Die Abschlussgewebe des menschlichen Körpers sind von einer Vielzahl von Mikroorganismen besiedelt. Dieses Mikrobiom auf der Haut, in der Lunge und im Darmlumen ist für uns lebensnotwendig. So sorgen die Bakterien und auch Pilze für eine starke Abwehrbereitschaft des Körpers, weil das Immunsystem mit ihnen in einer wechselseitigen Beziehung steht.

Die Mikroorganismen beeinflussen sich auch gegenseitig, wodurch die gefährlichen Arten nicht Überhand nehmen können. Dass es sich bei den einzelligen Helfern um Symbionten handelt, wird besonders in Anbetracht der Darmflora deutlich. Dort ernähren sich die Bakterien von unserem Nahrungsbrei und unterstützen im „Gegenzug“ die Verdauung von Nährstoffen, die wir ohne sie gar nicht abbauen könnten.

Die Darmflora ist der „Wächter“ der Darmschleimhaut

Die zahlenmäßige Zusammensetzung der etlichen hundert Arten der Darmflora ist für jeden Menschen kennzeichnend.  Diese „Ökosystem“ darf nicht aus der Balance geraten, weil es an einer sehr sensiblen Stelle beheimatet ist. Die Darmschleimhaut muss einerseits schädliche Chemikalien und pathogene Keime vom Eindringen in den Körper abhalten.

Andererseits müssen Nährstoffe aufgenommen werden. Diese Doppel-Funktion macht den Darm anfällig für Störungen. Deswegen ist eine zuträgliche Darmflora so wichtig für die Gesundheit. Eine gestörte Darmflora macht sich zuallererst an Verdauungs-Problemen und Fehl-Reaktionen des Immunsystems bemerkbar.

Die Darmflora muss gesund erhalten werden

Wie es um die Darmflora bestellt ist, hängt vor allem von unserer Ernährung ab. Mahlzeiten aus frischen Lebensmitteln mit hohem Ballaststoffanteil fördern die positiven Keime, während Zucker, Alkohol und Nikotin sowie Fastfood verheerende Auswirkungen haben. Lebensmittelzusatzstoffe spielen hier ebenfalls eine unrühmliche Rolle.

Auch Medikamente schädigen die Darmflora. Abführmittel und Cortison bringen das Gleichgewicht des Arten-Sektrums ins Wanken, besonders aber die Antibiotika töten viele Bakterien der Darmflora ab. Nervlicher Stress ist ein weiterer Faktor, der das Mikrobiom des Darmes beeinträchtigt.

Probiotika regenerieren eine angegriffene Darmflora

Udo’s Choice ® Probiotika (hier Mikrobiotika genannt) für Erwachsene im Alter zwischen 16 bis 55 Jahren liefern wertvolle Keime zur Sanierung der Darmflora. Die Verdauung wird effektiver, auch weil die Symbionten B-Vitamine sythetiseren und die Aufnhame von Mineralien erhöht wird. Das darmeigene Immunsystem kann seine Funktion besser erfüllen. Jede Kapsel beinhaltet rund 13 Milliarden Zellen. Im Einzelnen liefert das Präparat folgende Kulturen:

  • Lactobacillus casei (HA-108) 35 %
  • 5 L. rhamnosus (HA-111) 25 %
  • acidophilus (HA-122) 20 %
  • plantarum (HA-119) 10 %
  • Bifidobacterium bifidum (HA-132) 5 %
  • breve (HA-132) 5 %

Als weitere Hilfsstoffe enthalten die Kapseln Kartoffelstärke, Hydroxypropylmethylzellulose, Ascobinsäure (Antioxidation-Mittel), Siliziumoxid (Trennmittel).

Fazit

Udo’s Choice ® Mikrobiotika für Erwachsene eignet sich hervorragend zur Darmsanierung, zum Beispiel nach Antibiotika-Behandlungen oder Chemotherapien.

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Beitragsbild: 123rf.com – subbotina

Dieser Beitrag wurde am 23.02.2021 erstellt.

Das Mikrobiom unseres Körpers besteht aus einigen hundert Arten von Bakterien und Pilzen, die mit uns in Symbiose leben. Darunter versteht man eine gemeinsame Existenz zu wechselseitigen Vorteil. Oft wird die Bedeutung dieser Zellen auf Haut, in der Lunge sowie im Darm völlig unterschätzt.

Doch ohne diese Symbionten könnten wir kaum leben, denn die Einzeller arbeiten funktionell mit dem Immunsystem zusammen. Im Darm hilft die „Darmflora“ auch bei der Verdauung mit. Jeder Mensch hat einen nur ihm eigenen „Fingerabdruck“ des Mikrobioms, also ein ganz eigenes Spektrum dieser Hunderten von  Mikroorganismen. Verschiebt sich die Zusammensetzung der Spezies, kommt es zu gesundheitlichen Störungen.

Die wichtige Funktion der Darmflora

Die Darmschleimhaut muss zwei sich eigentlich widersprechende Aufgaben erfüllen. Das Organ nimmt Nähsstoffe auf, verhindert aber gleichzeitig die Resorption von Giften und das Eindringen von gefährlichen Keimen. Daher kommt der Darmflora, wie das Mikrobiom hier genannt wird, erhebliche Bedeutung zu. Die Mikroben kooperieren mit dem Immunsystem und unterstützen die Verdauung. Daher ist es kein Wunder, dass eine Veränderung des Arten-Spektrums sofort zu Erkrankungen führt.

Das Gleichgewicht der Darmflora kann leicht kippen

Den größten Einfluss auf unsere Darmflora hat die Ernährung. Das empfindliche Gleichgewicht wird gestört, wenn wir viel Zucker verzehren, Alkohol trinken oder andere Genussgifte wie Nikotin konsumieren. Industriell veränderte Nahrungsmittel schädigen die Darmflora durch einen zu geringen Ballaststoffanteil und die zahlreichen Hilfsstoffe der Lebensmittelchemie.

Medikamente sind weitere Stör-Faktoren für das Darm-Mikrobiom. Dazu gehören in erster Linie die Antibiotika, die ja gegen Bakterien gerichtet sind, aber leider auch unsere Symbionten treffen. Auch Cortison und die harmlos daherkommenden Abführmittel setzen der Darmflora zu. Stress kann ebenfalls zu einer Irritation der Einzeller führen.

Probiotika stellen das Gleichgewicht wieder her

Gerade ältere Menschen sollten ihre Darmflora mit einem Probiotikum verbessern. Diese Präparate wie Udo’s Choice ® Mikrobiotika für Senioren 55 plus fördern eine gesunde Verdauung und unterstützen das darmassoziierte Immunsystem. Die Bakterien des Präparates sind in der Lage, einige B-Vitamine herzustellen, die für die Resorption zur Verfügung stehen. Die Aufnahme von Mineral-Stoffen wird ebenfalls optimiert. In einer Kapsel sind bis zu 35 Milliarden Keime enthalten. Das Präparat enthält folgende ausgewählte Bakterien-Spezies:

  • Lactobacillus casei (HA-108) 30 %
  • rhamnosus (HA-111) 20 %
  • acidophilus (HA-122) 10 %
  • plantarum (HA-119) 10 %
  • Bifidobacterium bifidum (HA-132) 10 %
  • breve (HA-129) 10 %
  • longum (HA-135) 10 %

Weitere Bestandteile sind Kartoffelstärke, Hydroxypropylmethylzellulose, Ascobinsäure (Antioxidation-Mittel), Siliziumoxid (Trennmittel).

Fazit

Udo’s Choice Mikrobiotika für Senioren ist ein gutes Mittel zur Darmsanierung. Speziell optimiert sind die Kulturen für mikrobiotische Defizite nach Antibiotika-Medikationen und Chemotherapien sowie für den Bestandserhalt einer zuträglichen Darmflora.

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Dieser Beitrag wurde am 23.02.2021 erstellt.

Unser Mikrobiom ist wie ein kaum wahrgenommenes, eigenes Organ. Die einzelligen Lebewesen, die Haut, Darm und die Lunge besiedeln, sind lebenswichtige Helfer für viele physiologische Funktionen. Gerade unser Immunsystem steht in regem Kontakt mit diesen Symbionten.

Die aus dem griechischen abgeleitete Bezeichnung bedeutet „Zusammenleben“ und meint ein „Zusammenwirken“ zum beiderseitigen Nutzen. Es sind viele hundert Arten von Mikroorganismen, die in einem ausbalancierten Zahlenverhältnis typisch für jeden Menschen sind. Kommt dieses System aus dem Gleichgewicht, indem etwa ungünstige Keime Überhand nehmen, drohen gesundheitliche Gefahren.

Die Darmflora ist besonders verwundbar

„Darmflora“ nennen wir den Anteil des Mikrobioms in unserem Darm, obwohl es sich nicht um Pflanzen handelt. Die Besiedlung mit den Mikroorganismen auf der Schleimhaut unseres Verdauungs-Organs ist an einer sensiblen Nahtstelle zur Umwelt beheimatet. Denn hier müssen zwar Nahrungsstoffe aufgenommen werden, weswegen die „Türen offen“ sein müssen.

Andererseits dürfen Schadstoffe und Krankheitserreger nicht hereinkommen. Das Immunsystem des Darmes muss also „auf der Hut“ sein und die Verdauung muss optimal funktionieren. Dabei leistet die Darmflora eine unentbehrliche Unterstützung. Eine Verschiebung der mikrobiellen Artenzusammensetzung hat unmittelbar Auswirkungen auf die Darmschleimhaut, das Immunsystem und damit auch auf alle Organe.

Lebensstil und Stress beeinträchtigen die Darmflora

Der Nährboden bestimmt, welche Bakterien am besten gedeihen. Daher ist unsere tägliche Kost der Haupt-Faktor, der das Mikrobiom des Darmes am stärksten beeinflusst. Wer viel Zucker isst und wenig Ballaststoffe, dazu noch industriell verarbeitete Lebensmittel oder Fastfood, sorgt für eine ungünstige Besiedlung des Darmes mit Bakterien und Pilzen. Fatal wirken sich auch allerhand Genussgifte wie Nikotin und Alkohol auf unsere „freundlichen“ Symbionten aus.

Antibiotika schädigen das Mikrobiom, weil sie schließlich Bakterien abtöten sollen. Doch auch erwünschte Mikroben sind ungewollt Ziel des Schrotschusses. Andere Pharmaka wie Cortison oder Abführmittel bedrohen ebenfalls eine zuträgliche Darmflora. Hinzu kommt der kaum vermeidbare Alltagsstress, der an unseren Symbionten nicht spurlos vorbeigeht.

Probiotika liefern positive Keime

Probiotika, auch Mikrobiotika genannt, können eine geschädigte Darmflora wiederherstellen. Udo’s Choice ® Mikrobiotika (Probiotika) für Kinder im Alter von 6 bis 15 Jahren optimieren die Verdauung und die Funktion des darmeigenen Immunsystems. Daneben produzieren die Keime Vitamine der B-Gruppe und fördern die Resorption von Mineralstoffen. Jede Kapsel enthält rund 3 Milliarden Keime. Das Präparat enthält folgende ausgewählte Bakterien-Kulturen:

  • Lactobacillus casei (HA-108) 30 %
  • rhamnosus (HA-111) 25 %
  • acidophilus (HA-122) 20 %
  • plantarum (HA-119) 10 %
  • fermantum   5 %
  • Bifidobacterium bifidum (HA-132) 5 %
  • breve (HA-129) 5 %

Hilfststoffe sind Kartoffelstärke, Hydroxypropylmethylzellulose, Ascobinsäure (Antioxidation-Mittel), Siliziumoxid (Trennmittel).

Fazit

Udo’s Choice ® Mikrobiotika für Kinder ist ein sehr empfehlenswertes Mittel zur Darmsanierung besonders nach Antibiotika-Medikationen und Chemotherapien.

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Beitragsbild: fotolia.com – Tonpor Kasa

Dieser Beitrag wurde am 23.02.2021 erstellt.

Die Mariendistel gehört zu den wichtigsten pflanzlichen Leber-Wirkstoffen sowohl in der schulmedizinisch ausgerichteten Therapie als auch in der Naturheilkunde.

Dabei stellt der pharmakologisch wirksame Inhaltsstoff das Silymarin dar, dessen Wirkung bei unterschiedlichen chronischen und akuten Lebererkrankungen gut belegt ist.

Wirkung und Wirkmechanismus

Der Wirkstoff Silymarin wird aus den Samen der Mariendistel gewonnen. Hierbei handelt es sich um ein Gemisch unterschiedlicher Pflanzenstoffe, zum Beispiel Silychristin oder Silydianin, wobei Silibinin die hauptsächliche Wirksubstanz darstellt.

Diese Inhaltsstoffe stimulieren die Regenrationsfähigkeit gesunder Leberzellen – das bedeutet, dass diese sich bei Belastung besser erholen können. Auf diese Weise wird nicht nur eine Wirkung bei akuten Leberschäden erreicht, sondern auch ein effektiver Schutz dieses Organs sichergestellt.

Der leberschützende Effekt beruht dabei auf der Funktion des Silymarins als so genannter „Radikalfänger“ (hier werden schädigende Einflüsse von außen, die zu oxidativem Stress führen, abgefangen), der Leberzellenregeneration und der Stimulation der Proteinbiosynthese. Nicht zuletzt wirkt Silymarin auch entzündungshemmend und unterstützt die Leber in ihrer Entgiftungsfunktion.

Neuere Untersuchungen legen darüber hinaus auch eine antivirale Wirkung nahe.

Anwendungsbeispiel: Leberschäden und Fettleber

Silymarin hat sich seit langem in der Behandlung von Fettleber bewährt. Im Rahmen einer Studie, bei der insgesamt 72 Patienten mit einer nicht alkohlbedingten Fettleber durchgeführt wurden, wirkte sich Sylimarin sowohl auf funktionelle als auch auf strukturelle Veränderungen aus, welche die Leberschäden mit sich brachte. Es verbesserten sich auch die zugehörigen Blutwerte, zum Beispiele die Entzündungsparameter und die Transaminsase (AST, ALT). Vor allem aber konnte nach insgesamt 6 Monaten eine deutliche positive Veränderung der Leber im Ultraschall festgestellt werden. [9]

Auch bei Leberschäden, die zum Beispiel durch den bindegewebsartigen Umbau des Organs hervorgerufen werden – einer so genannten „Zirrhose“ – zeigte Silymarin in Studien eine deutliche Wirkung, die sich vor allem in der Abnahme der Sterblichkeit der betroffenen Patienten äußerte. Zusätzlich weisen neuere Studien darauf hin, dass Silymarin auch einen antiviralen Effekt entfaltet. [10]

Allerdings gilt beim Einsatz von Silymarin zu bedenken, dass die Wirkung dieses Stoffes vor allem auch von der Ursache abzuhängen scheint, die hinter der Leberschädigung steckt. So lassen diverse Studien vermuten, dass die Wirkung von Silymarin bei alkoholbedingten Leberschäden nur unzureichend ist.

