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Abnehmen mit einem Ernährungsplan, der eigens aus den eigenen Blutwerten berechnet wird? Das klingt zunächst vernünftig. Schließlich sind Menschen verschieden. Warum sollten sie dann alle nach demselben Ernährungsplan essen?

Genau mit diesem Gedanken arbeitet Metabolic Balance. Das vom Arzt Dr. Wolf Funfack entwickelte Stoffwechselprogramm verspricht eine individuell angepasste Ernährung, bessere Stoffwechselwerte und eine langfristige Gewichtsregulierung. Grundlage sind Blutuntersuchungen, persönliche Angaben und ein eigens zusammengestellter Lebensmittelplan.

Das Programm gibt es inzwischen seit mehr als zwei Jahrzehnten. Auch 2026 wird es weiterhin angeboten, mittlerweile mit Online-Betreuung und einer eigenen App.

Ich habe mich schon vor vielen Jahren mit Metabolic Balance beschäftigt. Damals wurde ich mehrfach angesprochen, ob ich dieses System nicht ebenfalls in meiner Naturheilpraxis anbieten wolle (Spoiler: ich biete es nicht an).

Was mich daran interessierte, war weniger das Versprechen vom schnellen Abnehmen. Interessant fand ich vielmehr den Anspruch, aus bestimmten Blutwerten ableiten zu können, welche Lebensmittel für einen Menschen besonders geeignet sein sollen.

Doch genau hier beginnt das eigentliche Problem: Können Blutwerte tatsächlich verraten, welche Lebensmittel uns beim Abnehmen helfen? Und was ist wissenschaftlich von diesem Anspruch zu halten?

Was ist Metabolic Balance?

Metabolic Balance ist ein kommerzielles Ernährungsprogramm, das ursprünglich vom deutschen Arzt Dr. Wolf Funfack entwickelt wurde. Funfack starb 2013, sein Konzept wird jedoch international weitergeführt.

Im Mittelpunkt steht ein individuell erstellter Ernährungsplan. Anders als bei vielen klassischen Diäten bekommen die Teilnehmer keine fertigen Mahlzeiten, Shakes oder speziellen Nahrungsergänzungsmittel verkauft. Sie kaufen gewöhnliche Lebensmittel ein und bereiten ihre Mahlzeiten selbst zu.

Die wichtigsten Bestandteile des Programms sind:

  • Eine ausführliche Anamnese mit Angaben zu Gesundheit, Medikamenten und Ernährungsgewohnheiten.
  • Eine Blutuntersuchung mit nach Angaben des Anbieters 36 oder mehr Parametern.
  • Ein daraus abgeleiteter persönlicher Ernährungsplan mit Lebensmittellisten und Portionsgrößen.
  • Feste Regeln für Mahlzeiten, Essenspausen und Lebensmittelkombinationen.
  • Die Betreuung durch einen entsprechend geschulten Coach.

Dazu kommen vier aufeinanderfolgende Programmphasen, die schrittweise in eine dauerhafte Ernährungsumstellung übergehen sollen.

Die Idee dahinter ist grundsätzlich vernünftig: Wer seine Ernährung nachhaltig verändern möchte, braucht ein Konzept, das zu seinem Alltag und möglichst auch zu seiner gesundheitlichen Situation passt.

Fraglich ist allerdings, ob man dafür tatsächlich einen speziellen Algorithmus benötigt.

Die vier Phasen von Metabolic Balance (wie ich diese verstanden habe)

Phase 1: Die Vorbereitung

Das Programm beginnt mit einer zweitägigen Vorbereitungsphase. Vorgesehen sind leichte Mahlzeiten, die den Übergang zur eigentlichen Ernährungsumstellung erleichtern sollen.

Der Anbieter spricht in diesem Zusammenhang auch von einer reinigenden Wirkung und einer Aktivierung des Stoffwechsels.

Aus naturheilkundlicher Sicht sind Entlastungstage durchaus bekannt. Sie können helfen, sich auf veränderte Essgewohnheiten einzustellen, insbesondere wenn vorher sehr üppig gegessen wurde.

Allerdings sollte man daraus keine besondere Entgiftungswirkung ableiten. Für eine spezifische Ausscheidung von Schadstoffen durch diese zweitägige Vorbereitungsphase fehlt ein überzeugender wissenschaftlicher Nachweis.

Phase 2: Die strenge Umstellung

In der zweiten Phase wird die Lebensmittelauswahl deutlich eingeschränkt. Mindestens 14 Tage lang werden die im individuellen Ernährungsplan vorgesehenen Lebensmittel in festgelegten Mengen gegessen.

Dazu gehören je nach Plan Gemüse, Obst, eiweißreiche Lebensmittel und bestimmte kohlenhydrathaltige Nahrungsmittel.

Die Teilnehmer müssen sich zunächst recht genau an die Vorgaben halten.

Dass in dieser Phase häufig Gewicht verloren wird, überrascht mich nicht. Wer seine bisherigen Essgewohnheiten konsequent verändert, Zwischenmahlzeiten streicht, Portionsgrößen kontrolliert und viele hochverarbeitete Lebensmittel weglässt, nimmt bei entsprechend geringerer Energiezufuhr oftmals ab.

Dafür muss allerdings noch kein besonders geheimnisvoller Stoffwechselmechanismus verantwortlich sein.

Phase 3: Die gelockerte Umstellung

Anschließend werden weitere Lebensmittel schrittweise wieder zugelassen. Die Teilnehmer sollen beobachten, wie sie auf unterschiedliche Speisen reagieren und welche Ernährungsweise ihnen langfristig bekommt.

Das halte ich für einen der sinnvolleren Bestandteile des Programms.

Wer einmal über mehrere Wochen bewusst gegessen hat, entwickelt häufig ein besseres Gefühl für Hunger, Sättigung, Portionsgrößen und individuelle Verträglichkeit.

Allerdings ist die subjektive Verträglichkeit eines Lebensmittels nicht automatisch ein Hinweis darauf, ob es den Stoffwechsel günstig oder ungünstig beeinflusst.

Phase 4: Die Erhaltung

In der letzten Phase geht es darum, das erreichte Gewicht möglichst dauerhaft zu halten. Der strenge Ernährungsplan wird zunehmend durch eigenständige Entscheidungen ersetzt.

Hier entscheidet sich, ob eine Ernährungsumstellung wirklich gelungen ist.

Denn die entscheidende Frage lautet nicht, wie viel Gewicht jemand innerhalb von zwei oder vier Wochen verliert. Entscheidend ist, wie er ein Jahr oder auch fünf Jahre später lebt und isst.

Das gilt für Metabolic Balance genauso wie für alle anderen Abnehmprogramme. Auch der bekannte Jojo-Effekt und die Frage nach dem tatsächlichen Kalorienverbrauch spielen dabei eine Rolle.

Die acht Ernährungsregeln: sinnvoll oder unnötig kompliziert?

Metabolic Balance arbeitet traditionell mit acht Grundregeln. Dazu gehören drei Mahlzeiten täglich, längere Essenspausen, begrenzte Essenszeiten, der Beginn jeder Mahlzeit mit Eiweiß, die Beschränkung auf eine Eiweißart pro Mahlzeit, möglichst kein Essen nach 21 Uhr, eine vorgegebene Trinkmenge und Obst am Ende einer Mahlzeit.

Einige dieser Regeln sind durchaus nachvollziehbar. Andere erscheinen mir eher willkürlich.

Drei Mahlzeiten und fünf Stunden Pause: Wer ständig nebenbei isst, kann von festen Mahlzeiten profitieren. Die Essenspausen können helfen, unbewusstes Snacken zu reduzieren. Auch bei manchen Menschen mit gestörter Hunger- und Sättigungsregulation kann diese Struktur nützlich sein. Dass ausgerechnet fünf Stunden für jeden Menschen optimal wären, ist allerdings nicht belegt.

Jede Mahlzeit mit Eiweiß beginnen: Eine ausreichende Eiweißzufuhr ist für die Sättigung und den Erhalt der Muskulatur sinnvoll, gerade während einer Gewichtsreduktion. Ob man die ersten beiden Bissen zwingend vom Eiweißanteil nehmen muss, ist eine andere Frage. Dafür gibt es keine überzeugende klinische Begründung.

Nur eine Eiweißart pro Mahlzeit: Hier wird es für mich besonders fragwürdig. Unser Verdauungssystem ist durchaus in der Lage, unterschiedliche Proteine gleichzeitig zu verarbeiten. Es gibt keinen allgemein anerkannten ernährungsphysiologischen Grund, warum beispielsweise Eier und Milchprodukte innerhalb derselben Mahlzeit grundsätzlich nicht kombiniert werden dürften.

Obst erst am Ende der Mahlzeit und täglich einen Apfel: Obst ist gesund und liefert Ballaststoffe sowie zahlreiche Mikronährstoffe. Warum ausgerechnet ein Apfel täglich erforderlich sein soll, erschließt sich aus der allgemeinen Ernährungsphysiologie nicht. Auch der Zeitpunkt innerhalb einer Mahlzeit ist für die meisten Menschen von untergeordneter Bedeutung.

Abends nicht mehr spät essen: Hier gibt es tatsächlich interessante Zusammenhänge zwischen Mahlzeitenzeitpunkt, innerer Uhr und Stoffwechsel. Dennoch ist 21 Uhr keine biologische Grenze, die für jeden Menschen gleichermaßen gilt.

Mein Eindruck: Die Regeln schaffen Struktur. Und Struktur kann für Menschen, die bisher unregelmäßig oder unbewusst essen, ausgesprochen hilfreich sein.

Man sollte diese Regeln jedoch nicht automatisch für wissenschaftlich belegte Stoffwechselgesetze halten.

Eine vernünftige Ernährung lässt sich jedenfalls nicht allein auf starre Uhrzeiten oder die Reihenfolge einzelner Lebensmittel reduzieren. Viel wichtiger ist, was tatsächlich auf dem Teller liegt und wie regelmäßig man bestimmte Lebensmittel verzehrt.

Was verraten die Blutwerte wirklich?

Jetzt kommen wir zu dem Punkt, der Metabolic Balance von vielen anderen Ernährungsprogrammen unterscheiden soll. Nach Angaben des Unternehmens werden mehr als 36 Blutparameter analysiert. Zusammen mit Angaben zum Gesundheitszustand, zur Krankengeschichte und zu den persönlichen Vorlieben entsteht daraus ein individueller Ernährungsplan.

Die grundsätzliche Idee einer blutwertgestützten Ernährung halte ich durchaus für interessant. Denn bestimmte Laborwerte können sehr wohl Hinweise auf gesundheitliche Probleme liefern, bei denen eine gezielte Ernährung sinnvoll ist.

Ein erhöhter HbA1c-Wert kann beispielsweise auf Störungen des Glukosestoffwechsels hinweisen. Erhöhte Triglyceride können im Zusammenhang mit einer ungünstigen Stoffwechsellage stehen. Nierenwerte, Leberwerte oder bestimmte Nährstoffparameter können ebenfalls wichtige Informationen liefern.

Aus solchen Befunden lassen sich medizinisch und ernährungswissenschaftlich begründete Empfehlungen ableiten.

Wie wichtig es ist, die tatsächliche Stoffwechsellage zu betrachten, erläutere ich auch in meinem Beitrag darüber, warum Bauchfett weit mehr als ein passiver Energiespeicher ist.

Aber hier muss man unterscheiden: Ein Blutwert, der auf eine Stoffwechselstörung hinweist, verrät noch lange nicht, welche konkrete Obst-, Gemüse- oder Eiweißsorte für diesen Menschen optimal ist.

Genau dieser weitergehende Anspruch müsste wissenschaftlich überprüft werden. Wenn ein Computerprogramm aufgrund bestimmter Blutwerte entscheidet, dass Person A eine bestimmte Lebensmittelauswahl erhalten soll und Person B eine andere, dann stellt sich die Frage nach der Validierung dieses Verfahrens.

Wie wurde ermittelt, welche Blutwertkombination zu welcher Lebensmittelauswahl gehört? Und wurde überprüft, ob Menschen mit dem individuell berechneten Plan tatsächlich bessere Ergebnisse erzielen als mit einer hochwertigen, aber nicht algorithmisch personalisierten Ernährung?

Für diese entscheidende Frage liefern die öffentlich verfügbaren wissenschaftlichen Nachweise zum Metabolic-Balance-System bislang keine überzeugende Antwort.

Das bedeutet nicht, dass die Pläne wirkungslos sind. Es bedeutet, dass der besondere Nutzen der Blutwertberechnung nicht ausreichend nachgewiesen ist.

Was sagen die Studien über Metabolic Balance?

Das Unternehmen verweist unter anderem auf eine 2010 veröffentlichte Untersuchung von Cornelia Meffert und Nikolaus Gerdes. Die Studie erschien im wissenschaftlichen Journal of Nutrition and Metabolism und untersuchte Teilnehmer des Metabolic-Balance-Programms über einen Zeitraum von zwölf Monaten.

