✔ Worauf Sie achten sollten
✔ Wie man Ihnen dieses Heilmittel ausredet
✔ Eigenschaften, Wirkung und Nutzen

Bevor ich zu der „Problematik“ um die Zeolithe komme (inklusive Warnungen usw.), kümmern wir uns erst einmal darum, was Zeolithe eigentlich sind.

Also:

Zeolithe sind Alumosilikate, die in verschiedener Form natürlich als Mineralien vorkommen oder auch synthetisch hergestellt werden können. Neben Aluminium- und Silizium-Ionen sind im Kristall-Gitter auch Natrium (Na+), Kalium (K+), Calcium (Ca2+) und Magnesium (Mg2+) eingelagert.

Der Name Zeolith geht auf den schwedischen Mineralogen Baron Axel Fredrick von Cronstedt zurück, der sich vom Altgriechischen Ausdruck für „siedender Stein“ inspirieren ließ, denn erhitzt man Zeolithe, wird Wasser frei und der Stein „kocht auf“.

Derzeit sind rund 100 natürliche Zeolithe bekannt. Dazu zählt auch das Klinoptilolith, das als Entgiftungsmittel und Mineralien-Lieferant medizinische Bedeutung hat.

Zeolithe entstehen, wenn Lava ins Meer fließt. Das sprudelnd kochende Wasser verleiht dem geschmolzenen Gestein feinste Poren und Röhren. Dadurch erhält das schnell sich verfestigende Material eine Struktur wie ein Schwamm. Das mikroporöse Tuffgestein weist winzige Hohlräume mit einer Ausdehnung von 0,4 bis 0,72 Nanometer auf.

Die Gesamtoberfläche des Materials ist deswegen enorm:  bei 1 Gramm Zeolith sind es 1000 m², bei 10 Gramm entspricht dies der Fläche eines Fußballfeldes. Die vielen Menschen besser bekannte Aktivkohle hat zum Vergleich eine Oberfläche von 300 bis 2000 m² pro Gramm.

Durch ihre Mikroporenstruktur sind Zeolithe ähnlich wie Aktivkohle Adsorptionsmittel und dienen in technischen Anwendungen als Molekularsieb, mit dem sich unterschiedlich große Moleküle trennen lassen.

Die vielfältigen Anwendungen von Zeolithen

Weil das Material andere Atome, Ionen und Verbindungen aufsaugt, wird es in der Industrie auch als Reinigungsmittel verwendet. Als noch verbleites Benzin verwendet wurde, dienten Zeolithe zur Säuberung der Abgase. Es kann auch radioaktive Schwermetalle aufnehmen und so zur Dekontamination genutzt werden.

Nach der Reaktorkatastrophe in Tschernobyl wurde berichten zufolge 500.000 Tonnen Zeolith verwendet, um die ausgetretenen Radionuklide abzufangen und zu entsorgen. In Waschmitteln dient Zeolith als Enthärter, in Wasserklärwerken nimmt es Giftstoffe und „Schmutz“ aus dem Abwasser auf.

Zudem können Zeolithe Wasser aufnehmen und wieder abgeben. In der Natur liegt in den Poren der Zeolithe in der Regel Wasser vor. Je nach Art des Minerals wird dabei rund 30 bis 40 Prozent des Eigengewichts an Wasser gespeichert. Durch das Wasser liegen die Kationen der Zeolithe in gelöster Form vor. Genutzt wird diese Material-Eigenschaft beispielsweise für Katzenstreu, das gleichzeitig Gerüche beseitigt.

Zeolith kann aber auch Mineralien abgeben. Daher wird das Gesteinsmehl in der Landwirtschaft als Dünger und Zusatz in Futtermitteln genutzt. Daneben dienen Zeolithe als Katalysatoren, Enthärter, Wärmespeicher und als Zusatz in Beton.

Die medizinische Anwendung von Zeolithen

Die Grundeigenschaften der Zeolithe, in Sonderheit des Klinoptilolithes, werden auch für medizinische Zwecke genutzt. Der Hauptnutzen besteht dabei in der Entgiftung oder Detoxifikation. Klinoptilolith adsorbiert bereits im Darm Schwermetalle, Radionuklide, Oxidantien, Nitrosamine, Pestizide und Stoffwechselendprodukte.

Die meisten Toxine liegen in ionisch geladener Form vor, wodurch sie durch die Ionen vom Kristall-Gitter angezogen und durch Ionen-Austausch dort aufgenommen werden. Die Molekül-Größe vieler Giftstoffe erlaubt eine Einlagerung in die Mikroporen. Nicht-ionische Verbindungen werden durch die van-der-Waals-Kraft an die Zeolithe gebunden. Die Adsorptionseigenschaften von Zeolith sind denen der Aktivkohle sehr ähnlich.

So können beispoielsweise auch Ammoniumsalze aus dem Darm entfernt werden. Gut anwendbar sind die Silikatminerale deshalb, weil sie ungiftig, geschmacksneutral, geruchsfrei und pH-neutral sind. Zeolith reagiert auch nicht mit Säuren oder Basen.
Das Mineral tötet auch Bakterien, Pilze und Bakterien ab.

Viren werden durch die Adhäsion an das Material unschädlich gemacht. Dadurch wird das Immunsystem entlastet und gestärkt.

Wie wichtig die körperliche Entgiftung ist, belegen Zahlen der WHO. Demnach sollen ein Viertel aller Krankheiten auf chronische Vergiftungen zurückzuführen sein. 90 Millionen Menschen leiden unter Schwermetall-Intoxikationen.

Kann Klinoptilolith auch Gifte aus dem Körperinneren beseitigen?

Klinoptilolith bindet Toxine im Darm. Deswegen wird oft behauptet, das Mineral könne zwar einer Vergiftung vorbeugen oder sie stoppen, nicht aber schädliche Substanzen aus dem Blut und den Organen entfernen. Dem widerspricht Dr. Karl Hecht.

Der emeritierte Professor für Physiologie an der Charité Berlin hat in Forschungsarbeiten bewiesen und am eigenen Körper erlebt, wie das Tuffgestein die Gewebe entgiften kann. Die Mobilisierung der Toxine erfolgt am einfachsten und schnellsten, wenn sich die Gifte in der extrazellulären Matrix befinden (Zellzwischenräume).

Länger dauert es freilich, wenn die Toxine bereits in die Zellen gelangt sind. Doch grundsätzlich ist die Entgiftung in beiden Fällen durchaus möglich.

Durch die Adsorption der Toxine im Darm entsteht ein Konzentrationsgefälle, im Zuge dessen die Gifte aus den Zellen, dem Extrazellular-Raum ins Blut und so in den Darm und die Nieren gelangen. Diese Organe besorgen dann die Ausscheidung.

Klinoptilolith ist auch Katalysator und Mineralien-Quelle

Die im Kristall-Gitter der Zeolithe unregelmäßig verteilten Alkali- und Erdalkali-Ionen werden leicht abgegeben. Doch auch Silizium löst sich vom Material und gelangt über die Darmschleimhaut ins Blut. Daher kann Klinoptilolith den Körper mit essenziellen Mineralien versorgen. Wichtig ist das gerade während einer Entgiftung deswegen, weil in dieser Zeit Mineralien-Mangel herrscht.

Klinoptilolith wirkt im Nahrungsbrei wie ein Katalysator für Verdauungs-Prozesse. So wird die Verarbeitung der Nahrung zu resorbierbaren Verbindungen gefördert. Die verbesserte Verdauung unterstützt die Entgiftungs-Funktion des Klinoptilolithes zusätzlich.

Zeolithe sind auf der Erde weit verbreitet

Gewonnen wird das Mineral weltweit im Tagebau. Hauptförderer ist China mit 2,5 Mio. Tonnen jährlich, während weltweit insgesamt 3,4 Mio. Tonnen abgebaut werden. Der Abbau in Deutschland ist vernachlässigbar.

In Europa fördert nur Bulgarien mit 45.000 Tonnen nennenswerte Mengen Zeolith. Synthetisch hergestellt werden jährlich weltweit 1,36 Mio. Tonnen. Verwendet werden die Zeolithe hauptsächlich (85 %) in Bau und Landwirtschaft. 7Eine Rohstoffknappheit ist nicht zu befürchten, da riesige Zeolith-Vorkommen noch vollkommen unerschlossen sind. So gibt es Schätzungen, dass allein in der Türkei 50 Milliarden Tonnen lagern. (1)

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Medizinisches Zeolith muss speziell aufgearbeitet werden

Im Jahr 2000 kam das erste Zeolith als Nahrungsergänzungsmittel auf den Markt. Das Mineral ist in Deutschland als Medizinprodukt, also ein Produkt mit physikalischer Wirkung, zugelassen. Diese Zeolith-Produkte sollen die Entgiftung im Körper aktiv unterstützen, beispielsweise nach Alkoholkonsum oder wenn man sich einer Chemotherapie unterzieht.

Arzneimittel mit Zeolithen gibt es derzeit keine, wohl aber frei verkäufliche Nahrungsergänzungsmittel. Wobei ich diese Einteilung in Arzneimittel und Nahrungsergänzung usw. für einen reinen Akt der Juristen halte, wie ich in meinem Grundsatzbeitrag zu Nahrungsergänzungsmitteln zeige.

Für die Anwendung von Zeolithen wird meist natürlich vorkommendes Zeolith verwendet. Dieses wird in speziellen Verfahren gereinigt und fein gemahlen wird, um seine Adsorptionskapazität zu erhöhen. Das Wirk-Spektrum der Zeolithe kann durch eine tribomechanische Behandlung erweitert werden (tribein: griechisch für „reiben“).

Dabei wird die bereits vorgemahlene Rohdroge in gegenläufigen Rotor-Walzen einer nochmaligen Belastung ausgesetzt. Ziel ist die optimale Körnchengröße von 7 µm. Größer sollten die Partikel sollten nicht sein und dürfen 1 µm auf keinen Fall unterschreiten.

Die technische Mörserung verändert auch das Kristallgitter des Minerals. Dadurch entstehen Eigenschaften, mit denen spezifische Wirkungen der tribomechanisch aktivierten Zeolithe (TMAZ) erklärt werden können.

Da natürliche Zeolithe mit anderen Gesteinen verunreinigt vorliegen, liegt ihr Gehalt an reinem Zeolith bei 50 bis 90 Prozent. Zeolith wird in Kapseln zum Einnehmen oder als Pulver angeboten. Das Pulver wird in Getränke eingerührt getrunken.

Die Verarbeitung nach den Richtlinien für Medizin-Produkte soll auch eine Verunreinigung der Rohstoffe verhindern. Da Zeolith fast alle chemischen Verbindungen stark anzieht, muss es sofort nach dem Abbau hermetisch untergebracht werden. Sonst droht auf dem Transport eine Verunreinigung mit unerwünschten oder giftigen Substanzen. Plastikbehälter sind ungeeignet, weil Kunststoffweichmacher in das Material eindringen können.

Vielleicht noch etwas zur Profitabilität: Zeolith als Nahrungsergänzungsmittel hat unter den zahlreichen Verwendungen die größte Gewinnsteigerung: eine Tonne davon liegt bei einem Preis von 120.000 bis 300.000 Euro, während der Rohstoffpreis dafür bei 100 US-Dollar liegt. (1) Da könnten windige Geschäftemacher schon mal auf „dumme Ideen“ kommen.

Billige Zeolithe, die für die Einnahme deklariert sind, sollten deshalb nicht verwendet werden. Für medizinische Zwecke zertifizierte Zeolithe sind nur in Apotheken und Reformhäusern erhältlich.

Dosierung und Anwendung

Einnahme-Empfehlungen liegen bei rund drei Gramm Zeolith täglich. Die Anwendung beginnt mit einer niedrigen Anfangs-Dosis, die langsam gesteigert wird. Dabei sollte die Erhaltungs-Dosis bei therapeutischer Anwendung höher sein als bei prophylaktischer Einnahme.

Berücksichtigt werden muss, dass Zeolithe auch Medikamente adsorbieren und dadurch deren Wirksamkeit einschränken können. Deswegen dürfen Zeolithe nicht gleichzeitig mit Pharmaka eingenommen werden. Eventuell muss die Dosierung der Pharmaka oder auch von Vitalstoff-Supplementationen erhöht werden.

