Das Altapharm Basenpulver von Rossmann wirbt mit Entsäuerung, Unterstützung des Stoffwechsels und einer ausgewogenen Mineralstoffkombination. Auf den ersten Blick klingt das nach einem soliden Basenpräparat mit Citraten und Spurenelementen. Ein genauer Blick auf die Zusammensetzung zeigt jedoch ein differenzierteres Bild.

Zwar enthält das Produkt Calcium-, Magnesium-, Kalium- und Natriumcitrate sowie relevante Spurenelemente wie Zink, Selen und Chrom. Gleichzeitig besteht die empfohlene Tagesdosis zu einem erheblichen Teil aus Maltodextrin. Rund 25 Gramm Kohlenhydrate pro Portion liefern über 100 Kilokalorien – ohne direkten Beitrag zur angestrebten Entsäuerung. Auch der Natriumgehalt ist nicht unerheblich und sollte im Kontext von Blutdruck und Gesamtzufuhr betrachtet werden.

Im folgenden Beitrag analysiere ich die Inhaltsstoffe, die physiologische Wirkung der Citrate sowie die Frage, ob die Zusammensetzung des Altapharm Basenpulvers fachlich überzeugt oder ob es sinnvollere Alternativen gibt.

Dieses Basenpulver von Altapharm soll nicht nur den Körper entsäuern, sondern auch den Stoffwechsel der Kohlenhydrate, Eiweiße und Fette verbessern. Dies bewirken laut der Drogerie-Kette Rossmann, deren Eigenmarke das Produkt ist, verschiedene Mineralien, einschließlich diverser Spurenelemente.

Die Inhaltsstoffe sind Calciumcitrat, Natriumcitrat, Kaliumcitrat, Magnesiumdicitrat, Eisen(ll)-sulfat,  Zinkoxid, Kupfer-(II)-sulfat, Chrom-(III)-chlorid, Natriummolybdat, Kaliumjodid und Natriumselenit. Siliziumdioxid ist nicht als Wirkstoff, sondern als Trennmittel deklariert.

Die Tages-Ration von 30 g besteht bei genauem Hinsehen aus 25 g Kohlenhydraten. Dazu gehört in erster Linie Maltodextrin. Die täglich empfohlene Dosis liefert zudem 372 mg Calcium, 300 mg Kalium, 267 mg Natrium und 90 mg Magnesium.

Die Spurenelemente der täglichen Dosis sind 5,6 mg Eisen, 4,5 mg Zink, 0,9 mg Kupfer sowie 75 µg Molybdän, 54 µg Chrom, 42 µg Selen und 93 µg Iod.

Citrate als Wirkstoffe zur Entsäuerung

Salze der Zitronensäure (Citrate) gelten als die effektivsten Mineralstoffe für die Entsäuerung bis in die Zellen hinein. Die Kombination der Spurenelemente unterstützt viele wichtige Enzym-Reaktionen, einschließlich des Immunsystems. Die ungünstigen Carbonate vieler Entsäuerungsmittel sind hier nicht enthalten, wodurch Magen-Darm-Probleme vermieden werden. Lactose und Gluten fehlen, außerdem ist das Basenpulver vegan.

Hingegen beinhaltet das Präparat eine immerhin erkleckliche Menge Natrium. Ungünstig erscheint dies im Hinblick auf den Blutdruck. Besonders fraglich ist die Entscheidung des Produzenten, ein Basenpulver auf den Markt zu bringen, das zu über 80 % aus Kohlenhydraten besteht.

Die Tagesdosis liefert auf diese Weise zusätzlich 456 kj (107 kcal). Zur beabsichtigten Wirkung tragen die Kohlenhydrate nicht bei und sind daher allenfalls als Füllstoff zu betrachten. Kostengründe scheinen hier nicht ausschlaggebend zu sein, vielleicht eher psychologische. Eventuell soll der Verbraucher das Gefühl bekommen, sich eine „ordentliche Menge“ einzuverleiben.

Fazit

Aus meiner Sicht wäre ein citratbasiertes Basenpulver ohne Maltodextrin und mit reduziertem Natriumanteil metabolisch günstiger zusammengesetzt.

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Dieser Beitrag wurde am 22.08.2022 erstellt und am 15.2.2026 überarbeitet.

Was Basenmittel wirklich leisten – und was sie nicht können

Ein ausgewogener Säure-Basen-Haushalt gehört zu den wichtigsten Grundlagen des Stoffwechsels – ebenso wie der Vitamin- und Mineralstoffhaushalt. Durch unsere „moderne“ Lebens- und Ernährungsweise neigt der Körper allerdings dazu, zu viele Säuren zu bilden. Bewegungsmangel, Stress, Eiweißüberschuss und industriell verarbeitete Lebensmittel belasten die Regulationssysteme zusätzlich.

Kommt es dann zu einer Fastenkur oder Entgiftungsphase, werden gespeicherte Stoffwechselrückstände und Säuren mobilisiert. Der Organismus ist gefordert, diese Stoffe auszuleiten. Doch die körpereigenen Puffersysteme – Blut, Lymphe, Bindegewebe – können dabei schnell an ihre Grenzen kommen. Typische Anzeichen sind dann Müdigkeit, Muskelschmerzen, Magendruck, Krämpfe oder Gereiztheit.

Hier können Basenmittel – richtig eingesetzt – helfen. Aber sie sind kein Wundermittel.
Schauen wir uns also an, was Basenpulver überhaupt sind, wann sie Sinn machen und wo ihre Grenzen liegen.

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Was sind Basenpulver?

Basenpulver sind Mischungen aus basisch wirkenden Mineralstoffen, meist in Form von Carbonaten oder Citraten. Sie sollen helfen, überschüssige Säuren zu neutralisieren und die Basenreserven des Körpers zu unterstützen. Typische Inhaltsstoffe sind:

Diese Verbindungen liefern Mineralien, die im Stoffwechsel als Basenbildner wirken – im Gegensatz zu den „Säurebildnern“ (Fleisch, Zucker, Kaffee, Alkohol, Weißmehl).

Während des Fastens, aber auch bei stressbedingter Übersäuerung, kann die Einnahme eines Basenpulvers helfen, Beschwerden zu lindern.
Bewährt haben sich Mischungen mit organisch gebundenen Mineralien, da sie vom Körper besser aufgenommen werden als reine Carbonate.

Rezeptur für eine bewährte Basenmischung

  • Natriumhydrogencarbonat 60 g
  • Magnesiumcitrat 20 g
  • Calciumcarbonat 10 g
  • Kaliumcitrat 10 g
  • Kaliumhydrogencarbonat 5 g
  • Natriumphosphat 5 g

Anwendung:
¼ bis ½ Teelöffel in 200–300 ml lauwarmem Wasser auflösen und schluckweise über den Tag verteilt trinken, vorzugsweise vor den Mahlzeiten.

Kalium ist dabei besonders wichtig, weil es den Transport saurer Stoffwechselprodukte aus den Zellen in die Blutbahn unterstützt – von dort werden sie über die Nieren ausgeschieden. Deshalb sind auch kaliumreiche Gemüsebrühen während einer Fastenkur so wertvoll.

Übersäuerung – gibt es das überhaupt?

Von schulmedizinischer Seite wird die „Übersäuerung“ häufig bestritten.
Richtig ist: Eine echte metabolische Azidose (wie sie bei schweren Krankheiten vorkommt) ist lebensbedrohlich und selten.
Aber die chronisch-latente Übersäuerung – also eine über Jahre schleichende Verschiebung des Gewebemilieus – ist in der Praxis sehr häufig.

Hier geht es nicht um Blutwerte, sondern um das „innere Milieu“:
Ein überlastetes Bindegewebe, gestörte Zellatmung, erschöpfte Puffersysteme – Prozesse, die man weder in einem Laborwert noch in einer Tablette sieht, wohl aber spürt.
Müdigkeit, diffuse Schmerzen, Hautprobleme, Muskelschwere, Verdauungsstörungen oder Gelenkbeschwerden können Ausdruck solcher Regulationsstörungen sein.

Was die Forschung zeigt

Tatsächlich gibt es Hinweise, dass Natriumhydrogencarbonat – der Hauptbestandteil vieler Basenpulver – entzündungsmodulierend wirken kann.
In Studien der Augusta University zeigte sich, dass die tägliche Einnahme von Natriumhydrogencarbonat das Immunsystem günstig beeinflussen kann:
Die Zahl der entzündungshemmenden Makrophagen (M2) nahm zu, während die entzündungsfördernden (M1) abnahmen.

Das bedeutet nicht, dass Natron Entzündungen „heilt“ – aber es kann die körpereigene Regulation unterstützen.
Dieser Mechanismus erklärt, warum manche Menschen auf basische Anwendungen mit mehr Energie und weniger Schmerzen reagieren.

Wann Basenpulver sinnvoll sind

  • Während des Heilfastens oder einer Entgiftungskur
  • Bei säurebedingten Beschwerden (Sodbrennen, Muskelkrämpfe, Erschöpfung)
  • Nach stark eiweißhaltigen Mahlzeiten
  • Bei vermehrtem Stress oder Bewegungsmangel

Basenpulver sind jedoch kein Dauerpräparat.
Sie dienen dazu, akute Säurespitzen abzufangen – nicht, um dauerhaft „basisch zu leben“.
Der eigentliche Ausgleich entsteht durch eine pflanzenbetonte Ernährung, gute Atmung, ausreichend Bewegung und regelmäßige Regeneration.

Natron – Allheilmittel oder unterschätztes Hausmittel?

In den letzten Jahren erlebt Natron (Natriumhydrogencarbonat) eine erstaunliche Renaissance.
In sozialen Medien wird es als preiswertes Wundermittel gegen fast alles gehandelt: gegen Entzündungen, als Hautpflege, zur Entgiftung von Obst, ja sogar als Ersatz für Schmerzsalben oder Reinigungsmittel.

Ein Teil dieser Begeisterung hat einen wahren Kern – vieles ist jedoch stark übertrieben.

Natron und chronische Entzündungen

Chronische Entzündungen („silent inflammation“) gelten tatsächlich als Motor vieler Zivilisationserkrankungen – von Arteriosklerose über Diabetes bis Rheuma.
Ein basisches Milieu kann entzündungshemmend wirken, weil bestimmte Immunzellen (Makrophagen) in zu saurer Umgebung überaktiv werden.

Ein Glas Natronwasser verändert aber nicht den pH-Wert des Körpers in relevantem Maß. Der Blut-pH wird vom Organismus extrem eng reguliert (7,35–7,45) – jede Abweichung wird sofort kompensiert.
Was Natron kann, ist das Puffersystem des Blutes kurzfristig entlasten – zum Beispiel nach einer säurehaltigen Mahlzeit oder bei Fastenbeginn.

Studienlage:
Forscher fanden heraus, dass Natriumhydrogencarbonat die Aktivität von Immunzellen modulieren und so das Entzündungsgeschehen dämpfen kann.
Das erklärt, warum manche Menschen bei Sodbrennen oder leichten Entzündungszuständen gute Erfahrungen machen.
Es ist also kein „Entzündungsentferner“, sondern ein mildes Regulationsmittel.

Anwendung:
Ein halber Teelöffel Natron in einem Glas Wasser, vorzugsweise morgens nüchtern, kann kurweise über einige Tage sinnvoll sein – insbesondere bei säurebedingten Beschwerden.
Für längere Anwendungen oder bei Herz-, Nieren- oder Bluthochdruckproblemen sollte man jedoch ärztlichen Rat einholen.

Äußere Anwendungen – Rizinusöl und Natron

Die Kombination aus Rizinusöl und Natron ist ein altes Hausmittel mit überraschend vielseitiger Wirkung.
Rizinusöl dringt tief ins Gewebe ein, wirkt lymphanregend und entzündungsmodulierend.
Zusammen mit Natron entsteht eine basische Paste, die man bei Hautreizungen, müder Haut oder lokalen Spannungen nutzen kann.

