Hildegard von Bingen lebte von 1098 bis 1179 und gilt heute als Heilige und Mystikerin, die sich neben dem Fasten, vor allem mit Religion, Medizin, Kosmologie, Ethik und Musik auseinander gesetzt hat.

Vor diesem Hintergrund sind ihre medizinischen Ratschläge zu sehen, die zwar aus schulmedizinischer Sicht vor einigen Jahren noch keine „evidenzbasierte“ Medizin darstellten, aber wie viele „traditionelle“ Medizinsysteme auf einer Sammlung praxisrelevanter Erfahrungen beruhen.

In diesem Sinne wird auch das Fasten als eine umfassende Methode betrachtet, eine Basis für ein gesundes Leben zu schaffen. In Hildegards Fasten kommen die Prinzipien ihrer propagierten Lebensführung zum Ausdruck: Die Discretio (rechtes Maß), die Subtilitas (Beachtung der Wirkung von Lebensmitteln), Viriditas (Erweckung der Lebenskraft durch Sport) und Ratio (geistige Klarheit).

Dieser ganzheitliche Ansatz wird von der modernen Naturheilkunde und der psychosomatischen Medizin wieder aufgegriffen. Inzwischen ist die positive Wirkung des Fastens wissenschaftlich belegt.

Die Nahrungs-Restriktion stärkt das Immunsystem und kann beispielsweise die Nebenwirkungen einer Chemotherapie verhindern oder zumindest deutlich zu lindern. Doch viele Schulmediziner tun sich nach wie vor schwer, die neuen Erkenntnisse über die alte Methode anzuerkennen.

 

Abb1: Darstellung der Hildegard von Bingen auf einem Wandbehang aus der (ehemaligen) Kirche St. Hildegard in Frankfurt-Fechenheim. Hildegard von Bingen lebte 1098-1179 und verfasste zahlreiche medizinische Abhandlungen, die unter Naturheilkundigen auch heute noch Beachtung finden. Eine ausführlichere Biografie finden Sie u.a. auf der Webseite der Abtei St. Hildegard.

 

Das Hildegard-Fasten

Das Hildegard-Fasten geht davon aus, dass mit dem Fasten nicht nur der Körper, sondern auch die Seele (Psyche, Geist) „entgiftet“ wird.

Es ist heute nicht selbstverständlich, wenn das Fasten als eine „Disziplin“ betrachtet wird, bei der man trotz Kalorienrestriktion leistungsfähig bleibt und keine Aktivitätseinbußen beklagen muss. Denn Fasten ist Erholung.

Den alltäglichen Verdauungsprozess kann man vergleichen mit einem Schwerarbeiter, der täglich zur Arbeit gehen muss. Irgendwann einmal muss der Schwerarbeiter sich erholen, sei es nach der Arbeit oder in einem Urlaub. Andernfalls werden die Dauerbelastungen diesen Arbeiter nachhaltig schädigen. Das ist eine allgemein anerkannte „Binsen“-Weisheit, weshalb es gesetzlich vorgeschriebenen Urlaub gibt und die Arbeitszeiten geregelt sind.

Aber, was für den Schwerarbeiter gilt, gilt auch für das Verdauungssystem. Feierabend und Urlaub für das Verdauungssystem sind das Fasten. Es handelt sich hier um eine vollkommen natürliche Methode, diesen Erholungsprozess für das Verdauungssystem und damit für den gesamten Organismus in Gang zu setzen.

Die Energien, die sonst für die Verdauung benötigt wurden, können jetzt anderweitig für die Regeneration benutzt und Energiereserven in Form von Fettdepots abgebaut werden, was das Körpergewicht verringert und positive Stoffwechselveränderungen bewirkt.

Diese physiologischen Veränderungen bewirken letztlich ebenso eine positive Veränderung auf mental-geistiger Ebene: Der Fastende wird geistig reger und offener für seine Veränderungen. Unbewusste Konflikte kann er nun aufarbeiten, weil die Fähigkeit zur Selbst-Reflexion verbessert wird. Das zeigt sich auch an den intensiven Träumen, die während der Kur einsetzen.

Wer fastet, der rastet, ohne zu rosten

Fasten oder wie es die Wissenschaftler benennen, Kalorienrestriktion, ist heute nachweislich die einzig wissenschaftlich belegte Methode der Lebensverlängerung. Aber es macht keinen Sinn, sich nun blindlings in eine lebensverlängernde Aktivität zu werfen, sprich zu fasten, ohne dabei ein sinnvolles Konzept anzuwenden. Ein solches Konzept stellt das Hildegard-Fasten dar.

Diese Form des Fastens sollte am besten in einer Gruppe unter ärztlicher Aufsicht durchgeführt werden. Es empfiehlt sich ein auf diese Fastenform spezialisiertes Hildegard Haus. Fastenzeiten in Eigenregie kann der Betroffene dann nach Absolvierung eines Fastenkurses später zu Hause wiederholen.

Wie sieht so ein Hildegard-Fasten aus?

Wie bei jeder modifizierten Fastenkur besteht das Fasten nicht nur aus „nichts mehr essen“. Daher sollte die Art der Kur gut gewählt werden. Dazu empfiehlt sich eine Beratung durch einen Heilpraktiker oder Arzt.

Es beginnt mit den Entlastungstagen. Der Verzehr eiweißreicher Kost soll der Fastende ganz einstellen. Das heißt also: kein Fleisch, Wurst, Käse usw.

Das Gleiche gilt auch für Genussmittel, wie Kaffee, Alkohol, Zigaretten und andere „Verführer“. Sinnvoll ist demnach auch ein Absetzen von Medikamenten. Allerdings sollte ein Arzt zuvor beurteilen, ob der Fastenwillige auf seine Medikamente zumindest für einen definierten Zeitraum verzichten kann. Bei fortgeschrittenen Grunderkrankungen sind oft Medikamente unentbehrlich und ein Absetzen wäre bedenklich.

Während der kurzen Periode der Entlastungstage ernährt sich der Fastende hauptsächlich von Obst und Gemüse. Das Hildegard-Fasten empfiehlt Äpfel als besonders wertvoll. Ernährungsgrundlage und Sättigungsmittel gleichzeitig ist für Hildegard der Dinkel.

Die alte Getreidesorte ist sehr reich an Vitaminen, Mineralien und Eiweiß. Aus Dinkel lassen sich Brot, Nudeln, Suppe, Brei, Müsli und Röstkaffee zubereiten. Das Getreide ist in all diesen Variationen bei drei der vier Fastenarten nach Hildegard erlaubt. Auf diese Weise entsteht beim Fasten Abwechslung, die Hildegard ausdrücklich empfiehlt.

Danach geht es weiter mit einer der vier Fasten-Diäten, die Hildegard entworfen hat:

I: Die Dinkel-Obst-Gemüse-Diät

Diese Form des Fastens kann dauerhaft durchgeführt werden und ist am einfachsten einzuhalten und somit für Jeden geeignet.

Das Frühstück besteht aus Dinkelmüsli, das aus gekochten Dinkelflocken (3 Esslöffel) und Dinkelgries (2 Esslöffel) zubereitet wird. Ein zerkleinerter oder geriebener Apfel wird beim Kochen (150 ml Wasser) zugefügt wie auch Zimt und das Kraut vom Galgant und dem vitalisierenden Bertram. Das Gericht wird auch als „Habermus“ bezeichnet. Statt dessen kann auch eine Scheibe Dinkelbrot mit Frucht-Gelee von Quitten oder Johannisbeeren gegessen werden.

Zum Mittag gibt es Dinkel-Risotto mit Galgant, Thymian, Bertram und Bockshornklee (auch “Griechenklee“). Zur Abwechslung sind auch Dinkel-Bratlinge, Salat mit gekochten Dinkelkörnern oder Dinkel-Nudeln erlaubt.

Das Abendmahl besteht aus einer Dinkelgriessuppe, die aus dem fettfrei geröstetem Gries (1 bis 2 Esslöffel), Salz, Galgant, Bertram und Thymian (weitere Kräuter nach Geschmack) gekocht wird (10 Minuten mit ½ Liter Wasser). Abwechslung kann hier an den Fastentagen Kürbissuppe verschaffen oder auch Dinkelbrot mit (sehr wenig) Olivenöl und einem Belag aus rohem Gemüse oder Früchten (z. B. Tomaten).

Immer sollen tierische Lebensmittel weggelassen werden, die Gewürze Galgant, Thymian und Bertram aber niemals fehlen! Zusätzlich können andere Würzen nach persönlicher Neigung verwendet werden. Muskat kann die Stimmung heben und Beifuß die Verdauung optimieren.

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II: Die Dinkel-Reduktions-Diät

Diese Diät kann ein halbes Jahr durchgeführt werden, weil sie weniger streng ist und sich daher auch für Fasten-Anfänger eignet. Angezeigt ist dieser Kur bei Stoffwechselstörungen, Hypertonie und Übergewicht, also beim metabolischen Syndrom im weitesten Sinne.

