitrags, dass Himalaya Salz eine Medizin gegen eine Tafelsalz-Überdosierung ist?

„Healthline“ und das rosa Himalaya Salz

Der Beitrag von Healthline[2] datiert von Anfang Februar 2023 und beginnt ebenfalls recht forsch mit einer eindeutigen Behauptung:

„Rosa Himalaya Salz ist weniger prozessiert als Tafel Salz und kann Spurenelemente und Mineralien enthalten. Das könnte gesundheitliche Vorteile bereithalten.“

Der Beitrag beginnt mit einem Verweis auf den Ursprungsort, der hier als „in der Nähe des Himalaya in Pakistan“ genannt wird. Auch in diesem Beitrag werden überaus positive Behauptungen zum Himalaya Salz aufgestellt, die aber vom Artikelschreiber als solche gekennzeichnet sind.

Und er schränkt diese auch sofort mit dem Verweis ein, dass es zum Himalaya Salz nur wenig wissenschaftliche Untersuchungen gibt.

Bei der Diskussion der Unterschiede zum normalen Salz taucht hier ein interessanter Aspekt auf, der von der Verbraucherzentrale, von der Stiftung Warentest und der Deutschen Gesellschaft für Ernährung überhaupt nicht in Betracht gezogen wurde:

Normales Speisesalz, so wie wir es im Supermarkt kaufen können, enthält neben Salz auch noch Mittel, die das Verklumpen der Salzkristalle verhindern, damit das Salz im Salzstreuer immer schön rieselt. Das Himalaya Salz enthält dies nicht. Sehr wahrscheinlich sind damit Himalaya Salz und Salzstreuer nicht kompatibel?

Es erhebt sich auch sofort die Frage, ob diese „Anti-Klumpmittel“ nicht einen negativen gesundheitlichen Effekt mit sich bringen, wie wir dies von Konservierungsstoffen aus der Lebensmittelindustrie her kennen?

Jedenfalls gibt es diesbezügliche Sorgen bei einem Salz, dass diese Mittel nicht enthält, nicht. Und das ist beim Himalaya Salz offensichtlich der Fall.

Das wäre für mich ein nicht unerheblicher Grund, dem Himalaya Salz den Vorzug zu geben, ungeachtet der Tatsache, dass ansonsten die Unterschiede zum normalen Salz mit zwei Prozent nicht turmhoch ausfallen.

Darüber hinaus rät Healthline, das Himalaya Salz als Ersatz zum normalen Salz einzusetzen und nicht, wie die Verbraucherzentrale unterstellt, Himalaya Salz zusätzlich zum normalen Salz einzusetzen, um die schädlichen Wirkungen des letzteren rückgängig zu machen.

Interessant ist, dass man Himalaya Salz als Kochoberfläche nutzen kann. Dazu kauft man große Blöcke dieses Salzes, benutzt es als Grill oder zum Anbraten und wird somit für den salzigen Geschmack von Fleisch und anderen Lebensmitteln verwendet.

Himalaya Salz fürs Kochen – da scheint es etwas zu geben, was man zu bedenken hat:

Bei der Messung des Volumens von Salz jeglicher Art ist es wichtig zu berücksichtigen, wie fein es gemahlen ist. Möglicherweise muss man eine größere Menge grobes Salz verwenden, um den Salzgehalt von fein gemahlenem Salz zu erreichen.

Das liegt daran, dass fein gemahlenes Salz dichter gepackt ist als grobes Salz, so dass in einem bestimmten Volumen mehr Salz enthalten ist.

Ein Teelöffel fein gemahlenes Salz enthält etwa 2.300 mg Natrium, während ein Teelöffel grobes Salz je nach Kristallgröße weniger als 2.000 mg Natrium enthalten kann. Außerdem enthält Himalaya Salz etwas weniger Natriumchlorid als normales Speisesalz, was man beim Kochen berücksichtigen sollte.

Aber ist dies nicht eine hervorragende Gelegenheit, den Konsum von Kochsalz zu begrenzen – ohne ihn zu begrenzen?

Wenn ein Teelöffel Himalaya Salz weniger Natrium enthält als normales Kochsalz, dann würde ich durch die Anwendung von Himalaya Salz alleine schon eine Reduzierung des Salzkonsums erreichen. Ist das nicht bereits ein gesundheitlicher Vorteil?

Himalaya Salz wird in einigen Badesalzen verwendet, die angeblich das Hautbild verbessern und Muskelkater lindern.

Auch Salzlampen werden häufig aus Himalaya Salz hergestellt und sollen Luftschadstoffe beseitigen. Diese Lampen bestehen aus großen Salzblöcken mit einer inneren Lichtquelle, die das Salz erwärmt.

Auch der Aufenthalt in künstlich angelegten Salzhöhlen aus Himalaya Salz ist bei Menschen, die Haut- und Atemwegsprobleme lindern wollen, sehr beliebt.

Die Forschungsergebnisse, die diese drei nicht diätetischen Anwendungen von Himalaya Salz unterstützen, sind jedoch relativ schwach. Es sind weitere Studien erforderlich, um diese Behauptungen zu bestätigen.

Himalaya Salz und Mineralinhalt

Während Verbraucherzentrale, Stiftung Warentest etc. die Unterschiede zum normalen Kochsalz herunter spielen, gibt es interessante Studien, die den Mineralgehalt von Himalaya Salz und Kochsalz vergleichen. Und der sieht dann so aus:[3]

Übersetzung der englischen Ausdrücke: Potassium = Kalium; Iron = Eisen; Sodium = Natrium.

Bei diesem Vergleich sehen die Unterschiede zwischen den beiden Salzsorten nicht mehr ganz so winzig aus, wie dies die Verbraucherzentrale etc. hatten darstellen wollen. Vor allem beeindruckend ist der deutlich höhere Gehalt an Magnesium, der den Faktor 100 ausmacht.

Dennoch sind diese Werte zu klein, als dass man zum Beispiel mit Himalaya Salz in der Lage wäre, einen Magnesiummangel zu beseitigen. Dazu müsste man Unmengen an Himalaya Salz einnehmen, die mit dem Leben nicht vereinbar wären.

Somit dürfte ein gesundheitlicher Nutzen, basierend auf den leicht erhöhten Mineralstoffmengen, nur sehr unbedeutend ausfallen. Da ist das Fehlen der Anti-Klumpmittel im Himalaya Salz dann doch weitaus überzeugender.

Aber Himalaya Salz ist doch gesund?

Ich glaube, dass diese Frage relativ schnell beantwortet werden kann. Obwohl Himalaya Salz nur kleine Mengen zusätzlicher Mineralien enthält, behaupten angeblich viele Menschen, dass es eine Reihe von gesundheitlichen Vorteilen bieten kann. Ist das wirklich so?

Die Wahrheit ist, dass die meisten dieser Behauptungen durch keinerlei Forschung gestützt werden.

Einige der häufig angepriesenen gesundheitsfördernden Behauptungen über Himalaya Salz beinhalten diese:

  • Linderung von Atemwegserkrankungen
  • Ausgleich von pH-Wert des Körpers
  • Reduzierung von Anzeichen des Alterns
  • Verbesserung der Schlafqualität
  • Regulierung des Blutzuckers
  • Steigerung der Libido

Einige der Behauptungen über die nicht diätetischen Verwendungsmöglichkeiten von Himalaya Salz können sich nur indirekt auf Forschungsergebnisse stützen.

Die Verwendung von Salzhöhlen zur Behandlung verschiedener Lungenkrankheiten wurde in einigen wenigen Studien untersucht.

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass es einen gewissen Nutzen geben könnte, aber insgesamt ist eine gründlichere Forschung erforderlich, um ihre Wirksamkeit zu untersuchen.[4] [5] [6]

Andererseits handelt es sich bei einigen dieser gesundheitsbezogenen Angaben um normale Funktionen von Natriumchlorid im Körper, so dass man diese Vorteile mit jeder Art von Salz erzielen kann.

Fazit

Dem Himalaya Salz werden oft viele gesundheitsbezogene Aussagen zugeschrieben. Für die meisten dieser Behauptungen gibt es jedoch keine wissenschaftlichen Belege.

Es spricht für das Himalaya Salz, dass es pro Volumeneinheit weniger Natrium enthält als normales Salz. Und das ganz große Plus ist das Fehlen von Anti-Klumpmitteln, über deren Einfluss auf die Gesundheit überhaupt nichts bekannt ist.

Eigenartigerweise scheinen für die Verbraucherzentrale, Stiftung Warentest und Deutsche Gesellschaft für Ernährung diese Zusätze im Tafelsalz nicht zu existieren. Oder warum verschweigt man sie?

Fazit vom Fazit: Ob diese Vorteile dann einen zehnfach höheren Preis rechtfertigen, das muss jeder für sich entscheiden. Es ist auf jeden Fall kein Verbrechen, sich hier positiv zu entscheiden.

Übrigens: Wenn Sie solche Informationen interessieren, dann fordern Sie unbedingt meinen Praxis-Newsletter mit den „5 Wundermitteln“ an:

Kleine Anmerkung: Die Sache mit den „5 Wundermitteln“ ist mit Abstand der beliebteste Newsletter, den meine Patienten gerne lesen…

Quellen:

Dieser Beitrag wurde am 04.01.2023 erstellt.

Die Ernährung entscheidet wesentlich darüber, was eine Fastenkur langfristig bewirkt. Das gilt für die Vorbereitung, für die eigentlichen Fastentage und vor allem für die Zeit danach. Wer nach einer Woche Heilfasten einfach zu seinen alten Essgewohnheiten zurückkehrt, hat zwar einige Tage nichts gegessen – aber noch lange nichts verändert.

Eine vernünftige Fastenkur beginnt deshalb nicht erst mit dem ersten Tag ohne feste Nahrung. Sie beginnt mit den Entlastungstagen. Und sie endet nicht mit dem ersten Apfel, sondern mit einer sorgfältigen Aufbauphase und einer Ernährung, die sich auch im Alltag bewährt.

Auf dieser Seite finden Sie die wichtigsten Informationen zur Ernährung rund um das Heilfasten – von der Gemüsebrühe während der Fastentage bis zur Frage, ob Fasten beim dauerhaften Abnehmen helfen kann.

Ernährung und Heilfasten: die wichtigsten Bereiche

Ernährung während des Fastens

Streng genommen ist „Ernährung während des Fastens“ ein kleiner Widerspruch. Beim klassischen Heilfasten wird auf feste Nahrung verzichtet. Der Organismus schaltet von der äußeren auf die sogenannte innere Ernährung um: Er greift zunehmend auf seine gespeicherten Energiereserven zurück.

Das bedeutet allerdings nicht, dass während der Fastentage überhaupt nichts zugeführt wird. Je nach Fastenmethode gehören dazu beispielsweise:

  • Wasser,
  • ungesüßte Kräutertees,
  • eine klare Gemüsebrühe,
  • kleine Mengen Gemüse- oder Obstsaft,
  • gegebenenfalls weitere Bestandteile eines modifizierten Fastens.

Welche Variante sinnvoll ist, hängt vom Gesundheitszustand, von der Fastendauer und von der gewählten Methode ab. Ein gesunder, erfahrener Fastender benötigt etwas anderes als ein älterer Mensch, ein chronisch Kranker oder jemand, der regelmäßig Medikamente einnimmt.

Eine zentrale Rolle spielt beim klassischen Fasten die klare Gemüsebrühe. Sie liefert Geschmack, Wärme und eine kleine Menge an Mineralstoffen, ohne den Verdauungstrakt mit einer vollständigen Mahlzeit zu beschäftigen.

Weiterlesen: Gemüsebrühe beim Heilfasten: Rezept und Zubereitung

Fasten ist jedenfalls nicht einfach die Kunst, möglichst wenig zu essen. Es ist ein gezielter Stoffwechselzustand. Wer währenddessen ständig Honig, Säfte, Milchkaffee oder Nahrungsergänzungsmittel mit erheblichen Kalorienmengen zu sich nimmt, kann diesen Zustand immer wieder unterbrechen.

Fastenbrechen und Aufbaukost

Beim Fastenbrechen und während der Aufbautage werden wahrscheinlich mehr Fehler gemacht als beim eigentlichen Fasten. Viele Menschen halten eine Woche ohne feste Nahrung erstaunlich gut durch – und überfordern ihren Verdauungstrakt anschließend innerhalb einer einzigen Mahlzeit.

Das Fastenbrechen ist kein symbolischer Abschluss. Es ist der Beginn einer mehrtägigen Übergangsphase. Magen, Darm, Verdauungssäfte und Stoffwechsel müssen sich wieder an feste Nahrung gewöhnen.