Für Altersflecken oder Augenringe kann eine dünne Schicht über Nacht aufgetragen werden.
Bei Gelenkbeschwerden kann eine Mischung aus Rizinusöl, etwas Natron und einer Spur Cayennepfeffer wärmend und durchblutungsfördernd wirken.
Das ersetzt kein Arzneimittel, ist aber eine sinnvolle, natürliche Alternative zur lokalen Entzündungsregulation.

Obst und Gemüse reinigen

Natron ist ein hervorragendes Hausmittel, um Rückstände auf Obst und Gemüse zu reduzieren.
In Untersuchungen zeigte sich, dass eine 15-minütige Natronlösung (1 TL auf 1 l Wasser) viele oberflächliche Pestizide deutlich abbaut – effektiver als Essig. Rückstände im Fruchtfleisch bleiben allerdings bestehen.
Fazit: Natron eignet sich gut für die Oberflächenreinigung, ersetzt aber keine ökologische Landwirtschaft.

Natron im Haushalt – einfach, sauber, giftfrei

Viele Putzmittel enthalten Tenside, Duftstoffe und Lösungsmittel, die Haut, Schleimhäute und sogar das Hormonsystem belasten können. Dabei geht es auch einfacher: Mit Natron, Zitronensäure und Essig lässt sich nahezu jeder Reiniger ersetzen – umweltfreundlich, preiswert und gesundheitlich unbedenklich.

Ein Teelöffel Natron in warmem Wasser wirkt bereits als milder Allzweckreiniger; zusammen mit etwas Essig oder Zitronensaft löst es Kalk, Fett und Gerüche, ganz ohne chemische Zusätze. Das ist kein medizinischer, sondern ein ökologischer Vorteil – aber einer, der langfristig ebenfalls zur Gesundheit beiträgt.

Zwischenfazit zu Natron

Natron ist kein „neues Bitcoin“, kein Allheilmittel – aber ein vielseitig wirksames Haus- und Naturheilmittel.
Seine Stärke liegt in der Pufferung, Entlastung und Milieuregulation, nicht in einer vermeintlichen „Entsäuerung des Körpers“.
Der Körper braucht kein extremes Basenmilieu, sondern Ordnung und Rhythmus – die entstehen durch natürliche Ernährung, gute Atmung, Bewegung und seelische Balance.
Natron kann dabei ein wertvoller Helfer sein – wenn man seine Grenzen kennt.

Worauf beim Kauf von Basenmitteln zu achten ist

  • Organische Mineralverbindungen (Citrate, Malate) sind besser verträglich als reine Carbonate.
  • Kaliumhaltige Präparate fördern den Säureausgleich, während reine Natriummischungen langfristig ungünstig sind.
  • Zink (für das Enzym Carboanhydrase), Silizium (für das Bindegewebe) und Vitamin D (für die Mineralaufnahme) können den Effekt sinnvoll ergänzen.
  • Vermeide Produkte mit Süßstoffen, Aromastoffen oder Füllmitteln.

Nebenwirkungen und Grenzen

Bei korrekter Anwendung sind Basenpulver gut verträglich.
Vorübergehender Durchfall oder vermehrter Harndrang können auftreten, wenn sich der Stoffwechsel umstellt.
Eine Daueranwendung über Monate ist nicht sinnvoll – der Körper sollte lernen, seine Puffer selbst wieder aufzubauen.

Wer unter Herz– oder Niereninsuffizienz leidet oder regelmäßig Medikamente einnimmt, sollte Basenpräparate nur nach Rücksprache mit einem Arzt oder Therapeuten nutzen.

Fazit: Ordnung statt Pulver

Basenpulver und Natron können den Säure-Basen-Haushalt unterstützen, aber sie sind kein Ersatz für eine gesunde Lebensweise.
Der nachhaltige Weg zur Balance führt über:

  • basenreiche Ernährung (Gemüse, Kräuter, Keimlinge)
  • gute Darmpflege und Mikrobiom-Aufbau
  • Bewegung, Atmung, Schwitzen
  • ausreichenden Schlaf und Stressabbau

Denn Heilung geschieht nicht durch Neutralisation, sondern durch Regeneration.
Wenn Körper, Geist und Umwelt wieder in Ordnung sind, reguliert sich auch der Säure-Basen-Haushalt – ganz ohne ständige Pulver.

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Dieser Beitrag wurde letztmalig am 10.10.2025 grundlegend überarbeitet.

„Das größte Gift in unserem modernen Leben ist unsichtbar – und oft hausgemacht.“ Diese Erkenntnis habe ich in über 25 Jahren Praxis immer wieder bestätigt gesehen. Übersäuerung ist keine abstrakte Theorie, sondern ein schleichendes Problem, das ich bei fast jedem zweiten Patienten entdecke.

Egal, ob es um Gelenkschmerzen, chronische Müdigkeit oder Hautprobleme geht – der gemeinsame Nenner ist oft ein gestörtes Säure-Basen-Gleichgewicht. Doch die gute Nachricht: Schon kleine Veränderungen im Alltag können hier Großes bewirken. In diesem Beitrag stelle ich Ihnen drei Tipps aus der Naturheilpraxis vor, die auch funktionieren.

Vorab kurz worum es überhaupt geht:

Das Problem Übersäuerung

Unser Körper verfügt über komplexe Puffersysteme, um den pH-Wert auf einem konstanten Niveau zu halten. Wie das mit den Puffersystemen ist und was der pH-Wert bedeutet, habe ich ausführlich im Beitrag erklärt: Warum der Basenhaushalt und das Säuren-Basen-Gleichgewicht so wichtig für Ihre Gesundheit sind. Das ist natürlich etwas „chemisch“, aber für ein grundsätzliches Verständnis wichtig.

Wichtiger ist jedoch, warum es zur Übersäuerung kommt. Ernährung, Stress und ein paar weitere Faktoren führen zu einem Überschuss an säurebildenden Substanzen: Ursachen einer Übersäuerung: Die Fakten. Dies führt zu einer Herausforderung, die wir in der Naturheilkunde als „Übersäuerung des menschlichen Körpers“ bezeichnen. Diese Bezeichnung mag zwar nicht den wissenschaftlichen Terminus widerspiegeln, veranschaulicht jedoch eindrucksvoll, wie ein unausgewogenes Säure-Basen-Verhältnis die Gesundheit beeinträchtigen kann.

Besonders das Bindegewebe spielt dabei eine entscheidende Rolle. Als riesiger Puffer für Säuren kann die Matrix des Gewebes (der Pischinger-Raum) zwar viele Moleküle speichern, doch bei anhaltender Übersäuerung verliert es an Elastizität und Durchlässigkeit. Denn der Puffer des Bindegewebes verlagert sich ins Blut, damit eine schwere Azidose verhindert wird.

Das zunehmend labiler werdende Säure-Base-Gleichgewicht im Bindegewebe kann sich nicht nur negativ auf Bandscheiben und Gelenke auswirken, sondern auch andere Krankheiten des Bindegewebes begünstigen. Zum Bindegewebe habe ich ebenfalls ausführlich geschrieben: Bindegewebsstörung? Orangenhaut? Cellulitis? So stärken und straffen Sie Ihr Bindegewebe – In diesem Beitrag gehe ich auch speziell auf die Probleme Orangenhaut und Cellulitis ein.

Gravierender sind die Auswirkungen in den Zellen: Der pH sinkt und der Intrazelluar-Raum übersäuert. Für den Zellstoffwechsel ist das sehr ungünstig. Mehr zu den Folgen der Übersäuerung finden Sie hier: Den Körper von Säuren befreien und die Gesundheit zurückgewinnen!

Die Auswirkungen reichen jedoch noch weiter. Sauerstoff, der essentiell für unseren Stoffwechsel ist, spielt ebenfalls eine Rolle. Eine unzureichende Versorgung der Zellen mit Sauerstoff kann dazu führen, dass der Körper alternative Wege einschlägt, wobei Milchsäure als Endprodukt entsteht. Dies wiederum beeinflusst das Verhältnis von Basen zu Säuren im Körper negativ und kann zu Blutarmut und Herzerkrankungen führen.

So können Sie eine Übersäuerung feststellen

Die Diagnose der Übersäuerung gestaltet sich nicht immer einfach. Gängige Teststreifen messen den pH-Wert im Urin, der jedoch nicht unbedingt das Säure-Basen-Gleichgewicht im Blut widerspiegelt. Ein saurer Urin bedeutet nicht zwangsläufig eine gesundheitliche Gefahr, genauso wenig, wie ein basischer Urin automatisch auf ein intaktes Säure-Basen-Gleichgewicht hinweist.

Die gute Nachricht: Der Körper gibt uns Warnsignale. Wer beispielsweise morgens Natriumbikarbonat zu sich nimmt und im Verlauf des Tages eine Steigerung ins Basische feststellt, kann darauf schließen, dass sein Körper die Puffersubstanz benötigt, um das Säure-Basen-Verhältnis zu verbessern. Wie man das alles angeht, zu Hause messen und beurteilen UND auch lösen kann, habe ich ausführlich in meinem Buch beschrieben: Die biologische Entsäuerungstherapie. Die Diagnose-Verfahren zur Feststellung einer Azidose oder der hier in Rede stehenden Übersäuerung finden Sie hier: Feststellen und Diagnose einer Übersäuerung.

Es ist an der Zeit, die Bedeutung der Übersäuerung zu verstehen und Maßnahmen zu ergreifen, um unseren Körper in seine natürliche Balance zurückzuführen. Entsäuerung kann nicht nur ein Schutz vor verschiedenen Gesundheitsproblemen sein, sondern auch der Schlüssel zu einem vitalen und energiegeladenen Leben.

Im Folgenden beschreibe ich für Sie einige bewährte Vorgehensweisen für eine Entsäuerung:

1. Die milde Entsäuerung

Verzichten dazu möglichst auf tierische Produkte (v.a. Fleisch), Zucker und Weißmehl-Produkte.

Legen einmal pro Woche einen Kartoffeltag ein – ein Speiseplan dazu kann so aussehen:

MORGENS:

Ein Stück Obst nach Geschmack, aber gedämpft, Portion mit kleinen Bissen langsam essen.

MITTAGS:

400 g Pellkartoffeln mit basischem Gemüse (Sellerie, Karotten, Fenchel) oder mit Blattsalat oder Petersilie oder auch Kartoffelbrei.

ABENDS:

200 g Backkartoffeln mit Butter oder Kartoffelbratlinge.

Trinken Sie über den Tag verteilt 2-3 Liter: stilles Mineralwasser oder Tees (z.B. Grüner Hafertee).

Nehmen Sie einmal pro Woche ein Entsäuerungsbad:

Vollbad mit Zusatz von soviel Natriumbicarbonat (lose aus der Apotheke oder z.B. Bullrich’s Salz in Dosen), sodass ein pH-Wert von 8,5 erreicht wird. Die Menge variiert je nach pH-Wert des Trinkwassers und der Wassermenge; pH-Messstreifen (pH 1-10) zur genauen Bestimmung sind in der Apotheke erhältlich. Die Badetemperatur sollte ca. 30° – 33° Celsius betragen, die Badedauer 30 Minuten.

Nehmen Sie abends (zur nächtlichen Säurepufferung) ein Basenpräparat ein: Bevorzugen Sie organische Minerale wie die Citrate von Magnesium, Calcium un Kalium: Zum Beispiel 1 Teelöffel Dr. Jacobs Basenpulver, oder Basica sowie Madena Basen-Citrate mit Zink, Kalium und Calcium.

2. Die „normale“ Entsäuerung

2 x pro Woche einen Kartoffeltag (s.o.),
2 x pro Woche ein Entsäuerungsbad (s.o.).
Kein tierisches Eiweiß, kein Bohnenkaffee (Malzkaffee natürlich erlaubt), keinen Alkohol, nichts Süßes.

Abends wieder Basengabe (wie bei 1.), bzw. tagsüber bei Sodbrennen oder körperlichen Beschwerden mehrmals gleiche Dosis einnehmen.