Zum Einstieg beginnt der Fastende mit einem Entlastungstag. Dann folgt ein Tag mit der eigentlichen Diät, die aus Dinkel in verschiedenen Zubereitungen besteht. Am einfachsten ist zunächst der Verzehr von Dinkelbrot bis zur Sättigung zu allen drei Hauptmahlzeiten.

Erlaubt sind auch Variationen mit Dinkelsuppe, Dinkelmus oder gekochtem Dinkel mit etwas Gemüse. Auch gedünstetes Obst kann als Ergänzung verzehrt werden. Zum Mittagessen kann sich der Fastende auch einen Salat mit gegarten Dinkelkörnern zubereiten. Dabei kann in Maßen auch Pflanzenöl verwendet werden.

Als Getränk empfiehlt Hildegard Kräutertee wie Fenchelaufguss oder Röstkaffee vom Dinkel. Die leichte Süßung mit Honig ist nicht verboten, allerdings sollen Zucker und Alkohol strikt gemieden werden.

Nach jedem Fastentag wird ein Entlastungstag eingelegt und so wird im stetigen Wechsel fortgefahren. Der Verzicht auf Fleisch, Fisch und (weitgehend) Fett führt sehr schnell zu einem Abbau der Fett-Reserven.

III: Die Dinkel-Brot-Diät

Diese Form des Fastens ist für Fortgeschrittene geeignet und soll nur einige Wochen eingehalten werden. Zu Beginn werden zwei Entlastungstage eingelegt. Dann folgt das Fasten mit Fastenbrot zu allen drei Mahlzeiten. Gegessen werden darf bis zur Sättigung, dazu ist reichlich Kräutertee Pflicht.

IV: Die Hildegard-Saft-Diät

Diese Diät ist die strengste Form des Fastens nach Hildegard, denn sie erfordert den vollständigen Verzicht auf feste Nahrung. Deswegen darf die Kur auch nur bis zu höchstens 10 Tagen durchgeführt werden.

Der Einstieg mit zwei Entlastungstagen leitet die Kur ein. Dann folgt das Fasten mit Fencheltee zum Frühstück und leichter Brühe oder Gemüse-Püree zum Mittag. Zum Abend gibt es eine Mischung aus Fencheltee und Fruchtsaft (von Trauben, Äpfeln oder Johannisbeeren)

Zum Abschluss folgen zwei Ausklangtage. Am ersten gibt es zum Frühstück gedünstetes Obst (Apfel, Quitte), mittags Dinkel-Suppe mit etwas Gemüse und zum Abend Dinkelgriessuppe und Fencheltee. Am zweiten Ausklangtag besteht das Frühstück aus Habermus, das Mittagessen aus gedünstetem Gemüse und das Abendessen aus einer Scheibe Dinkelbrot mit Frischkäse. Ab dem dritten Tag kann wieder schrittweise mit der gewohnten Ernährung begonnen werden.

Weitere Fasten-Regeln

Der Zeitpunkt und die Dauer des Fastens sollten gut gewählt werden. Am besten beginnt der Fastende in einer Situation, in der keine oder wenige private oder beruflichen Probleme die nötige Ruhe stören.

Es ist auch empfehlenswert, ein Protokoll über die Empfindungen und Wahrnehmungen während der Kur zu fertigen. Darüber kann man sich in einer Fastengruppe mit anderen austauschen oder dies mit einem Therapeuten besprechen. Das hilft auch dann, wenn das Fasten so schwierig wird, dass ein Abbruch der Kur droht.

Jeder Einstieg in die Fasten-Diät soll schon vor Beginn der Entlastungstage mit einer gemäßigten Ernährung beginnen. Auch nach dem Abschluss der Ausklantage dürfen die sonst üblichen Mahlzeiten nur schrittweise wieder aufgenommen werden.

Beim Hildegard-Fasten gibt es einen definierten Tagesablauf, der morgens mit einer Morgengymnastik beginnt oder einem Spaziergang. In einem Hildegard Haus werden vormittags „psychotherapeutische“ Sitzungen nach Hildegard von Bingen durchgeführt. Nach dem Mittagessen hält der Fastende einen kurzen Mittagsschlaf mit feuchtwarmen Leberpackungen, gefolgt von Fastenwanderungen, Spaziergängen oder sonstigen körperlichen Aktivitäten.

Nach dem Abendessen erfolgen dann weitere Beschäftigungen mit der Hildegard´schen Lehre über Kosmologie, Medizin und Ernährungstherapie.

Unterstützend wirken Bäder, Kneippsche Wechselduschen und Anwendungen zur Hautreinigung wie Schlammpackungen oder Peelings. Damit wird die erste Maßnahme zur Entschlackung ergriffen.

Ausleitungen, Darmreinigungen und Entgiften nach Hildegard

Eine Entgiftung benötigt immer eine gewisse Mobilisierung von Schlacken und Giften im Gewebe des Organismus. Auf die Begriffe der Entgiftung und Entschlackung bin ich in anderen Beiträgen bereits ausführlicher eingegangen, da sich einige „Experten“ auch darüber immer mal wieder meinen „lustig“ machen zu müssen.

Eine bei allen vier Fasten-Kuren angewandtes Mittel zur Entgiftung ist der Bärwurz-Birnen-Honig. Davon nimmt der Fastende nach dem Aufstehen und vor dem Zähneputzen und dem Frühstück einen oder zwei Esslöffel.

Desgleichen gehört dies vor dem Schlafengehen zum Pflicht-Programm. Die Zubereitung gibt dem Körper ein Signal für eine optimierte Verdauung und weiterer Maßnahmen zur Entgiftung.

Bärwurz-Birnen-Honig kann der Fastende selber herstellen. Auf 1 kg gekochter Birnen kommen 6 Esslöffel Honig, 30 g gemahlenes Pulver von Bärwurz, 10 g vom Bohnenkraut, 15 g vom Süßholz und 20 g vom Galgant. Die Mischung wird anschließend püriert. Der Fachhandel hält auch fertigen Bärwurz-Birnen-Honig vor.

Laut Hildegard-Fasten wird die „Entgiftung“ auch verbessert durch Ingwer-Granulat. Ingwer Granulat soll dabei bewirken, dass „nur die schlechten Säfte den Körper verlassen und die guten erhalten bleiben.“ Das klingt eher hypothetisch und esoterisch. Versucht man aber die Wirksamkeit von Ingwer auf den Organismus aus wissenschaftlicher Sicht zu erhellen, dann erscheint diese esoterische Hypothese in einem ganz anderen Licht.

Es gibt inzwischen eine Unzahl an wissenschaftlichen Arbeiten über Ingwer mit verschiedenen Fragestellungen.

So hat Ingwer zeigen können, dass es in klinischen Versuchen in der Lage war, Schmerzzustände zu verbessern (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22054010). Diese Wirkung war besonders bei Osteoarthritis ausgeprägt. Osteoarthritis wird oft in Verbindung gebracht mit der Ablagerung von Schlackenstoffen in den Gelenken. Eine Schmerzreduzierung hier ist ein möglicher Hinweis auf genau diesen Abbau der verursachenden Abfallstoffe durch den Ingwer.

Eine ähnlich kompetente schmerzlindernde Wirkung unter Ingwer wurde auch bei Migräne beobachtet (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21631494). Ob dies auf eine Ausleitung bzw. Mobilisierung von Giften und Schlacken beruht, lässt sich nicht feststellen. Aber auch hier gibt es den Hinweis auf eine positive Beeinflussung von Schmerzzuständen.

Eine andere Studie nimmt Bezug auf die verdauungsfördernden Eigenschaften des Ingwers (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22010973). Zusammen mit einer anti-entzündlichen Wirksamkeit kann man hier vermuten, dass Ingwer in der Lage ist, über eine Optimierung der Verdauung auch die Aufnahme von unerwünschten Stoffen zu minimieren.

Als letztes Beispiel möchte ich eine neuere Arbeit anführen, die die Effektivität von Ingwer und einigen anderen Kräutern bei akuter und chronischer Niereninsuffizienz untersucht hat (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22017619). Da die Niere als ein wichtiges Entgiftungsorgan angesehen werden kann, fällt hier der Bezug zur Entgiftung mit Hilfe von Ingwer etwas leichter.

Denn die Studie fand heraus, dass besonders Ingwer bei akuter und chronischer Niereninsuffizienz die Leistungsfähigkeit der Nieren unterstützt und den chronischen Krankheitsverlauf signifikant verlangsamt. Das heißt für den Betroffenen, dass ein wichtiger Entgiftungsweg erhalten bleibt.

Für Gesunde ließe sich die Konsequenz ableiten, dass die gesunden Nieren in ihren Leistungskapazitäten unterstützt und vielleicht sogar noch erhöht werden, was einer schnelleren und gründlicheren Entgiftung Vorschub leistet.