Eine spürbare Wirkung ist erst nach 3 bis 4 Monaten zu erwarten. Einige chronische Erkrankungen bedürfen einer Anwendung über Jahre hinweg. Oft ist dann eine dauerhafte Einnahme empfehlenswert.

Erfolgt die Anwendung von Zeolithen während einer schweren Erkrankung oder einer Schwangerschaft sollte unbedingt der Arzt oder Heilpraktiker zurate gezogen werden. Zu Beginn der Behandlung kann Durchfall auftreten, insbesondere, wenn die Indikation der Therapie eine Verbesserung der Wundheilung ist.

Die Therapie wird durch Analysen des Blutes, des Urins und der Haare überwacht. In diesen Proben kann der Gehalt an Toxinen ermittelt werden.

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Studien über Zeolithe

Im Verdauungstrakt adsorbieren Zeolithe Kalzium und auch radioaktives Cäsium, wie an Kaninchen gezeigt wurde.

Wie hoch die Adsorptionskapazität von Zeolith ist, ist unklar, da Kationen wie Natrium im Verdauungsbrei reichlich vorhanden sind und eine Sättigung der Zeolithe verursachen könnten. Bislang liegen zwar einige Tierversuche, jedoch kaum Studien am Menschen vor.
2001 wurden zwei Präparate an Mäusen untersucht.

Dabei wurde durch die Einnahme die Leukozyten-Bildung angeregt, während Cytokine im Knochenmark abnahmen. Letzteres schrieben die Forscher der Darmreizung durch Zeolith-Partikel zu. Zudem erhöhte Zeolith den Kalium-Level im Blut. Bei Mäusen mit Brustkrebs im Endstadium konnten die Mineralpräparate den durch die Krankheit verminderten Level an Natrium und Chlorid wieder erhöhen. (2)

2001 wurden auch erste krebshemmende Effekte von Zeolith an Zellen in Kultur gezeigt. Anschließend konnte an Mäusen und Hunden mit Krebs gezeigt werden, dass sich bei Einnahme von Zeolith die Lebenserwartung erhöhte und Tumore in ihrer Größe reduziert wurden. (3)

Im Reagenzglas hemmt Zeolith das Wachstum von Krebszellen und erhöht die Bindung bestimmter, bei oxidativem Stress entstehender Giftstoffe an Albumin. Zudem wird im Tiermodell die Bildung dieser Stoffe wie auch die Metastasenbildung in der Lunge gehemmt und Zeolith unterstützt aktiv die Wirkung des Chemotherapeutikums Doxorubicin. Daher wird es von den Wissenschaftlern als Komponente einer möglichen Kombinationstherapie bei Krebs vorgeschlagen. (4)

Der Hersteller Megamin GmbH hat 2004 im firmeneigenen Labor eine Untersuchung der gesundheitsfördernden Wirkung an 61 Patienten mit Immunschwäche durchgeführt. Die Patienten erhielten täglich 1,2 oder 3,6 Gramm Zeolith. Dabei zeigten sich laut Megamin eine antioxidative Wirkung und eine Stärkung des Immunsystems, denn die Lymphozytenzahl wurde durch Zeolith erhöht. Das Blutbild blieb unverändert und Nebenwirkungen wurden keine beobachtet. Doch erfolgte die Studie nicht blind und auch eine Kontrolle mit Placebo fehlt. (5)

In einer anderen Studie wurde die Wirkung von Megamin und Lycopenomin verglichen. Beide Präparate enthalten tribomechanisch aktivierte Zeolithe (TMAZ). Lycopenomin ist durch oligomere Proanthocyanidine (OPC) aus Traubenkernen, Vitamin C und Lycopin aus Tomaten aufgewertet.

61 Patienten mit einem Durchschnittsalter von 58 Jahren nahmen an der Studie teil. Davon erhielten 31 für die Dauer von 37 Tagen 3 mal täglich 4 Kapseln Megamin. 26 dieser Teilnehmer litten am Immun-Mangel-Syndrom, 3 der Patienten hatten eine Krebsbehandlung hinter sich, einer eine Allergie (Typ I) und ein weiterer eine Furunculosis.
30 Teilnehmer nahmen 37 Tage lang 3 mal täglich 2 Kapseln Lycopenomin aktivâ ein.

Ein Immun-Mangel-Syndrom lag bei 25 der Freiwilligen vor, von denen 7 zusätzlich eine Krebstherapie durchlaufen hatten. 3 Teilnehmer litten an einer Allergie (Typ I), einer an rheumatoider Arthritis und ein weiterer an einer viralen Infektion.

Der Behandlungserfolg wurde mittels eines großen Blutbildes kontrolliert. Dabei konnte für beide Präparate ein Anstieg von 3 Lymphozyten-Typen nachgewiesen werden. Dies waren die CD3-, CD19- sowie die CD4-positiven Lymphozyten. Daraus kann ein aktivierender Einfluss der TMAZ auf das Immunsystem abgeleitet werden. Die Wirkung von Megamin war in der Studie dem Effekt von Lycopenomin überlegen.

Wahrscheinlich liegt dies an der höheren Dosierung des Zeoliths bei den Teilnehmern, die Megamin erhalten hatten.

Leider wurde in der Studie keine Placebo-Kontrolle durchgeführt und die Teilnehmer waren in Bezug auf die Anamnese heterogen zusammengesetzt. Daher lassen sich zurzeit nur Anhaltspunkte für die Wirkung der TMAZ benennen. Eine modulierende Wirkung auf die B- und T-Lymphozyten sowie der Killerzellen darf unterstellt werden.

Eine Medikation mit TMAZs kann höchstwahrscheinlich die Behandlung von Immunschwächen, Autoimmunkrankheiten, Immunkomplex-Krankheiten, Überempfindlichkeits-Reaktionen und Tumoren sowie einigen psychiatrischen Syndromen unterstützen. (6)

Fazit

Leider führten die Ergebnisse dazu, dass die Werbung Zeolith-Produkte seither gegen alle Arten von Krankheiten anpreist, die in irgendeiner Form mit oxidativem Stress verbunden sind, von Krebs bis zu Diabetes.

Wissenschaftliche Nachweise darüber fehlen jedoch noch.
In Tierfutter wird Zeolith schon lange als Zusatz verwendet. Es hält das Futter rieselfähig und die Tiere nehmen durch Zeolith im Futter schneller an Gewicht zu. Ein Effekt, der vermutlich nicht bei jedem Anwender willkommen sein dürfte.

Wer es mit einem Zeolith-Präparat versuchen möchte, muss außer Durchfall am Therapie-Start keine Nebenwirkungen befürchten, soviel darf ich schon mal aus eigener Erfahrung berichten. Die modernen Medizinprodukte sind inzwischen fein aufgearbeitet, sodass Darmreizungen vermieden werden.

Zudem sind ungiftig und geschmacksneutral und möglicherweise gesundheitsfördernd. Vor allem bei Krebserkrankungen sind erste Ergebnisse aus Zell- und Tierversuchen vielversprechend und können hoffentlich in Zukunft durch Anwendungsstudien an Patienten untermauert werden.

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Beitragsbild: 123rf.com – subbotina

Quellen:

1. Vortrag auf dem Jubiläumscolloquium der DECHEMA e. V., Fachsektion Zeolithe, anlässlich des 250. Jahrestages der Entdeckung der Zeolithe 21. November 2006; arnold-chemie.de/downloads/Naturzeolithe.pdf 2.

2. Martin-Kleiner et al. The effect of the zeolite clinoptilolite on serum chemistry and hematopoiesis in mice. Food Chem Toxicol. 2001 Jul;39(7):717-27. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/11397518

3. Pavelić et al. Natural zeolite clinoptilolite: new adjuvant in anticancer therapy. Journal of Molecular Medicine (Berl). 2001;78(12):708-20. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/11434724

4. Zarkovic et al. Anticancer and antioxidative effects of micronized zeolite clinoptilolite. Anticancer Res. 2003 Mar-Apr;23(2B):1589-95. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/12820427

5. Ivkovic et al. Dietary supplementation with the tribomechanically activated zeolite clinoptilolite in immunodeficiency: effects on the immune system. Advances in Therapy. 2004 Mar-Apr;21(2):135-47. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15310086

6. Ivkovic et al. Die Wirkung von Megamin® und Lycopenomin® auf die Zellen des Immunsystems, https://www.dr-walraph.de/megamin.htm

Bereits der berühmte Pastor und Naturheiler Sebastian Kneipp empfahl im 19. Jahrhundert seinen Patienten Weizenkleie als gesunden und kräftigenden Wirkstoff.

Denn: Die Kleie ist reich an Ballaststoffen, Vitaminen, Eisen und Flavonoiden. Vor allem bei Verdauungsproblemen wirkt Weizenkleie oft wahre Wunder. Die Rückstände aus den harten Bestandteilen des Getreides, bestehend aus Schalen und Keimlingen, die nach dem Mahlen und Absieben von Weizenmehl zurückbleiben, regen die Peristaltik (also die Verdauungsbewegungen) an und beugen damit auch Verstopfungen vor.

Wann liegt eine Verstopfung vor?

Von einer Verstopfung ( Obstipation) sprechen wir, wenn die unverdaulichen Nahrungsbestandteile zu lange im Darm bleiben. Oft haben wir dabei das Gefühl, uns beim Stuhlgang nur unvollständig entleeren zu können. Gleichzeitig ist die Kotmenge sehr gering, die Anzahl der Stuhlgänge selten und die Kotabgabe stark erschwert. Der Kot selbst ist hart und trocken.

Mediziner sprechen in der Regel erst dann von Verstopfung, wenn wir seltener als drei Mal pro Woche Stuhlgang haben. Individuell kann das Gefühl, an Verstopfung zu leiden, allerdings stark davon abweichen. So fühlen sich einige Personen selbst bei einer regelmäßigen täglichen Darmentleerung unwohl. Dies kann daran liegen, dass die Nahrungsbestandteile nicht am folgenden Tag wieder ausgeschieden werden, sondern sich bis zu vier Tage im Darm aufhalten. Fäulnis- und Gärungsprozesse sind die Folge. Hierbei entstehen Giftstoffe, die sowohl die Darmschleimhaut angreifen als auch Leber und Stoffwechsel belasten können -vor allem wenn eine Schädigung der Darmschleimhaut vorliegt, ein soenanntes. Leaky-Gut-Syndrom.

Welche Ursachen kann eine Verstopfung haben?

In den allermeisten Fällen sind Bewegungsmangel, zu wenig Flüssigkeitsaufnahme und eine ballaststoffarme Ernährung die Auslöser einer Darmträgheit. Mit der Erhöhung der Trinkmenge, regelmäßiger Bewegung und einer gesunden, ballaststoffreichen Ernährung lässt sie sich recht leicht beheben.

Alltagsstress und Zeitdruck können ebenfalls zu einer chronischen Obstipation führen. Denn wenn wir den Drang, auf die Toilette zu gehen, regelmäßig unterdrücken, so hält auch der Körper dieses Gefühl irgendwann zurück. Am besten nehmen wir uns täglich genügend Zeit für das „große Geschäft“ – beispielsweise immer nach dem Frühstück. Es ist möglich, dem Körper eine solche Regelmäßigkeit in kurzer Zeit anzutrainieren.

Eine Verstopfung kann allerdings, in seltenen Fällen, auch organische Gründe haben. Hämorrhoiden, ein Mangel an Gallenflüssigkeit, Afterrisse und Tumoren sind nur einige der Auslöser einer Obstipation. Eine Schilddrüsenunterfunktion oder die Hormonumstellung während einer Schwangerschaft können ebenfalls die Darmtätigkeit verlangsamen. Um sicherzugehen, dass organische Gründe für die chronische Verstopfung ausgeschlossen werden können, sollten Sie sich daher von einem Facharzt gründlich durchchecken lassen.

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Welche Abführmittel helfen bei Verstopfung?

Sennesblätter gelten als natürliche und milde Abführmittel. Allerdings kann eine regelmäßige Einnahme zu einem starken Kaliummangel führen. Synthetisch hergestellte Abführmittel haben ebenfalls bei längerer Einnahme einen gefährlichen Verlust verschiedener Mineralstoffe zur Folge. Deshalb sollten diese Abführmittel im Allgemeinen nur über einen kurzen Zeitraum und dann auch immer in Absprache mit einem Arzt oder Heilpraktiker eingenommen werden.