3. Die intensive Entsäuerung

Bei der intensiven Entsäuerung wird über die Ernährung ein etwas „eingreifender Weg“ gewählt. Dazu sollte sich eine Woche ausgesucht werden ohne dringende Termine, bzw. es sollte eine „Frei-Woche“ sein.

Die ganze „Prozedur“ ist eine Anlehnung an die milde Darmreinigungskur im Sinne von Dr. F. X. Mayr

  • Täglich morgens nüchtern 1/4 Liter lauwarmes Wasser mit 1 TL Bittersalz. Frühstück erst nach 1/2 Stunde.
  • Mittagessen nach rund 5 Stunden: leichte Kost.
  • Abends nur Melissen-, Fenchel-, Gänsefingerkraut-, Lindenblüten- und Salbeitee mit 1 Teelöffel Honig pro Tasse, löffelweise zu sich nehmen.
  • Beim Essen größte Konzentration auf Kauen und Einspeicheln! Jeden Bissen 50 x kauen.
  • Bei Durst-, Hunger-, Leeregefühl, Übelkeit, aber auch grundsätzlich Trinken obiger Tees oder Wasser. Trinkmenge 2 – 3 Liter pro Tag!
  • VERBOTEN sind: Bohnenkaffee, Zucker (Süßigkeiten, Schokolade, Kuchen), Obst (auch Kompott und Fruchtsäfte), fettes und schwerverdauliches Essen, Alkohol, Nikotin.

Alternativ möglich: 3 x/Woche Kartoffeltag, 3 x/Woche Entsäuerungsbad, zusätzlich Saunabesuche.
Basengaben (wie bei 1.) ca. 1 Stunde vor dem Essen oder zwischen den Mahlzeiten und vor dem Zubettgehen.

Einläufe bei Analbeschwerden, die durch Säureausscheidung hervorgerufen werden. Entweder nur mit Klyso-Ball, Einlaufbesteck oder Klyso-Pumpe. Zur schnelleren Säurepufferung kann z.B. ein Teelöffel Bullrich-Pulver zugefügt werden. Wie sowas gemacht wird, habe ich detailliert im Artikel Einlauf und Darmeinlauf beschrieben.

Orale Aufnahme sinnvoller Basenpräparate: Wie unter 1.: Dr. Jacobs Basenpulver oder Madena Basen-Citrate. Präparate aus der Alge Spirulina können die Entgiftung fördern.

Weitere Informationen zur Behandlung des übersäuerten Stoffwechsels finden Sie hier: Die Therapie einer “Übersäuerung”

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Beitragsbild: fotolia.com – Edler von Rabenstein

Dieser Beitrag wurde letztmalig am 1.1.2025 aktualisiert.

Bullrich Salz besteht aus reinem Natriumhydrogencarbonat („Backpulver“), das gegen eine Übersäuerung des Magens (Sodbrennen) helfen soll.

Inzwischen hat der Hersteller allerdings auch spezielle Produkte entwickelt, die für die Regulation des Säure-Base-Haushaltes im Stoffwechsel beworben werden. Dazu gehören verschiedene Presslinge aus der Produkt-Reihe „Bullrich Säure–Basen–Balance“.

Carbonate sind ungünstig

Die physiologische, insbesondere zelluläre Entsäuerung, funktioniert mit Carbonaten praktisch gar nicht. Das traditionelle Bullrich Salz sollte dafür nicht angewendet werden.

Auch den Dauergebrauch des Neutralisierungs-Mittels gegen Sodbrennen empfehlen Ärzte heute nicht mehr. Die Überflutung mit Natrium birgt für den Körper weitere Probleme wie Blutdruckanstieg.

Anwendung

Bei Sodbrennen sollen 850 bis 1.700 mg Bullrich Salz zweimal täglich eingenommen werden. Das entspricht 1 bis 2 Tabletten pro Einzeldosis.

Fazit

Bei akutem Sodbrennen kann Bullrich Salz durchaus Hilfe leisten, doch sollte die Einnahme nicht zur Angewohnheit werden.

Die physiologische Entsäuerung mit der Produkt-Serie Bullrich Säure–Basen–Balance ist nicht pauschal empfehlenswert. Einige Varianten dieser Artikel enthalten zu viel Natrium und Carbonate.

Nur die Tabletten  „Bullrich Säure-Basen-Balance Energie + Ausgleich“ enthalten überwiegen Citrate und kein Natrium. Allerdings sind auch hier geringe Mengen Carbonate enthalten sowie kritische Hilfsstoffe (z. B. Titandioxid).

Ich rate eher zu Entsäuerungsmittel, die ausschließlich auf Citrate und Lactate setzen sowie ohne Natrium und Carbonate auskommen.

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Das Basen-Pulver PUR ist eine Eigenmarke der Drogerie-Kette DM. Beworben wird das Präparat für die Aufrechterhaltung der Säure-Base-Balance sowie zu Leistungssteigerung und Immun-Stärkung.

Zweimal täglich soll ein Stick ins Essen gemischt werden. Diese Tages-Dosis entspricht 5,2 g und liefert 380 mg Calcium, 368 mg Kalium, 238 mg Magnesium, 0,34 mg Mangan, 31,6 µg Selen und 5 mg Zink.

Die Mineralien und Spuren-Elemente sind enthalten als Calciumlactat, Magnesiumcitrat, Kaliumcitrat, Zinkcitrat, Natriumselenit und Mangansulfat.

Citrate und Lactate sind gute Entsäuerungsmittel

Die Salze der Zitronensäure (Citrate) und Milchsäure (Lactate) gelten als die wirksamsten Mittel zur Entsäuerung. Auf die weniger effektiven Carbonate hat der Hersteller verzichtet, wohl auch wegen der zu erwartenden Magen-Darm-Beschwerden (Blähungen und Völlegefühl).

Das für den Stoffwechsel ungünstige Natrium (Blutdrucksteigerung) ist im Basen-Pulver PUR nur in einer vernachlässigbaren Menge enthalten. Zink und Selen können die Leistung des Immunsystems steigern. Kalium, Magnesium und Calcium unterstützen die Funktionen von Nerven und Muskeln.

Nebenwirkungen können nur bei Über-Dosierung auftreten. Dann kann Magnesium zu Durchfall führen.

Fazit

Basen-Pulver PUR von DM liefert eine sinnvolle Zusammensetzung von Mineral-Stoffen. Das Produkt ist als Entsäuerungsmittel und zur Unterstützung physiologischer Funktionen empfehlenswert.

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Warum der Basenhaushalt und das Säuren-Basen-Gleichgewicht so wichtig für Ihre Gesundheit sind.

Was hat Ihre Gesundheit mit dem Säure-Basen-Haushalt (bzw. dem Säuren-Basen-Gleichgewicht) auf sich?

Sie erinnern sich bestimmt noch an die ph-Werte Tests in der Schule mit dem Lackmuspapier: sauer – rot, blau basisch.

Sicher wissen Sie auch, dass Seife basisch ist und die Haut-Oberfläche eher sauer, weswegen es ja haut-ph-neutrale Seifen gibt.

Den meisten Menschen ist aber gar nicht bewusst, dass ALLE Zellen in Ihrem Körper auch so einen ph-Wert aufweisen. Dieser ph-Wert ist extrem wichtig für Ihre Gesundheit. Das ganze hat übrigens mit dem Thema Übersäuerung (falls Sie schon einmal davon gehört haben) zu tun.

Im folgenden Artikel möchte ich Ihnen beantworten, welche Rolle der ph-Wert und der Basenhaushalt im Körper spielt und wie sie diesen beeinflussen können. Das gesamte wird Ihnen am Ende des Artikels völlig selbstverständlich erscheinen.

Abb1: Regulation des Säure-Basen-Gleichgewichts: Lunge und Niere regulieren mit bestimmten Puffersubstanzen die Wasserstoffionenkonzentration (H+ Ionen, ph Wert) in der Extrazellulärflüssigkeit und auch im Blut.

Definitionen zum Thema Säure-Basen-Haushalt

Zuerst einige Begriffe und Definitionen. Der Vollständigkeit halber will ich diese hier erwähnen: Mit klinischen Parametern wie Blut-pH-Wert, CO2-Partialdruck (PCO2), BE – base excess (Basenüberschuss) und Standard-Bikarbonat werden eine respiratorische oder metabolische Azidosen bzw. Alkalosen diagnostiziert.


Abb2: ph-Wert Skala von ph 0 bis ph 14 mit Beispielen von typischen ph Werten „aus dem Leben“.

In der klassischen Medizin unterscheidet man zwischen einer manifesten und kompensierten Azidose bzw. Alkalose. Je nach Schweregrad ist es „nur“ zu einer verminderten Pufferkapazität im Blut gekommen, oder es liegt bereits eine pH-Wert-Entgleisung auf unter pH 7,2 vor. Der Normbereich für den Blut-pH-Wert beträgt 7,38–7,42. Die Ursache für solche Entgleisungen kann „metabolischer“ Natur, wie z.B. bei einem schlecht eingestellten Diabetes mellitus sein (und eine daraus resultierende Keto-Azidose) oder auch „respiratorischer“ Natur, wie z.B. bei der Hyperventilations-Alkalose sein.

Um diese außerordentlichen Stoffwechselentgleisungen geht es in diesem Artikel jedoch nicht. Es geht hier um die sogenannte latente (eine unterschwellig vorhandene) Azidose oder auch chronische Übersäuerung, von der Sie vielleicht schon einmal etwas gehört haben. Ausführlich lesen Sie darüber im Artikel: Ursachen einer Übersäuerung.

Säuren und Basen fallen in jeder Sekunde in Ihrem Körper an

Fast alle biochemischen Funktionen, die in ihrem Körper ablaufen (z.B. Verdauung, Leber, Niere, Herz usw.) müssen in einem bestimmten pH-Wert-Bereich stattfinden.

Zusätzlich fallen im Stoffwechsel ständig Säuren an. Diese Säuren müssen neutralisiert werden oder diese müssen ausgeschieden werden. Im Normalfall ist der Organismus in der Lage, diese auch als „Stoffwechselschlacken“ bezeichneten Säuren auszuscheiden.

Kohlensäure bzw. Kohlendioxid und Wasser entstehen beim aeroben Abbau der Nährstoffe (Kohlenhydrate, Fette und Eiweiße) zum Zweck der Energiegewinnung. Beim Abbau von schwefelhaltigen Aminosäuren entsteht Schwefelsäure.

Beim Abbau von Nukleinsäuren wird Phosphorsäure frei, und Harnsäure entsteht beim Abbau der Purine. Ammoniumionen bzw. Ammoniak entstehen beim Abbau anderer Stickstoff(N)-haltiger Stoffe (Pyrimidine, Aminosäuren) und muß in der Leber zu Harnstoff entgiftet werden.

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Eine weitere Quelle für eine chronische Übersäuerung, die häufig übersehen wird…

Eine weitere Quelle von sauren Stoffwechselprodukten stellt der gesamte Magen-Darm-Trakt dar. Vielleicht denken Sie jetzt an die Magensäure – aber weit gefehlt!

Es geht um die Billionen von Mikroorganismen im Darm, mit denen wir meistens in Symbiose leben und die einen wichtigen Anteil der sog. intestinalen Barriere ausmachen.

Während manche Endprodukte dieser Mikroorganismen (wie z.B. kurzkettige Fettsäuren), im Darmlumen verbleiben und hier zur Stabilisierung eines physiologisch leicht sauren Stuhl-pH-Wertes (6–7) beitragen, werden andere Endprodukte in den Organismus aufgenommen und können hier eine Belastung, insbesondere für die Leber, darstellen.

Hier spielen vor allem die mikrobiellen Abbauprodukte der sogenannten „Fäulnisflora“ eine Rolle. Es entstehen neben den biogenen Aminen auch Ammoniak beim Eiweißabbau oder z.B. Indol, Skatol oder Kresol aus zyklischen Aminosäuren. Leider beschäftigen sich viel zu wenige Mediziner und Biologen mit diesen Tatsachen und deren Auswirkung und Zusammenhang mit Erkrankungen.