Die Ergebnisse waren durchaus interessant… bei den nach zwölf Monaten ausgewerteten Teilnehmern zeigte sich ein durchschnittlicher Gewichtsverlust von rund 6,8 Kilogramm. Etwa 63 Prozent dieser Teilnehmer erreichten eine Gewichtsabnahme von mindestens fünf Prozent ihres Ausgangsgewichts. Darüber hinaus verbesserten sich verschiedene Stoffwechselparameter und Angaben zur Lebensqualität. Das überrascht mich NULL.

Allerdings hat die Studie einige wesentliche Einschränkungen.

Erstens: Es handelte sich um eine Beobachtungsstudie ohne randomisierte Kontrollgruppe. Es wurde also nicht direkt geprüft, ob Metabolic Balance besser wirkt als eine herkömmliche, professionell begleitete Ernährungsumstellung.

Zweitens: Nach zwölf Monaten lagen nur noch für rund 61 Prozent der ursprünglich erfassten Teilnehmer Nachbeobachtungsdaten vor. Die Autoren untersuchten zwar mögliche Verzerrungen durch diese Ausfälle, vollständig beseitigen lassen sich solche Unsicherheiten dadurch nicht.

Drittens: Die Untersuchung wurde vom Unternehmen Metabolic Balance finanziert. Ein erheblicher Teil des Gehalts der Studienautorin wurde aus Studienmitteln bezahlt; der zweite Autor erhielt ein Honorar für die wissenschaftliche Betreuung. Die Wissenschaftler erklärten ausdrücklich, dass der Auftraggeber keinen Einfluss auf Studiendesign, Datenauswertung und Veröffentlichung genommen habe.

Die Finanzierung allein widerlegt selbstverständlich keine Studienergebnisse. Sie sollte aber transparent benannt werden. Entscheidend ist für mich eine andere Feststellung: Die Autoren selbst betonen, wie wichtig die konsequente Einhaltung des Programms und die persönliche Betreuung für die erzielten Ergebnisse waren.

Das lässt eine naheliegende Erklärung zu: Die Menschen nahmen möglicherweise vor allem deshalb ab, weil sie ihre Ernährung dauerhaft veränderten und dabei begleitet wurden.

Welchen zusätzlichen Nutzen die individuelle Blutwertberechnung hatte, kann diese Studie nicht beantworten.

Die Originalarbeit finden Sie hier: Meffert und Gerdes (2010): Program Adherence and Effectiveness of a Commercial Nutrition Program – The Metabolic Balance Study.

Ist personalisierte Ernährung wissenschaftlich überlegen?

Die Forschung zur personalisierten Ernährung hat sich in den vergangenen Jahren deutlich weiterentwickelt. Inzwischen beschäftigen sich zahlreiche Arbeitsgruppen mit der Frage, wie sich Ernährungsmaßnahmen unter Berücksichtigung von Blutwerten, Stoffwechselmerkmalen, Darmmikrobiom und genetischen Faktoren individuell gestalten lassen.

Die Ergebnisse sind interessant, allerdings keineswegs einheitlich. In der 2022 veröffentlichten PREVENTOMICS-Studie wurden beispielsweise 100 übergewichtige Erwachsene einer personalisierten oder einer allgemeinen gesundheitsorientierten Ernährung zugeteilt.

82 Teilnehmer schlossen die zehnwöchige Untersuchung ab. Beide Gruppen verloren Gewicht. Die personalisierte Gruppe nahm im Durchschnitt rund 3,1 Kilogramm ab, die Vergleichsgruppe rund 3,3 Kilogramm. Ein statistisch bedeutsamer Vorteil der personalisierten Ernährung zeigte sich nicht.

Auch beim Rückgang der Fettmasse waren die Ergebnisse nahezu identisch. Wichtig ist dabei: Diese Untersuchung befasste sich mit einem anderen Verfahren der personalisierten Ernährung und war keine direkte Prüfung des Metabolic-Balance-Algorithmus.

Dennoch zeigt sie, weshalb der Begriff „personalisiert“ allein noch keine bessere Wirkung beweist. Die Studie finden Sie hier: Aldubayan und Mitarbeiter (2022): PREVENTOMICS-Studie zur biomarkerbasierten Ernährung.

Mein Fazit aus diesen Forschungsergebnissen: Individuelle Ernährungsberatung ist sinnvoll. Dass dafür grundsätzlich umfangreiche Blutanalysen und spezielle Berechnungsprogramme notwendig sind, lässt sich daraus bisher nicht ableiten.

Warum man mit Metabolic Balance trotzdem abnehmen kann

Bei aller Kritik möchte ich eines ausdrücklich festhalten: Das Programm enthält mehrere Elemente, die beim Abnehmen hilfreich sein können und die aich ebenfalls empfehle. Wer statt Fertiggerichten und ständig verfügbaren Snacks überwiegend frische Lebensmittel isst, häufiger selbst kocht und seine Portionen bewusst gestaltet, verbessert oft schon dadurch seine Ernährung.

Hinzu kommt die persönliche Betreuung ins Spiel… Ich halte diesen Punkt für ausgesprochen wichtig. Viele Menschen wissen durchaus, dass Gemüse, ausreichend Eiweiß, weniger Süßigkeiten und regelmäßige Bewegung sinnvoll sind. Trotzdem gelingt es ihnen nicht, ihre Gewohnheiten dauerhaft zu verändern.

Das eigentliche Problem ist häufig die Umsetzung im Alltag. Eine regelmäßige Beratung schafft Verbindlichkeit. Schwierigkeiten werden angesprochen, Fortschritte kontrolliert und Rückfälle besprochen.

Auch die Tatsache, dass Teilnehmer einen persönlichen Plan erhalten, dürfte psychologisch eine Rolle spielen. Wer das Gefühl hat, dass sich jemand ausführlich mit seiner individuellen Situation beschäftigt hat, nimmt die Empfehlungen möglicherweise ernster. Das alles sind plausible Gründe, warum Metabolic Balance funktionieren kann.

Daraus folgt aber nicht automatisch, dass der speziell berechnete Lebensmittelplan biologisch überlegen ist. Wer sich näher mit den Einflussfaktoren auf das Körpergewicht beschäftigen möchte, findet in meinem Beitrag Wodurch unser Körpergewicht tatsächlich bestimmt wird weitere interessante Zusammenhänge.

Eine einfache Methode, die ich in der Praxis immer wieder empfehle, ist übrigens das bewusste Beobachten der eigenen Ernährungsgewohnheiten. Wie hilfreich dabei ein Ernährungstagebuch sein kann, beschreibe ich in meinem Beitrag Ein (un)spektakulärer Tipp zum Abnehmen.

Erfahrungen mit Metabolic Balance: Was berichten Teilnehmer?

Erfahrungsberichte fallen naturgemäß unterschiedlich aus. Einige Teilnehmer berichten über eine deutliche Gewichtsabnahme, weniger Heißhunger und ein besseres Körpergefühl. Andere empfinden die strengen Vorgaben als belastend oder haben Schwierigkeiten, den Plan im Berufs- und Familienalltag einzuhalten.

Klar ist: Wenn jemand nach einer Ernährungsumstellung besser schläft, weniger Verdauungsbeschwerden hat und Gewicht verliert, kann das verschiedene Ursachen haben. Vielleicht isst er weniger Zucker, nimmt insgesamt weniger Energie auf, trinkt weniger Alkohol oder sorgt erstmals für regelmäßige Mahlzeiten. All diese Veränderungen können gesundheitlich relevant sein. Der persönliche Erfolg beweist jedoch noch nicht die zugrunde liegende Erklärung des Programmanbieters.

Auf der anderen Seite sollte auch ein fehlender Abnehmerfolg nicht vorschnell als mangelnde Disziplin des Teilnehmers bewertet werden. Medikamente, hormonelle Veränderungen, Schlafprobleme, Erkrankungen und die individuelle Stoffwechselsituation können die Gewichtsregulation erheblich beeinflussen.

Gerade deshalb halte ich eine vernünftige persönliche Beratung für wertvoller als das starre Befolgen von Ernährungsregeln.

Was kostet Metabolic Balance?

Die Kosten hängen vom jeweiligen Coach, dem Betreuungsumfang und den eingeschlossenen Leistungen ab.

Ein öffentlich zugängliches Preisbeispiel einer deutschen Naturheilpraxis nennt etwa 599 Euro für ein Standardprogramm mit fünf Beratungsstunden und 799 Euro für eine umfangreichere Betreuung mit acht Beratungsstunden.

Das sind Anbieterpreise die ich gefunden habe, keine bundesweit verbindlichen Tarife. Je nach Betreuungsmodell können die Kosten abweichen.

Vor einer Anmeldung sollten Sie sich deshalb genau erklären lassen, welche Leistungen enthalten sind.

  • Ist die Blutuntersuchung im Preis enthalten?
  • Welche Laborwerte werden tatsächlich bestimmt?
  • Wie viele persönliche Beratungstermine sind vorgesehen?
  • Wie lange dauert die Betreuung?
  • Entstehen zusätzliche Kosten für Kontrolluntersuchungen oder spätere Beratungen?
  • Welche fachliche Qualifikation besitzt der betreuende Coach?

Ich würde außerdem fragen, wie mit bestehenden Erkrankungen oder Medikamenten umgegangen wird und ob der Ernährungsplan bei gesundheitlichen Veränderungen angepasst werden kann.

Die persönliche Betreuung kann ihren Preis wert sein. Die entscheidende Frage ist allerdings, ob man das Geld für die besondere Blutwertberechnung ausgeben möchte oder ob eine fundierte Ernährungsberatung eine vergleichbare Unterstützung bieten könnte.

Eine allgemeine Preisübersicht gibt es beim Anbieter derzeit nicht in Form eines für alle Coaches verbindlichen Einheitstarifs. Informationen zum Programm und zur Betreuersuche finden Sie auf der offiziellen Webseite von Metabolic Balance.

Für wen eignet sich das Programm?

Metabolic Balance kann für Erwachsene interessant sein, die mit einem festen Ernährungsplan besser zurechtkommen als mit allgemeinen Ratschlägen und eine persönliche Begleitung wünschen.

Weniger geeignet erscheint mir ein stark reglementiertes Ernährungssystem für Menschen, die bereits zu zwanghaftem Essverhalten neigen oder unter einer Essstörung leiden.

Besondere Vorsicht ist außerdem bei Diabetes mit blutzuckersenkender Medikation, bei Nieren- oder Lebererkrankungen, in der Schwangerschaft und Stillzeit sowie bei Untergewicht geboten.

Bei solchen Situationen ist eine fachliche Beurteilung notwendig. Insbesondere eine deutlich veränderte Kohlenhydratzufuhr kann bei bestimmten Diabetesmedikamenten zu Unterzuckerungen führen.

Auch sollte ein vorgegebener Ernährungsplan nicht dazu führen, dass medizinisch erforderliche Therapien eigenmächtig verändert werden.

Eine sinnvolle Ernährungsumstellung muss sich am gesundheitlichen Zustand orientieren, nicht umgekehrt.

Metabolic Balance oder Intervallfasten?

Einige Prinzipien von Metabolic Balance erinnern an Formen des Intervallfastens.

Regelmäßige Mahlzeiten, längere Essenspausen und der Verzicht auf spätes Essen sind auch aus ordnungstherapeutischer Sicht interessant.

Allerdings verfolgen beide Ansätze unterschiedliche Konzepte.

Beim Intervallfasten steht vor allem die zeitliche Struktur der Nahrungsaufnahme im Mittelpunkt. Metabolic Balance kombiniert diese Struktur mit individuell festgelegten Lebensmitteln und Portionsgrößen.

Beim klassischen Heilfasten wiederum wird die Nahrungsaufnahme für einen begrenzten Zeitraum weitgehend oder vollständig unterbrochen. Es handelt sich um eine andere Stoffwechselsituation und nicht einfach um eine strengere Form von Metabolic Balance.

Aus meiner naturheilkundlichen Praxis kenne ich den Wert solcher bewussten Veränderungen des Essrhythmus. Entscheidend ist jedoch immer, dass das Verfahren zur gesundheitlichen Situation des Menschen passt.

Gerade beim Heilfasten spielt außerdem die anschließende Ernährung eine wesentliche Rolle. Wer danach unmittelbar in alte Gewohnheiten zurückfällt, verspielt einen Teil der möglichen Vorteile. Deshalb widme ich auch dem Fastenbrechen und den richtigen Aufbautagen besondere Aufmerksamkeit.

Mein Fazit: Braucht man wirklich einen Ernährungsplan aus 36 Blutwerten?

Metabolic Balance ist für mich weder eine völlig unsinnige Diät noch die wissenschaftlich bewiesene Revolution der Ernährungsmedizin, als die personalisierte Stoffwechselprogramme gelegentlich dargestellt werden.

Das Konzept bietet eine feste Struktur, setzt überwiegend auf natürliche Lebensmittel und verbindet die Ernährungsumstellung mit persönlicher Betreuung. Damit besitzt es durchaus sinnvolle Bestandteile.