Einsatz bei Hepatitis und Vergiftungen

Als klassisches Einsatzgebiet von Silymarin präsentiert sich die Erkrankung Hepatitis, zum Beispiel Hepatitis C. In einer Placebo-kontrollierten Studie wurden insgesamt 32 Betroffene, die zuvor nicht auf eine Therapie mit Interferon angesprochen hatten, über einen Zeitraum von 20 Wochen mit jeweils 700mg oder 420mg Silymarin versorgt; nach Abschluss der Untersuchung konnte ein eindeutiger entzündungshemmender Effekt nachgewiesen werden, wobei hier noch der Langzeiteffekt abzuwarten bleibt. [6]

Darüberhinaus wurden auch antivitrale Effekte festgestellt. Allerdings: Wie Studien bestätigen, hat der Einsatz von Silymarin bisher nicht zu einer Verbesserung erhöhter Leberwerte bei Hepatitis C geführt; zwar nahm nach Einnahme von Silymarin über einen Zeitraum von drei Monaten der oxidative Stress ab, jedoch beeinflusste dieser Effekt weder die Höhe der Leberwerte noch die Virsulast. [7] Dennoch gehen Forscher davon aus, dass eine insgesamte Verbesserung der Leberenzyme durchaus wahrscheinlich ist.

Auch die Behandlung von Hepatitis B kann mit Hilfe von Sylimarin erfolgen. Im Rahmen einer Metaanalyse mit insgesamt 12 Studien zeigte sich beispielsweise, dass durch die Gabe des Wirkstoffes beispielsweise eine Verbesserung von Parametern, die den Schweregrad einer Leberfibrose anzeigen, erreicht werden konnte. Auch die Serum-Transaminasen (ALT,AST), die bei einer chronischen Hepatitis B klassischerweise erhöht sind, ließen sich durch die Einnahme von Silymarin deutlich senken. [8]

In der intravenösen Arzneiform ist Silymarin, das beispielsweise im Fertigarzneimttel Legalon enthalten ist, als Antidot bei Vergiftung gegen Knollenblätterpilze zugelassen. Die Giftstoffe, die in diesem Pilz enthalten sind, schaden vorwiegend den Zellen der Leber; die Gegenwirkung des Silymarins beruht darauf, dass sich der Stoff an den Rezeptoren der Zellmembranen bindet und dadurch die Giftstoffe verdrängt. [1]

Der Nachweis der Wirkung bei Vergiftung erfolgte im Rahmen einer Studie, bei der 264 Patienten mit Knollenblätterpilzvergiftung untersucht wurden: Erhielten die Betroffenen Silymarin, zeigten sich deutliche Vorzüge in Bezug auf Sterblichkeit oder Lebertransplantation gegenüber einer Vergleichsgruppe. [5]

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Darreichungsform und Dosierung

In Deutschland werden Fertigarzneimittel mit dem Wirkstoff Silymarin in einer empfohlenen Dosierung von 260mg bis 351mg angeboten. Dabei sollte die Gesamtdosis bei der Zufuhr über Kapseln oder Tabletten zweimal täglich erfolgen.

Beider Zufuhr von Kapseln oder Tabletten mit dem Wirkstoff Silymarin werden jedoch teilweise widersprüchliche Ergebnisse bezüglich der Wirksamkeit erzielt. Die teilweise schlechte Wirkung, die mitunter festgestellt wurde, hängt mit der schlechten Bioverfügbarkeit des Wirkstoffes zusammen, der in oraler Form schlecht vom Körper aufgenommen wird. Doch ist die Aufnahme- und Verarbeitungsfähigkeit des Wirkstoffes auch abhängig von der der Art des Arzneistoffes. In Form eines Silibinin-Phosphatidylcholin-Komplexes zeigt die Substanz dann eine recht gute Bioverfügbarkeit. [4]

Als Fertigarzneimittel zum Einnehmen sind Hepaloges, Silicur und Legalon besonders bekannt, wobei Letztere eine besonders hohe Bioverfügbarkeit aufweist. [2] Allerdings sind diesbezüglich noch weitere Studien abzuwarten, bei denen vor allem eine größere Patientenzahl untersucht wird.

Eindeutig bestätigt und mehrfach durch Studien belegt ist die Wirkung von Silymarin, wenn die Substanz intravenös verabreicht wird. Hier führte eine Dosierung von 20mg pro Kilogramm Körpergewicht, die über einen Zeitraum von 14 Tagen gespritzt wurde, bei chronischer Hepatitis zu einer deutlichen Verbesserung der Symptomatik und einer Abnahme der Viruslast. [3]

 Verträglichkeit und Nebenwirkungen

Insgesamt gilt der Wirkstoff Silymarin als sehr gut verträglich. In seltenen Fällen können Magen-Darm-Probleme auftreten; in diesem Zusammenhang ist vor allem die leicht abführende Wirkung zu nennen. Darüber hinaus können vereinzelt Überempfindlichkeitsreaktionen auftreten. Diese äußern sich dann beispielsweise in diversen Hautausschlägen oder aber auch in Atemnot.

Fazit

Silymarin lässt sich als effektives Lebertherapeutikum vielfältig einsetzen. Hier konnten bei zahlreichen Erkrankungen deutliche Erfolge erzielt werden. Allerdings deuten die bisher publizierten Ergebnisse auch darauf hin, dass die Wirksamkeit von der Ursache der Lebererkrankung abhängig ist: Bei einer akuten Vergiftung mit Knollenblätterpilzen beispielsweise kann das Fortschreiten der Schädigung an der Leber deutlich reduziert werden, während bei alkoholbedingten Schädigungen an der Leber diverse Studien bekannt sind, die eine schlechtere Wirkung dokumentieren.

Zusätzlich spielt auch die Darreichungsform, die bei der Therapie mit Silymarin zum Einsatz kommt, eine bedeutende Rolle. So ist die intravenöse Behandlung der oralen Gabe deutlich überlegen, da sich die Bioverfügbarkeit nach der Einnahme nur unzureichend präsentiert. Diverse Komplex-Formen sollen hier jedoch die Aufnahme des Wirkstoffes erhöhen. Inwieweit dann die Behandlung auch vermehrt über die Einnahme von Kapseln erfolgen kann, bleibt abzuwarten.

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Beitragsbild: 123rf.com – Alexander Raths

Quellen:

[1] https://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=28038

[2] Wiese, Manfred: Mariendistel und Silymarin. Evidenz und Empfehlungen für die Praxis, in: Ars Medici, Nov. 2008, 15.

[3] Ferenci P, Scherzer TM, Kerschner H, Rutter K, Beinhardt S, Hofer H, Schöniger-Hekele M, Holzmann H, Steindl-Munda P. Silibinin is a potent antiviral agent in patients with chronic hepatitis C not responding to pegylated interferon/ribavirin therapy. Gastroenterology. 2008 Nov;135(5):1561-7.

[4] Kidd, P, Head, K. A Review of the Bioavailability and Clinical Efficacy of Milk Thistle Phytosome:A Silybin-Phosphatidylcholine Complex (Siliphos) Altern Med Rev 2005;10(3):193-203.

[5] Ganzert M, Felgenhauer N, Schuster T, Eyer F, Gourdin C, Zilker T. [Amanita poisoning–comparison of silibinin with a combination of silibinin and penicillin]. Dtsch Med Wochenschr. 2008 Oct;133(44):2261-7.

[6] Adeyemo O, Doi H, Rajender Reddy K, Kaplan DE. Impact of oral silymarin on virus- and non-virus-specific T-cell responses in chronic hepatitis C infection. J Viral Hepat. 2013 Jul;20(7):453-62.

[7] Pár A, Roth E, Miseta A, Hegedüs G, Pár G, Hunyady B, Vincze A. [Effects of supplementation with the antioxidant flavonoid, silymarin, in chronic hepatitis C patients treated with peg-interferon + ribavirin. A placebo-controlled double blind study]. Orv Hetil. 2009 Jan 11;150(2):73-9.

[8] Wei F, Liu SK, Liu XY et al. Meta-analysis: silymarin and its combination therapy for the treatment of chronic hepatitis B. Eur J Clin Microbiol Infect Dis. 2013 May;32(5):657-69.

[9] Cacciapuoti F, Scognamiglio A, Palumbo R, Forte R, Cacciapuoti F. Silymarin in non alcoholic fatty liver disease. World J Hepatol. 2013 Mar 27;5(3):109-13.

[10] 21. Loguercio C, Festi D.Silybin and the liver: from basic research to clinical practice. World J Gastroenterol. 2011 May 14;17(18):2288-301.

Die Mariendistel (Silybum marianum, früher: Carduus marianus) aus der Familie der Korbblütler ist nicht nur eine wichtige Heilpflanze, sondern auch ein sehr schönes Ziergewächs für den Garten.

Die Mariendistel wird bis zu 1,5 m hoch und hat große, dunkelgrüne Blätter, die am Rand spitze Dornen tragen. Ihre wenigen rötlich-violetten Blüten fallen im Verhältnis zur Pflanzengröße relativ klein aus.

Der Name Mariendistel hat ihren Ursprung in einer Legende: Die Gottesmutter Maria soll bei einer Mariendistel Jesus gestillt haben, wobei ein wenig Milch auf die Blätter tropfte. Die weißen Flecken auf den Blättern seien ein Abbild dieser göttlichen Milch. Eine solche Legende ist aussagekräftig, denn sie zeigt, wie hohe Bedeutung der Pflanze früher beigemessen wurde.

Ursprünglich ist die Mariendistel im Mittelmeerraum beheimatet. Im antiken Rom wurde die Heilpflanze zur Erholung der Leber nach Alkohol-Exzessen angewendet. Durch kulturellen Austausch kam es zur weiteren Verbreitung der Mariendistel zunächst bis Mitteleuropa. Inzwischen kommt sie aber auf fast allen Kontinenten vor. In Mitteleuropa kann man sie an manchen Orten auch verwildert antreffen, die Bestände sind aber meist nicht stabil.

Die Mariendistel wurde bereits im Mittelalter in deutschen Klostergärten angebaut. Zu heil-medizinischen Zwecken werden von der Mariendistel heute nur die etwa sieben Millimeter langen, eiförmigen Früchte (Samen) verwendet. Sie sind graubraun bis glänzend schwarz marmoriert. Zu medizinischen Zwecken werden Mariendisteln im großen Stil angebaut, zum Beispiel in Österreich, Ungarn, Argentinien, aber auch in Deutschland.

Heute wissen wir, dass der Leberschutz durch zwei Effekte des Silymarins erzielt wird. Die Wirk-Substanz fördert die Protein-Synthese in den Leberzellen, wodurch das Gesamt-Organ gestärkt wird und sich besser von chemischem Stress erholen kann.

Zudem stabilisiert Silymarin die Zell-Membranen. Besonders positiv ist das für die Hepatocyten, die weniger Giftstoffe aufnehmen, aber umgekehrt diese effektiver ausschleusen können.

Das sind die Inhaltsstoffe der Mariendistel-Früchte:

  • Silymarin (bestehend aus den Einzelsubstanzen Silibinin, Silychristin und Silydianin)
  • Flavonoide
  • Öl (20-30%)
  • Eiweiß (25-30 %)

Die reifen Samen werden ab August geerntet.

Knollenblätterpilzvergiftungen

Die Mariendistel gilt als das wirksamste natürliche Leberheilmittel. Sie ist sogar synthetischen Mitteln überlegen und wird in der Intensivmedizin bei Vergiftungen mit Knollenblätterpilz, der die Leber zerstört, hoch dosiert zur Lebensrettung eingesetzt. Die Anwendung von Silymarin als Antidot gegen die Knollenblätterpilz-Toxine Amantidin und Phalloidin hat die Letalität bei den Akut-Patienten auf 5 % bis 12 % gesenkt.

Mariendistel gegen Krebs

Studien bei Mäusen zeigen, dass die Mariendistel in der Lage ist, sogar Lungenkrebs zu verlangsamen. Auch bei anderen Krebsarten hat Silymarin eine nachgewiesene Wirkung wie bei Tumoren der Hypophyse, Brustkrebs, Prostata-Krebs, Hautkrebs, Nierenkrebs, Bauchspeicheldrüsenkrebs und Darmkrebs.

Im Zusammenwirken mit anderen sekundären Pflanzenstoffen zeigte sich auch ein positiver Effekt bei Leukämie. Die Wirkung bei den malignen Erkrankungen hat dabei teils präventiven, teils therapeutischen Charakter. Zwar kann Silymarin andere Methoden der Krebsbehandlung nicht ersetzen, aber zu deren Erfolg beitragen. Die wissenschaftlichen Arbeiten, die dies beweisen oder nahelegen, beruhen zum Teil auf Tier-Experimenten mit Ratten. Eine ähnliche Wirkung beim Menschen kann unterstellt werden. Ohnehin kann die Gabe von Silymarin und anderen phytomedizinischen Wirkstoffen ohne Weiteres erfolgen, weil sie meistens gänzlich nebenwirkungsfrei sind.

Hauptwirkungen der Mariendistel

  • antitoxisch (= entgiftend) durch Abschirmung der Leberzellen vor Zellgiften
  • regenerativ (= erholend) für die Leberzellen
  • antioxidativ (= Radikalfänger)
  • gallefördernd (und damit die Fettverdauung fördernd) und leicht abführend
  • antimykotisch gegen Candida albicans
  • Anregung der Glutathion-Produktion
  • Hemmung des Tumorwachstums und Förderung der Apoptose (programmierter Zelltod) bei Krebszellen (bei einigen Krebsarten)
  • Aktivierung der Entgiftungs-Systeme (Phase I und Phase II) der Leber durch verstärkte Gen-Expression der Enzym-kodierenden DNA-Abschnitte (CYP3A4, UGT1A1)
  • antidepressiv durch Modulation neuronaler Wachstums-Faktoren und Neurotransmitter

Wegen ihrer hohen Wirksamkeit hat das Bundesgesundheitsamt die Mariendistel bei zahlreichen toxischen Leberschäden, sowie chronischen LeberentzündungenFettleber und Leberzirrhose als offizielle Heilpflanze zur inneren Anwendung anerkannt.

Zu den wichtigsten Anwendungsgebieten zählen:

Während Sie bei den genannten schwerwiegenden Erkrankungen hoch dosierte Fertigpräparate in Kapselform einnehmen müssen, können Sie zur „allgemeinen Entgiftung“ auch selbst zubereiteten Tee verwenden. Mehr dazu weiter unten im Artikel und in meinem Buch: Die biologische Lebertherapie (Klicken Sie hier).

Akute Vergiftungen können sowieso nur im Krankenhaus behandelt werden! Ich empfehle Ihnen (vor allem, wenn Sie kleine Kinder haben, die Rufnummer der Gift-Notrufzentrale neben Ihrem Telefon aufzubewahren).

