Darmflora und Verdauung
Die Verdauung des Menschen und die Bedeutung der Darmflora
Der Verdauungstrakt ist für unseren Organismus von einer besonderen Bedeutung. Hier werden auf verschiedenen
Etappen alle lebensnotwendigen Substanzen aufgespaltet, damit unsere Zellen ausreichend Nährstoffe bekommen.
Aber auch in der Immunabwehr spielt vor allem der Darm mit seinem darmassoziierten Immunsystem eine
entscheidende Rolle. Für die perfekte Funktion ist dabei die Darmflora (die Besiedlung der Darmoberfläche mit
Keimen) entscheidend.
Wenden wir uns zunächst dem Verdauungsprozess selbst zu:
Die Verdauung des Menschen
Die Verdauung des Menschen beginnt unmittelbar nach der Nahrungsaufnahme: im Mund. Die Zähne
zerkleinern als erste die Nahrung. Ein optimaler ph-Wert spielt dabei eine wichtige Rolle. Störungen wie
Zahnfleischbluten oder bereits eine Parodontose weisen auf ernsthafte Probleme hin.
Was viele Menschen vergessen: Je besser sie kauen, umso leichter ist anschließend der Verdauungsprozess.
Ein Sprichwort sagt: »Gut gekaut, ist halb verdaut!« Deshalb ist es auch so wichtig,
dass wir immer durch regelmäßige Besuche beim Zahnarzt den Schädigungen unserer Kauwerkzeuge vorbeugen.
Die Zähne werden durch den Speichel unterstützt. Dadurch wird die Nahrung so weich, dass sie
geschluckt und weitergleitet werden kann. Im Speichel befinden sich auch Enzyme, welche die Nahrung bereits am
Anfang auf biochemischer Ebene auflösen.
Dann geht es durch die Speiseröhre direkt in den Magen, ein Hohlorgan, das anderthalb Liter
fasst. Hier wird die vorgekaute Nahrung nunmehr zu einer breiähnlichen Substanz zerkleinert. Die Magenschleimhaut
produziert dafür in speziellen Zellen Salzsäure zur Verarbeitung von Proteinen. Dabei helfen aber auch andere
Verdauungssäfte und Enzyme mit, wie etwa das Pepsin.
Der saure Speisebrei verweilt je nach Zusammensetzung eine bis fünf Stunden im Magen.
Eine wichtige Rolle bei der Verdauung fällt der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) zu. Der
Vagus-Nerv, der vom Gehirn kommt, und das Blut stimulieren hier die Bildung von ein bis anderthalb Liter eines
basisch wirkenden Saftes pro Tag an.
In den B-Zellen der Bauchspeicheldrüse wird das Hormon Insulin hergestellt, das lebenswichtig für den
Zuckerstoffwechsel ist. In vorbereiteten Portionen gelangt der Speisebrei durch den Magenpförtner in den
Zwölffingerdarm. Es handelt sich dabei um den Anfang des zwei Meter langen Dünndarms. Hier wird
dem Speisebrei Wasser entzogen, damit der Organismus nicht dehydriert. Da sich in der aufbereiteten Nahrung auch
Krankheitserreger befinden, tritt hier ein perfekt funktionierendes Abwehrsystem in Aktion.
In den Zwölffingerdarm münden ganz wichtige Verdauungshelfer: der Gallengang und die Bauchspeichel-Drüsengänge.
Über den Gallengang, aus der Leber und aus der Gallenblase, kommt der fettlösende
Gallensaft, der die Fette aus der Nahrung zerlegt. Dabei gelangen auch Farbstoffe in den Speisebrei, die für die
braun-gelbliche Färbung des Stuhls verantwortlich sind. Die Bauchspeicheldrüse mischt all dem Enzyme bei.
Sie verarbeiten die Nährstoffe auf eine derartige Weise, dass diese nun von der Darmwand
assimiliert werden können. Vom Dünndarm aus werden sie dann ins Blut weitergeleitet. Während all
dieser Vorgänge finden Knetbewegungen der Darm-Muskeln statt, die den Speisebrei ständig verarbeiten.
Sobald der restliche Speisebrei in den Dickdarm (Colon) gelangt ist, zersetzt eine große Anzahl
von Bakterien die noch unverdauten Nahrungselemente und bearbeitet, so weit wie möglich, auch die
Ballaststoffe.
Wenn diese Prozesse nicht mehr so ablaufen wie gewohnt, kommt es zu Problemen im Verdauungstrakt.
Die häufigsten dieser Probleme finden Sie im Verzeichnis: Darmstörungen und Darmprobleme beschrieben.