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Das Hildegard-Fasten sieht darüber hinaus auch eine Art Colon-Hydro-Therapie vor. Alle 2 Tage sollte ein Einlauf mit warmen Wasser oder Fencheltee durchgeführt werden, um eine einfache Darmentleerung zu gewährleisten.

Dies soll die Auswirkungen von Fastenkrisen abfedern, wie Hungergefühle, Gelenkschmerzen und Kopfschmerzen, Hautausschläge etc. Andererseits werden Schlackenstoffe (sofern sie im Dickdarm angekommen sind), schneller aus dem Organismus entfernt, was einer rascheren Entgiftung dienlich ist.

Neben der unterstützenden Wirkung von Ingwer auf die Nieren, kann die Ausleitung über dieses Organ noch durch Nierenmassagen optimiert werden. Empfohlen wird der Einsatz von Weinrautensalbe bei einer Massage unter einer Sonnenlampe als Wärmequelle. Hierbei wird die Nierengegend für die Dauer von ca. 10 Minuten massiert.

Aber auch die Haut ist ein kompetentes Ausleitungsorgan für Gifte und Schlackenstoffe. Das Hildegard-Fasten empfiehlt hier Saunaanwendungen.

Die einfachste aus einem Repertoire von 10 Anwendungen ist der Aufguss aus Edelkastanienextrakt, der das Ausschwitzen von „Rheumagiften“ und Schlackenstoffen induziert.

Wie schon weiter oben erwähnt sind Leberpackungen bzw. Leberwickel mit im Programm. Die Leber ist neben der Niere das wichtigste Entgiftungsorgan und Ausleitungsorgan.

Nach dem Fasten kommt das Fastenbrechen, eine bedeutsame Umstellung vom Fasten hin zu einer normalen Ernährung und die Zeit danach. Nach einer Woche Fasten erfolgt das Fastenbrechen durch den Genuss eines Bratapfels mit Honig, Zimt oder Mandeln.

Wichtigste Voraussetzung zu diesem Zeitpunkt ist das gründliche Kauen der Nahrung. Jeder Bissen sollte bis zu 50 Mal gekaut werden. Gründliches Kauen fördert dabei auch ein ergiebigeres Sättigungsgefühl. Der Übergang zur normalen Ernährung sollte über den Verzehr von leichter Kost, wie Obst, Gemüse usw., vollzogen werden.

In der ersten Woche sind die „harten Sachen“, wie Fleisch, Käse etc., noch verboten, da sie für das Verdauungssystem eine Belastung darstellen würden. Sollte sich der Stuhlgang innerhalb der ersten Woche noch nicht eingestellt haben, kann man mit Flohsamen oder Flohsamenschalen (1 bis 3 Teelöffel beim Essen), unterstützend eingreifen.

Hildegard, und wem sie das Fasten erlaubt

Nicht jeder sollte fasten. Es wird zwar immer wieder speziell von schulmedizinischer Seite behauptet, das Fasten potentiell gefährlich sei, was ich aber für ein Gerücht halte.

Zumindest produziert kontrolliertes und verantwortungsbewusstes Fasten keine Todeszahlen wie die der Schulmedizin mit über 80.000 Toten jedes Jahr durch medikamentöse Nebenwirkungen, Kunstfehler, falsche Therapien und nosokomiale Infektionen. Aber verantwortungsbewusstes Fasten heißt, dass nicht jeder für das Fasten geeignet ist.

Wer fasten kann / darf, habe ich unter https://www.gesund-heilfasten.de/ und https://www.gesund-heilfasten.de/wer-darf-nicht-fasten/ beschrieben.

Aber auch Hildegard wusste schon seinerzeit, dass nicht jeder für das Fasten geeignet war. Laut ihrer Theorie gibt es 35 Problemkreise, von denen 28 durch ein Fasten positiv beeinflusst werden. Bei den übrigen 7 hilft, laut Hildegard, nur noch Gebet, Ruhe, Einsamkeit und körperliche Reinigung in Sauna, Bad und Bürstenmassagen.

Sollten Sie sich in einem dieser 7 Problemkreise wiederfinden, dann gibt es nur noch diesen Ausweg…

Hier die 7 „Fastenbremsen“ nach Hildegard von Bingen:

  • Nr.1 Gier nach materiellem Reichtum
  • Nr.13 Unglückseligkeit
  • Nr. 14 Maßlosigkeit
  • Nr.15 Seelenkälte
  • Nr.16 Hochmut
  • Nr. 32 Unbeständigkeit
  • Nr. 35 Weltschmerz

Fazit

Schon alleine der Problemkreis „Gier nach materiellem Reichtum“ lässt schätzungsweise 90 Prozent der Weltbevölkerung für ein Fasten ungeeignet erscheinen.

Wenn man dann noch die anderen 6 dazu nimmt, dann kann fast niemand mehr fasten. Ist das vielleicht der Grund, warum so wenig gefastet wird? Nein, ich denke, dass die Gier nach Reichtum keinen Raum für andere Gedanken zulässt, auch nicht den für das Fasten.

Denn Fasten ist zu trivial, zu primitiv, als dass der moderne Mensch in seiner Unglückseligkeit aufgrund seiner Gier, seiner Maßlosigkeit, Seelenkälte, Hochmut und Unbeständigkeit dieser Form der Gesundheitspflege auch nur ein Gramm Vertrauen schenken würde. Gesundheit ist für die gierigen Unglückseligen dreimal täglich eine Pille Chemie.

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Dieser Beitrag wurde letztmalig am 07.03.2018 aktualisiert.

Das Fasten, beziehungsweise die Fastenzeit, blickt auf eine lange, tief im Glauben verschiedener Religionen verwurzelte, Tradition zurück.

Grundsätzlich unterscheiden sich die einzelnen Religionen kaum in Ihrer Variante des Fastens. Sicherlich weichen ihre Regeln und Daten oft stark voneinander ab, doch der zentrale Kern ist immer der Gleiche. Die Fastenzeit dient der Besinnung auf das wirklich Wichtige.

In diesem Beitrag gehe ich auf das Fasten in den verschiedenen Religionen ein. Weitere Informationen zur Geschichte des Fastens finden Sie unter: Die Geschichte des Heilfastens.

Die Fastenzeit im Christentum

Obwohl genau genommen auch der 40-tägige Verzicht auf kulinarische Genüsse vor dem Weihnachtsfest in diesen Bereich gerechnet werden muss, so gilt von kirchlicher Seite lediglich das diesbezügliche Bußgebaren um Ostern, die sogenannte Quadragesima, offiziell als Fastenzeit.

Sie dauert egal nach welcher Berechnungsformel 40 Tage und beginnt stets mit dem Aschermittwoch. Der Sinn dieses selbst auferlegten Verzichts ist die Ehrung Jesu, denn er soll an dessen 40 Fastentage in der Wüste erinnern.

Allerdings existieren im Christentum verschiedene Zweige und damit Auslegungen dieses Grundsatzes. Mehr dazu auch im Artikel: Fastensonntag – Die fünf Sonntage in der Fastenzeit vor Ostern

Die Fastenzeit im römisch-katholischen Glauben

Hier dient dieser Abschnitt im Jahr in erster Linie zur Vorbereitung auf Ostern und damit auch auf die damit verbunden Sakramente oder deren Erneuerung. Allerdings existieren nur zwei strenge Fastentage, nämlich der Aschermittwoch und der Karfreitag. Besonders an Letzterem darf kein Katholik Fleisch zu sich nehmen, um dem Tode Christi zu gedenken.

Auch ein zusätzlicher Verzicht auf Süßes, Alkohol und andere Speisen sowie alltägliche Vergnügungen ist üblich. Die Sonntage fallen seit der Synode von Benevent im 11. Jahrhundert nicht mehr unter diese Regelung.

Eine „besondere“ Vertreterin des Fastens (auch zur „Entschlackung“ des Geistes), war Hildegard von Bingen. Mehr dazu im Beitrag: Fasten nach Hildegard von Bingen.

Die Fastenzeit im östlich-orthodoxen Glauben

In der östlich-orthodoxen Kirche wird weniger Wert auf fleischliches Fasten denn auf seelisches Fasten zu entsprechenden Zeiten gelegt, also auf das Gebet und gottesfürchtiges Verhalten. Dennoch findet man vier Fastenzeiten.

Die Wichtigste liegt um Ostern und dauert 50 Tage, eine weitere nach Pfingsten (Apostel-Fastenzeit), eine fällt auf die ersten 14 Tage im August (Mariä-Entschlafung-Fastenzeit) und die Letzte wird vor Weihnachten zelebriert. Dabei wird jedoch zwischen verschiedenen Stufen beziehungsweise Graden des Fastens unterschieden, die je nachdem nur Fleisch oder auch andere Genussmittel verbieten.