Dagegen wird die Mariendistel in der Homöopathie als Carduus marianus in niedrigen Potenzen von D1 bis D6 bei Leberentzündungen, Neigung zu Gallenkoliken, Hämorrhoiden und Krampfadern innerlich verordnet. Als besonders hilfreich hat sie sich bei Leberschwäche mit Verstopfung erwiesen. Weitere Möglichkeiten und hilfreiche Mittel bei Beschwerden finden Sie in meinem Buch: Die biologische Lebertherapie (Klicken Sie hier).

So wenden Sie die Mariendistel an

Mariendistel-Früchte für die Zubereitung eines leberstärkenden und „entgiftenden“ Tees können Sie in der Apotheke kaufen. Dort erhalten Sie auch zahlreiche frei verkäufliche Fertigpräparate (siehe unten).

Grundrezept für Mariendistel-Tee

Übergießen Sie einen gehäuften TL frisch gequetschte Mariendistel-Früchte mit 1/4 1 kochendem Wasser und lassen Sie den Tee 15 Minuten ziehen, bevor Sie ihn abseihen. Durch Hinzufügen einiger getrockneter Pfefferminzblätter können Sie die leberstärkende und entgiftende Wirkung dieses Tees noch steigern. Trinken Sie 3-mal täglich eine Tasse frischen Tee kurmäßig über sechs Wochen. Diese Kur sollten Sie Ihrer Leber zuliebe jeweils im Frühjahr und im Herbst machen! Weitere Teemischungen und Rezepte finden Sie in meinem Buch: Die biologische Lebertherapie (Klicken Sie hier für mehr Informationen).

Fertigpräparate erhalten Sie auch auf Rezept

Bei schweren Leberbelastungen sollten Sie zu den höher dosierten Fertigpräparaten greifen. Die Anfangsgsdosis beträgt 400 mg Silymarin (siehe Packungsbeilage) pro Tag und kann nach zwei Wochen auf ca. 200 mg pro Tag gesenkt werden. Am besten werden Kapseln resorbiert, wie zum Beispiel

  • Legalon (100 Kps. a 70 mg 38,63€, 100 Kps. a 140 mg 64,09€),
  • hepaloges (100 Kps. a 110 mg 33,87€) oder
  • Silymarin STADA (100 Kps. ä 140 mg 37,50€, 100 Kps. a 200 mg 51,10€)

Auch hier liegt die Anwendungsdauer bei ca. sechs Wochen.

Bei schwereren Lebererkrankungen können Sie diese Präparate übrigens auf Rezept erhalten.

Bei Einhaltung der empfohlenen Tagesdosen von 12 bis 15 g Samen bzw. 400 mg Silymarin sind keine Neben- und Wechselwirkungen bekannt geworden.

Falls Sie mehr für Ihre Leber tun möchten, empfehle ich Ihnen mein Buch „Die biologische Lebertherapie„. Darin schreibe ich nicht nur zur Mariendistel, sondern auch zu weiteren leberwirksamen Pflanzen, die sich bei mir in der Praxis bewährt haben.

Darüber hinaus finden Sie zahlreiche weitere Methoden und Strategien, die ebenfalls Ihre Leber unterstützen und heilen – unter anderem aus dem Bereich der Vitalstoffmedizin und der Homöopathie. Für mehr Informationen KLICKEN SIE BITTE HIER.

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Wissenschaftliche Belege zur Wirkung der Mariendistel

Unter dem Stichwort “Silybum marianum“ wird der Suchende 486-mal fündig in PubMed, einer Internetbibliothek für naturwissenschaftliche und medizinische Publikationen.

Diese Fülle an Untersuchungen über die Mariendistel übertrifft die von etlichen Medikamenten. Damit kann man diese Pflanze zu den bestuntersuchten natürlichen „Medikamenten“ rechnen, die nicht nur äußerst wirksam, sondern auch äußerst „nebenwirkungsarm“ ist.

Im Folgenden habe ich eine kleine Auswahl der Veröffentlichungen für Sie zusammengefasst:

Hohe Blutfettwerte, Cholesterin

 

Fangen wir mal mit etwas an, dass bei vielen Patienten gerne untersucht wird: Die Blutfettwerte und das Cholesterin.

Was die Mariendistel diesbezüglich kann, wurde in einer Studie untersucht: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20858178

Ziel dieser Follow-up-Studie war es, Daten zu sondieren, die den Einsatz von herbalen Medikamenten und Formulierungen bei Hyperlipidämie (zu hohe Blutfettwerte) beschreiben. Die gesichteten Daten stammen aus PubMed, Scopus, Google Scholar, Web of Science und IranMedex. Berücksichtigt wurden alle Publikationen bis zum 11. Mai 2010.

Man sondierte die Daten unter Suchbegriffen wie „hyperlipidemia“, „herbal medicine“, „medicine traditional“ und „extract plant“. Es wurden nur Studien berücksichtigt, die mit humanen Probanden durchgeführt wurden, also keine Labor- oder Tierstudien. Insgesamt wurden 53 aussagekräftige klinische Studien gefunden.

Sie zeigten alle einen ausgeprägten Effekt auf Cholesterin- und LDL-Spiegel, die signifikant mit den herbalen Formulierungen gesenkt werden konnten. Mariendistel war eine von 22 Heilpflanzen, die sich als effektiv in der Behandlung von Hyperlipidämie erwiesen hat. Wegen der praktisch fehlenden Nebenwirkungen empfahlen die Autoren mehr Forschung in dieser Richtung, um den klinischen Effekt der Heilpflanzen zu optimieren.

Übrigens: über den Irrsinn mit den Cholesterinsenkern wegen (angeblich) zu hoher Cholesterinwerte, habe ich ausführlich hier berichtet: Das Märchen vom bösen Cholesterin.

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Krebserkrankungen

In der Behandlung von Krebserkrankungen geht man heute davon aus, dass der Primärtumor weniger problematisch ist, als die Metastasen, die von ihm ausgehen können. Und so ist es kein Wunder, dass die hohe Sterblichkeit der meisten Krebserkrankungen dieser Ausbreitung des Krebses in andere Organe zugeschrieben wird.

Wegen dieser bedeutsamen klinischen Relevanz wurde der Prozess der Metastasierung intensiv erforscht. Heute wissen wir, dass dieser Prozess eine komplexe Verflechtung von einer Reihe von pathopysiologischen und biochemischen Prozessen ist, die in verschiedenen Stufen ablaufen und somit eine große Breitseite für mögliche Interventionen bieten. Diese Interventionen müssen nicht notwendigerweise synthetische Chemotherapeutika sein, sondern es gibt mehr als genügend Hinweise, dass Heilpflanzen natürliche Substanzen mit Chemotherapeutika-Eigenschaften bilden, die therapeutisch nutzbar sind, und zwar bei einem geringeren Nebenwirkungsspektrum.

Vorklinische Studien mit Silibinin, einem Wirkstoff, der von der Mariendistel produziert wird, haben zeigen können, dass die Substanz in der Lage ist, den Migrations- und Invasionsprozess von metastatischen Krebszellen zu unterbinden: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20714788

Die Prozesse, die diese Hemmwirkung auslösen, sind teilweise bekannt. Vor allem die Beweglichkeit und Invasionsfähigkeit der metastatischen Krebszellen wird durch Silibinin stark eingeschränkt. Des Weiteren werden die Bedingungen für die Krebszellen im neuen Zielorgan durch die Substanz verschlechtert, was eine Einnistung erschwert. Alles in Allem hat die Mariendistel bzw. das Silibinin in einem über Jahrhunderte langen Gebrauch zeigen können, dass sie bemerkenswert untoxisch ist. Diese vorklinische Studie gibt allen Anlass, Silibinin bei fortgeschrittenen Stadien von Krebserkrankungen einzusetzen.

Leberfibrose durch Parasiten

Schistosomiasis ist eine parasitäre Infektion, die einen relevanten sozialen Hintergrund hat und ein bedeutendes Problem in vielen Ländern darstellt. Die Pathologie der Infektion ist durch eine granulomatöse Reaktion im Bereich der Parasiteneier charakterisiert, die zu einer Ausbildung von Fibrosen in der Leber führen.

Silymarin ist ein organischer Komplex, der aus der Mariendistel isoliert werden kann und der nachgewiesenermaßen hepatoprotektiv, antioxidierend, antifibrotisch, immunmodulierend und antineoplastisch wirkt.

Somit liegt die Vermutung nahe, dass einige dieser Eigenschaften in der Lage sind, einen günstigen Einfluss auf die Pathologie der Schistosomiasis zu nehmen.

In dieser Studie: Silymarin treatment reduces granuloma and hepatic fibrosis in experimental schistosomiasis, wurde der Effekt von Silymarin auf die Parasitenlast geprüft, sowie die Ausbildung von Granulomen und Leberfibrosen, alles Parameter, die Auskunft geben über den Schweregrad der Erkrankung.

Es wurden Dosierungen von 10, 20 und 25 Dosen Silymarin 10 mg/kg Körpergewicht in Mäuse injiziert, die 55 Tage beobachtet wurden. Das Resultat war, dass die Ausbildung von Granulomen deutlich reduziert war, bei gleichzeitiger geringerer hepatischer Fibrose. Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass eine Gabe von Mariendistel bei Schistosomiasis zu einem deutlich milderen Krankheitsverlauf beitragen kann. Die Gabe ist als zusätzliche Medikation zu der eigentlichen antiparasitären Medikation gedacht.

Silymarin: als Antioxidans gegen freie Radikale

Silybum marianum oder Mariendistel (MD) ist die bestuntersuchte Pflanze zur Behandlung von Lebererkrankungen, soviel ist schon mal klar.

Der aktive Komplex der MD ist ein lipophiler Extrakt aus den Samen der Pflanze, der aus drei Isomeren (Silybin, Silydianin und Silychristin) zusammengesetzt ist. Dieser Komplex ist auch unter dem Namen Silymarin bekannt. Silybin ist der Bestandteil, der mit 50 bis 70 Prozent die höchste biologische Aktivität aufweist.

Silymarin ist präsent in der gesamten Pflanze, kommt aber konzentriert im Samen vor. Silymarin ist ein Antioxidans, das die Produktion von freien Radikalen unterbindet und Lipidperoxidation verhindert.

Es hat antifibrotische Eigenschaften und kann als Toxinbarriere fungieren, indem es die Bindung von Toxinen an die Rezeptoren von Leberzellmembranen verhindert. In Tierversuchen zeigte Silymarin eine Reduktion von Leberschäden, die durch Acetominophen, Karbontetrachlorid, Strahlung, hohe Eisenwerte, Phenylhydrazin, Alkohol, Ischämien und Amanita phalloides verursacht werden können.

Silymarin wurde und wird benutzt, um alkoholbedingte Leberschäden zu therapieren, ebenso bei akuter und chronischer viraler Hepatitis und toxinbedingten Lebererkrankungen.
Die leber-protektive Wirkung beruht auf der Stimulation des Glutathion-Stoffwechsels. Die hier eingebundenen Enzyme werden bei Intoxikationen ungünstig beeinflusst. Diese negativen Effekte können durch Silymarin verhindert werden, wie u.a. in diesen beiden Studien gezeigt werden konnte:

Hepatitis C

Silymarin, ein Extrakt der Mariendistel, und seine isolierten Flavonolignane haben unlängst zeigen können, dass sie in der Lage sind, eine Hepatitis-C-Infektion zu blockieren, in vitro und in vivo.

Die Studie (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20512985)  versucht die antiviralen Kapazitäten der Mariendistel weiter zu durchleuchten.

Silymarin, als aktive Komponente der Mariendistel, konnte zeigen, dass sein antiviraler Effekt auf einer Blockade des Virus beim Eindringen in die Zelle beruht.

Weitere antivirale Mechanismen von Silymarin sind Blockierungen von viraler RNA- und Proteinbildung und der eigentlichen Virusproduktion in der Zelle. Weitere Mechanismen der viralen Reproduktion und der Einfluss von Silymarin wurden untersucht und beschrieben. Der Schluss der Autoren war, dass die Mariendistel, (bzw. Silymarin als aktiver Komplex der Pflanze) in der Lage ist, die Infektion von Zellen seitens der Hepatitis-C-Viren zu unterbinden, indem Silymarin den Eintritt der Viren in die Zellen verhindert.

Damit hätte die Pflanze einen wichtigen prophylaktischen Wert bei der Behandlung von Hepatitis C. Ein direkter virusabtötender Effekt konnte aber nicht beschrieben werden – aber dafür gibt es ja noch andere Möglichkeiten in der Naturheilkunde.

Silymarin in Kombination mit Chemotherapeutika

Über die Sache mit der Chemotherapie lasse ich mich hier nicht weiter aus. Das habe ich bereits in meinem Grundsatzbeitrag zu diesem „Zeug“ getan: Chemotherapie – Ja oder Nein?

Das bereits nach vorliegenden Daten und dem Wissen der Naturheilkundigen klar war, dass man als Begleitung zu einer Chemotherapie auf jeden Fall die Mariendistel einsetzen sollte, geht die Forschung dem auch endlich mal nach: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20431887

Silymarin als Monosubstanz oder in Kombination mit Chemotherapeutika wurde auch als mögliche Krebstherapie untersucht. Besondere Bedeutung kommt der Substanz zu, wenn es um Tumore geht, die sich als therapieresistent gezeigt haben.

Bislang sind Vorbehandlungen mit Silymarin nicht genügend untersucht worden. Von daher versucht diese Studie zu erörtern, ob ein kombinierter Einsatz von Silymarin und Chemotherapeutika synergistische Effekte zeitigt.

Ein weiterer Augenmerk liegt auf der Dosierungsfrage bei Tumorzellen, die gegen eine Vielfalt von Medikamenten resistent sind und solche, die auf eine Standardtherapie reagieren.

Die Studie wurde mit Dickdarmkrebszellen durchgeführt, die resistent waren gegenüber einer Reihe von Chemotherapeutika. Als Chemotherapeutika wurden Doxorubicin und Paclitaxel in Kombination mit einem Silymarin-Extrakt benutzt. Die Effektivität der Behandlung zeigte sich in der gesteigerten Aufnahme der Substanzen in die Zellen und der Veränderungen im Zellzyklus.

Als Ergebnis zeigte sich, dass Silymarin einen ähnlich ausgeprägten antiproliferativen Effekt zeigte bei beiden Tumorarten.

Vorbehandlungen mit Silymarin in niedriger Konzentration zeigte synergetische Effekte mit Doxorubicin. Höhere Konzentrationen von Silymarin zeigten additive Effekt bei gleichzeitiger Doxorubicin- und Paclitaxel-Gabe bei beiden Tumorarten. Die Schlussfolgerung der Autoren war, dass Silymarin bei Darmkrebs, sowohl bei therapierbaren als auch bei therapieresistenten Tumorzellen, wirksam ist. Die hierfür erforderlichen Dosierungen waren relativ hoch, aber durchaus praktikabel.