Problematisch wird es dort, wo aus diesen grundsätzlich vernünftigen Maßnahmen ein besonderer wissenschaftlicher Anspruch abgeleitet wird, der bislang nicht ausreichend belegt ist.

Dass Teilnehmer mit Metabolic Balance abnehmen können, ist durch Beobachtungsdaten dokumentiert. Dass sie gerade wegen der speziellen Blutwertberechnung erfolgreicher abnehmen, ist dagegen nicht überzeugend nachgewiesen.

Für mich ist das der entscheidende Unterschied.

Wer mit Metabolic Balance gute Erfahrungen gemacht hat, darf sich über seinen Erfolg freuen. Ich würde diesen Erfolg allerdings nicht vorschnell einem besonderen Stoffwechselalgorithmus zuschreiben.

In meiner Arbeit seit 1998 sehe ich immer wieder, wie viel eine bewusste Ernährungsumstellung, regelmäßige Bewegung, ausreichender Schlaf und eine vernünftige Tagesstruktur bewirken können. Manchmal braucht es dafür Unterstützung und einen konkreten Plan. Aber nicht jeder gute Ernährungsplan muss erst von einem Computer aus 36 Blutwerten berechnet werden.

Quellen und weiterführende Informationen, die ich mir angesehen habe

  1. Meffert C., Gerdes N. (2010): Program Adherence and Effectiveness of a Commercial Nutrition Program: The Metabolic Balance Study. Journal of Nutrition and Metabolism.
  2. Aldubayan M. A. et al. (2022): A double-blinded, randomized, parallel intervention to evaluate biomarker-based nutrition plans for weight loss: The PREVENTOMICS study. Clinical Nutrition.
  3. Metabolic Balance: Offizielle Programmbeschreibung mit den vier Phasen und Angaben zur Blutanalyse.
  4. Metabolic Balance: Ernährungsprinzipien und Programmphasen.
  5. Naturheilpraxis Ahsbahs: Öffentliches Preisbeispiel für unterschiedliche Metabolic-Balance-Betreuungsangebote.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich vor vielen Jahren veröffentlicht und von mir im Oktober 2026 vollständig überarbeitet. Berücksichtigt wurden die aktuelle Programmbeschreibung, die wissenschaftlichen Untersuchungen sowie meine Erfahrungen aus der Naturheilpraxis.

Bis zu zwölf Kilogramm in nur 30 Tagen abnehmen — und das angeblich ohne strenge Diät, ohne quälenden Hunger und ohne besondere Anstrengung. Mit solchen Versprechen wurde das Schlankheitsmittel Calriphen vor einigen Jahren beworben.

Das klang natürlich verlockend. Zwei Kapseln täglich, und während andere Menschen ihre Ernährung verändern, mehr Bewegung in ihren Alltag bringen und sich mit den Ursachen ihres Übergewichts beschäftigen, sollte hier eine Mischung aus Pflanzenextrakten und Mineralstoffen die Arbeit erledigen.

Calriphen ist heute offenbar weitgehend vom Markt verschwunden. Einzelne Apotheken führen das Präparat noch in ihren Produktdatenbanken, kennzeichnen es jedoch als nicht verfügbar. Die dort genannte Herstellerfirma Quadriga Development Ltd. wurde nach Angaben des britischen Unternehmensregisters bereits am 19. Dezember 2017 aufgelöst.

Damit könnte man die Angelegenheit eigentlich zu den Akten legen. Das wäre allerdings schade, denn Calriphen ist ein ausgezeichnetes Lehrstück. Die Namen der Schlankheitsmittel wechseln, das Verkaufsprinzip bleibt erstaunlich stabil: eine exotische Frucht, ein patentierter Pflanzenkomplex, einige wissenschaftlich klingende Erklärungen und ein Versprechen, das jeden vernünftigen Stoffwechsel vor Neid erblassen lässt.

Wer verstehen möchte, weshalb solche Präparate immer wieder Käufer finden, sollte Calriphen deshalb nicht als erledigtes Einzelprodukt betrachten. Es steht stellvertretend für einen ganzen Markt. Einen Überblick über weitere Präparate finden Sie in meinem Beitrag über Schlankheitsmittel, Fatburner und Abnehmpillen.

Was war Calriphen?

Calriphen wurde als Kapselpräparat zur Gewichtsreduktion angeboten. Eine Packung enthielt 60 Kapseln und reichte bei der empfohlenen Einnahme von zwei Kapseln täglich für etwa einen Monat.

Die Zutatenliste wirkte auf den ersten Blick eindrucksvoll:

  • Sinetrol als patentierter Zitrusfruchtkomplex,
  • Açaí-Beerensaftpulver,
  • grüner Kaffee beziehungsweise Green-Coffee-Extrakt,
  • weißer Tee,
  • Bromelain aus der Ananas,
  • Meerrettichpulver,
  • Guarana sowie
  • Magnesium, Zink und Selen.

Das liest sich wie eine Mischung aus Obstkorb, Teeladen und Vitalstoffpräparat. Genau das ist Teil der Wirkung – zunächst allerdings nur der psychologischen.

Pflanzliche Namen vermitteln Natürlichkeit. Ein patentierter Komplex klingt nach Forschung. Mineralstoffe verleihen dem Ganzen einen medizinischen Anstrich. Der Käufer bekommt das Gefühl, nicht irgendeine Abnehmpille zu erwerben, sondern ein fein abgestimmtes Stoffwechselkonzept.

Die entscheidende Frage lautet jedoch nicht, ob einzelne Bestandteile interessant klingen. Entscheidend sind vier andere Punkte:

  1. Ist die Wirkung des fertigen Präparates untersucht worden?
  2. Sind die einzelnen Stoffe in einer wirksamen Menge enthalten?
  3. Sind Ergebnisse einzelner Rohstoffstudien überhaupt auf die Mischung übertragbar?
  4. Steht der zu erwartende Effekt in einem vernünftigen Verhältnis zu Preis und Werbeversprechen?

Bei Calriphen beginnen die Probleme bereits mit der ersten Frage. Eine veröffentlichte, randomisierte und kontrollierte Untersuchung des vollständigen Präparates konnte ich nicht finden.

Das bedeutet: Selbst wenn ein einzelner Bestandteil unter bestimmten Bedingungen eine gewisse Wirkung zeigen sollte, ist damit Calriphen noch lange nicht geprüft.

Das Grundproblem der Zutatenstudien

Bei Nahrungsergänzungsmitteln wird häufig mit Untersuchungen zu einzelnen Bestandteilen geworben. Das funktioniert ungefähr so:

Eine Studie untersucht 900 Milligramm eines bestimmten Pflanzenextraktes. Das Ergebnis fällt mäßig positiv aus. Anschließend kommt ein Mischpräparat auf den Markt, in dem derselbe Extrakt neben zahlreichen weiteren Zutaten enthalten ist. Wie viel davon tatsächlich in der Tagesdosis steckt, bleibt für den Käufer schwer nachvollziehbar oder wird nur im Kleingedruckten angegeben.

Trotzdem wird die ursprüngliche Studie als wissenschaftliche Begründung für das Gesamtprodukt verwendet.

Das ist ein gewaltiger Sprung. Die Untersuchung eines Rohstoffes beweist weder die Wirkung einer niedrigeren Dosierung noch die Wirksamkeit einer beliebigen Mischung. Auch Wechselwirkungen zwischen den Bestandteilen, Unterschiede bei der Extraktqualität und die tatsächliche Bioverfügbarkeit bleiben offen.

Ein Etikett ersetzt keine klinische Prüfung. Viele exotische Zutaten auf engem Raum ergeben noch keine funktionierende Therapie.

Sinetrol: Der wichtigste Wirkstoff von Calriphen

Sinetrol ist ein geschützter Pflanzenkomplex aus Extrakten verschiedener Zitrusfrüchte und Guarana. Enthalten sind unter anderem Polyphenole und Flavanone wie Naringin beziehungsweise Naringenin sowie eine kleinere Menge Koffein aus Guarana.

Der Rohstoff wurde tatsächlich in mehreren Humanstudien untersucht. Das sollte man nicht unterschlagen.

In verschiedenen Untersuchungen erhielten übergewichtige Teilnehmer meist 900 Milligramm Sinetrol Xpur täglich über zwölf bis 16 Wochen. Berichtet wurden unter anderem Veränderungen beim Körperfett, beim Bauchumfang und teilweise auch beim Körpergewicht.

Die Ergebnisse sind interessant genug, um den Stoff weiter zu untersuchen. Für ein Abnehmwunder reichen sie nicht.

Dafür gibt es mehrere Gründe:

  • Die Studien waren überwiegend klein.
  • Mehrere Autoren arbeiteten für den Rohstoffhersteller oder standen mit ihm in Verbindung.
  • Untersucht wurde der standardisierte Rohstoff Sinetrol Xpur – nicht Calriphen.
  • Die beobachteten Veränderungen traten über mehrere Monate auf.
  • Die Resultate lagen weit entfernt von zweistelligen Gewichtsverlusten innerhalb weniger Wochen.

Das muss kein Beweis für schlechte Forschung sein. Hersteller dürfen ihre Produkte selbstverständlich untersuchen lassen. Finanzielle und berufliche Verbindungen gehören allerdings auf den Tisch, weil sie bei der Bewertung der Ergebnisse eine Rolle spielen können.

Vor allem darf aus einem moderaten Studienergebnis keine sensationelle Werbeaussage gezimmert werden.

Selbst eine gewisse Wirkung von 900 Milligramm Sinetrol täglich würde noch nicht beantworten, wie viel des Komplexes in der empfohlenen Calriphen-Tagesdosis tatsächlich enthalten war. Eine vollständige und heute zuverlässig überprüfbare Deklaration der damaligen Rezeptur ist kaum noch zu finden.

Die faire Bewertung lautet daher: Sinetrol ist kein frei erfundener Fantasiewirkstoff. Es gibt Hinweise auf kleinere Effekte auf Körperzusammensetzung und Bauchumfang. Einen Nachweis, dass Calriphen zu einer klinisch relevanten Gewichtsabnahme führt, liefern diese Untersuchungen nicht.

Grüner Kaffee: Der spektakuläre Beleg, der zurückgezogen wurde

Grüner Kaffee wurde zeitweise als eine Art Geheimwaffe gegen Übergewicht gehandelt. Gemeint sind ungeröstete Kaffeebohnen beziehungsweise daraus gewonnene Extrakte, die unter anderem Chlorogensäuren enthalten.

Der bekannteste angebliche Wirksamkeitsbeleg war eine Untersuchung mit gerade einmal 16 Teilnehmern. Diese Studie wurde in Fernsehsendungen und Werbetexten als Beleg für einen erheblichen Gewichtsverlust verbreitet.

Das Problem geht weit über die geringe Teilnehmerzahl hinaus: Die Arbeit wurde 2014 offiziell zurückgezogen.

Die amerikanische Federal Trade Commission hatte schwere Mängel bei Durchführung und Datenauswertung beanstandet. Die Studie kann deshalb nicht mehr als seriöser Wirksamkeitsnachweis verwendet werden. Sie ist wissenschaftlich erledigt.

Bemerkenswert ist weniger, dass eine schlechte Studie zurückgezogen wurde. Wissenschaftliche Selbstkorrektur ist grundsätzlich etwas Gutes. Bemerkenswert ist, wie lange die spektakuläre Werbebotschaft weiterlebt, nachdem der dazugehörige Beleg längst zusammengebrochen ist.

Die Schlagzeile verbreitet sich in wenigen Tagen. Der Widerruf erreicht Jahre später nur noch einen Bruchteil der Käufer.

Das bedeutet nicht, dass Chlorogensäuren vollkommen wirkungslos sein müssen. Es gibt weitere Untersuchungen zu grünem Kaffee und zum Stoffwechsel. Die Ergebnisse sind jedoch uneinheitlich, die Präparate unterscheiden sich erheblich und die beobachteten Effekte sind weit bescheidener als die damalige Werbung.

Aus dem grünen Kaffee in einer Mischkapsel lässt sich jedenfalls kein zuverlässiger Gewichtsverlust ableiten.

Açaí: Eine interessante Frucht wird zum Schlankheitsmittel erklärt

Açaí stammt aus dem Amazonasgebiet und enthält unter anderem Anthocyane, weitere Polyphenole, Fettsäuren und Ballaststoffe. Als Lebensmittel kann die Frucht durchaus interessant sein.

Dann kam das Marketing.

Aus einer traditionellen Frucht wurde ein „Superfood“, aus dem Superfood ein angeblicher Fettverbrenner und aus dem Fettverbrenner schließlich eine Kapselzutat.

Für eine verlässliche gewichtsreduzierende Wirkung von Açaí beim Menschen gibt es bis heute keine überzeugende Grundlage. Auch das amerikanische National Center for Complementary and Integrative Health weist darauf hin, dass nur sehr wenig Forschung am Menschen vorliegt und verlässliche Belege für eine Gewichtsabnahme fehlen.

Eine angeblich allgemein empfohlene Abnehmdosis von mehreren Gramm Açaí-Extrakt lässt sich wissenschaftlich ebenfalls nicht sauber begründen. Schon der Begriff „Extrakt“ ist zu ungenau. Ein Fruchtpulver, ein Saftpulver und ein konzentrierter Polyphenolextrakt sind nicht dasselbe.