Viel gesünder und einfacher ist es außerdem oft, die Darmtätigkeit mithilfe von Weizenkleie anzuregen. Dazu nimmt man im Allgemeinen täglich ein bis drei Mal Weizenkleie (jeweils ein bis drei Esslöffel voll) zu sich. Passen Sie die Menge individuell an Ihre Bedürfnisse an. Es soll nach der Einnahme ein nicht zu fester, aber auch nicht zu flüssiger Stuhl entstehen. Sehr wichtig ist bei Weizenkleie: Immer ausreichend trinken! Da die Kleie im Darm stark quillt, trinken Sie über den Tag verteilt unbedingt wenigstens einen bis 1,5 Liter Flüssigkeit.

Weizenkleie als Nahrungsmittel

Da Weizenkleie so gut verträglich ist, können Sie sie regelmäßig auch über längere Zeiträume nutzen.

Selbst Kleinkindern schadet die Mischung aus den harten Bestandteilen des Weizenkorns nicht. Da es sich bei Weizenkleie um ein Nahrungsmittel handelt, können Sie es auch wie ein solches verwenden.

Streuen Sie die Kleie beispielsweise über den Salat, backen Sie ein gesundes Vollkornbrot oder leckere Muffins mit dem Weizenprodukt. Grießbrei und Quarkspeisen mit Weizenkleie schmecken auch Kindern gut, ebenso wie Müsli, das mit Kleie bestreut wird. Damit Sie nicht vergessen, ausreichend zu trinken, können Sie die Weizenkleie auch in Wasser oder Saft rühren.

Wie wirkt Weizenkleie?

Kleie besteht zu einem Großteil aus für uns Menschen unverdaulichen Fasern.

Bei diesen Ballaststoffen handelt es sich meist um sehr große Kohlenhydratverbindungen, die unser Verdauungssystem nicht spalten kann. Im Verdauungstrakt quellen sie in Verbindung mit Wasser auf, wodurch sie einen entsprechenden Druck auf die Darmwand ausüben. Die Dehnung der Darmwand wiederum regt dessen Darmbewegung an, die den Verdauungsbrei kontinuierlich Richtung Enddarm befördert. Ist die Peristaltik hingegen gestört, so verbleibt die Nahrung zu lange im Darmtrakt, was zu den oben beschriebenen Problemen führt.

Gleichzeitig haben Ballaststoffe aber einen weiteren Vorteil: Sie binden auf dem Weg durch den Darm verschiedene Giftstoffe, um diese auf schnellstem Wege aus unserem Körper heraus zu befördern. Darunter sind auch verschiedene krebserregende Stoffe.

In Untersuchungen wurde bestätigt, dass bei Personen, die sich regelmäßig ballaststoffreich ernähren, das Darmkrebsrisiko deutlich gesenkt wird (Reddy B. S. et al.: Preventive potential of wheat bran fractions against experimental colon carcinogenesis: implications for human colon cancer prevention; Cancer Res. 2000 Sep 1;60(17):4792-7).

Mittels Laborstudien konnte außerdem gezeigt werden, dass Weizenkleie möglicherweise sogar vor Brustkrebs schützen kann. Dies liegt möglicherweise an den anderen Inhaltstoffen des gesunden Nahrungsmittels. Denn neben Ballaststoffen (etwa 50 Prozent) enthält Weizenkleie verschiedene Substanzen, die als sogenannte Radikalfänger bekannt sind. So binden beispielsweise die in Kleie enthaltene Vanillinsäure und Kaffeesäure mit ihrer antioxidativen Wirkung zellschädigende, sehr reaktive Moleküle ab. Gleiches gilt für die in Weizenkleie enthaltene Phenolsäuren und Lignane (Ferguson L. R. & Harris P. J.: Protection against cancer by wheat bran: role of dietary fibre and phytochemicals; Eur J Cancer Prev; 1999; 8(1); S. 17-25).

Wer regelmäßig Weizenkleie zu sich nimmt, kann auch seinen Cholesterinspiegel ein wenig senken. Bei der Sache mit dem Cholesterin möchte ich Sie aber gleich einmal auf den „Cholesterinwahn“ hinweisen, der seit Jahrzehnten in der Medizin „umgeht“. Ausführlich berichte ich dazu in meinem Buch: Das Märchen vom bösen Cholesterin.

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Außerdem wird durch Weizenkleie der Blutzuckeranstieg nach den Mahlzeiten verzögert, was für Diabetes-Patienten wichtig ist.

Für wen ist Weizenkleie geeignet?

Selbst Kinder, die an Verstopfung leiden, vertragen Weizenkleie sehr gut und können diese regelmäßig mit den Mahlzeiten einnehmen.

Personen, die sich im Allgemeinen ballaststoffarm ernähren und häufig an Verstopfung leiden, können ihrem Verdauungssystem mit Hilfe von Weizenkleie auf Dauer nebenwirkungsfrei auf die Sprünge helfen.

Haben Sie hingegen trotz ausgewogener Ernährung oder einer Ernährung mit viel Rohkost eine chronische Verstopfung, so hilft Weizenkleie eher nicht.

Weitere Mittel, die helfen können, sindFlohsamenFlohsamenschalen oder Leinsamen. Auch hilfreich: Pflaumensaft oder Sauerkrautsaft sowie Heilerde.

Rezepte mit Weizenkleie

Gesundes Frühstück: Haferbrei mit Weizenkleie
Haferbrei ist ein einfaches und leckeres warmes Frühstücksgericht, das sich unendlich variieren lässt und ganz einfach zubereitet werden kann. Auch Kinder lieben dieses „Porridge“, vorausgesetzt, die Kinder werden nicht seit Jahren mit der beliebten Schoko-Nuss-Creme „abgefüttert“.

Aber: hier ein Rezept: Geben Sie für eine Portion Haferbrei 50 ml Bio-Sahne und 175 ml Wasser mit 4 EL Haferflocken in einen Topf und lassen Sie die Mischung unter häufigem Rühren wenige Minuten zu einer angenehmen Konsistenz einkochen. Am Schluss rühren Sie 2 EL Weizenkleie unter. Ich rate ja von Milch generell ab, deswegen als Alternative vielleicht die Sahne. Sie können auch mit Reismilch „experimentieren“.

Variieren können Sie den Haferbrei mit frischem oder getrocknetem Obst, Nüssen und Mandeln, Kokosflocken, Kakao und vielen anderen Zutaten. Experimentieren Sie doch einfach ein bisschen und finden Sie Ihren Lieblings-Frühstücksbrei. Tipp: Einen süßen Brei erhalten Sie ganz ohne Zugabe von Zucker, wenn Sie eine Banane zerdrücken und mitkochen.

Für zwischendurch: einfacher Mango-Smoothie mit Weizenkleie

Smoothies haben Hochkonjunktur. Kein Wunder: Mit guten Zutaten frisch zubereitet sind sie gesunde, leckere und leicht zu variierende Zwischenmahlzeiten. Einen verdauungsfördernden Mango-Smoothie können Sie ganz einfach zubereiten:

Schälen und entkernen Sie eine Mango und schneiden Sie das Fruchtfleisch in Stücke. Geben Sie 2 EL Weizenkleie und nach Belieben Wasser hinzu. Mixen Sie die Mischung mit einem Stand- oder Stabmixer und lassen Sie sich den Smoothie schmecken.

Eiweißbrot mit Weizenkleie

Ein schnelles und einfaches Eiweißbrot mit wenigen Kohlenhydraten, dafür aber einer Extraportion Weizenkleie, backen Sie so: Heizen Sie Ihren Ofen auf 170° (Ober-/Unterhitze) vor. Geben Sie 5 Eier, 300g Magerquark, 50g Weizenkleie, 100g Leinsamen, 100g gemahlene Mandeln, ein Päckchen Backpulver und einen gestrichenen TL Salz in eine Schüssel und verrühren Sie die Zutaten mit der Küchenmaschine.

Fetten Sie eine Backform mit etwas Butter ein oder legen Sie sie mit Backpapier aus und füllen Sie dann den Teig ein. Für 60 Minuten backen, danach aus der Form nehmen und das Brot im Kühlschrank aufbewahren.

Aprpos Brot-Rezept: Hier ein Rezept für ein Flohsamen-Brot.

Zusatztipp: Gesichtsmaske mit Weizenkleie für glatte Haut

Weizenkleie kann auch äußerlich gut angewandt werden, um die Haut zu glätten, der Hautalterung vorzubeugen und Reizungen oder Entzündungen zu mildern. Für eine pflegende Gesichtsmaske mischen Sie 2 EL Weizenkleie, 1 TL Honig und 1 TL Quark oder Naturjoghurt zu einer Paste. Streichen Sie die Maske auf das Gesicht (Augen- und Mundpartie aussparen) und waschen Sie sie nach zehn Minuten wieder ab. Das Ergebnis ist eine strahlende, glatte Haut.

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Beitragsbild: 123rf.com – PAPAN SAENKUTRUEANG

Der Begriff „Rechtsregulat“ hat nichts mit einer politischen Ausrichtung zu tun. Vielmehr ist dies eine Bezeichnung der Firma Niedermaier für eine Produktreihe, die eine sogenannte „Regulatessenz“ enthält. Das ursprüngliche Produkt ist das Rechtsregulat Bio, das ich schon seit Mitte der 90er Jahre kenne und auch Patienten verordne.

Es stellt sich aber immer wieder die Frage, was dieses „Rechtsregulat“ eigentlich ist, wie es wirkt usw. Diesen Fragen versuche ich mal in diesem Beitrag nachzugehen. Weiter unten habe ich dann noch eine Art Gutscheincode für Sie, mit dem Sie die Produkte zum Sonderpreis beziehen können, wenn Sie das Rechtsregulat bestellen möchten.

Zunächst aber die Frage:

Was ist das Rechtsregulat eigentlich?

Die Firma charakterisiert die Regulatessenz als ein flüssiges Konzentrat, das aus einer sogenannten „Kaskadenfermentation“ entstanden ist. Fermentiert wurden in dieser „Kaskade“ Früchte, Nüsse und Gemüse („aus frischen, ökologisch angebauten“ Produkten). Resultat dieses Vorgangs ist ein Konzentrat, das „Aminosäuren, Oligopeptide, sekundäre Pflanzenstoffe, rechtsdrehende Milchsäure und Zellwandbestandteile der Milchsäurebakterien (Peptidoglykane)“ enthält.

Die „Kaskadenfermentation“ wird von der Firma als „Königsweg der Fermentationstechnologie“ gepriesen, auf die anscheinend auch ein Patent ausgestellt worden ist. Durch diesen mehrstufigen Fermentierungsprozess mit Hilfe von Milchsäurebakterien werden pflanzliche Bestandteile erschlossen und allergene Proteine zu Aminosäuren oder Oligopeptiden reduziert. Dadurch sind die im Produkt enthaltenen Wirkstoffe und Substanzen vom Organismus viel einfacher aufzunehmen, da mit dem Fermentierungsprozess schon eine Art „Vorverdauung“ stattgefunden hat.

Die Ausgangsstoffe, die diese Kaskadenfermentation durchlaufen sind Artischocken, Kurkuma, Datteln, Erbsen, Feigen, Kokosnüsse, Safran, Sellerie, Sojabohnen, Walnüsse, Sojasprossen, Zitronen und Zwiebeln.

Die Produktpalette

Das „wichtigste“ und bekannteste Produkte (ich hatte es bereits erwähnt), ist das Rechtregulat Bio.

Darüberhinaus gibt es eine ziemlich bunte Produktpalette und unterteilt in die Kategorien Top Produkte, Regulat® Beauty. 

Rechtsregulat Bio wird als angereichertes Lebensmittel mit Vitamin C bezeichnet und soll biologische Regulationsvorgänge unterstützen. Dadurch sollen Müdigkeit und Erschöpfung reduziert werden. Grund dafür ist eine Erhöhung von Energie in den Zellen, was auch eine verbesserte Immunabwehr mit sich bringen soll.