Da Silymarin praktisch untoxisch ist, empfehlen sich zwei Vorbehandlungen mit einmal niedrig dosiertem und beim zweiten Mal hoch dosiertem Silymarin als eine wertvolle Kombinationstherapie. Warum das nicht als Standard durchgeführt wird und / oder weitere Untersuchungen dazu durchgeführt werden? Dreimal dürfen Sie raten! Schauen Sie sich einfach mal den Beitrag zum Pharmakartell an… Dabei stecken wir Milliarden in die Krebsforschung! Da frage ich mich (mal wieder): Wo sind die Ergebnisse?

Wirkungen auf das Gehirn: Stressresistenz

Und jetzt noch eine hochinteressante Sache für unsere „stressgeplagte“ Gesellschaft: Eine koreanische Studie dokumentiert die Wirkung von Silibinin auf die Neuroplastizität des Säugerhirns.

Dafür setzten die Wissenschaftler Mäuse dauerndem aber unregelmäßigem Stress aus. Dieser „chronic unpredictable mild stress“ (CUMS) beeinflusste die Tiere über einen Zeitraum von 5 Wochen, woraufhin die Tiere für 3 Wochen 3 verschiedene Dosierungen Silibinin erhielten (100 mg/kg, 200 mg/kg und 400 mg/kg).

Die Unterschiede zwischen den Gruppen wurden im Hinblick auf Verhaltensmuster untersucht (Aktivität, Immobilität), die mit Depressionen assoziiert werden können. Zudem bestimmten die Forscher die Konzentrationen des Brain-Derived Neurotrophic Factor (BDNF), von Serotonin und Noradrenalin im präfrontalen Cortex und im Hippocampus der CUMS-Mäuse sowie den Tieren der Kontrollgruppe.

Die Ergebnisse weisen deutlich darf hin, dass die Mäuse mit steigender Dosierung von Silibinin stressresistenter werden. Mit dieser Wirkung sinkt die Wahrscheinlichkeit von Depressionen.

Wenn diese Ergebnisse auf den Menschen übertragbar sind, dann wären das exzellente Nachrichten…

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In den letzten Jahren hat durch stetig steigende Umweltbelastung die Schadstoffdichte im menschlichen Körper immer mehr zugenommen.

Da sich diese Tatsache auch bei zahlreichen Patienten inzwischen herumgesprochen hat, suchen diese nach Möglichkeiten und Wegen einer sogenannten „Entgiftung“.

Und als besonders wirksam soll dies mit verschiedenen Mineralerden gelingen, wie zum Beispiel mit fein vermahlenem Bentonit. Das verwitterte Tonmineral ist aus Vulkanasche entstanden und mit einigen anderen Erden wie Quarz und Calcit auf natürlichem Wege angereichert. Rund 95 % des Bentonits bestehen aus dem Natrium-Aluminium-Silikat  Montmorillonit.

Pulver mit großer Oberfläche: Bentonit

Die entgiftende Wirkung des Bentonits beruht vor allem auf seiner Eigenschaft, Giftstoffe zu binden, wodurch eine Aufnahme der Stoffe in den Körper verhindert werden soll. Insbesondere die enorm große Oberfläche (pro Gramm Substanz etwa 500 Quadratmeter), sowie die „negative Ladung“ sollen für diese Eigenschaft verantwortlich sein.

Durch die „Ladung“ werden positive Teilchen zusätzlich angezogen und gebunden. Giftstoffe können auf diese Weise unschädlich gemacht und anschließend über den Stuhl aus dem Körper heraus ausgeschieden werden. Auf diese Weise entlastet man gleichzeitig andere Ausleitungsorgane, zum Beispiel Nieren, Leber und Darm.

Zusätzlich weist die Mineralerde einen hohen Anteil an Spurenelementen und Mineralstoffen auf, die sich auf den gesamten Körper positiv auswirken sollen. Die Wirkung des mineralischen Pulvers beginnt bereits im Mund, wo es zur Besiedlung mit positiven Keimen in der Mundflora beiträgt.

Bentonit als Mittel zur gezielten Entgiftung

Bentonit wird aufgrund seiner bindenden Eigenschaften vor allem als Entgiftungsmittel verwendet. Dabei kann die Mineralerde sowohl bei Schimmelpilzgiften als auch bei klassischer Schadstoffbelastung zum Einsatz kommen. Schwermetalle gelangen durch die Umweltbelastung und Amalgam sowie Impfstoffe in den Körper.

Dann verteilen sich Quecksilber und andere metallische Toxine in der Regel sehr schnell und gleichmäßig in den unterschiedlichen Geweben. Besonders fatal ist die Anreicherung im Gehirn, wo neurologische Schäden die Folge sind. Um diese Akkumulationzu verhindern, hat es sich insbesondere in städtischer Umgebung bewährt, ein hochwertiges Bentonit-Pulver immer wieder einmal vorbeugend zuführen.

Hier kann eine Kur helfen, bei der zweimal im Jahr jeweils eine Woche lang dreimal täglich Bentonit eingenommen wird; die Mineralerde fängt die Schwermetalle direkt im Verdauungstrakt ab und schützt auf diese Weise vor einer Ausbreitung im Körper.

Der Einfluss von Mineralerden wie Bentonit auf die entgiftende Wirkung bei Schimmelpilz -Toxinen – konnte durch Studien belegt werden. Hervorzuheben ist hier das Aflatoxin, das schon in Nano-Konzentrationen extrem giftig ist. Dabei führte die Einnahme der Erde zu einer beträchtlichen Reduktion auch der Schimmelpilzen im Darm, ohne dabei jedoch nützliche Mikronährstoffe, zum Beispiel Spurenelemente und Vitamine, zu binden. (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/18286403).

Die negativ geladenen Ionen im Bentonit ziehen positive Ionen an, lassen aber die negativ geladenen Ionen wichtiger Vitalstoffe unberührt.
Leider sind viele Menschen auf die Einnahme von Medikamenten angewiesen, beziehungsweise ist das die Ansicht ihrer Ärzte. Die Abbau-Produkte der Pharmaka können ebenfalls erheblichen Schaden im Körper anrichten. Auch diese “Schlackenstoffe“ kann Bentonit binden und ausleiten.

Durch verschiedene Katastrophen hat die radioaktive Belastung der Umwelt und auch unserer Lebensmittel zugenommen. In letzter Zeit ist gerade ein Anstieg von Rhutenium-106 zu verzeichnen, das wahrscheinlich bei Reaktor-Unfällen im Ural entwichen ist (FAZ: Was geschah im Ural?). Die hochgefährlichen radioaktiven Ionen sind metallisch und daher positiv geladen, sodass sie von Bentonit optimal adsorbiert werden. Eine Mundspülung mit anschließender Einnahme ist alle 3 Stunden ratsam.

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Weitere Einsatzgebiete

Aufgrund seiner entgiftenden Wirkung eignet sich Bentonit auch als hervorragendes Mittel bei Durchfall. Dabei bindet die Mineralerde die Bakterien an sich, welche den flüssigen Stuhl verursachen, und reduziert auf diese Weise die Gesamtzahl der Erreger.

In Versuchen konnten Wissenschaftler zeigen, dass die Staphylokokken-Zahl nach der Bentonit-Anwendung um bis zu 90 % reduziert war. Ähnliche Ergebnisse erzielt ein Bentonit-Brei, der auf das Zahnfleisch aufgetragen wird. Karies verursachende Bakterien können so gründlich entfernt werden. Auch eine Mundspülung mit verdünntem Bentonit eignet sich hervorragend für die Beseitigung der gefährlichen Keime auf Zahnfleisch und Zungenschleimhaut.

Zudem wird überschüssiges Wasser aufgenommen, so dass sich der Stuhl wieder formt, die mit dem Durchfall entstehenden Gase werden gebunden. Allerdings hat es sich bewährt, nach einer Bentonitbehandlung bei Diarrhoe ein Probiotiukum zu geben, um die Darmschleimhaut wieder mit positiven Bakterien aufzufüllen, deren Anzahl bei einer solchen Erkrankung in der Regel reduziert ist.

Auch äußerlich lässt sich Bentonit anwenden; häufig sind beispielsweise Hautausschläge ein Zeichen für den Versuch des Körpers, Giftstoffe auszuscheiden. In vielen Fällen stehen auch Akne oder entzündliche Prozesse der Haut mit einer Schadstoffbelastung in Verbindung. Dann hilft eine Bentonit-Wasser-Mischung, die auf die betroffenen Stellen aufgestrichen wird, die Beschwerden zu lindern.

Die ausleitenden Eigenschaften des Bentonit sollen nicht zuletzt auch für einen Anti-Aging-Effekt verantwortlich sein, da man davon ausgeht, dass ein Organismus bei regelmäßiger Entgiftung länger und besser lebt.

Äußerliche Anwendungen mit Bentonit-Schlamm ist seit altersher ein probates Mittel gegen Rheuma, Arthritis und Akne. Die Zubereitung entzieht der Haut überschüssiges Talgfett und trägt so zur Hautreinigung bei. Der Effekt unterstützt auch die Festigkeit des Bindegewebes. Der Heilschlamm wird mit lauwarmem Wasser bereitet und eventuell mit Kamillentee verfeinert.

Fazit

Bentonit sollte stets von einem Hersteller verwendet werden, dessen Produkte Pharma-Qualität entsprechen. Die Dosierung kann dabei jeweils variieren; von Nebenwirkungen bei Überdosierung ist bislang nichts bekannt geworden.

Die Mineralerde eignet sich hervorragend als klassisches Entgiftungsmittel. Besonders gut funktionieren kurmäßige Therapien, die auch eine gesunde Ernährung und eine zusätzliche Ausleitung, zum Beispiel mit Hilfe spezieller pflanzlicher Tinkturen, mit einschließt. Auch die Behandlung von Durchfällen bringt in den meisten Fällen gute Ergebnisse.

Ob sich die Mineralerde darüber hinaus auch als Anti-Aging-Mittel eignet und welche Rolle die Entgiftung bei der natürlichen Alterung generell spielt, muss in der Zukunft allerdings noch genauer untersucht werden. Bei Hauterkrankungen lohnt sich der Einsatz vor allem, wenn die zugrunde liegende Ursache mit einer Schadstoffbelastung in Verbindung steht; dies ist individuell zu entscheiden.

Insgesamt ist im Zusammenhang mit den Wirkungen und Anwendungsgebieten von Bentonit die Datenlage bislang noch recht dürftig, so dass in Zukunft auf weiterführende Studien zu hoffen ist.

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Beitragsbild: 123rf.com – subbotina

Manchmal staune ich, wie wir die einfachsten Dinge kompliziert machen. Da gibt es eine Verbindung, die seit Jahrhunderten in jedem Haushalt zu finden ist und die in der Naturheilkunde schon lange geschätzt wird: Natriumhydrogencarbonat. Doch während die einen es als Wundermittel gegen Übersäuerung preisen, warnen andere vor Risiken und Nebenwirkungen.

Wo liegt die Wahrheit? Und warum scheinen wir ein so simples Hausmittel entweder zu glorifizieren oder zu verteufeln? Heute räume ich mit den Mythen auf und zeige Ihnen, was Natriumhydrogencarbonat wirklich kann – und wann Vorsicht geboten ist.

Zunächst einmal ein paar Fakten: Natriumhydrogencarbonat wird seit Langem als bewährtes Mittel gegen Übersäuerung eingesetzt. Es neutralisiert zum Beispiel überschüssige Magensäure, lindert Sodbrennen und bringt den Säure-Basen-Haushalt kurzfristig ins Gleichgewicht.

Da diese Fakten immer wieder mal wieder auch von „Experten“ bezweifelt werden, habe ich in meinem Beitrag „Übersäuerung – Mythen, Fakten und Wahrheiten“ ausführlich Stellung genommen.

Als Hausmittel gegen eine Übersäuerung wird häufig Natriumhydrogencarbonat empfohlen und eingesetzt.

Und jetzt muss man ein wenig aufpassen, wenn Sie das Thema interessiert: Natriumhydrogencarbonat ist der Hauptbestandteil im Backpulver. Es ist nicht alleiniger Bestandteil im Backpulver. Backpulver und Natriumhydrogencarbonat ist also nicht genau das Gleiche. Mehr dazu in meinem Beitrag: Natron oder Backpulver?

Und Natriumhydrogencarbonat ist auch nicht mit dem „Hausmittel“ Natron zu verwechseln, dessen Bestandteil Natriumcarbonat ist. Beide Stoffe (die chemisch sehr eng miteinander verwandt sind), verfügen aber über die Fähigkeit, zum Beispiel die entstandene Magensäure abzufangen und zu neutralisieren. Deshalb wurde es früher auch gerne gegen Sodbrennen genommen.

Aber: Nicht immer hat sich der Einsatz dieser Verbindungen bewährt; insbesondere die langfristige Einnahme kann Komplikationen mit sich bringen und die Symptomatik in seltenen Fällen sogar noch verschlimmern. Man sollte also schon wissen, was man tut.

Grundlagen der Verbindung und Wirkung

Natriumhydrogencarbonat gehört zu den klassischen Säureblockern, die auch als „Antacida“ oder einfach nur als „Basenpulver“ bezeichnet werden: Die Verbindung bindet überschüssige Säure im Magen, die zu unterschiedlichen Beschwerden führen kann – auf diese Weise erreicht man auch eine Senkung des Blut-pH.

Damit die Substanz ihre Wirkung entfalten kann, muss diese im Körper zunächst in unterschiedliche Bestandteile aufgespalten werden, zum Beispiel in diverse Bicarbonate. Diese fangen nun überschüssige Säure ab, die sie anschließend neutralisieren. Gleichzeitig entsteht bei der Aufspaltung des Natriumhydrogencarbonats im Körper jedoch auch Kohlendioxid; wenn sich dieses Gas im Verdauungstrakt ausbreitet, können unterschiedliche Beschwerden die Folge sein, zum Beispiel Völlegefühl und Blähungen.

Doch das Kohlendioxid zeigt auch positive Wirkungen: Wenn Natriumhydrogencarbonat äußerlich als Badezusatz verabreicht wird, entfaltet die Substanz eine durchblutungsfördernde und allgemein anregende Wirkung auf der Haut. Bei leichten arteriellen Durchblutungsstörungen oder einem geringem Bluthochdruck hat sich der Stoff deshalb ebenfalls bewährt. Doch auch zur klassischen Entsäuerung der Haut kann Natriumhydrogencarbonat als Badezusatz Verwendung finden, vor allem, wenn es sich um eine Fertigpräparat mit zugesetzten Pflegestoffen handelt.