Açaí darf gern auf dem Speiseplan stehen. Als Beweis für die Wirkung einer Schlankheitskapsel taugt die Frucht nicht.

Bromelain: Ein interessantes Enzym am falschen Einsatzort

Bromelain ist keine einzelne Substanz, sondern eine Mischung eiweißspaltender Enzyme aus der Ananas. In der Naturheilkunde und ergänzenden Medizin wird Bromelain unter anderem wegen möglicher entzündungsmodulierender und abschwellender Eigenschaften eingesetzt.

Damit ist es allerdings noch kein Schlankheitsmittel.

Eine verlässliche klinische Wirkung auf das Körpergewicht ist nicht belegt. Auch einfache Milligrammvergleiche führen bei Enzympräparaten schnell in die Irre. Neben der Menge kommt es auf die tatsächliche Enzymaktivität an, die beispielsweise in FIP- oder GDU-Einheiten angegeben werden kann.

Zwei Präparate mit derselben Bromelainmenge können deshalb eine deutlich unterschiedliche Aktivität besitzen.

Besonders gewagt ist die Vorstellung, Bromelain könne den Körper gewissermaßen von innen „entfetten“ oder irgendwelche Schlacken auflösen. Eiweißspaltende Enzyme sind biologisch interessante Substanzen. Sie sind keine Rohrreiniger für das Fettgewebe.

Weißer Tee, Meerrettich und Mineralstoffe

Weißer Tee liefert Polyphenole und enthält je nach Sorte und Zubereitung ebenfalls Koffein. Meerrettich enthält Senfölglykoside und ist als Lebensmittel sowie traditionelle Heilpflanze durchaus bemerkenswert.

Auch Magnesium, Zink und Selen erfüllen wichtige Aufgaben im Stoffwechsel.

Aus diesen Tatsachen lässt sich trotzdem keine Gewichtsabnahme konstruieren.

Ein Nährstoffmangel kann Stoffwechselvorgänge beeinträchtigen. Wird ein echter Mangel behoben, verbessert sich möglicherweise die allgemeine Regulation. Daraus folgt jedoch nicht, dass zusätzliche Mengen bei gut versorgten Menschen das Körperfett zum Schmelzen bringen.

Besonders Selen besitzt einen vergleichsweise schmalen Bereich zwischen sinnvoller Zufuhr und Überversorgung. Es gehört deshalb zu den Stoffen, die gezielt und nicht nach dem Motto „vorsichtshalber etwas mehr“ eingenommen werden sollten.

Bei Mischpräparaten wird gern jeder Zutat eine kleine theoretische Aufgabe zugewiesen:

  • Der eine Stoff soll den Stoffwechsel aktivieren.
  • Der nächste soll die Fettverbrennung steigern.
  • Ein dritter soll den Appetit dämpfen.
  • Ein Enzym soll die Verwertung verbessern.
  • Mineralstoffe sollen schließlich dafür sorgen, dass alles reibungslos abläuft.

Auf dem Papier entsteht so ein perfektes Orchester. In der Realität weiß häufig niemand, ob die Musiker in ausreichender Zahl anwesend sind, ob sie dasselbe Stück spielen und ob überhaupt ein Dirigent erschienen ist.

Die Inhaltsstoffe im Überblick

Bestandteil Möglicher Hintergrund Bewertung für Calriphen
Sinetrol Kleine Humanstudien mit meist 900 mg täglich berichten moderate Veränderungen von Körperfett und Umfang. Keine Studie zum fertigen Calriphen; genaue übertragbare Dosierung unklar; kein Beleg für extreme Gewichtsverluste.
Grüner Kaffee Chlorogensäuren werden hinsichtlich des Zucker- und Fettstoffwechsels untersucht. Die bekannteste spektakuläre Studie wurde zurückgezogen; Daten insgesamt uneinheitlich.
Açaí Enthält Polyphenole und weitere Nährstoffe. Keine überzeugenden Belege für eine gewichtsreduzierende Wirkung.
Bromelain Proteolytisches Enzym mit möglichen entzündungsmodulierenden Eigenschaften. Keine etablierte Abnehmwirkung; Enzymaktivität wichtiger als eine reine Milligrammangabe.
Weißer Tee Liefert Polyphenole und Koffein. Keine belastbare Aussage zur Wirkung der in Calriphen enthaltenen Menge.
Magnesium, Zink und Selen Essenzielle Mineralstoffe beziehungsweise Spurenelemente. Beheben bei Mangel ein Versorgungsproblem, sind aber keine eigenständigen Fettverbrenner.

Ist Calriphen wenigstens harmlos?

Eine Zutatenliste aus Früchten, Tee, Ananas und Mineralstoffen wirkt zunächst ungefährlich. Doch „natürlich“ ist keine toxikologische Kategorie.

Bei einem Mehrstoffpräparat müssen unter anderem folgende Punkte bedacht werden:

  • Guarana und grüner Kaffee können Koffein liefern.
  • Koffein kann bei empfindlichen Menschen Unruhe, Schlafstörungen, Herzrasen oder Herzrhythmusstörungen fördern.
  • Zitrus- und Grapefruitbestandteile können je nach Extrakt mit bestimmten Medikamenten wechselwirken.
  • Bei Bromelain werden mögliche Wechselwirkungen mit Gerinnungshemmern und bestimmten Antibiotika diskutiert.
  • Pflanzenextrakte können allergische Reaktionen oder Magen-Darm-Beschwerden auslösen.
  • Auch Mineralstoffe können bei unnötig hoher oder langfristiger Einnahme problematisch werden.

Das heißt nicht, dass jeder Anwender mit Beschwerden rechnen muss. Es heißt lediglich, dass die pauschale Behauptung einer vollständigen Unbedenklichkeit nicht seriös wäre.

Besondere Vorsicht ist bei Herzrhythmusstörungen, unkontrolliertem Bluthochdruck, ausgeprägter Koffeinempfindlichkeit, Schwangerschaft, Stillzeit, Leber- oder Nierenerkrankungen sowie bei regelmäßiger Medikamenteneinnahme angebracht.

Zwölf Kilogramm in 30 Tagen?

Hier wird es endgültig absurd.

Zwölf Kilogramm Körpergewicht entsprechen nicht automatisch zwölf Kilogramm Fett. Bei einer sehr schnellen Gewichtsabnahme gehen zunächst auch Wasser, Glykogen, Darminhalt und unter ungünstigen Umständen Muskelmasse verloren.

Um zwölf Kilogramm reines Körperfett in 30 Tagen abzubauen, wäre ein tägliches Energiedefizit erforderlich, das für die meisten Menschen weder realistisch noch gesund wäre.

Schon die Größenordnung des Versprechens zeigt, dass hier nicht wissenschaftliche Zurückhaltung das Marketing leitete.

Natürlich kann das Gewicht bei stark übergewichtigen Menschen zu Beginn einer konsequenten Ernährungsumstellung oder einer fachkundig begleiteten Fastenkur deutlich sinken. Das ist jedoch etwas völlig anderes als die Behauptung, zwei Kapseln würden eine solche Veränderung praktisch nebenbei erzeugen.

Mehr zur Frage, welche Rolle das Fasten bei einer Gewichtsreduktion tatsächlich spielen kann, lesen Sie in meinem Beitrag Fasten zum Abnehmen – warum das zu kurz gedacht ist.

Das Geschäftsmodell der Schlankheitskapseln

Calriphen folgte einem bekannten Muster.

1. Ein neues Problemgefühl wird erzeugt

Rechtzeitig vor Frühling, Urlaub oder Feiertagen wird der Blick auf Bauch, Hüften und Waage gelenkt. Der Kunde soll unzufrieden werden – möglichst schnell und möglichst stark.

2. Eine einfache Lösung wird angeboten

Die Ursachen des Übergewichts verschwinden aus der Betrachtung. Statt Insulinresistenz, Schlafmangel, Stress, Medikamenten, Muskelverlust, Essverhalten und hormonellen Veränderungen gibt es nun ein einziges Problem: Der entscheidende Pflanzenstoff fehlt.

Mehr zu den sehr unterschiedlichen Hintergründen finden Sie unter Ursachen für Übergewicht: Gene, Psyche, Schilddrüse, Stress und Medikamente.

3. Wissenschaft wird angedeutet

Begriffe wie „klinisch geprüft“, „patentiert“, „wissenschaftlich entwickelt“ oder „in Studien nachgewiesen“ wirken beeindruckend. Erst beim genaueren Hinsehen zeigt sich, dass eine andere Dosierung, ein einzelner Rohstoff oder eine winzige Untersuchung gemeint war.

4. Der schnelle Erfolg wird in Aussicht gestellt

Das Versprechen muss groß genug sein, um vernünftige Zweifel zu übertönen. Zwei Kilogramm in drei Monaten verkaufen sich schlecht. Zwölf Kilogramm in 30 Tagen klingen erheblich besser.

5. Das Produkt verschwindet

Nach einigen Jahren ist der Markt abgegrast. Das Präparat wird nicht mehr angeboten, die Herstellerfirma wechselt, die Webseite verschwindet oder der nächste Wirkstoff übernimmt die Hauptrolle.

Die ungelösten Gewichtsprobleme der Käufer bleiben bestehen. Genau dadurch entsteht der Markt für das nächste Wundermittel.

Übergewicht ist mehr als eine Kalorienfrage

Natürlich nimmt Körperfett zu, wenn langfristig mehr Energie gespeichert als verbraucht wird. Diese Feststellung ist richtig, aber ungefähr so hilfreich wie der Hinweis, dass ein volles Waschbecken durch mehr zufließendes als abfließendes Wasser entsteht.

Interessant ist, weshalb der Zufluss ständig geöffnet bleibt und der Abfluss nicht richtig funktioniert.

Bei Übergewicht können unter anderem beteiligt sein:

  • eine beginnende oder ausgeprägte Insulinresistenz,
  • häufige Mahlzeiten und dauerhaft erhöhte Insulinspiegel,
  • eine ungünstige Zusammensetzung der Ernährung,
  • hochverarbeitete Lebensmittel und flüssige Kalorien,
  • zu wenig Muskelmasse,
  • Schlafmangel oder Schlafapnoe,
  • chronischer Stress und emotionales Essen,
  • bestimmte Medikamente,
  • Schilddrüsen- und andere Hormonstörungen,
  • Wechseljahre und altersbedingte Veränderungen sowie
  • eine Fettleber und ein gestörter Fettstoffwechsel.

Besonders das Fett im Bauchraum ist biologisch aktiv. Es setzt Botenstoffe frei und beeinflusst Zuckerstoffwechsel, Entzündungsprozesse, Leber und Gefäße. Ausführlicher beschreibe ich dies unter Bauchfett wirkt wie ein Organ.

Auch Adiponektin zeigt, wie eng Fettgewebe und Stoffwechsel miteinander verbunden sind. Der Botenstoff wird von Fettzellen gebildet, sinkt bei ungünstiger Fettverteilung jedoch häufig ab. Mehr dazu lesen Sie in meinem Beitrag Adiponektin als Frühwarnsystem.

Wer diese Zusammenhänge ignoriert und stattdessen immer neue Kapseln ausprobiert, behandelt hauptsächlich die Ungeduld.

Was beim Abnehmen tatsächlich hilft

Es gibt keine Methode, die für jeden Menschen gleich gut funktioniert. Einige Grundsätze haben sich in meiner Praxis allerdings immer wieder bewährt.

Die Ursachen prüfen

Vor der nächsten Diät sollte geklärt werden, weshalb das Gewicht gestiegen ist. Dazu können je nach Situation Nüchternblutzucker, HbA1c, Nüchterninsulin, HOMA-IR, Triglyceride, Leberwerte, Schilddrüsenwerte, Blutdruck, Harnsäure und die Medikamentenliste gehören.

Auch Bauchumfang, Muskelmasse, Schlaf und Essenszeiten sind häufig aufschlussreicher als die isolierte Zahl auf der Waage.

Echte Lebensmittel statt Dauer-Snacks

Süßgetränke, Säfte, Weißmehl, Süßwaren, Alkohol, Fertiggerichte und ständiges Naschen torpedieren jede Stoffwechseltherapie.

Die Ernährung sollte überwiegend aus Gemüse, ausreichend Eiweiß, naturbelassenen Fetten, Kräutern, Hülsenfrüchten – sofern sie vertragen werden –, Nüssen, Samen, Eiern, Fisch und möglichst wenig verarbeiteten Lebensmitteln bestehen.

Das klingt weniger spektakulär als ein patentierter Fettkiller. Dafür lässt sich daraus eine dauerhafte Ernährungsweise aufbauen.

Muskeln erhalten und aufbauen

Muskelgewebe ist eines der wichtigsten Organe für den Glukosestoffwechsel. Wer bei einer Diät vor allem Muskeln verliert, wiegt anschließend zwar weniger, hat sich metabolisch aber nicht unbedingt verbessert.