Rechtsregulat Metabolic sieht sich als Nahrungsergänzungsmittel mit Vitaminen und Mineralstoffen. Es enthält Rechtsregulat Bio plus Magnesium, Mangan, die Vitamine B1Vitamine B2Vitamine B3Vitamine B6Vitamine B12 und Vitamin C, was eine Normalisierung des Stoffwechsels herbeiführen soll.

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Regulat Bio-Spray kommt in zwei Ausführungen, einmal als „Skin Repair“ und als „Skin Protect“. Beide Versionen scheinen eine Art Rechtsregulat Bio in Spray-Form zu sein. Ein präziser Indikationskatalog wird nicht angegeben. Die Aussagen, wie „stabilisiert die Haut gegen äußere Einflüsse“ oder „erhöht die Widerstandskraft und Regenerationsfähigkeit“ sind etwas sehr allgemein gehalten, was möglicherweise auch mit rechtlichen Dingen zu tun haben könnte.

Die Protect-Version ist dagegen etwas genauer in ihren Aussagen zum Einsatzgebiet, als da wäre Sonnenbrand, Insektenstiche, Fußhygiene, Zeckenabwehr und Juckreiz. Dann erfahren wir noch, dass es ein neues Sprühsystem gibt, dass Sprühgeräusche reduziert. Ob das wirklich von so großer Wichtigkeit ist, diese Beurteilung überlasse ich jedem selber. Heimliche Sprüher könnten hier interessiert sein.

Die dritte Kategorie heißt Regulat Beauty. Hier gibt es neun Anti-Aging Produkte einzeln und als kombiniertes Set. Das Anti-Aging Lifting Serum zum Beispiel soll die Faltenbildung unterbinden. Dies geschieht durch einen Komplex aus Regulat® und hochdosierter Hyaluronsäure. Zu dieser Säure hatte ich zwei Beiträge gebracht, die sich mit der Substanz etwas genauer befassten: Hyaluronsäure bei Arthrose: Eine sinnvolle Therapie? und Hyaluronsäure: Wirkung und Anwendungsgebiete. Die anderen „Anti-Aging Präparate“ sind rund um die Hyaluronsäure aufgebaut, die Tagescreme, die Nachtcreme, die Augencreme und die „extra rich creme“.

Eine relative neue „Kategorie“ ist das Regulatpro Immune. Das Regulatpro Immune ist so interessant, dass ich dazu einen eigenen Beitrag verfasst habe: Regulatpro Immune von Dr. Niedermaier

Was lässt sich sagen?

Die Darstellung bezüglich der Fermentierung sind mehr als interessant, da dieser Prozess eine sehr alte „Kunst“ der Nahrungszubereitung ist. Fermentierte Nahrungsmittel stehen generell in dem Ruf, besonders bekömmlich und gesundheitsfördernd zu sein, was ich aus der Erfahrung auch bestätigen kann.

Dies ist allerdings eine ziemlich allgemeine Aussage, die für spezifische Produkte erst noch nachgewiesen genau werden müsste. Die Annahme, dass fermentierte Produkte generell gut sind, ist zumindest aus wissenschaftlicher Sicht so nicht zulässig.

Daher vermisse ich bei der Darstellung und Erläuterung der Produkte auf der Dr. Niedermaier Webseite Angaben von Studien, die hier ein paar noch deutlichere Aussagen gemacht hätten. Auf der Webseite wird wiederholt das Wort „nachweislich“ benutzt, um bestimmte Wirkungen der verschiedenen Produkte zu unterstreichen.

Informationen die mir im „Fachportal“ zugänglich gemacht wurden, sehen aber recht überzeugend aus und bestätigen meine gute Erfahrung mit den Regulaten.

Öffentlich zugängliche Studien

Nach etwas intensiver Suche bin ich aber auch „öffentlich“ fündig geworden. Unter Übersicht der Studienergebnisse mit Rechts-Regulat, Regulat Spezial Diabetic und Regulat Cosmetic werden eine Reihe von Arbeiten tabellarisch zusammengefasst. Die hier dargestellten Ergebnisse entsprechen in etwa dem, was man bei anderen, älteren Studien hat sehen können, die mit den in den Regulat-Produkten enthaltenen Einzelsubstanzen bereits durchgeführt wurden.

Kurkuma, Zwiebeln, Artischocken etc. beziehungsweise deren Inhaltsstoffe (zum Beispiel sekundäre Pflanzenstoffe) sind bereits wissenschaftlich relativ gut untersucht worden und haben beträchtliche gesundheitsfördernde Wirkungen zu bieten. Daher ist es keine Überraschung, dass die hier dargestellten Studienergebnisse ebenfalls gut ausfallen.

Allerdings sind nicht alle Studien reine in vivo Studien unter standardisierten Bedingungen. Die Studie mit Patienten, die als randomisierte, doppelblinde, Placebo kontrollierte Studie durchgeführt wurde, zeigte eine nur kleine Teilnehmerzahl von 48 Probanden. Andere Studien zeigten ein Format, das eher einer Anwendungsbeobachtung entspricht.

Eine weitere Webseite mit „Fachwissen“ bietet in einer Blockübersicht Ergebnisse von Studien an, wo allerdings nur Ergebnisse und keine Methodik oder andere wichtige Einzelheiten der Studie zu erfassen sind (Studies and observational studie confirm a significant improvement in skin texture, Artikel von: https://www.fachwissen-daten.de/berichte/verbesserung-bei-neurodermitis/2786). Die hier veröffentlichten Ergebnisse haben allerdings nicht den Anspruch, dass es sich hier um ein Abstract der jeweiligen Studie handelt.

Fazit

Das Rechtsregulat und seine Produktpalette ist mit Sicherheit alles andere als uninteressant, im Gegenteil! Schon alleine die Auflistung der „Zutaten“ verspricht eine Menge Gesundheit. Welche zusätzlichen positiven Effekte die Fermentation hat, läst sich nicht ganz einfach erklären. Wer sich mit Fermentation von Nahrungsmitteln nicht auskennt und deren gesundheitsfördernden Eigenschaften nicht kennt, der wird auch auf der Regulat-Seite keinen Informationszuwachs diesbezüglich erleben.

Die Studien zu den Produkten scheinen von der Firma gesponserte Arbeiten zu sein. Da könnte man behaupten, dass die Firma sicherstellt und dergestalt selektiert, dass nur gute Ergebnisse an die Öffentlichkeit gelangen.

Grundsätzlich habe ich jedoch die Erfahrung gemacht, dass die Produkte die Wirkung haben, die man ihnen von Firmenseite zuschreibt. Es gibt auch einfach zu viele alte Studien mit einer Reihe von Substanzen, die auch in den Regulat-Produkten vorkommen, und die sich als sehr wirksam gezeigt hatten.

Den einzigen Mangel den ich beim Rechtsregulat sehe (oder sollte ich besser sagen, man hat hier eine Chance verpasst?): Die Studien sind angreifbar, da sie entweder keine Studien sind, sondern Anwendungsbeobachtungen oder als „goldener Standard“ mit einer zu dünnen Patientenzahl durchgeführt wurden, die kaum als besonders aussagekräftig gelten kann. Dazu muss ich aber gestehen, dass schon genug kleinere Firmen im Pharmabereich (mit ausgezeichneten Produkten!) durch Auflagen, Nachzulassungen usw. regelrecht in den Ruin getrieben wurden.

Und hier wie „versprochen“ der Rabattcode / Gutscheincode, wenn Sie bestellen wollen:

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Fazit vom Fazit

Das Rechtsregulat von Dr. Niedermaier ist für mich ein bewährtes Mittel, das seinen Platz in meiner Naturheilpraxis hat.

Zu den Studien: Eine ordentlich angelegte randomisierte, doppelblinde, Placebo kontrollierte Studie  mit Rechtsregulat gegen Placebo gegen ein schulmedizinisches Medikament bei einer definierten Indikationsstellung (Diabetes zum Beispiel) wäre deutlich interessanter und aussagekräftiger – aber vermutlich für die Firma kaum finanzierbar.

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Die Sauerkirsche ist ein wohl bekanntes und seit langem genutztes Obst. Seit geraumer Zeit gibt es im Netz Webseiten, die sich mit den gesundheitlichen Vorzügen der Sauerkirsche, besonders mit der „Montmorency Sauerkirsche“ auseinandersetzen. Laut Aussage der englischen Version von Wikipedia ist diese Sorte im englischsprachigen Ländern mit die populärste Sauerkirsche. Die deutsche Version von Wikipedia diskutiert den gesundheitlichen Nutzen der Kirsche überraschend positiv, aber angeblich ohne entsprechende Quellenangaben und „Einzelnachweise“, obwohl im Anhang diese aufgeführt sind.

Aber auch ohne die Unterstützung von Wikipedia scheint es überraschend viele wissenschaftliche Veröffentlichungen zur Sauerkirsche zu geben, wo es sich lohnt, diese einmal genauer in Augenschein zu nehmen.

Die Wissenschaft um die Sauerkirsche

Eine im August 2016 erschienene Veröffentlichung untersuchte die bioaktiven Substanzen in einer Reihe von Kirscharten, wie der Vogelkirsche, wilde Kirschen, Schlehdorn und Wechselkirsche (Wild Prunus Fruit Species as a Rich Source of Bioactive Compounds.). Die hauptsächlichen  organischen Säuren sind Äpfelsäure und Citronensäure. Die häufigsten Phenolverbindungen sind Anthocyane, Flavonole, Derivate der Zimtsäure und Flavanole. Bei den Flavonolen sahen die Autoren 19 Quercitin-Derivate, 10 Kaempferol-Derivate und 2 Derivate des Isorhamnetins. Eine Messung der anti-oxidativen Kapazitäten ergab für Früchte mittelmäßige bis ausgeprägte Werte (Total Antioxidant Capacity of Plant Foods, Beverages and Oils Consumed in Italy Assessed by Three Different In Vitro Assays).

Fazit: Sauerkirschen und ihre Verwandten bieten dem Organismus eine Reihe von gesundheitlich wertvollen Substanzen und eine Unterstützung seiner anti-oxidativen Kapazitäten.

Anthocyanin composition, antioxidant efficiency, and α-amylase inhibitor activity of different Hungarian sour cherry varieties (Prunus cerasus L.).

Diese Arbeit zeigt, dass Anthocyane im Wesentlichen zur guten anti-oxidativen Wirksamkeit der Kirschen beitragen.

Evaluation of sour cherry (Prunus cerasus L.) fruits for their polyphenol content, antioxidant properties, and nutritional components.

Diese Arbeit von 2014 bestätigt im Wesentlichen die in den zuvor diskutierten Studien erlangten Ergebnisse.

Phytochemical uptake following human consumption of Montmorency tart cherry (L. Prunus cerasus) and influence of phenolic acids on vascular smooth muscle cells in vitro.

In dieser Arbeit nahmen 12 gesunde Männer teil, die entweder 30 oder 60 ml Montmorency Kirschkonzentrat zu sich nahmen. Nach 1, 2, 3, 5 und 8 Stunden wurden Blutproben entnommen und untersucht.

Ergebnis: Bei beiden Dosierungen sahen die Autoren hohe Konzentrationen an Phenolen, Anthocyanen, Vanillinsäure und Chlorogensäure  im Blut der Probanden. Diese Substanzen, vor allem einige der Phenole, zeigten vasoaktive Eigenschaften im Zusammenhang mit der glatten Muskulatur.

Sour cherry (Prunus cerasus) seed extract increases heme oxygenase-1 expression and decreases proinflammatory signaling in peripheral blood human leukocytes from rheumatoid arthritis patients.

Diese Laborarbeit gibt Grund zu der Annahme, dass Extrakte von Sauerkirsch-Samen in der Lage sind, Entzündungsmarker bei rheumatischer Arthritis günstig zu beeinflussen. Die Autoren sahen zudem eine Abnahme von oxidativem Stress und eine Regulierung der entzündungsfördernden Signalwege.

Die zuvor diskutierten vaskulären Funktionen der Inhaltsstoffe von Sauerkirschen wurden in dieser neuen Arbeit näher untersucht (Effects of Montmorency tart cherry (Prunus Cerasus L.) consumption on vascular function in men with early hypertension.).