Nebenwirkungen, Gegenanzeigen und Wechselwirkungen

Natriumhydrogencarbonat darf nicht eingenommen werden, wenn bereits ein hoher Blut-pH vorliegt oder der Natrium- bzw. Kaliumblutspiegel besonders hoch bzw. der Calciumspiegel besonders niedrig ist.

Bei diversen Störungen des Wasserhaushaltes oder verminderter Atemtätigkeit ist ebenfalls Vorsicht geboten. Wer den Stoff als Vollbad anwenden möchte, sollte ebenfalls nicht unter Störungen der Atemfunktion leiden und außerdem ein gesundes Herz-Kreislaufsystem aufweisen. Bei fiebrigen Infektionskrankheiten und starkem Bluthochdruck ist von einem Basenbad komplett abzuraten.

Die Einnahme von Natriumhydrogencarbonat kann außerdem zu einer Veränderung des pH-Wertes sowohl im Verdauungstrakt als auch in den Nieren führen, insbesondere wenn die Anwendung langfristig erfolgt. Dann muss damit gerechnet werden, dass andere Stoffe verändert aufgenommen oder ausgeschieden werden können; hierzu gehören beispielsweise Acetylsalicylsäure (Wirkstoff im Aspirin) Diuretika („Wassertabletten“) Antidepressiva oder diverse Antibiotika. Deshalb hat es sich als sinnvoll erwiesen, Natriumhydrogencarbonat mit zweistündigem Abstand zu anderen Arzneimitteln einzunehmen.

Wer Natriumhydrogencarbonat gegen Übersäuerung einnimmt, hat ferner mitunter mit diversen Nebenwirkungen zu rechnen, die insbesondere bei sehr empfindlichen Menschen auftreten können; weil die Substanz bei der Auflösung im Körper auch zur Freisetzung von Kohlendioxid führt, treten als seltenere Nebenwirkungen Bauchschmerzen, Blähungen, Völlegefühl und Aufstoßen auf. Nur selten kommt es hingegen zu Durchfall und Erbrechen.

Natriumhydrogencarbonat ist erwiesenermaßen ein Mittel gegen entzündliche Prozesse im Körper. Das haben Forscher der Augusta Universityś Medical College in Studien belegen können. Zunächst zeigte sich der Effekt in Tierversuchen und wurde danach bei Patienten mit rheumatoider Arthritis bestätigt.

Die Teilnehmer tranken täglich eine Natriumhydrogencarbonat-Lösung. Danach hatten sich ihre Entzündungs-Parameter im Blut gesenkt. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass diese Wirkung über die Milz erfolgt. Das lymphatische Organ ist an der Regulation und Reifung von Leukozyten beteiligt. Die Milz ist daher in der Lage, auf biochemische Reize mit zielgerichteten Reaktionen zu antworten.

Dafür ist die Oberfläche spezieller Zellen des Organs durch Microvilli stark vergrößert. Die Milz steuert beispielsweise das Mengen-Verhältnis zweier Fresszellen (Makrophagen) des Immunsystems zueinander. Die Zellen des M1-Phänotyps dieser Abwehrzellen lassen Entzündungs-Reaktionen in die Höhe schnellen, während der M2-Phänotyp die Inflammationen herabsetzt.

Bei den Versuchsteilnehmern, die Natriumhydrogencarbonat-Lösung getrunken hatten, war die Anzahl der M2-Zellen erhöht, während die M1-Zellen in geringeren Größenordnungen zu verzeichnen waren.

Wer den Stoff langfristig einnimmt, muss außerdem mit einer Erhöhung des Natriumspiegels rechnen. Außerdem kann ein Calciummangel auftreten, der sich dann häufig in Muskelschwäche und Muskelkrämpfen äußert. Nicht zuletzt sollte man auch bedenken, dass eine ständige Einnahme den Urin pH-Wert beeinflusst; die Bildung von Steinen aus Calcium- und Magnesiumphosphat in den Nieren kann die Folge sein.

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Bewertung der Verbindung: Diskussion

Natriumhydrogencarbonat gehört wie alle carbonathaltigen Entsäuerungsmittel zu den schnell und eher kurzfristig wirkenden Antacida. Dabei weisen sie eine etwas schlechtere Verträglichkeit auf; das freigesetzte Kohlendioxid kann im Magen und Darm zu diversen Beschwerden führen.

Doch die Entwicklung dieses Gases kann noch weitere Schwierigkeiten mit sich bringen: Insbesondere wenn bei andauernder Einnahme große Mengen davon entstehen, kann eine Säureverätzung des Magens nicht ausgeschlossen werden. Überdies besteht grundsätzlich die Gefahr einer Verstärkung der Übersäuerung, weil der Magen nach erfolgter Neutralisation sozusagen als „Gegenregulation“ noch mehr Säure ausschüttet.

Insbesondere bei carbonathaltigen Antacida wie Natriumhydrogencarbonat wird dieser Effekt, der auch als „Säure-Rebound“ bezeichnet wird, häufiger unterstellt. Allerdings ist bis heute umstritten, ob dieser Effekt tatsächlich in der angenommenen Heftigkeit wirksam wird.

Doch nicht nur die Carbonate bzw. das Kohlendioxid können bei der Einnahme von Natriumhydrogencarbonat zu Problemen führen: Gerade wer die Substanz langfristig einnimmt, führt gleichzeitig eine unerwünscht hohe Menge an Natrium zu, die den Mineralstoffhaushalt im Körper durcheinanderbringen und zu unterschiedlichen Beschwerden führen kann. Besonders tückisch hierbei ist die sehr gute Resorbierbarkeit des Natriums; der Mineralstoff löst sich in praktisch allen pH-Bereichen gut.

Beurteilung

Im direkten Vergleich mit anderen Entsäuerungsmitteln, zum Beispiel citrathaltigen Substanzen, schneidet Natriumhydrogencarbonat in der Regel insgesamt eher schlechter ab. So wirken Antacida, die Citrate enthalten, effektiver als das Pendant mit Carbonat, weil sie in der Lage sind, mehr Säure abzufangen. Darüber hinaus entfalten Citrate ihre Wirkung erst im Zellstoffwechsel, so dass sowohl der Magen als auch der Darm geschont werden; eine Freisetzung von Kohlendioxid findet ebenfalls nicht statt.

Fazit

Heute wird Natriumhydrogencarbonat zur Entsäuerung nur noch selten empfohlen. Kurzfristig und bei akuten Beschwerden verwendet, kann der Einsatz zwar durchaus gerechtfertigt sein – aber als langfristige Behandlungsmaßnahme eignet sich die Substanz in Hinblick auf die Nebenwirkungen und Wechselwirkungen nicht – zumal alternativ zahlreiche andere Substanzen zur Verfügung stehen, welche sich beim Beschwerdebild „Übersäuerung“ viel effizienter und schonender einsetzen lassen.

Bei schweren chronischen Entzündungen scheint  Natriumhydrogencarbonat allerdings sinnvoll zu sein.

Weitere Mittel die zur Entsäuerung eingesetzt werden: Calciumcitrat – Kaliumcitrat – Magnesiumcarbonat – Magnesiumcitrat

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Beitragsbild: 123rf.com – Alexander Raths

Basica gehört zu den bekanntesten Basenpräparaten in Deutschland. Der Name ist inzwischen beinahe zu einem Synonym für Basenpulver geworden. Dabei gibt es längst nicht „das“ Basica: Unter der Marke werden Tabletten, Granulate, Direktsticks, Getränkepulver und ein spezielles Sportprodukt angeboten. Die Zusammensetzungen unterscheiden sich teilweise erheblich.

Und genau deshalb lohnt sich ein genauerer Blick. Was steckt wirklich in Basica? Kann man damit den Säure-Basen-Haushalt beeinflussen? Welches Produkt ist sinnvoll – und welches enthält Bestandteile, die man vielleicht gerade nicht haben möchte? Was ist von Aussagen zur „Übersäuerung“ zu halten? Und gibt es auch Nachteile oder Nebenwirkungen?

Ich beschäftige mich seit vielen Jahren mit dem Thema Übersäuerung und Säure-Basen-Haushalt. Dabei halte ich zwei extreme Positionen für gleichermaßen wenig hilfreich: Auf der einen Seite wird nahezu jedes Zipperlein mit einer angeblichen Übersäuerung erklärt. Auf der anderen Seite wird inzwischen manchmal so getan, als hätten Ernährung, Mineralstoffversorgung und Säurelast überhaupt nichts mit dem Stoffwechsel zu tun. Beides greift zu kurz.

Wer steckt hinter Basica?

Basica ist eine Marke der Protina Pharmazeutische GmbH aus Ismaning bei München. Die Wurzeln des Unternehmens reichen nach eigenen Angaben bis zum Jahr 1900 zurück. Basica selbst gibt es seit 1929. Protina stellt heute verschiedene Mineralstoff- und Nahrungsergänzungsprodukte her; zu den bekanntesten Marken des Unternehmens gehören Basica und Magnesium-Diasporal.

Das ist durchaus bemerkenswert: Wir haben es hier nicht mit einer Marke zu tun, die gestern von irgendeinem Online-Marketing-Unternehmen erfunden wurde. Allerdings gilt auch hier: Eine lange Tradition sagt etwas über Erfahrung und Marktbeständigkeit aus – nicht automatisch über die Wirksamkeit jeder einzelnen gesundheitsbezogenen Aussage.

Was ist Basica überhaupt?

Die Basica-Produkte sind überwiegend Nahrungsergänzungsmittel mit Mineralstoffen und Spurenelementen. Je nach Produkt werden Calcium, Magnesium, Kalium, Natrium, Zink und weitere Spurenelemente miteinander kombiniert. Ein Teil dieser Mineralstoffe liegt als Citrat vor. Citrate sind Salze der Zitronensäure und können im Stoffwechsel unter anderem zur Bildung von Bicarbonat beitragen. Genau daraus leitet sich die Verwendung entsprechender Präparate im Zusammenhang mit dem Säure-Basen-Haushalt ab.

Das bedeutet allerdings nicht, dass Basica den pH-Wert des Blutes eines gesunden Menschen nach Belieben „basisch macht“. Der Blut-pH wird vom Organismus ausgesprochen eng reguliert, vor allem über Lunge, Niere und verschiedene Puffersysteme. Größere Abweichungen wären kein Fall für ein Basenpulver, sondern ein medizinisches Problem.

Ernährung kann dennoch die Säurelast verändern, die der Organismus verarbeiten und über die Nieren ausscheiden muss. In der wissenschaftlichen Literatur wird dafür häufig der Begriff „dietary acid load“, also ernährungsbedingte Säurelast, verwendet. Das ist eine wesentlich präzisere Beschreibung als die populäre Vorstellung, der gesamte Körper werde einfach immer „saurer“.

Wer tiefer in diese Zusammenhänge einsteigen möchte, findet dazu meinen ausführlichen Beitrag über die Übersäuerung des Körpers und die verschiedenen Bedeutungen dieses Begriffs.

Die aktuellen Basica-Produkte im Vergleich

Das derzeitige deutsche Kernsortiment umfasst sechs Varianten: Basica Pur, Basica Compact, Basica Direkt, Basica Vital, Basica Instant und Basica Sport. Sie verfolgen keineswegs alle denselben Zweck. Vor allem deshalb halte ich die häufige Frage „Welches Basica ist das beste?“ für berechtigt.

Produkt Form Besonderheit Meine Einschätzung
Basica Pur Pulver / Sticks Mineralstoffe ohne Zucker, Süßungsmittel und Aroma Für mich die klarste Variante, wenn ein schlichtes Basenpräparat gesucht wird
Basica Compact Tabletten Calcium, Magnesium und mehrere Spurenelemente Praktisch unterwegs, aber sechs Tabletten täglich und relativ breite Mineralstoffmischung
Basica Direkt Direktgranulat 400 mg Magnesium pro Tagesportion, Einnahme ohne Wasser Sehr praktisch, bei empfindlichem Darm wegen Magnesium und Sorbit nicht unbedingt meine erste Wahl
Basica Vital Granulat Zum Einrühren in Speisen Traditionelle Variante, enthält allerdings Lactose
Basica Instant Getränkepulver Mit Vitamin C, Vitamin B2 und Orangengeschmack Bequem, enthält aber unter anderem Saccharose und Aroma
Basica Sport Sportgetränk Kohlenhydrate, Elektrolyte und Mikronährstoffe Spezialprodukt für sportliche Belastung, kein normales tägliches Basenpulver

Basica Pur: Für mich die „klarste“ Basica-Variante

Basica Pur kommt dem klassischen Gedanken eines Basen- beziehungsweise Mineralstoffpulvers innerhalb dieser Produktreihe am nächsten. Eine Tagesportion aus zwei Sticks liefert unter anderem 550 mg Calcium, 150 mg Magnesium, 350 mg Kalium und 375 mg Natrium sowie Zink, Chrom, Molybdän und Selen. Verwendet werden Calciumlactat sowie Natrium-, Kalium-, Magnesium- und Zinkcitrat.

Das Produkt enthält laut Hersteller keine Aromen, keine Süßstoffe und keinen zugesetzten Zucker. Auch Lactose und Gluten sind nicht enthalten. Das gefällt mir grundsätzlich besser als Rezepturen, bei denen man zusätzlich Zucker, Aromen oder diverse Hilfsstoffe mit einkauft, obwohl man eigentlich nur Mineralstoffe einnehmen möchte.

Ein interessantes Detail: Trotz der häufigen Verbindung von Basica mit „Citraten“ liegt Calcium bei Basica Pur als Calciumlactat vor. Calciumlactat enthält übrigens keine Lactose. Das wird aufgrund der ähnlich klingenden Begriffe gelegentlich verwechselt.

Wenn mich jemand allein anhand der Rezeptur fragen würde, welches Basica ich als klassisches Basenpräparat bevorzugen würde, läge Basica Pur deshalb ziemlich weit vorne.

Basica Compact – Basica als Tablette

Basica Compact liefert die Mineralstoffe in Tablettenform. Die Tagesportion besteht aus sechs Tabletten, normalerweise drei morgens und drei abends. Enthalten sind unter anderem Calcium, Magnesium, Zink, Eisen, Kupfer, Chrom, Molybdän und Selen.

Der Vorteil liegt auf der Hand: Es muss nichts angerührt werden und unterwegs genügt etwas Flüssigkeit zur Einnahme. Allerdings enthält Basica Compact eben nicht nur Calcium und Magnesium, sondern zusätzlich mehrere Spurenelemente. Wer bereits ein Multivitaminpräparat oder andere Nahrungsergänzungsmittel einnimmt, sollte deshalb einmal zusammenrechnen, welche Mengen insgesamt zusammenkommen.

Ich halte wenig von dem inzwischen verbreiteten Prinzip, möglichst viele Vitalstoffe gleichzeitig einzunehmen, nur weil sie technisch gemeinsam in eine Tablette passen. Bei einem tatsächlichen Mangel kann eine gezielte Gabe wesentlich sinnvoller sein.