Die Fastenzeit im Protestantismus

Die Reformation hat vielfach die Gebräuche der katholischen Kirche wie das Osterfasten in den Bereich des Veralteten verdrängt, trotzdem ist zumindest der Fleischverzicht am Karfreitag eine durchaus noch häufig praktizierte Tradition. Je stärker die Verbindungen zum alten Glauben, desto häufiger treten aber die als veraltet verworfenen Handlungen zutage.

Die Fastenzeit im islamischen Glauben

Im Islam ist der Ramadan, der neunte Monat des islamischen Mondkalenders, der islamische Fastenmonat.

Der Fastenmonat Ramadan unterscheidet sich erheblich von den bisher erwähnten Fastenzeiten des Christentums. Bei Muslimen gilt es nicht, die Zufuhr von Nahrung insgesamt zu beschränken, sondern sie wird auf die Nacht verschoben. Tagsüber dürfen weder Essen noch Getränke zu sich genommen werden.

Während es im Christentum kaum spezifischen Rituale oder Anweisungen zum Fastenbrechen gibt, gibt es im Islam das „Fest des Fastenbrechens“. Es wird abgehalten zum Abschluss des Fastenmonats Ramadan und findet in den ersten 3 Tagen des Folgemonats statt.

Aber auch während des Ramadans darf gegessen werden, allerdings erst nach Sonnenuntergang. Laut Tradition wird zuerst eine Olive oder Dattel gegessen. Danach erfolgt das eigentliche Abendessen

Gleiches gilt für körperliche Vergnügungen und Tabak. Ähnlich angelegt sind die Bräuche der Bahai, deren 19-tägige Fastenzeit ebenfalls von Tag und Nacht abhängt.

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Die Fastenzeit im Buddhismus

Im Buddhismus gibt es keine expliziten Anweisungen zum Fasten. Buddhisten jedoch essen für gewöhnlich keine tierischen Produkte und sind auch aufgrund ihrer religiösen Lehren gehalten, in allem sich zu mäßigen, die Nahrungseinnahme mit eingeschlossen.

Im Taoismus gibt es regional verschiedene Fastenfeste, die je nach Schule oder Tempel verschieden ausfallen. Aber auch hier gibt es keine einheitliche „Anweisung“ oder allgemeinverbindliches Ritual.

Im Tao Te King, dem Urbuch des Taoismus, taucht der Begriff überhaupt nicht auf und wird auch nicht in umschriebener Form thematisiert. Aber der Überfluß unserer Gesellschaft wird hinreichend thematisiert: „Alle Menschen haben Überfluß; nur ich bin wie vergessen.“ oder:

„Wo die großen Straßen schön und eben sind,
aber das Volk Seitenwege liebt;
wo die Hofgesetze streng sind,
aber die Felder voll Unkraut stehen;
wo die Scheunen ganz leer sind,
aber die Kleidung schmuck und prächtig ist;
wo jeder ein scharfes Schwert im Gürtel trägt;
wo man heikel ist im Essen und Trinken
und Güter im Überfluß sind:
da herrscht Verwirrung, nicht Regierung.“

Und so scheint es schon verständlich, dass bestimmte taoistische Schulen das Fasten, besonders das intermittierende Fasten, als eine Form der „Reinigung“ und Gesundheitspflege einzusetzen. Sie propagieren, dass eine Nahrungsaufnahme, die nur auf den Morgen beschränkt bleibt, eine lebensverlängernde Wirkung hat. Daher lehnen sie feste Nahrung nach 12 Uhr Mittags strikt ab. Gleiches wird auch für buddhistische Zen-Mönche berichtet.

Es ist erstaunlich, dass diese beiden Religionen, die deutlich älter sind als das Christentum und der Islam, das Fasten nicht als Zwang, sondern als Empfehlung beinhalten, und dass der intermittierende Charakter dieses Fastens als Mittel zur Gesunderhaltung und Lebensverlängerung angesehen wird. Heute, mehr als 2500 Jahre nach der Religionsgründung, kommt die naturwissenschaftliche Erörterung dieses Themas praktisch zu den gleichen Ergebnissen.

Ich gewinne zunehmend den Eindruck, dass die alten „großen“ Gesundheitslehrer alleine durch Beobachtung zu Erkenntnissen gekommen sind, für die wir mehrere hundert Jahre gebraucht haben.

Weitere historische Betrachtungen zum Fasten in den verschiedenen Religionen finden Sie auch in meinem Beitrag: Religiöses Fasten in Indien, Israel, Islam und Christentum.

Brückenschlag zum Heilfasten

Das moderne Fasten, das Heilfasten, beinhaltet viel von dieser ursprünglichen Tradition – selbst wenn das nicht gleich auf den ersten Blick ersichtlich wird. Grundsätzlich stellt die Fastenzeit einen Akt der „seelischen Reinigung“ dar, der nicht zuletzt alten Ballast fortschwemmen soll.

Nichts anderes ist Ziel des Heilfastens, nur dass es sich in erster Linie um eine körperliche „Reinigung“ handelt, indem der Körper von überflüssigen Stoffwechselprodukten und Zelltrümmern befreit wird. So kann sich der Körper besser regenerieren und neue Kraft schöpfen.

Die „Reinigung“ nennt der Volksmund im allgemeinen auch „Entgiftung“ und „Entschlackung“. Einige „Ernährungsexperten“ und auch zahlreiche Mediziner machen sich über Begriffe wie entschlacken oder entsäuren lustig. Unter den entsprechenden Begriffen:

gehe ich ausführlicher auf die jeweiligen Aspekte ein.

Zudem stehen in diesem Zusammenhang meist seelische und körperliche Erneuerung in enger Verbindung, denn das Fasten soll auch den Blick für das eigene Selbst öffnen und Energien für eine innere Ausgeglichenheit freisetzen.

Die von mir in Anlehnung an das Buchinger Fasten entwickelte Fastenanleitung konzentriert sich im wesentlichen auf die physiologischen (körperlichen) Vorteile des Fastens.

Hierzu kombiniere ich zahlreiche Verfahren der Naturheilkunde mit dem Fasten, sodass eine optimale und beschwerdefreie Umstimmung des Körpers erreicht wird. Mehr dazu lesen Sie in meiner Schritt-Für-Schritt Heilfasten-Anleitung.

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Dieser Beitrag wurde letztmalig am 9.9.2016 aktualisiert.

Wenn man das Fasten richtig betreiben möchte, dann ist es nicht empfehlenswert, sich blindlings „ins Vergnügen“ zu stürzen. Wie bei einem Buch gibt es auch hier ein „Vorwort“, das den Leser auf den Inhalt vorbereitet, und ein Abschlusswort.

Mit anderen Worten: Beim Fasten setzt man sich nicht plötzlich hin und isst einfach nichts mehr und das ist dann das Fasten. Auch hier haben wir eine Einführungs- bzw. Vorbereitungsphase, die „Entlastungstage“. Diese werden gefolgt von der eigentlichen Fastenzeit und abgeschlossen vom Fastenbrechen mit Aufbautagen.

Wie lange die Entlastungstage und Aufbautage dauern hängt im Wesentlichen von der Fastenzeit ab. Wenn man Entlastungstage + Vollfastentage + Aufbautage = 100 Prozent nimmt, dann entfallen auf die Entlastungstage ca. 30 Prozent, auf die Vollfastentage ca. 45 Prozent und auf die Aufbautage die restlichen 25 Prozent.

Das heißt also, dass beim Fasten von z. B. 2 Wochen nicht wirklich 2 Wochen =14 Tage durchgefastet wird, sondern dass von diesen 14 Tagen 4 oder 5 Tage auf die Entlastungstage abfallen, 6 Tage auf die Vollfastentage und 4 Tage für die Aufbautage.

Aus gesundheitlicher Sicht, halte ich zwei Wochen (inklusive Entlastungstagen und Aufbautagen) für das Maximum. In meiner Heilfasten-Anleitung finden Sie einen Plan für 12 Tage: 4 Entlastungstage, 5 Vollfastentage und 3 Aufbautage.

Entlastungstage sind die Zeit, die zur körperlichen und geistigen Vorbereitung auf die eigentliche Vollfastenzeit genutzt wird. Hier wird die Nahrungszufuhr langsam und sicher reduziert bzw. man stellt sich auf eine leichtere Kost um. Diese Veränderungen im Essverhalten bilden eine Art physische und psychische „Brücke“ zur Vollfastenzeit.

Sie ist als sanfter Übergang zur relativen Kalorienfreiheit der Fastentage gedacht, die ein plötzliches Umschlagen verhindert und Körper und Geist auf diese neue, oft ungewohnte Situation der Kalorienrestriktion vorbereitet. Obwohl man weniger und leichter isst, können zu diesem Zeitpunkt die gewohnten Mahlzeiten, wie Frühstück, Mittagessen und Abendessen immer noch eingenommen werden.