Bewährt haben sich zunächst kleine, einfache und gut verträgliche Mahlzeiten. Dazu können je nach individueller Verträglichkeit gehören:

  • ein reifer Apfel oder gedünsteter Apfel,
  • gekochtes oder gedünstetes Gemüse,
  • Kartoffeln,
  • leichte Gemüsesuppen,
  • kleine Mengen Vollkorngetreide,
  • eingeweichtes Trockenobst.

Schwere Fleischgerichte, Alkohol, Süßigkeiten, große Fettmengen und stark verarbeitete Fertiggerichte gehören nicht auf den Speiseplan der ersten Aufbautage. Auch große Portionen vermeintlich gesunder Rohkost können einen ruhenden Darm überfordern.

Mindestens ebenso wichtig wie die Auswahl der Lebensmittel ist die Art des Essens: langsam, in Ruhe und gründlich kauen. Nach dem Fasten schmecken viele Lebensmittel intensiver. Diese neu gewonnene Sensibilität sollte man nutzen – und nicht sofort wieder mit Zucker, Salz und künstlichen Aromen übertönen.

Ausführliche Anleitung: Fastenbrechen und Aufbautage richtig gestalten

Ernährung nach dem Fasten

Die häufigste Frage meiner Fastenteilnehmer lautete nie: „Wie halte ich das Fasten durch?“ Viel häufiger wurde gefragt:

Was soll ich nach dem Fasten eigentlich essen?

Darauf gibt es keine für jeden Menschen identische Antwort. Alter, Stoffwechsellage, Beschwerden, Unverträglichkeiten, Bewegung, Medikamente und persönliche Vorlieben spielen eine Rolle. Trotzdem lässt sich eine einfache Grundregel formulieren:

Möglichst naturbelassene Lebensmittel essen.

Das klingt beinahe verdächtig simpel. Dennoch steckt darin mehr Vernunft als in vielen Ernährungsprogrammen mit Tabellen, Punktesystemen und ernährungswissenschaftlichem Kleingedruckten.

„Möglichst“ bedeutet: nicht dogmatisch, aber so oft wie unter den eigenen Lebensbedingungen machbar.

„Naturbelassen“ bedeutet: Lebensmittel, die noch als Lebensmittel zu erkennen sind – Gemüse, Obst, Kartoffeln, Nüsse, Samen, Hülsenfrüchte, hochwertige Fette und je nach persönlicher Ernährungsweise vernünftige tierische Lebensmittel.

Je länger die Zutatenliste eines Produktes wird, desto genauer sollte man hinsehen. Hochverarbeitete Lebensmittel kombinieren häufig Zucker, isolierte Stärke, ungünstige Fette, Salz, Aromen und Zusatzstoffe in einer Weise, die das natürliche Hunger- und Sättigungsgefühl regelrecht überfährt.

Für die Ernährung nach dem Fasten haben sich aus meiner Sicht folgende Grundsätze bewährt:

  • Gemüse bildet den größten Anteil der Mahlzeiten.
  • Zucker und stark gezuckerte Produkte bleiben die Ausnahme.
  • Eiweiß wird bedarfsgerecht und nicht gedankenlos verzehrt.
  • Gute Fette werden nicht aus Angst vor Kalorien vermieden.
  • Fertigprodukte und ständig verfügbare Zwischenmahlzeiten werden reduziert.
  • Zwischen den Mahlzeiten darf wieder eine echte Esspause entstehen.
  • Man isst langsam und hört auf, bevor der Magen bis zum Rand gefüllt ist.

Das Fasten schafft dafür ein seltenes Zeitfenster: Geschmack, Hunger, Appetit und Sättigung können neu wahrgenommen werden. Wer dieses Fenster nutzt, kann Ernährungsgewohnheiten verändern, die sich durch bloße Willenskraft zuvor kaum beeinflussen ließen.

Ernährungsformen im Überblick

Low Carb, ketogen, vegan, vegetarisch, Vollwertkost, Rohkost, Ayurveda, Trennkost oder Mittelmeerkost: Die Zahl der Ernährungskonzepte ist inzwischen kaum noch überschaubar. Fast jede Schule kann Studien, Erfolgsgeschichten und überzeugte Anhänger vorweisen.

Das Problem beginnt dort, wo aus einer Ernährungsform eine Glaubensfrage wird. Was einem Menschen ausgezeichnet bekommt, kann beim nächsten zu Verdauungsproblemen, Nährstoffmängeln oder schlicht zu einem Alltag führen, der auf Dauer nicht durchzuhalten ist.

Entscheidend sind deshalb nicht nur die Versprechen eines Konzepts, sondern auch:

  • Lebensmittelqualität,
  • Nährstoffversorgung,
  • individuelle Verträglichkeit,
  • Stoffwechselsituation,
  • praktische Umsetzbarkeit,
  • langfristige Wirkung.

Zur Übersicht: Ernährungsformen im Vergleich

Heilfasten und Abnehmen

Ja, beim Heilfasten nimmt man ab. Aber Heilfasten ist keine gewöhnliche Diät.

Zu Beginn verliert der Körper nicht ausschließlich Fett. Auch entleerte Glykogenspeicher, das daran gebundene Wasser und der geringere Darminhalt machen sich auf der Waage bemerkbar. Ein Teil dieses Gewichts kommt nach dem Fasten zwangsläufig zurück. Das ist kein Jo-Jo-Effekt, sondern normale Physiologie.

Der eigentliche Wert des Fastens liegt für Übergewichtige an anderer Stelle: Essgewohnheiten werden unterbrochen, ständiges Naschen entfällt, Geschmack und Sättigungswahrnehmung können sich verändern. Viele Fastende merken erstmals, wie häufig sie nicht aus Hunger gegessen haben, sondern aus Gewohnheit, Langeweile, Anspannung oder Frust.

Fasten kann deshalb ein wirkungsvoller Ausgangspunkt für eine Gewichtsabnahme sein. Es ersetzt aber nicht die Veränderungen, die danach notwendig werden.

Weiterlesen: Fasten zum Abnehmen: Möglichkeiten, Grenzen und typische Fehler

Dauerhaft abnehmen

Abnehmen ist vergleichsweise einfach. Das niedrigere Gewicht dauerhaft zu halten, ist die eigentliche Aufgabe.

Wer lediglich weniger Kalorien in denselben ungünstigen Lebensstil hineinpresst, kämpft früher oder später gegen Hunger, Müdigkeit und alte Gewohnheiten. Der Körper ist kein Heizkessel, bei dem man nur Brennstoff hineinwirft und anschließend die Wärme berechnet.

Insulinempfindlichkeit, Muskelmasse, Schlaf, Stresshormone, Schilddrüse, Lebensalter, Medikamente und die Zusammensetzung der Nahrung beeinflussen, wie leicht jemand Gewicht verliert oder wieder zunimmt.

Ein tragfähiges Konzept muss daher mehr leisten als „Iss weniger und beweg dich mehr“. Es sollte sättigen, den Stoffwechsel berücksichtigen und im wirklichen Leben durchführbar sein.

Grundsatzartikel: Warum Diäten häufig scheitern – und wie dauerhaftes Abnehmen gelingen kann

Diäten im Test

Von der Ananasdiät bis zur ketogenen Ernährung wird nahezu jedes Konzept irgendwann als endgültige Lösung des Gewichtsproblems verkauft. Meist funktioniert es anfangs sogar. Wer bestimmte Lebensmittel streicht, weniger isst und seine Ernährung plötzlich aufmerksam beobachtet, nimmt häufig zunächst ab.

Die entscheidenden Fragen lauten jedoch:

  • Was wird tatsächlich abgebaut – Wasser, Muskelmasse oder Körperfett?
  • Sättigt die Ernährung ausreichend?
  • Ist die Versorgung mit Eiweiß, Vitaminen und Mineralstoffen gewährleistet?
  • Lässt sich das Konzept länger als einige Wochen durchhalten?
  • Was geschieht nach dem Ende der Diät?

Genau an der letzten Frage scheitern viele Programme. Sie bieten einen Plan für die Gewichtsabnahme, aber keinen Weg für das Leben danach.

Zu den Bewertungen: Diäten im Test: Methoden, Versprechen und Schwachstellen

Schlankheitsmittel im Check

Wo viele Menschen verzweifelt abnehmen möchten, ist das Geschäft mit schnellen Lösungen nicht weit. Appetitzügler, Fettbinder, Kohlenhydratblocker, Entwässerungsmittel, „Fatburner“ und Abnehmspritzen versprechen, was eine dauerhafte Umstellung angeblich nicht leisten kann.

Manche Substanzen können das Gewicht tatsächlich beeinflussen. Damit ist jedoch noch nicht gesagt, dass sie gesund, notwendig oder langfristig sinnvoll sind. Entscheidend sind Wirkmechanismus, Nebenwirkungen, Wechselwirkungen und die Frage, was nach dem Absetzen geschieht.

Besonders skeptisch sollte man bei Produkten werden, die gleichzeitig „rein natürlich“, „nebenwirkungsfrei“ und „garantiert wirksam“ sein wollen. Drei Werbeversprechen in einem Satz ersetzen noch keinen Wirksamkeitsnachweis.

Zu den Einzelprüfungen: Schlankheitsmittel im Check: Wirkung, Risiken und leere Versprechen

Mein Fazit: Das Fasten endet nicht mit dem Fastenbrechen

Heilfasten kann den Stoffwechsel entlasten, Essgewohnheiten unterbrechen und den Blick auf die eigene Ernährung verändern. Ob daraus ein dauerhafter Nutzen entsteht, entscheidet sich allerdings erst nach den eigentlichen Fastentagen.

Die beste Ernährung ist nicht zwangsläufig jene mit dem eindrucksvollsten Namen. Sie muss zum Menschen passen, ausreichend Nährstoffe liefern, gut verträglich sein und sich im Alltag umsetzen lassen.

Meine wichtigste Ernährungsregel ist deshalb auch nach Jahrzehnten der Praxis erstaunlich unspektakulär:

Essen Sie möglichst naturbelassene Lebensmittel – langsam, bewusst und nur so viel, wie Sie tatsächlich brauchen.

Das klingt weniger aufregend als die nächste Wunderdiät. Dafür funktioniert es auch noch, wenn deren Werbekampagne längst beendet ist.

Wenn Sie eine Fastenkur konkret planen, beginnen Sie hier: Heilfasten-Plan: Schritt für Schritt durch die Fastenkur.

Fast Food ist ein Begriff, der aus dem Englischen kommt und wörtlich „schnelles Essen“ bedeutet. In Deutschland kommt dem „Schnellimbiss“ die gleiche Bedeutung zu.

Das Konzept der Fast Food Restaurants war es in der Tat, die Bestellung schnellstens zu servieren. Um das hinzukriegen, waren die wesentlichen Bestandteile der „Gerichte“ schon vorgekocht und brauchten nur noch aufgewärmt zu werden.

Laut Wikipedia definiert sich dieser Begriff als:

„eine Form der Nahrungszubereitung und -darreichung, bei der Rationalität und Funktionalität der Nahrungszubereitung bzw. -aufnahme im Vordergrund stehen und auf traditionelle Essenssitten weitgehend verzichtet wird.“

Als die typischsten Gerichte gibt es Curry-, Brat- und Brühwürste, Hot Dogs, Fish and Chips, Hamburger, Pommes frites, Döner Kebab, Pizzen, Sandwiches etc. Man genießt diese im Stehen, an Theken, im Gehen oder an den Drive-ins im Auto sitzend.

Fast Food ist ein Ernährungsstil, der nur der Nahrungsaufnahme dient. Soziale Elemente sind sekundär. Fast Food gilt auch als der Inbegriff des amerikanischen Individualismus. Und das, obwohl bei den Produkten der unterschiedlichen Anbieter eine allgemeine Normierung zu beobachten ist.

Abgesehen vom persönlichen Begriff und der sozialen Werteinschätzung solchen Essverhaltens gilt es einmal nachzusehen, was das Essen selbst zu bieten hat.

Schnell, süß, salzig

Da der Grad der Rationalisierung und damit der Profit im Fokus des Nahrungsverkaufs steht, sind die Ausgangsprodukte oft Fertiggerichte oder halbfertige Zubereitungen. Sie werden oft gekühlt oder gefroren aufbewahrt. Die Produkte selbst weisen in der Regel einen sehr hohen Fettanteil auf und sind stark gewürzt.

Die Übersalzung oder Übersüßung dienen dabei als Geschmacksverstärker, die das Gericht besonders attraktiv machen sollen. Die Art der Zubereitung verleiht den Gerichten zudem noch mehr Kalorien als sie ohnehin schon haben.