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Die Autoren gehen aufgrund der zahlreichen Phenolverbindungen in der Sauerkirsche von einer Verbesserung der Endothel-Funktion der Gefäße aus und damit verbunden mit einer Senkung des kardiovaskulären Risikos. Daher untersuchten sie den Einsatz von Montmorency Kirschsaft auf die vaskulären Funktionen bei 15 Männern mit einer milden, frühen Hypertonie (systolischer Wert 130  mmHg und erhöht, und diastolischer Wert 80  mmHg und erhöht).

Die Studie war, trotz der geringen Teilnehmerzahl, eine randomisierte, doppelblinde, Placebo kontrollierte Studie. Die Teilnehmer erhielten entweder 60 ml Kirschkonzentrat oder ein Placebo. Bestimmt wurde die mikrovaskuläre Aktivität, arterielle Steifheit, Blutdruck und die Resorption von Phenolsäuren zu Beginn der Beobachtungszeit, und nach 1, 2, 3, 5 und 8 Stunden nach dem Verzehr von Saft oder Placebo.

Resultate: Der Kirschsaft senkte 3 Stunden nach Verzehr signifikant den systolischen Wert mit einer maximalen Senkung von 7  mmHg im Vergleich zu Placebo. Die Verbesserungen von kardiovaskulären Risikofaktoren fußten im Wesentlichen auf der Erhöhung von im Blut befindlichen Substanzen wie Vanillinsäure und Protocatechusäure. Protocatechusäure ist ein potentes Antioxidans, dass eine etwa 10-mal stärkere Wirkung hat als alpha-Tocopherol. Außerdem gibt es Hinweise, dass die Substanz bei Tumorzellen eine Apoptose auslöst.

Die Autoren schlossen aus ihren Beobachtungen, dass Montmorency Kirschsaft bei Männern mit einer beginnenden, leichten Hypertonie eine Senkung des systolischen Blutdrucks bewirkt.

Fazit: Mehr als interessante Ergebnisse, die aber mit nur 15 Probanden/Patienten noch keine statistisch signifikante Aussagekraft haben.

Melatonin enhances root regeneration, photosynthetic pigments, biomass, total carbohydrates and proline content in the cherry rootstock PHL-C (Prunus avium × Prunus cerasus). 

Diese Arbeit aus einem Labor für Agrikultur der Universität von Thessaloniki zeigt, dass Melatonin eine hemmende, aber auch fördernde Funktion bei der Wurzelbildung des Kirschbaums hat. Hohe Konzentrationen an Melatonin fördern zudem den Aufbau von Kohlenhydraten in den Blättern des Baums. Je nach Konzentration nimmt die Menge an Chlorophyll ab oder zu.

Fazit: Melatonin scheint für die Kirsche ein wichtiges Hormon zu sein, das Funktionen der Pflanze beeinflusst und kontrolliert.

Im gleichen Jahr (2012) erschien diese Arbeit: Effect of tart cherry juice (Prunus cerasus) on melatonin levels and enhanced sleep quality.

Diese Arbeit bezieht sich auf den Melatonin-Gehalt der Kirsche und möglichen Auswirkungen beim Verzehr. Melatonin ist bekannt dafür, dass es beim Menschen den Tag-Nacht-Rhythmus steuert. Daher stellten die Autoren sich die Frage, ob der Verzehr von Sauerkirschen auch eine durch Melatonin bedingte Verbesserung des Schlafs mit sich bringt.

An dieser randomisierten, doppelblinden, Placebo kontrollierten Studie nahmen 20 Freiwillige teil, die entweder Placebo oder Sauerkirsch-Konzentrat für die Dauer von 7 Tagen erhielten. Gemessen wurde die Schlafqualität. Urinproben wurden genommen, um die Melatoninausscheidung (beziehungsweise ein Metabolit des Melatonins) zu bestimmen.

Resultate: Die Konzentrationen von Melatonin waren in der Verumgruppe signifikant erhöht im Vergleich zu Placebo. Die gemessenen Ausgangswerte zu Beginn der Studie waren in beiden Gruppen gleich. Es ergaben sich jedoch signifikante Verlängerungen der Zeit von Bettruhe, gesamter Schlafzeit und Schlafqualität in der Verumgruppe.
Die Autoren schlossen aus ihren Beobachtungen, dass der Verzehr von Sauerkirsch-Konzentrat die Melatonin-Konzentrationen erhöht, und dass dies einen positiven Effekt auf die Schlafdauer und -qualität bei Männern und Frauen mit Schlafstörungen haben kann.

Fazit

Nachdem, was wir von der Wissenschaft haben lernen können, müssen Sauerkirschen ein überaus gesundes Obst sein. Auch hier sehen wir wieder das Phänomen, was wir bei vielen natürlichen Stoffen haben beobachten können: Obst und Gemüse sind eine Art eigene „Apotheken-Einheit“, da sie eine Vielzahl an biologisch wirksamen Stoffen beinhalten. Und diese Stoffe haben nicht nur isoliert eine einzige Wirkung, sondern haben Einfluss auf eine Vielzahl an Prozessen im Organismus. Daher ist es nicht verwunderlich, warum hier eine Reihe von gesundheitlichen Störungen durch den Verzehr günstig beeinflusst werden können.

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Voller Heilkräfte und gleichzeitig gesundheitlich völlig unbedenklich sei Mumijo, die Heilerde, die unter anderem im Himalaya vorkommt. Andere Fundstätten sind beispielsweise das Altai-Gebirge in Sibirien und einige Bergregionen in Südkasachstan. Sogar in der Antarktis findet man ein dem Mumijo sehr ähnliches Naturprodukt in großen Mengen (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/18996940).

Mumijo hat in den unterschiedlichen Regionen, in denen es teilweise seit Jahrtausenden zur Genesung eingesetzt wird, ganz verschiedene Namen.

So ist das Heilmittel zwar in den meisten GUS-Staaten als Mumijo bekannt, doch in Indien wird es beispielsweise als Shilajit in der ayurvedischen Medizin eingesetzt. Andere Namen sind Brogschaun (Tibet und Mongolei), Barachschin (Altai-Gebirge) und Arakul dshibal (Irak, Iran). In allen Sprachen bedeutet es so viel wie Bergsaft oder Bergschweiß.

Die Entstehung der Mumijo-Heilerde

Die Anwender von Mumijo behaupten: Lange und häufige Sonneneinstrahlung in Höhen von 1000 bis 5000 Metern, eine gründliche Reinigung der Heilerde mit Wasser aus Gebirgsbächen und ein hoher Anteil an Mineralstoffen mache Mumijo zu einem Wundermittel, das ungleich wirkungsvoller als gewöhnliche Heilerde sei.

Außerdem muss die Luft besonders rein sein, damit das zähvisköse Naturprodukt mit seinem rauchig-harzigen Geruch entstehen kann. Auch sind an den Standorten vor allem Milchsaftgewächse (besonders Euphorbia oder Trifolium) anzutreffen (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22557605).

Trotz zahlreicher wissenschaftlicher Untersuchungen, ist bisher nicht vollständig geklärt, wie Mumijo entsteht. Aufgrund der vielen sekundären Pflanzenstoffe gehen einige Forscher von einem rein pflanzlichen Ursprung aus. Am wahrscheinlichsten ist die These, dass Mikroorganismen die pflanzlichen Reste, Flechten und Harze zersetzen, wodurch nach und nach (mindestens 20 Jahre) Mumijo entsteht.

Die chemische Zusammensetzung weist aber mit Hippursäure und Albumin-ähnlichen Substanzen auch auf tierische Komponenten hin, die allerdings möglicherweise durch Verunreinigungen in die Mumijo-Heilerde geraten. Wieder andere Fachleute vertreten die These, dass Mumijo, ähnlich wie Guano, die Exkremente von Tieren sind, beispielsweise von Fledermäusen.

Zusammensetzung und Wirkung von Mumijo

Das Immunsystem des Körpers werde durch Mumijo unterstützt, der Anteil der roten Blutkörperchen erhöht, der Blutzuckerspiegel gesenkt und die Blutgerinnung herabgesetzt. Außerdem helfe Mumijo gegen Venenleiden, bei Erkältungen und Bronchitis, bei Depressionen und Mattigkeit, gegen Harnwegsinfektionen und Blasenschwäche, unterstütze die Heilung von Wunden, vermeide Knochenschwund und Rheuma, verjüngt den Körper und vieles mehr. Ein wahres Allheilmittel! Sagen die einen.

Scharlatanerie! Sagen die anderen. Westliche Gutachter, die die tibetische Heilerde auf Ihre Wirksamkeit untersuchten, zogen andere Schlüsse: Mumijo sei nicht wirksamer als Buddelsand aus dem Sandkasten heißt es da sogar.

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Einzig nachweisbarer Mineralstoff sei Quarz mit dem Spurenelement Silizium. Doch der könne vom Körper nicht gelöst werden, sei somit also nicht verwertbar. Kalzit würde die asiatische Heilerde enthalten, von einer „Vielzahl an Heilstoffen mit bis zu 90 Makro- und Mikroelementen“ wie die Hersteller versprechen, könne allerdings keine Rede sein. Wissenschaftlichen Untersuchungen zufolge ist keine einzige der angepriesenen Wirkungen auf die Gesundheit nachweisbar (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21530631).

Indische Forscher dagegen kommen zu anderen Ergebnissen. In ihren Veröffentlichungen wird eine Vielzahl mineralischer Spurenelemente erwähnt. Zwar ist die Zusammensetzung, je nach Standort, unterschiedlich. Doch soll Mumijo alle für den Menschen essentiellen Spurenelemente in hoher Menge enthalten. Die ebenfalls in der Heilerde vorkommende Fulvosäure besitzt entzündungshemmende Eigenschaften.

Für viele Forscher Asiens gilt die Wirksamkeit von Mumijo zur Nachbehandlung von Magenerkrankungen und Darmerkrankungen und Hämorrhoiden als wissenschaftlich gesichert.

In Tierversuchen bestätigte sich eine positive Wirkung bei Magengeschwüren und Entzündungen (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/2345464).

Bei Ratten konnte eine Fertilitätssteigerung bei beiden Geschlechtern durch die regelmäßige Gabe von Mumijo nachgewiesen werden (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16698205).

Die Ergebnisse stimmen mit denen an 60 unfruchtbaren Männern überein, deren Spermienqualität sich durch Mumijo signifikant verbesserte (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20078516).

Eine andere Studie zeigt, dass bei gesunden Probanden durch die Einnahme von Mumijo der antioxidative Status im Blut ansteigt (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22557121).

Mumijo soll außerdem das Immunsystem stärken und vor den Symptomen der Höhenkrankheit schützen (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20532096).

Neuere Forschungen gehen davon aus, dass die in der Heilerde enthaltene Fulvosäure wirkungsvoll einer Alzheimer-Erkrankung entgegenwirkt (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23131823).

Ob Mumijo, das seit Jahrtausenden als Heilmittel in der ayurvedischen Medizin verwendet wird, hilft oder nicht, muss jeder für sich selber entscheiden.

Allerdings muss er dafür, je nachdem wo er die dunkelbraune Masse, die meistens über den Internet-Handel vertrieben wird, bestellt, recht tief in die Tasche greifen: Eine Packung Mumijo kann bis zu 35 Euro kosten, während die hiesige Heilerde, die bei Magen-Darm-Erkrankungen oder manchmal auch für Fango- oder andere Wärmepackungen verwendet wird, oft schon für fünf bis zehn Euro zu erwerben ist.

Wer es sich aber leisten kann, sollte ruhig vergleichen, ohne dabei seine gesunde Skepsis zu verlieren, denn wie schon im Mittelalter werden gerade heute, forciert durch die neuen Medien, wieder viele Mittelchen und Wässerchen angepriesen, deren Wirksamkeit fraglich ist.

Ich selbst konnte mich noch nicht dazu ermuntern, die Mumijo Heilerde zu testen, werde aber von Patienten dazu gefragt. Sobald ich zu einem Test komme, schreibe ich mehr dazu. Bis dahin bleibe ich bei der guten alten Heilerde.

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Beitragsbild: 123rf.com – subbotina

MMS ist ein neueres Zauberwort. Es steht für „Miracle Mineral Supplement“, dann für „Miracle Mineral Solution“, dann für „Master Mineral Solution“, gerade so, als wenn die „Erfinder“ der wunderbaren Substanz selber nicht genau wüssten, wie sie es nun bezeichnen wollen.