Gleichzeitig sollte der Fastenwillige für sich feststellen, ob er genug Flüssigkeit zu sich nimmt. Auch hier erfolgt eine Umstellung, sowohl in der Qualität, als auch in der Quantität. Während die Menge an Nahrung abnimmt, nimmt die Menge an Flüssigkeitsaufnahme zu (in der Regel).

Es sollte jetzt nur noch reines Wasser oder ungesüßte Tees oder Säfte eingenommen werden. Die Menge richtet sich auch nach dem Körpergewicht, sollte aber 3 bis 4 Liter am Tag betragen.

Ein paar mehr grundsätzliche Informationen zum Entlastungstag finden Sie hier: Entlastungstag beim Fasten.

Übrigens: Wenn Sie solche Informationen interessieren, dann fordern Sie unbedingt meinen Heilfasten-Newsletter dazu an:

Die Vollfastenzeit ist gekennzeichnet durch eine sehr deutliche Kalorienrestriktion. Entscheidend ist, dass der Fastenstoffwechsel erreicht wird, sodass der Körper auf „innere Ernährung“ umstellt. Unter Vollfasten verstehen manche, dass man gar nichts mehr zu sich nimmt, bzw. nur noch Wasser oder Tee getrunken werden darf und jeder „Anflug“ an fester oder halbfester Nahrung vermieden werden soll.

Diese Fastenform kann sehr mühsam sein; ich halte diese Form auch für Menschen (mit den bei uns üblichen Grunderkrankungen) für nicht geeignet. Mehr dazu habe ich auch unter „Ist strenges Wasserfasten oder Teefasten sinnvoll?“ geschrieben.

Ich empfehle deshalb eher eine modifizierte Form des Fastens, wie zum Beispiel das Fasten nach Buchinger, bei dem es sich um ein Tee-Saft-Fasten handelt. Diese Form kann sowohl in speziellen Kliniken als auch ambulant durchgeführt werden.

Aber auf jeden Fall sollte eine kompetente Anleitung durch einen Therapeuten vorhanden sein (so auch für die Entlastungsphase und die Aufbautage, also für den gesamten Zeitraum der Fastenzeit). Mehr Informationen zu diesem Abschnitt in der Fastenwoche finden Sie unter Buchinger-Fasten oder Heilfasten nach Buchinger.

Es sind natürlich auch andere Fastenformen denkbar. Eine weitere Form ist die zum Beispiel die Breuss-Kur, die auch „Krebskur-Total“ genannt wird. Diese Fastenform kam ursprünglich einmal zur Anwendung bei krebskranken Patienten. Es ist fast überflüssig zu erwähnen, dass die Schulmedizin diese alternative Form der Krebsbehandlung strikt ablehnt.

Es gibt aber auch kaum wissenschaftliche Untersuchungen über die Effektivität der Breuss-Kur bei Krebserkrankungen. Es existiert leider nur eine Arbeit (The Breuss‘ method for total cancer cure) aus dem Jahr 1987, die aber ohne Abstract veröffentlicht wurde. Und auch neuere Erkennnisse zeigen: Fasten bei Krebs zeigt erstaunliche Ergebnisse.

Eine etwas missverständliche Form des Fastens wird als „Basenfasten“ bezeichnet. Missverständlich deshalb, da es sich nicht um ein wirkliches Fasten handelt. Vielmehr wird hier während der „Fastenzeit“ darauf geachtet, Nahrungsmittel einzunehmen, die einen übersäuerten Organismus wieder in ein physiologisches Säure-Basen-Gleichgewicht zurückbringt. Zu diesem Zweck ist jedoch keine Kalorienrestriktion notwendig, sondern man darf alles essen, was im Körper basisch verstoffwechselt wird.

Die Aufbautage bilden einen kritischen Wendepunkt in der Fastenkur. Sie bestimmen letztlich die Nachhaltigkeit der Bemühungen während des Fastens. Während dieser Zeit werden alle die guten Vorsätze, die man sich in der Entlastungsphase zu Beginn der Fastenkur gemacht hat, in die Praxis umgesetzt – oder auch nicht.

Denn nun erfolgt der Übergang von der Kalorienrestriktion zur „normalen“ Ernährung. Während der Stoffwechsel noch auf „Sparflamme“ eingestellt ist, muss über eine dezidierte und fein abgestimmte Kalorienzufuhr der neue Zustand erst einmal wieder hergestellt werden.

Auch hier gibt es optimale Nahrungsmittel, die den Stoffwechsel nicht über Gebühr belasten und schonend wieder auf die normale „Betriebstemperatur“ bringen. Darüber hinaus bieten die Aufbautage die Gelegenheit, mit schlechten Ernährungsgewohnheiten, die man in der Entlastungsphase identifiziert und benannt hat, praktisch Schluss zu machen.

Stattdessen können in dieser Zeit die Grundsteine für eine bessere und gesündere Ernährung gelegt werden. Ein paar nähere Ausführungen zu diesem Thema können Sie hier einsehen: Das Fastenbrechen und die Aufbautage.

Einen Fastenplan für eine Fastenwoche finden Sie, wenn Sie hier klicken…

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Beitragsbild: 123rf.com – PAPAN SAENKUTRUEANG

Dieser Beitrag wurde letztmalig am 27.11.2012 aktualisiert.

Im Islam ist das Fasten von großer Bedeutung: Als eine der fünf Säulen des Glaubens ist es die Pflicht jedes gläubigen Muslimen. Besonders der Monat Ramadan, in dem der Prophet Mohammed den Koran übermittelt bekam, ist Fastenzeit.

Doch das bringt nicht nur Gewissenskonflikte für manche Personengruppen mit sich, sondern auch unangenehme Auswüchse als Konsumfest, ähnlich wie bei unserem Weihnachten.

Der Ramadan – siebter Monat im islamischen Mondjahr

Die islamische Jahresrechnung orientiert sich am Mond und unterscheidet sich dadurch von unserer starren Monatszählung. Das ist auch der Grund, warum sich der Ramadan in jedem Jahr verschiebt: Im Jahr 2015 beginnt er am 18. Juni, 2016 am 6. Juli und 2017 am 27. Mai.

Diese Termine gelten allerdings nur für Mitteleuropa, weil sie davon abhängen, wann man nach Neumond die Mondsichel wieder sehen kann, und das ist rund um die Welt zu unterschiedlichen Zeitpunkten der Fall.

Je nach Jahr dauert der Ramadan (übersetzt „heißer Monat“) 29 oder 30 Tage. Er ist deshalb von so großer Bedeutung im Islam, weil im neunten Mondmonat des Jahres 610 unserer Zeitrechnung der Prophet Mohammed den Koran übermittelt bekam. Dieser Monat wurde später zum Ramadan, in dem (fast) jeder gläubige Muslim Fastenpflicht hat.

Fasten im Ramadan – das gehört dazu

Fasten bedeutet im islamischen Verständnis den vollständigen Verzicht auf Speisen, Getränke, Tabakkonsum und sexuelle Handlungen. Diese Verbote gelten im Ramadan täglich von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang.

Zusätzlich dürfen Muslime im Ramadan nicht lügen und keine Beleidigungen oder Verleumdungen aussprechen. Auch ein Schweigegebot kann zu den Ramadanregeln gehören. Das Wort „Saum“, das für das Fasten steht, bedeutet wörtlich „ruhen“ oder „stillstehen“.

Sinn des Fastens ist, sich von weltlichen Werten und Besitztümern ab- und den spirituellen Aspekten des Lebens zuzuwenden. Seele, Geist und Körper sollen gereinigt werden. Selbstdisziplin, Opferbereitschaft und Selbstkontrolle sollen geübt werden. Außerdem ist im Ramadan das Gebot der Nächstenliebe besonders wichtig: Gläubige Moslems unterstützen bedürftige Menschen mit Spenden und Almosen. Als Grundregel gilt, dass fünf Prozent der Ersparnisse an Bedürftige gespendet werden, nach Möglichkeit sogar mehr.

In einigen Ländern werden die Fastengebote mit drastischen Maßnahmen durchgesetzt: In Marokko muss man mit Verhaftung rechnen, wenn man sich nicht an das Fasten hält. In Algerien mussten im Jahr 2008 einige Männer für vier Jahre ins Gefängnis und eine hohe Geldstrafe bezahlen, weil sie die Fastengebote nicht eingehalten hatten. Und in Saudi-Arabien müssen sogar Nicht-Muslime Strafen fürchten, wenn sie im Ramadan öffentlich essen, trinken oder rauchen.

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Wer fastet im Ramadan?

Zum Fasten verpflichtet ist generell jeder erwachsene Muslim, der im Besitz seiner vollen Geisteskräfte, gesund und nicht auf Reisen ist. Jugendliche können fasten, wenn sie über genügend Unterscheidungsvermögen verfügen. Schwangere Frauen, Reisende und kranke Menschen sind vom Fasten befreit.

Ob man sich fähig zum Fasten fühlt, entscheidet jeder selbst. Allerdings gilt: Wer nicht fasten kann, muss die Fastentage nach Wegfall der Gründe nachholen und die versäumten Fastentage durch vermehrte Spenden ausgleichen.