Krafttraining, ausreichend Eiweiß und regelmäßige Bewegung gehören deshalb zu einer vernünftigen Gewichtsreduktion.

Essenspausen nutzen

Viele Menschen essen weniger zu große Mengen als zu häufig. Zwischen Frühstück, Zwischenmahlzeit, Mittagessen, Kaffee, Abendessen und Fernsehsnack bleibt dem Stoffwechsel kaum eine längere Pause.

Intervallfasten kann helfen, diese Dauerversorgung zu durchbrechen. Es ist allerdings kein religiöses Bekenntnis und auch keine Garantie für Gewichtsverlust. Wer innerhalb eines kurzen Essensfensters dieselbe Menge hochverarbeiteter Lebensmittel isst, hat lediglich schneller gegessen.

Zu den unterschiedlichen Varianten lesen Sie bitte meine Beiträge über das Intervallfasten und das intermittierende Fasten.

Den Schlaf ernst nehmen

Schlafmangel verändert Appetit, Hungerhormone, Insulinempfindlichkeit und Entscheidungsfähigkeit. Wer ständig übermüdet ist, greift häufiger zu schnell verfügbarer Energie und bewegt sich meist weniger.

Bei starkem Schnarchen, Tagesmüdigkeit und morgendlichen Kopfschmerzen sollte außerdem eine Schlafapnoe ausgeschlossen werden. Weitere Hintergründe finden Sie unter Übergewicht durch Schlafmangel.

Fasten richtig einsetzen

Heilfasten kann einen festgefahrenen Stoffwechsel deutlich verändern, Insulinspiegel senken und eingefahrene Ernährungsgewohnheiten unterbrechen. Es ist jedoch kein verkleideter Wettbewerb um möglichst viele verlorene Kilogramm.

Bei Diabetes, Insulintherapie, Essstörungen, Untergewicht, Schwangerschaft, schweren Erkrankungen oder der Einnahme bestimmter Medikamente gehört das Fasten fachkundig begleitet. Zum Thema Zuckerstoffwechsel finden Sie weitere Informationen unter Heilfasten bei Diabetes.

Warum das Gewicht nach Abnehmkuren häufig zurückkommt

Das Grundproblem vieler Diäten und Schlankheitsmittel zeigt sich nach dem Ende der Maßnahme.

Was geschieht, wenn die Kapseln abgesetzt werden?

Wenn Ernährung, Schlaf, Bewegung, Muskelmasse und Stoffwechsellage unverändert geblieben sind, kehrt der Körper zu denselben Mustern zurück, die zuvor zur Gewichtszunahme geführt haben.

Das ist kein persönliches Versagen. Es ist das vorhersehbare Ergebnis einer ungeeigneten Strategie.

Ein dauerhaftes Ergebnis verlangt kein perfektes Leben, aber eine Methode, die auch nach drei, sechs oder zwölf Monaten noch durchführbar ist. Weshalb klassische Diäten daran so oft scheitern, beschreibe ich ausführlich unter Warum Diäten nicht funktionieren.

Calriphen war nicht das gefährlichste Abnehmmittel

Bei aller Kritik sollte man die Verhältnisse wahren. Calriphen war nicht mit jenen illegalen oder verunreinigten Präparaten gleichzusetzen, in denen pharmakologisch wirksame Appetitzügler ohne ausreichende Kennzeichnung gefunden wurden.

Bei manchen im Internet angebotenen Abnehmkapseln ist das Risiko erheblich größer. Ein bekanntes Beispiel sind Präparate mit dem früher verwendeten Appetitzügler Sibutramin. Dazu lesen Sie bitte meinen Beitrag Vorsicht bei LiDa- und Sibutramin-Kapseln.

Andere Produkte sollen Fette oder Kohlenhydrate im Darm binden. Auch dort lohnt ein genauer Blick auf Wirkprinzip, Dosierung und Nebenwirkungen:

Calriphen war vermutlich eher teuer und überschätzt als akut hochgefährlich. Das macht die Werbeversprechen allerdings nicht glaubwürdiger.

Mein Fazit zu Calriphen

Calriphen kombinierte mehrere Pflanzenextrakte, Enzyme und Mineralstoffe, von denen einige biologisch durchaus interessant sind. Der wichtigste Rohstoff Sinetrol wurde in kleinen Humanstudien untersucht und könnte bescheidene Auswirkungen auf Körperfett oder Bauchumfang haben.

Für Calriphen selbst fehlt jedoch ein belastbarer Wirksamkeitsnachweis. Die bekannte Studie zum grünen Kaffee wurde zurückgezogen. Für Açaí existiert kein überzeugender Nachweis als Schlankheitsmittel. Bromelain ist ein interessantes Enzym, aber kein Fettvernichter. Weißer Tee, Meerrettich und Mineralstoffe machen aus der Mischung ebenfalls keine Therapie gegen Übergewicht.

Vor allem stand das damalige Versprechen eines Gewichtsverlustes von bis zu zwölf Kilogramm in 30 Tagen in keinem vernünftigen Verhältnis zur wissenschaftlichen Grundlage. Calriphen ist inzwischen weitgehend verschwunden. Das Prinzip lebt weiter.

Beim nächsten Präparat heißt die Beere anders, der patentierte Komplex bekommt einen neuen Markennamen und die Verpackung sieht etwas moderner aus. Anschließend wird erneut erklärt, weshalb ausgerechnet diese Mischung den Stoffwechsel endlich überlisten könne.

Der menschliche Körper lässt sich jedoch nicht dauerhaft mit Werbetexten beeindrucken. Wer gesund abnehmen möchte, muss keine exotische Kapsel suchen. Er sollte herausfinden, weshalb der eigene Stoffwechsel Fett speichert, welche Gewohnheiten ihn dabei unterstützen und welche Veränderungen im Alltag tatsächlich durchzuhalten sind.

Quellen und weiterführende Studien

Dieser Beitrag wurde im August 2026 vollständig neu verfasst und auf den aktuellen Erkenntnisstand gebracht.

Treffpunkt Wunschgewicht – Abnehmen mit Produkten von BONVITA war ein klassisches Formula-Diät-Konzept: 900 bis 1000 Kalorien täglich, fast ausschließlich über industriell hergestellte Bonvita-Fertiggerichte, begleitet von Gruppentreffen. Das Ziel: schnelle Gewichtsabnahme durch strikte Kalorienbegrenzung und standardisierte Mahlzeiten. Nach allem, was heute nachvollziehbar ist, scheint die Firma BONVITA in dieser Form nicht mehr zu existieren; das Programm wird offenbar nicht mehr angeboten.

Dennoch taucht der Name regelmäßig in Suchanfragen auf. Viele wollen wissen, wie das Konzept aufgebaut war, was es gekostet hat und ob eine solche Vorgehensweise gesundheitlich sinnvoll ist. Genau das klärt dieser Beitrag: Wie funktionierte das Drei-Phasen-Modell aus Abnehmen, Umstellen und Erhalten? Welche Rolle spielten die Produkte? Und vor allem: Ist eine drastische Kalorienreduktion mit Fertiggerichten ein tragfähiger Weg zu dauerhaftem Gewichtsverlust – oder lediglich ein kurzfristiger Effekt mit bekannten Schwächen?

Die Grundsäulen der Diät von Treffpunkt Wunschgewicht

Abnehmen – Umstellen – Erhalten – das sind die drei Grundsäulen des Gruppen-Diätkonzepts. Die Abnahmewilligen besuchen wöchentliche Treffen mit Gleichgesinnten, wo sie von der Gruppenleitung und den anderen Teilnehmern mit Tipps zu den Themen Ernährung, Bewegung und Entspannung versorgt werden. Das ist der „Treffpunkt Wunschgewicht“. Diese Treffen sind für die Teilnehmer kostenlos.

Die erste Phase des Abnehmens reicht über 4- 6 Wochen

mit einem festgelegten Essensplan.

Dieser besteht aus fünf Mahlzeiten, die aus den Produkten der Firma Bonvita zusammengesetzt sind. Dafür bietet Bonvita ein reichhaltiges Programm aus Suppen, Menüs, Cremespeisen, Milchshakes, Müsli, verschiedene Riegel, Sandwiches und Diät-Getränken.

Auf diese Weise soll der Körper an fünf regelmäßige Mahlzeiten gewöhnt werden, und durch die Zuführung von lediglich 1000 Kalorien und die Absenkung des Grundumsatzes ist eine Abnahme in den ersten Wochen nahezu garantiert. Durchschnittlich belaufen sich die Kosten für eine Woche auf ca. 60 Euro pro Person.

In der zweiten Phase, dem Umstellen, soll das erreichte Diätziel mit einer umgestellten Ernährung beibehalten werden.

Das bedeutet, dass die gekauften Produkte nach und nach durch selbst gekochte Mahlzeiten ersetzt werden. Die leicht erhöhte Kalorienzahl soll dafür sorgen, dass der Körper nicht weiter abnimmt sondern in dem erreichten Gewichtsbereich verharrt. Dabei steht eine ausgewogene Mischkost mit vielen Vollkornprodukten sowie Obst und Gemüse im Vordergrund.

Die dritte Phase beinhaltet das so genannte „Erhalten“.

Dafür bietet „Treffpunkt Wunschgewicht“ dem Teilnehmer die Möglichkeit, noch zwölf weitere Monate kostenlos zu den Treffen zu gehen, sich zu informieren und zu motivieren, das erreichte Wunschgewicht auch beizubehalten. Dabei hat man natürlich immer die Möglichkeit, weiterhin einzelne (oder alle) Mahlzeiten auf dem Speiseplan durch Bonvita Produkte zu ersetzen.

Die Durchführung der Abnehmphase ist „mal wieder“ (wie bei Formula-Diäten üblich) angenehm einfach: Tüte auf und ab in die Mikrowelle.

Mit einer ausgewogenen Ernährung aus frischen Zutaten haben diese industriell gefertigten Speisen, angereichert mit chemischen Zusatzstoffen nur wenig zu tun, und eine gesunde Ernährungsumstellung ist nicht zwingend vom Veranstalter gewollt.

Man muss sich also fragen: Will ich die kostenlosen Treffen dadurch refinanzieren, in dem ich relativ „teure“ Fertigprodukte erwerbe?

Fazit: Aus gesundheitlicher Sicht muss ich das Konzept ablehnen. Es ist zwar einfach, aber Mikrowellen-Essen und Fertiggerichte? Nein Danke.

Weitere Formula Diäten:

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Im Zusammenhang mit Diäten hört man immer wieder vom so genannten Jojo-Effekt, wonach man nach einer Diät zwangsläufig mindestens so viel an Gewicht zunimmt, wie man während der Diät abgenommen hat.

Einige Übergewichtige nennen sogar den drohenden Jojo-Effekt als Grund, gar nicht erst eine Diät zu beginnen. Doch was ist wirklich dran?

Was ist dieser Jojo-Effekt eigentlich und wodurch entsteht er?

Weit verbreitet ist die Meinung, der Jojo-Effekt sei eine Reaktion des körpereigenen Stoffwechsels, der bei geringerer Energiezufuhr lernt, die Nahrung besser zu verwerten. Das ist jedoch ein Irrglaube, denn die Nahrungsverwertung kann sich nicht ändern.

Bei hoher Energiezufuhr speichert der Körper den Überschuss und man nimmt zu, bei geringerer Energiezufuhr nimmt man ab. Bei einer Energiezufuhr unter 1000 Kilokalorien pro Tag kann sich zwar der Stoffwechsel kurzzeitig absenken, aber nur wenn man nicht gleichzeitig etwas Sport treibt.

Der Hauptgrund für das Eintreten des Jojo-Effekts ist die Tatsache, dass die meisten nach einer Diät wieder in ihr altes Essverhalten zurückfallen. Vor allem wenn die Diät sich sehr von den eigentlichen Essgewohnheiten unterscheidet, holt man nach der überstandenen Diät oft unbewusst nach, worauf man so lange verzichten musste.

Hinzu kommt noch, dass bei einer Diät nur wirklich Fett abgebaut wird, wenn man sich regelmäßig sportlich betätigt. Wird kein Sport getrieben, verliert man zwar an Gewicht, aber der Körper greift dann auch auf Muskelmasse zurück.

Und es wird noch unangenehmer!

Auswirkungen auf die Darmgesundheit

Der Darm ist ein oft übersehener Faktor bei der Gewichtskontrolle. Er spielt eine zentrale Rolle im Stoffwechsel und beeinflusst unsere Gesundheit entscheidend. Der JoJo-Effekt kann die Darmgesundheit jedoch erheblich beeinträchtigen, vor allem durch Veränderungen im Mikrobiom, der Gemeinschaft von Mikroorganismen im Verdauungstrakt.

Durch wiederholte Gewichtsschwankungen reduziert sich die Vielfalt nützlicher Darmbakterien. Besonders betroffen sind Akkermansia muciniphila und Christensenella, zwei Bakterienstämme, die mit einer schlanken Körperzusammensetzung und einem geringen Entzündungsrisiko assoziiert sind. Gleichzeitig nehmen entzündungsfördernde Bakterien zu, was die Darmbarriere schwächt und das Risiko für einen „leaky gut“ (durchlässiger Darm) erhöht. Dies ermöglicht es schädlichen Stoffen, in den Blutkreislauf zu gelangen und systemische Entzündungen auszulösen (Front Immunol. 2024 Mar 20;15:1370658).