Säuren werden doch vom Körper ausgeschieden?

Normalerweise sind in einem gesunden Organismus die Säuren und Basen im Gleichgewicht: im sogenannten Säure-Basen-Gleichgewicht.

Und „normalerweise“ werden saure Stoffwechselendprodukte durch das Interstitium (Bindegewebe), die Lymphe und das Blut zu den Ausscheidungsorganen transportiert.

Die Lunge scheidet hauptsächlich die flüchtigen Säuren aus, die Nieren die „festen“ Säuren, während die Leber als Entgiftungsorgan hauptsächlich ihre Rolle in der Ammoniakentgiftung findet. Dabei werden eine Menge Bikarbonat-Moleküle verbraucht. Und genau das kann auf Dauer den Basenhaushalt stören.

Mehr zu diesen Vorgängen lesen Sie ausführlich im Artikel: Übersäuerung

Die Rolle der Ernährung für den Säure-Basen-Haushalt

Ein große Rolle spielt dabei die Ernährung. Ich liebe Beispiele und besonders das Beispiel Auto. Also: was beim Auto das Benzin ist, ist für unseren Körper die Ernährung. Jedem ist klar, dass wir etwas essen müssen:

  1. um den Hunger zu stillen und
  2. um Stoffe aufzunehmen, die wichtige Funktionen im Stoffwechsel regeln und den Körper regenerieren.

Säureproduzierende Nahrungs- und Genussmittel enthalten ursprünglich keine Säure, sie produzieren aber im Verlauf des Verdauungsprozesses und bei ihrer Aufnahme in die Zellen saure Substanzen.

Eine gewisse Säureproduktion ist also ein natürlicher und unvermeidlicher Stoffwechselprozess, der in jedem Körper abläuft.

Mehr Informationen zum Thema Übersäuerung und Ernährung finden Sie in meinem Beitrag: Basische Ernährung

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Beitragsbild: 123rf.com – subbotina

Dieser Beitrag wurde letztmalig am 02.08.2012 aktualisiert.

Gegen Erschöpfungszustände, bei Schmerzen oder zur Stressreduktion – die Anwendungsmöglichkeiten von Basenbädern präsentieren sich vielfältig.

Das Jentschura Basenbad Meine Base enthält neben den klassischen Basensalzen noch weitere interessante Inhaltsstoffe, die jedoch teilweise kritisch bewertet werden.

Inhaltsstoffe

Das Basenbad von Jentschura besteht hauptsächlich aus den beiden Carbonaten Natriumcarbonat und Natriumhydrogencarbonat; diese beiden Stoffe sind als Grundlage der Kombination für die entsäuernde Wirkung verantwortlich und haben sich insbesondere in Basenbädern bewährt.

Der hohe pH-Wert der Carbonate sorgt dafür, dass (vereinfacht ausgedrückt) beispielsweise Giftstoffe, die einen niedrigen pH-Wert aufweisen, praktisch aus dem Körper gezogen werden. Zusätzlich ist Meersalz enthalten, das heilende Wirkungen auf der Haut entfaltet und außerdem bei Schmerzen helfen soll.

Über die Mineralien, die sich außerdem in dem basischen Badezusatz befinden, gibt der Anbieter keine detaillierte Auskunft; andererseits sind die unterschiedlichen Edelsteine, die das Produkt enthält, namentlich aufgeführt. Genannt sind beispielsweise Saphir, Bergkristall und Onyx, die den Körper bei der Entgiftung unterstützen sollen.

Anwendungsmöglichkeiten

Aufgrund der spezifischen Zusammensetzung wird das Basenbad gerne bei Stress und Erschöpfung eingesetzt, vor allem im Rahmen einer Basenkur, bei der auch die innere Anwendung von basischen Salzen von Bedeutung ist. Hier entfaltet das Bad – entweder als Fuß- oder als Vollbad – gleich zwei Effekte; zum einen erholen sich die Füße oder der gesamte Körper schnell durch den entspannenden Effekt des warmen Badewassers. Andererseits wird durch die basischen Inhaltsstoffe die Körperentgiftung unterstützt – und auf diese Weise Stress gemindert.

Darüber hinaus wenden zahlreiche Patienten das Basenbad gerne bei einer beginnenden Erkältung an, um das Immunsystem zu stärken und den Verlauf der Erkrankung positiv zu beeinflussen. Nicht zuletzt zählen auch rheumatische Erkrankungen und Fibromyalgie zu den klassischen Einsatzgebieten, da durch häufige Bäder mit basischem Zusatz Schmerzen gelindert werden können.

Dieser Effekt ist wiederum auf die entgiftende und entsäuernde Wirkung zurückzuführen, da vor allem eine Übersäuerung Schmerzen verstärken kann.

Studienlage zu den Inhaltsstoffen des Basenbades

Wie Untersuchungen gezeigt haben, hat sich der Einsatz von Carbonaten zwar nicht als geeignete Basenzubereitung für die innere Anwendung bewährt (Gefahr des Säure-Rebounds); in Basenbädern zur Anwendung auf die Haut entfalten die chemischen Verbindungen jedoch eine gute Wirkung. Da die Zubereitung von Jentschura sowohl Natriumcarbonat als auch Natriumhydrogencarbonat enthält, ist die entsäuernde und entgiftende Wirkung des Bades gewährleistet.

Da während des Badens auch wertvolle Mineralien aus dem Körper gelöst werden, ist die Anreicherung des Bades mit diversen Mineralstoffen sinnvoll.

Das Basenbad von Jentschura enthält eine Zusammenstellung dieser wichtigen Mikronährstoffe, die jedoch namentlich nicht näher bezeichnet werden. Darüber hinaus ist das heilende Meersalz zugesetzt, das insbesondere bei Hautkrankheiten eine gute Wirkung erzielt. Auch Schmerzpatienten profitieren von dem Salz, wie Studien belegen. Allerdings ist die Anwendung von Meersalz nicht unumstritten, da neuere Erkenntnisse zeigen, dass eine starke Verunreinigung des Naturprodukts möglich ist – die wiederum zu Beschwerden führen kann. Vor allem in China wurden in Meersalzprodukten hohe Mengen an Mikroplastik gefunden, die dem Körper erhebliche Schäden zufügen können.

Diskutiert wird auch der grundsätzliche Zusatz von diversen Edelsteinen in Basenprodukten. So sollen Saphire oder Bergkristalle die Ausscheidung fördern und auch die Gewichtsreduktion unterstützen. Allerdings ist weder die Wirkung der Edelsteine durch Studien gestützt, noch kann bezüglich auftretender Nebenwirkungen Entwarnung gegeben werden, denn nicht jeder Edelstein eignet sich gleichermaßen für die gewünschten Zwecke.

Es gehört daher heute zur gängigen Praxis, dass die Steine nicht mehr wie im Produkt von Jentschura pauschal den Basenbädern zugegeben werden, sondern die für die individuellen Zwecke ausgewählten Edelsteine als Ganzes dem Badewasser zugegeben und anschließend wieder entfernt werden. So ist auch eine mehrmalige Verwendung möglich.

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Dosierung und Anwendung

Das Basenbad von Jentschura kann sowohl als Teilbad als auch als Vollbad angewendet werden.

Anfänger der Basen-Therapie beginnen meist mit einem Fußbad, das vor allem bei Erschöpfung für schnelle Linderung sorgt. Für das Bad wird ein Teelöffel der Zubereitung mit der gewünschten Menge warmem Wasser vermischt. Wer ein basisches Vollbad zubereiten möchte, verwendet drei Teelöffel Basenpulver.

Um eine Wirkung zu gewährleisten, spielt die Badadauer eine entscheidende Rolle. Vor allem bei einem Vollbad sollte die Verweildauer im Wasser eine halbe Stunde nicht unterschreiten, noch effektiver ist eine einstündige Anwendung. Während des Badens werden Gifte aus dem Körper ausgeschieden, so dass sich der pH-Wert verändert. Zu beachten ist außerdem, dass sich im Zuge der Anwendung der natürliche Säureschutzmantel der Haut ablöst; dieser wird jedoch in kurzer Zeit nachgebildet.

Fazit und Erfahrungen

Als unterstützende Komponente kann das Basenbad von Jentschura insbesondere bei Erkrankungen, bei denen Entsäuerung und Entgiftung angezeigt sind (zum Beispiel bei Schmerzen oder bei Stress), gute Erfolge erzielen – vor allem in Kombination mit der inneren Einnahme von Basensalzen.

Wer das Bad bei einer beginnenden Erkältung anwendet, sollte zusätzlich ausgesuchte Mikronährstoffe zuführen – zum Beispiel Zink.

In beiden Fällen reicht jedoch ein einfaches Basenbad aus, das aus Carbonat-Verbindungen und Mineralstoffen besteht; ob sich die Auswahl der zugesetzten Edelsteine tatsächlich positiv auf die Gesundheit und inwieweit sich die Belastung des Meersalzes mit Verunreinigungen auf das Produkt von Jentschura auswirken, kann nach der aktuellen Datenlage nicht vollständig geklärt werden.

Weitere Basenmittel über die ich berichtet habe: Amaiva Qick Basic – Basica – Basocaps – Basosyx – Dr. Jacobs Basenpulver – Minerot Basenpulver – ReabsitAltapharma BasenpulverPascoe BasentabsBasenpulver pur von DmBullrich Salz

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Die Pascoe Basentabs werden gerne gegen eine sogenannte Übersäuerung verordnet, bzw. eingenommen.

Ob Sodbrennen, häufige Erkältungen, Gelenkschmerzen oder ganz allgemein Müdigkeit und Erschöpfung – die Folgen einer Übersäuerung des Körpers kann zahlreiche unterschiedliche Folgen nach sich ziehen.

Dies liegt in der großen Bedeutung eines gut funktionierenden Säure-Base-Haushalts begründet; ist dieser in den sauren Bereich verschoben, werden zahlreiche Stoffwechselvorgänge gestört.

Da diese Fakten immer wieder mal wieder auch von „Experten“ bezweifelt werden, habe ich in meinem Beitrag „Übersäuerung – Mythen, Fakten und Wahrheiten“ ausführlich Stellung genommen.

Dann können Basentabletten einen Ausgleich schaffen, zum Beispiel die Basentabs von Pascoe. Es lohnt sich allerdings, sich vor der Einnahme mit den Inhaltsstoffen der unterschiedlichen Basentabletten auseinanderzusetzen.

Inhaltsstoffe und Anwendungsgebiete

Eine Möglichkeit, Säuren zu neutralisieren, besteht in der Gabe von so genannten Bicarbonaten. Diese sind in den Basentabs von Pascoe enthalten; zusätzlich liefert eine Tagesdosis der Tabletten diverse Mineralstoffe und Spurenelemente (Calcium: 481mg, Natrium: 294mg, Zink: 1,5mg und Magnesium: 182mg).

Während Zink für Haut, Haare, Nägel und ganz allgemein für ein gut funktionierendes Immunsystem wichtig ist, greifen Calcium und Magnesium positiv in den Energiestoffwechsel ein und sind vor allem für die Muskeln und Knochen von Bedeutung.

Klassische Anwendungsgebiete sind neben allgemeiner Müdigkeit und Erschöpfung auch Schlafstörungen und Konzentrationsstörungen, Kopfschmerzen, Gelenk- und Muskelschmerzen, Entzündungen, Allergien und Rheuma, sowie diverse Hauterkrankungen. Auch beim Abnehmen können die Tabletten bedingt helfen.

Basentabs: Hilfe beim Abnehmen?

Häufig werden Basentabletten auch als unterstützende Medikation zum Abnehmen angeboten. Tatsächlich kann die Gewichtsreduktion bei einem Ungleichgewicht des Säure-Basen-Haushalts erschwert sein; so hemmt eine Übersäuerung den Fettabbau, während einseitige Diäten den Stoffwechsel insgesamt verlangsamen und die Übersäuerung sowohl im Bindegewebe als auch im Fettgewebe sogar noch verstärken. Zudem ist zu beachten, dass der Fettstoffwechsel am besten im basischen Bereich funktioniert.

