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"Ein herzliches Willkommen an alle Faster, habt keine Angst, es ist ein
unbeschreibliches Erlebnis und es ist sooooo einfach...."
Lieber René,
vorab möchte ich Ihnen herzlich für Ihre Tipps und
Aufklärungen zum Fasten danken. Gerne komme ich Ihrer Bitte nach, meine Erfahrungen
mitzuteilen. Möglich, dass es doch ein „kleiner Roman“ wird, denn ich habe jetzt schon das 8.
Jahr gefastet und mache immer neue Erfahrungen. Ihre Ratschläge erreichten mich erst, als ich
schon mittendrin war. So werde ich mich erst beim nächsten Mal näher, vor allem mit
der Darmsanierung,
befassen.
Mein erstes Fastenerlebnis hatte ich vor 8 Jahren
unter Anleitung einer Ernährungsberaterin an der Volkshochschule. Jeden Abend traf sich die
Gruppe und wir erhielten viele wertvolle Tipps gegen Fastenkrisen. Die Gruppendynamik wirkte
sich ebenfalls positiv aufs Durchhalten aus. Es waren einige „alte Hasen“ dabei, die mal so
2-3 Wochen fasten. Jeder, der noch nie gefastet hat, kann sich gar nicht vorstellen, wie es
gehen soll, auch nur einen Tag ohne Essen auszuhalten. Das schmerzliche Hungergefühl ist all
gegenwärtig, die Angst, dass einem gleich schwarz vor Augen wird, wenn man nicht gleich etwas
isst… So ging es auch mir, doch ich war offen, für dieses Abenteuer. Ich wollte meinen Körper
entgiften, mit dem Rauchen aufhören! Gewichtsprobleme habe ich nicht.
Für mich war es leichter, nichts zu essen, als den
Glimnmstengel zu vergessen. Da ich zu den Menschen mit niedrigem Blutdruck gehöre, hatte ich
das Gefühl, auf Wolke 7 zu schweben, ich war high und hätte mich nicht getraut Auto zu
fahren! Es war eine strenge Form des Fastens, ohne Säfte. Heute weiß ich, dass mir verdünnte
Frucht- oder Gemüsesäfte, Honig oder Zitronenspalte auszulutschen helfen, mit den Beinen auf
dem Boden zu bleiben.
Glaubersalz oder
Einlauf wurden
empfohlen.
Igitt, Einlauf! Logischer Weise habe ich mich für
Glaubersalz entschieden. Warten ohne Ende, noch schlimmer, das Zeug runter zu bekommen. Also
habe ich mich mit dem Einlauf per Klistierball angefreundet und bin bis heute dabei
geblieben. Die ganze Prozedur ist zeitlich berechenbar und mit dem Ball geht es „gemütlich“.
Zwischendrin immer mit angezogenen Beinen von einer Seite auf die andere rollen, bringt
Bewegung ins Gedärm. Der Einlauf sollte immer auf der linken Seite liegend erfolgen.
Kopfschmerzen oder Gliederschmerzen, wie andere Faster sie hatten, kenne ich zum Glück nicht,
denn ich machte jeden Tag einen Einlauf. Ich stelle mir einfach vor, wie ich meinen Darm
putze, damit der Dreck raus kann, ähnlich wie mit Mundwasser gurgeln, um kussfrisch zu
sein.
Ich wähle den Zeitpunkt zum Fasten nach dem
Mond. Bei abnehmendem Mond fällt dem
Menschen alles, was er loslassen will, leichter. Warum diesen Vorteil nicht nutzen? Mein
erstes Fastenerlebnis fand jedoch bei zunehmendem Mond statt, und es war bei weitem nicht so
toll, wie all die anderen Male! Ich war körperlich im Schongang, habe trotzdem am letzen Tag
(5. Tag) das Rauchen aufgegeben. Ich kann nicht in Worte fassen, welch Belohnung das Essen
war. Ich werde nie vergessen, wie gut trockenes Vollkornknäckebrot mit Sesam geschmeckt hat.
Das ist noch heute so. Kann es nur jedem empfehlen!
Ganz wichtig für mich, die
Bürstenmassage, nach dem Einlauf. Anschließend eine heiße Dusche, abschließend eiskalt
abduschen und einölen. Was für ein gutes Gefühl. Jetzt ist Zeit für den
„Guten Morgen Tee“ von Alnatura. Außerdem trinke ich seit langer Zeit jeden Morgen Ingwerwasser. Ein Stück
Ingwerwurzel schälen und mit kochendem Wasser in einer Tasse übergießen. 10 Minuten bedeckt
ziehen lassen. Das bringt richtig Wärme von Innen.
Die Fastenzeit ist für mich Abstand zur Außenwelt, d.
h. ich nehme Urlaub und bin nicht offen, für irgendwelche Verpflichtungen. Ich tue nur, was
mir gut tut und was ich wirklich will. Früher habe ich mir immer vorgenommen, auch zu Hause
auszumisten und mich damit unter Druck gesetzt.
Heute nehme ich mir nur vor, gut auf meine
Bedürfnisse, auf meinen Körper zu hören, damit bin ich ein sehr glücklicher Faster geworden.
Durch beruflichen Stress bedingt, leide ich oft unter Schlafstörungen. Während des Fastens
schlafe ich 8-9 Stunden und halte tagsüber mit Wärme auf dem Bauch (Leberwickel) und Meditationsmusik
auch noch ein bis zwei Nickerchen. Die Schlafprobleme sind auch nach dem Fasten noch für
lange Zeit beseitigt.