Gerade Mineralstoffe werden gerne nach dem Motto „viel hilft viel“ eingenommen. Dabei lohnt es sich, ihre Aufgaben, Dosierungen und Wechselwirkungen genauer zu kennen. Wenn Sie solche Zusammenhänge interessieren, habe ich dafür einen eigenen kostenlosen Newsletter rund um Vitalstoffe und einige der Mittel eingerichtet, mit denen ich mich in meiner Praxis seit vielen Jahren beschäftige.

Sie erhalten dort unter anderem meine „5 Wundermittel“ – ein etwas provokanter Titel, zugegeben. Gemeint sind Stoffe, die ich persönlich für besonders interessant halte und über die ich regelmäßig neue Erkenntnisse veröffentliche.

Kleine Anmerkung: Die Sache mit den „5 Wundermitteln“ ist mit Abstand einer der beliebtesten Newsletter, die meine Patienten und Leser gerne anfordern.

Basica Direkt – bequem, aber mit sehr viel Magnesium

Basica Direkt wird direkt aus dem Stick auf die Zunge gegeben und kann ohne Wasser eingenommen werden. Das ist praktisch – gerade unterwegs. Bemerkenswert ist allerdings die Magnesiumdosis: Zwei Sticks liefern insgesamt 400 mg Magnesium und damit 107 Prozent des angegebenen Nährstoffbezugswertes.

Zusätzlich steht Sorbit an erster Stelle der Zutatenliste. Der Hersteller weist selbst darauf hin, dass das Produkt bei übermäßigem Verzehr beziehungsweise empfindlichen Personen abführend wirken kann. Das überrascht nicht: Höhere orale Magnesiumdosen können Wasser in den Darm ziehen und damit Durchfälle verursachen. Sorbit kann diesen Effekt bei empfindlichen Menschen zusätzlich begünstigen.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung hat für Magnesium aus Nahrungsergänzungsmitteln eine Tageshöchstmenge von 250 mg vorgeschlagen. Dabei geht es nicht um eine toxische Grenze, sondern hauptsächlich um die Vermeidung von Durchfällen. Therapeutisch können höhere Magnesiumdosen selbstverständlich sinnvoll sein – aber dann möchte ich eigentlich wissen, warum ich diese Menge gebe.

Wer sich näher für Magnesium interessiert, findet auf meiner Vitalstoffseite einen ausführlichen Grundsatzbeitrag über Magnesium, Magnesiummangel, Einnahme und Dosierung.

Basica Vital – das traditionelle Granulat

Basica Vital gehört zu den klassischen Produkten der Marke. Das Granulat wird morgens und abends in kalte oder warme Speisen eingerührt und kann laut Hersteller auch zum Kochen und Backen verwendet werden. Eine Tagesportion beträgt 32 Gramm.

Enthalten sind Calcium-, Magnesium-, Kalium- und Natriumverbindungen sowie Zink, Eisen, Kupfer, Chrom, Molybdän und Selen. Ein Punkt gehört allerdings deutlich auf den Tisch: An erster Stelle der Zutatenliste steht Lactose. Der Hersteller weist ausdrücklich darauf hin, dass Basica Vital für Menschen mit Lactoseintoleranz nicht geeignet ist.

Unser früherer Beitrag auf dieser Seite stellte Basica Vital noch sehr stark in den Mittelpunkt. Das würde ich heute nicht mehr tun. Innerhalb des eigenen Sortiments gibt es inzwischen Varianten, die aus meiner Sicht für viele Menschen klarer zusammengesetzt und einfacher einzuordnen sind.

Basica Instant – Basengetränk mit Zucker

Basica Instant wird als Getränkepulver angeboten und liefert zusätzlich Vitamin C und Vitamin B2. Geschmacklich ist das natürlich angenehmer als ein geschmacksneutrales Mineralstoffpulver. Die Zutatenliste beginnt allerdings mit Saccharose. Hinzu kommen unter anderem Calciumcarbonat, Magnesiumcarbonat, Natriumhydrogencarbonat und Aroma.

Das macht Basica Instant nicht automatisch zu einem schlechten Produkt. Aber man sollte wissen, was man kauft. Wenn ich gezielt ein möglichst schlichtes Mineralstoff- beziehungsweise Basenpräparat suche, sehe ich keinen zwingenden Grund, dafür zusätzlich Zucker und Aroma einzunehmen.

Das ist übrigens ein Punkt, der mir bei Nahrungsergänzungsmitteln generell wichtig ist: Nicht nur die groß gedruckten Wirkstoffe auf der Vorderseite betrachten. Die eigentliche Wahrheit einer Rezeptur steht häufig klein gedruckt auf der Zutatenliste.

Basica Sport – ein völlig anderes Produkt

Basica Sport würde ich gedanklich von den übrigen Varianten trennen. Dabei handelt es sich um ein Kohlenhydrat-Elektrolyt-Getränk für sportliche Belastungen. Eine Portion von 30 Gramm enthält rund 25 Gramm Kohlenhydrate, davon etwa neun Gramm Zucker, sowie Natrium, Kalium, Calcium, Magnesium und verschiedene Mikronährstoffe.

Bei längerer sportlicher Belastung können Kohlenhydrate und Elektrolyte durchaus sinnvoll sein. Der Hersteller beschreibt das Produkt auch ausdrücklich als Getränk zur Unterstützung der Ausdauerleistung bei längerem Ausdauertraining sowie zur Regeneration nach sehr intensiver Belastung.

Wer dagegen lediglich ein Präparat zur Unterstützung des Säure-Basen-Stoffwechsels sucht und sich wenig bewegt, benötigt meines Erachtens kein Pulver, das gleichzeitig relevante Mengen Kohlenhydrate liefert. Basica Sport ist ein Sportprodukt – und sollte auch so betrachtet werden.

Was ist mit Basica Energie, Basica Haut und Basica Immun?

Diese Bezeichnungen tauchen weiterhin in Suchmaschinen und teilweise im Handel auf. Besonders nach „Basica Energie“ wird noch erstaunlich häufig gesucht. Im aktuellen deutschen Kernsortiment des Herstellers werden derzeit jedoch sechs andere Produkte geführt: Pur, Compact, Direkt, Vital, Instant und Sport.

Gerade bei älteren Produktbezeichnungen sollte man deshalb nicht ungeprüft irgendeine zehn Jahre alte Internetseite zur Zusammensetzung heranziehen. Rezepturen, Produkte und Vertrieb ändern sich. Entscheidend ist die aktuelle Zutaten- und Nährstoffdeklaration der Packung, die tatsächlich gekauft wird.

Wirkt Basica wirklich gegen Übersäuerung?

Hier wird es interessant – und hier wurde in der Vergangenheit leider von beiden Seiten reichlich vereinfacht.

Zunächst: Ein gesunder Mensch läuft normalerweise nicht mit einem krankhaft sauren Blut herum. Das verhindern mehrere Regulationssysteme des Körpers sehr zuverlässig. Der Blut-pH wird eng kontrolliert. Eine echte metabolische Azidose ist eine medizinische Stoffwechselstörung und nicht das, was im Alltag gewöhnlich mit „Ich bin übersäuert“ gemeint ist.

Das bedeutet aber keineswegs, dass Ernährung und Mineralstoffe für den Säure-Basen-Stoffwechsel bedeutungslos wären. Nahrung beeinflusst die Menge nichtflüchtiger Säuren beziehungsweise Basenäquivalente, die im Stoffwechsel anfallen und letztlich insbesondere über die Nieren verarbeitet werden müssen. Die Forschung spricht hier von der ernährungsbedingten Säurelast.

Genau diese Unterscheidung halte ich für wichtig. „Ernährungsbedingte Säurelast“ ist etwas anderes als eine gefährliche Azidose. Und Sodbrennen, Müdigkeit, Kopfschmerzen, Muskelbeschwerden oder ein saurer Urin beweisen für sich allein ebenfalls keine systemische Übersäuerung.

Ich habe diese Kontroverse ausführlicher in meinem Beitrag „Übersäuerung des Körpers – was ist davon zu halten?“ beschrieben.

Was sagen Studien speziell zu Basica?

Zu Basica existieren tatsächlich klinische Untersuchungen. Das sollte man erwähnen – ebenso wie deren Grenzen.

In einer randomisierten doppelblinden Untersuchung mit 40 älteren gesunden Probanden wurde eine proteinreiche Ernährung mit beziehungsweise ohne Basica-Supplementierung untersucht. Unter der Mineralstoffsupplementierung stieg unter anderem die Bicarbonatkonzentration im Plasma, ohne dass sich der Blut-pH entsprechend verschob. Die Studie war klein, lief nur über einen begrenzten Zeitraum und wurde von Protina finanziert.

Eine weitere Untersuchung beschäftigte sich mit 80 übergewichtigen Erwachsenen; 68 Teilnehmer beendeten die Studie. Kombiniert wurden körperliches Training, teilweise intermittierendes Fasten und entweder Basica Direkt oder Placebo. In einzelnen Basica-Gruppen zeigten sich stärkere Veränderungen beim Körpergewicht beziehungsweise bei der Laufleistung. Auch diese Untersuchung wurde vom Hersteller finanziert.

Daraus würde ich keinesfalls die Schlagzeile „Basica macht schlank“ ableiten. Dafür liefen viel zu viele Interventionen gleichzeitig: Bewegung, Fasten und Ernährungsänderungen. Solche Studien sind interessant und können Hinweise für weitere Forschung liefern. Sie sind aber kein Freibrief für Werbeversprechen.

Entsäuern mit Basica – was bedeutet das überhaupt?

Der Begriff „Entsäuerung“ ist populär, wissenschaftlich aber unscharf. Man kann durch Ernährung und alkalisch wirkende Mineralstoffverbindungen unter anderem die renale Säureausscheidung, den Urin-pH und bestimmte Parameter des Bicarbonatstoffwechsels beeinflussen. Das ist etwas anderes als die Vorstellung, im Bindegewebe würden literweise Säuren lagern, die anschließend durch ein Pulver wie Kalk aus einem Wasserkocher herausgespült werden.

So funktioniert der menschliche Körper nicht.

Auch die pauschale Behauptung, Citratpräparate seien grundsätzlich jedem Carbonatpräparat überlegen, würde ich heute nicht mehr aufrechterhalten. Citrate besitzen interessante metabolische Eigenschaften. Daraus folgt aber keine automatische Überlegenheit für jeden Menschen und jeden Einsatzzweck.

Wer Basenmittel generell vergleichen möchte, findet von mir auch einen ausführlichen Beitrag zu Basenpulvern und Basentabletten. Außerdem habe ich beispielsweise das Altapharm Basenpulver von Rossmann und das Basen-Pulver PUR von dm separat betrachtet.

Die Ernährung ist wichtiger als das Pulver

Bei allen Diskussionen um Citrate, Carbonate und Mineralstoffmengen wird leicht übersehen, wo die eigentliche Stellschraube sitzt: bei der täglichen Ernährung. Gemüse, Kartoffeln, Salate, Kräuter und viele Obstsorten bringen Kalium, Magnesium und verschiedene organische Anionen mit. Eine Ernährung aus Weißmehlprodukten, Zucker, Fertiggerichten und wenig Gemüse anschließend mit einem Basenpulver „auszugleichen“, erinnert mich dagegen ein wenig daran, jeden Abend die Warnleuchte im Auto abzukleben, statt Öl nachzufüllen.

Wer wissen möchte, was Ernährung jenseits von Kalorien und Modediäten tatsächlich bewirken kann, für den habe ich einen eigenen kostenlosen Ernährungs-Newsletter eingerichtet. Dort geht es unter anderem um Lebensmittel, die auf den ersten Blick harmlos erscheinen, bei genauerem Hinsehen aber erheblichen Einfluss auf Stoffwechsel und Gesundheit haben können.

Wenn Sie sich für diese Zusammenhänge interessieren, können Sie meinen kostenlosen Ernährungs-Newsletter hier anfordern:

Kann man eine Übersäuerung am Urin-pH erkennen?

Auch beim Urin-pH wird häufig mehr hineininterpretiert, als tatsächlich gemessen wurde. Der Urin-pH kann sich durch Ernährung deutlich verändern. Das ist zunächst einmal völlig normal und zeigt unter anderem, dass die Niere Säuren und Basenäquivalente ausscheidet.

Ein saurer Morgenurin beweist deshalb noch keine krankhafte Übersäuerung des Körpers. Umgekehrt beweist ein alkalischer Urin nach Einnahme eines Basenpulvers auch nicht, dass nun sämtliche Gewebe erfolgreich „entsäuert“ wurden.

Urinmessungen können im Rahmen bestimmter Fragestellungen interessant sein. Man sollte lediglich wissen, was damit gemessen wird – und vor allem, was nicht.

Was ist mit Knochen und Osteoporose?

Eine häufig erzählte Geschichte lautet, eine „saure Ernährung“ zwinge den Organismus dazu, Calcium aus den Knochen zu holen und führe deshalb zwangsläufig zu Osteoporose. So einfach ist es nicht.

Systematische Übersichtsarbeiten konnten diese simple Säure-Knochen-Theorie nicht überzeugend bestätigen. Untersuchungen mit alkalischen Mineralstoffen oder Kaliumcitrat zeigen zwar zum Teil interessante Effekte auf Calciumausscheidung und einzelne Knochenparameter, die Ergebnisse sind aber nicht einheitlich.

Das bedeutet wiederum nicht, dass Mineralstoffe für den Knochen unwichtig wären. Natürlich sind Calcium und Magnesium relevant. Nur sollte aus dieser Tatsache nicht rückwärts eine komplette Krankheitslehre konstruiert werden.

Nachteile von Basica – was sollte man wissen?

Der Suchbegriff „Nachteile von Basica“ wird erstaunlich häufig eingegeben. Und tatsächlich gibt es einige Punkte, die man kennen sollte.

Der erste ist die teilweise recht umfangreiche Mineralstoffzufuhr. Wer mehrere Nahrungsergänzungsmittel kombiniert, kann Calcium, Magnesium, Zink, Eisen, Selen, Kupfer oder andere Spurenelemente schnell aus mehreren Quellen gleichzeitig zuführen. Gerade bei längerfristiger Einnahme halte ich es deshalb für sinnvoll, nicht jedes Produkt isoliert zu betrachten.

Bei Basica Direkt fällt insbesondere die hohe Magnesiumzufuhr von 400 mg täglich auf. Zusammen mit Sorbit kann dies bei empfindlichen Menschen zu Durchfall oder anderen Darmbeschwerden führen.

Basica Vital enthält Lactose. Basica Instant enthält Saccharose. Basica Sport liefert relevante Mengen Kohlenhydrate und Zucker. Einige Varianten enthalten zusätzlich Eisen und Kupfer, obwohl nicht jeder Mensch diese Spurenelemente ergänzen muss.