Es lohnt sich also, bei der Gewichtsreduktion zusätzlich auf eine basische Ernährung zu achten. Da diese aus viel Obst und Gemüse, Salat und frischen Kräutern besteht, eignet sich diese Ernährungsform für diese Zwecke ohnehin ausgezeichnet.

Allerdings ist vor einer allzu hohen Erwartungshaltung zu warnen; Basentabletten können unterstützend wirken, aber niemals ein klassisches Programm zur Gewichtsreduktion ersetzen. Hierzu müssen Betroffene nicht nur die Gesamtkalorien im Auge behalten, sondern sollten sich auch sportlich betätigen.

Dosierung

Die allgemeine Tagesdosis bei Erkrankungen, die unter anderem mit einer Übersäuerung des Körpers in Verbindung stehen, beträgt insgesamt 6 bis 9 Tabletten, die auf drei Gaben verteilt werden. Pascoe Basentabs sind zu oder nach den Mahlzeiten einzunehmen; auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist dabei zu achten.

Die Einnahmedauer richtet sich nach der Art der Beschwerden; insgesamt sind die Tabletten jedoch nicht als Langzeitkur gedacht. Vielmehr sollte die Übersäuerung des Körpers auch mit Hilfe einer gesunden Ernährung behandelt werden, so dass die Basentabletten nur für einen ersten Behandlungszeitraum empfohlen werden.

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Nebenwirkungen

Wie der Erfahrung zeigt, kann die Einnahme von Bicarbonaten zu Verdauungsbeschwerden führen; hierzu gehören vor allem Übelkeit, Aufstoßen oder Blähungen.

Erfahrungen

Insgesamt sollten Basentabletten nur relativ kurzfristig zum Einsatz kommen; vielmehr ist es wichtig, die Ursachen der Übersäuerung zu behandeln. Entscheidend ist aber vor allem, dass die zugrundeliegenden Erkrankungen auch mit Hilfe zusätzlicher Therapien, die spezielle auf das Krankheitsbild zugeschnitten sind, behandelt werden.

Außerdem ist vor einer vorschnellen Diagnostik zu warnen; es hat sich daher bewährt, zunächst mit Hilfe von Urin-ph-Teststreifen zu prüfen, ob überhaupt eine Übersäuerung vorliegt. (Diese Methode kann nur ein Indiz sein, eine genaue Untersuchung ist durch die Blut-Titration möglich.)

Zusätzlich hat es sich auch bewährt, bei einer Übersäuerung zusätzlich die Darmgesundheit im Blick zu behalten, die bei einer Verschiebung in den sauren Bereich ebenfalls stark in Mitleidenschaft gezogen wird. Hier kann es sinnvoll sein, zusätzlich Darmbakterien einzunehmen, um die Darmflora zu stärken.

Liegt eine Übersäuerung des Körpers vor, können die Basentabs von Pascoe helfen, dieser entgegenzuwirken. Die zusätzliche Gabe von Mineralstoffen und Spurenelementen verbessert die Wirkung, und die Dosierung ist so gewählt, dass sie mit klassischen Nahrungsergänzungsmitteln durchaus mithalten kann.

Allerdings liegen als puffernde Komponenten Bicarbonate vor, die, nachdem sie im Magen abgebaut werden, zu Verdauungsbeschwerden führen können. Vor allem aber entsteht im Darm durch weiteren Abbau giftiges Ammoniak, und aufgrund der zu starken Verschiebung in den basischen Bereich können Krankheitserreger schneller in den Darm eindringen, da die natürlichen Milchsäurebakterien ein Milieu mit einem gewissen Säureanteil benötigen.

Wer hier auf Nummer sicher gehen und vor allem lästige Nebenwirkungen vermeiden möchte, sollte daher zu einem Produkt greifen, dass keine Bicarbonate, sondern Citrate enthält.

Weitere Basenmittel über die ich berichtet habe: Amaiva Qick Basic – Basica – Basocaps – Basosyx – Dr. Jacobs Basenpulver – Minerot Basenpulver – ReabsitAltapharma BasenpulverJentschura BasenbadBasenpulver pur von DmBullrich Salz 

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Manchmal staune ich, wie wir die einfachsten Dinge kompliziert machen. Da gibt es eine Verbindung, die seit Jahrhunderten in jedem Haushalt zu finden ist und die in der Naturheilkunde schon lange geschätzt wird: Natriumhydrogencarbonat. Doch während die einen es als Wundermittel gegen Übersäuerung preisen, warnen andere vor Risiken und Nebenwirkungen.

Wo liegt die Wahrheit? Und warum scheinen wir ein so simples Hausmittel entweder zu glorifizieren oder zu verteufeln? Heute räume ich mit den Mythen auf und zeige Ihnen, was Natriumhydrogencarbonat wirklich kann – und wann Vorsicht geboten ist.

Zunächst einmal ein paar Fakten: Natriumhydrogencarbonat wird seit Langem als bewährtes Mittel gegen Übersäuerung eingesetzt. Es neutralisiert zum Beispiel überschüssige Magensäure, lindert Sodbrennen und bringt den Säure-Basen-Haushalt kurzfristig ins Gleichgewicht.

Da diese Fakten immer wieder mal wieder auch von „Experten“ bezweifelt werden, habe ich in meinem Beitrag „Übersäuerung – Mythen, Fakten und Wahrheiten“ ausführlich Stellung genommen.

Als Hausmittel gegen eine Übersäuerung wird häufig Natriumhydrogencarbonat empfohlen und eingesetzt.

Und jetzt muss man ein wenig aufpassen, wenn Sie das Thema interessiert: Natriumhydrogencarbonat ist der Hauptbestandteil im Backpulver. Es ist nicht alleiniger Bestandteil im Backpulver. Backpulver und Natriumhydrogencarbonat ist also nicht genau das Gleiche. Mehr dazu in meinem Beitrag: Natron oder Backpulver?

Und Natriumhydrogencarbonat ist auch nicht mit dem „Hausmittel“ Natron zu verwechseln, dessen Bestandteil Natriumcarbonat ist. Beide Stoffe (die chemisch sehr eng miteinander verwandt sind), verfügen aber über die Fähigkeit, zum Beispiel die entstandene Magensäure abzufangen und zu neutralisieren. Deshalb wurde es früher auch gerne gegen Sodbrennen genommen.

Aber: Nicht immer hat sich der Einsatz dieser Verbindungen bewährt; insbesondere die langfristige Einnahme kann Komplikationen mit sich bringen und die Symptomatik in seltenen Fällen sogar noch verschlimmern. Man sollte also schon wissen, was man tut.

Grundlagen der Verbindung und Wirkung

Natriumhydrogencarbonat gehört zu den klassischen Säureblockern, die auch als „Antacida“ oder einfach nur als „Basenpulver“ bezeichnet werden: Die Verbindung bindet überschüssige Säure im Magen, die zu unterschiedlichen Beschwerden führen kann – auf diese Weise erreicht man auch eine Senkung des Blut-pH.

Damit die Substanz ihre Wirkung entfalten kann, muss diese im Körper zunächst in unterschiedliche Bestandteile aufgespalten werden, zum Beispiel in diverse Bicarbonate. Diese fangen nun überschüssige Säure ab, die sie anschließend neutralisieren. Gleichzeitig entsteht bei der Aufspaltung des Natriumhydrogencarbonats im Körper jedoch auch Kohlendioxid; wenn sich dieses Gas im Verdauungstrakt ausbreitet, können unterschiedliche Beschwerden die Folge sein, zum Beispiel Völlegefühl und Blähungen.

Doch das Kohlendioxid zeigt auch positive Wirkungen: Wenn Natriumhydrogencarbonat äußerlich als Badezusatz verabreicht wird, entfaltet die Substanz eine durchblutungsfördernde und allgemein anregende Wirkung auf der Haut. Bei leichten arteriellen Durchblutungsstörungen oder einem geringem Bluthochdruck hat sich der Stoff deshalb ebenfalls bewährt. Doch auch zur klassischen Entsäuerung der Haut kann Natriumhydrogencarbonat als Badezusatz Verwendung finden, vor allem, wenn es sich um eine Fertigpräparat mit zugesetzten Pflegestoffen handelt.

Nebenwirkungen, Gegenanzeigen und Wechselwirkungen

Natriumhydrogencarbonat darf nicht eingenommen werden, wenn bereits ein hoher Blut-pH vorliegt oder der Natrium- bzw. Kaliumblutspiegel besonders hoch bzw. der Calciumspiegel besonders niedrig ist.

Bei diversen Störungen des Wasserhaushaltes oder verminderter Atemtätigkeit ist ebenfalls Vorsicht geboten. Wer den Stoff als Vollbad anwenden möchte, sollte ebenfalls nicht unter Störungen der Atemfunktion leiden und außerdem ein gesundes Herz-Kreislaufsystem aufweisen. Bei fiebrigen Infektionskrankheiten und starkem Bluthochdruck ist von einem Basenbad komplett abzuraten.

Die Einnahme von Natriumhydrogencarbonat kann außerdem zu einer Veränderung des pH-Wertes sowohl im Verdauungstrakt als auch in den Nieren führen, insbesondere wenn die Anwendung langfristig erfolgt. Dann muss damit gerechnet werden, dass andere Stoffe verändert aufgenommen oder ausgeschieden werden können; hierzu gehören beispielsweise Acetylsalicylsäure (Wirkstoff im Aspirin) Diuretika („Wassertabletten“) Antidepressiva oder diverse Antibiotika. Deshalb hat es sich als sinnvoll erwiesen, Natriumhydrogencarbonat mit zweistündigem Abstand zu anderen Arzneimitteln einzunehmen.

Wer Natriumhydrogencarbonat gegen Übersäuerung einnimmt, hat ferner mitunter mit diversen Nebenwirkungen zu rechnen, die insbesondere bei sehr empfindlichen Menschen auftreten können; weil die Substanz bei der Auflösung im Körper auch zur Freisetzung von Kohlendioxid führt, treten als seltenere Nebenwirkungen Bauchschmerzen, Blähungen, Völlegefühl und Aufstoßen auf. Nur selten kommt es hingegen zu Durchfall und Erbrechen.

Natriumhydrogencarbonat ist erwiesenermaßen ein Mittel gegen entzündliche Prozesse im Körper. Das haben Forscher der Augusta Universityś Medical College in Studien belegen können. Zunächst zeigte sich der Effekt in Tierversuchen und wurde danach bei Patienten mit rheumatoider Arthritis bestätigt.

Die Teilnehmer tranken täglich eine Natriumhydrogencarbonat-Lösung. Danach hatten sich ihre Entzündungs-Parameter im Blut gesenkt. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass diese Wirkung über die Milz erfolgt. Das lymphatische Organ ist an der Regulation und Reifung von Leukozyten beteiligt. Die Milz ist daher in der Lage, auf biochemische Reize mit zielgerichteten Reaktionen zu antworten.

Dafür ist die Oberfläche spezieller Zellen des Organs durch Microvilli stark vergrößert. Die Milz steuert beispielsweise das Mengen-Verhältnis zweier Fresszellen (Makrophagen) des Immunsystems zueinander. Die Zellen des M1-Phänotyps dieser Abwehrzellen lassen Entzündungs-Reaktionen in die Höhe schnellen, während der M2-Phänotyp die Inflammationen herabsetzt.

Bei den Versuchsteilnehmern, die Natriumhydrogencarbonat-Lösung getrunken hatten, war die Anzahl der M2-Zellen erhöht, während die M1-Zellen in geringeren Größenordnungen zu verzeichnen waren.