So wird die von der WHO empfohlene Höchstmenge an Zucker von 25 g täglich schon mit einer „Mahlzeit“ leicht um das Mehrfache überschritten. Hinzu kommt noch das viele Fett, das in der Zusammenstellung mit Kohlenhydraten suchtähnliche Symptome bis hin zu Entzugserscheinungen auslöst.

Das 1:1-Verhältnis von Fett und Kohlenhydraten gibt es bei den meisten schieren Lebensmitteln wie Fisch, Obst und Gemüse nicht. Deswegen scheint unser Gehirn der Nährstoffflut nicht gewachsen zu sein. Dass wir bei diesem „Lebensmittelmissbrauch“ in eine Abhängigkeit geraten, stellten Wissenschaftler fest, als sie 281 Studien dazu durchforsteten (British Medical Journal, 2023;383:e075354).

Im Ergebnis hat das zur Folge, dass der Süchtige wie ein Drogenabhängiger einfach nicht aufhören kann, sich die „UPFs“ (Ultra-Processed Foods) in sich reinzustopfen. 12 % aller  Kinder und 14 % der Erwachsenen sind laut der Wissenschaftler aktuell in die Suchtfalle getappt.

Übrigens: Wenn Sie solche Informationen interessieren, dann fordern Sie unbedingt meinen Praxis-Newsletter mit den „5 Wundermitteln“ an:

Kleine Anmerkung: Die Sache mit den „5 Wundermitteln“ ist mit Abstand der beliebteste Newsletter, den meine Patienten gerne lesen…

Die meisten Gerichte haben fast Nullwert in Sachen Ballaststoffen. Dadurch stellt sich das  Sättigungsgefühl erst viel später ein Auch das ist durchaus im Sinne der Fast-Food-Ketten, denn wer nicht richtig satt ist, bestellt eine Portion mehr, auch wenn, noch er noch nicht süchtig sein sollte. Die Überwürzung fördert den Durst, der meist in der Bestellung von einer Cola mehr endet, auch ein verkaufsfördernder Trick, den Umsatz zu steigern.

Zusatzstoffe und Chemikalien-Belastung

Hinsichtlich der Zusatzstoffe herrscht oft wenig Transparenz. Welche Konservierungsstoffe und Geschmacksverstärker in den Produkten stecken, ist zwar kein Geheimnis, aber der Kunde muss sich meistens anstrengen, um an die Informationen zu kommen.

Vor allem das Billigfleisch aus der Massentierhaltung enthält außerdem Medikamenten-Rückstände. Die hochgezüchteten Masttierrassen leiden mittlerweile unter einem so schwachen Immunsystem, dass sie ohne Antibiotika gar nicht mehr gehalten werden können. Die Tiere sind ohnehin anfällig für Infektions-Krankheiten und Parasiten, weil sie dicht an dicht zusammengepfercht werden.

In Deutschland bewegt sich der Anteil der mit Antibiotika belasteten Fleischproben bei 0,3 %. Auch in der Landwirtschaft verbotene Keimtöter wie Chloramphenicol werden regelmäßig nachgewiesen. Das beklagt das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit.

Statt Frischfleisch unter die Lupe zu nehmen, beschafften sich Aktivisten in den USA Mahlzeiten etlicher Fast-Food-Anbieter und schickten die Proben ins Labor. Insgesamt ließen die „Moms Across America“ (MAA) Proben von 21 US-Ketten auf 104 Tier-Pharmaka untersuchen. Dazu gehörten beispielsweise Antibiotika und Hormonpräparate. Viele der von MAA kontrollierten Konzerne sind auch hierzulande vertreten, wie
McDonald´s, Burger King, Subway und Dominos´s. Unter den Top-Ten der Fast-Food-Anbieter wurden bei 8 Firmen Rückstände entdeckt. Zwar lagen die Konzentrationen mit weniger als 2 Mikrogramm pro kg unterhalb der Grenzwerte, doch bei regelmäßigem Verzehr können sich die Chemikalien akkumulieren. Zudem wirken Hormone schon in sehr geringen Konzentrationen. Unter den gefundenen Pharmaka waren das Antiparasitikum Nicarbazin sowie die Antibiotika Narasin und Monensin.

In höheren Konzentrationen können die Verbindungen Durchfall, Magersucht, Konditions-Schwäche und Bewegungsstörungen hervorrufen. Narasin kann dazu noch Herz und Knochen schädigen und den Elektrolyt-Haushalt durcheinander bringen. Für die Anwendung beim Menschen dieses Antibiotikums nicht zugelassen. (Moms Across America, Asheville, 09.10.2023).

Fast Food fördert schlechte Essgewohnheiten

Da Fast Food meist auch heißt „Fast Eat“ oder Essen verschlingen, weil die Nahrung nicht in Ruhe und gut gekaut und langsam eingenommen wird, kommt auf den Gastrointestinaltrakt (Darm, Magen etc.) eine gehörige Portion Sonderarbeit zu.

Durch das verzögerte Sättigungsgefühl werden größere Mengen eingenommen, die ungenügend mit Speichel vorverdaut worden sind, was die Kalorienzufuhr zusätzlich erhöht. Die Zufuhr von halbverdauten Kalorienbomben hat dann auf lange Zeit gesehen keine lustigen Konsequenzen für den Fast Food Fan.

Übergewicht und Diabetes Typ 2 sind nicht selten unter den Dauerkonsumenten dieser Nahrungsmittel. Stoffwechselprobleme und Allergien aufgrund von Konservierungsstoffen in den Lebensmitteln und Belastungen von Leber und Nieren sind ebenso beschrieben worden.

Fiese Tricks sichern den Profit – ungeachtet der Folgen für den Verbraucher

Um dann dem Ganzen noch die Krone aufzusetzen, bieten viele Fast-Food-Ketten Gerichte in Supersize an. Das sind überproportional große Gerichte zum “kostengünstigen” Preis, was den Kunden verleiten soll, mehr zu bestellen als er eigentlich vertragen kann. Der angefixte Suchtesser kann eben nur schwer widerstehen, so wie es die Anbieter haben wollen.

Gängige Praxis ist auch die Drittelung in „klein“, „mittel“ und „groß“. Der Trick dabei: die mittlere Cola oder Pommes entsprechen der großen Portion der alten Zweiteilung.
Die Marketing-Psychologen haben festgestellt, dass der Kunde am ehesten zur mittleren Portion tendiert. Er merkt gar nicht, dass er nach der Umstellung mehr konsumiert als vorher.

Andere Offerten richten sich speziell an Kinder mit allerlei zusätzlichem Schnickschnack, das als Spielzeug bezeichnet wird. So werden schon die Kleinsten zum Fast Food erzogen. Folge ist der Trend zu Übergewicht und Stoffwechselkrankheiten schon im Kindesalter.

Harald Sükar bezeichnet dies und die Neigung der Eltern, ihre Kinder Fast Food verzehren zu lassen, als Kindesmisshandlung. Der ehemalige Mitarbeiter bei McDonalds rechnet in seinem Buch „Die Fast Food-Falle“ mit den Machenschaften der Fress-Konzerne ab.
Um gerade Kinder vor dem verhängnisvollen Trend zu schützen, helfen wohl nur gesetzliche Maßnahmen, wie Ernährungsampeln oder eine Zuckersteuer.

Im europäischen Ausland ist die Politik mit dem beherzten Eingreifen in den Missstand weniger zögerlich als in Deutschland. Mexiko und Chile haben die Steuern auf UPFs erhöht und Werbeverbote erlassen. Soll der Kunde für das Anfressen etlicher Krankheiten weiterhin noch bezahlen und seine Kinder auch dazu erziehen?

Übrigens: Wenn Sie solche Informationen interessieren, dann fordern Sie unbedingt meinen kostenlosen Praxis-Newsletter dazu an:

Bitte teilen Sie diesen Beitrag. Vielen Dank!

Dieser Beitrag wurde am 30. Nov. 2020 erstellt und letztmalig am 29.10.2023 aktualisiert.

Ja, ich bin da etwas plakativ: „Ich will kein bestrahltes und totes Essen und auch kein Mikroplastik im Essen“. Warum ich gegen die Mikrowelle für die Zubereitung von Essen bin, versuche ich im folgenden Beitrag zu begründen. Dieser Beitrag erhebt keinen Anspruch auf Allgemeingültigkeit.

Die Mikrowelle

Immer dann, wenn es schnell gehen soll, ist die Mikrowelle eine praktische Hilfe in der Küche. Dennoch warnen manche  Ernährungswissenschaftler, als auch Strahlenexperten mit denen ich mich unterhalte durchaus vor dem Gebrauch dieser Geräte. Sie befürchten einen (weiteren) Vitaminverlust der Fertigprodukte die für die Mikrowelle „konstruiert“ wurden, als auch schädliche Verbindungen in den Speisen, die durch die Strahlung / Erwärmung „ausgelöst“ werden könnten.

Der Biologe Hans Hertel geht sogar davon aus, dass die Mikrowellen-Gerichte schon nach kurzer Zeit die Blutwerte negativ beeinflussen und Krebs auslösen können. Die Veröffentlichung seiner 1989 erfolgten Untersuchungen wurde ihm allerdings vom Berner Kantonalgericht verboten. Erst der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte erlaubte dem Schweizer seine Meinungsäußerung.

Manche wollen Hertels Ergebnisse bestätigt haben, während andere Wissenschaftler ganz klar die Unbedenklichkeit der Mikrowellengeräte hervorheben. Was stimmt nun wirklich?

Wie wirken sich Mikrowellen auf die Nährstoffe aus?

Auf jeden Fall scheint festzustehen, dass die Mikrowelle die sekundären Pflanzenfarbstoffe zerstört. So haben Untersuchungen an Brokkoli ergeben, dass die Antioxidantien, die unseren Körper vor gefährlichen freien Radikalen und somit vor Krebs schützen, in den Geräten praktisch vernichtet werden. Während das Kohlgemüse beim Dünsten nur 11 % der Antioxidantien einbüßt, zerstört die Mikrowelle 97 % der Radikal-Fänger. Die Alliinase im Knoblauch wird bereits nach 60 Sekunden in der Mikrowelle komplett deaktiviert (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/11238815?dopt=Abstract).

Bis zu 40 % des Gehaltes von Vitamin B12 in Milch verwandelt das Gerät in eine biologisch unwirksame Form (https://pubs.acs.org/doi/abs/10.1021/jf970807j).

Andere Forscher stellten fest, dass fast die gesamten Flavonoide, 87 Prozent der Kaffeesäurederivate und 74 % der Sinapinsäure verloren gehen. (López-Berenguer C. et al.: Effects of microwave cooking conditions on bioactive compounds present in broccoli inflorescences; J Agric Food Chem; 2007; 55(24); S. 10001-10007)

Natürlich werden auch durch andere Garmethoden viele der sekundären Pflanzenfarbstoffe zerstört.

Doch ein Vergleich zeigt:

Beim schonenden Dünsten auf dem Herd gehen im Schnitt 11 % der Flavonoide verloren, während sowohl die Kaffeesäurederivate als auch die Sinapinsäure vollständig erhalten bleiben.

Der Physiker Dr. Fritz-Albert Popp (1938-2014), der anhand von Biophotonen die Qualität verschiedener Lebensmittel überprüft, warnte außerdem davor, Lebensmittel in der Mikrowelle aufzutauen oder Fleisch zu erhitzen, da die „Zellen“ hierbei stark zerstört würden. Pflanzliche Nahrungsmittel würden hingegen nicht so drastisch geschädigt. Wenn man sich den Wikipedia-Eintrag von Popp ansieht, scheint der aber mittlerweile auch als „Schwurbler“ zu gelten. Dort lesen wir: „Seine Aussagen zur Entstehung der Biophotonen und ihrer angeblichen Funktion für ein hypothetisches, auf Licht basierendes zelluläres Informationssystem stoßen allerdings auf die Kritik der Wissenschaftsgemeinde und finden vor allem in Esoterikkreisen Resonanz.“

Natürlich dauert das Dünsten wesentlich länger, als ein Fertiggericht kurz in die Mikrowelle zu schieben, doch nicht nur für die Gesundheit, sondern auch für den Geschmack lohnt sich der Zeitaufwand.

Während aber durch die Mikrowellen-Strahlung wichtige Inhaltsstoffe der Nahrung zerstört werden, konnte bisher kein direktes Gesundheitsrisiko für den Menschen bestätigt werden. Zwar weisen viele Untersuchungen hierauf hin, doch wurden diese bei kritischer Betrachtung in keinem Fall bestätigt.