Hinter der bombastischen Bezeichnung verbirgt sich eine Chemikalie, das Natriumchlorit. Selbiges ist nicht mit Natriumchlorid zu verwechseln, was die chemische Bezeichnung für Kochsalz ist. Natriumchlorit (NaClO2) ist das Salz der chlorigen Säure und keineswegs „neu“, wie der „Erfinder“ der Substanz, Jim Humble, behauptet.

Neu ist nur, dass man jetzt dieses Zeugs als „natürliches Antibiotikum“ bezeichnet und als Allheilmittel für Hunderte von Erkrankungen ausgibt.

Es soll angeblich wirksam sein gegen Krebs, AIDS, Infektionen (also nicht nur als Antibiotikum) und viele andere mehr. Aber weder die schulmedizinische Forschung, noch die nach meiner Meinung etwas solidere naturwissenschaftliche Forschung haben hier auch nur ansatzweise positive Erkenntnisse gewinnen können.

Wie wirkt der Zauberstoff?

Das Produkt kommt in Form von 2 Flaschen. Die eine Flasche enthält das Natriumchlorit, die andere eine verdünnte Säure, die als „Aktivator“ dient. Wenn dann NaClO2 und Säure zusammengeschüttet werden, dann setzt der darauffolgende Reaktionsprozess Chlordioxid frei, ein hoch reaktives Oxidans, das in der Tat so ziemlich alles oxidiert, was ihm in den Weg kommt. Damit werden auch eventuell vorkommende Bakterien und Viren beseitigt. Also doch ein „natürliches Antibiotikum“?

Laut Selbstdarstellung der MMS-ler wirkt dieses „Antibiotikum“ selektiv, d.h. es zerstört nur die schlechten Bakterien und Viren und lässt die guten Bakterien und normalen Körperzellen in Ruhe. Diese Darstellung ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nichts als eine alternative Form der Marketinglügenmühle, ein alternatives Märchenland, um eine Chemikalie zu einem allgemein verkaufbaren Markenartikel zu befördern. Natriumchlorit bzw. Chlordioxid wird nämlich genau auf diese Weise in der Industrie eingesetzt, um Wasser zu desinfizieren und Zellstoff, Textilien usw. zu bleichen. Von daher ist die Substanz alles andere als neu. Und laut Gefahrenstoffkennung gilt sie als giftig und brandfördernd.

Wer heilt, hat Unrecht

Aber nicht nur die unglaubwürdige Geschichte der selektiven Wirkung stößt nachhaltig säuerlich auf. Auch die auf der Webseite von Humble behauptete 100-prozentige Heilungsrate bei allen Erkrankungen ist mehr als unglaubwürdig. Es gibt in der Natur keine 100-prozentigen Wunder. Niemand kann sich von Möhren allein ernähren, und seien diese auch noch so gesund.

Wir sind einfach nicht so amöbenhaft einfach gestrickt, als dass eine einzige Substanz alleine alles bewirken kann. Dies ist segmentielles Gedankentum, wie es gerade in der Schulmedizin gepflegt wird. Um dieses „Dogma“ von der allmächtigen Wirksamkeit des MMS zu untermauern, muss dabei einiges an gedanklicher und pseudowissenschaftlicher Artistik an den Tag gelegt werden.

Denn ein Oxidans, so wie es bei der Mischung von Flasche 1 und 2 entsteht, kennt keine Selektivität in seiner Wirkung auf sein „Opfer“. Auf der Humble Webseite wird diese angebliche Selektivität mit abenteuerlichen Argumenten umschrieben (The Basic Science of MMS (Chlorine Dioxide) (educate-yourself.org)).

Erst wird einmal behauptet, dass Chlordioxid ein einzigartiges Molekül ist, das von Natur aus chemische Eigenschaften besitzt, die es selektiv für Pathogene macht. Wie diese Eigenschaften aber aussehen, will die Webseite aber nicht erklären. Das müssen wir halt glauben. Wie auch so einiges mehr.

Danach wird erklärt, dass das Chlordioxid Elektronen vom Krankheitserreger abzieht, bis dass dieser Zugrunde geht. Aber auch hier bleibt vollkommen offen, warum nur Krankheitserreger von dem Oxidationsprozess betroffen sind und nicht auch die nützlichen Bakterien bzw. körpereigene Zellen. Ach ja, da war doch der Glaube an die Einzigartigkeit der chemischen Substanz.

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Jetzt bleibt noch ein Bündel an Fragen offen. Zum Beispiel, wenn ich das Gemisch einnehme, dann kommt es zur Reaktion im Magen, der ja weitestgehend keimfrei bzw. -arm ist. Wie gelangt das Chlordioxid nun in den Organismus, wo es wirken müsste, wenn es Infektionen bekämpfen soll?

Es ist kaum vorstellbar, dass es im Magen, dann auf seinem Weg durch den Dünndarm vollkommen inaktiv bleibt und dann nach der Resorption wirksam wird, wenn es in der Blutbahn oder im Gewebe ankommt. Wird Chlordioxid überhaupt resorbiert? Und warum kommt es selbst nach eigenen Angaben zu Durchfällen, ein Zeichen einer negativen Beeinflussung der Darmflora, wenn es doch keinen Einfluss auf diese nimmt, da es ja selektiv nur die Bösewichter niedermacht?

Es gibt vielmehr Anzeichen aus Studien aus den 1980er Jahren, dass Chlordioxid als Desinfektionsmittel im Trinkwasser sich mit einer Reihe von Substanzen im Gastrointestinaltrakt verbindet, aufgrund des Oxidationsprozesses, wie z.B. Jod, so dass von Resorption überhaupt keine Rede mehr sein kann (https://ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/3816729 und https://ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/4043591). Vielmehr behindern diese Verbindungen eine Resorption des in den Nahrungsmitteln vorhandenen Jods, was unter Umständen zu einem Jodmangel führen kann. Damit wäre das Wunderzeugs bei Infektionen unwirksam, da es überhaupt nicht bis zum Infektionsherd vordringen kann. Und der Grund liegt unter anderem an seiner fehlenden Selektivität. Somit ist die Sache mit der Selektivität zur Glaubenssache gereift, genau wie die wundersamen 100-prozentigen Heilungsraten.

Dazu kommt dann noch die Überlegung, dass wir mit den verschiedenen Vitaminen und Heilkräutern immer bestrebt sind, ein hohes Maß an Antioxidantien zu uns zu nehmen, die genau diese Oxidantien im Schach halten, da die im Ruf stehen, für beträchtlichen organischen Schaden zu sorgen. Der Glaube an das wundersame MMS jedoch lehrt uns das genaue Gegenteil, dass nämlich Oxidantien therapeutisch wertvoll sind.

Ja, was denn jetzt? Können wir dann nicht einfach die Antioxidantien absetzen und schon geht es allen fiesen Bakterien schlecht, da sie sich ja nicht mehr auf die perfide Hilfe der Antioxidantien verlassen können? Es gibt in der Tat Prozesse, wo der Organismus Oxidantien bildet, um Pathogene und auch entartete Zellen abzutöten bzw. eine Apoptose auszulösen. Diese Prozesse sind jedoch streng lokal begrenzt und vom Organismus gut kontrolliert. Es findet also keine generalisierte Oxidation des gesamten Organismus statt.

MMS, Schulmedizin und Behörden

Wir kennen ja die außerordentliche Verschnupftheit von Schulmedizin und Behörden, wenn es um die Beurteilung von alternativen Behandlungskonzepten und Substanzen geht. Von daher ist es nicht sonderlich verwunderlich, dass MMS keine gnädige Begutachtung von dieser Seite erhält. Leider kann ich nicht umhin, diesmal den Behörden zumindest in einer Reihe von Punkten beizustimmen.

Das Bundesamt für Risikobewertung (BfR) brachte erst unlängst (2. Juli 2012) eine Stellungnahme zum Wundermittel heraus. Hier wurde von gastrointestinalen Störungen berichtet, „wie Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall, teilweise mit Blutdruckstörungen und erheblichen Flüssigkeitsverlusten. Direkter Kontakt der unverdünnten oder falsch gemischten gebrauchsfertigen Lösung kann zu Haut- und Schleimhautreizungen bis hin zu Verätzungen führen.“ Weiter spricht das BfR von einer „Irreführung“ der Verbraucher, da beim MMS der Eindruck erweckt wird, dass es sich hier um ein Nahrungsergänzungsmittel handelt.

Aber Natriumchlorit bzw.  Chlordioxid sind weder Nahrungsmittel noch Nahrungsergänzungsmittel, sondern Chemikalien und haben keinen Ernährungscharakter (https://www.bfr.bund.de/cm/343/bfr-raet-von-der-einnahme-des-produkts-miracle-mineral-supplement-mms-ab.pdf).

Aber auch die Gesundheitsbehörden der USA, Kanada, Frankreich, Schweiz und Großbritannien haben sich ähnlich kritisch zu dem Produkt geäußert und zum Teil lebensbedrohliche „Nebenwirkungen“ dokumentiert. Die oxidative Wirksamkeit scheint sogar so stark zu sein, vor allem körpereigenem Gewebe gegenüber, dass es zu Magenperforationen gekommen ist.

Vielleicht sind bei diesen eher seltenen Fällen zu hohe Konzentrationen verabreicht worden. Aber dennoch ist das tatsächliche Auftreten solcher Fälle kein Beweis für die Sicherheit des Produkts. Denn in dem Reigen alternativer Produkte oder Substanzen gibt es aus praktischer Sicht keine Überdosierung und damit verbundene Nebenwirkungen.

Das gilt für die Homöopathie, Heilpilze, Spirulina, Vitamine (mit Ausnahmen wie Vitamin A) und die Mehrheit der Heilkräuter. Hier gibt es kaum Berichte über Nebenwirkungen aufgrund von zu hohen Dosierungen. Schon alleine dieser Aspekt macht MMS für mich höchst suspekt.

G plus G = Glaube und Geld

M steht für Miracle = Wunder, eine Substanz, die es in der Naturwissenschaft nicht gibt. Wunder gibt es in Religionen. Sie sind die Wahrheitsbeweise für die einzigartige Richtigkeit der betreffenden Religion. Schon alleine eine chemische Substanz als Wunder auszugeben, verbunden mit dubiosen Erklärungen, die keine sind, macht das Tamtam um Humble zu einer Art Religion, oder besser Sektierertum.

So bezeichnet sich der Guru Humble auf seiner Webseite (https://jimhumble.co/) als „Archbishop“ (Erzbischof), was den quasi religiösen Charakter dieser Zeitgenossen nur noch einmal mehr unterstreicht. Wir sollen also glauben, an die Sache und an den Erzbischof mit seinen kläglichen Erklärungen über die Wirksamkeit des Produkts. Und nach dem Glaubensbekenntnis kommt dann die Kollekte: Auch der Pastor denkt an Zaster… So wird der gläubige MMS-ler auf der eben zitierten Webseite aufgerufen, 3 Dinge zu tun (3 Dinge braucht der Mann…):

„The 3 Things We All Must Do:

1. Make a donation – Again, this is critical.
2. Forward this Email to everyone you know and ask them to donate.
3. Commit to this fight, as if it were our own! It is!“

3 Dinge, die wir alle tun müssen:

1. Gib eine Spende – nochmals, dies ist besonders wichtig.
2. Leite diese E-Mail weiter an jeden, den du kennst und frag nach weiteren Spenden.
3. Nimm dich dieses Kampfes an, als wenn er der deinige wäre.)

Ich finde diese „Vorstellung“ schon sehr fragwürdig.

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Beitragsbild: 123rf.com – ralwel

Bei modifiziertem Citruspektin handelt es sich um eine spezielle Form von Pektin, die chemisch verändert wurde, um im Darm leichter vom Körper aufgenommen zu werden.

Was ist MCP und wie wirkt es?

Natürlich vorkommend ist Pektin ein unverdaulicher Ballaststoff und ein pflanzliches Polysaccharid, das in höheren Landpflanzen vorkommt und dort zum Aufbau fester Strukturen dient. Durch eine Erhöhung des pH-Werts oder eine Behandlung mit hoher Temperatur wird aus Pektin, das aus Zitrusfrüchten gewonnen wurde, modifiziertes Citruspektin (MCP).

