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Überblick über Lebererkrankungen und Erkrankungen im Gallenbereich

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Lebererkrankungen sind auf dem Vormarsch. Wenn ich den Statistiken glauben darf, dann nehmen Lebererkrankungen in Deutschland bereits Platz fünf in der Sterblichkeitsstatistik ein. Fünf Millionen Menschen in Deutschland sollen an einer Lebererkrankung leiden, eine gigantische und sehr erschreckende Zahl. Bei den 25- bis 45-Jährigen sollen Lebererkrankungen sogar die häufigste Todesursache sein, wobei die Leberzirrhose eine bedeutende Rolle spielt.

Nach früherer Lehrmeinung entsteht die schwere Lebererkrankung erst nach Jahrzehnten der Völlerei oder des Alkoholabusus. Doch zeigen die neuen Entwicklungen im Zusammenhang mit dem „Komasaufen“, dass eine Leberzirrhose schon in viel kürzerer Zeit auftreten kann.

Derzeit gehen wir von etwa 350.000 Leberzirrhose-Patienten in Deutschland aus. Das ist einer von 240 Einwohnern! Und bei fast jedem fünften Deutschen kann bereits eine Fettleber diagnostiziert werden. Und dabei sind die Hepatitis-Erkrankten noch gar nicht berücksichtigt. Es besteht also ein erheblicher Handlungsbedarf!

Das Hauptproblem: Leberkrankheiten bleiben oft lange Zeit unbemerkt, weil sie sich nur durch unspezifische Symptome wie Müdigkeit, Appetitlosigkeit oder depressive Verstimmungen äußern. An eine Lebererkrankung sollten Sie denken, wenn mehrere der folgenden Symptome über längere Zeit anhalten: Abgeschlagenheit, Appetitlosigkeit, Müdigkeit, Konzentrationsprobleme, Übelkeit und Erbrechen sowie Schmerzen oder Druckgefühl im rechten Oberbauch. Spätestens wenn Sie eine Gelbfärbung der Haut bemerken, sollten Sie schnellstens einen Arzt aufsuchen. Dieses typische Lebersymptom tritt nämlich erst im fortgeschrittenen Stadium verschiedener Erkrankungen auf.

Eng mit der Leber verbunden ist das Gallensystem, denn die Gallenflüssigkeit wird in der   Leber produziert. Das Sekret macht Fette im Wasser löslich, ähnlich wie Seife. Die Gallenblase speichert Galle und dickt sie ein. Die verschiedensten Gallenkrankheiten stehen daher auch im Zusammenhang mit der Leber.

Auf dieser Webseite möchte ich Ihnen eine Übersicht zu den verschiedenen Leber- und Gallenerkrankungen geben. Ein Klick auf die jeweilige Überschrift (siehe unten) bringt Sie zum entsprechenden Beitrag von mir.

Bevor ich es vergesse: Wie Sie Ihre Leberprobleme lösen oder erhöhte Leberwerte verbessern können, erfahren Sie in meinem Buch "Die biologische Lebertherapie". Klicken Sie hier für mehr Informationen.

Lebererkrankungen in verschiedenen Stadien
Abb1: Übersicht über mögliche verschiedene "Stadien" einer Lebererkrankung: oben links: gesunde Leber, oben rechts: Fettleber, unten links: Leberfibrose, unten rechts: Leberzirrhose.

Leberschwäche

Der naturheilkundliche Begriff der Leberschwäche beschreibt eine eingeschränkte Funktion der Leber, die aber noch nicht erkrankt ist. Typische Symptome sind Müdigkeit, nachlassende Konzentration und depressive Zustände.

Fettleber

Falsche Ernährung und viel Alkohol führen zu einer Fettleber. Wie der Name schon sagt, lagert das überforderte Organ Fetttröpfchen in den Leberzellen ein. Auch ganz ohne Alkohol kann sich das Lebergewebe derartig verändern, dann spricht der Arzt von einer „nicht alkoholischen Fettleber“. Nicht nur zu viel Fett, sondern auch ein Übermaß an Zucker kann die Erkrankung verursachen. Fruchtzucker (Fruktose) geht im Stoffwechsel einen ähnlichen Weg wie Alkohol und kann die Leber deswegen genauso vergiften. Freilich können Sie weiterhin Obst essen. Achten Sie aber auf gesüßte Getränke, vor allem, wenn Fruktose darin enthalten ist!

Die Stärke aus Brot, Kartoffeln und Nudeln wird zu Traubenzucker (Glukose) verdaut. Wer davon zu viel isst oder gar riesige Mengen Industrie-Zucker verschlingt, treibt den Glukose-Spiegel in die Höhe. Bei einem solchen Überfluss wandelt der Körper den Traubenzucker in Fruktose um. Das ist der Grund, warum anscheinend harmlose Lebensmittel die Leber verfetten können. Sogar Kleinkinder bekommen bei zu üppiger Ernährung eine Fettleber. Wer aber nach der Diagnose mit seinem Körper vernünftig umgeht, kann sogar eine teilweise, manchmal sogar vollständige, Rückbildung der Fettleber erreichen.

Alkohol ist die zweite Ursache für die Erkrankung, die dann „alkoholische Fettleber“ heißt. Wenn Ihnen Ihr Arzt mitteilen sollte, dass Sie eine Fettleber haben, ändern Sie bitte sofort Ihren Lebensstil! Sonst können Sie im schlimmsten Fall eine Leberzirrhose oder Leberkrebs bekommen. Der Weg dahin führt oft über eine Entzündung der Leber. Diese „Hepatits“ ist dann eine alkoholische oder nicht alkoholische Steatohepatitis.

Ausführlich zum Problem Fettleber lesen Sie hier.