So entstehen bei der Mikrowellen-Zubereitung zwar durchaus Giftstoffe, indem eigentlich ungefährliche Substanzen in für uns Menschen gefährliche Toxine umgewandelt werden – doch entspricht dies, laut Bundesamt für Strahlenschutz und Verbraucherministerium, etwa der gleichen Menge, wie sie durch herkömmliches Kochen, Backen und Braten ebenfalls auftreten.

So gibt selbst die Zeitschrift Ökotest Entwarnung, obwohl kein Zweifel daran besteht, dass die Zubereitung in der Mikrowelle eine Vielzahl biochemischer Veränderungen in der Nahrung hervorruft: „Unklar ist jedoch, wie diese Veränderungen im Vergleich zu Veränderungen, die durch konventionelle Methoden hervorgerufen werden, zu bewerten sind„, so das Verbraucher-Magazin. Denn schließlich verwandelt jedes Lebensmittel einige seiner Inhaltsstoffe, sobald man es in irgendeiner Weise bearbeitet.

Wird das Essen in der Mikrowelle allerdings sehr stark überhitzt, so sind die Gesundheitsrisiken schon um einiges erhöht. Das gleiche kann natürlich gelten, wenn sich die Verbraucher nicht an die auf der Verpackung beschriebene Zubereitungsweise halten.

Übrigens: Wenn Sie solche Informationen interessieren, dann fordern Sie unbedingt meinen Praxis-Newsletter dazu an:

Was machen Mikrowellen mit Kunststoff?

„Kunststoffe und Lebensmittel“ ist ohnehin ein Thema für sich. Aus Plastik hergestellte Flaschen, Verpackungen und Behälter aus „Plastikverbindungen“ sind mit allerhand Ingredienzen versetzt, die immer auch in Getränke und Lebensmittel hineinziehen und vom Körper aufgenommen werden können. Dort verursachen sie unterschiedliche, teils gravierende  gesundheitliche Störungen. Die Liste dieser Chemikalien ist lang, deren technische Funktion vielfältig.

In die Kritik geraten sind vor allem die Weichmacher, die den Plastik-Produkten ihre Elastizität verleihen. Weichmacher sind, toxikologisch betrachtet, sogenannte „endokrine Disruptoren“, die ähnlich wie Hormone wirken und die physiologische Regulation durcheinander bringen. Denselben Effekt haben auch andere Chemikalien, die zur Herstellung von Plastik verwendet werden wie Bisphenol A (BPA).

Die Verbindung steht im Verdacht, durch ihre östrogen-analoge Wirkung Hirnschäden, Unfruchtbarkeit, Verhaltensauffälligkeiten, Immunschwäche und Krebs zu verursachen. Auf die erheblichen Risiken von BPA weist auch das Umweltbundesamt hin (https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/publikation/long/3782.pdf).

US-amerikanische Wissenschaftler haben untersucht, ob BPA bei hohen Temperaturen verstärkt abgegeben wird. Und tatsächlich konnten die Forscher nachweisen, dass Polycarbonat-Flaschen bei 100 ° Celsius 55 Mal mehr BPA freisetzten als bei Raum-Temperatur (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/18155859).

Der Verbraucher erhitzt Plastik-Behälter aber meist nur in der Mikrowelle. Niemand käme auf die Idee, Kunststoff-Behälter im Herd oder Backofen zur Garung oder zum Warmmachen zu verwenden – im Wasserbad vielleicht noch, aber das ist wohl eher die Ausnahme. Nach den Ergebnissen der Studie muss auch davon ausgegangen werden, dass Lebensmittel in der Mikrowelle generell mit Plastik-Chemikalien in erheblichem Maße in Kontakt kommen.

Vor allem sind dies Weichmacher wie die Phthalate. Hierzu gehören beispielsweise  Di-2-Ethylhexylphthalta (DEHP), Diisodecylphthalat (DIDP), Polyethylenterephthalat (PET) und Diisonylphthalat (DINP). Einige Kunststoffe setzen sogar Dioxine frei und die Lösungsmittel Benzol, Xylol und Toluol.

Sicher scheint inzwischen zu sein, dass das Kunststoff-Material selber in der Mikrowelle zum Risiko wird. Laut einer Untersuchung geben die Behälter beim Erhitzen Mikro- und Nano-Kunststoff ab. Die Gesundheitsgefahren durch dieses Mikro- und Nano-Plastik sind längst wissenschaftlich belegt. Wie hoch die Emission der kleinsten Teilchen beim Erhitzen in der Mikrowelle ist, zeigt ein Labor-Versuch mit Kunststoffbehältern.

In die Behälter füllten die Wissenschaftler reines (deionisiertes) Wasser und dreiprozentige Essigsäure zur Simulation von Lebensmitteln. Es dauerte keine Monate wie im Kühlschrank oder bei Raumtemperatur, bis sich Millionen von Plastik-Partikeln vom Material ablösten. Bereits nach drei Minuten Bestrahlung haben die Forscher eine Freisetzung von mehr als 2 Milliarden Nano- und 4 Millionen Mikro-Partikel pro Quadratzentimeter gemessen.

Ein Baby, das derart erwärmtes Wasser trinkt, könnte laut der Forscher jeden Tag 20 Nanogramm Kunststoff pro kg Körpergewicht aufnehmen. Ein Kleinkind, das so behandelte Milch-Produkte verzehrt, sogar 22 Nanogramm. Polyethylen erwies sich in dieser Hinsicht als riskanter als Polypropylen (https://pubs.acs.org/doi/10.1021/acs.est.3c01942).

Kann die Strahlung der Mikrowelle den Verbrauchern schaden?

Gute Mikrowellengeräte sind durch ein Metallgehäuse und ein Sichtfenster so stark gesichert, dass die Strahlung (etwa 2,45 Gigahertz) im Allgemeinen als unbedenklich eingestuft wird – gerade auch im Vergleich zu Handys.

Allerdings sind Augenschäden nicht auszuschließen, wenn man sehr nah durch die Glasscheibe guckt, so wie es kleine Kinder gerne tun. Empfehlenswert ist laut der Zeitschrift Ökotest ein Mindestabstand von einem halben Meter, Schwangere und Kinder sollten besser in noch größerer Entfernung zu einer laufenden Mikrowelle stehen.

Der Diplom-Ingenieur Wolfgang Priggen rät hingegen allen Nutzern von Mikrowellen, einen Mindestabstand von fünf Metern bei eingeschalteten Geräten einzuhalten. Er gibt allerdings ebenfalls zu bedenken, dass die Strahlung eines Mobiltelefons, das man sich ständig direkt an den Kopf hält, im Verhältnis als weitaus bedenklicher zu sehen wäre, als eine nur wenige Male in der Woche eingeschaltete Mikrowelle.

Seine Webseite baubiologie.de.vu ist leider nicht mehr erreichbar. Schade, dass zahlreiches Expertenwissen aus aus dem Internet verschwindet und wir es stattdessen mit immer mehr „Marketingseiten“ mit irgendwelchen abgeschriebenen Informationen zu tun haben. Vor allem im Gesundheitsbereich finde ich immer mehr Webseiten, die anscheinend von Personen zusammengeschustert wurden, die vermutlich noch nie einen Patienten behandelt haben… Aber das nur am Rande…

Meine strahlende Mikrowelle

Aber ich komme vom Thema ab: Die Höhe der austretenden Strahlung hängt aber auch von der Menge der in der Mikrowelle verarbeiteten Speisen ab. Eine leere Mikrowelle strahlt bei 800 Watt etwa um den Faktor 15 stärker als ein Handy bei voller Leistung.

Werden 500 Gramm Nahrungsmittel in der Mikrowelle erhitzt, wird die Strahlung so weit abgeschwächt, dass es etwa mit dem eines Mobiltelefons vergleichbar ist – wobei man normalerweise zur Mikrowelle wesentlich mehr Abstand hält als zu seinem Handy. Mehr zum Thema auch in meinem Artikel: Elektromagnetische Felder und die Handy-Industrie.

Sobald das Sichtfenster oder die Türdichtungen beschädigt sind, sollten Sie allerdings die Mikrowelle auf jeden Fall entsorgen oder fachmännisch reparieren lassen. Denn dann kann die gefährliche Strahlung ungehindert in den Raum gelangen (siehe dazu auch die Ratschläge des Bundesamtes für Strahlenschutz; www.bfs.de; Bayerisches Landesamt für Arbeitsschutz, Arbeitsmedizin und Sicherheitstechnik Elektromagnetische Felder am Arbeitsplatz).

Die zulässige Grenze der Mikrowellenstrahlung liegt demnach bei 50 Watt/m2 in einem Abstand von fünf Zentimetern vom Gerät. Fast alle getesteten intakten Haushalts-Mikrowellengeräte strahlen mit etwa zehn Watt/m2, also deutlich unter diesem Wert, viele erreichten sogar nur Emissionswerte von vier Watt/m2.

Bei älteren Großküchen-Geräten sieht das Ergebnis allerdings nicht so gut aus. Denn hier kommt es vereinzelt zu Überschreitungen der Grenzwerte, wobei diese Mikrowellen normalerweise wesentlich häufiger in Betrieb sind und das Küchenpersonal sich daher einem noch größeren Risiko aussetzt.

Damit die Türdichtungen von der schädlichen Strahlung so wenig wie möglich nach außen kommen lassen, müssen sie regelmäßig gereinigt werden. Denn Fette und andere Speisereste können das Dichtungsvermögen negativ beeinflussen.

Was gehört nicht in die Mikrowelle?

Bei in der Mikrowelle erhitztem Geflügelfleisch können mehr Salmonellen und andere Krankheitserreger überleben, als dies in Pfanne, Kochtopf oder Backofen der Fall ist. Das liegt vor allem an der ungleichmäßigen Erwärmung. Denn während in der Mikrowelle einige Bereiche extrem heiß werden, bleiben andere nahezu kalt.

Aus diesem Grund kann es auch gerade bei Baby- und Kleinkindernahrung gefährlich sein, die Milch oder den Brei in der Mikrowelle aufzuheizen. Denn immer wieder kommt es zu schwersten Verbrühungen, weil sich die Flaschen und Gläschen von außen kühl anfühlen, der Inhalt aber bereits kochend heiß ist.

Sie sollten die Nahrung deshalb immer erst gut schütteln, um dann die Temperatur zu überprüfen, bevor Sie ihr Kind füttern. Sauger der Milchflaschen werden in der Mikrowelle porös. Muttermilch gehört ebenfalls nicht in die Mikrowelle, da sie hier ihre wichtigen und gesunden Abwehrstoffe verliert, die das Immunsystem des Säuglings in der ersten Zeit schützen. (Link).

Wenn man schon Lebensmittel in Plastik-Verpackungen kauft oder in Kunstoffbehältern aufbewahrt, sollten diese Kunststoffe nicht in der Mikrowelle erhitzt werden. Gemüse, Fleisch und Fisch kann man in Porzellan-Schüsseln verfüllen und Milch in Keramik-Tassen. Das Label „Mikrowellen-geeignet“ auf Kunststoff-Behältern ist mit Nichten eine Garantie dafür, dass keine gefährlichen Chemikalien freigesetzt werden!

Wann ist die Anschaffung einer Mikrowelle zu empfehlen?

Meine Meinung: Ich habe keine Mikrowelle im Haus und ich esse auch nichts aus einer Mikrowelle.

Aber es gibt durchaus Meinungen, dass sich eine Mikrowelle vor allem für Singles oder Familien, in denen sich jeder seine Fertiggerichte und Tiefkühlgerichte zu verschiedenen Zeiten aufwärmt, lohnen. Denn dann ist die Mikrowellenzubereitung eine energiesparende Alternative zu Herd und Backofen. Aber mal im Ernst: Fertiggerichte?

Wer überlegt, ausschließlich eine Mikrowelle anzuschaffen, sollte bedenken, dass Nudeln und Reis zum Kochen einen Herd benötigen, während Kuchen erst im Backofen und Bratenfleisch nur in der Pfanne die geschmacklich so wichtigen Röststoffe erhalten.

Auch sind den Fertiggerichten, die extra für die Zubereitung in der Mikrowelle hergestellt werden, unzählige Aromen und Zusatzstoffe beigemischt, die möglicherweise mit gesundheitlichen Risiken verbunden sind. Mein Fazit daher: Nein Danke.