Ein Problem: Viele schwangere Frauen, die eigentlich nicht fasten müssten, halten sich trotzdem an die Ramadangebote, und das kann Mutter und Kind Schaden zufügen. Fastende Schwangere bringen statistisch gesehen kleinere und leichtere Babys zur Welt.

Außerdem häuft sich das Auftreten körperlicher und vor allem geistiger Behinderungen. Auch alte und kranke Menschen halten sich aus Stolz oder Überzeugung oft trotzdem an die Ramadangebote, auch wenn sie sich damit schaden. Umgekehrt gibt es aber auch Entwicklungen, die aus dem einstigen religiösen Fest ein Konsumfest machen:

Das allabendliche Fastenbrechen

Die Fastengebote im Ramadan gelten täglich von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang. Am Abend treffen sich deshalb Familien und Freunde zum gemeinsamen Fastenbrechen. Dabei geht es meist sehr üppig zu: Verschiedene deftige Speisen, meist mit Fleisch, werden angeboten, und mit opulenten Desserts ergänzt. Schließlich muss man ja „auf Vorrat essen“.

Mit der Festlichkeit und Masse der Abendessen übertreiben es viele Menschen: Der Ramadan verkommt streckenweise immer mehr zum Konsumfest, ähnlich wie unser Weihnachten.

Wenn sich abends die Tische biegen, man täglich ausgeht und teure Geschenke macht, dann hat das nur noch wenig mit dem zu tun, wofür der Ramadan ursprünglich gedacht war: einem Rückbesinnen auf religiöse Werte, auf den eigenen Körper und seine Bedürfnisse, auf Wohltätigkeit und natürlich auf Gott.

In vielen muslimischen Ländern verlagert sich der Lebensschwerpunkt während des Ramadan einfach in die Nacht. Jetzt wird gefeiert und geschlemmt, das Nachtleben in den Städten boomt und die kargen Tage bringt man dann eben irgendwie hinter sich. Eine regelrechte Ramadan-Industrie erinnert sehr an unseren vorweihnachtlichen Konsum:

Gewinnspiele, Sonderangebote und Events bestimmen den Alltag, von Verzicht und Spiritualität ist manchmal nur noch sehr wenig zu spüren. Das gefällt konservativeren Muslimen natürlich nicht, ist aber wohl nur schwer zu verhindern. Den Höhepunkt finden die Ramadanfeierlichkeiten im großen Fastenbrechen am Ende des Monats: Drei Tage lang wird das Ende des Fastens gefeiert, selbst wenn es mit dem eigenen Fasten nicht so weit her war.

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Beitragsbild: fotolia.com – Henry Schmitt

Dieser Beitrag wurde letztmalig am 19.03.2015 aktualisiert.

Unter „Fastensonntag“ versteht man 5 Sonntage in der Fastenzeit vor Ostern.

Die Fastenzeit beginnt bei katholischen und evangelischen Christen gleichermassen am Aschermittwoch und endet am Ostersonntag. Sowohl bei katholischen wie auch bei evangelischen Christen hat die Österliche Bußzeit (katholisch), die auch Passion (evangelisch) genannt wird, eine große Bedeutung.

Es ist eine stille Zeit die durch Einkehr, Buße und Verzicht gekennzeichnet wird. Während der Fastenzeit verzichten Menschen auf Dinge die ihnen lieb und teuer sind. Im Mittelalter und im letzten Jahrhundert wurde überwiegend auf Fleisch und allzu üppige Speisen verzichtet.

Die heutigen Christen verzichten, oft auf Dinge die ihnen unersetzlich scheinen wie z.B. der Genuß einer Pfeife, Autofahren oder Süßigkeiten.

Jeder der 5 Fastensonntage hat einen unterschiedlichen Namen, dieser leitet sich aus dem Eröffnungsvers der Messe, dem Introitus ab. Der Introitus ist wie alle lithurgischen Gesänge in Latein verfasst.

Mit Invocavit/ Invocabit wird der erste Fastensonntag bezeichnet. Invocavit me heißt ins Deutsche übersetzt: Er ruft mich an.

Der zweite Fastensonntag heißt Reminiscere. Es kommt von Reminiscere miserationum tuarum dies bedeutet: Gedenke Herr, an deine Barmherzigkeit! Bei katholischen Christen: Tibi dixit cor meum was Mein Herz denkt an Dein Wort bedeutet.

Beim dritten Fastensonntag gedenkt man Oculi mei semper ad Dominum – Meine Augen sehen stets auf den Herrn. Weswegen er den Namen Oculi trägt.

Laetare, Jerusalem- Freu dich, Jerusalem gab dem vierten Fastensonntag Laetare seinen Namen.

Das Gegenstück zum weissen Sonntag, der von katholischen Christen traditionell vier Wochen nach Ostersonntag gefeiert wird, ist der fünfte Fastensonntag. Dieser wird auch als schwarzer Sonntag bezeichnet und trägt den Namen Judica. Das lateinische Motto hierzu lautet: Judica me, Deus- Gott schaffe Recht.

In der Fastenzeit unterscheidet sich die Messlithurgie bei katholischen und evangelischen Christen, erheblich von der unter dem Jahr verwandten.

In der gesamten Fastenzeit kommt während der Messe kein Gloria und kein Halleluja vor. Dies begründet sich darin, dass sowohl Gloria als auch Halleluja freudige Ausrufe sind.

In der Fastenzeit, einer der Zeit der Einkehr und der Stille, gedenken Christen überall auf der Welt jedoch Jesus Tod. So scheint es nicht richtig in dieser Zeit Freude zu äussern, wo doch der Heiland durch seinen Tod die Sünden der Welt hinweg nahm.

In vielen Gegenden Deutschlands ist es während der Fastenzeit auch nicht üblich, die Gläubigen mit dem vollem Geläut zum Gottesdienst zu rufen. Da auch Glockengeläut ein Zeichen der Freude ist.

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Dieser Beitrag wurde letztmalig am 02.08.2012 aktualisiert.

Franz Konz war ein sogenannter „Sachbuchautor“, der sich den Themen Steuern und Gesundheit verschrieben hatte. Ob er sich dabei auch wirklich „verschrieben“ hatte, muss sich noch herausstellen. Denn Steuern und Gesundheit gehören nicht unbedingt in die gleiche Kategorie.

Als „Experte“ für Steuerrecht und Autor von Steuerratgebern hatte er jedenfalls enormen Erfolg. In den 1950er Jahren brachte er einen Steuerratgeber heraus, der so erfolgreich war, dass er ins Visier der Behörden geriet, die ihn der Steuerhinterziehung bezichtigten.

Es ist nicht bekannt, ob die Verurteilung zu 17 Monaten Gefängnis mit zu seinem sich verschlechternden Gesundheitszustand beigetragen hat. Anfang der 1960er Jahre wurde er mit Magenkrebs diagnostiziert. Geheilt hat er sich selbst, nach eigenen Aussagen, indem er seine Ernährungsgewohnheiten radikal auf eine strenge Rohkost umstellte, die er „Urkost“ nannte.

Franz Konz war in seinen Büchern zu Steuern und Gesundheit nicht gerade zimperlich in seiner Ausdrucksweise, wenn es darum ging, die Behörden und Schulmedizin mit „Kosenamen“ zu versehen. Die Steuerbehörden betrachtete er als eine Art „Eunuchen ohne Haß und ohne Liebe“, was ihm zudem noch eine Klage wegen Beleidigung der ehrenwerten Staatsdiener einbrachte.

Danach galt er als eine Art „Popstar“ unter den Steuerratgebern. Seine Bücher, wie der „Große Konz“, der „Neue Konz“, dann der Klassiker „Tausend ganz legale Steuertricks“, erreichten eine Auflage von über 5 Millionen Büchern.

Warum sich ein erfolgreicher Buchautor in Sachen Steuern und Steuertricks danach der Gesundheit in Buchform zuwendete, das kann man nur vermuten. Denn Experte sein in Sachen Steuern ergibt nicht zwangsläufig, dass sich dieser Experte auch in gesundheitlichen Fragen ebenso gut auskennen muss. Ich vermute einmal, dass seine Erkrankung und die eigenen Bemühungen bei ihm den Ausschlag gegeben haben, die an sich erfahrene Vorgehensweise als Beleg für ein Therapieverfahren zu betrachten.

Mit anderen Worten: Wenn er sich durch die Ernährungsumstellung von Magenkrebs selbst heilen kann, dann muss das auch für den Rest der Menschheit gültig sein = Rohkost ist die natürlichste Form der Ernährung und damit auch in der Lage, Krankheiten zu heilen. Darum wurde diese Ernährungsweise von ihm auch „Urkost“ getauft.