Hepatitis

Neben diesen beiden Formen der Steatohepatitis gibt es die infektiösen Hepatiden. Dann lösen meistens Viren die Leberentzündung aus. Je nach Viren-Typ sind dies die  Hepatitis A, B, C, E und G.  . Daneben ist die Hepatitis D eine Sonderform der Hepatitis B. Am gefährlichsten ist die C-Variante, gegen die es keine Impfung gibt und die zurzeit auch praktisch unheilbar ist. Auch einige andere Viren, sogar die Herpes-Erreger sowie Bakterien, Pilze und Parasiten können die Leberentzündung auslösen.

Die Gelbsucht ist das Symptom der Leberentzündung. Dieses Krankheitszeichen ist allerdings nicht in jedem Fall vorhanden, doch kommt es häufig zu dieser Gelbverfärbung der Haut. Dort lagern sich sich Pigmente aus Blut und Galle ab, die nicht mehr ausreichend in der Leber verarbeitet werden. 


Leberfibrose

Die Fettleber und die chronische Hepatitis können sich zur  Leberfibrose weiter entwickeln. Dabei bildet sich Lebergewebe in Bindegewebe um. Die Kollagenfasern zwischen den Zellen sind stark vermehrt.. Wenn bereits eine Fettleber vorliegt, begünstigt ein Mangel an den Vitaminen B9 und B12 diese Umformung des Organs. Wenn jetzt nicht die Ernährung umgestellt und auf Alkohol verzichtet wird, ist die Leberzirrhose nicht mehr weit

Leberzirrhose

Die durch Alkohol, Zucker, Gifte oder Erreger zerstörten Zellen hinterlassen Narben in der Leber. Dadurch verhärtet sich das Organ und arbeitet nicht mehr zuverlässig. Heilbar ist die Leberzirrhose nicht, aber bei frühzeitiger Therapie können die schwerwiegenden Folgen hinausgezögert oder verhindert werden. Eine dieser Störungen ist die Bauchwassersucht (Wasser im Bauch).

80 Prozent der Patienten mit unbehandelter Leberzirrhose leiden unter diesem „Aszites“.  Hinzu kommen viele andere Probleme wie geistige Einschränkungen bis zum Leberkoma, innere Blutungen, Nierenversagen, Magendurchbrüche, extreme Gewichtsabnahme und Atemnot. Ausführlich zu den Problemen einer Leberzirrhose lesen Sie hier.

Oben kam schon zur Sprache, dass eine tödliche Leberzirrhose heute bereits in jüngeren Jahren auftritt. Einige Fachleute sehen nicht alleine den Alkohol als Ursache dafür. Mit verantwortlich sind wahrscheinlich auch die vielen Gifte in Umwelt und Lebensmitteln. Wenn zur schleichenden Belastung mit Chemikalien noch ein starker Alkohol-Konsum kommt, kann viel schneller eine Fettleber, Hepatitis und schließlich eine Zirrhose entstehen als früher bei niedriger Schadstoffbelastung.

Diese Annahme ist nicht aus der Luft gegriffen. Forscher haben Versuche mit Ratten durchgeführt, die eine Mischung aus Alltagschemikalien im Trinkwasser aufnehmen mussten. Mit dieser Technik wollten die Wissenschaftler unsere "normale" Verseuchung simulieren. Die Dosierungen waren dabei teils den Grenzwerten angeglichen, teils auch etwas höher. Schon bei geringen Mengen an Giftstoffen stellten die Wissenschaftler bei den Ratten Leberschäden fest.

Leider muss hier auch wieder das Pestizid Glyphosat erwähnt werden. In anderen Versuchsreihen erwies sich Monsantos Roundup als leberschädigend. Dabei waren die im Tierversuch verwendeten Konzentrationen noch nicht einmal besonders hoch. Die tägliche Dosis lag im Bereich von wenigen Milliardstel Gramm!

Leberkrebs

In den Vernarbungen der zirrhotischen Leber kann Krebs entstehen.Die entarteten Zellen können sich lösen und an andern Stellen Tochtergeschwülste bilden. Auch Hepatitisinfektionen können Leberkrebs auslösen. Da ein Tumor in der Leber lange Zeit keine Beschwerden verursacht, wird diese Krebsart oft erst spät erkannt. Mehr zum Thema Leberkrebs finden Sie hier.

Gallensteine

Gallensteine bestehen aus Cholesterin und Pigmenten, die sich in der Gallenblase ablagern und beim Transport in Nachfolgeorgane große Schmerzen verursachen können. Fettreiche Ernährung und Fettstoffwechselstörungen sind für die Entstehung von Gallensteinen mitverantwortlich.

Gallenkolik

Krampfartige Schmerzen im Leber- und Gallenbereich, die bis in den Rücken ausstrahlen können, heißen Gallenkolik. Sie wird in der Regel durch Gallensteine ausgelöst, die den Gallenausgang verstopfen.

Gallenwegsentzündung

Bei einer Verstopfung der Gallenwege (beispielsweise durch Gallensteine), kann die Gallenflüssigkeit nicht abfließen. Die darin enthaltenen Schadstoffe und vor allem Bakterien verursachen dann bei einer Gallenwegsentzündung starke Schmerzen und Fieber und können eine Gelbsucht auslösen.

Cholestase

Unter Cholestase versteht man eine Störung des Gallenflusses, die zum einen durch eine Störung der Gallenbildung und zum anderen durch einen verhinderten Gallenabfluss entstehen kann. Dabei kommt es zum Rückstau gallepflichtiger Substanzen ins Blut. Lesen Sie hier mehr zu Ursachen und Verlaufsformen.

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Dieser Beitrag wurde letztmalig am 21.09.2018 aktualisiert

   
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