Übrigens: Wenn Sie solche Informationen interessieren, dann fordern Sie unbedingt meinen Praxis-Newsletter mit den „5 Wundermitteln“ an:

Kleine Anmerkung: Die Sache mit den „5 Wundermitteln“ ist mit Abstand der beliebteste Newsletter, den meine Patienten gerne lesen…

Beitragsbild: 123rf.com – subbotina

Es gibt Tausende von Lebensmitteln. Ebenso vielfältig sind die Meinungen darüber, welche gesund oder eher schlecht für unser Wohlergehen sind. Besonders aufpassen muss der Verbraucher bei verarbeiteten Produkten, speziell den industriell veränderten.

Daher werden hier die gesunden, naturbelassenen und die wenig veränderten (z. B. fermentierten) Lebensmittel aufgezählt. Die Übersicht soll helfen, eine Schneise in den Dschungel des heute (über)reichlichen Angebotes zu schlagen. Dabei wird die Frage nach den gesunden Inhaltsstoffen zusammenfassend dargestellt. Selbstverständlich zeigt die Liste nur eine Auswahl aller gesunden Lebensmittel.

Wichtige Inhaltsstoffe mit hohem Gehalt oder gesundheitsfördernde Eigenschaften sind in Klammern vermerkt. Die hier genannten Organe profitieren von dem gelisteten Lebensmittel.

Selbstverständlich sind Produkte aus biologischer Landwirtschaft immer vorzuziehen. Das gilt um so mehr für die oft stärker schadstoffbelasteten Lebensmittel aus Nicht-EU-Ländern.

Etwas für die Gesundheit tun, heißt auch, vieles einfach sein zu lassen. Deswegen sind ganz unten Lebensmittel aufgelistet, die absolut gesundheitsschädlich sind.

Gemüse, Kräuter und Pilze

Gemüse sollte die Basis jeder gesunden Ernährung sein. Die Pflanzen oder oft nur Teile davon liefern vor allem viele wichtige Vitamine, Spurenelemente und andere Minerale. Ballaststoffe sind wichtige Helfer für die Darmgesundheit und damit für die Gesundheit des gesamten Körpers. Die festen Fasern trainieren die Darmmuskulatur, während die löslichen, beim Verzehr kaum spürbaren, unverdaulichen Verbindungen für eine zuträgliche Darmflora sorgen.

Die meisten Gemüse enthalten daneben sekundäre Pflanzenstoffe, von denen viele zu den naturheilkundlichen Wirkstoffen zählen, die vielfach auch Krankheiten vorbeugen können. Eine große Rolle spielen dabei die Antioxidantien, die den Körper entgiften. Besonders viele Kräuter liefern solche bioorganischen Verbindungen.

Fast alle Gemüsearten haben gegenüber Obst den Vorteil, sehr kalorienarm zu sein.

  • Algen (Vitamine A, C und B12, Iod, Antioxidantien, entzündungshemmend, entgiftend)
  • Artischocken (Bitterstoffe, Cholesterin regulierend; Leber)
  • Auberginen (Vitamine B und C)
  • Avocado (Vitamin A, B6, E, Kalium, mehrfach ungesättigte Fettsäuren)
  • Basilikum (Ätherische Öle; Magen, Darm, beruhigend)
  • Blattkohl (Vitamin C, Ballaststoffe)
  • Blumenkohl (Vitamine C und K)
  • Brunnenkresse (Vitamin B, Eisen)
  • Champignons (Ballaststoffe, kalorienarm)
  • Chicorée (Folsäure, Vitamin A, Bitterstoffe; Bauchspeicheldrüse, Galle)
  • Chili (Magen, Cholesterin regulieren)
  • Chinakohl (Vitamin C, Ballaststoffe)
  • Eisbergsalat (Vitamin A, Kalium)
  • Endiviensalat (Vitamine A und C, Ballaststoff Inulin)
  • Erbsen (Proteine, B-Vitamine)
  • Feldsalat (Vitamine C und A, Magnesium)
  • Fenchel (gegen Blähungen, Vitamin C, Eisen)
  • Grüne Bohnen (Vitamine A und der B-Gruppe)
  • Gurke (Ballaststoffe, kalorienarm)
  • Ingwer (entzündungshemmend, Antioxidantien; Magen, Darm)
  • Karotten (Vitamin A)
  • Kartoffeln (Vitamin C, Kalium)
  • Knoblauch (gegen Arteriosklerose)
  • Kurkuma (entzündungshemmend, Antioxidantien)
  • Linsen (Proteine, Vitamine A und E, Magnesium)
  • Mangold (Vitamine A und E, Augen)
  • Meerrettich (Senföle, gegen Erkältungen und Blasenentzündung)
  • Muh-Err-Pilze (Ballaststoffe, kalorienarm)
  • Paprika (Vitamin C)
  • Petersilie (Vitamin K, Herz, Nieren, blutdrucksenkend)
  • Pfefferminze (Ätherische Öle, gegen Erkältung)
  • Radieschen (Vitamine C und K, Magen, Darm, Herz)
  • Rosenkohl (Vitamine C und der B-Gruppe, Kalium, Eisen)
  • Rote Bete (Folsäure, Vitamine der B-Gruppe)
  • Rucola (Vitamine A, C und der B-Gruppe, Senföle; Magen und Darm)
  • Sauerkraut (Vitamine A, C und der B-Gruppe, Milchsäure, Milchsäurebakterien, Darmflora)
  • Sellerie (Vitamine A und C, entzündungshemmend, entgiftend; Magen, Darm, Herz)
  • Shitake (Ballaststoffe, kalorienarm)
  • Spargel (Vitamin C, Ballaststoff Inulin, Antioxidantien, entgiftend, entzündungshemmend)
  • Süßkartoffeln (Vitamin A, Kalium, Zink)
  • Tomaten (Vitamin A, C, E und der B-Gruppe, Antioxidantien)
  • Zucchini (Vitamine A, C, Calcium, Eisen)
  • Zwiebeln (gegen Arteriosklerose, antiviral, äußerlich gegen Insektenstiche)

Eine kurze Sequenz aus meiner Online-Sprechstunde zum Thema “Die biologische Entgiftungstherapie” in der ich über das Thema “Übersäuerung & Entsäuerung” spreche:

Übrigens: Wenn Sie solche Informationen interessieren, dann fordern Sie unbedingt meinen Praxis-Newsletter dazu an:

Obst

Obst beinhaltet ebenfalls  Vitamine, Spurenelemente, Minerale, Ballast- und sekundäre Pflanzenstoffe. Der bei den heutigen Zuchtsorten hohe Zuckergehalt ist vor allem dann von Vorteil, wenn körperliche Anstrengungen anstehen. Der vielfach kritisierte Fruchtzucker ist jedoch nur in konzentrierter, reiner Form schädlich.

  • Ananas (Vitamin C, Kalium, Magnesium, Eisen, entzündungshemmend, entschwellend)
  • Aprikosen (Vitamine A, C und der B-Gruppe, Kalium, Eisen; Immunsystem, Knochen, Zähne)
  • Aronia-Beere (Vitamin C; Immunsystem)
  • Bananen (Vitamin der B-Gruppe, Kalium, Magnesium; Muskeln, Nerven)
  • Birnen (Vitamin C, Kalium, Eisen)
  • Brombeere (Vitamin A, C, E und der B-Gruppe)
  • Cranberries (Vitamin A, C, K, blutdrucksenkend, entzündungshemmend; Herz, Magen, Darm)
  • Datteln (B-Vitamine, Kalium, Magnesium, schlaffördernd)
  • Erdbeeren (Vitamin C, Kalium, Eisen, Zink, entzündungshemmend; Herz)
  • Goji-Beeren (Vitamin A, C, Antioxidantien, entzündungshemmend; Augen)
  • Granatapfel (Vitamine der B-Gruppe, Kalium, Eisen, Antioxidantien entzündungshemmend; Muskeln, Nerven)
  • Hagebutten (Vitamin A, C, Vitamine der B-Gruppe)
  • Heidelbeeren (Vitamin A, C, E, Antioxidantien)
  • Himbeeren (Vitamin C und Vitamine der B-Gruppe, Kalium, Magnesium, Eisen)
  • Kirschen (Vitamin C und Vitamine der B-Gruppe, Folsäure, Kalium, Magnesium, Zink, Eisen)
  • Kiwis (Vitamin C, Kalium, Magnesium, verdauungsfördernd)
  • Mangos (Vitamin A, C, entzündungshemmend, gegen Arteriosklerose und Diabetes; Leber, Herz, Nerven)
  • Papaya (Vitamin C, Kalium, Eisen)
  • Wassermelone (Vitamin A, C, Antioxidantien)
  • Weintrauben (Vitamin B6, Folsäure, Antioxidantien)
  • Zitrusfrüchte (Vitamin C, Antioxidantien; Muskeln, Nerven)

Kerne, Körner, Nüsse und Getreide

Die gesundheitsfördernden Eigenschaften von Getreide bleiben in ihrer Gesamtheit nur bei den Vollkornvarianten erhalten, die alle Mineral- und Ballaststoffe sowie Vitamine und Antioxidantien liefern können. Viele Nüsse sind Träger von mehrfach ungesättigten Fettsäuren wie den Omega3- und Omega-6-Fettsäuren.

  • Amaranth (Vitamin E und Vitamine der B-Gruppe, Ballaststoffe, glutenfrei)
  • Buchweizen (Vitamine der B-Gruppe, Magnesium, Eisen,  Kupfer, Zink, Mangan,       mehrfach ungesättigte Fettsäuren, Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren,          glutenfrei)
  • Cashew-Kerne (Vitamine der B-Gruppe, Magnesium, Eisen, Zink, Kupfer)
  • Chia-Samen (Vitamine der B-Gruppe, Magnesium, Kupfer, glutenfrei)
  • Hanfsamen (Vitamine der B-Gruppe, Kalium, Magnesium, Eisen, Zink, Kupfer, Mangan)
  • Haselnüsse (Vitamine der B-Gruppe, Kalium, Magnesium, Kupfer, Mangan, mehrfach ungesättigte Fettsäuren)
  • Kürbiskerne (Proteine, Vitamine der B-Gruppe, Magnesium, Kalium, Zink, Kupfer, Mangan, mehrfach ungesättigte Fettsäuren; Prostata)
  • Macadamia-Nüsse (Vitamine der B-Gruppe, Magnesium, Kupfer, Mangan, mehrfach ungesättigte Fettsäuren, Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren)
  • Mais (glutenfrei)
  • Mandeln (Vitamine der B-Gruppe, Magnesium, Kupfer, Zink, Mangan, mehrfach ungesättigte Fettsäuren)
  • Quinoa (Vitamine der B-Gruppe, Magnesium, Kalium, Eisen, Kupfer, Zink,   Mangan,  mehrfach ungesättigte Fettsäuren, Omega-3- und Omega-6-    Fettsäuren, glutenfrei)
  • Vollkorngerste (Vitamine der B-Gruppe, Mangan)
  • Vollkornhafer (Vitamin B1, Magnesium, Mangan)
  • Vollkornhirse (Vitamine der B-Gruppe, Eisen, Zink, Kupfer, Mangan, glutenfrei)
  • Vollkornreis (Vitamin B1 und B3, Ballaststoffe, Kalium, Magnesium, Eisen)
  • Vollkornroggen (Vitamine der B-Gruppe, Magnesium, Eisen, Mangan)
  • Vollkornweizen (Vitamin A, D, E, K und Vitamine der B-Gruppe, Kalium, Magnesium, Eisen)
  • Walnüsse (Vitamine der B-Gruppe, Magnesium, Kupfer, mehrfach ungesättigte Fettsäuren, Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren)

Übrigens: Wenn Sie solche Informationen interessieren, dann fordern Sie unbedingt meinen Heilpflanzen-Newsletter dazu an. Darin geht es im Wesentlichen um Heilpflanzen, aber auch um Bachblüten oder Homöopathische Mittel:

Fleisch, Fisch und Meeresfrüchte

Diese Lebensmittel sind (für die meisten Menschen) die Hauptlieferanten für Protein. Zudem ist Fleisch und Fisch eine Quelle für Vitamin B12, das in pflanzlicher Nahrung praktisch nicht vorkommt (die Frage ist jedoch umstritten). Richtig gesund kann Fleisch nur aus Bio-Weidehaltung sein und Fisch und Krebstiere dürfen nicht aus industriellem Aquafarming stammen. Wild gefangener Fisch ist die bessere Wahl.