Entzündungen und Gewichtszunahme: Ein Teufelskreis

Chronische Entzündungen sind eine häufige Begleiterscheinung von Übergewicht. Studien zeigen, dass der JoJo-Effekt diesen Zustand verschlimmern kann. Forschungen belegen, dass Gewichtszunahmen nach Diätphasen die Aktivität von proinflammatorischen Immunzellen und Zytokinen steigern. Dadurch wird nicht nur der Darm, sondern auch der gesamte Körper in einen entzündlichen Zustand versetzt (Nutrients 2024, 16(18), 3170).

Diese Entzündungen schädigen langfristig die Darmbarriere. Ein geschwächter Darm lässt schädliche Moleküle in den Blutkreislauf eindringen, was zu metabolischen Problemen wie Insulinresistenz und Typ-2-Diabetes führen kann.

Negative Auswirkungen auf die Körperzusammensetzung

Ein weiteres Problem des JoJo-Effekts ist seine Auswirkung auf die Körperzusammensetzung. Während der Abnehmphase verlieren viele Menschen Muskelmasse, gewinnen aber während der Gewichtszunahme vor allem Fett zurück. Dies führt zu einem höheren Körperfettanteil, der den Stoffwechsel verlangsamt und zukünftige Gewichtszunahmen wahrscheinlicher macht (Metabolites. 2024 Jun 19;14(6):344).

Muskelmasseverlust bedeutet auch, dass der Grundumsatz sinkt, wodurch es schwieriger wird, Energie effizient zu nutzen. Diese Veränderungen erhöhen das Risiko für chronische Krankheiten und verringern die körperliche Leistungsfähigkeit.

Langfristige Folgen für Bauchspeicheldrüse und Herz

Die Bauchspeicheldrüse, die für die Regulierung des Blutzuckerspiegels verantwortlich ist, wird durch den JoJo-Effekt stark belastet. Wiederholte Schwankungen von Insulin- und Blutzuckerspiegeln strapazieren die Beta-Zellen, die Insulin produzieren. Langfristig kann dies zu Beta-Zell-Erschöpfung und Insulinresistenz führen – ein zentraler Risikofaktor für Typ-2-Diabetes.

Auch das Herz-Kreislauf-System leidet. Die ständigen Gewichtsschwankungen verursachen Veränderungen bei Blutdruck, Cholesterin und anderen kardiovaskulären Risikofaktoren, die das Herz und die Blutgefäße belasten. Diese Schwankungen können das Risiko für koronare Herzkrankheiten und Atherosklerose erhöhen und sind in ihrer Gefährlichkeit teilweise sogar mit konstantem Übergewicht vergleichbar (Front Microbiol. 2020 Feb 21;11:219).

Darmgesundheit als Schlüssel zur JoJo-Freiheit

Eine gesunde Darmflora könnte der Schlüssel sein, um den JoJo-Effekt zu durchbrechen. Das Mikrobiom beeinflusst nicht nur Entzündungsprozesse, sondern auch die Regulierung von Hunger- und Sättigungshormonen wie GLP-1 und Ghrelin. Ein gesundes Mikrobiom macht es einfacher, ein gesundes Gewicht zu halten.

Besonders vielversprechend ist der Einsatz von Probiotika, insbesondere solchen mit Akkermansia muciniphila. Diese Bakterien stärken die Darmbarriere, fördern die Produktion kurzkettiger Fettsäuren wie Butyrat und reduzieren Entzündungen. Studien zeigen, dass eine Erhöhung der Akkermansia-Mengen im Darm helfen kann, Gewichtszunahmen zu vermeiden und die metabolische Gesundheit zu fördern (Nutrients September 2024, 16, 3138).

Tipps für eine gesunde Darmflora

  1. Gezielte Probiotika-Einnahme: Ausführlich schreibe ich dazu in folgenden Beiträgen: Was sind Probiotika und Probiotische Arzneimittel? und Probiotika und Präbiotika: Fakten und Wirkung
  2. Resistente Stärke konsumieren: Ballaststoffreiche Lebensmittel wie grüne Bananen oder gekochte und abgekühlte Kartoffeln fördern das Wachstum nützlicher Darmbakterien. Ausführlicher zur resistenten Stärke in meinem Beitrag: Resistente Stärke
  3. Polyphenolreiche Ernährung: Lebensmittel wie Beeren, grüner Tee und dunkle Schokolade unterstützen die Darmgesundheit. Ausführlicher zu den Polyphenolen habe ich hier geschrieben: Polyphenole
  4. Verarbeitete Lebensmittel meiden: Ultraverarbeitete Produkte mit hohem Gehalt an Linolsäure schädigen das Mikrobiom und sollten vermieden werden. Mehr dazu in meinem Beitrag: Fertiggerichte aus dem Supermarkt? Nein danke, nicht für mich!
  5. Aktiver Lebensstil: Regelmäßige Bewegung und Stressmanagement fördern ein gesundes Mikrobiom. 10 Minuten spazieren nach jedem Essen wären sehr gut!

Wenn Sie ihr Gewicht regulieren wollen, dann rate ich Ihnen zu meinem Büchlein: Abnehmen! Warum wir fett werden – und welche Hilfe die Naturheilkunde bietet – Rene Gräber Bücher
Schauen Sie sich auch meine ausführliche Sprechstunde zum Thema Abnehmen: Video Online Sprechstunde „Abnehmen, Training und Ernährung“ mit René in der ich ausführlich das Thema bespreche und auch zeige welche Tools ich verwende.

Fazit

Der JoJo-Effekt schädigt nicht nur den Darm, sondern erhöht auch das Risiko für chronische Krankheiten wie Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Eine nachhaltige Gewichtskontrolle, die auf einer gesunden Darmflora basiert, bietet einen effektiven Ansatz, um langfristig gesund zu bleiben. Statt auf kurzfristige Diäten zu setzen, sollten Sie auf eine ausgewogene Ernährung, regelmäßige Bewegung und eine bewusste Pflege der Darmflora achten. Das sagt sich leichter als es umzusetzen ist – ganz klar. Deswegen rate ich dazu unbedingt meinen kostenlosen Abnehm-Newsletter anzufordern:

Dieser Beitrag wurde am 21.11.2024 ergänzt und überarbeitet.

Während wir in der westlichen Welt mit Diäten und Kalorienzählen kämpfen, scheint die Mittelmeer-Diät mühelos das Wohlbefinden zu fördern und Krankheiten wie Herzinfarkte, Alzheimer und sogar Depressionen in Schach zu halten. Was steckt hinter dieser einfachen, aber effektiven Ernährungsweise, die seit Jahrzehnten Wissenschaftler fasziniert? In diesem Artikel will ich das Geheimnis der Mittelmeer-Diät lüften und zeigen, warum diese viel mehr ist als nur eine weitere Modeerscheinung.

Die Mittelmeer-Diät wird auch Kreta-Diät genannt und ist eine Ernährungsform, die von der traditionellen Küche der Mittelmeerländer, insbesondere aber der Bewohner der Insel Kreta, abgeleitet wurde.

Aufgrund zahlreicher verschiedener Studien kamen Wissenschaftler zu dem Schluss, dass die spezielle Ernährungsweise dieser Menschen Grund für deren hohe Lebenserwartung sei.

Auf dem Speiseplan der Kreta-Diät bzw. der Mittelmeerdiät stehen Fischgerichte von Makrelen, Thun, Sardellen, Sardinen sowie etlichen Krustentieren und Muscheln. Zu den vegetarischen Zutaten gehören Blattsalate, Rucola und alle Kohlsorten sowie Hülsenfrüchte, Kartoffeln, Reis, Hafer, Bulgur, Dinkel, sowie Buchweizen.

Eine große Rolle spielen auch zahlreiche Obstsorten und nicht zu vergessen Olivenöl. Hinzu kommen viele Sämereien wie Sesam sowie Walnüsse, Maronen und Pistazien.

Rotes Fleisch kommt selten auf den Teller, dafür aber öfters Geflügel. Ein Gläschen Rotwein zum Essen ist üblich, aber auch nicht mehr. Statt Salz werden in der kretischen Küche reichlich frische Kräuter verwendet. Petersilie, Oregano, Koriander, Bärlauch, Basilikum sind nicht nur aromatisch, sondern enthalten auch viele Antioxidantien und sekundäre Pflanzenstoffe.

Zubereitet werden die Gerichte mit hochwertigem Olivenöl und Knoblauch. Die Kreta-Diät schränkt den Alkoholkonsum ein und verzichtet größtenteils auf Zucker.

Wer nicht auf Milch und Milch-Produkte verzichten möchte, kann fettarme Varianten wählen. Ein weiteres Merkmal mediterraner Esskultur ist das langsame Genießen. Auch das hat einen nicht zu unterschätzenden gesundheitlichen Aspekt.

Sieben-Länder-Studie und Lyon Diet Heart Studie

Bereits 1950 – 1960 wurde von Ancel Key die „Sieben-Länder-Studie“ durchgeführt, bei der über Jahre hinweg das Auftreten von Arteriosklerose und von Krebserkrankungen in verschiedenen Ländern untersucht wurde. Die Bewohner Kretas fielen positiv auf, da auf der Insel die wenigsten Erkrankungen auftraten.

Es folgte in den 1990iger Jahren die „Lyon Diet Heart-Study“, die ebenfalls einen Zusammenhang zwischen der Ernährungsweise und dem Auftreten spezieller Erkrankungen sah. Weitere Studien im Jahre 2003 und 2006 bestätigten die Ergebnisse.

Allerdings gibt es auch kritische Stimmen, die darauf hinwiesen, dass die Lebenserwartung eines Menschen von vielen verschieden Faktoren abhängt und nicht allein von der Ernährungsform.

Auch wurde angemerkt, dass die Wirkung dieser Kreta-Diät bzw. der Mittelmeerdiät hauptsächlich bei Griechen und Spaniern Wirkung zeigte, während Deutsche und Niederländer beispielsweise kaum davon profitierten. Als ein Grund hierfür wurde das kretische Olivenöl mit seinen Enzymen und hochwertigen Vitaminen angeführt.

Studien zeigen: Die Mittelmeerdiät ist gut fürs Nervensystem

Die internationale Meta-Studie von 2018 bestätigt andere Veröffentlichungen
Ein internationales Forscher-Team hatte 2018 die Ergebnisse einer Meta-Studie vorgelegt, die eine antidepressive Wirkung der Mittelmeerdiät zeigt. Die Wissenschaftler hatten Untersuchungen der davor vergangenen 8 Jahre analysiert. Andere Einfluss-Faktoren für Depressionen wurden berücksichtigt, sodass die Resultate nur die Kausalität der Ernährung herausstellen. Die Arbeit des Teams um Camille Lassale erschien im Fachmagazin „Molecular Psychiatry“.

2016 veröffentlichte die Arbeitsgruppe um den Niederländer Dr. Roel J T Mocking eine Studie über den Zusammenhang zwischen Omega-3-Fettsäuren und Depressionen in „Translational Psychiatry“. Die Forscher betrachteten den Einfluss von Supplementationen mit den ungesättigten Fettsäuren auf die Entwicklung schwerer Depressionen (Major Depressive Disorder, MDD). Der Meta-Analyse zufolge haben hoch dosierte Eicosapentaensäure (EPA) und andere Omega-3-Fettsäuren einen signifikanten Nutzen für die Patienten. Die ungesättigten Fettsäuren sind in der Mittelmeerdiät in großen Mengen enthalten.

Auch Mineralstoffe, die die Mittelmeerdiät reichlich liefert, haben einen günstigen Einfluss bei der Gesundung von depressiven Menschen. Darauf weist eine Studie aus 2017 hin, die im Portal „Public Library of Science“ veröffentlicht wurde. In der Arbeit zeigen die Wissenschaftler um Dr. Emily K. Tarleton, dass eine Supplementierung mit Magnesium die Erkrankung lindern kann.

Bei gründlichem Abwägen aller „Für“ und „Wider“ bleibt die Tatsache bestehen, dass es sich bei der Mittelmeer-Diät um eine ausgewogene Mischkost handelt, die langfristig gesund ist und durchaus als Dauerernährung empfohlen werden kann.

Geringeres Alzheimer-Risiko?

Diese ausgewogene Nährstoffaufnahme ist gut für die Gesundheit, denn sie schützt die Blutgefäße vor gefährlichen Ablagerungen, belastet weder Herz noch Kreislauf und soll sogar das Risiko an Alzheimer zu erkranken, um 40 % verringern.