Wer den Stoff langfristig einnimmt, muss außerdem mit einer Erhöhung des Natriumspiegels rechnen. Außerdem kann ein Calciummangel auftreten, der sich dann häufig in Muskelschwäche und Muskelkrämpfen äußert. Nicht zuletzt sollte man auch bedenken, dass eine ständige Einnahme den Urin pH-Wert beeinflusst; die Bildung von Steinen aus Calcium- und Magnesiumphosphat in den Nieren kann die Folge sein.

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Bewertung der Verbindung: Diskussion

Natriumhydrogencarbonat gehört wie alle carbonathaltigen Entsäuerungsmittel zu den schnell und eher kurzfristig wirkenden Antacida. Dabei weisen sie eine etwas schlechtere Verträglichkeit auf; das freigesetzte Kohlendioxid kann im Magen und Darm zu diversen Beschwerden führen.

Doch die Entwicklung dieses Gases kann noch weitere Schwierigkeiten mit sich bringen: Insbesondere wenn bei andauernder Einnahme große Mengen davon entstehen, kann eine Säureverätzung des Magens nicht ausgeschlossen werden. Überdies besteht grundsätzlich die Gefahr einer Verstärkung der Übersäuerung, weil der Magen nach erfolgter Neutralisation sozusagen als „Gegenregulation“ noch mehr Säure ausschüttet.

Insbesondere bei carbonathaltigen Antacida wie Natriumhydrogencarbonat wird dieser Effekt, der auch als „Säure-Rebound“ bezeichnet wird, häufiger unterstellt. Allerdings ist bis heute umstritten, ob dieser Effekt tatsächlich in der angenommenen Heftigkeit wirksam wird.

Doch nicht nur die Carbonate bzw. das Kohlendioxid können bei der Einnahme von Natriumhydrogencarbonat zu Problemen führen: Gerade wer die Substanz langfristig einnimmt, führt gleichzeitig eine unerwünscht hohe Menge an Natrium zu, die den Mineralstoffhaushalt im Körper durcheinanderbringen und zu unterschiedlichen Beschwerden führen kann. Besonders tückisch hierbei ist die sehr gute Resorbierbarkeit des Natriums; der Mineralstoff löst sich in praktisch allen pH-Bereichen gut.

Beurteilung

Im direkten Vergleich mit anderen Entsäuerungsmitteln, zum Beispiel citrathaltigen Substanzen, schneidet Natriumhydrogencarbonat in der Regel insgesamt eher schlechter ab. So wirken Antacida, die Citrate enthalten, effektiver als das Pendant mit Carbonat, weil sie in der Lage sind, mehr Säure abzufangen. Darüber hinaus entfalten Citrate ihre Wirkung erst im Zellstoffwechsel, so dass sowohl der Magen als auch der Darm geschont werden; eine Freisetzung von Kohlendioxid findet ebenfalls nicht statt.

Fazit

Heute wird Natriumhydrogencarbonat zur Entsäuerung nur noch selten empfohlen. Kurzfristig und bei akuten Beschwerden verwendet, kann der Einsatz zwar durchaus gerechtfertigt sein – aber als langfristige Behandlungsmaßnahme eignet sich die Substanz in Hinblick auf die Nebenwirkungen und Wechselwirkungen nicht – zumal alternativ zahlreiche andere Substanzen zur Verfügung stehen, welche sich beim Beschwerdebild „Übersäuerung“ viel effizienter und schonender einsetzen lassen.

Bei schweren chronischen Entzündungen scheint  Natriumhydrogencarbonat allerdings sinnvoll zu sein.

Weitere Mittel die zur Entsäuerung eingesetzt werden: Calciumcitrat – Kaliumcitrat – Magnesiumcarbonat – Magnesiumcitrat

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Beitragsbild: 123rf.com – Alexander Raths

Basica gehört zu den bekanntesten Basenpräparaten in Deutschland. Der Name ist inzwischen beinahe zu einem Synonym für Basenpulver geworden. Dabei gibt es längst nicht „das“ Basica: Unter der Marke werden Tabletten, Granulate, Direktsticks, Getränkepulver und ein spezielles Sportprodukt angeboten. Die Zusammensetzungen unterscheiden sich teilweise erheblich.

Und genau deshalb lohnt sich ein genauerer Blick. Was steckt wirklich in Basica? Kann man damit den Säure-Basen-Haushalt beeinflussen? Welches Produkt ist sinnvoll – und welches enthält Bestandteile, die man vielleicht gerade nicht haben möchte? Was ist von Aussagen zur „Übersäuerung“ zu halten? Und gibt es auch Nachteile oder Nebenwirkungen?

Ich beschäftige mich seit vielen Jahren mit dem Thema Übersäuerung und Säure-Basen-Haushalt. Dabei halte ich zwei extreme Positionen für gleichermaßen wenig hilfreich: Auf der einen Seite wird nahezu jedes Zipperlein mit einer angeblichen Übersäuerung erklärt. Auf der anderen Seite wird inzwischen manchmal so getan, als hätten Ernährung, Mineralstoffversorgung und Säurelast überhaupt nichts mit dem Stoffwechsel zu tun. Beides greift zu kurz.

Wer steckt hinter Basica?

Basica ist eine Marke der Protina Pharmazeutische GmbH aus Ismaning bei München. Die Wurzeln des Unternehmens reichen nach eigenen Angaben bis zum Jahr 1900 zurück. Basica selbst gibt es seit 1929. Protina stellt heute verschiedene Mineralstoff- und Nahrungsergänzungsprodukte her; zu den bekanntesten Marken des Unternehmens gehören Basica und Magnesium-Diasporal.

Das ist durchaus bemerkenswert: Wir haben es hier nicht mit einer Marke zu tun, die gestern von irgendeinem Online-Marketing-Unternehmen erfunden wurde. Allerdings gilt auch hier: Eine lange Tradition sagt etwas über Erfahrung und Marktbeständigkeit aus – nicht automatisch über die Wirksamkeit jeder einzelnen gesundheitsbezogenen Aussage.

Was ist Basica überhaupt?

Die Basica-Produkte sind überwiegend Nahrungsergänzungsmittel mit Mineralstoffen und Spurenelementen. Je nach Produkt werden Calcium, Magnesium, Kalium, Natrium, Zink und weitere Spurenelemente miteinander kombiniert. Ein Teil dieser Mineralstoffe liegt als Citrat vor. Citrate sind Salze der Zitronensäure und können im Stoffwechsel unter anderem zur Bildung von Bicarbonat beitragen. Genau daraus leitet sich die Verwendung entsprechender Präparate im Zusammenhang mit dem Säure-Basen-Haushalt ab.

Das bedeutet allerdings nicht, dass Basica den pH-Wert des Blutes eines gesunden Menschen nach Belieben „basisch macht“. Der Blut-pH wird vom Organismus ausgesprochen eng reguliert, vor allem über Lunge, Niere und verschiedene Puffersysteme. Größere Abweichungen wären kein Fall für ein Basenpulver, sondern ein medizinisches Problem.

Ernährung kann dennoch die Säurelast verändern, die der Organismus verarbeiten und über die Nieren ausscheiden muss. In der wissenschaftlichen Literatur wird dafür häufig der Begriff „dietary acid load“, also ernährungsbedingte Säurelast, verwendet. Das ist eine wesentlich präzisere Beschreibung als die populäre Vorstellung, der gesamte Körper werde einfach immer „saurer“.

Wer tiefer in diese Zusammenhänge einsteigen möchte, findet dazu meinen ausführlichen Beitrag über die Übersäuerung des Körpers und die verschiedenen Bedeutungen dieses Begriffs.

Die aktuellen Basica-Produkte im Vergleich

Das derzeitige deutsche Kernsortiment umfasst sechs Varianten: Basica Pur, Basica Compact, Basica Direkt, Basica Vital, Basica Instant und Basica Sport. Sie verfolgen keineswegs alle denselben Zweck. Vor allem deshalb halte ich die häufige Frage „Welches Basica ist das beste?“ für berechtigt.

Produkt Form Besonderheit Meine Einschätzung
Basica Pur Pulver / Sticks Mineralstoffe ohne Zucker, Süßungsmittel und Aroma Für mich die klarste Variante, wenn ein schlichtes Basenpräparat gesucht wird
Basica Compact Tabletten Calcium, Magnesium und mehrere Spurenelemente Praktisch unterwegs, aber sechs Tabletten täglich und relativ breite Mineralstoffmischung
Basica Direkt Direktgranulat 400 mg Magnesium pro Tagesportion, Einnahme ohne Wasser Sehr praktisch, bei empfindlichem Darm wegen Magnesium und Sorbit nicht unbedingt meine erste Wahl
Basica Vital Granulat Zum Einrühren in Speisen Traditionelle Variante, enthält allerdings Lactose
Basica Instant Getränkepulver Mit Vitamin C, Vitamin B2 und Orangengeschmack Bequem, enthält aber unter anderem Saccharose und Aroma
Basica Sport Sportgetränk Kohlenhydrate, Elektrolyte und Mikronährstoffe Spezialprodukt für sportliche Belastung, kein normales tägliches Basenpulver

Basica Pur: Für mich die „klarste“ Basica-Variante

Basica Pur kommt dem klassischen Gedanken eines Basen- beziehungsweise Mineralstoffpulvers innerhalb dieser Produktreihe am nächsten. Eine Tagesportion aus zwei Sticks liefert unter anderem 550 mg Calcium, 150 mg Magnesium, 350 mg Kalium und 375 mg Natrium sowie Zink, Chrom, Molybdän und Selen. Verwendet werden Calciumlactat sowie Natrium-, Kalium-, Magnesium- und Zinkcitrat.

Das Produkt enthält laut Hersteller keine Aromen, keine Süßstoffe und keinen zugesetzten Zucker. Auch Lactose und Gluten sind nicht enthalten. Das gefällt mir grundsätzlich besser als Rezepturen, bei denen man zusätzlich Zucker, Aromen oder diverse Hilfsstoffe mit einkauft, obwohl man eigentlich nur Mineralstoffe einnehmen möchte.

Ein interessantes Detail: Trotz der häufigen Verbindung von Basica mit „Citraten“ liegt Calcium bei Basica Pur als Calciumlactat vor. Calciumlactat enthält übrigens keine Lactose. Das wird aufgrund der ähnlich klingenden Begriffe gelegentlich verwechselt.

Wenn mich jemand allein anhand der Rezeptur fragen würde, welches Basica ich als klassisches Basenpräparat bevorzugen würde, läge Basica Pur deshalb ziemlich weit vorne.

Basica Compact – Basica als Tablette

Basica Compact liefert die Mineralstoffe in Tablettenform. Die Tagesportion besteht aus sechs Tabletten, normalerweise drei morgens und drei abends. Enthalten sind unter anderem Calcium, Magnesium, Zink, Eisen, Kupfer, Chrom, Molybdän und Selen.

Der Vorteil liegt auf der Hand: Es muss nichts angerührt werden und unterwegs genügt etwas Flüssigkeit zur Einnahme. Allerdings enthält Basica Compact eben nicht nur Calcium und Magnesium, sondern zusätzlich mehrere Spurenelemente. Wer bereits ein Multivitaminpräparat oder andere Nahrungsergänzungsmittel einnimmt, sollte deshalb einmal zusammenrechnen, welche Mengen insgesamt zusammenkommen.

Ich halte wenig von dem inzwischen verbreiteten Prinzip, möglichst viele Vitalstoffe gleichzeitig einzunehmen, nur weil sie technisch gemeinsam in eine Tablette passen. Bei einem tatsächlichen Mangel kann eine gezielte Gabe wesentlich sinnvoller sein.

Gerade Mineralstoffe werden gerne nach dem Motto „viel hilft viel“ eingenommen. Dabei lohnt es sich, ihre Aufgaben, Dosierungen und Wechselwirkungen genauer zu kennen. Wenn Sie solche Zusammenhänge interessieren, habe ich dafür einen eigenen kostenlosen Newsletter rund um Vitalstoffe und einige der Mittel eingerichtet, mit denen ich mich in meiner Praxis seit vielen Jahren beschäftige.