  • Forelle (Vitamin D, E, Vitamine der B-Gruppe, mehrfach ungesättigte Fettsäuren,   Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren)
  • Garnelen (Vitamin B3, Iod, Eisen, Zink, Kupfer, mehrfach ungesättigte Fettsäuren,   Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren)
  • Hähnchenfleisch (Vitamine der B-Gruppe, fettarm)
  • Hering (Vitamin D, E, Kupfer, Iod, mehrfach ungesättigte Fettsäuren, Omega-3-     und Omega-6-Fettsäuren)
  • Jakobsmuscheln (Vitamin D, E, Eisen, Kupfer, Iod, fettarm)
  • Lammfleisch (Vitamine der B-Gruppe, Zink, fettarm)
  • Makrele (Vitamin D, E, ungesättigte Fettsäuren, Omega-3-Fettsäuren)
  • Putenfleisch (Vitamine der B-Gruppe, Eisen, Zink, fettarm)
  • Rinderfilet (Vitamin B3, B12, Zink, fettarm)
  • Rotbarsch (Vitamin D, E, Vitamine der B-Gruppe, mehrfach ungesättigte Fettsäuren, Omega-3-Fettsäuren, Iod)
  • Sardinen (Vitamin D, Vitamine der B-Gruppe, mehrfach ungesättigte Fettsäuren,   Omega-3-Fettsäuren)
  • Scholle (Vitamine der B-Gruppe, Iod, fettarm)
  • Seelachs (Vitamin B12, Iod, fettarm)
  • Thunfisch (Vitamin A, Vitamine der B-Gruppe, mehrfach ungesättigte Fettsäuren, Omega-3-Fettsäuren)
  • Wildlachs (Vitamin D, E, Vitamine der B-Gruppe, mehrfach ungesättigte           Fettsäuren, Omega-3-Fettsäuren)

Eier, Milch und Milch-Produkte

Auch diese Lebensmittel sind wichtige Eiweiß-Quellen und beinhalten viele wichtige Vitalstoffe. Gesund sind sie allerdings nur aus Bio-Landwirtschaft, das Vieh muss sich, so oft es möglich ist, im Freiland aufhalten.

  • Butter (Vitamin A, gesättigte und mehrfach ungesättigte Fettsäuren)
  • Buttermilch (Vitamin B12, fettarm)
  • Emmentaler (Protein, Vitamin B12, Calcium, Zink, Kupfer, gesättigte und mehrfach         ungesättigte Fettsäuren)
  • Hartkäse (Protein, Vitamin B12, Iod, gesättigte und mehrfach ungesättigte Fettsäuren)
  • Hühnereier (Vitamin E, Vitamine der B-Gruppe, einfach und mehrfach ungesättigte Fettsäuren, Lecithin)
  • Hüttenkäse (Protein, Vitamin B12, fettarm)
  • Joghurt (Vitamin B12)
  • Kefir (Vitamin B12, fettarm)
  • Kuhmilch (Vitamin B12)
  • Quark (Protein, Vitamin B12)
  • Schafskäse (Protein, Vitamin B12)
  • Ziegenkäse (Protein, Zink)

Pflanzenöle

Hochwertige Pflanzenöle zeichnen sich aus durch ihren hohen Anteil mehrfach ungesättigter Fettsäuren sowie fettlöslicher Vitamine. Die nativen Öle sind den raffinierten vorzuziehen.

  • Distelöl (Vitamin E, mehrfach ungesättigte Fettsäure)
  • Hanföl (Omega-6-Fettsäuren, Omega-3-Fettsäuren)
  • Leinöl (Vitamin E, Omega-3-Fettsäuren, Omega-6-Fettsäuren)
  • Olivenöl (Vitamin E, K, mehrfach ungesättigte Fettsäuren)
  • Rapsöl (Vitamin A, E, K, mehrfach ungesättigte Fettsäuren)
  • Traubenkernöl (Vitamin E, mehrfach ungesättigte Fettsäuren)
  • Walnussöl (Vitamin E, mehrfach ungesättigte Fettsäuren)
  • Weizenkeimöl (Vitamin E, Zink, mehrfach ungesättigte Fettsäuren)

Ungesunde Lebensmittel

Ungesund sind die meisten industriell verarbeiteten Lebensmittel. Probleme bereiten hier die Zusatzstoffe und der zu hohe Gehalt an Zucker, Salz und ungesättigten, teils technisch veränderten Fettsäuren. Doch es gibt auch Lebensmittel, die in Reinform Krankheiten begünstigen oder auslösen können. Solche Nahrungsmittel, die man auf gar keinen Fall essen sollte, werden unten kurz aufgezählt. In Klammern sind die Gesundheits-Risiken vermerkt und/oder die besonders schädlichen Inhaltsstoffe.

  • Wurst (Nitropökelsalz, Nitrat, Salz; Gicht, Arteriosklerose)
  • Schweinefleisch (Gicht, Arteriosklerose)
  • Saccharose (chronische Entzündungen,  Arteriosklerose, Diabetes)
  • Weißmehl (chronische Entzündungen, Arteriosklerose, Diabetes)
  • Frittiertes (Transfette, Acrylamid; Arteriosklerose, Diabetes)
  • Margarine (Transfette; Arteriosklerose)
  • Pangasius (Medikamenten-Rückstände)

Übrigens: Wenn Sie solche Informationen interessieren, dann fordern Sie unbedingt meinen Praxis-Newsletter mit den „5 Wundermitteln“ an:

Kleine Anmerkung: Die Sache mit den „5 Wundermitteln“ ist mit Abstand der beliebteste Newsletter, den meine Patienten gerne lesen…

Dieser Beitrag wurde am 24.07.2022 erstellt.

Wenn man bestimmten Quellen in den USA glauben darf, dann bestehen 90 Prozent der Ernährung des „Durchschnitt-Amerikaners“ aus industriell gefertigten Nahrungsmitteln (Analysis Confirms Chemicals in Food Are More Hazardous in Combination (Link existiert nicht mehr; Stand 11.06.24)).

Bildnachweis: fotolia.com – duckman76

Diese wiederum enthalten in der Regel Stoffe, die für die Ernährung bedeutungslos sind, dafür aber konservieren, das Aussehen des Produkts verschönern, den Geschmack „verbessern“ etc. Gleichzeitig geraten, bedingt durch die Produktion, noch weitere Stoffe in das Essen, was man als „Verunreinigung“ oder „Rückstände“ bezeichnet.

Während einige Verunreinigungen und Rückstände unter Umständen auch bei biologisch gewonnenen Nahrungsmitteln vorkommen können (Pestizide auf Obst, Pilzbefall, Schwermetalle durch verseuchtes Grundwasser oder in großen Raubfischen etc.), sind chemische Stoffe einer anderen Kategorie in der Industrienahrung nicht vermeidbar.

Und das sind die oben erwähnten Stoffe, die die Nahrungsmittelprodukte „auftunen“. Lebensmittelzusatzstoffe, künstliche Aromen, Konservierungsstoffe, künstliche Färbungsmittel und so weiter. Hierbei handelt es sich in der Regel um chemische Ingredienzien, die in der natürlichen Nahrung nicht vorkommen.

Und hier gilt die biologische Faustregel, dass Substanzen, die in der für uns biologisch vorgesehenen Nahrung nicht vorkommen, mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit für unseren Organismus als Gifte anzusehen sind. Es handelt sich hier nicht um Akutgifte, die den Esser sofort nach seiner Mahlzeit ins Krankenhaus oder gleich ins Jenseits torpedieren, sondern um Substanzen, die eine schleichende Intoxikation bewerkstelligen (Vergiftungserscheinungen).

Damit könnte man solche „Lebensmittel“ viel eher als „Krankheitsmittel“ bezeichnen, da ihr Verzehr im Laufe der Zeit zu einer Reihe von Erkrankungen führen müssen, was die Liste an „Zivilisationserkrankungen“ vermuten lässt.

1 + 1 = 11 – Der biologische Rechner der additiven und synergistischen Effekte

Wir kennen Dank der Lebensmittelchemie inzwischen um die 10.000 Lebensmittelzusatzstoffe, ohne die Belastungen mit Verunreinigungen und Rückständen. Da grenzt es schon an ein Wunder, wenn man durch einen Dauerverzehr solcher Nahrungsmittel keine physiologischen Schäden erleidet.

Aber Wunder sind selten und bestätigen eigentlich nur die Regel, deren Ausnahme sie darstellen. Aber es soll noch viel schlimmer kommen als vermutet. Denn es ist eine bekannte Tatsache, dass chemische Substanzen im Organismus sich so beeinflussen können, dass sie ihre Wirkung addieren, multiplizieren oder gar potenzieren können.

Das gilt für günstige Effekte, wie wir sie von Heilpflanzen und -pilzen her kennen, ebenso wie für Effekte, die dem Organismus nachhaltig schaden. Eine unlängst veröffentlichte Studie aus Dänemark hat hier zeigen können, dass auch nur geringe Mengen von Zusatzstoffen sich gegenseitig so verstärken können als ob man deutlich höhere Mengen eines einzelnen Stoffs zu sich genommen hätte (New knowledge strengthens risk assessment of chemical cocktails in food).

Die Arbeit des Nationalen Nahrungsmittelinstituts der Universität von Dänemark ermittelte in einem 4-jährigen Projekt, dass zwei oder mehrere Substanzen zusammen genommen fast immer einen additiven Effekt ausüben.

So glauben die dänischen Wissenschaftler, dass diese kleinen und kleinsten Mengen von unphysiologischen Substanzen wie der berühmte stete Tropfen wirken, der auch den härtesten Stein auszuhöhlen vermag.

Bislang, so lautet die Kritik der Dänen, werden Bewertungen zur Sicherheit und Verträglichkeit von Zusatzstoffen nur an den Einzelsubstanzen vorgenommen. Eine Beurteilung der in den Nahrungsmitteln vorkommenden Cocktails ist bislang nie durchgeführt worden.

Und dabei sind synergistische Effekte schon seit langem kein Geheimnis in Biologie und Biochemie. Da kann die Summe der Effekte auch schon mal signifikant größer sein als die zu erwartende Summe ihrer Einzelsubstanzen.

Übrigens: Wenn Sie solche Informationen interessieren, dann fordern Sie unbedingt meinen Praxis-Newsletter mit den „5 Wundermitteln“ an:

Kleine Anmerkung: Die Sache mit den „5 Wundermitteln“ ist mit Abstand der beliebteste Newsletter, den meine Patienten gerne lesen…

Zulassungsbedingungen mit und ohne Bedingungen

Wie es ausschaut, gibt es in den USA keine oder kaum eine geregelte Kontrolle über die Sicherheit und Verträglichkeit von Lebensmittelzusatzstoffen. Bestimmte Stoffe fallen per „Eigendefinition“ unter die Rubrik „GRAS“ (generally recognized as safe – generell als sicher eingestuft).

Damit sind sie zwar nicht für den Organismus, aber vor einer eingehenden Prüfung sicher. Bei anderen Stoffen sind die Hersteller für die Sicherheit und Verträglichkeit des neuen Zusatzstoffs verantwortlich. Dazu werden in der Regel Lebensmittelchemiker beauftragt, eine Dokumentation zu erstellen.

Wenn dieser Experte dann zu dem Ergebnis kommt, dass die staatlichen Auflagen erfüllt werden, dann kann die Substanz auch ohne explizite Zulassung seitens der FDA in die Konsumenten geschüttet werden. Es bedarf auch keiner weiteren Beurteilung durch eine unabhängige Instanz.

Damit dürfen in den USA die Hersteller selbst definieren, ob ihr Produkt sicher ist oder nicht. Und wie die Eigenbeurteilung aussieht, das ist auch keine Überraschung.
In Europa und Deutschland geht es deutlich strenger zu als in den Staaten.

Lebensmittelzusatzstoffe dürfen grundsätzlich nicht eingesetzt werden. Aber! „Sie dürfen nur dann eingesetzt werden, wenn sie durch eine Rechtsverordnung ausdrücklich zugelassen wurden. Der Gesetzgeber bestimmt also, welche Stoffe unter welchen Bedingungen für welche Lebensmittel als Lebensmittelzusatzstoffe zugelassen sind.“

So der einleitende Text aus der eben zitierten Quelle. Und welche Bedingungen das sind, das wird im Verlauf des Beitrags erklärt

Hier erfahren wir, dass „im Rahmen des Zulassungsverfahrens die Antragsteller drei Nachweise erbringen müssen“ – Zitat:

  • Gesundheitliche Unbedenklichkeit

Weder der Stoff selbst noch seine konkrete Anwendung im Lebensmittel dürfen gesundheitsschädliche Auswirkungen für Verbraucher erwarten lassen. Besonderes Augenmerk gilt dabei empfindlichen Verbrauchergruppen wie Schwangeren, Stillenden, Kleinkindern oder Diabetikern.