Dies stellten amerikanische Wissenschaftler der Columbia University Medical Center in einer mehrjährigen Studie mit 2258 Teilnehmern fest. Je konsequenter sich die Teilnehmer an die Vorgaben der Mittelmeerdiät hielten, umso geringer wurde die Wahrscheinlichkeit einer Alzheimererkrankung. Übrigens: Ich halte Alzheimer für heilbar. Mehr dazu in meinem Beitrag: https://www.naturheilt.com/alzheimer/

Die positiven Wirkungen der mediterranen Kost liegen im Zusammenspiel von Antioxidantien, sekundären Pflanzenstoffen und optimaler Mineral-Versorgung.

Die Wirkstoff-Kombination hemmt Entzündungen

Wie wir sehen, liefert die Mittelmeerdiät eine ganze Reihe gesunder Vitalstoffe. Die Grundwirkung besteht wohl darin, dass Entzündungen heruntergefahren werden. Gemeint sind hier keine kurzzeitigen, akuten Inflammationen infolge von Infektionen, die der Körper mit seinen Immunreaktionen ja schließlich bekämpfen muss.

Es geht mehr um die schleichenden, chronischen entzündlichen Prozesse, die etliche Krankheiten nach sich ziehen. Arthrose, Arthritis und Rheuma sind solche Beschwerden, die immer auch im Zusammenhang mit der Ernährung stehen.

Ein Teil der positiven Eigenschaften der Diät beruht auf den Omega-3-Fettsäuren, die Entzündungen dämpfen können. Dokumentiert ist das seit 2010 durch die Studie von Philip Calder, der die Ergebnisse im Wissenschafts-Magazin Nutrients veröffentlichte.

Kurapatti und Carreira durchforsteten 32 Studien, die den entzündungshemmenden Effekt der Mittelmeerdiät belegen. Das Ergebnis ihrer Analyse stellten die beiden Wissenschaftler 2023 im Fachjournal Pain Physician vor. Demnach lindert die mediterrane Kost (wie auch vegane und vegetarische Ernährung) Entzündungen und Beschwerden bei Erkrankungen des muskulo-skelettalen Systems wie rheumatoide Gelenkerkrankungen und Fibromyalgie.

Eine Forschergruppe um Antoni Sureda veröffentlichte schon 2018 eine ähnliche Arbeit im Wissenschafts-Magazin Nutrients. Fast 600 Freiwillige stellten ihren Speiseplan auf die Mittelmeerdiät um und wurden vorher und nach einiger Zeit untersucht.

Die Entzündungsmarker im Blut sanken und es gab Anzeichen dafür, dass Diabetes und Arteriosklerose durch die Diät verhindert werden können. Das Team um Myriam Akbari konnte zeigen, dass es vor allem die Alpha-Liponsäure ist, die chronischen Entzündungen zurückdrängt. Der Vitalstoff ist in vielen vegetarischen Lebensmitteln reichlich enthalten.

Diese Studie erschien 2018 im Fachportal Nutrition & Metabolism. Im Magazin Studies of Age veröffentlichte Guiterrez-Mariscal 2012 eine Arbeit, die den zusätzlichen Nutzen von Coenzym Q10 betont, wenn gleichzeitig mediterrane Kost verzehrt wird.

Oliven, die zu fast jeder mediterranen Mahlzeit dazugehören, sind die Quelle eines weiteren entzündungshemmenden Vitalstoffs. Dieses Hydroxytyrosol ist in den Früchten, dem daraus gewonnen Öl und sogar den Blättern des Baumes enthalten. Die Wirkung zeigten Fucelli und Fabiani im Tierversuch, wie es im Fachportal Molecules 2018 beschrieben wird.

Ein Wirkstoff, der Entzündungen bekämpft, lindert automatisch auch Schmerzen. Deswegen kann die Mittelmeerdiät nicht nur die Ursachen vieler Beschwerden angehen, sondern auch die unangenehmen Begleiterscheinungen.

Die Mittelmeerdiät als Reduktions-Kost

Auch das Abnehmen ist mit der Kreta-Diät möglich. Allerdings eignet sich die Kreta-Diät zur Gewichtsreduzierung nur dann, wenn die Kalorienaufnahme dementsprechend eingeschränkt und gleichzeitig einer sportlichen Betätigung nachgegangen wird.

Die Vorteile der Mittelmeerdiät liegen in der Alltagstauglichkeit; darin, dass es keine absoluten Verbote gibt, dass die Lebensmittel und Gerichte äußerst schmackhaft sind und sogar in den meisten Restaurants mediterrane Gerichte auf der Speisekarte stehen.

Fazit

Als Ernährungsform ohne Einschränkungen zu empfehlen. Zur „Ganzheitlichkeit“ der Methode fehlt nur das Sport-Programm.

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Kleine Anmerkung: Die Sache mit den „5 Wundermitteln“ ist mit Abstand der beliebteste Newsletter, den meine Patienten gerne lesen…

Dieser Beitrag wurde letztmalig am 25.03.2024 aktualisiert.

Neueste Studien zeigen ein eindeutiges Bild der deutschen Bevölkerung, das auch jeder Mensch tagtäglich in der Öffentlichkeit sehen kann.

Die Leute wird immer dicker, ernähren sich immer ungesünder und treiben auch zu wenig Sport.

Dennoch wollen aber auch diese Menschen gerne schlank und rank sein und stecken dabei ihr Vertrauen in zahlreiche Nahrungsergänzungsmittel, die gerne hoch gepriesen werden.

Ähnlich ergeht es auch der vitaminähnlichen Substanz L-Carnitin, die eine gewisse Rolle im Energiestoffwechsel unter anderem des Menschen besitzt. So dient L-Carnitin  als Transporter für langkettige Fettsäuren in die Mitochondrien, die oft „Zellkraftwerke“ genannt werden. Dort werden bekanntermaßen die Fettsäuren zur Energiegewinnung genutzt.

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Ganz klar also, dass dieses Produkt förderlich sein kann, wenn man den überflüssigen Pfunden an Bauch und an der Hüfte den Kampf ansagt, aber ganz so einfach, wie es sich anhört, ist das halt nicht immer.

Auch, wenn die generelle Funktion von L-Carnitin eindeutig ist und nicht angefochten wird, so gibt es doch kontroverse Meinungen dazu, ob L-Carnitin als Supplementierung wirklich dabei hilft, dass mehr Fett verbrannt wird.

Eine Vielzahl von Studien sprechen dabei eine eindeutige Sprache und lassen L-Carnitin in keinem guten Licht dastehen. Angeblich sollen zusätzliche positive Effekte bei einer Diät durch vermehrte L-Carnitin-Dosierungen nicht gegeben sein.

Andererseits sind dagegen andere Sportwissenschaftler davon überzeugt, dass L-Carnitin bei großen Ausdauerleistungen, welche dann ja auch hauptsächlich ihre Energie aus dem Fettstoffwechsel beziehen, positive Auswirkungen hat.

Eine Studie der Universität Leipzig zeigte im Jahr 2002 beispielsweise deutliche Hinweise darauf, dass die Fettverbrennung bei gesunden Erwachsenen durch L-Carnitin deutlich gesteigert werden kann. Zu ähnlichen Ergebnissen kommt die Universität Rostock.

Auch diese Meinung ist aber umstritten, letzten Endes rät die Verbraucherzentrale in Nordrhein-Westfalen von einer Supplementierung von L-Carnitin ab, sie sei schlichtweg unnötig und koste nur Geld.

Wirkung bis heute unklar

Studien aus den USA wiederum ergeben für L-Carnitin wenigstens bei sehr sportlichen Personen Vorteile, da angeblich weniger freie Radikale gebildet werden, weniger Muskelkater und weniger Muskelschäden beim Training entstehen. Die Regeneration nach intensivem Training soll also verbessert sein.

Dass L-Carnitin für Sportler nützlich sein kann, besagt auch eine britische Studie der Universität Exeter aus 2011. Dabei testeten Forscher den Vitalstoff an Menschen, die intensiv trainieren. L-Carnitin kurbelte in die Fettverbrennung an und schonte die Reserven der „Muskelstärke“ Glykogen.

Außerdem konnte der Vitalstoff in den Untersuchungen die Milchsäuregärung (anaerober Abbau) hemmen.

Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt eine Studie iranischer Wissenschaftler der Shahid Sadoughi University of Medical Sciences aus 2020. Die Forscher fassen hier die Durchsicht von 37 wissenschaftlichen Arbeiten zusammen. In diesen Studien sind die Daten von insgesamt 2.292 Menschen enthalten.

Das Resultat zeigt, dass L-Carnitin das Abnehmen unterstützen kann, wenn auch nur in geringem Maße. Wohlgemerkt beziehen sich diese Ergebnisse nicht ausschließlich nur auf Sportler. Hingegen betonen die Wissenschaftler, dass besonders übergewichtige Menschen von dem Vitalstoff profitieren, weil speziell das Körperfett abgebaut wird.

Allerdings weist eine Studie aus dem Jahr 2013 darauf hin, dass die regelmäßige Einnahme von L-Carnitin ein Risikofaktor für Arteriosklerose sein könnte. Bestimmte Darmbakterien, die vor allem bei Menschen vorkommen, die regelmäßig Fleisch essen, verstoffwechseln das Carnitin zu Trimethylaminoxid, das den Cholesterintransport aus den Zellen unterdrücken kann.

In einem solchen Fall würde sich Cholesterin an den Gefäßwänden ablagern und eine Entstehung von Arteriosklerose begünstigen. Einige Forscher sind allerdings der Ansicht, dass dies nur bei Menschen eine Rolle spielt, deren Leber nicht optimal auf Insulin reagiert (hepatische Insulinresistenz). Ob diese Form von Diabetes Typ 2 durch zu viel L-Carnitin verursacht wird, ist allerdings nicht genau bekannt.

Fazit

Wie auch immer, ob mit oder ohne L-Carnitin, wichtig für den Kampf gegen die Pfunde ist auch hier wieder einmal ausreichende Bewegung und gute Ernährung. Ohne diese Faktoren ist L-Carnitin auf jeden Fall ohne signifikante Wirkung.

Wenn man L-Carnitin wirksam mit Sport kombiniert und die Ernährung umstellt, ist es durchaus empfehlenswert. Als alleiniges Mittel ist es zum Abnehmen völlig ungeeignet. Dennoch bekommt L-Carnitin das Siegel: empfehlenswert.

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Dieser Beitrag wurde im Dezember 2020 erstellt und letztmalig am 25.03.2024 aktualisiert.

„Die ‚Friss die Hälfte‘-Regel, kurz FdH, zählt zweifellos zu den bekanntesten Empfehlungen für diejenigen, die Gewicht verlieren möchten. Die Regel ist simpel: Essen Sie, wann und was Sie wollen, aber begrenzen Sie die Menge auf die Hälfte Ihrer üblichen Portionen.

Durch die Einhaltung dieser Regel wird nur die Hälfte der gewohnten Kalorienmenge aufgenommen, was dazu führt, dass der Körper auf vorhandene Fettreserven zurückgreift.

Die Vorteile der FdH-Diät liegen auf der Hand: Sie ist einfach umzusetzen, erfordert kein Kalorienzählen oder die Zubereitung komplexer Rezepte. Diätpläne müssen nicht erstellt und die Ernährung muss nicht umgestellt werden. Ein Nachteil besteht jedoch darin, dass die Vitalstoffaufnahme um 50 % abnehmen kann, was zu einem Mangel an Vitaminen und Spurenelementen führen kann.

Die FdH-Diät sollte nur in Betracht gezogen werden, wenn der Anwender bereits eine ausgewogene Ernährung praktiziert, aber einfach zu große Portionen zu sich nimmt. Sie ist riskant für diejenigen, die generell zu schlechter Ernährung neigen.

Menschen, die sich bereits unausgewogen und nährstoffarm ernähren und viele Süßigkeiten sowie versteckte Fette konsumieren, riskieren eine Hypovitaminose. Schon bei einem unterschwelligen Mangel an Vitalstoffen reagiert der Körper mit Hungergefühlen, was zu Fressattacken führen kann.

Die moderne FdH-Diät „geht schon eher“.

Aus diesen Gründen wird heute eine modifizierte Form der FdH-Diät empfohlen. Dabei wird die Regel auf kalorienreiche und/oder vitalstoffarme Mahlzeiten und Lebensmittel beschränkt.

Die Reduktion erfolgt also nur bei Süßigkeiten, Kuchen, Frittiertem (Pommes, fettige Teilchen wie Plundergebäck usw.), einschließlich aller Fast-Food-Artikel und zuckerhaltigen Limonaden (Cola!), sowie Alkohol. Und damit wären wir eigentlich schon bei ein paar einfachen Ernährungsregeln, die ich sowieso allem Patienten empfehle.

Übergewicht hat oft auch Ursachen in Bewegungsmangel oder psychischen Faktoren, weshalb eine konventionelle FdH-Diät sowieso nicht wirksam ist. Die modernisierte Form kann jedoch sinnvoll sein für diejenigen, die nicht vollständig auf ’sinnlose Kalorien‘ verzichten möchten. Dennoch führt sie nicht zu einer langfristigen Ernährungsumstellung.