An allen Vorgängen im Darm nehmen positive, lebenswichtige Bakterien teil: die
Darmflora
Die Darmflora findet in der klinischen Medizin bei der
Beurteilung der Verdauung und der Diagnose verschiedener Erkrankungen auch heute noch kaum
Beachtung.
Die Darmflora schützt vor Krankheitserregern und sorgt für den Transport des Speisebreies, dem hier wieder
Wasser entzogen wird, sodass (in einem gesunden Organismus) ein verdichteter und geformter Stuhl entsteht. Die
mit dem Wasser aufgenommenen Mineralstoffe und Spurenelemente werden vom Körper ebenfalls über die Blutbahn
absorbiert.
Schließlich gelangt der Stuhl in den Mastdarm, wo er bis zum Stuhlgang gespeichert wird. Der Enddarm wird vom
inneren und äußeren Schließmuskel verschlossen. Der äußere Muskel kann vom Menschen willentlich gesteuert
werden.
Er muss deshalb in den ersten Lebensjahren trainiert werden, bis das Kleinkind diesen Reflex eingeübt hat. Der
Stuhl besteht schließlich aus Wasser, unverdaulichen Nahrungsresten, aus Schleim, Verdauungssäften und großen
Mengen an Bakterien.
Jede Mahlzeit, die wir einnehmen, ist nicht nur eine Freude für den Gaumen, sie ist auch lebenswichtig.
Wir nehmen mit dem Essen die Energie auf, die wir benötigen: Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente, Enzyme und
andere Substanzen.
All diese Stoffe können aber von unserem Organismus nur dann genützt werden, wenn der Darm einwandfrei
funktioniert.
Das bedeutet, unsere Darmflora, mit ihren
gutartigen, gesundheitsfördernden Bakterien, muss intakt sein. Es gibt sehr viele Gründe, dass dies
nicht der Fall ist. Daher müssen wir dafür sorgen, dass in unserem Darm geordnete, harmonische Verhältnisse
herrschen. Das ist sehr einfach zu bewerkstelligen.
Nicht nur die Haut oder die Atemwege haben direkten Kontakt zur Außenwelt, sondern auch der Darm. Ich habe es
bereits zuvor dargelegt, dass die Funktion des Darms sehr vielfältig ist. Ein häufig pathogener Pilz ist zum
Beispiel Candida Albicans. Dazu habe ich mehrere Artikel geschrieben, unter anderem: Darmpilz Candida Albicans - Freund oder Feind?
Zwei wichtige Aufgaben des Darms
In erster Linie hat der Darm die Aufgabe, Nährstoffe
aufzunehmen, diese nutzbar zu machen und nicht verwertbare Substanzen auszuscheiden. Er ist
sozusagen die Barriere zwischen außen und innen.
Gleichzeitig aber ist der Darm das größte Immun-Organ des
Menschen, was vielen Patienten (und auch noch zahlreichen Ärzten) immer noch völlig unbekannt ist.
Ausführlicher lesen Sie dazu in meinem Artikel: Immunsystem Darm und im
Blog-Beitrag Immunstärkung duch das Darmimmunsystem.
Dabei sind ungefähr 100 Billionen (eine Billion sind 1000 Milliarden!) verschiedener gutartiger Keime
und Bakterien von entscheidender Wichtigkeit. Sie sind Bestandteile der Darmflora.
Die Aufnahme von Ballaststoffen fördert nicht nur die Verdauung, sondern trägt auch zur Vermehrung dieser
lebenswichtigen Darmbakterien
bei. Je mehr solcher Bakterien wir haben, desto besser ist unser Organismus vor Toxinen und Krankheitserregern
gewappnet.
Eine gesunde Darmflora ist ein Schutz gegen Infektionen und
vielen anderen Krankheiten. Daher zieht eine Störung der Darmflora unweigerlich eine Reihe von Gesundheitsproblemen
nach sich.
Es kommt u.a zu einem Vitaminmangel im Körper, weil nur eine gesunde Darmflora in der Lage
ist, die aufgenommenen Vitamine entsprechend aufzuschließen und zu absorbieren.
Wie man seine Verdauung wieder in den Griff bekommt und auch vorbeugend viel tun kann, beschreibe ich unter
anderem in meiner Heilfasten-Anleitung, die soweit modifiziert ist, dass man optimale Resultate bezüglich
Verdauung, Gesundheit und natürlich auch für seine Darmflora hat. Mehr dazu finden Sie in der Beschreibung der Heilfasten-Anleitung.
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