  • Technologische Notwendigkeit

Es wird überprüft, ob der Zusatzstoff wirklich die einzige Möglichkeit ist, das technologische Ziel zu erreichen oder ob es nicht auch wirtschaftlich vertretbar wäre, auf andere Rohstoffe, Zutaten, Herstellungsverfahren oder bereits zugelassene Zusatzstoffe zurückzugreifen.

  • Schutz vor Täuschung

Die Anwendung eines Zusatzstoffes darf nicht zu einem falschen Eindruck von der Frische oder der Haltbarkeit eines Lebensmittels führen. Ebenso wenig darf mit Hilfe von Zusatzstoffen ein höherer Anteil an qualitätsbestimmenden Inhaltsstoffen vorgetäuscht werden.

Zum ersten Punkt kam bereits der Einwand aus Dänemark, dass hier Einzelsubstanzen auf Sicherheit und Verträglichkeit geprüft werden, eine Prüfung auf synergistische Effekte mit anderen Lebensmittelzusatzstoffen aber nicht erfolgt. Damit wird man für die Einzelsubstanz ein wunderbares Sicherheitsprofil erhalten, wo auch höhere Dosierungen keine nachhaltigen gesundheitsschädlichen Effekte zeitigen, anscheinend.

Der dritte Punkt, der einen Schutz vor Täuschung garantieren soll, ist ebenfalls nicht einsehbar. Denn wenn Zusatzstoffe keinen falschen Eindruck von Frische und Haltbarkeit von Lebensmitteln vortäuschen dürfen, dann wären so gut wie alle Konservierungsstoffe obsolet.

Denn die machen genau dies. Auch Aromastoffe und Färbungsmittel lassen Fleisch, Obst und so weiter besser aussehen und lieblicher duften. Es bleibt hier also zu fragen, warum trotz der Auflagen solche Zusatzstoffe dennoch in vielen Industrieprodukten zu finden sind?

Lebensmittel wider das Leben

Aber auch ohne Synergismus seitens des Pools an Lebensmittelzusatzstoffen gibt es katastrophale Wirksamkeiten von Einzelsubstanzen, die mit einer gesunden Ernährung absolut nicht vereinbar sind.

Propylparaben oder 4-Hydroxybenzoesäurepropylester wird in den USA in fast 50 verschiedenen Produkten der Lebensmittelindustrie als Konservierungsstoff eingesetzt. Die Substanz gilt dort als ein von der FDA als „GRAS“ eingestufter Zusatzstoff (Are you eating a hormone disruptor? Propyl paraben found in nearly 50 name-brand foods).

In Europa jedoch wurde sie im Jahr 2006 vom Markt verbannt. Der Grund war der Verdacht, dass die Substanz einen nachhaltigen Einfluss auf den Hormonhaushalt der Konsumenten hat in Form einer feminisierenden Wirkung.

Bei Frauen können Probleme mit der Fruchtbarkeit auftreten und bei Männern die Zahl der Spermien reduziert und Testosteronkonzentrationen gesenkt werden.
Aber Popylparaben ist nicht die einzige Substanz unter den Zusatzstoffen, die hormonähnliche Wirkung hat.

Inzwischen sind über 30 solcher Substanzen bekannt, die eine östrogenähnliche Wirkung auf den Organismus ausüben, wie zum Beispiel Gallate (Propylgallat), die als Antioxidationsmittel in der Fettphase bei Arzneimitteln und Lebensmitteln zum Einsatz kommen.

In letzteren sind es fetthaltige Backprodukte beziehungsweise deren Zutaten, wie Margarine, Marzipan- und Mohnfüllungen. Süßwaren können ebenfalls diesen Stoff enthalten, sowie Trockensuppen, Kartoffelchips, Pommes frites etc.

Eine Studie aus dem Jahr 2009 (Identification of xenoestrogens in food additives by an integrated in silico and in vitro approach.) warnt vor Propylgallat und 4-Hexylresorcin (Desinfektionsmittel und Antioxidationsmittel bei frischen, gefrorenen Krebstieren) als potente Antagonisten und Transaktivierer (steigert die Aktivität von Genen mit Hilfe eines bestimmten Transaktivier-Proteins), die bereits bei Konzentrationen im Nano-Bereich zu potenten physiologischen Wirkungen fähig sind.

Natriumbenzoat ist ein Konservierungsstoff für Lebensmittel. Die Substanz ist bekannt dafür, dass sie Asthma, Allergien und Nesselsucht bewirken kann. Zudem belastet sie den Leberstoffwechsel.

Bei Kindern zeigte eine Studie aus dem Jahr 2007 (Food additives and hyperactive behaviour in 3-year-old and 8/9-year-old children in the community: a randomised, double-blinded, placebo-controlled trial), dass sowohl Natriumbenzoat als auch Lebensmittelfarben bei ihnen eine Hyperaktivität fördern können.

Übrigens: Wenn Sie solche Informationen interessieren, dann fordern Sie unbedingt meinen Heilpflanzen-Newsletter dazu an. Darin geht es im Wesentlichen um Heilpflanzen, aber auch um Bachblüten oder Homöopathische Mittel:

Noch mehr chemische Lebensmittel

Die Liste der chemischen Stoffe, die wir unserem Körper mit jeder industriell gefertigten Mahlzeit zumuten, hat erst begonnen. Wir haben, bildlich gesprochen, eben erst angefangen, den Putz von der Spitze des Eisbergs abzukratzen.

Denn das, was auf dem amerikanischen und europäischen Markt an Chemie auf dem Teller als erlaubt gilt, hat erstens nichts mit Natur und natürlicher Ernährung zu tun und kann zweitens bestenfalls als der Ernährung und Gesundheit nicht zuträglich bezeichnet werden. Von daher ist Vermeidung hier die beste Prophylaxe.

Und die Vermeidung beschränkt sich nicht nur auf sogenannte „unsichere Kandidaten“, sondern gilt auch für die Substanzen, die von offizieller Seite als „sicher“ eingestuft werden. Wer aber seinen Organismus jahrelang mit diesen Substanzen malträtiert, der darf sich nicht wundern, wenn dieser den „Dienst quittiert“ und sich mit heftigen Symptomen an seinem Besitzer „rächt“.

Leider sind die Symptome dann nur die Rauchzeichen eines fundamentalen Flächenbrands, einer grundlegend ruinierten Gesundheit aufgrund von Krebs, Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen etc.

Was hier möglicherweise noch helfen kann, das wäre eine kontrollierte Entgiftung, um den Organismus und vor allem seine wichtigen Organe vor einer Vergiftung = Belastung mit diesen Stoffen zu schützen, beziehungsweise sie von ihnen zu befreien.

Hier eine kleine Zusatz-Hitliste mit den Zusatzstoffen, die man lieber vermeiden sollte:

  • Natriumnitrit
    Obwohl die Substanz als giftig gilt, wird sie als Konservierungsstoff benutzt. Die aus ihnen entstehenden Nitrosamine sind hoch potente Krebserreger. Die Substanz kommt bei Fleischprodukten zum Einsatz, um dem Fleisch eine bleibende rote Farbe zu verleihen und das Wachstum von Keimen (Pökeln) zu verhindern.
  • Künstliche Farbstoffe
    Unter „Food Dyes – A Rainbow of Risks“ (Lebensmittelfarben – ein Regenbogen voller Risiken) werden Studien untersucht, die zu Lebensmittelfarben und gesundheitlichen Risiken gemacht worden sind. Hier sind eine Reihe von Störungen zu „bestaunen“, von Genschädigungen, krebserzeugenden Verunreinigungen, Hyperaktivität auslösenden Bestandteilen, Tumorbildung in verschiedenen Körperteilen bis hin zur Hemmung der Entwicklung von Nervenzellen.
  • Kaliumbromat
    In Europa gilt ein Verbot für den Einsatz der Substanz. In den USA wird damit Mehl behandelt, damit sich das „Backverhalten“ verbessert. Die Substanz backt allerdings in gesundheitlichen Fragen nur sehr kleine Brötchen, da sie mit einer Reihe von Problemen verbunden ist: Schädigung von Nieren und Nerven, Schilddrüsenerkrankungen, Krebs, Probleme im Gastrointestinaltrakt und so weiter.
  • Butylhydroxytoluol
    Bei Tierversuchen traten unter erhöhten Konzentrationen Blutgerinnungsstörungen auf. Es wurden auch Lebertumore gesehen. Die Substanz scheint keine ausgeprägte krebserzeugende Wirksamkeit zu besitzen. Es gibt aber Hinweise, dass sie ebenfalls eine hormonstörende Wirkung haben kann.
  • Butylhydroxyanisol
    Die Substanz ist ein synthetisch erzeugtes Antioxidans, das das Ranzigwerden von Nüssen, Süßigkeiten etc. verhindern soll. Sie kommt auch bei der Herstellung von Arzneimitteln und Kosmetika zum Einsatz. Hohe Mengen führten im Tierversuch zu Magen- und Leberkrebs. Allergien und Hyperaktivität sind weitere Negativpunkte der Substanz.
  • Phosphate
    Diese Substanzgruppe taucht in fast jedem Produkt der Lebensmittelindustrie auf. Phosphate stehen im Verdacht, an der Ausbildung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen beteiligt zu sein.
  • Diacetyl
    Hierbei handelt es sich um einen künstlichen Aromastoff, der dann zum Einsatz kommt, wenn ein Produkt nach Butter, Erdbeere, Ahorn oder Himbeere schmecken soll. Die Substanz scheint aber beim Inhalieren heftige Entzündung der Bronchiolen zu bewirken. In der Folge werden diese kleinen Atemwege durch Granulationsgewebe verschlossen und damit kommt es zur Reduktion des Lungenvolumens. Zudem scheint die Substanz auch in der Lage zu sein, die Blut-Hirn-Schranke zu passieren und die Bildung von Amyloid-Plaques zu fördern (The Butter Flavorant, Diacetyl, Exacerbates β-Amyloid Cytotoxicity). Laut schulmedizinischem Dogma wäre diese Substanz somit ein Auslöser von Morbus Alzheimer. Logischer Schluss, den man an dieser Stelle erwarten würde, würde die Schulmedizin ihre eigenen Dogmen ernst nehmen, wäre ein sofortiges Verbot dieser Alzheimer auslösenden Substanz, was aber nicht der Fall zu sein scheint.
  • Aluminium
    Es gibt eine Reihe von Zusatzstoffen, die Aluminium enthalten: Aluminiumsulfat, Aluminiumnatriumsulfat, Aluminiumkaliumsulfat-Dodecahydrat, Aluminiumammoniumsulfat etc. Alle vier Aluminiumderivate dienen als Festigungsmittel und Stabilisatoren. Sie dienen lediglich dazu, Obst und Gemüse besser aussehen zu lassen. Aluminium kommt sogar als Reinsubstanz unter der Bezeichnung „E173“ als Lebensmittelfarbstoff vor. Welche gesundheitlichen Schäden das Metall in einem ansonsten gesunden Lebensmittel ausrichten kann beziehungsweise ausrichtet, das habe ich hier näher beschrieben: Aluminium – Das Problem und die Entgiftung.

Fazit

Es ist heutzutage so leicht, sich ungesund zu ernähren und so schwer, sich gesund zu ernähren. Denn die Chemie in der Ernährung und der Therapie von Erkrankungen hat überhandgenommen.

Die Prophylaxe gegen mögliche und auch sehr wahrscheinliche Folgeschäden aufgrund dieser Chemie wird von der Schulmedizin und Lebensmittelbehörde dementsprechend energisch durchgesetzt: Durch eine Verwaltung und Aufzählung, was die Industrie benutzen darf und was nicht (Liste der Lebensmittelzusatzstoffe).

Die USA sind hier deutlich freiheitlicher eingestellt, denn die amerikanischen Behörden geben der Industrie alle Freiheiten, auch als gesundheitszerstörend bekannte Zusatzstoffe großzügig einzusetzen.

Wer so organisiert und katalogisiert, der wird wohl kaum auf den Gedanken kommen, dass ein Großteil der Zusatzstoffe keine natürliche Funktion und damit nichts in unserem Organismus zu suchen hat. Und dass die Kombination aller dieser Stoffe, die heute nicht mehr zu vermeiden ist, den geringen Dosierungen der Einzelsubstanzen ein gesundheitlich explosives Potential verleiht.

Kein Problem, nicht wahr? Wir sind ja alle „krankenversichert“ – denn hier läuft etwas ab, was uns versichert, in Laufe der Zeit krank zu werden. Toll!