In Wikipedia gibt es eine Webseite, die ihn als „Gesundheitsratgeber“ beschreibt. Seine Äußerungen zu AIDS und HIV, die dort zitiert werden, erinnern mich an eine Art „Sozial-Darwinismus“, dem zufolge Krankheiten beim Menschen genau die treffen, die ausgemerzt werden müssen, weil sie schwach und daher „nicht lebenswert“ sein sollen.

Er spricht hier von „Abfall“ und dem kranken Menschen als einem „Abfallkübel“, der durch die Viren entsteht, die wiederum sogar einen göttlichen Auftrag haben, die Krankheiten und „Abfallkübel“ zu produzieren.

Und Kranke seien „Abschaum der Menschheit“, da sie gegen die Natur gerichtet leben und darum erkrankten. Es wäre eine Zumutung, diese auf „Kosten der Allgemeinheit“ zu versorgen. Wenn ich dann noch etwas von „Erdfasten“ lese, dann drängt sich bei mir sofort die Assoziation von „Blut und Boden“ auf.

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Erdfasten – ein steuerlich vorteilhaftes Therapieverfahren?

Konz war überzeugt, dass seine „Urkost“ ohne Fleisch die Ernährungsgewohnheit unserer Vorfahren darstellte. Der Grund: Der Mensch sieht nicht aus wie ein Löwe, also ist er kein Fleischfresser.

Anders herum könnte man einwenden, dass der Mensch in der Regel auch nicht aussieht wie eine Ziege. Also wäre er dieser Logik zufolge auch kein Pflanzenfresser. Aber etwas muss man ja essen.

Zumindest seine Vorstellungen von Ernährung sind, um es etwas zurückhalten auszudrücken, mehr als befremdlich (fast „eunuchenhaft“), da hier zum Beispiel die Pflanzen, die gegessen werden sollen, nicht nur roh verzehrt werden müssen, sondern auch noch ungewaschen, was die auf den Pflanzen ansässigen Mikroben erhält, und ohne die der Mensch erkrankt. Nach meinen Erfahrungen jedoch erlangt der Mensch seine Probiotika auf ganz anderen Wegen.

Und vor allem nicht erst mit ungewaschenem Gemüse und Obst. Ohne Probiotika wäre der Mensch schon in sehr jungen Jahren nicht lebensfähig. Eine vegane Ernährung ist auch keine Neuerfindung durch Herrn Konz.

Ob der Verzicht auf Fleisch jedoch die Lösung des Problems darstellt, das hatte ich hier schon einmal diskutiert: Fleisch Essen oder Fleisch nicht Essen? und Vegetarier sind weniger gesund als Fleischesser? Und haben eine niedrigere Lebensqualität?

Meister Konz ist dann aber doch nicht konsequent vegan, denn er empfiehlt nicht nur die Mikroben auf Obst und Gemüse mitzuessen – mitsamt den Herbi- und Insektiziden und was sich sonst noch an Ablagerungen auf dem Obst etc. befindet. Nein, er empfiehlt allen Ernstes auch den Verzehr von Kleinstlebewesen, die sich auf dieses Obst und Gemüse verirrt haben, also Würmer im Apfel, Ameisen auf dem Salat, Schnecken, Kakerlaken etc., was halt die Mutter Natur als Beilage für uns erfunden hat.

Gesund ist also, wenn ich Kakerlaken zum Gemüse esse. Ohne Kakerlaken bekomme ich dann Krebs?

Ein weiteres „Ingrediens“ ist der Verzehr von Erde. Aha, wir nähern uns langsam dem eigentlichen Thema: Erdfasten… Mir ist jetzt nicht vollkommen klar, ob die Erde eine Ernährungsgrundlage darstellt oder nur eine Zugabe bei Fasten ist.

Ich konnte leider keine originale Fastenpläne im Internet ausmachen. Lediglich in zwei Blogs gab es nähere Angaben dazu: https://roh-macht-froh.de/2010/06/11/fastenexperiment/ und https://www.urkostforum.de/viewtopic.php?f=2&t=11377&start=15. Es ist etwas verwirrend.

Denn ich weiß jetzt immer noch nicht, ob Erde nur eine Zutat ist, die beim Fasten genommen wird. Oder sollte, so wie ich das verstanden habe, auch während der Nicht-Fastenzeit mit in den Ernährungsplan aufgenommen werden.

Wie es sich für mich darstellt, ist die Urkost von Konz und das Erdfasten fast ein und dasselbe. Vielleicht wird beim Erdfasten etwas mehr Heilerde zu sich genommen. Aber auch das ist nichts überwältigend Neues. Altes zu dieser „Neuigkeit“ habe ich hier diskutiert: Heilerde – Wirkung, Anwendung und Nutzen und Heilerde.

Aber im Gegensatz zur Auffassung von Konz bewirkt die Heilerde ein Binden von schädlichen Substanzen im Darm, die dann durch den Stuhlgang ausgeschieden wird. Laut Konz soll die Erde angeblich dazu beitragen, dass anorganische Stoffe vom Körper aufgenommen werden und somit einen Beitrag zur Ernährung leisten. Aber auch hier lässt sich sagen, dass die Aufnahme von Mineralstoffen in den Organismus anders erfolgt als über den Verzehr von „Bauschutt“.

Fazit

Ein Steuerberater ist nicht deshalb ein guter Gesundheitsberater, nur weil er gut bei Steuern beraten kann. Die eigene Genesung als Grundlage für eine neue Medizin herzunehmen, ist ebenso unwissenschaftlich wie die Bemühungen der Schulmedizin, ihre Produkte aufgrund einer einzigen Meta-Analyse mit 10 Probanden als effektiv und sicher zu qualifizieren.

Denn dem eigenen Erfolg durch dieses Ernährungs- = Therapieverfahren steht zum Beispiel der Tod eines 16 Monate alten Jungen im Jahr 2004 entgegen, der von seinen Eltern nicht zum Arzt gebracht worden war, da der „Glaube an Konz“ eine schulmedizinische Behandlung in jedem Fall verbot (Kind verhungert: Bewährungsstrafen für Veganer-Eltern).

Bei aller Kritik an der Schulmedizin, die ich sogar in bestimmten Aspekten mit Herrn Konz teile, gibt es auch hier Bereiche, die die Qualitätsmerkmale einer erfolgreichen Medizin in sich tragen und Patientenleben nicht durch Zufall oder Gesundbeten retten. Wer das bestreitet, wie zum Beispiel Herr Konz, scheint eher ein Ideologe zu sein.

Wie ideologisch die Konz´sche Behandlungsmethode ist, wird auf der Webseite von Dr. Peglau (Anregungen zu einem (selbst)bewussteren Leben), einem Psychoanalytiker, gezeigt. Urkost und Erdfasten auch noch als die Lösung aller Probleme und die Rettung der Welt zu propagieren, das geht selbst dem Psychoanalytiker und Konz-Befürworter entschieden zu weit.

Fazit vom Fazit

Erdfasten hat mit Gesundheitspflege wenig zu tun. Dafür erhöht die dahinter steckende Ideologie die Glaubensbereitschaft der Konz-Anhänger, die nicht nur sein Steuerberater-Buch kaufen, sondern auch sein Urkost-Buch. Übrigens: Franz Konz starb am 23. April 2013 im Alter von fast 87 Jahren.

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Dieser Beitrag wurde letztmalig am 26.03.2015 aktualisiert.

Intervallfasten. Das ist ja geradezu ein neuer „Hype-Begriff“. Und wenn ich mir anschaue was für dicke Bücher zu diesem Thema inzwischen geschrieben werden, kann ich nur mit dem Kopf schütteln… Denn das was als „Intervallfasten“ bezeichnet wird, ist „nur“ eine alte Naturheilkunde-Regel zur gesunden Ernährung.

Überhaupt werden die Fasten-Begriffe heute derart verdreht, dass kaum noch einer weiß, was diese eigentlich bedeuten. Aber wenn dann die „Wissenschaft“ kommt und bestimmte alte Naturheilkundeverfahren bestätigt, dann werden diese hochgejubelt und finden (endlich) mal Beachtung.

Also auf zu den Studien.

Studien zeigen überzeugend, dass Intervallfasten heilend auf schwerwiegende Krankheiten wie Diabetes Typ 2, Asthma, chronische Bronchitis und diverse Allergien einwirkt sowie komplexe medizinische Therapien, z. B. bei Krebserkrankungen, unmittelbar unterstützt.

Im Folgenden stelle ich Ihnen diesen Klassiker aus der Naturheilkunde im Detail vor und erkläre Ihnen auch, wie Sie Intervallfasten als schnellen und einfachen Einstieg in die Welt des Heil- und Vollfastens nutzen können.

Aber zuerst einmal:

Was ist Intervallfasten?

Wer im Netz recherchiert, stellt schnell fest: Eine einheitliche Definition oder gar einen „Masterplan“ für das Intervallfasten gibt es nicht.

„Jeder“ der meint etwas dazu sagen oder schreiben zu müssen und scheint eine eigene Definition parat zu haben.