Ebenfalls eine sehr angenehme Nebenerscheinung:
Keine Hitzewallungen während
des Fastens (ja, die Wechseljahre haben mich
erwischt) und nach dem Fasten noch immer fast „hitzefrei“!!!
Eine Stunde Nordic Walking pro Tag ist mindestens
drin, oder 3 Stunden Fastenwandern. In diesem Jahr
sogar bei Regen, was ich eigentlich nicht mag. Jedoch weiß ich, wie gut mir die Bewegung an
frische Luft tut, und vor allem meinem Kreislauf! Abends Mondgymnastik. Buchempfehlung:
Die Mondgymnastik von
Johanna Paungger und Thomas Poppe. Und so geht ein Tag ohne Essen sehr schnell vorbei und ich
bin fasziniert, dass mein Körper sich so gut anpassen kann. Ich bin fest davon überzeugt,
dass dies nur möglich ist, weil ich über den Einlauf meinen Körper von „Aufnahme“ auf
„Ausscheidung“ umschalten konnte. Unglaublich, dass es so einfach ist? Doch, das ist es in
der Tat. Ich verspüre keinen Hunger, jedoch Gelüste ohne Ende. Ich weiß aber, dass es ja nur
zeitlich begrenzt ist und ich weiß um den Genuss eines trockenen
Knäckebrotes.
Nun möchte ich noch etwas zu den Fastenbrühen
erwähnen. In den ersten Jahren habe ich alles mögliche Biogemüse in einen Topf „geworfen“ und
ausgekocht. Mit Sauerkrautsaft und frischen Kräutern wie Schnittlauch, Petersilie und
Basilikum verfeinert. Ich persönlich halte nichts davon, das Gemüse einzufrieren und für die
Aufbautage zu verwerten. Ich will etwas frischen, z. B. Spinat oder Spargel. Eine Alternative
für diese Kocherei habe ich auch gefunden. Biogemüsesaft oder Biotomatensaft von Alnatura
(gibt’s beim dm-drogeriemarkt). Diese mit Wasser verdünnt, mit frisch gepresstem Zitronensaft
oder Alnatura Sauerkrautsaft verfeinert, frische Kräuter drüber, erwärmen und Löffel für
Löffel genießen! Immerhin der Highlight des Tages! Ich kaue die Kräuter nur kräftig und
genüsslich aus, dann spucke ich sie aus. Nichts Festes soll meinen Darm
treffen!
So habe ich dieses Jahr, beginnend am Vollmond, 6 Tage
gefastet. Am 1. Aufbautag eine Einkaufsorgie gestartet. Es war wie jedes Jahr. Mein
morgendliches Bürstenmassage-Duschen-Ölen-Tee-Ingwerwasser-Programm. Keine Lust auf den
Apfel!!! Mit meiner Beute wieder zu Hause, es war schon nach 12 Uhr, immer noch keine Lust
aufs Essen. Es ist wirklich wie ein „Abschiednehmen“.
Jetzt darf ich wieder essen, aber mein Körper will
nicht. Doch alles, was ich dann ganz bewusst zu mir nehme, sättigt mich sofort. Ich habe den
Apfel nicht geschafft. Die Gelüste sind noch immer da, doch ich kann ihnen nicht nachgeben!
Ich habe Lust auf Salami oder Fleisch, doch irgendetwas bewahrt mich davor. Meine Lust auf
1/2 Banane und Möhren-Apfelsalat sind stärker! Wenn mir jemand bis hierhin gefolgt ist,
glaubt mir, ich verstehe es nicht. Mein Körper sagt mir, Buttermilch mit geschrotetem
Leinsamen ist lecker und hilft deinem Darm. Statt Salami tat mir körniger Frischkäse mit
frischen Kräutern gut, dazu natürlich das leckere Knäcke!
Im vergangenen Jahr habe ich eine schreckliche
Erfahrung machen dürfen. 5 Tage nachdem Fasten war ich zu einem 50. Geburtstag eingeladen.
Ich hatte meine Aufbautage also hinter mir und war der „Fresssucht“ verfallen. Da ein
wenig Kassler mit Sauerkraut, dort etwas von dem leckeren Braten.. Es dauerte nicht lange,
bis ich heftige Magenschmerzen bekam. „Trink einen Schnaps“, war der Ratschlag, doch darauf
hatte ich absolut keine Lust, weil mir dieser Irrglaube sehr wohl bekannt ist. Ein Arzt
empfahl mir Kamillentee, gesagt, getan! Keine Linderung. Ich hatte Mühe, zu atmen! Es half
alles nichts, ich musst den Finger in den Hals stecken, erst dann fand ich
Erleichterung.
Deshalb meine Bitte an alle
Faster, gebt eurem Körper Zeit. Es lohnt sich.
Ihr werdet, wenn ihr auf euren Körper hört, auch in der Aufbauphase kaum zunehmen. Ich habe
in der ersten Woche gerade 800 g zugenommen.
Noch etwas: Habe mir immer während des Fastens
Sauna und Massage gegönnt.
Die Haut ist immerhin ein riesiges
Ausscheidungsorgan!
Fazit: Ein herzliches Willkommen an alle Faster, habt
keine Angst, es ist ein unbeschreibliches Erlebnis und es ist sooooo einfach. Übrigens,
das Ölkauen mache ich inzwischen auch täglich, ist gewöhnungsbedürftig. Doch wenn
es nicht hinter das Zäpfen gelangt, schafft man es auf locker 20 Minuten. Ich mache es jeden
morgen.
Herzliche Fastengrüße,
Cornelia
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