Es ist ratsamer, auf fett- und kalorienreiche Nahrungsmittel zu verzichten, diese durch wenig Obst und viel Gemüse zu ersetzen und sportlich aktiv zu werden. Auf diese Weise können Sie die plumpe Regel ‚Friss die Hälfte‘ getrost vergessen…“

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Mit der Apfelessig-Diät können Sie die heilsamen Effekte des Apfelessigs nutzen. Die Essenz fördert die Fettverbrennung und optimiert die Verdauung. Außerdem soll Apfelessig appetitstillend sein.

Sauer soll schlank machen, wenn man den Befürwortern der Apfelessig-Diät glaubt. Wenn man mit Apfelessig abnimmt, liegt das Experten zufolge allerdings nicht am Essig, sondern eher an der ausgewogenen Mischkost der Apfelessig-Methode.

Daneben existiert eine Null-Diät, bei der über einen gewissen Zeitraum (der sog. Apfelessigkur), ausschließlich Wasser mit Apfelessig zu sich genommen werden soll.

Die Apfelessigdiät wurde unter anderem vom Ende 2006 verstorbenen Heilpraktiker Joachim Angerstein propagiert, der außerdem Bücher über Essig in der Hausapotheke, die Wirkstoffe von Molke, Teebaumöl oder über das autogene Training verfasst hat und zum Thema Apfelessig ebenfalls Publikationen veröffentlicht hat.

Bestandteile der Apfelessig-Diät oder Apfelessigkur

Die Apfelessig-Diät basiert auf den Regeln einer kalorienreduzierten Mischkost – was ja an und für sich nichts neues ist….

Essen (das mit Apfelessig zubereitet wird), darf täglich nicht mehr als 1200 Kalorien überschreiten. Erlaubt sind bei der Apfelessigdiät vor allem fettarme Produkte, Obst, Gemüse und Vollkornprodukte.

Trinken Sie vor jeder Mahlzeit ein Glas Wasser Apfelessig und vor dem Schlafengehen einen eiweißreicher Drink, der die Fettverbrennung in der Nacht ankurbeln soll.

Kombinieren Sie die Apfelessig-Kur mit Fitness-Übungen. Das alles ist insgesamt ja auch nicht gerade neu….

Der Apfelessig wirkt allerdings verdauungsfördernd und kann so das Abnehmen schön unterstützen. Das gilt vor allem für Menschen, die zu wenig Magensäure produzieren – wie manche annehmen.

Ohne reduzierte Kalorienzufuhr bringt die Apfelessig-Diät wenig. Die entscheidende Gewichtsabnahme ist nicht auf den Essig zurückzuführen, sondern auf das bewusste, ausgewogene Essen während der Diät. Wer nur Apfelessig-Drinks zu sich nimmt und ganz auf die Mischkost verzichtet, riskiert eine Mangelernährung.

Bei empfindlichen Personen schlägt der saure Geschmack zudem leicht auf den Magen und führt zu Übelkeit. Auch eine Möglichkeit, weniger Kalorien zu sich zu nehmen …

Kaufen oder selber machen

Apfelessig im Haus zu haben lohnt sich nicht fürs Abnehmen. Denn die Essenz hat Studien zufolge etliche gesundheitliche Wirkungen, die wissenschaftlich bewiesen sind. Lesen Sie dazu meinen Beitrag „Apfelessig: nur ein Klassiker zum Abnehmen?“ Über die Wirkstoffe können Sie sich in diesem Artikel informieren: Apfelessig – ein uraltes Heilmittel

Am besten holen Sie sich Ihren Apfelessig im Bioladen oder nehmen Sie Bio-Äpfel und fangen Sie das an!

Studien zum Apfelessig

Blutzucker-Kontrolle und Gewichtskontrolle

Diese Arbeit aus 2007 wurde mit nur zehn Patienten durchgeführt, die an Typ-1-Diabetes litten und gleichzeitig an einer diabetischen Gastroparese (Magenlähmung). Was die Autoren hier beobachteten, das war nicht der Einfluss von Apfelessig auf den Blutzucker, sondern auf die Entleerungsgeschwindigkeit des Magens, die aufgrund des Diabetes bei diesen Patienten ohnehin schon verlangsamt war.

Sie beobachteten dann, dass Apfelessig diese Geschwindigkeit noch weiter reduzierte, sodass es zu einer weiteren Verzögerung bei der Entleerung des Magens kam. Die Autoren kamen zu dem Ergebnis, dass dieser Effekt bei der Blutzuckerkontrolle von Nachteil ist.

Mein Fazit: Bei Typ-1-Diabetes handelt es sich physiologisch gesehen um eine andere Erkrankung als bei Typ-2-Diabetes. Von daher lässt sich dieses Ergebnis nicht pauschal auf Typ-2-Diabetiker übertragen, zumal eine Gastroparese bei Typ-2-Diabetes nicht besonders häufig zu sein scheint.

Aber das ist typisch für Studien und deren “Aufnahme” durch die Medien: Da heißt es dann “Apfelessig wirkt nicht bei Diabetes”. Das ist natürlich Quatsch. Denn wir müssen schon genau definieren, von welcher Art Diabetes wir reden!

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Abnehmen mit Apfelessig

Diese französische Studie aus dem Jahr 2016 ist sogar noch „sparsamer”:

Hier waren es nämlich 18 männliche Ratten, die in drei gleich große Gruppen aufgeteilt worden waren. Eine Gruppe diente wieder als Kontrollgruppe. Die anderen beiden Gruppen erhielten eine fettreiche Diät. Eine der beiden „Fett-Gruppen” erhielt täglich sieben Milliliter pro Kilogramm Körpergewicht an Apfelessig für die Dauer von 30 Tagen.

Resultat:

Die Autoren schlossen daraus, dass Apfelessig einen Appetit senkenden Effekt ausübt, der mit dazu beiträgt, dass Blutzuckerwerte und Blutfettwerte sich verbessern und das Körpergewicht sich verringert.

Mein Fazit: Auch diese Arbeit ist aufgrund ihrer „Aufmachung” mit nur männlichen Ratten in relativ begrenzter Zahl nur bedingt aussagefähig, auch wenn hier die Ergebnisse mit den zuvor diskutierten Ergebnissen vergleichbar sind. Für mich wären solche Ergebnisse aus einer kontrollierten klinischen Studie mit übergewichtigen Patienten (Männer und Frauen) in statistisch signifikanter Zahl wesentlich relevanter.

Diese Studie ist ein anderes Tierexperiment mit Mäusen. Die Nager bekamen Apfelessig in verschiedenen Dosierungen (0,17, 0,51 und 1,02 ml Apfelessig pro 1 kg Körpergewicht) über 4 Wochen. Die Tiere, die 0,52 ml erhalten hatten, nahmen signifikant ab.

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Wer mit dem Optifast-Programm Gewicht reduzieren will, muss sich auf ein mehrphasiges Programm über 52 Wochen mit betreuten Gruppensitzungen einstellen, das mindestens 250 Euro pro Monat kostet.

Das Optifast-Programm wird in einem von vierzig Zentren in Deutschland, Österreich und der Schweiz durchgeführt und beinhaltet fünf umfangreiche medizinische Untersuchungen, regelmäßige Termine bei Programmärzten und Krankenschwestern, 52 Gruppenabende sowie ausführliche Unterlagen.

Neben einer speziell zusammengesetzten Ernährung gehören Sport und psychologische Betreuung zum Programm. Die körperliche Aktivität wird individuell nach den persönlichen Fähigkeiten und Bedürfnissen festgelegt.

Ablauf

Die 52 Wochen verteilen sich auf mehrere Phasen und beginnen mit einer Vorbereitungswoche mit medizinischen Untersuchungen und psychologischen Gesprächen sowie einer 12-wöchigen Fastenphase mit einer Formuladiät mit 800 kcal täglich (siehe auch Optifast 800), wobei massiv Gewicht abgebaut werden soll.

Hohe Eiweißgaben verhindern dort den Abbau der Muskelmasse.

Im Anschluß folgt eine sechswöchige Umstellung auf eine gesunde Ernährungsweise und bietet den Übergang in die längste, 33-wöchige Phase, in der das erzielte Gewicht beibehalten werden soll.

Bewertung

Die Nachteile des Optifast-Programmes sind die relativ hohen Kosten, die jedoch von einigen privaten Krankenkassen übernommen werden, sowie der relativ hohe Gewichtsverlust, der in den ersten Wochen herbeigeführt wird und manches Mal trotz medizinischer Betreuung zu gesundheitlichen Problemen führen kann.

Außerdem wird der lange Therapiezeitraum bemängelt. Nur ein konsequentes Durchhalten der folgenden Phasen führt zu einem längerfristigen Erfolg, und die Rückfall- und Ausstiegsquoten sind unbekannt.

Der schwerwiegendste Kritikpunkt ist allerdings die Zusammensetzung des Eiweißlieferanten Optifast 800 und der verwandten Artikel. Die Produkte aus dem Hause Nestlé ist mit allerhand bedenklichen Zusatzstoffen versetzt. Dazu gehören künstliche Süßstoffe wie Acesulfam K und Aspartam, sowie die Verdickungmittel Carrageen und Carboxymethylcellulose. Optifast home für die Anwendung zu Hause enthält sogar mehr Zucker als Protein.

Fazit

Für eine vernünftige Ernährungsumstellung gibt es bessere und preisgünstigere Programme. Abzuraten ist insbesondere wegen der völlig unpassenden „Diät-Produkte“.

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Dieser Beitrag wurde letztmalig am 30.03.2021 aktualisiert.

Bei der Montignac-Methode, handelt es sich um eine Diät, die nach einer Start-Phase eine dauerhafte eine Umstellung der Ernährung zum Ziel hat. Konzipiert wurde die Methode von Michel Montignac, der als Erfinder der Glyx-Diäten gilt.

Die Ziele der Montignac-Methode sind:

1) eine Gewichtsabnahme
2) die Vorbeugung von Übergewicht
3) die Vorbeugung von Diabetes Typ 2
4) die Verminderung des Risikos für Herz- und Gefäßerkrankungen

Bei der Auswahl der Lebensmittel sollte darauf geachtet werden, dass aus jeder Nährstoffkategorie, also Kohlenhydrate, Fette und Proteine, nur zuträgliche Mengen aufgenommen werden.

Allerdings unterscheidet die Montignac-Methode zwischen „guten“ und „schlechten“ Kohlenhydraten.

Zu welcher Gruppe die jeweiligen Kohlehydrate gehören wird mit dem sogenannten glykämischen Index (GI, Glyx-Index) ermittelt.

Der Wert gibt an, wie schnell und wie hoch die Glukose-Konzentration im Blut nach dem Verzehr eines bestimmten Nahrungsmittels ansteigt. Je höher der GI eines Lebensmittels ist, desto riskanter ist es für die Gesundheit. Ein GI über 70 gilt als „zu hoch“, während Lebensmittel mit einem GI unter 50 als „gesünder“ bezeichnet werden können.
Einen niedrigen glykämischen Index haben Lebensmittel wie Nüsse, Obst und Gemüse und auch Schokolade mit einem Kakaogehalt von mindestens 70 %.

Schlechte Kohlenhydrate sind u.a. Weißbrot, Pommes oder zuckerhaltige Erfrischungsgetränke.

Bei Fetten werden mehrfach ungesättigte Omega-3-Fettsäuren (z.B. im Fisch) und einfach ungesättigte Fettsäuren (z.B. Olivenöl) bevorzugt.

Vermieden werden sollen gesättigte Fettsäuren, die zum Beispiel in Butter enthalten sind.

Die Montignac-Methode wird in zwei verschiedene Phasen unterteilt:

1. Phase:

In der ersten Phase ist das Ziel die Reduzierung des Gewichts, wobei die Laufzeit je nach Übergewicht variabel ist. Diese Phase wird häufig auch als die Montignac-Diät-Phase bezeichnet.

Obwohl man auch auf die Auswahl der richtigen Fette und Proteine achten soll, geht es in dieser Phase vor allem darum, Kohlenhydrate mit einem glykämischen Index von höchsten 35 zu verzehren.

Durch diese Kohlenhydrate wird der Blutzuckerspiegel nur schwach erhöht und somit wird auch nur wenig Insulin gebildet.

Insulin steigert auch die Fett-Synthese, sodass Lebensmittel mit niedrigem GI weniger „ansetzen“.

2. Phase:

Nach erfolgreichem Abschluss der ersten Phase soll nun in der zweiten Phase das erzielte Gewicht gehalten und kontrolliert werden.
Auch wenn man noch immer auf den glykämischen Index achten sollte, kann dieser nun höher sein als noch in der ersten Phase. Auch der Anteil gesunder Fette darf höher sein. Dauerhaft beibehalten werden soll jedoch der Vorzug von Vollkorn-Produkten.

Deren Vorteil ist der hohe Ballaststoff-Gehalt und dem dadurch niedrigen GI.

Fazit

Die Montignac-Diät ist mit Einschränkungen empfehlenswert, weil die Ernährung langfristig umgestellt werden soll. Sinnvoll ist ganz sicher auch das „Zuckerverbot“,  allerdings fehlt die Einbindung eines Sport-Konzeptes.

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