Dabei werden die langen Polysaccharid-Ketten in kürzere Bestandteile aufgespalten. Sowohl Pektin als auch modifiziertes Citruspektin sind wasserlöslich. Während Pektin den menschlichen Darmtrakt jedoch weitgehend intakt passiert, kann modifiziertes Citruspektin in Teilen verdaut werden. Vor allem die reichlich vorhandenen Galaktosezuckerreste werden vom Körper resorbiert und gelangen in den Blutkreislauf.

Die Wirkung von modifiziertem Citruspektin auf den Körper wurde bereits in zahlreichen Studien untersucht und scheint einige bemerkenswerte Effekte zu haben. So kann das MCP im Körper bei einer bestehenden Krebserkrankung die Bildung von Metastasen hemmen oder ganz verhindern, wie im Reagenzglas und Tierversuch gezeigt wurde. Daher wird das modifizierte Pektin als Wirkstoff im Rahmen der Krebsbehandlung erforscht. Dabei hat MCP seine krebshemmende Wirkung bislang bei den unterschiedlichsten Krebsarten gezeigt, darunter Prostatakrebs, DarmkrebsLeberkrebs, Brustkrebs und Hautkrebs. (1)(2)(3)

Es scheint, dass MCP an freie Krebszellen bindet und so verhindert, dass sie Zellverbände bilden oder sich an gesunde Zellen binden können. Zudem setzt MCP die Überlebensfähigkeit junger Krebszellverbände, der Vorstufe von Metastasen, herab.

Für zwei Arten von Krebszellen wurde die Bindung an MCP zumindest im Reagenzglas bereits nachgewiesen. (4)(5)

Neben der Wirkung auf die Metastasenbildung wird erforscht, ob MCP das Wachstum von Tumoren verlangsamen kann. Im Mausmodell konnte bereits gezeigt werden, dass oral verabreichtes MCP das Tumorwachstum hemmt. (6)

Außerdem wurde bereits wissenschaftlich belegt, dass MCP den Tod von Krebszellen (Apoptose) begünstigt (7)(8) indem es die Krebszellen für Zellgifte sensitiver macht und Resistenzen verhindert. So kann die Einnahme von MCP eine Chemotherapie effektiv unterstützen. (9)

In den Studien wurde auch gezeigt, dass es für die beiden Haupteigenschaften von MCP bei der Unterdrückung von Krebs wichtig ist, dass die Modifizierung des Pektins sowohl mit der pH-Wert-Änderung als auch mit Hitze vorgenommen wird, was nicht bei allen im Handel erhältlichen MCP-Präparaten der Fall ist.

Trotz wichtiger Erkenntnisse über MCP in Versuchen mit Zellen und Tiermodellen liegen noch kaum klinische Studien am Menschen vor. Doch bereits 1999 wurde auf einer medizinischen Konferenz in Finnland berichtet, dass die Einnahme von MCP bei Männern die Wachstumsrate bei Prostata-Krebs verlangsamen kann. So verlangsamte sich das Krebswachstum bei vier der untersuchten sieben Patienten. (10)

Im Jahr 2003 wurde eine klinische Studie veröffentlicht, die diese vorläufigen Erkenntnisse untermauert. In sieben von zehn untersuchten Patienten mit Prostata-Krebs, die zwölf Monate lang MCP eingenommen hatten, hatte sich das Krebswachstum nachweislich verlangsamt. (11)

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Die Ergebnisse, die in den Studien an Krebszellen und im Tierexperiment bisher gewonnen wurden, sind sehr ermutigend, wenn auch noch vorläufig, da insgesamt weniger als 40 Studien durchgeführt wurden und kaum klinische Daten vorliegen.

Zumindest als unterstützende Maßnahme in der Krebstherapie könnte MCP jedoch ein potentes und gleichzeitig gut verträgliches Mittel sein, Metastasenbildung zu unterdrücken und Tumorwachstum zu hemmen, da MCP an kritischen Stellen der Krebsbildung greift. Dabei wurden trotz erster Anwendungsstudien noch keine unerwünschten Nebenwirkungen oder Abwehrreaktionen berichtet. Einzig Menschen mit einer Allergie oder Überempfindlichkeit gegen Pektin oder Zitrusfrüchte leiden nach der Einnahme an den üblichen Allergiesymptomen oder Verdauungsbeschwerden.

Trotz ausstehender klinischer Studien und wissenschaftlicher Fakten wird MCP bereits als Nahrungsergänzungsmittel angeboten und im Net kursieren zahlreiche Berichte von begeisterten Anwendern, von denen viele damit krebsfrei geworden sein wollen. In der Tat stimmen die bislang gewonnenen Daten hoffnungsvoll und betonen die Bedeutung der Nahrung und spezieller Nahrungsergänzungen im Kampf gegen Krebs. MCP wird weiter erforscht und könnte in Zukunft das Waffenarsenal gegen unterschiedlichste Krebsarten ergänzen, ohne eine zusätzliche Belastung des Patienten darzustellen.

Da keine ernsten Nebenwirkungen zu befürchten sind und MCP tatsächlich ein gutes, ergänzendes Mittel bei der Bekämpfung verschiedener Krebsarten sein könnte, spricht nichts dagegen es therapiebegleitend einzunehmen, solange man den gesunden Menschenverstand walten lässt und sich weiterhin von Spezialisten behandeln lässt.

Um den vollen Effekt des modifizierten Pektins nutzen zu können, sollte man sichergehen, dass das Citruspektin bei der Modifizierung sowohl mit einer Veränderung des pH-Wertes als auch mit Hitze behandelt wurde, was nicht bei allen Produkten der Fall ist. Im Zweifel kann man sich dabei direkt an den Hersteller wenden, um verlässliche Informationen zu erhalten.

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Quellen: 

(1)Jun Yan & Katz, 2010, Integrative Cancer Therapies, https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20462856
(2) Hayashi et al., 2000, Alternative Medicine Review, https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/11134977
(3) Liu et al., 2008, World Journal of Gastroenterology, https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19109874
(4) Nangia-Makker et al., 2002, Journal of the National Cancer Institute,
 https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/12488479
(5) Platt & Ratz, 1992, Journal of the National Cancer Institute,
 https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/1538421
(6) Nangia-Makker et al., 2002, Journal of the National Cancer Institute, https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/12488479
(7) Chauhan et al., 2005, Cancer Research,
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16166312
(8) Jackson et al., 2007, https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17513886
(9) Johnson et al., 2007, Neoplasia, https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17786185
(10) Strum S, Scholz M, McDermed J, McCulloch M, Eliaz I. Modified citrus pectin slows PSA doubling time: A Pilot Clinical Trial. International Conference on Diet and Prevention of Cancer. May 1999. Tampere, Finland.(11) Guess et al., 2003, Prostrate Cancer und Prostatic Diseases, https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/14663471

Beitragsbild: fotolia.com – popout

Maca (Lepidium peruvianum) wird aufgrund seiner gesunden Eigenschaften auch peruanischer Ginseng genannt. Maca wächst in 3000 bis über 4000 Metern Höhe in den Hochebenen der Anden, wo es extremen Wetterbedingungen trotzt. Das robuste Kreuzblütengewächs wird bereits seit etwa 2000 Jahren angebaut. Das oberirdische Kraut kann als Gemüse verarbeitet werden. Besonders interessant ist aber die radieschenähnliche Knolle. Sie erreicht einen Durchmesser von bis zu acht Zentimetern und kommt in verschiedenen Farben vor: rot, schwarz, weiß, gelb oder violett.

Maca wird seit Generationen von der Andenbevölkerung als Gemüsepflanze genutzt. Die Feldfrucht ist den Höhenlagen hervorragend angepasst und gedeiht auch auf steinigem Grund. Trotzdem ist die Pflanze in der Lage, Mineralstoffe und Spurenelemente in hohen Konzentrationen anzureichern und Vitamine in großen Mengen zu produzieren. Deswegen ist das Gemüse ein optimales Lebensmittel für die Anforderungen in harschem Klima und in „dünner“ Luft. Maca enthält viel Vitamin B1, B2 und C sowie Fette mit reichlich Olein und Linolensäure. Daneben garantiert Maca die ausreichende Versorgung mit Calcium, Kalium und Magnesium sowie den Spurenelementen Kupfer, Mangan, Zink und Eisen. Besonders wichtig für Gebirgsbewohner ist der hohe Gehalt an Jod in dem Gemüse. In Höhenlagen mangelt es oft an dem Spurenelement, doch die Maca-Pflanze kann das Halogen konzentrieren (https://www.themacateam.com/maca-and-iodine-content).

Die Peruaner verarbeiten die süßen Maca-Knollen zu Marmelade und anderen Süßspeisen. Beliebt sind auch Fermentierungen mit Milch (Maca Chicha), wodurch zusätzliche Nährstoffe entstehen. Die getrockneten Knollen sind bis zu sieben Jahre haltbar, ohne einen nennenswerten Nährstoffverlust zu erleiden.

In Europa bekannt geworden ist Maca wegen seiner „Kräfte spendenden“ und prosexualen Eigenschaften als Potenzhilfe und bei Potenzstörungen sowie zur Verbesserung der Libido verwendet. Schon die Inka sollen sich die Kräfte dieser Pflanze zunutze gemacht haben. Legenden zufolge haben sie sie sogar vor der Schlacht eingenommen, um ihre Kraft und Ausdauer zu stärken. Während der spanischen Eroberung soll Maca so begehrt gewesen sein, dass die Knollen zeitweise sogar als eine Art Währung eingesetzt wurden. Heute ist Maca bekannt, weil es die Potenz und Libido bei Männern verbessern soll.

Auch zur Steigerung der weiblichen Fruchtbarkeit setzen die Menschen das Mittel ein (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16042502).

Studien an Ratten haben gezeigt, dass Tiere, die mit Maca gefüttert wurden, eine höherwertige sexuelle Aktivität entfalteten als üblich (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/11297856). Auch bei Kühen, Hunden und Meerschweinchen zeigten Studien eine gesteigerte Fruchtbarkeit.

Maca wird so auch als die „natürliche Alternative zum Viagra“ bezeichnet. Viele wissenschaftliche Studien unterstützen diese Aussagen. In einer Untersuchung hatten neun Männer im Alter von 20 bis 40 Jahren vier Monate lang Maca zu sich genommen. Schon nach zwei Wochen sei die Spermienzahl deutlich gestiegen und auch die Qualität der Samenzellen habe sich verbessert (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/11753476).

Wie es scheint, hat der peruanische Ginseng also nicht nur eine positive Wirkung auf die Potenz, sondern ebenso auf die Fruchtbarkeit von Männern.

Dennoch ist bisher nicht klar, wie die stimulierende und spermienverbessernde Wirkung hervorgerufen wird. Denn interessanterweise ändert sich der Hormonhaushalt der Probanden bei den Untersuchungen nicht oder nur in sehr geringem Maße. In Laborversuchen konnte ebenfalls keine androgene Wirkung gefunden werden (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16239088).

Viele Menschen weltweit machen sich dennoch die sexuell stimulierende Wirkung dieser Pflanze zunutze. Die Pflanze hat keinerlei bekannte Nebenwirkungen und kann auch über einen längeren Zeitraum eingenommen werden.

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Ein Grund für die Potenz-Steigerung beim Mann könnte die positive Wirkung auf die Prostata sein. In Tierversuchen an Ratten wiesen Forscher nach, dass rote Maca-Knollen vergrößerte Vorstehdrüsen verkleinern können (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15661081/).

Eine weitere positive Wirkung von Maca ist die Fähigkeit, zahlreiche menopausale Beschwerden zu verbessern. Eine Therapie mit Maca kann sich daher bei Symptomen der Menopause wie Hitzewallungen, Schlafstörungen, Gefühlsschwankungen, Herzklopfen und Trockenheit der Vagina lohnen (zusammengefasst in https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21840656). Auch eine Milderung von postmenopausalen Depressionen haben Wissenschaftler belegen können (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/18784609).

Möglicherweise besitzt die Knolle der Maca östrogenähnliche Wirkstoffe, die diese Beschwerden eindämmen. Dafür spricht auch, dass Maca-Extrakt die Knochendichte erhöht. Im Tier-Experiment erzielte eine Supplemtierung mit den Präparaten eine Verstärkung des Oberschenkelknochens, eine höhere Calcium-Konzentration und eine intensivere Mineralisation (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16466876). Höchstwahrscheinlich beugt das Andengemüse beim Menschen der Osteoporose vor, unter der besonders Frauen ab der Menopause leiden.