Übrigens: Wenn Sie solche Informationen interessieren, dann fordern Sie unbedingt meinen Praxis-Newsletter mit den „5 Wundermitteln“ an:

Kleine Anmerkung: Die Sache mit den „5 Wundermitteln“ ist mit Abstand der beliebteste Newsletter, den meine Patienten gerne lesen…

Beitragsbild: 123rf.com – Alexander Raths

Zu erst einmal etwas zur Herstellung. Für die Herstellung von Kokoszucker benötigt man den Nektar der Kokosblüte: Dafür wird die Blütenknopse angeritzt, so dass ein Saft (der Nektar) austritt.

Die Kokoszuckerkristalle entstehen dann entweder durch Aufkochen oder durch das Erhitzen bei niedriger Temperatur in einem Vakuum-Dampfkocher.

Im Grunde handelt es sich bei der Gewinnung des Nektars um ein nachhaltiges Verfahren, da die Kokospalme dafür nicht gefällt werden muss. Eine Palme kann etwa 70 Jahre lang „gemolken“ werden.

Trotzdem sollten Kunden beim Kauf von Kokoszucker darauf achten, dass dieser tatsächlich auch aus nachhaltigem Anbau stammt. Nur dann ist gewährleistet, dass für die Kokosplantagen kein Regenwald abgeholzt wurde.

Großteils bestreiten Kleinbauern die Produktion von Kokoszucker, wobei diese aufgrund der hohen Preise für synthetische Dünger und chemische Spritzmittel meist von deren Einsatz absehen.

Ein niedrig-glykämisches Süßungsmittel

Hoch-glykämische Lebensmittel, wie z. B. Haushaltszucker, sorgen für einen schnellen Anstieg des Blutzuckerspiegels, der wiederum eine hohe Ausschüttung von Insulin nach sich zieht.

Das Insulin soll die Glucose, also die Energie aus dem Blut in die Zellen transportieren, so dass der Zuckerspiegel im Blut wieder absinkt. Bei einer starken Insulinausschüttung geschieht dies sehr rasch. Ein niedriger Blutzuckerspiegel löst aber wieder Hunger aus.

Niedrig-glykämische Süßungsmittel wie der Kokoszucker lassen den Blutzuckerspiegel langsamer und gleichmäßiger ansteigen. Dadurch wird die Insulinproduktion gedrosselt und die Energieausschüttung verlangsamt. Das Hungergefühl stellt es sich daher erst viel später ein, wodurch man weniger isst.

Eine gesunde Alternative zu herkömmlichem Zucker?

Daher eignet sich Kokoszucker sehr gut für Diabetiker und Menschen, die auf ihr Gewicht achten oder Übergewicht abbauen möchten. Zudem scheint mittlerweile bewiesen zu sein, dass Lebensmittel mit einem hoch-glykämischen Index die Entstehung von Krebs fördern.

Studien aus Kanada, Frankreich und Italien kamen zum Schluss, dass hoch-glykämische Lebensmittel das Brustkrebrisiko erhöhen und eine amerikanische Untersuchung macht diese für Darmkrebserkrankungen mitverantwortlich.

Kokoszucker ist aber nicht nur als Baustein für die Krebsvorbeugung interessant, sondern stellt außerdem auch ein besonders nährstoffreiches Süßungsmittel dar: Neben KaliumMagnesium und Eisen enthält er des Weiteren Zink, Schwefel und Kupfer. Dabei schmeckt der Kokoszucker nicht – wie sein Name vermuten lässt – nach Kokos, sondern eher karamellartig.

In der Küche ist er wie brauner Zucker zu verwenden. Beim Einkauf empfiehlt es sich, auf die Reinheit des Kokoszuckers zu achten, da manche Hersteller ihn mit herkömmlichem Zucker mischen.

Übrigens: Wenn Sie solche Informationen interessieren, dann fordern Sie unbedingt meinen Praxis-Newsletter mit den „5 Wundermitteln“ an:

Kleine Anmerkung: Die Sache mit den „5 Wundermitteln“ ist mit Abstand der beliebteste Newsletter, den meine Patienten gerne lesen…

Beitragsbild: 123rf.com – kerdkanno

Über Wasser sind schon ganze Bücher geschrieben worden. Vor allem in meinen Fastenkursen wird das „Wasserthema“ gerne diskutiert.

Im folgenden Beitrag möchte ich deshalb kurz auf das ionisierte Wasser eingehen und folgende Fragen beantworten:

Gibt es Studien, die beweisen, dass ionisiertes Wasser als Trinkwasser vorteilhaft fuer unsere Gesundheit ist? Oder ist es sogar schädlich?

Lohnt sich die relativ kostenspielige Investition für Wasser-Ionisationsgeräte?

Und wenn ja, was ist daran das Gesunde? Der pH Wert? Der aktivierte Wasserstoff? Mie Mikroclusterstruktur der Wassermolekuele?

Abb1: Auch wenn es immer wieder behauptet wird: So frisch und klar wie in diesem Wassefall ist unser Leitungswasser schon lange nicht mehr. Die Frage ist: Was kann man tun?

Werfen wir also mal einen Blick in die Studienlage:

Es scheint in der Tat einige Studien zu geben, allerdings keine Unmengen und die meisten davon an Ratten. Ich bin zwar kein Freund von solchen Tierversuchen, aber die Studien sind nunmal bereist vorhanden…

Die Ratten-Studien kommen von einem Autor aus Japan (Watanabe T.). In der ersten dieser Studien von 1995 [https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/7473891] hat Herr Watanabe zeigen können, dass ionisiertes Wasser an schwangere und stillende Rattenmütter gegeben zu einer gesteigerten Wasser- und Nahrungsaufnahme bei den Muttertieren führte.

Das Körpergewicht der neugeborenen Ratten war signifikant erhöht. Der Konsum von ionisiertem Wasser schien auch die darauf folgende Entwicklung der Nachkommenschaft zu beschleunigen.

In einer weiteren Studie von Watanabe [https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/9198011] wurde der Einfluss von ionisiertem Wasser auf Körper- und Organgewicht, Enzymaktivitäten und die Myokardmuskulatur untersucht.

Das Körpergewicht der Verumgruppe war signifikant über dem der Kontrollgruppe. Beim Organgewicht gab es keine Unterschiede. Enzymatische Aktivitäten waren bei den männlichen Ratten deutlich erhöht. Daher vermutet der Autor, dass ionisiertes Wasser metabolische Aktivitäten erhöht.

Zudem sah der Autor eine signifikante Erhöhung der Kaliumwerte bis hin zur Hyperkaliämie. Besonders bei männlichen Testtieren gab es Anzeichen für Nekrosen in der Herzmuskulatur.

Die darauf folgende Arbeit [https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/9524951] bestätigte die zuvor gemachten Beobachtungen bezüglich der Nekrotisierung der Herzmuskulatur.

In der folgenden Arbeit [https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/9922938] wurden die Milchproduktion von Ratten und die Menge an konsumierter Milch bei den Nachkommen beobachtet, um die in den vorherigen Studien beobachteten ungewöhnlichen Wachstumsraten unter ionisiertem Wasser zu erklären.

Diese Beobachtungen konnten in dieser Studie bestätigt werden. Der Autor und sein Team vermuten, dass durch die Ionisierung hydrierte Kationen durch die Plazenta den Fötus erreichen beziehungsweise über die Milch den „Säugling“ und dass dies der Grund für die ungewöhnliche Wachstumszunahme sein könnte.

Denn Kalzium ist ein wichtiger Bestandteil für die Skelettbildung. Daher schlossen die Autoren vorsichtig, dass über die Ionisierung mehr Kalzium zur Verfügung steht, sowohl über die Plazenta als auch über die Muttermilch.

Eine vorletzte Arbeit von Watanabe [https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/9922944] ging der Frage nach, ob nicht nur die männlichen Nachkommen unter ionisiertem Wasser Nekrosen des Myokards aufzeigen, sondern ob die Muttertiere ähnliche Phänomene zeigen.

Und hier zeigten sich Infiltrationen der Myokardzellen, Vakuolen und fibrosierende Prozesse im linken Ventrikel. Ähnliches wurde zuvor auch von den männlichen Nachkommen berichtet. Die Zerstörung der Myokardzellen führt zu einer Freisetzung von Kalium, was die Hyperkaliämien erklärt.

Die letzte Arbeit von Watanabe et al. nimmt noch einmal Bezug auf das Wachstum der Nachkommenschaft der Ratten [https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/11201172]. Die untersuchte Milch der Muttertiere mit und ohne ionisiertem Wasser zeigte eine signifikant höhere Konzentration an Kalzium, Natrium und Kalium in der Milch der mit ionisiertem Wasser versorgten Tiere.

Dies kann die beschleunigte Entwicklung der jungen Ratten nach der Geburt erklären.

Übrigens: Wenn Sie solche Informationen interessieren, dann fordern Sie unbedingt meinen Praxis-Newsletter dazu an:

Weiter in der Thematik:

Die folgende Arbeit von Abol-Enein et al. [https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19527469] versucht am Tiermodell den Vor- oder Nachteil von ionisiertem Wasser bei einer metabolischen Azidose zu erklären. Hier zeigte sich, dass bei Hunden und Ratten mit Nierenversagen die Parameter für Azidose nach einer Dialyse unter ionisiertem Wasser deutlich günstiger ausfielen als unter normalen Wasser.

Die Autoren betrachten den Gebrauch von ionisiertem Wasser als sicher und eine gute Strategie zur Behandlung einer metabolischen Azidose aufgrund von Nierenversagen – bei Hunden und Ratten. Studien am Menschen dagegen stehen noch aus.

Die einzige Studie mit Menschen – und das auch noch ausgerechnet mit Kindern – die ich gefunden habe, kommt aus dem Jahr 2012 und aus Salzburg [https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22861198].

Die 54 an der Studie beteiligten Kinder litten an Asthma und bekamen in der Verumgruppe ionisiertes Wasser als Aerosol (nicht zum Trinken!). Die Plazebogruppe inhalierte die mit Wasser angereicherte Luft in der unmittelbaren Nähe eines Wasserfalls in den Alpen. Hier zeigte die Verumgruppe eine signifikante Verbesserung einer Reihe von Parametern bezüglich der Lungenfunktion. In der Kontrollgruppe (Wasserfall) verbesserte sich nur ein Parameter.

Die bei der Verumgruppe beobachteten Verbesserungen hatten zudem einen lang anhaltenden Effekt auf die Asthma-Symptomatik und Entzündung. Dies zeigte eine Nachuntersuchung. Daher befürworten die Autoren den Einsatz von ionisiertem Wasser als Aerosol bei Asthma.

Ob diese Antwort jetzt ausreicht, die Frage zu beantworten (ob man sich einen Ionisierer zulegen sollte oder nicht), ist schwer zu beurteilen.

Immerhin stehen da noch die Fragen nach den Nekrosen des Myokards bei den Ratten aus, die nicht geeignet sind, sofort von dieser Idee überschwänglich begeistert zu sein. Aber Ratten sind keine Menschen. Es kommt noch dazu, welche gesundheitlichen Vorteile oder Effekte man sich von einem solchen Wasser erhofft.

Ich persönlich habe kein Gerät um Wasser zu ionisieren. Im Bereich des Wasser würde ich eher andere Probleme sehen, wie zum Beispiel die Verunreinigung mit Medikamenten etc. Selbst unter Wasserexperten ist es derzeit unbestritten, dass wir eigentlich die vierte Reinigungsstufe in den deutschen Klärwerken bräuchten.

Gerade Krankenhäuser mit Ihrem „Medikamenten-Abwasser“ sind ein Problem. Bevor ich mir Gedanken um ionisiertes Wasser mache, bzw. einen Wasser-Ionisator kaufe, würde ich mir erst einmal einen Wasserfilter (Kohlefilter) besorgen und das Trinkwasser filtern.

In der nächsten Überlegung könnte man prüfen, ob es nicht andere, und vor allem besser beschriebene Verfahren gibt, die oben in den Studien beschrieben Vorteile zu erlangen, inklusive ph-Wert etc. Hierzu empfehle ich auch meinen Beitrag zur Übersäuerung.

Die Natur ist voller Wunder und vor allem wunderbarer Pflanzen, die einen kaum zu übersehenden Reichtum an gesundheitlich wertvollen Substanzen bieten. Auch das wäre eine gute Alternative. Und viele dieser „Wunder“ wachsen vor unserer Haustür.

Übrigens: Wenn Sie solche Informationen interessieren, dann fordern Sie unbedingt meinen Praxis-Newsletter mit den „5 Wundermitteln“ an:

Kleine Anmerkung: Die Sache mit den „5 Wundermitteln“ ist mit Abstand der beliebteste Newsletter, den meine Patienten gerne lesen…

Beitragsbild: 123rf.com – thamkc