Gerade in Abgrenzung zu anderen Fastenarten bietet es sich allerdings an, Intervallfasten begrifflich möglichst eng einzugrenzen. Klar ist: Fasten heißt, dass auf die Aufnahme von Lebens- und Genussmittel verzichtet wird.

Der Zusatz „Intervall“ gibt diesem Verzicht zusätzlich eine zeitliche Dimension. Intervallfasten bedeutet, dass der/die Fastende zu bestimmten Tageszeiten auf Essen verzichtet und diese täglichen Verzichtszeiten allmählich ausweitet.

Ziel des Intervallfastens kann es beispielsweise sein, die tägliche Nahrungsaufnahme auf acht Stunden zu begrenzen und die restlichen 16 Stunden am Stück zu fasten (dies wird oft als „16:8“ abgekürzt). Sie könnten sich beispielsweise entscheiden, nach 17 Uhr keine Nahrungs- und Genussmittel mehr zu konsumieren und am nächsten Morgen erst nach 9 Uhr zu frühstücken.

Die Fastenphase lässt sich natürlich weiter steigern, sinnvollerweise bis zu einer Grenze von „20:4“ (auf eine 20-stündige Fastenphase folgen vier Stunden innerhalb derer gegessen wird).

Durch Intervallfasten gönnen Sie Ihrem Stoffwechsel täglich eine Fastenzeit, Verdauungspause und eine Phase des Heilens und Entschlackens – und dies in der Regel ohne signifikant in Ihren Alltagsrhythmus einzugreifen zu müssen.

Anfänger im Intervallfasten können zu Beginn mit kürzeren Essenspausen anfangen und die Fastenstunden kontinuierlich steigern. Je länger und intensiver die tägliche Fastenphase ist, desto stärker stellen sich positive Effekte auf Körper und Geist ein.

Damit wäre eigentlich alles erklärt. Aber so einfach machen es uns die neuen „Intervallfasten-Experten“ nicht. Deswegen muss ich noch etwas weiter ausholen…

Wenn Ratten fasten…

… sind sie schlanker, gesünder und haben eine höhere Lebenserwartung als ihre nicht-fastenden Artgenossen – und das bei gleicher Kalorienmenge und Nahrungsqualität. Zu diesem bedeutenden Ergebnis sind Roy E. Beauchene et al. in ihrer Studie „Effect of age of initiation of feed restriction on growth, body composition, and longevity of rats“ bereits im Jahr 1986 gekommen.

Ratten, die von den Forscher*innen kontinuierlich jeden Tag acht Stunden lang mit Futter versorgt wurden, waren demnach nicht nur Artgenossen mit ständigem Futterangebot (stellen Sie sich ein „All-you-can-eat-Buffet“ für Versuchsratten vor), sondern auch Artgenossen, die innerhalb ihrer Lebenszeit ausschließlich einzelne Fastenphasen durchlebten, überlegen.

Nun lassen sich Studien an Tieren nur mit Vorsicht auf den Menschen übertragen. Im Bereich Heilfasten zeigen aber eine ganze Reihe an aktuellen Forschungsergebnissen, dass Intervallfasten und intermittierendes Fasten (siehe unten) überraschend ähnliche Effekte auf den menschlichen Organismus haben.

Stellvertretend sei hier verwiesen auf die „Ramadan-Studien“ von Mahmoud Adlouni et al. (1997) und Fehime B. Aksungar et al. (2007), die belegt haben, dass das längere Intervallfasten während des Ramadans Entzündungsmarker sowie Glucose- und Cholesterinwerte signifikant senkt und so kardiovaskulären Erkrankungen entgegenwirkt. Wir wissen also bislang: Wenn Sie kontinuierlich intervallfasten, profitieren Sie gesundheitlich auch dann, wenn Sie Ihre Nahrungsmittel und Kalorienmenge selbst nicht umstellen.

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Begriffsabgrenzung: Was ist Intervallfasten nicht?

Intervallfasten heißt, dass täglich für ein bestimmtes, ggf. kontinuierlich größer werdendes Zeitfenster, auf Essen verzichtet wird. Von dieser Art des Fastens abzugrenzen sind insbesondere das intermittierende Fasten sowie das Vollfasten.

Intermittierendes Fasten bedeutet, dass an einem oder mehreren Tagen in der Woche vollständig auf Nahrung verzichtet wird. Die aktuell bekannteste intermittierende Fastenmethode ist unter dem Kürzel „5:2“ zusammengefasst:

Der/die Fastende isst und trinkt wie gewohnt an fünf Tagen in der Woche, an zwei (meist nicht aufeinander folgenden) wird völlig auf Nahrung und kalorienhaltige Getränke verzichtet. Beachtung findet auch weiterhin die „1:0“-Fastenmethode von Bernhard Ludwig, die auf jeden Essenstag einen Fastentag folgen lässt.

Wichtig ist, dass die Fastenphasen beim intermittierenden Fasten länger sind als beim Intervallfasten und daher potenziell tiefergreifende Wirkungen entfalten können. Eine Überprüfung und ggf. Umstellung der Ernährungsgewohnheiten im Sinne der gesünderen Lebensmittelwahl etc. findet bei beiden Methoden nicht unbedingt statt, ist aber selbstverständlich immer anzuraten.

Vollfasten bedeutet, dass Sie für einen bestimmten Zeitrahmen (in der Regel mehrere Tage) auf jede Form der festen Nahrung verzichten. Ihr Stoffwechsel stellt sich in dieser Zeit von der bekannten Energiezufuhr von außen auf eine Ernährung von innen heraus um.

Dieser neue Stoffwechsel wird als „Fastenstoffwechsel“ bezeichnet und wirkt sich bewiesenermaßen höchst positiv auf die körperliche und mentale Gesundheit des/der Fastenden aus. Das Vollfasten ist die ganzheitlichste Form des Heilfastens und sollte von einem Experten/einer Expertin beratend begleitet werden.

Für wen ist Intervallfasten die richtige Methode – und für wen nicht?

Intervallfasten ist eine einfache und in den allermeisten Fällen leicht in den Alltag zu integrierende Fastenmethode, die ohne Nahrungsumstellung große gesundheitliche Vorteile mit sich bringt. An die täglich wiederkehrende Fastenphase gewöhnen sich auch Anfänger schnell. Zuletzt ist Intervallfasten ein toller Einstieg zu längeren Heilfastenphasen und lässt sich beispielsweise zu intermittierendem Fasten oder einer Vollfastenzeit steigern.

Wie alle Fastenmethoden birgt Intervallfasten bei einigen schweren Vorerkrankungen mehr Nachteile als Vorteile. Dies gilt insbesondere bei Essstörungen und Mangel-/Unterernährung sowie schwerwiegenden psychischen Erkrankungen.

Herzpatient*innen und Schwangere sollten ebenfalls nicht fasten. Auch sollte bei kontinuierlicher Medikamentenaufnahme unbedingt vorab ärztlich geklärt werden, ob und ggf. in welchem Zeitfenster Intervallfasten individuell möglich und sinnvoll ist.

FAZIT

Intervallfasten ist eine uralte Sache, die jeder Naturheilkundige lernt, wenn es um die Grundprinzipien der Ernährung geht. Der ganze „Intervallfasten-Hype“ ist für mich alter Wein in neuen Schläuchen.

Klar: Ich rate zum Intervallfasten – jeden Tag!

Und so kann er aussehen, der „Schnellstart für Ihre Gesundheit“: Intervallfasten in drei Schritten

Beginnen Sie mit der 16:8-Methode. Mit Blick auf Ihren Alltag entscheiden Sie, in welchem Zeitfenster Sie täglich für wenigstens 16 Stunden auf jede Nahrungsaufnahme verzichten können. Trinken Sie viel und ausreichend – Wasser und ungesüßte Tees bieten sich besonders an!

Sobald Sie sich und Ihren Körper (und Ihren Appetit!) an die tägliche Fastenroutine gewöhnt haben, steigern Sie Ihre Fastenphase auf 18 Stunden („18:6“). Ihr Fasten wird durch die zwei zusätzlichen Stunden effektiver und intensiver, ohne dass Sie sich auf eine völlig neue Routine einstellen müssten.

Wenn Sie sich erneut steigern wollen, vielleicht sogar einen Übergang zum intermittierenden oder Vollfasten anvisieren, können Sie Ihre Fastenphase auf 20 Stunden erweitern („20:4“). In den täglichen 20 Stunden des intensiven Fastens sollten Sie keine Kalorien aufnehmen, können aber bei Bedarf mit kleinen Mengen Gemüse oder Nüssen zu große Energielücken füllen. Meist legen Intervallfastende nach dem 20:4-Modell die vier Stunden der Essensphase in die frühen Abendstunden.

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Beitragsbild: 123rf.com – leysaw

Dieser Beitrag wurde am 21.2.2020 erstellt.