Außerdem hat Maca neuroprotektive Wirkungen, das bedeutet, sie schützt das Nervengewebe vor Schädigungen (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20633111).

Der hohe Jod-Gehalt des Kreuzblütlers verhindert auch Mangelerscheinungen wie die Kropfbildung, die bei den Andenbewohnern fast unbekannt ist. Der Körper bekommt durch Maca genügend Jod für die Produktion der Schilddrüsen-Hormone. Die schwefelhaltigen Senfölglycoside wirken der Kropfbildung ebenfalls entgegen und sind auch antibakteriell.

Maca verstärkt bei Ratten die Glucose-Toleranz und harmonisiert den Fettstoffwechsel. Daraus folgern Wissenschaftler, dass Kraut und Knollen der Andenpflanze auch gegen Diabetes und Arteriosklerose eingesetzt werden könnten (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17333395).

Aber das ist noch nicht alles: Unter anderem eignet sich dieses Mittel ausgezeichnet als Nahrungsergänzung für den Muskelaufbau; für Sportler, vor allem für Natural-Bodybuilder. Außerdem erhöht sie generell die Anpassung an Stresssituationen aller Art und hilft dadurch auch, den vielen stressindizierten Krankheiten vorzubeugen.

Alles in allem scheint Maca ein hervorragendes Produkt bei vielen Beschwerden zu sein, außerdem gilt es als ein optimaler Nahrungsmittelzusatz für alle, die eine „Extraportion Energie“ brauchen.

Wissenschaftler weisen allerdings darauf hin, dass es Maca-Wurzeln in verschiedenen Farben gibt und diese möglicherweise auch unterschiedlich wirken. So können die Inhaltsstoffe der roten Maca möglicherweise doch eine Rolle beim Androgenhaushalt spielen, während die schwarze Maca die Spermienzahl besonders stark beeinflusst. Die gelbe Maca scheint insgesamt weniger effektiv zu sein (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16174556).

Maca wird meistens in Kapselform angeboten, aber auch als Saft oder als Nektar kann man dieses Naturmittel beziehen. Anzumerken ist, dass die Menge an Maca-Pulver in den Nahrungsergänzungsmitteln weitaus geringer ist als die Menge, die die Andenbewohner üblicherweise zu sich nehmen. Für den Anfang wird eine Einnahme von etwa 5 g Maca pro Tag empfohlen. Diese Menge entspricht etwa einem gehäuften Teelöffel. Aber auch größere Einnahmemengen sind nach allen bisherigen Untersuchungen nicht schädlich.

Persönlich liegen mir allerdings keine Erfahrungen mit Maca vor. Dennoch reichen die mir vorliegenden Berichte und Studien, um Maca tatsächlich positiv zu bewerten.

Mehr dazu auch im Blog-Beitrag: MACA – Stark fürs Leben und stark für die Liebe? Dort können Sie auch eigene Erfahrungen berichten und diskutieren.

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Immer wieder erleben alte, fast vergessene Kultur- und Heilpflanzen eine Renaissance. So auch Flachs (auch Lein genannt), der bis ins 19. Jahrhundert überall in Deutschland in blauer Pracht blühte.

Aus den Fasern der Pflanze stellten unsere Vorfahren in mühevoller Kleinarbeit Leinen her, aus den Samen pressten sie Leinöl. Doch nach und nach verdrängte Baumwolle den traditionellen Textil-Rohstoff Nummer Eins, da sie viel einfacher zu verarbeiten ist und damit auch die Kleidungsstücke günstiger produziert werden können. Flachs wurde kaum noch angebaut, wodurch auch das in Mühlen gepresste Leinöl in Vergessenheit geriet.

Wirkung auf die Gesundheit

Doch das schmackhafte und gesunde Öl wird heute von vielen Menschen wieder entdeckt. Die mehrfach ungesättigten Fettsäuren (vor allem die zu den Omega-3-Fettsäuren gehörende alpha-Linolensäure) und die östrogenähnlichen Lignane, die ebenfalls dem Zellschutz dienen, sind der Grund, weshalb Flachs zur Heilpflanze des Jahres 2005 erkoren wurde.

Bereits Hippokrates und Hildegard von Bingen kannten die gesundheitsfördernde Wirkung von Flachs. Neuere Studien belegen, dass es Herz-Kreislauferkrankungen, Allergien und Entzündungen vorbeugt, möglicherweise schützt Leinöl auch vor Krebserkrankungen.

Leinsamenöl ist zwar nicht zum Braten geeignet, schmeckt dafür aber hervorragend in Salaten und als Brotaufstrich oder Dip. Besonders beliebt ist Quark mit Leinöl auf Pellkartoffeln. Dieses traditionelle und kalorienarme Gericht hat es durchaus in sich: Die vitamin- und mineralstoffreichen Kartoffeln enthalten viele Ballaststoffe, die die Verdauung anregen.

Im Quark ist das Cystein von besonderer Bedeutung. Denn unser Körper benötigt diese schwefelhaltige Aminosäure, um Glutathion herzustellen. Dies ist nicht nur für die Zellteilung und die Reparatur unserer Erbsubstanz wichtig, es erhöht auch die Abwehrkraft unseres Immunsystems. Außerdem wirkt es als natürliches Antioxidanz.

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Das bedeutet, Glutathion verhindert in unserem Organismus die Umwandlung reaktionsfreudiger Stoffe. Es macht Zellgifte und Krebsfördernde Substanzen unschädlich.

Und auch die Bestandteile des Leinöls (die Lignane ebenso wie die Omega-3-Fettsäuren) wirken im Körper als Antioxidantien.

Mit Cystein aus dem Quark kann sich die alpha-Linolensäure zu Dipolen verbinden, die durch die Zellmembranen bis zu den Mitochondrien gelangen. Hier, in den „Energiekraftwerken“ verbessern sie die Sauerstoffatmung. Die für ihre Forschung der Öl-Eiweiß-Kost berühmte Chemikern Dr. Johanna Budwig schlussfolgerte, dass die aus alpha-Linolensäure und Cystein aufgebauten Moleküle Tumorzellen abtöten. Eine krebshemmende Wirkung der Omega-3-Fettsäuren konnte in jüngerer Zeit von mehreren Wissenschaftlern belegt werden.

Aber frisch gepresst muss es sein, denn die gesunde alpha-Linolensäure (die mehr als 50 Prozent des Öls ausmacht), wird leicht durch Hitze, Licht und Sauerstoff zerstört. Schon nach etwa zehn Wochen schmeckt das Öl daher bitter und verliert gleichzeitig einen Großteil seiner heilenden Wirkung. Profiköche raten daher, immer nur geringe Mengen des Leinöls zu kaufen, es außerdem im Kühlschrank zu lagern. Im Gefrierfach aufbewahrtes Leinsamenöl hält sich einige Monate länger.

Große Qualitätsunterschiede

Schonend hergestelltes Leinsamenöl besticht nicht nur durch seinen weichen nussartigen Geschmack, sondern enthält auch die meisten Omega-3-Fettsäuren. Doch im Gegensatz zum Olivenöl ist „kalt gepresst“ beim Leinöl kein geschützter Begriff. Selbst, wenn bei dem Vorgang Temperaturen um 60 °C erreicht werden, dürfen die Produzenten diese Bezeichnung aufs Etikett schreiben. Je höher der Druck beim Pressen der Leinsamen ist, desto stärker steigt auch die Temperatur an. Und dies wirkt sich auf den Anteil der alpha-Linolensäure negativ aus. Neben dem starken Druck beim Pressen werden darüber hinaus oft Lösungsmittel zugesetzt, die die Extraktion des Öls erleichtern, aber nicht immer gesundheitsförderlich sind.

Um ein gutes Leinöl zu finden, hilft oft nur der Geschmackstest. Denn selbst in Bioläden und Reformhäusern angebotenes Leinsamenöl ist nicht immer schonend und Lösungsmittelfrei hergestellt, eine lange Lagerung tut ihr übriges.
Wer aber in den Genuss guten Leinöls kommt, der wird es nicht nur mit Quark und im Salat genießen, sondern kann es sogar löffelweise pur naschen.

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Der Löwenzahn (Taraxacum officinale) ist einer der wenigen Pflanzen und Kräuter die fast alle Deutschen wirklich kennen. Für die meisten ist der Löwenzahn nur „Unkraut“, das beseitigt werden muss. Die wenigsten wissen um dessen ausgezeichnete Heilwirkungen.

Abb1: Löwenzahn in der Blüte, im Übergangsstadium und als reife Löwenzahnpflanze (v.l.n.r.)

Löwenzahnsaft kann zum einen selber gewonnen werden. Hierzu werden vorzugsweise die „jungen“ Blätter des Löwenzahns gewonnen und entsaftet. Bequemer und ganzjährig verfügbar ist er in Reformhäusern und Naturkostfachgeschäften zu erstehen.
Dem Löwenzahnsaft werden zahlreiche positive gesundheitliche Wirkungen zugeschrieben.

Seine Bitterstoffe, vor allem Taraxin und Cholin, wirken positiv auf Leber, Galle, Magen und Bauchspeicheldrüse.

Der Bitterstoff Taraxin gilt als harntreibend. Er reinigt den Körper auf diese Weise von Giftstoffen und unterstützt dabei die Niere. Daher ist der Saft des Löwenzahns ein beliebtes Mittel bei einer Entschlackungskur.

Cholin ist unter anderem für den Abtransport von Fettmolekülen aus der Leber wichtig. Es kann aber auch die Verwertung von Cholesterin verbessern und somit einen erhöhten Cholesterinspiegel im Blut ausgleichen.

Noch dazu wird Cholin in Acetylcholin, einen wichtigen Botenstoff des Gehirns, der Gefühle und Emotionen steuert, umgewandelt (zusammengefasst in https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19906248).

Da Löwenzahnsaft die Produktion von Galle fördert, soll dies direkte Vorteile für die Haut haben. Denn Wissenschaftler sind sich darüber einig, dass Schadstoffe, die nicht mit der Galle ausgeschieden werden, für unreine Haut und Juckreiz verantwortlich sein können. Wird die Gallenproduktion angeregt, so können mehr dieser Schadstoffe eliminiert werden.

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Die im Löwenzahnsaft enthaltenen Bitterstoffe sollen außerdem die Blutbildung fördern. Wissenschaftler konnten zeigen, dass Löwenzahn außerdem entzündungshemmend und schmerzlindern wirkt, noch dazu antioxidative Eigenschaften aufweist und die Entstehung von Krebszellen verhindern kann (zusammengefasst in www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16950583).

Als Mineralstoffe sind Kalium, Calcium, Natrium, Phosphor und Eisen enthalten. Der Vitamin C Gehalt ist recht hoch, sodass Löwenzahnsaft auch gegen Erkältungskrankheiten hilft. Zudem dient Löwenzahnsaft der „Blutreinigung“.

Eine weitere Wirkung des Löwenzahnsaftes besteht darin, dass er bei äußerlicher Anwendung gegen Warzen helfen kann. Ebenfalls wird er zur Linderung bei Verbrennungen und Insektenstichen auf der Haut angewendet.

Der Saft der Löwenzahnwurzel gilt als besonders wirkungsvoll bei Arthritis. Denn er soll die schmerzhaften Entzündungen der Gelenke lindern.

Wie bei jeder Heilpflanze, so kann eine Überdosierung auch bei Löwenzahnsaft zu unerwünschten Wirkungen führen. Insbesondere Reizungen des Magen-Darm-Traktes und Kontaktekzeme der Haut sind in seltenen Fällen beobachtet worden.

Bei einer angemessenen Dosierung treten die Nebenwirkungen nicht auf. Eine häufige Dosierungsempfehlung lautet, den Löwenzahnsaft drei bis viermal täglich vor den Mahlzeiten einzunehmen und ihn dazu mit der sechsfachen Menge Wasser zu verdünnen. Erwachsene können hierbei einen Esslöffel, Kinder hingegen nur einen Teelöffel Pflanzensaft zu sich nehmen.

Der Geschmack des Löwenzahnsaftes ist auf angenehme Art leicht bitter.

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