Das heißt nicht, dass Basica grundsätzlich gefährlich wäre. Es bedeutet lediglich: Auch ein Mineralstoffpräparat sollte man passend auswählen und nicht nach dem Motto einnehmen, Basen und Mineralien könnten grundsätzlich nie zu viel sein.

Basica und die Nieren

Besondere Vorsicht ist bei eingeschränkter Nierenfunktion angebracht. Die Niere reguliert unter anderem Magnesium, Kalium und den Säure-Basen-Haushalt. Bei stärker eingeschränkter Nierenleistung können Mineralstoffmengen, die für einen gesunden Menschen problemlos ausgeschieden werden, plötzlich relevant werden.

Das gilt insbesondere für Kalium und Magnesium. Auch verschiedene Medikamente können den Kaliumhaushalt verändern. Bei einer relevanten Nierenerkrankung würde ich deshalb kein Mineralstoff- oder Basenpräparat auf eigene Faust dauerhaft einsetzen.

Dass Elektrolyte sorgfältig betrachtet werden müssen, gilt übrigens auch beim längeren Fasten. Dazu habe ich im Beitrag „Welche Blutwerte beim Fasten wichtig sind“ unter anderem Kalium, Natrium und Calcium ausführlicher besprochen.

Wann sollte man Basica einnehmen?

Das hängt vom jeweiligen Produkt ab. Basica Pur wird laut Hersteller morgens und abends eingenommen. Gleiches gilt für Basica Direkt und Basica Vital. Bei Basica Compact werden normalerweise drei Tabletten morgens und drei abends empfohlen. Die Einnahme der genannten Produkte kann überwiegend unabhängig von den Mahlzeiten erfolgen.

Für mich ist allerdings eine andere Frage wichtiger als die Diskussion, ob ein Pulver um 8.00 Uhr oder um 8.30 Uhr genommen werden sollte: Warum soll es überhaupt genommen werden?

Wer seine Ernährung verbessern möchte, sollte Basica nicht dazu benutzen, weiterhin überwiegend hochverarbeitete Lebensmittel, wenig Gemüse und wenig mineralstoffreiche Nahrung zu essen und anschließend ein Pulver als metabolischen Radiergummi hinterherzuschicken. So funktioniert Ernährung nicht.

Wie lange kann man Basica einnehmen?

Der Hersteller sieht bei mehreren Produkten auch eine längerfristige tägliche Einnahme vor. Ich würde trotzdem nicht automatisch jahrelang ein Mineralstoffgemisch einnehmen, ohne gelegentlich die Sinnfrage zu stellen.

Wenn jemand ein Basenpräparat wegen unspezifischer Beschwerden ausprobiert, halte ich es für vernünftiger, nach einigen Wochen Bilanz zu ziehen: Hat sich überhaupt etwas verändert? Wie sieht die Ernährung inzwischen aus? Werden parallel andere Mineralstoffe eingenommen? Gibt es Erkrankungen, Medikamente oder Laborwerte, die berücksichtigt werden müssen?

Ein Nahrungsergänzungsmittel sollte eine Aufgabe erfüllen. „Ich nehme das schon seit fünf Jahren, weil ich irgendwann damit angefangen habe“ ist keine besonders überzeugende Indikation.

Wie schnell wirkt Basica?

Mineralstoffe werden natürlich nicht erst nach Monaten aufgenommen. Veränderungen beispielsweise des Urin-pH oder bestimmter Bicarbonatparameter können wesentlich schneller auftreten. Das bedeutet jedoch nicht, dass Müdigkeit, Gelenkbeschwerden, Verdauungsprobleme oder andere unspezifische Beschwerden innerhalb einer bestimmten Frist verschwinden müssten.

Wer nach drei Tagen einen höheren Urin-pH misst, hat zunächst einmal einen höheren Urin-pH gemessen. Nicht mehr und nicht weniger.

Welches Basica ist das beste?

Wenn ausschließlich ein möglichst schlicht zusammengesetztes Basenpräparat gesucht wird, gefällt mir innerhalb der Basica-Reihe Basica Pur am besten. Es enthält weder Zucker noch Süßungsmittel oder Aromen und verzichtet auf den Versuch, gleichzeitig noch ein Lifestyle- oder Vitaminprodukt zu sein.

Wer Tabletten bevorzugt, findet mit Basica Compact eine praktische Alternative. Basica Direkt hat seinen Vorteil eindeutig in der bequemen Einnahme ohne Wasser, enthält aber mit 400 mg relativ viel Magnesium und zusätzlich Sorbit. Basica Vital lässt sich gut in Lebensmittel einrühren, enthält allerdings Lactose. Basica Instant ist geschmacklich komfortabler, bringt aber Zucker und Aroma mit. Basica Sport wiederum ist für mich keine Alternative zu diesen Präparaten, sondern ein eigenständiges Sportgetränk.

Das „beste“ Basica gibt es deshalb nicht. Es gibt nur das Produkt, dessen Zusammensetzung zum jeweiligen Zweck und zum jeweiligen Menschen passt.

Ist Basica gut zum Abnehmen?

Basica ist kein Abnehmpräparat. Dass eine kleine Studie bei einer Kombination aus Training, intermittierendem Fasten und Basica interessante Resultate gezeigt hat, macht daraus noch keinen Fettverbrenner.

Wer Gewicht verlieren möchte, wird wesentlich mehr davon haben, Ernährung, Bewegung, Schlaf, Insulinstoffwechsel und gegebenenfalls Fasten sinnvoll zu strukturieren. Ein Basenpräparat kann allenfalls ein Begleiter innerhalb eines solchen Gesamtkonzeptes sein.

Gerade das Fasten zeigt sehr schön, warum einzelne Stoffwechselparameter nie isoliert betrachtet werden sollten. Während des Fastens verändert sich die Energiegewinnung grundlegend, Fettsäuren und Ketonkörper gewinnen an Bedeutung und auch Flüssigkeits- und Elektrolythaushalt verändern sich. Genau deshalb sollte eine vernünftige Fastenkur mehr sein als einfach einige Tage nichts zu essen.

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Hilft Basica Compact bei Lipödem?

Diese Frage wird überraschend häufig gesucht. Mir sind jedoch keine überzeugenden klinischen Daten bekannt, nach denen Basica Compact ein Lipödem behandelt oder dessen Verlauf gezielt beeinflusst. Basica Compact ist ein Mineralstoffpräparat und kein Lipödem-Medikament.

Das schließt nicht aus, dass Ernährung, Gewicht, Bewegung, Entzündungsprozesse und Mineralstoffversorgung bei einzelnen Betroffenen eine Rolle für das allgemeine Befinden spielen können. Daraus darf aber keine spezifische Wirkung von Basica gegen das Lipödem konstruiert werden.

Basica oder Natron?

Auch diese Frage wird häufig gestellt. Basica und Natron sind allerdings nicht dasselbe. Natron ist Natriumhydrogencarbonat und damit eine einzelne chemische Verbindung. Die Basica-Produkte enthalten dagegen Mischungen verschiedener Mineralstoffe und Spurenelemente; manche Varianten enthalten überhaupt kein Natriumhydrogencarbonat.

Natron hat wiederum eigene physiologische Wirkungen, Einsatzgebiete und Nachteile. Insbesondere die Natriumzufuhr sollte nicht ignoriert werden. Mehr dazu lesen Sie in meinem ausführlichen Beitrag „Natron: Was passiert, wenn man täglich Natron nimmt?“.

Meine Bewertung von Basica

Basica ist für mich weder Wundermittel noch Unsinn. Das Unternehmen verfügt über eine lange Erfahrung mit Mineralstoffpräparaten und bietet inzwischen mehrere deutlich unterschiedliche Rezepturen an. Das sollte man anerkennen. Ebenso sollte man anerkennen, dass der Säure-Basen-Stoffwechsel real ist und Ernährung die renale Säurelast beeinflusst.

Was ich nicht mittragen würde, ist die Vorstellung, nahezu jedes unspezifische Symptom sei Folge einer Übersäuerung und lasse sich durch ein Basenpulver beseitigen. Ebenso wenig überzeugt mich das andere Extrem, wonach der Blut-pH streng reguliert werde und damit jede Diskussion über ernährungsbedingte Säurelast automatisch Unsinn sei. Der Körper hält seinen Blut-pH gerade deshalb konstant, weil er permanent reguliert, puffert und ausscheidet.

Wer Basica verwenden möchte, sollte deshalb zunächst wissen, was er erreichen will. Für eine möglichst einfache Basenmischung würde ich innerhalb der Produktfamilie eher zu einer klaren Rezeptur wie Basica Pur greifen. Wer lediglich gelegentlich zu wenig Gemüse isst, sollte dagegen nicht versuchen, diese Lücke dauerhaft mit Pulver zu kaschieren.

Und wer wirklich wissen möchte, wie es um seinen Mineralstoffhaushalt oder bestimmte Stoffwechselprobleme bestellt ist, sollte dort messen und untersuchen, wo es sinnvoll ist – statt aus einem einzelnen Urin-pH-Wert weitreichende Diagnosen abzuleiten.

Das ist weniger spektakulär als die Behauptung, man müsse seinen Körper nur einmal gründlich „entsäuern“. Dafür ist es näher an der Physiologie.

Quellen und weiterführende Informationen

Wenn man Testberichte zu Produkten sucht, vertraut man eigentlich auf Institutionen, die sich darauf spezialisiert zu haben schein, wie z.B. Stiftung Warentest oder auch Öko-Test.

Bevor Sie aber weiter nach Testergebnissen zu einzelnen Basenpulvern oder Basentabletten suchen, sollten Sie einige Dinge wissen, die sich diesbezüglich „abspielen“ – sowohl im Internet, als auch bei den „Testinstituten“.

Neben Stiftung Warentest oder Ökotest gibt es ja auch noch andere Webseiten, die über solche Produkte berichten wollen. Wenn Sie zum Beispiel in Google „Basenpulver im Test“ gesucht haben, dann finden Sie da schon einige merkwürdige Seiten: zum Beispiel ein gewisses „Gesundheitsinstitut Deutschland“, welches vor allem das Amaiva Pulver empfiehlt (Warum nur?), andere „private Webseiten“, die Geld dafür bekommen, wenn man über ihren Link bestellt und dann natürlich unsere bekannten Tester von Warentest und Ökotest.

Der „lustige“ Basenpulver Öko-Test

Im Frühjahr 2015 hat Öko-Test hat ein neues Spezial-Papier veröffentlicht. Darin ging es um Vitamine und Mineralstoffe. Gegen die Gebühr von 4,99 € kann man sich ein „epaper-Einzelheft“ als PDF herunterladen. Die Lektüre bombardiert den Leser mit Tests zu Nahrungsergänzungsmitteln, Multivitaminen, Vitamin-D-Präparaten, Spurenelementen, basischen Nahrungsergänzungsmitteln etc.

Das könnte vielversprechend werden, hat doch Öko-Test etwas mit „Öko“ zu tun. Und „Öko“ ist grün, was bekannter weise mehr mit biologisch-organischem „Essen und Trinken“ zu tun hat beziehungsweise haben sollte. Das Thema, was mich am meisten interessierte (nicht zuletzt weil es in der etablierten Medizin als „Unsinn“ und „esoterische Erfindung“ abgetan wird), waren die Nahrungsergänzungsmittel, die gegen eine Übersäuerung wirksam sein sollen, sowie deren Testergebnisse seitens des Öko-Tests.

Aber das Ergebnis stand wohl schon von vorneherein fest, bevor die Tests durchgeführt worden waren. Die Einleitung zum Artikel und die gleichzeitige Begründung erzählten mehr als die Testergebnisse…

Basische Nahrungsergänzungsmittel, oder: Wir sind sauer!

Es fängt fast vielversprechend bei Ökotest an. Denn die Einleitung zählt die „Folgen einer aus einseitiger Ernährung und Bewegungsmangel resultierenden Übersäuerung“ auf, die sich in „unspezifischen Symptomen äußern sollen“: „Müdigkeit und Erschöpfung, erhöhte Stressempfindlichkeit, nachlassende Konzentration, Muskel- und Gelenkbeschwerden sowie Veränderungen der Haut, Haare und Nägel nennt beispielsweise die Firma Protina.

Und wenn es einmal so weit gekommen ist, dann lassen sich Allergien, Osteoporose, Rheuma, Kopfschmerzen, Schlafstörungen und Venenleiden durch „eine Herstellung des Gleichgewichts von Säuren und Basen positiv beeinflussen“. Das meint jedenfalls der Reformhaus-Ratgeber „Säure-Basen-Haushalt im Gleichgewicht“. Fairerweise wird eingeräumt, dass diese vermeintlichen Erfolge vor allem auf Erfahrungsberichten beruhen.“

Richtig! Ein Ungleichgewicht des Säure-Basen-Haushalts, eine Übersäuerung also, gibt es für die Ökos nur als „Erfahrungsbericht“.

Soll das also heißen, dass Erfahrungsberichte zu gar nichts tauglich sind und deshalb vernachlässigt werden können? Dann sollte jeder Arzt seine Erfahrungen sofort vergessen und nur noch stur nach Lehrbuch und Leitlinien therapieren. Aber die Ärzte, die ich als gute und effektive Mediziner kenne, sind durch die Bank Leute mit Erfahrung. Und meine Erfahrungen mit Basenpulver und -tabletten bei einer Übersäuerung habe ich hier beschrieben: Was bringen Basenpulver und Basentabletten für Ihre Gesundheit?

Aber so war das sicher nicht gemeint. Vielmehr steht hinter der Aussage, dass die Übersäuerung nur in Erfahrungsberichten beobachtet worden ist, nicht aber in der wissenschaftlichen Realität. Eine evidenzbasierte Übersäuerung ist eine Azidose und muss in der Intensivstation notfallmäßig behandelt werden. Alles andere sind Erfindungen der alternativen Medizin. Aha, so ist das also.

Die Öko-Tester fahren fort mit der Beschreibung von angeblich säureproduzierenden Umständen. Und das sind gewisse Nahrungsmittel, wie Getreideprodukte, Fleisch, Eier, Käse etc. Daneben gibt es noch basische Lebensmittel und solche, die sich neutral verhalten. Soweit stimmt zumindest die Beschreibung des Verständnisses der alternativen „Spinner“ in Sachen Einfluss der Ernährung auf den Säure-Basen-Haushalt.

Die Beweisführung, dass es sich hier um Unsinn handeln muss, wird mit einem massiven Denkfehler geführt, der zudem noch zeigt, dass die Schreiber der Ökotester anscheinend selber nicht mehr wissen, worüber sie schreiben.

