Ist gesunde Ernährung denn wirklich zu teuer?

Immer wieder bekomme ich zu hören: „Gesunde Ernährung, aha, ist ja ein toller Vorschlag, aber das kann ich mir gar nicht leisten.“

Es stimmt schon: Wer sich die Mühe macht, sich gesund zu ernähren, muss mehr Zeit, Arbeit und Geld investieren als derjenige, der täglich zu Fertiggerichten oder nur einer Scheibe Weißbrot (mit Tütensuppe oder Schokocreme) oder schlimmstenfalls nur zur Tüte Chips greift. Tatsächlich gibt es z.B. in den USA Menschen, die sich von den sehr billigen Chips aus Maismehl fast ausschließlich ernähren. Wobei das natürlich Extremfälle sind.

Den Mythos, dass gesunde Ernährung den Geldbeutel über Gebühr belastet will ich so nicht stehen lassen und werde nach und nach auf die gängigsten Vorurteile in Bezug auf gesunde Ernährung und die damit verbundenen Kosten eingehen.

Beginnen wir doch mit einem Klassiker:

„Wenn ich für die ganze Familie Obst und Gemüse kaufe, bin ich danach pleite“.

Es stimmt schon: Wenn der Sohnemann täglich einige Bananen verdrückt, das Töchterchen die Flugmango wünscht und man selbst Zuckerschoten oder bereits im Februar Erdbeeren (aus Griechenland) essen möchte, geht das schon ins Geld.

Mein Tipp dazu: Obst und Gemüse nach Saison kaufen, das spart viel!

Glauben Sie nicht? Hier einige Beispiele, was gerade in den kommenden Monaten bei uns Saison hat und gesund, lecker und günstig zu haben ist.

Im Mai z.B. bietet es sich an, bei Rhabarber und Pfirsichen zuzugreifen, und auch die heimischen Erdbeeren schauen schon aus dem Boden bzw. werden auf den Höfen und an kleinen Ständen überall verkauft. Auch die süßen Kirschen und Stachelbeeren stehen schon in den Startlöchern, um uns im Juni zu verwöhnen.

Beim Gemüse ist die Auswahl aus heimischer Ernte sogar noch größer: Champignons, Spargel, Auberginen, Spinat, Wirsing, grüne Erbsen, Kohlrabi, Blumenkohl, Möhren, Radieschen und Kartoffeln haben in den kommenden Wochen ihre Haupterntezeit und sind jetzt günstiger zu haben als importiertes Gemüse. Auch Eisbergsalat, Endivien oder Kopfsalat werden nun täglich vom Feld geholt und sind auch für den kleinen Geldbeutel erschwinglich.

Wenn man z.B. einen großen Gemüse-Kartoffel-Eintopf kocht und dann in kleinen Portionen einfriert, spart man kräftig und hat länger etwas davon, auch wenn das Gemüse keine Saison mehr hat.

Neben der Kostenersparnis bietet der saisonale Einkauf jedoch auch noch andere Vorteile. So ist die Qualität der frischen Produkte, die vor Ort geerntet werden, erheblich höher als z.B. aus Dose oder TK. Frisches Gemüse hat keine langen Lieferwege und lag auch nicht tagelang in Containern, z.B. um wie Bananen im dunkeln nachzureifen, weil sie (zu) früh gepflückt wurden.

Diese langen Transportwege bergen auch noch ein weiteres Risiko, denn oftmals werden Obst und Gemüse auf langen Strecken chemisch behandelt, um ihre optische Frische zu behalten. Von den Nitratwerten bei Produkten aus dem Gewächshaus brauchen wir gar nicht zu sprechen, die sind erwiesenermassen deutlich höher als bei Salat, der frisch vom Feld geerntet wurde.

Wenn die Produkte aus der Region kommen, tun sie aber nicht nur sich, sondern auch der Umwelt etwas Gutes, denn es wird die Energie gespart, die für den Transport aus anderen Teilen der Welt benötigt wird, und wer frisch auf dem Wochenmarkt einkauft, erspart sich und der Umwelt auch unnütze Umverpackungen.

Also: Besuchen Sie den Wochenmarkt, genießen Sie, wie frisch und appetitlich die Waren außerhalb der Neonbeleuchtung des Supermarktes aussehen und lassen Sie sich von guten Angeboten für das nächste Essen inspirieren!

Weitere Beiträge die Sie interessieren könnten:

Datum: Montag, 20. April 2009 21:49
Themengebiet: Ernährung Trackback: Trackback-URL
Feed zum Beitrag: RSS 2.0 Diesen Artikel kommentieren

3 Kommentare

  1. 1

    [...] einhält, dass man sogenannte Mischkost zu sich nimmt und auf eine vielseitige Lebensmittelauswahl achtet. Eine ausreichende Trinkmenge von 1,5 l bist 2 l am Tag sollte eingehalten werden, sowie ein [...]

  2. 2

    Den Beitrag sollte man sich wirklich zu Herzen nehmen. Letztendlich ist es auch so, dass gesunde Ernährung sehr wichtig ist und daher sollte man daran nicht sparen! Bevor man an der Ernährung spart, sollte man sich überlegen, ob nicht an anderer Stelle etwas eingespart werden kann. Das zahlt sich langfristig in jedem Fall aus!

  3. 3

    Zu teuer denke ich nicht. Wenn man es richtig macht, dann wirds nicht zu teuer. Aber es ist auf jedenfall teurer es nicht zu machen. Denn von unserem billigem Essen wird man irgendwann krank. Und dann hat man auch nichts mehr vom gesparten Geld beim Essen.

Kommentar abgeben