Sie erhalten dort unter anderem meine „5 Wundermittel“ – ein etwas provokanter Titel, zugegeben. Gemeint sind Stoffe, die ich persönlich für besonders interessant halte und über die ich regelmäßig neue Erkenntnisse veröffentliche.

Kleine Anmerkung: Die Sache mit den „5 Wundermitteln“ ist mit Abstand einer der beliebtesten Newsletter, die meine Patienten und Leser gerne anfordern.

Basica Direkt – bequem, aber mit sehr viel Magnesium

Basica Direkt wird direkt aus dem Stick auf die Zunge gegeben und kann ohne Wasser eingenommen werden. Das ist praktisch – gerade unterwegs. Bemerkenswert ist allerdings die Magnesiumdosis: Zwei Sticks liefern insgesamt 400 mg Magnesium und damit 107 Prozent des angegebenen Nährstoffbezugswertes.

Zusätzlich steht Sorbit an erster Stelle der Zutatenliste. Der Hersteller weist selbst darauf hin, dass das Produkt bei übermäßigem Verzehr beziehungsweise empfindlichen Personen abführend wirken kann. Das überrascht nicht: Höhere orale Magnesiumdosen können Wasser in den Darm ziehen und damit Durchfälle verursachen. Sorbit kann diesen Effekt bei empfindlichen Menschen zusätzlich begünstigen.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung hat für Magnesium aus Nahrungsergänzungsmitteln eine Tageshöchstmenge von 250 mg vorgeschlagen. Dabei geht es nicht um eine toxische Grenze, sondern hauptsächlich um die Vermeidung von Durchfällen. Therapeutisch können höhere Magnesiumdosen selbstverständlich sinnvoll sein – aber dann möchte ich eigentlich wissen, warum ich diese Menge gebe.

Wer sich näher für Magnesium interessiert, findet auf meiner Vitalstoffseite einen ausführlichen Grundsatzbeitrag über Magnesium, Magnesiummangel, Einnahme und Dosierung.

Basica Vital – das traditionelle Granulat

Basica Vital gehört zu den klassischen Produkten der Marke. Das Granulat wird morgens und abends in kalte oder warme Speisen eingerührt und kann laut Hersteller auch zum Kochen und Backen verwendet werden. Eine Tagesportion beträgt 32 Gramm.

Enthalten sind Calcium-, Magnesium-, Kalium- und Natriumverbindungen sowie Zink, Eisen, Kupfer, Chrom, Molybdän und Selen. Ein Punkt gehört allerdings deutlich auf den Tisch: An erster Stelle der Zutatenliste steht Lactose. Der Hersteller weist ausdrücklich darauf hin, dass Basica Vital für Menschen mit Lactoseintoleranz nicht geeignet ist.

Unser früherer Beitrag auf dieser Seite stellte Basica Vital noch sehr stark in den Mittelpunkt. Das würde ich heute nicht mehr tun. Innerhalb des eigenen Sortiments gibt es inzwischen Varianten, die aus meiner Sicht für viele Menschen klarer zusammengesetzt und einfacher einzuordnen sind.

Basica Instant – Basengetränk mit Zucker

Basica Instant wird als Getränkepulver angeboten und liefert zusätzlich Vitamin C und Vitamin B2. Geschmacklich ist das natürlich angenehmer als ein geschmacksneutrales Mineralstoffpulver. Die Zutatenliste beginnt allerdings mit Saccharose. Hinzu kommen unter anderem Calciumcarbonat, Magnesiumcarbonat, Natriumhydrogencarbonat und Aroma.

Das macht Basica Instant nicht automatisch zu einem schlechten Produkt. Aber man sollte wissen, was man kauft. Wenn ich gezielt ein möglichst schlichtes Mineralstoff- beziehungsweise Basenpräparat suche, sehe ich keinen zwingenden Grund, dafür zusätzlich Zucker und Aroma einzunehmen.

Das ist übrigens ein Punkt, der mir bei Nahrungsergänzungsmitteln generell wichtig ist: Nicht nur die groß gedruckten Wirkstoffe auf der Vorderseite betrachten. Die eigentliche Wahrheit einer Rezeptur steht häufig klein gedruckt auf der Zutatenliste.

Basica Sport – ein völlig anderes Produkt

Basica Sport würde ich gedanklich von den übrigen Varianten trennen. Dabei handelt es sich um ein Kohlenhydrat-Elektrolyt-Getränk für sportliche Belastungen. Eine Portion von 30 Gramm enthält rund 25 Gramm Kohlenhydrate, davon etwa neun Gramm Zucker, sowie Natrium, Kalium, Calcium, Magnesium und verschiedene Mikronährstoffe.

Bei längerer sportlicher Belastung können Kohlenhydrate und Elektrolyte durchaus sinnvoll sein. Der Hersteller beschreibt das Produkt auch ausdrücklich als Getränk zur Unterstützung der Ausdauerleistung bei längerem Ausdauertraining sowie zur Regeneration nach sehr intensiver Belastung.

Wer dagegen lediglich ein Präparat zur Unterstützung des Säure-Basen-Stoffwechsels sucht und sich wenig bewegt, benötigt meines Erachtens kein Pulver, das gleichzeitig relevante Mengen Kohlenhydrate liefert. Basica Sport ist ein Sportprodukt – und sollte auch so betrachtet werden.

Was ist mit Basica Energie, Basica Haut und Basica Immun?

Diese Bezeichnungen tauchen weiterhin in Suchmaschinen und teilweise im Handel auf. Besonders nach „Basica Energie“ wird noch erstaunlich häufig gesucht. Im aktuellen deutschen Kernsortiment des Herstellers werden derzeit jedoch sechs andere Produkte geführt: Pur, Compact, Direkt, Vital, Instant und Sport.

Gerade bei älteren Produktbezeichnungen sollte man deshalb nicht ungeprüft irgendeine zehn Jahre alte Internetseite zur Zusammensetzung heranziehen. Rezepturen, Produkte und Vertrieb ändern sich. Entscheidend ist die aktuelle Zutaten- und Nährstoffdeklaration der Packung, die tatsächlich gekauft wird.

Wirkt Basica wirklich gegen Übersäuerung?

Hier wird es interessant – und hier wurde in der Vergangenheit leider von beiden Seiten reichlich vereinfacht.

Zunächst: Ein gesunder Mensch läuft normalerweise nicht mit einem krankhaft sauren Blut herum. Das verhindern mehrere Regulationssysteme des Körpers sehr zuverlässig. Der Blut-pH wird eng kontrolliert. Eine echte metabolische Azidose ist eine medizinische Stoffwechselstörung und nicht das, was im Alltag gewöhnlich mit „Ich bin übersäuert“ gemeint ist.

Das bedeutet aber keineswegs, dass Ernährung und Mineralstoffe für den Säure-Basen-Stoffwechsel bedeutungslos wären. Nahrung beeinflusst die Menge nichtflüchtiger Säuren beziehungsweise Basenäquivalente, die im Stoffwechsel anfallen und letztlich insbesondere über die Nieren verarbeitet werden müssen. Die Forschung spricht hier von der ernährungsbedingten Säurelast.

Genau diese Unterscheidung halte ich für wichtig. „Ernährungsbedingte Säurelast“ ist etwas anderes als eine gefährliche Azidose. Und Sodbrennen, Müdigkeit, Kopfschmerzen, Muskelbeschwerden oder ein saurer Urin beweisen für sich allein ebenfalls keine systemische Übersäuerung.

Ich habe diese Kontroverse ausführlicher in meinem Beitrag „Übersäuerung des Körpers – was ist davon zu halten?“ beschrieben.

Was sagen Studien speziell zu Basica?

Zu Basica existieren tatsächlich klinische Untersuchungen. Das sollte man erwähnen – ebenso wie deren Grenzen.

In einer randomisierten doppelblinden Untersuchung mit 40 älteren gesunden Probanden wurde eine proteinreiche Ernährung mit beziehungsweise ohne Basica-Supplementierung untersucht. Unter der Mineralstoffsupplementierung stieg unter anderem die Bicarbonatkonzentration im Plasma, ohne dass sich der Blut-pH entsprechend verschob. Die Studie war klein, lief nur über einen begrenzten Zeitraum und wurde von Protina finanziert.

Eine weitere Untersuchung beschäftigte sich mit 80 übergewichtigen Erwachsenen; 68 Teilnehmer beendeten die Studie. Kombiniert wurden körperliches Training, teilweise intermittierendes Fasten und entweder Basica Direkt oder Placebo. In einzelnen Basica-Gruppen zeigten sich stärkere Veränderungen beim Körpergewicht beziehungsweise bei der Laufleistung. Auch diese Untersuchung wurde vom Hersteller finanziert.

Daraus würde ich keinesfalls die Schlagzeile „Basica macht schlank“ ableiten. Dafür liefen viel zu viele Interventionen gleichzeitig: Bewegung, Fasten und Ernährungsänderungen. Solche Studien sind interessant und können Hinweise für weitere Forschung liefern. Sie sind aber kein Freibrief für Werbeversprechen.

Entsäuern mit Basica – was bedeutet das überhaupt?

Der Begriff „Entsäuerung“ ist populär, wissenschaftlich aber unscharf. Man kann durch Ernährung und alkalisch wirkende Mineralstoffverbindungen unter anderem die renale Säureausscheidung, den Urin-pH und bestimmte Parameter des Bicarbonatstoffwechsels beeinflussen. Das ist etwas anderes als die Vorstellung, im Bindegewebe würden literweise Säuren lagern, die anschließend durch ein Pulver wie Kalk aus einem Wasserkocher herausgespült werden.

So funktioniert der menschliche Körper nicht.

Auch die pauschale Behauptung, Citratpräparate seien grundsätzlich jedem Carbonatpräparat überlegen, würde ich heute nicht mehr aufrechterhalten. Citrate besitzen interessante metabolische Eigenschaften. Daraus folgt aber keine automatische Überlegenheit für jeden Menschen und jeden Einsatzzweck.

Wer Basenmittel generell vergleichen möchte, findet von mir auch einen ausführlichen Beitrag zu Basenpulvern und Basentabletten. Außerdem habe ich beispielsweise das Altapharm Basenpulver von Rossmann und das Basen-Pulver PUR von dm separat betrachtet.

Die Ernährung ist wichtiger als das Pulver

Bei allen Diskussionen um Citrate, Carbonate und Mineralstoffmengen wird leicht übersehen, wo die eigentliche Stellschraube sitzt: bei der täglichen Ernährung. Gemüse, Kartoffeln, Salate, Kräuter und viele Obstsorten bringen Kalium, Magnesium und verschiedene organische Anionen mit. Eine Ernährung aus Weißmehlprodukten, Zucker, Fertiggerichten und wenig Gemüse anschließend mit einem Basenpulver „auszugleichen“, erinnert mich dagegen ein wenig daran, jeden Abend die Warnleuchte im Auto abzukleben, statt Öl nachzufüllen.

Wer wissen möchte, was Ernährung jenseits von Kalorien und Modediäten tatsächlich bewirken kann, für den habe ich einen eigenen kostenlosen Ernährungs-Newsletter eingerichtet. Dort geht es unter anderem um Lebensmittel, die auf den ersten Blick harmlos erscheinen, bei genauerem Hinsehen aber erheblichen Einfluss auf Stoffwechsel und Gesundheit haben können.

Wenn Sie sich für diese Zusammenhänge interessieren, können Sie meinen kostenlosen Ernährungs-Newsletter hier anfordern:

Kann man eine Übersäuerung am Urin-pH erkennen?

Auch beim Urin-pH wird häufig mehr hineininterpretiert, als tatsächlich gemessen wurde. Der Urin-pH kann sich durch Ernährung deutlich verändern. Das ist zunächst einmal völlig normal und zeigt unter anderem, dass die Niere Säuren und Basenäquivalente ausscheidet.