Denn es heißt: „Zwar kann auch eine abwechslungsreiche, gesunde Ernährung einen gewissen Säureüberschuss erzeugen,…“ Hier muss ich sorgenvoll passen, denn ich bin immer davon ausgegangen, dass eine nicht so gesunde, vor allem auf Industriefutter basierende Ernährung für den „gewissen“ (man beachte die exakte, hochwissenschaftliche Mengenangabe seitens Öko!) Säureüberschuss sorgt und gerade nicht die gesunde Ernährung.

Die ist dafür verantwortlich, dass es keinen ungünstigen Einfluss auf den Säure-Basen-Haushalt gibt, beziehungsweise dieser durch diese Ernährung sogar korrigiert werden kann. Denn eine gesunde und ausgewogene Ernährung besteht zu etwa 70 Prozent aus basischen Nahrungsmitteln.

Im nächsten Schritt hätte ich eine wissenschaftliche Arbeit als Zitat erwartet, die den Unsinn mit der Übersäuerung beweist.

Was aber kommt stattdessen?

Ein Zitat von einer Altbekannten, Antje Gahl von der DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung):

Sie weiß zu berichten, dass „beim gesunden Erwachsenen die Regulationssysteme des Säure-Basen-Haushalts auch bei einer einseitigen Ernährung in der Lage sind, Säure- und Basenüberschüsse zu kompensieren und auszuscheiden“.

Das ist nicht ganz falsch, aber leider langfristig gesehen auch nicht ganz richtig. Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass das Regulationssystem des Säure-Basen-Haushalts funktioniert, sonst wären die Intensivstationen voll mit Azidosefällen. Aber das, was Öko-Tester und Schulmedizin als „Unfug“ ablehnen (nämlich die Existenz einer „latenten Gewebeazidose“), scheint nur deshalb nicht zu existieren, weil man niemanden ohnmächtig im Test bei Ökotest und auf der Straße umfallen sieht.

Da ist es umso verwunderlicher, wenn eine andere, ebenfalls nicht alternative Quelle ganz andere Ansichten zu diesem Sachverhalt vertritt. Ich hatte dies bereits unter Übersäuerung des Körpers? Was ist davon zu halten? Und: Ist das wichtig? angesprochen. Hier noch mal die besagte Stelle dazu:

Merkwürdigerweise lese ich aber zum Beispiel im Deutschen Ärzteblatt:

Störungen des Säure-Basen-Haushalts sind häufig, sie werden jedoch in der Praxis oft übersehen. […] Besonders bei Patienten mit Niereninsuffizienz, Diabetes, einer Leberzirrhose, einem Emphysem, Diarrhöen oder chronischem Erbrechen sowie unter bestehender Diuretikatherapie ist an Störungen des Säure-Basen-Haushaltes zu denken.
Quelle: Dtsch Arztebl 2005; 102: A 1896; 1899 [Heft 26]

Das war 2005.

Im Januar 2015 diskutierte ich in einem anderen Beitrag (Das Märchen von der Übersäuerung) die gleiche Frage, nur mit neuem Datenmaterial und einer neuen wissenschaftlichen Arbeit, die nicht aus dem Hause BfR kam, sondern aus einem wirklich wissenschaftlichen Institut stammt: In Pathophysiologic Changes in Extracellular pH Modulate Parathyroid Calcium-Sensing Receptor Activity and Secretion via a Histidine-Independent Mechanism zeigten die Wissenschaftler, dass nur minimale Schwankungen im pH-Wert des Blutes zu „latenten Azidosen“ führen, die den calciumsensitiven Rezeptor deaktivieren, was eine Erhöhung von PTH und den Calciumwerten im Blut führt.

In der Folge kommt es zu Nierenschädigungen (unter anderem, aber nicht nur), was langfristig dann wieder einen negativen Effekt auf den Säure-Basen-Haushalt haben wird. Die „sturen“ Autoren der Studie bestehen in der Folge darauf, dass „die Auswirkungen dieser Veränderungen wesentlich signifikanter ausfallen als man bislang geglaubt hat, und dass dem hier von Seiten der Kliniker mehr Beachtung geschenkt werden sollte“.

Ich würde an dieser Stelle neben den Klinikern noch die BfR und die Öko-Tester mit einbeziehen. Denn: „Bislang ging man davon aus, dass nur massive Veränderungen der Acidität als Ursache für gesundheitliche Probleme bei den Patienten in Frage kamen“.

Oder mit anderen Worten: Die kleinen, aber mehr oder weniger permanenten „Entgleisungen“ des Säure-Basen-Haushalts auf „Minimalbasis“, die klinisch fast gar nicht wahrgenommen werden können, sind der stete Tropfen, der den Stein aushöhlt. Und nur weil man mit dem bloßen Auge oder einer Lupe nichts sehen kann zu schließen, dass es da auch nichts gibt, ist das exakte Gegenteil von Wissenschaftlichkeit.

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ENDLICH! Eine Studie!

Aber auch bei Ökotest wird es im Beitrag zu den Basenpulvern (endlich einmal) „wissenschaftlich“. Denn es kommt kein Vertreter einer Bundesbehörde zu Wort, sondern eine Studie. Vielleicht wissen die Öko-Tester ja, dass Bundesbehörde und Wissenschaft nicht ein und dasselbe sind… also her mit der Studie…

Aber was für eine Studie ist das nun? Eine META-ANALYSE! Und die ist aus dem Jahr 2009 und zeichnet sich dadurch aus, dass sie angeblich die Hypothese „zerlegt“ hätte, „nach der eine ernährungsbedingte Säurelast den Verlust von Knochenmineralien und Osteoporose fördert“. Für mich ist das der Gipfel der Säurelastigkeit dieses Berichts.

Eine Meta-Analyse als Beweis mal wieder, weil die so nett das beweist, was man bewiesen haben will. Die weiter oben zitierte Studie dagegen, die keine meta-analytischen Würfel- und Zahlenspielchen betreibt, hat das genaue Gegenteil gefunden: Dass nämlich mit der Erhöhung von PTH die Calciumspeicher, und das sind hauptsächlich die Knochen, angegriffen werden und so zu einer Erhöhung des Calciumwertes des Bluts führen.

Ich denke, dass wir hier keinen „Öko-Test“ durchführen müssen, um zu verstehen, dass eine durch Übersäuerung ausgelöste Erhöhung von PTH und Blut-Calciumwerten langfristig zu einer Entleerung der Calciumspeicher führen und damit die Knochenstruktur ungünstig beeinflusst wird.

Dann kommt noch ein Endokrinologe aus Calgary zu Wort, der keinen Zusammenhang zwischen basischer Ernährung und Knochengesundheit gesehen haben will. Eine Quellenangabe zu einer Studie, die das gezeigt haben müsste, gibt es natürlich nicht, da wir alle dem Dr. Hanley zu glauben haben. Und den Öko-Testern natürlich auch!

Und wer es immer noch nicht glaubt (so wie ich zum Beispiel), der muss sich von den Testern sagen lassen, dass auch die EFSA nichts gesehen hat und solche Aussagen per EU-Kommission als „unzulässig“ erklärt. Damit wäre die weiter oben zitierte Studie, die den Einfluss minimaler Veränderungen des pH-Werts auf das PTH festgestellt hat, auch „unzulässig“.
Dann kommen die Testergebnisse, die ich mir hier sparen möchte, da alle Testobjekte der Reihe nach entweder mit ungenügend (setzen!) oder mangelhaft (nicht zufassen!!) durchgefallen sind. In der Begründung für die „Durchfälle“ mangelt es nicht an Blüten in Reinkultur.

Da werden einige basische Nahrungsergänzungsmittel abgeschossen, da sie die Höchstmengen an zusätzlichen Vitaminen und/oder Mineralstoffen überschreiten, die als Empfehlung von der BfR aufgestellt worden sind. Herzlichen Glückwunsch! Denn das ist die gleiche BfR, die auch GVOs (Gentechnisch veränderte Pflanzen) empfiehlt.

Das glauben Sie nicht? In meinem Beitrag Die Gen-Technik und ihre Lobby gehe ich genauer darauf ein: „Wenn man sich einmal die ‚Besatzung‘ der Kommission für genetisch veränderte Lebensmittel und Futtermittel des BfR anschaut, dann wird man feststellen, dass 9 von 13 Experten dieser Kommission enge Kontakte zur Lebensmittelindustrie und anderen Pro-Gentechnik-Verbänden haben. Das gleiche gilt auch für leitende Angestellte dieser Behörde. In den Augen der Öffentlichkeit jedoch gelten sie als ‚unabhängige‘ Experten, auf deren Stimme besonders viel Gewicht gelegt werden muss. Die Traumfabrik lässt grüßen…“

Oder die Aussage zu Vitaminen (siehe mein Beitrag Die Vitamine im Spiegel des Spiegels), wo seitens der Behörde lauthals verkündet wird: „Vitamine können kein Krebs verhindern, auch wenn sie noch so anti-oxidativ wirksam sind“.

Oder die Bewertung von Sonnencremes: Sonnencreme und Sonnenmilch – Worauf Sie achten sollten! Auch hier tauchen wieder industriefreundliche Einschätzungen auf, die weniger den Verbraucher als vielmehr die Industrie erfreuen können: „Während die Forschergruppe um Magret Schlumpf neun von zehn untersuchte chemische UV-Filter für hormonell aktiv und daher bedenklich hält, geht das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) davon aus, dass lediglich 4-MBC in Sonnencremes möglicherweise gesundheitlich bedenklich ist (www.bfr.bund.de/cd/6891)“.

Da ist es dann auch nicht weiter verwunderlich, wenn alle Basenpulver und Basentabletten im „Test“ durchfallen müssen. Denn sie sind als Regulatoren für eine mögliche Übersäuerung zu nichts nutze, da es halt keine Übersäuerung geben soll – oder geben darf?

Und dann hantieren die Hersteller auch noch mit viel zu hohen Vitamin- und Mineralstoffdosierungen herum. Da werden dann getreu dem schulmedizinischen Denkansatz Beta-Carotin, Hydrogencarbonat, Kieselerde und Zeolith als „bedenkliche / umstrittene maßgebliche Inhaltsstoffe“ deklariert.

Und was ist mit dem Arsen und Nickel in den Produkten?

Einige Produkte scheinen Arsen zu enthalten, andere auch Nickel. An dieser Stelle würde ich das erste Mal zustimmen wollen, dass weder Arsen, noch Nickel eine günstige Wirkung auf den Organismus  und in solchen Präparaten und anderswo nichts zu suchen haben.

Nachdem der erste „Ehrentreffer“ für die Öko-Tester gefallen ist, gestehe ich ihnen auch noch einen zweiten zu. Sie resümieren: „Wenn man das Dasein der Basenpulver damit rechtfertigt, dass sie die Folgen einer schlechten Ernährung ausgleichen, dann sollte man auf unnötige Inhaltsstoffe wie Aroma, Süßstoffe oder Phosphat verzichten“.

Aber warum das denn nun? Antwort (halten Sie sich fest!): Weil diese Stoffe den Säure-Basen-Haushalt belasten und in die Kategorie der Säurebildner gehören! Toll oder?
Bei Phosphat bin ich mir nicht ganz sicher. Aber akute hohe Phosphatspiegel im Blut können durch Laktazidosen oder diabetische Ketoazidosen ausgelöst werden. Da müsste ich nochmal darüber nachdenken…

Eine weitere interessante Substanz, die nach Meinung der Öko-Tester zu hoch ausfällt, ist das Vitamin D. Vitamin D zu hoch? Genaueres zu den Dosierungen und dem Bedarf und vieles andere Wichtige mehr können sie im Vitamin-D-Report nachlesen. Was die Öko-Tester zum Vitamin D zu sagen haben, werde ich im nächsten Beitrag unter die Lupe nehmen. Denn sie haben es sich nicht nehmen lassen, auch Vitamin-D-Präparate zu testen. Mehr dazu aber an anderer Stelle. Und anders als beim Phosphat, bin ich mir beim Vitamin D sicher…

Fazit

Öko-Test hat Sachen getestet, damit sie zu offiziellen Aussagen gelangen, die den Aussagen anderer offizieller Stellen und Institutionen aufs Haar entspricht. Wozu dann noch einen Test durchführen, wenn nur zu offensichtlich das Ergebnis bereits vor Beginn feststand? Vielleicht wollen die Ökos auch nur demonstrieren, dass sie zwar grün, aber trotzdem realistisch = vernünftig sind?

Denn Realismus ist, wenn man Aussagen von BfR, EFSA, Meta-Analysen etc. als Wissenschaft ansieht. In diesen Kreisen scheint man schon lange die Forderung nach randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Studien als goldener Standard in der Wissenschaft und der damit einhergehenden Aussagekraft vergessen zu haben. Warum auch! Solche Studien bergen immer die Gefahr, dass man nicht die gewünschten Ergebnisse erhält.

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Kleine Anmerkung: Die Sache mit den „5 Wundermitteln“ ist mit Abstand der beliebteste Newsletter, den meine Patienten gerne lesen…

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Bei der 7 Tage Körner Kur ernährt man sich vorwiegend von Getreide, das es in einer Mischung bereits im Handel zu kaufen gibt. Ergänzt werden diese Getreide durch Obst, Gemüse, Gemüsebrühe, Milch und Milchprodukte. Genaue Rezeptpläne zur Zubereitung der Getreidemahlzeiten bei der Ritter-Körnerkur sind ebenfalls im Handel erhältlich.

Bei dieser Kur ist es wichtig viel Flüssigkeit in Form von Wasser oder Kräutertee über den Tag verteilt zu sich zu nehmen, da das Getreide im Magen-Darm-Trakt sehr stark aufquellen und damit zu Verstopfung führen kann.

Wie bei allen Diäten purzeln auch bei der 7 Tage Körner Kur die Pfunde.

Die Kur sollte nicht länger als eine Woche am Stück angewandt werden.

Trotz der auf den ersten Blick sehr gesunden Nahrungsmittel, die man zu sich nimmt, besteht bei der Kur die Gefahr der einseitigen Ernährung.

Besonders Eiweiß und Fett fehlt dem Körper, wenn die Kur über einen längeren Zeitraum angewandt wird.

Zusätzlich kann man aus dieser Körnermischung und den Zugegebenen Nahrungsmittel längst nicht alle erforderlichen Nährstoffe beziehen, was die Anwendung über einen Zeitraum, der länger als eine Woche dauert, sehr bedenklich macht. Wer vor der Kur selten Vollkornprodukte zu sich genommen hat, wird unter Umständen starke Blähungen verspüren.

Vorteilhaft ist bei der 7 Tage Körner Kur die Anregung des Darms, sofern richtig angewandt. Daher ist sie ideal, um den Einstieg in eine gesunde Ernährung zu schaffen und in relativ kurzem Zeitraum einige Pfunde zu verlieren.

Insgesamt bewirkt die Kur keine Ernährungsumstellung und muss daher leider eher als Diät eingestuft werden.

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Beitragsbild: 123rf.com – Alexander Raths