Ein saurer Morgenurin beweist deshalb noch keine krankhafte Übersäuerung des Körpers. Umgekehrt beweist ein alkalischer Urin nach Einnahme eines Basenpulvers auch nicht, dass nun sämtliche Gewebe erfolgreich „entsäuert“ wurden.

Urinmessungen können im Rahmen bestimmter Fragestellungen interessant sein. Man sollte lediglich wissen, was damit gemessen wird – und vor allem, was nicht.

Was ist mit Knochen und Osteoporose?

Eine häufig erzählte Geschichte lautet, eine „saure Ernährung“ zwinge den Organismus dazu, Calcium aus den Knochen zu holen und führe deshalb zwangsläufig zu Osteoporose. So einfach ist es nicht.

Systematische Übersichtsarbeiten konnten diese simple Säure-Knochen-Theorie nicht überzeugend bestätigen. Untersuchungen mit alkalischen Mineralstoffen oder Kaliumcitrat zeigen zwar zum Teil interessante Effekte auf Calciumausscheidung und einzelne Knochenparameter, die Ergebnisse sind aber nicht einheitlich.

Das bedeutet wiederum nicht, dass Mineralstoffe für den Knochen unwichtig wären. Natürlich sind Calcium und Magnesium relevant. Nur sollte aus dieser Tatsache nicht rückwärts eine komplette Krankheitslehre konstruiert werden.

Nachteile von Basica – was sollte man wissen?

Der Suchbegriff „Nachteile von Basica“ wird erstaunlich häufig eingegeben. Und tatsächlich gibt es einige Punkte, die man kennen sollte.

Der erste ist die teilweise recht umfangreiche Mineralstoffzufuhr. Wer mehrere Nahrungsergänzungsmittel kombiniert, kann Calcium, Magnesium, Zink, Eisen, Selen, Kupfer oder andere Spurenelemente schnell aus mehreren Quellen gleichzeitig zuführen. Gerade bei längerfristiger Einnahme halte ich es deshalb für sinnvoll, nicht jedes Produkt isoliert zu betrachten.

Bei Basica Direkt fällt insbesondere die hohe Magnesiumzufuhr von 400 mg täglich auf. Zusammen mit Sorbit kann dies bei empfindlichen Menschen zu Durchfall oder anderen Darmbeschwerden führen.

Basica Vital enthält Lactose. Basica Instant enthält Saccharose. Basica Sport liefert relevante Mengen Kohlenhydrate und Zucker. Einige Varianten enthalten zusätzlich Eisen und Kupfer, obwohl nicht jeder Mensch diese Spurenelemente ergänzen muss.

Das heißt nicht, dass Basica grundsätzlich gefährlich wäre. Es bedeutet lediglich: Auch ein Mineralstoffpräparat sollte man passend auswählen und nicht nach dem Motto einnehmen, Basen und Mineralien könnten grundsätzlich nie zu viel sein.

Basica und die Nieren

Besondere Vorsicht ist bei eingeschränkter Nierenfunktion angebracht. Die Niere reguliert unter anderem Magnesium, Kalium und den Säure-Basen-Haushalt. Bei stärker eingeschränkter Nierenleistung können Mineralstoffmengen, die für einen gesunden Menschen problemlos ausgeschieden werden, plötzlich relevant werden.

Das gilt insbesondere für Kalium und Magnesium. Auch verschiedene Medikamente können den Kaliumhaushalt verändern. Bei einer relevanten Nierenerkrankung würde ich deshalb kein Mineralstoff- oder Basenpräparat auf eigene Faust dauerhaft einsetzen.

Dass Elektrolyte sorgfältig betrachtet werden müssen, gilt übrigens auch beim längeren Fasten. Dazu habe ich im Beitrag „Welche Blutwerte beim Fasten wichtig sind“ unter anderem Kalium, Natrium und Calcium ausführlicher besprochen.

Wann sollte man Basica einnehmen?

Das hängt vom jeweiligen Produkt ab. Basica Pur wird laut Hersteller morgens und abends eingenommen. Gleiches gilt für Basica Direkt und Basica Vital. Bei Basica Compact werden normalerweise drei Tabletten morgens und drei abends empfohlen. Die Einnahme der genannten Produkte kann überwiegend unabhängig von den Mahlzeiten erfolgen.

Für mich ist allerdings eine andere Frage wichtiger als die Diskussion, ob ein Pulver um 8.00 Uhr oder um 8.30 Uhr genommen werden sollte: Warum soll es überhaupt genommen werden?

Wer seine Ernährung verbessern möchte, sollte Basica nicht dazu benutzen, weiterhin überwiegend hochverarbeitete Lebensmittel, wenig Gemüse und wenig mineralstoffreiche Nahrung zu essen und anschließend ein Pulver als metabolischen Radiergummi hinterherzuschicken. So funktioniert Ernährung nicht.

Wie lange kann man Basica einnehmen?

Der Hersteller sieht bei mehreren Produkten auch eine längerfristige tägliche Einnahme vor. Ich würde trotzdem nicht automatisch jahrelang ein Mineralstoffgemisch einnehmen, ohne gelegentlich die Sinnfrage zu stellen.

Wenn jemand ein Basenpräparat wegen unspezifischer Beschwerden ausprobiert, halte ich es für vernünftiger, nach einigen Wochen Bilanz zu ziehen: Hat sich überhaupt etwas verändert? Wie sieht die Ernährung inzwischen aus? Werden parallel andere Mineralstoffe eingenommen? Gibt es Erkrankungen, Medikamente oder Laborwerte, die berücksichtigt werden müssen?

Ein Nahrungsergänzungsmittel sollte eine Aufgabe erfüllen. „Ich nehme das schon seit fünf Jahren, weil ich irgendwann damit angefangen habe“ ist keine besonders überzeugende Indikation.

Wie schnell wirkt Basica?

Mineralstoffe werden natürlich nicht erst nach Monaten aufgenommen. Veränderungen beispielsweise des Urin-pH oder bestimmter Bicarbonatparameter können wesentlich schneller auftreten. Das bedeutet jedoch nicht, dass Müdigkeit, Gelenkbeschwerden, Verdauungsprobleme oder andere unspezifische Beschwerden innerhalb einer bestimmten Frist verschwinden müssten.

Wer nach drei Tagen einen höheren Urin-pH misst, hat zunächst einmal einen höheren Urin-pH gemessen. Nicht mehr und nicht weniger.

Welches Basica ist das beste?

Wenn ausschließlich ein möglichst schlicht zusammengesetztes Basenpräparat gesucht wird, gefällt mir innerhalb der Basica-Reihe Basica Pur am besten. Es enthält weder Zucker noch Süßungsmittel oder Aromen und verzichtet auf den Versuch, gleichzeitig noch ein Lifestyle- oder Vitaminprodukt zu sein.

Wer Tabletten bevorzugt, findet mit Basica Compact eine praktische Alternative. Basica Direkt hat seinen Vorteil eindeutig in der bequemen Einnahme ohne Wasser, enthält aber mit 400 mg relativ viel Magnesium und zusätzlich Sorbit. Basica Vital lässt sich gut in Lebensmittel einrühren, enthält allerdings Lactose. Basica Instant ist geschmacklich komfortabler, bringt aber Zucker und Aroma mit. Basica Sport wiederum ist für mich keine Alternative zu diesen Präparaten, sondern ein eigenständiges Sportgetränk.

Das „beste“ Basica gibt es deshalb nicht. Es gibt nur das Produkt, dessen Zusammensetzung zum jeweiligen Zweck und zum jeweiligen Menschen passt.

Ist Basica gut zum Abnehmen?

Basica ist kein Abnehmpräparat. Dass eine kleine Studie bei einer Kombination aus Training, intermittierendem Fasten und Basica interessante Resultate gezeigt hat, macht daraus noch keinen Fettverbrenner.

Wer Gewicht verlieren möchte, wird wesentlich mehr davon haben, Ernährung, Bewegung, Schlaf, Insulinstoffwechsel und gegebenenfalls Fasten sinnvoll zu strukturieren. Ein Basenpräparat kann allenfalls ein Begleiter innerhalb eines solchen Gesamtkonzeptes sein.

Gerade das Fasten zeigt sehr schön, warum einzelne Stoffwechselparameter nie isoliert betrachtet werden sollten. Während des Fastens verändert sich die Energiegewinnung grundlegend, Fettsäuren und Ketonkörper gewinnen an Bedeutung und auch Flüssigkeits- und Elektrolythaushalt verändern sich. Genau deshalb sollte eine vernünftige Fastenkur mehr sein als einfach einige Tage nichts zu essen.

Wenn Sie erfahren möchten, wie ich Heilfasten seit vielen Jahren in meiner Praxis einsetze, worauf ich dabei achte und welche Fehler ich immer wieder sehe, können Sie dazu meinen kostenlosen Heilfasten-Newsletter anfordern:

Hilft Basica Compact bei Lipödem?

Diese Frage wird überraschend häufig gesucht. Mir sind jedoch keine überzeugenden klinischen Daten bekannt, nach denen Basica Compact ein Lipödem behandelt oder dessen Verlauf gezielt beeinflusst. Basica Compact ist ein Mineralstoffpräparat und kein Lipödem-Medikament.

Das schließt nicht aus, dass Ernährung, Gewicht, Bewegung, Entzündungsprozesse und Mineralstoffversorgung bei einzelnen Betroffenen eine Rolle für das allgemeine Befinden spielen können. Daraus darf aber keine spezifische Wirkung von Basica gegen das Lipödem konstruiert werden.

Basica oder Natron?

Auch diese Frage wird häufig gestellt. Basica und Natron sind allerdings nicht dasselbe. Natron ist Natriumhydrogencarbonat und damit eine einzelne chemische Verbindung. Die Basica-Produkte enthalten dagegen Mischungen verschiedener Mineralstoffe und Spurenelemente; manche Varianten enthalten überhaupt kein Natriumhydrogencarbonat.

Natron hat wiederum eigene physiologische Wirkungen, Einsatzgebiete und Nachteile. Insbesondere die Natriumzufuhr sollte nicht ignoriert werden. Mehr dazu lesen Sie in meinem ausführlichen Beitrag „Natron: Was passiert, wenn man täglich Natron nimmt?“.

Meine Bewertung von Basica

Basica ist für mich weder Wundermittel noch Unsinn. Das Unternehmen verfügt über eine lange Erfahrung mit Mineralstoffpräparaten und bietet inzwischen mehrere deutlich unterschiedliche Rezepturen an. Das sollte man anerkennen. Ebenso sollte man anerkennen, dass der Säure-Basen-Stoffwechsel real ist und Ernährung die renale Säurelast beeinflusst.

Was ich nicht mittragen würde, ist die Vorstellung, nahezu jedes unspezifische Symptom sei Folge einer Übersäuerung und lasse sich durch ein Basenpulver beseitigen. Ebenso wenig überzeugt mich das andere Extrem, wonach der Blut-pH streng reguliert werde und damit jede Diskussion über ernährungsbedingte Säurelast automatisch Unsinn sei. Der Körper hält seinen Blut-pH gerade deshalb konstant, weil er permanent reguliert, puffert und ausscheidet.

Wer Basica verwenden möchte, sollte deshalb zunächst wissen, was er erreichen will. Für eine möglichst einfache Basenmischung würde ich innerhalb der Produktfamilie eher zu einer klaren Rezeptur wie Basica Pur greifen. Wer lediglich gelegentlich zu wenig Gemüse isst, sollte dagegen nicht versuchen, diese Lücke dauerhaft mit Pulver zu kaschieren.

Und wer wirklich wissen möchte, wie es um seinen Mineralstoffhaushalt oder bestimmte Stoffwechselprobleme bestellt ist, sollte dort messen und untersuchen, wo es sinnvoll ist – statt aus einem einzelnen Urin-pH-Wert weitreichende Diagnosen abzuleiten.

Das ist weniger spektakulär als die Behauptung, man müsse seinen Körper nur einmal gründlich „entsäuern“. Dafür ist es näher an der Physiologie.

Quellen und weiterführende Informationen